Die Verantwortung des Petrus im Gender-Zeitalter? — Zwei Vorbilder

Die Verantwortung des Petrus im Gender-Zeitalter(Rom) Wel­che Ver­ant­wor­tung hat der Papst als Nach­fol­ger des Apo­stels Petrus im Zeit­al­ter der Gen­der-Ideo­lo­gie zu tra­gen? Mit die­ser Fra­ge beschäf­tigt sich die katho­li­sche Histo­ri­ke­rin und Publi­zi­stin Cri­sti­na Sic­car­di.

Zwei päpstliche Vorbilder für den Papst

von Cri­sti­na Sic­car­di

Zwei Päp­ste, die in beson­de­rer Wei­se den Sinn der Ver­ant­wor­tung des Petrus spür­ten, waren der hei­li­ge Inno­zenz I.(401–417) und der hei­li­ge Gre­gor der Gro­ße (590–604). Das lit­ur­gi­sche Geden­ken fällt für bei­de auf den 12. März. Für den Ersten im Neu­en Ritus und für den Zwei­ten im Alten Ritus.

Die Barbaren von gestern und von heute

Was ver­ste­hen wir unter der Ver­ant­wor­tung des Petrus? „Ganz Euro­pa ist in der Hand der Bar­ba­ren… und den­noch suchen die Prie­ster noch immer für sich selbst und schmücken sich mit neu­en und welt­li­chen Titeln der Über­heb­lich­keit!“. Die­se Wor­te stam­men von Gre­gor dem Gro­ßen, einem der größ­ten Päp­ste der Geschich­te, der sich der gan­zen Ver­ant­wor­tung bewußt war, die ihm das Amt des Petrus auf­er­leg­te und dem sich ein Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden zu stel­len hat. Heu­te wie gestern scheint ganz Euro­pa in der Hand von Bar­ba­ren, heu­te wie damals wol­len sie die christ­li­chen Wur­zeln zer­stö­ren. Die Bar­ba­ren von heu­te töten sogar die noch nicht ein­mal gebo­re­nen Kin­der (weil sie weder den Wert des Lebens noch eine über sie hin­aus­ge­hen­de Zukunft begrei­fen), sie töten die Lei­den­den (weil sie das Leben weder als Kreuz­weg noch die Mög­lich­keit eines Wun­ders begrei­fen), und sie ver­brei­ten gera­de unter den unschul­di­gen Kin­dern durch zer­set­zen­de, staat­lich ver­ord­ne­te Schul­pro­gram­me die dämo­ni­sche Gen­der-Theo­rie.

Dramatisches Herrenwort

Wie könn­te der Papst unse­rer tra­gi­schen Zeit die­sen Schläch­tern und Men­schen­schin­dern ent­ge­gen­tre­ten? Sicher nicht mit der „Gewis­sens­frei­heit“.

Jesus sag­te: „Töch­ter Jeru­sa­lems, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kin­der! Denn es kom­men Tage, da wird man sagen: ‚Wohl den Frau­en, die unfrucht­bar sind, die Mut­ter­schö­ße, die nicht gebo­ren und die Brü­ste, die nicht gestillt haben‘. Dann wird man zu den Ber­gen sagen: ‚Stürzt auf uns!‘, und zu den Hügeln: ‚Deckt uns zu!‘ Denn wenn das mit dem grü­nen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dür­ren Holz wer­den?“ (Lukas 23,18–31).

Gregor der Große verhandelte da die staatliche Macht versagte

Im Ange­sicht der Bar­ba­ren von damals, han­del­te der hei­li­ge Gre­gor der Gro­ße ver­ant­wor­tungs­be­wußt. Das noch heid­ni­sche Volk der Lan­go­bar­den war 586 aus der Pan­no­ni­schen Tief­ebe­ne als Erobe­rer in das damals ost­rö­mi­sche Ita­li­en ein­ge­drun­gen. Der Kle­rus floh oder wur­de gefan­gen­ge­nom­men. „Mit mei­nen eige­nen Augen habe ich die Römer gefes­selt mit einem Seil um den Hals gese­hen, wie sie fort­ge­bracht wur­den, um als Skla­ven ver­kauft zu wer­den.“

