Papst Franziskus steht am Scheideweg — Wie wird er sich entscheiden?

Papst Franziskus zeigt sich am Abend des 13. März 2013 der Weltvon Johan­nes Thiel

(Rom) Ein Jahr nach der Wahl von Ber­go­glio zum „Bischof von Rom“ ist man per­plex, wenn man in Rom in einer Trat­to­ria sitzt und den „Cor­rie­re del­la Sera“ auf­schlägt und dar­in liest, wie die Tages­zei­tung der Ban­ken und der Finanz dem „Papst der Armen“ zuju­belt, der gegen den „rei­chen Nor­den“ don­nert, dem er meh­re­re Male in die­sem Jahr ‚Schan­de‘ zuge­ru­fen und gegen den er Ankla­ge erho­ben hat. Es beschleicht einen das Gefühl, an der Nase her­um­ge­führt zu wer­den.

Wel­ches Spiel wird hier gespielt? Und was soll man von der Tages­zei­tung La Stam­pa und ihrem katho­li­schen Anhang Vati­can Insi­der hal­ten? Die Turi­ner Tages­zei­tung des ita­lie­ni­schen Auto­kon­zerns pflegt inten­siv die „Fran­zis­kus­ma­nie“, die Ber­go­glio eigent­lich miß­bil­ligt, wie er vor weni­gen Tagen dem erwähn­ten „Cor­rie­re del­la Sera“ anver­trau­te. Im Schat­ten der Peter­s­kup­pel blei­be ich bei ita­lie­ni­schen Bei­spie­len und bit­te die geschätz­te Leser­schaft, sich ana­lo­ge Bei­spie­le zu Hau­se, nörd­lich der Alpen ein­fach mit­zu­den­ken.

Die Tages­zei­tung des Fiat-Kon­zerns geht in ihrer Armuts­op­ti­on sogar soweit, die Fan­fa­ren für Gusta­vo Gut­ier­rez zu bla­sen, der im Vati­kan mit nur mehr nuan­cier­ten Vor­be­hal­ten „reha­bi­li­tiert“ wur­de. Gut­ier­rez ist der „Vater“ der „Befrei­ungs­theo­lo­gie“, die Chri­sten­tum und Mar­xis­mus in einen Topf warf, fest schüt­tel­te und als ver­kapp­ten Katho­kom­mu­nis­mus aus­schüt­te­te. Eine zwie­lich­ti­ge Bewe­gung, die das Leid der Men­schen miß­brauch­te, um sie in die Irre zu füh­ren. Mit gutem Grund wur­de sie daher von Johan­nes Paul II. und Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger ver­senkt.

Man riecht Betrug

Man riecht Betrug, wenn die Tages­zei­tun­gen der inter­na­tio­na­len Groß­kon­zer­ne und Finanz­zen­tren ein Hosi­an­na auf die Befrei­ungs­theo­lo­gie anstim­men. Noch mehr aber, wenn die­se vom Vati­kan reha­bi­li­tiert wird. Gera­de in die­sen Tagen erklär­te Joseph Ratz­in­ger in einem Gesprächs­buch über Johan­nes Paul II.:

„Die erste gro­ße Her­aus­for­de­rung, mit der wir kon­fron­tiert wur­den, war die Befrei­ungs­theo­lo­gie, die sich in Latein­ame­ri­ka aus­brei­te­te. Sowohl in Euro­pa als auch in Nord­ame­ri­ka war die Mei­nung ver­brei­tet, es gehe dabei um eine Unter­stüt­zung der Armen, wes­halb dem Anlie­gen auf jeden Fall zuzu­stim­men sei. Das war ein Irr­tum. Der christ­li­che Glau­ben wur­de als Motor für die­se revo­lu­tio­nä­re Bewe­gung miß­braucht, den sie in eine poli­ti­sche Kraft umwan­del­te (…). Einer sol­chen Ver­fäl­schung des christ­li­chen Glau­bens galt es sich ent­schie­den zu wider­set­zen, auch und gera­de aus Lie­be zu den Armen und für den Dienst an ihnen.“

Vor kur­zem gab ein füh­ren­der Ver­tre­ter der Befrei­ungs­theo­lo­gie, Clo­do­vis Boff, im Rück­blick Ratz­in­ger Recht:

„Er ver­tei­dig­te den wirk­li­chen Aus­gangs­punkt der Befrei­ungs­theo­lo­gie, den Ein­satz für die Armen wegen des Glau­ben. Gleich­zei­tig kri­ti­sier­te er den mar­xi­sti­schen Ein­fluß. Die Kir­che kann nicht über die Grund­sät­ze des Glau­bens ver­han­deln… Wir sind einem Glau­ben ver­bun­den und wenn jemand einen ande­ren Glau­ben bekennt, schließt er sich selbst aus der Kir­che aus. Im hege­mo­ni­schen Dis­kurs der Befrei­ungs­theo­lo­gie spür­te ich, daß der Glau­ben an Chri­stus nur im Hin­ter­grund auf­tauch­te. Das ‚anony­me Chri­sten­tum‘ von Karl Rah­ner war eine gro­ße Aus­re­de, um Chri­stus, das Gebet, die Sakra­men­te und die Mis­si­on zu ver­nach­läs­si­gen und sich allein auf die Ver­än­de­rung sozia­ler Struk­tu­ren zu kon­zen­trie­ren.

Heu­te aber reha­bi­li­tiert der Vati­kan die Befrei­ungs­theo­lo­gie und man staunt. Und der Bruch mit dem pol­ni­schen Papst Johan­nes Paul II. und dem deut­schen Papst Bene­dikt XVI. betrifft noch weit mehr.

Abschaffung der Sünde?

Am 29. Dezem­ber lau­te­te der Titel des Leit­ar­ti­kels von Euge­nio Scal­fa­ri in sei­ner „La Repub­bli­ca“: „Die Revo­lu­ti­on von Fran­zis­kus: Er hat die Sün­de abge­schafft“.

Tat­säch­lich wäre das, von Scal­fa­ri ersehnt (und eben­so von den welt­li­chen Mäch­ten, den anti­ka­tho­li­schen Logen und Lob­bys), die größ­te aller Revo­lu­tio­nen und wür­de die Abschaf­fung der Kir­che selbst bedeu­ten. Jesus pre­dig­te und prak­ti­zier­te die Ver­ge­bung der Sün­de, weil er um die Rea­li­tät und Dra­ma­tik der Sün­de wuß­te. Die Abschaf­fung der Sün­de ist das genaue Gegen­teil davon. Sie wür­de sogar das Opfer am Kreuz sinn­los und letzt­lich sogar lächer­lich machen.

Daher erschien die Behaup­tung des „La Repub­bli­ca“-Grün­ders und radi­kal­li­be­ra­len Wort­füh­rers in beschürz­ter Tra­di­ti­on wie ein Scherz, der sei­nem sprich­wört­li­chen theo­lo­gi­schen Dilet­tan­tis­mus zuzu­schrei­ben ist. Die katho­li­schen Medi­en über­schüt­te­ten ihn mit sar­ka­sti­schen Kom­men­ta­ren.

Hatte Scalfari doch recht?

Heu­te aber wird man zuge­ben müs­sen, daß Scal­fa­ri zum Teil recht hat­te. Der Satz, „Wer bin ich, um zu urtei­len?“ wiegt schwer, wird aber noch aus­ge­gli­chen durch die Anmer­kung, daß zur Homo­se­xua­li­tät gilt, was im Kate­chis­mus steht. Dar­um: Nicht was den Papst betrifft, hat Scla­fa­ri recht, weil die­ser sich noch nicht zur Fra­ge geäu­ßert hat. Aber was Kar­di­nal Kas­per betrifft, den Autor der explo­si­ven Rede vor dem Kon­si­sto­ri­um zu den wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen. Einer Rede, die vom Papst aus­drück­lich von die­sem Kar­di­nal gewollt wur­de.

Kas­per ver­tritt, wenn auch man­che nun stau­nen wer­den, weil sie bei der Ord­nung ihrer eige­nen Schub­la­den etwas durch­ein­an­der kom­men, die inner­kirch­li­che Lin­ke Mar­ti­nis, des ehe­ma­li­gen Erz­bi­schofs von Mai­land und Jesui­ten, wie auch Ber­go­glio einer ist. Eine Lin­ke, die den pro­te­stan­ti­schen Kir­chen des Nor­dens nach­ei­fert, und im Klar­text vor der Welt die Hosen her­un­ter­las­sen will. Tat­säch­lich exi­stie­ren die pro­te­stan­ti­schen Kir­chen nur mehr auf dem Papier und dank eines staat­li­chen Finan­zie­rungs­sy­stems. In Wirk­lich­keit haben sie längst Selbst­mord began­gen. Es sind nur mehr die Staa­ten und die Katho­li­sche Kir­che — was nur Mar­ti­nia­ner ver­ste­hen wer­den -, die sie noch am „Leben“ hal­ten, durch pro­to­kol­la­ri­sche Aner­ken­nung und Dia­log- und Gesprächs­gre­mi­en.

Aus die­sem Grund stürzt die Rede Kas­pers in der Pra­xis radi­kal um, was Jesus (Mt 5,32 und Mt 19,9) und die Kir­che immer gelehrt haben.

Mit dem Zugang der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen zu den Sakra­men­ten (der das gesam­te Lehr­amt, vor allem auch jenes von Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI.) kippt, wird fak­tisch die Abschaf­fung der Sün­de voll­zo­gen.

Was ist das für ein „Feldlazarett“, das Kranken einredet, gesund zu sein?

Was für ein „Feld­la­za­rett“ ist das aber, in dem die Kran­ken und Ver­letz­ten nicht behan­delt und geheilt wer­den, son­dern in dem ihnen vor­ge­gau­kelt wird, daß sie gesund sind? So wird uns armen Sün­dern nicht gehol­fen. So kre­pie­ren wir Sün­der näm­lich wirk­lich. Es ist, als wür­de das Gesund­heits­mi­ni­ste­ri­um alle Kran­ken per Gesetz für gesund erklä­ren. Was für eine Kosten­ein­spa­rung für Staat und Kran­ken­kas­sen und was für ein Betrug an den Men­schen.

Tat­säch­lich impli­ziert die Sicht­wei­se, zu der Kas­per und Kon­sor­ten die Kir­che drän­gen wol­len, die Nutz­lo­sig­keit des Buß­sa­kra­ments und sei­ner Abschaf­fung. War­um wird die Beich­te kaum genützt? Eine ein­fa­che Fra­ge, auf die man in vie­len Kir­chen­krei­se die Ant­wort pein­lich ver­mei­det. Weil das Sün­den­be­wußt­sein der Katho­li­ken durch Schon­kost bereits arg gelit­ten hat. Schon­kost, die ihnen von Kle­ri­kern und Theo­lo­gen ver­ab­reicht wur­de. Die Abschaf­fung der Sün­de ist der näch­ste „kon­se­quen­te“ Schritt.

Denn war­um soll­te man sich auf die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen beschrän­ken? Wäre das nicht eine unge­rech­te Lex ad per­so­nam, wie mir gera­de ein freund­li­cher ita­lie­ni­scher Gesprächs­part­ner in ande­rem Zusam­men­hang erklärt hat? Und was ist mit denen, die ein­fach wild zusam­men­le­ben? War­um soll­ten die beich­ten müs­sen, um die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on emp­fan­gen zu kön­nen? Und die ver­hei­ra­te­ten Män­ner und Frau­en, die einen Sei­ten­sprung began­gen haben? Ehe­bre­cher? Was für ein häß­li­ches Wort.

Entweder Kasper oder Jesus — Beides geht nicht

Die Bei­spie­le las­sen sich fort­set­zen. Die Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten des abschaf­fen­den Kas­per-Prin­zips sind geni­al gren­zen­los. Allen wird auf dem Amts­weg ver­ge­ben? Kas­per sagt es: „Jede Sün­de kann ver­ge­ben wer­den“. Er unter­schlägt aller­dings, daß es dazu der Reue und der Buße bedarf.