Da die staat­li­che Auto­ri­tät abwe­send war, bemüh­te sich der Papst, einen Frie­den zwi­schen der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung und den Erobe­rern zu schlie­ßen. Bemü­hun­gen, die Kai­ser Mau­ri­ki­os im fer­nen Kon­stan­ti­no­pel ablehn­te. Der Kai­ser beschul­dig­te den Papst der Untreue gegen­über dem (Ost-)Römischen Reich und der Sinn­lo­sig­keit sei­ner Ver­su­che. Der Papst ant­wor­tet mit einem Schrei­ben, in dem er dem Kai­ser emp­fahl, sich vor schlech­ten Rat­ge­bern zu hüten, die ihn zu umge­ben schie­nen: „Ita­li­en wird jeden Tag mehr zur Gefan­ge­nen unter dem Joch der Lan­go­bar­den gemacht, und wäh­rend man mei­ner Argu­men­ta­ti­on nicht glaubt, wach­sen die Kräf­te der Fein­de immer mehr.“ Der Papst setz­te als eini­zi­ge von den Lan­go­bar­den aner­kann­te Auto­ri­tät die Ver­hand­lun­gen fort und konn­te für die Bevöl­ke­rung gute Ergeb­nis­se erzie­len.

Entschlossene Mission der Germanen

Doch Gre­gor der Gro­ße war an vie­len Fron­ten aktiv. Er mis­sio­nier­te unter den ger­ma­ni­schen Völ­kern und konn­te vie­le vom alten Hei­den­tum abbrin­gen. In weni­ger als zwei Jah­ren bekehr­ten sich 10.000 Angel­sach­sen ein­schließ­lich ihres Königs Ethel­bert von Kent. Auch die Lan­go­bar­den lie­ßen viel­fach vom Aria­nis­mus ab und wur­den katho­lisch dank der Unter­stüt­zung, die der Papst in der ein­fluß­rei­chen Lan­go­bar­den­kö­ni­gin Theu­de­lin­de (598–626) fand, einer Toch­ter des Her­zogs der bereits katho­li­schen Bai­ern.

Der Gregorianische Gesang

Der Schrift­ver­kehr und die Pre­dig­ten des hei­li­gen Gre­gor bele­gen sei­nen her­vor­ra­gen­den Bil­dungs­grad, sei­ne gründ­li­che Vor­be­rei­tung und sei­ne viel­fäl­ti­gen Akti­vi­tä­ten, unter denen die Neu­ord­nung der Römi­schen Lit­ur­gie und beson­ders die Gre­go­ria­ni­schen Gesän­ge her­vor­ste­chen. Die Iko­no­gra­phie stellt ihn häu­fig mit einer Tau­be auf der Schul­ter dar, wäh­rend die Tra­di­ti­on (über­lie­fert vom lan­go­bar­di­schen Intel­lek­tu­el­len am Hof Karls des Gro­ßen, Paul Warne­fried, bes­ser bekannt als Pau­lus Dia­co­nus) berich­tet, daß der Papst, sei­ne Gesangs­dik­ta­te an einen Mönch mit lan­gen Pau­sen alter­nier­te. Der neu­gie­rig gewor­de­ne Mön­che schau­te hin­ter die Sicht­blen­de, die ihn vom Papst trenn­te, um zu sehen, was er denn wäh­rend der lan­gen Pau­sen mache. Da sah er das Wun­der: eine wei­ße Tau­be, der Hei­li­ge Geist, saß auf der Schul­ter des Pap­stes und dik­tier­te ihm die Gesän­ge ins Ohr.

Innozenz I. und die Plünderung Roms

Auch der hei­li­ge Inno­zenz I. ver­tei­dig­te das Papst­tum und die Chri­sten­heit. Sein Eifer ist bezeugt durch die zahl­rei­chen Brie­fe, die er den ver­schie­de­nen Bischö­fen schrieb, die ihrer Bedeu­tung wegen von sei­nen Nach­fol­gern zum festen Bestand­teil des päpst­li­chen Lehr­am­tes gemacht wur­den. 410 bela­ger­ten die West­go­ten unter ihrem König Ala­rich die Stadt Rom, erober­ten und plün­der­ten sie. Wie der spät­an­ti­ke Histo­ri­ker Oro­si­us berich­tet, ließ Gott die­se „letz­te Stra­fe“ als der Papst Rom ver­las­sen hat­te zu, um das sünd­haf­te heid­ni­sche Trei­ben vie­ler Römer zu stra­fen. Wie die Kir­chen­vä­ter Augu­sti­nus und Hie­ro­ny­mus über­lie­fern, bedeu­te­te die Erobe­rung und die Plün­de­rung der Stadt tat­säch­lich nicht das Ende der päpst­li­chen Auto­ri­tät und der Kir­che, son­dern deren Stär­kung.