Im Gegen­satz zu Kas­per, sag­te Jesus aber: „Jede Sün­de und Läste­rung wird den Men­schen ver­ge­ben wer­den, aber die Läste­rung gegen den Geist wird nicht ver­ge­ben. Auch dem, der etwas gegen den Men­schen­sohn sagt, wird ver­ge­ben wer­den; wer aber etwas gegen den Hei­li­gen Geist sagt, dem wird nicht ver­ge­ben, weder in die­ser noch in der zukünf­ti­gen Welt (Mt 12,31f).

Was aber ist die­se Sün­de, die nicht ver­ge­ben wird? Im kon­kre­ten Fall: Die Ver­mes­sen­heit, zu mei­nen oder zu hof­fen, daß man ohne Ver­dien­ste geret­tet wird (praesump­tio), die Zurück­wei­sung der erkann­ten Wahr­heit (impug­na­tio veri­ta­tis agni­tae), das ver­stock­te Ver­har­ren in der Sün­de (obsti­na­tio) und die man­geln­de Reue bis zum Tod (impo­e­ni­ten­tia). Ist es aber nicht genau das, wozu Kas­per soeben mit einem brei­ten Lächeln im Gesicht auf­ge­for­dert hat?

Abschaffung der Hölle

Bei genau­em Hin­se­hen beläßt es Kas­per nicht, die Sün­de abzu­schaf­fen (und gleich­zei­tig die Beich­te). Er schafft auch die Höl­le ab. Er hat es in einem unbe­ach­tet geblie­be­nen Satz getan und wider­spricht auch damit dia­me­tral dem, was Jesus und die Kir­che immer gelehrt haben. Der Pur­pur­tä­ger sagt: „Es ist nicht vor­stell­bar, daß ein Mensch in ein schwar­zes Loch fal­len könn­te, aus dem Gott ihn nicht mehr her­aus­ho­len kann“. Was für eine Irr­leh­re. Die­ses „schwar­ze Loch“ gibt es und wie. Jesus spricht mit kla­ren Wor­ten davon: es ist die Höl­le. Wir kön­nen ent­schei­den, ob wir dort­hin gehen wol­len, mit allen Aus­re­den die­ser Welt. Gott kann uns, aus Respekt vor unse­rer Frei­heit, nicht gegen unse­ren Wil­len ret­ten.

Es ist sehr gefähr­lich, nicht an die Exi­stenz der Höl­le zu glau­ben. Es erin­nert an die Gau­ner und Ver­bre­cher, die vor jeder neu­en Straf­tat fest dar­an glau­ben wol­len, daß sie nicht erwischt wer­den. Was den Gau­nern blüht, ist aber nichts im Ver­gleich zur ewi­gen Ver­damm­nis. Die hei­li­ge Fausty­na Kow­alska, die in Sachen Barm­her­zig­keit wesent­lich kom­pe­ten­ter war als Kas­per, berich­tet in ihrem Tage­buch, wie sie auf mysti­sche Wei­se das Reich Satans schau­en konn­te und ent­deck­te dabei, daß „der Groß­teil der See­len, die sich dort befin­den, See­len sind, die nicht an die Exi­stenz der Höl­le glaub­ten“.

Wel­che Ver­ant­wor­tung laden Theo­lo­gen auf sich, die den Men­schen vor­gau­keln, es gäbe kei­ne Höl­le.

Die Jesuiten und Pascals Vorwurf

In der Kir­chen­ge­schich­te der Neu­zeit waren es die Jesui­ten, die vom gro­ßen Blai­se Pas­cal in der Mit­te des 17. Jahr­hun­derts beschul­digt wur­den, in einem dia­lek­ti­schen Spiel die Sün­de abge­schafft zu haben und zwar mit der Aus­re­de, dem Sün­der zu ver­ge­ben. Es lohnt sich, die Ankla­ge Pas­cals nach­zu­le­sen in einer Zeit, in der ein Jesu­it auf dem Papst­thron sitzt. In unse­rer Zeit sind sol­che Ideen näm­lich wie­der in Mode gekom­men.

Dar­an erin­ner­te der dama­li­ge Kar­di­nal Ratz­in­ger in sei­ner berühm­ten Rede vom 1. Sep­tem­ber 1990 in Rimi­ni:

„Des­we­gen kann man sagen, daß die heu­ti­ge Moral­dis­kus­si­on dazu neigt, den Men­schen von der Schuld zu befrei­en, indem alles so zurecht­ge­schnei­dert wird, daß die Bedin­gun­gen des Sün­di­gens für den Ein­zel­nen eigent­lich nie ein­tre­ten kön­nen. Das bis­si­ge Wort Pas­cals kommt einem in den Sinn: Ecce patres, qui tol­lent pec­ca­ta mun­di! (Seht, die Väter, die die Sün­de der Welt hin­weg­neh­men). Nach die­sen ‚Mora­li­sten“ gibt es ein­fach kei­ne Schuld mehr. Natür­lich ist die­se Art, die Welt von der Schuld zu befrei­en, all­zu bil­lig. Im Stil­len wis­sen die so befrei­ten Men­schen sehr genau, daß das alles nicht wahr ist, daß es Sün­de gibt, daß sie selbst Sün­der sind und daß es eine rea­le Art ihrer Über­win­dung geben muß.“

Bereits in einem frü­he­ren Buch kri­ti­sier­te Ratz­in­ger jenes „pela­gia­ni­sche Den­ken, laut dem im Grund der gute Wil­len des Men­schen genü­gen wür­de, um ihn zu ret­ten“.

Apro­pos Pela­gius: Ist es nicht Papst Fran­zis­kus, der mehr­fach von „Pela­gia­nern“ spricht, aller­dings in einem ganz ande­ren Zusam­men­hang?

Kar­di­nal Ratz­in­ger füg­te damals hin­zu: „In die­sem Licht bese­hen, war der Vor­wurf der Jan­se­ni­sten an die Jesui­ten, mit ihren Theo­rien das Jahr­hun­dert zum Unglau­ben zur füh­ren, nicht ganz unzu­tref­fend.“ Es gibt aller­dings nicht nur Karl Rah­ner, son­dern auch gesun­de Strö­mun­gen in der Gesell­schaft Jesu.

Papst Franziskus am Scheideweg

Papst Fran­zis­kus befin­det sich am Schei­de­weg. Auf der einen Sei­te geht es zum Abbruch der Kir­che, wohin ihn eine star­ke inner­kirch­li­che Frak­ti­on, Logen und welt­li­che Lob­bys drän­gen wol­len. Die inner­kirch­li­che Frak­ti­on scheint ihn auf den Stuhl des Petrus geho­ben zu haben und ihn als einen der Ihren zu betrach­ten.

Die Sache scheint ent­schie­den? Mit Blick auf die Kir­chen­ge­schich­te und die Ver­hei­ßun­gen Chri­sti den­ke (und hof­fe) ich, daß Papst Fran­zis­kus, wie alle Vor­gän­ger die ande­re Sei­te wäh­len wird, jene der Glau­bens­wahr­heit, der Ortho­do­xie und des Evan­ge­li­ums, die davor bewahrt, etwas an der Glau­bens­leh­re zu ändern und die den Haß der Welt pro­vo­ziert und manch­mal auch zum Mar­ty­ri­um führt. Bin ich naiv? Nein, ich ver­traue auf den drei­ei­n­i­gen Gott und die Für­spra­che der aller­se­lig­sten Got­tes­mut­ter Maria.

Text: Johan­nes Thiel
Bild: Wiki­com­mons

27 Kommentare

  1. Zitat:
    „Papst Fran­zis­kus befin­det sich am Schei­de­weg“
    Mag sein, dass dem so nicht (mehr) ist.
    Son­dern: Papst Fran­zis­kus berei­tet sich eben die­sen Weg, Schritt für Schritt, Tag um Tag seit sei­ner Wahl?
    Es gab Berich­te betref­fend den Tag sei­ner Wahl, wonach er selbst über eine mysti­sche Erfah­rung sprach, kurz bevor er die Wahl annahm. Von wel­cher Sei­te kam die­se mysti­sche Erfah­rung? Vom Licht oder von der dunk­len Sei­te?
    Bei Judas war es der Bis­sen, den er vom Herrn genom­men hat­te beim letz­ten Abend­mahl. Sei­ne letz­te Ent­schei­dung „am Schei­de­weg“. Danach fuhr Satan in ihn ein.… und er ging fort aus dem Abend­mahl­saal.

  2. Am Schei­de­weg? Wel­cher Schei­de­weg? Die­sem Papst konn­te es nicht schnell genug gehen mit dem Abbie­gen, bereits an jenem unse­li­gen Abend, als er das erste Mal auf der Log­gia des Peters­doms erschien und „Guten Abend“ brab­bel­te. Er ist bei der ersten Gele­gen­heit, die sich ihm bot abge­rauscht und zwar Rich­tung La Salet­te, machen wir uns doch nichts vor.

    • Nach einem gan­zen Jahr kann ich auch kei­nen Schei­de­weg mehr erken­nen. Der Weg ist schon seit 366 Tagen ein­ge­schla­gen und wird kon­se­quent ver­folgt.

    • Wie recht sie wie­der mal haben!! „Rom wird den Glau­ben ver­lie­ren“, sag­te die Mut­ter­got­tes in La Salet­te und wir haben dies vor Augen!

  3. Ich den­ke alles wird schlei­chend und mit einer gro­ssen Ver­wir­rung vor sich gehen, dass ist es des Teu­fels gröss­te Waf­fe, Ver­wir­rung und Ver­un­si­che­rung zu streuen.….Es wird wohl kein radi­ka­ler Wech­sel statt­fin­den, son­dern die Kir­che wird schlei­chend und mit Vor­wän­den der „Menschlick­eit“ umge­krem­pelt, ich hof­fe wir und vor allem die Geist­li­chen erken­nen die Wahr­heit, beten wir innigst zum Hei­li­gen Geist für die­se Erkennt­nis.

    • Sev! Das ist sehr gut gesagt. Mit eini­ger Sicher­heit wird es so ablau­fen, vor­be­halt­lich neu­er Aspek­te. Ich bin ein Opti­mist und for­mu­lie­re etwas locker: Der lie­be Gott hat immer ein As im Ärmel!

  4. Merk­wür­dig auch, wie aus­ge­rech­net mit Kar­di­nal Marx die „Opti­on für die arme Kir­che“ ver­kör­pert wer­den soll …

  5. „Tages­zei­tung der Ban­ken und der Finanz jubelt dem Papst der Armen zu“
    Ich erlau­be mir, hier auf mei­nen Arti­kel „Papst der Armen umarmt Wohl­stands­pre­di­ger“ hin­zu­wei­sen, in wel­chem es um die jüng­ste spon­tan­ö­ku­me­ni­sche Initia­ti­ve des Hl. Vaters gegen­über einer theo­lo­gi­schen Rich­tung geht, die jeg­li­cher Befrei­ungs­theo­lo­gie oder auch nur einem fran­zis­ka­ni­schen Armuts­ide­al dia­me­tral ent­ge­gen­steht.
    Alle lie­ben Papst Fran­zis­kus. Papst Fran­zis­kus liebt alle. Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel.

  6. Der wich­tig­ste Satz die­ses Bei­trags, der alles zum­men­fasst: Es riecht nach Betrug. Wenn die Fein­de der Kir­che Ber­go­glio ein­mü­tig beju­beln, dann gibt es nur zwei Mög­lich­kei­ten:
    1. Ent­we­der haben sie gute Grün­de dafür, die nie­mals für die Treue Ber­go­gli­os in Bezug auf die christ­li­che Wahr­heit spre­chen kön­nen, oder
    2. sie las­sen sich von Ber­go­glio täu­schen bzw. an der Nase her­um­füh­ren.
    Das Letz­te­re wäre die letz­te Hoff­nung der treu­en Katho­li­ken, die auch nur ein biss­chen das Evan­ge­li­um ken­nen und es ernst neh­men.
    Es braucht kei­ne wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en um zu wis­sen, dass sol­che Leu­te wie Scal­fa­ri genau hin­schau­en, bevor sie sich von jeman­dem begei­stern las­sen. Von Nai­vi­tät sol­cher Leu­te zu träu­men wäre fast ver­mes­sen und zugleich schlicht dumm. Somit bleibt nur die Mög­lich­keit 1. mit all ihren Kon­se­quen­zen…

  7. Nach­dem ich gestern gele­sen habe, dass Bischof Franz sich erst Johan­nes XXIV.nennen woll­te, über­kommt mich das ungu­te Gefühl, dass hier wie­der ein „weg­wei­sen­des“ Kon­zil in Vor­be­rei­tung ist…

    • Man kann auch unschwer erken­nen, dass Ber­go­glio vom Gesicht her Ron­cal­li sehr ähn­lich sieht. Beten wir dafür, dass es nicht noch so ein unse­li­ges Kon­zil geben wird, das die Kir­che ent­gül­tig in den Abgrund füh­ren wird. Die Zeit ist reif für ein zwei­tes triden­ti­ni­sches Kon­zil, das in der Kir­che wie­der Ord­nung schafft, wie damals das erste triden­ti­ni­sche Kon­zil.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

      • Soweit wird es nie kom­men. Denn gemäss den Pro­phe­zei­un­gen und vie­ler Seher, wird die ERDE — unser Pla­net — eine Wüste wer­den. Die Men­schen sind wahn­sin­nig gewor­den. Dazu passt die neue­ste Atom­bom­be, die EUROPA ab 2015 lagern will, und ab 2020 ein­satz­fä­hig sein soll. Also ist die KRIEGSGEFAHR abso­lut kon­kret. Dar­über hört man kein Wort aus dem Vati­kan und Herrn Ber­go­glio und es ist höschst­wahr­schein­lich, dass er bei dem näch­sten Tref­fen mit dem ober­sten Lüg­ner vom Dienst im Wei­ßen Haus des­sen Hän­de freund­lich schüt­teln wird. Bis dann kann die­ser Papst wie­der All­ge­mein­plät­ze ver­kün­den, sei­nen unge­stü­men Aktio­nis­mus über uns erge­hen las­sen. Da ist der Papst vol­le Pul­le, und immer mit einem Grin­sen und die Faust mit Dau­men nach oben gedreht.

  8. Aus obi­gem Bericht:
    Kas­per sagt es: „Jede Sün­de kann ver­ge­ben wer­den“. Er unter­schlägt aller­dings, daß es dazu der Reue und der Buße bedarf.

    Und hier nun liegt mein Pro­blem.
    Ich habe nur wenig bis kein­Ver­trau­en in Papst Fran­zis­kus.
    Abfäl­lig über ihn reden woll­te ich trotz­dem nicht, son­dern ein­fach abwar­ten.
    Doch auch nach einem Jahr der Gewöh­nung hat sich kein Ver­trau­en ein­ge­stellt.
    Nun habe ich mir über­legt, dass ich die­sen Umstand beich­ten könn­te.
    Aber ich kann doch nur etwas beich­ten, was ich bereue und bes­ser machen möch­te.
    Zu einem Gefühl des Ver­trau­ens kann ich mich doch nicht zwin­gen!

    • Abar­bei­ten. wir arbei­ten uns an Ber­go­glio nur ab. Dass er nichts zu bie­ten hat, war mir recht schnell klar. Das Armuts­ge­töns ist ja bil­li­ge Pro­pa­gan­da gegen die „bösen“ rei­chen Staa­ten. Dass die­se bei Ver­ar­mung ande­ren nicht hel­fen kön­nen, wird dabei glatt über­schla­gen. Auch die­se Fehl­be­set­zung muss die kir­che aus­hal­ten.

    • es geht mir genau­so. Ich möch­te auf kei­nen Fall in den Sedis­va­kan­tis­mus abglei­ten, aber ich habe ein seit dem ersten Augen­blick auf der Log­gia andau­ern­des Miß­trau­en. Ich ver­su­che das ein­fach irgend­wie aus­zu­sit­zen, und erfreue mich wäh­rend­des­sen an den vie­len vor­kon­zi­lia­ren Päp­sten, die mir so hei­lig sind. Mit einer Beich­te kann man Gefüh­le auch nicht aus­til­gen. Ich den­ke, Gefüh­le und Gedan­ken sind an sich noch kei­ne Sün­de — son­dern nur, wenn man genüß­lich dabei ver­harrt und womög­lich auch noch Früch­te zeugt wie z. B. üble Nach­re­de, Beschimp­fun­gen, unflä­ti­ges Spre­chen.

      • Andrea, Sie schrei­ben:
        „Gefüh­le und Gedan­ken sind an sich noch kei­ne Sün­de – son­dern nur, wenn man genüß­lich dabei ver­harrt und womög­lich auch noch Früch­te zeugt wie z. B. üble Nach­re­de, Beschimp­fun­gen, unflä­ti­ges Spre­chen.“

        Im Schuld­be­kennt­nis heisst es aber auch:
        „Ich habe gesün­digt in G e d a n k e n , Wor­ten und Wer­ken…“

        Ich glau­be, ich darf behaup­ten, noch nie wirk­lich abfäl­lig über Papst Fran­zis­kus gespro­chen und geschrie­ben zu haben.
        Also in Wor­ten und Wer­ken, bezüg­lich des Pap­stes, nega­tiv gehan­delt zu haben.
        Was aber immer noch bleibt, sind die nega­ti­ven Gedan­ken und Gefüh­le ihm gegen­über.
        Viel­leicht ist es doch ein­mal sinn­voll, mit einem guten Prie­ster dar­über zu spre­chen.

    • Mir ergeht es wie Ihnen, Mari­en­zweig, ich kom­me mit die­sem Papst ein­fach nicht klar. Ich ver­traue ihm nicht, ich schät­ze ihn nicht und der Bericht im ZDF hat mich vor Zorn auf die Pal­me gebracht. Ich habe Chri­stus selbst dar­um gebe­ten, mir zu ver­ge­ben, da ich auch die Beich­te hier nicht für den rich­ti­gen Weg hal­te. Ich sehe mich in einer Art inne­ren Emi­gra­ti­on, da ich nicht gegen das Amt des Pap­tes an sich mich wen­den möch­te.
      Ich bete für die Zukunft der Kir­che.

      • In die „inne­re Emi­gra­ti­on“ gehen — schlimm, wenn man das kon­sta­tie­ren muss.
        Aber Sie haben recht!
        Es ist eine Mög­lich­keit, mit den Umstän­den klar­zu­kom­men, wie sie nun ein­mal sind.
        Doch bleibt uns der Besuch der Hl. Mes­se.
        Wir haben teil­wei­se (immer noch) gute Prie­ster, die uns hel­fen, unse­ren Glau­ben zu ver­tie­fen.
        Regel­mä­ßi­ge Exer­zi­ti­en und das Lesen guter Bücher reli­giö­sen Inhalts — wir müs­sen uns also selbst auf den Weg machen.

        Ver­trau­en wir auf Jesus Chri­stus, der ver­spro­chen hat, bei uns zu sein bis zum Ende der Welt.
        Ich hof­fe aller­dings, dass ER Sei­ne Kir­che noch wie­der­erkennt, wenn es soweit ist.

        Beten wir also für die Zukunft der katho­li­schen Kir­che und all´ ihre Glie­der!
        Mögen es vie­le Beter wer­den!

        • @ Mari­en­zweig

          Sie sagen es: man muss sich selbst auf den Weg machen. Aber leicht ist das nicht.

          Ihre Skru­pel kann ich jedoch nicht nach­voll­zie­hen — es steht nir­gends geschrie­ben, dass man ange­sichts eines fal­schen, destruk­ti­ven Hir­ten, der den Leib Chri­sti schän­det mit sei­ner Füh­rung bzw. Nicht-Füh­rung, auch noch selbst­quä­le­risch jedes Wort wägen müss­te. Da liegt die Petrus­bru­der­schaft eben nun mal total falsch!

          Sie wis­sen so gut wie jeder erfah­re­ne Mensch, dass die aller­mei­sten Men­schen sach­be­zo­ge­ne, aber schar­fe Kri­tik bereits als „Abwer­tung“ auf­neh­men, also im Sin­ne einer nar­ziss­ti­schen Krän­kung wer­ten.
          Damit offen­ba­ren sie aber ihr Des­in­ter­es­se an der Sache. Sie wol­len es nur jedem recht machen und nie­man­den ver­let­zen. Es geht nur um das Ich-ich-ich und kei­nes­wegs mehr um den wah­ren Glau­ben und sei­ne unver­äu­ßer­li­chen Prin­zi­pi­en.
          Der Böse, dem man wider­spricht, ist aber dafür bekannt, dass er sogar ruck­zuck ver­letzt ist — schnel­ler als jeder anstän­di­ge Mensch. Das ist mei­ne jahr­zehn­te­lan­ge Erfah­rung: der, der am eng­sten und into­le­ran­te­sten ist, lässt kei­nen har­ten Dis­kurs zu. War­um? Weil er dann ent­larvt wür­de! Also wird der Kri­ti­ker dämo­ni­siert und zum Super­sün­der abge­stem­pelt!
          Es genügt, etwas Fal­sches, das der Papst sagt oder tut, auch als Falsch­heit zu ben­nen und sofort gehen die Roll­lä­den her­un­ter: gegen den Papst darf man nichts sagen! (Die­sel­ben Leu­te, die da so emp­find­lich sind, hat­ten aber kei­ner­lei Pro­ble­me, gegen­über häre­ti­schen Bischö­fen schar­fe Töne vor­zu­brin­gen).

          Das ist schi­zo­phren: bezieht sich die not­wen­di­ge und abso­lut uner­bitt­li­che Kri­tik am Bösen, das durch Päp­ste prä­sen­tiert wird, auf den Papst oder auf das Böse, das er sagt und tut?
          Ich wür­de als ver­nünf­ti­ger, logisch den­ken­der Mensch sagen: natür­lich auf das Böse und Fal­sche, was er sagt oder tut — nicht auf ihn per­sön­lich oder gar als Amts­in­ha­ber!

          Es kann sich daher auch das umge­kehr­te Gewis­sen­pro­blem stel­len: Habe ich aus Anse­hen der Per­son Dei­ne Wahr­heit ver­ra­ten, lieb­ster Herr Jesus?

          Ver­ges­sen Sie nicht auf Palma­ro, den kürz­lich Ver­stor­be­nen, oder auf Prof. de Mattei, die von einem gewis­sen Radio­sen­der raus­ge­schmis­sen wur­den, weil ihre Kri­tik, die mehr als berech­tigt ist in der Sache (!!!), angeb­lich nicht mehr ver­tret­bar, also eine Sün­de sei.

          Wer klar denkt und klar kri­ti­siert, stößt allein schon des­we­gen die mei­sten vor den Kopf, weil er nicht wischi­wa­schi redet.

          Katho­lisch heißt aber: klar sein!

          • Das Fal­sche, oder was wir für falsch erach­ten, auch falsch zu nen­nen, das ist schon rich­tig und auch not­wen­dig.
            In erster Linie sind wir Jesus Chri­stus ver­pflich­tet, IHM wol­len wir fol­gen.
            Noch vor weni­gen Jah­ren haben Medi­en und die Pro­gres­si­ven Papst Bene­dikt auf sehr ver­let­zen­de Wei­se ange­fein­det. Die glei­chen Leu­te jubeln jetzt Papst Fran­zis­kus zu.
            Fällt ihm das nicht auf? Ist ihm das denn gar nicht pein­lich?
            Ich habe gro­ße, sehr gro­ße Pro­ble­me mit Fran­zis­kus, spü­re kei­ne Lie­be, kein Ver­trau­en und hof­fe doch noch kind­lich naiv, es möge nicht gar so schlimm kom­men, wie es hier so häu­fig kom­men­tiert wird.
            Oft den­ke ich: Wie denkt wohl Gott über Papst Fran­zis­kus? Wie mag ER den Stell­ver­tre­ter Sei­nes Soh­nes bewer­ten?
            So wie wir?
            Wir wis­sen aber auch: Sei­ne Gedan­ken sind nicht unse­re Gedan­ken!

          • Lie­be Mari­en­zweig, ich plä­die­re hier für Ver­nunft, für ratio — ver­zei­hen Sie mir! Es geht nicht um Gefüh­le, die sich bei mir ein­stel­len oder nicht, son­dern dar­um, ob F. oder sonst ein Hir­te die Leh­re der Kir­che ver­kün­det und mutig bekennt und durch­setzt inner­halb und außer­halb der Kir­che! Wenn jemand etwas ande­res ver­kün­det als das, was die Kir­che immer gelehrt hat, dann war es noch bis vor kur­zem Urteil der Kir­che: anathe­ma sit („Er sei im Bann!“).
            Es geht hier also nicht um unse­re wan­kel­mü­ti­gen und kurz­sich­ti­gen Gefüh­le, die sich auf­grund von was auch immer for­mie­ren, son­dern es geht um objek­ti­ve Aus­sa­gen und Gesten.
            Wenn ich F. kri­ti­sie­re, dann geht es mir immer und aus­schließ­lich um die­se objek­ti­ve Ebe­ne.
            Ich den­ke übri­gens, dass es dar­um auch all den andern Kri­ti­kern geht. Die Kri­tik an F. kann ange­sichts sei­ner schwer­wie­gen­den Ent­glei­sun­gen zwangs­läu­fig nur hart aus­fal­len. Es ist ein­fach hart, was er sich lei­stet.
            Ver­su­chen Sie, von der rei­nen Gefühls­ebe­ne auf die der ruhi­gen und logi­schen Ver­nunft­tä­tig­keit zu kom­men, und Sie wer­den auch bes­ser ein­schät­zen kön­nen, ob Sie hier etwas „falsch“ machen (weils ja der Papst ist!) oder ob es nicht eher falsch wäre, zu igno­rie­ren, wel­chen Mann wir da an der Spit­ze ertra­gen müs­sen.
            M.E. müss­ten Sie sich fra­gen, war­um Sie ihm nicht ver­trau­en. Wenn Ihre Ant­wort ratio­nal ist und im Ein­klang mit der Leh­re steht, haben Sie sich doch nichts vor­zu­wer­fen!

  9. Vie­len Dank für die­sen sehr stim­mi­gen Arti­kel.

    Er legt den Fin­ger auf die wohl zen­tra­le Pro­ble­ma­tik die­ses Pon­ti­fi­ka­tes: die Über­la­ge­rung, das Ungleich­ge­wicht von (de fac­to berech­tig­ter) Gesell­schafts­kri­tik auf der einen — bei Ver­harm­lo­sung der per­so­na­len Sün­de auf der ande­ren Sei­te.

    Des­halb doch der gan­ze Jubel: die Welt meint zu wit­tern, dass es ihr leicht(er) gemacht wird. Ist es doch ungleich leich­ter, in den Chor der Gesell­schafts­kri­tik mit ein­zu­stim­men und die Lage der Armen die­ser Welt zu bedau­ern, als bei sich selbst zu begin­nen und zu ver­su­chen, als Sün­der trans­pa­rent vor Gott und so auch vor sich selbst zu wer­den. Aber nur dies letz­te­re gehört in jedem Fall zum Glau­ben, zum Glau­ben der Hl. Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che; erste­res hin­ge­gen kann eben­so gut poli­tisch kor­rek­te Pseu­do-Moral sein – und ist es heu­te auch zum grö­ße­ren Teil.

    Als Holz­schnitt-Bei­spiel: der „sat­te Bür­ger“, der zur gänz­li­chen Beru­hi­gung sei­nes (bit­te: sich selbst genü­gen­den!) Gewis­sens ger­ne für die Drit­te Welt spen­det. Er wird der erste sein, der sich über Fran­zis­kus‘ „arme Kir­che für die Armen“ freut: darf er so doch beru­higt den Blick von der eige­nen Sünd­haf­tig­keit abwen­den (was ihm – so er denn katho­lisch ist – auch der hei­mat­li­che Pfar­rer meist nicht all­zu schwer machen wird) und ihn den „Armen die­ser Welt“ zuwen­den, wie er sie in den Nach­rich­ten prä­sen­tiert bekommt. Vol­ler Beha­gen an der eige­nen spen­da­blen Wohl­an­stän­dig­keit, über­kommt ihn Rüh­rung, wenn er die­sen Papst sieht, der ihm im wesent­li­chen Recht zu geben scheint.

    Was hier vor­geht, ist es nicht Ver­hal­tens­phä­no­men einer medi­en­ge­steu­er­ten Gesell­schaft, in der Sinn für Wahr­heit und Wirk­lich­keit gern mit poli­tisch kor­rek­ten Welt­bil­dern ver­tauscht wird?

    Wirk­lich­keit aber beginnt für jeden bei sich selbst: das (objek­ti­ve) Ver­hält­nis des Ein­zel­nen, der See­le zu Gott ist es, wel­ches die Optik für die Wirk­lich­keit ein­stellt und bestimmt, ob der Blick ver­zerrt bleibt oder aber immer kla­rer und wahr­haf­ti­ger wird. (Die „alte“ Kir­che wuss­te das. Erst der „Gemein­schafts­kult“ der letz­ten 50 Jah­re hat über­se­hen, dass Gemein­schaft per se kei­ne Qua­li­tät ist, die zum Glau­ben führt oder ihn mehrt; dass umge­kehrt nur der wah­re Glau­be des je Ein­zel­nen zu ech­ter Gemein­schaft führt – die sich dann aller­dings nicht in Händ­chen­hal­ten und Rin­gel­rei­hen um den „Altar“ bekun­det.)

    „Poli­ti­cal cor­rect­ness“ hin­ge­gen wird heu­te nicht nur immer deut­li­cher zum Sur­ro­gat sub­stan­ti­el­ler Moral; sie ist die von den Medi­en zuge­schlif­fe­ne (Zerr-)Brille, durch die der „Nor­mal­bür­ger“ — lei­der oft auch der gleich­ge­schal­te­te „Katho­lik“ — meint der Wirk­lich­keit begeg­nen zu müs­sen.

    Ob der Papst also mit sei­ner „armen Kir­che für die Armen“ nicht eher die­se poli­tisch kor­rek­te, medi­en­kon­for­me Optik bedient, statt den wahr­haf­ti­gen Blick des Glau­bens?
    Ja, tat­säch­lich: „Es beschleicht einen das Gefühl, an der Nase her­um­ge­führt zu wer­den.“

  10. Ber­goglos Gere­de lang­weilt nur noch. Ich neh­me es nur noch en pas­sant gele­gent­lich zur Kennt­nis.

  11. „Die Sache scheint ent­schie­den? Mit Blick auf die Kir­chen­ge­schich­te und die Ver­hei­ßun­gen Chri­sti den­ke (und hof­fe) ich, daß Papst Fran­zis­kus, wie alle Vor­gän­ger die ande­re Sei­te wäh­len wird, jene der Glau­bens­wahr­heit, der Ortho­do­xie und des Evan­ge­li­ums, die davor bewahrt, etwas an der Glau­bens­leh­re zu ändern und die den Haß der Welt pro­vo­ziert und manch­mal auch zum Mar­ty­ri­um führt. Bin ich naiv?“ —

    Vie­len Dank an den Autor für die­se sehr zutref­fen­de Ana­ly­se — ein­schließ­lich der der eige­nen Nai­vi­tät am Schluss. Denn, lie­ber Herr Thiel, Ihre voll­kom­men zutref­fen­de Beschrei­bung der Schi­zo­phre­nie des Fran­zis­kus, lässt kei­ner­lei Hoff­nung dar­auf zu, dass er nach einem inzwi­schen ein gan­zes Jahr lang schon fal­schen Weg eine Voll­brem­sung machen und umkeh­ren könn­te.
    Und vom fal­schen Weg aus plötz­lich aus­zu­bre­chen ins freie Feld wie die Hel­den in einem Kino­film, um durchs Gstrüpp wie­der auf den rech­ten Weg zu finden…ja, auch so etwas kommt mal vor, aber es ist sel­ten, extrem sel­ten und müss­te auch mit einer kla­ren, zumin­dest gei­sti­gen Umkehr gesche­hen. Andern­falls wäre es ein trieb­ge­steu­er­tes „Ich-kann-so-nicht-mehr-wei­ter“ ohne wei­te­re gei­sti­ge Begrün­dung und führ­te nur in neue Irrun­gen…
    Sie sehen, ich bin nicht so opti­mi­stisch. Auch sehe ich die Vor­gän­ger­päp­ste in wesent­lich düste­re­rem Licht. Ihre Eska­pa­den und Teu­fe­lei­en wir­ken nur in der bergoglio’schen Fin­ster­nis nun noch wie hel­le Ster­ne. Im Licht der Leh­re aber sind auch sie Toten­grä­ber der Kir­che in der Ago­nie: selbst der hoch­in­tel­li­gen­te Bene­dikt XVI., den ich sehr schätz­te des­we­gen, war nicht imstan­de, ehr­lich zuzu­ge­ben, dass es zwi­schen kla­ren Wider­sprü­chen kei­ne „Kon­ti­nui­tät“ geben kann. Er war unehr­lich, auch hin­sicht­lich der Erschei­nung von Fati­ma, und dies an den Schlüs­sel­stel­len — was nüt­zen dann all die guten schö­nen ande­ren Reden?

    Die Ver­hei­ßung Chri­sti gilt nicht dem Papst direkt, son­dern in der Tat der Kir­che! Chri­stus baut die Kir­che auf den „Fel­sen“, aber dass die Pfor­ten der Höl­le sie nicht über­wäl­ti­gen wer­den — das liegt wahr­lich nicht an Petrus (das sagt die Ver­hei­ßung über­haupt nicht!), son­dern am Ende nur an IHM, IHM, und noch mal IHM, weil die Kir­che Sein Leib ist und Er sie liebt als „Sein Eigen­tum“, als „sich selbst“, — nicht, weil die Men­schen dar­in alles qua Amt zwangs­läu­fig rich­tig­ma­chen müss­ten. Es gibt den bösen Wil­len. Es gibt auch Judas, der genau­so erwählt war wie alle ande­ren. Und er war nicht als „Über­flüs­si­ger“ von Anfang an erwählt, son­dern als Gelieb­ter und aus eige­nem Wil­len Ver­lo­re­ner. Für ihn muss­te ein Ersatz erwählt wer­den.
    Das kann auch am Ende für Petrus gel­ten…

    • Zeit­schnur: Sie kom­men der Wahr­heit sehr nahe. Es geht um die Kir­che und es geht um unse­re See­len. Chri­stus ist Sie­ger, in allen Zei­ten. Es geht um uns. Wem wen­den wir uns zu? Las­sen wir uns ver­blen­den oder behal­ten wir in unse­rem Glau­ben den kla­ren Blick auf unse­ren Erlö­ser Jesus Chri­stus? Und das gilt für jeden ein­zel­nen, auch für die rang­ho­hen Mit­glie­der unse­rer Hei­li­gen Mut­ter Kir­che.
      Das ist hier die Fra­ge.

    • Ber­go­gio hat kei­nen Ein­fluss auf die, die im glau­ben sind. Dafür ist sei­ne Dar­stel­lung über­haupt nicht geeig­net. Sei­ne Sprü­che sind uns fremd. Sein insze­nier­ter Kult pein­lich.
      Er ist ein Ärger­nis auf dem Stuhl Petri. Das neh­me man zur Kennt­nis.

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