Ein West­go­te, aber bereits Christ, drang in eine Domus eccle­si­a­sti­ca ein und ver­lang­te nach den Kir­chen­schät­zen. Eine alte, gott­ge­weih­te Jung­frau zeig­te sie ihm. Über deren Men­ge und Pracht war er ganz außer sich. Nach­dem die gott­ge­weih­te Jung­frau sie ihm gezeigt hat­te, füg­te sie jedoch hin­zu: „Das sind die hei­li­gen Kult­ge­gen­stän­de des Petrus, dem die­ses Haus unter­steht. Nimm sie, wenn du den Mut hast. Du bist für das ver­ant­wort­lich, was du tust. Da ich sie nicht ver­tei­di­gen kann, wage ich sie auch nicht zurück­zu­hal­ten.“ Der West­go­te, so Oro­si­us, der „mäch­tig“, aber auch „Christ“ war, wur­de von sol­cher Got­tes­furcht befal­len und beein­druckt vom Glau­ben der gott­ge­weih­ten Jung­frau, daß er Ala­rich um Anwei­sun­gen fra­gen ließ. Die­ser erteil­te den Befehl, daß alle Kult­ge­gen­stän­de des Petrus, des Für­sten der Apo­stel, von den Chri­sten in des­sen Basi­li­ka gebracht wer­den durf­ten und die Jung­frau Chri­sti und die ande­ren Chri­sten, die sich anschlie­ßen woll­ten, sogar zu ihrem Schutz von sei­nen Krie­gern eskor­tiert wer­den soll­ten.

Der rettende Triumphzug der Christenheit

Da die nicht näher beschrie­be­ne Domus eccle­si­a­sti­ca, wahr­schein­lich ein frü­hes Klo­ster, weit weg vom Peters­dom lagen, muß­te die gan­ze Stadt durch­quert wer­den. So bot sich, wie Oro­si­us schreibt, ein ganz außer­ge­wöhn­li­ches Bild. Die Chri­sten teil­ten die Kult­ge­gen­stän­de, die sie aus allen Kir­chen hol­ten, auf und brach­ten sie in einem lan­gen Zug, beschützt von den Schwer­tern ihrer Angrei­fer unter Gebet und Gesän­gen in den Peters­dom. Gleich­zei­tig brach­ten sie dadurch auch sich selbst in Sicher­heit. Aus allen Orten, wo sie sich vor den Fein­den ver­steckt hat­ten, kamen sie her­vor. Auch vie­le Hei­den schlos­sen sich dem Zug an, um ihr Leben zu ret­ten und die Chri­sten erlaub­ten es ihnen.

Die Schil­de­rung der schreck­li­chen Erobe­rung und Plün­de­rung der Stadt Rom wur­de dadurch auf wun­der­ba­re Wei­se zu einem sicht­ba­ren öffent­li­chen Tri­umph der Chri­sten über die Hei­den. Dem Chri­sten­gott hat­ten die Men­schen ihr Leben zu ver­dan­ken, weil sie im Schutz des Peters­doms die drei­tä­gi­ge Plün­de­rung über­stan­den.

Aus den Leben der bei­den hei­li­gen Päp­ste wird deut­lich, daß in ihrem Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein, ein gött­li­ches Man­dat aus­zu­üben, die Ver­tei­di­gung des Glau­bens und der Braut Chri­sti immer an erster Stel­le stand und daß sie nie­man­dem, auch nicht den Bar­ba­ren es erlaub­ten, den Glau­ben und die Kir­che mit Füßen zu tre­ten.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Ter­ra Cri­stia­na

14 Kommentare

  1. Im „Syl­labus“ von Papst Pius IX. aus dem Jah­re 1864 wird auch fol­gen­de fal­sche The­se ver­ur­teilt:
    -
    „80. Der Römi­sche Bischof kann und soll sich mit dem Fort­schritt, mit dem Libe­ra­lis­mus und mit der moder­nen Kul­tur ver­söh­nen und anfreun­den.“
    -

  2. (…) „Aus dem Leben der bei­den hei­li­gen Päp­ste wird deut­lich, daß in ihrem Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein, ein gött­li­ches Man­dat aus­zu­üben, die Ver­tei­di­gung des Glau­bens und der Braut Chri­sti immer an erster Stel­le stand und daß sie nie­man­dem, auch nicht den Bar­ba­ren es erlaub­ten, den Glau­ben und die Kir­che mit Füßen zu tre­ten.“
    Glas­klar beschreibt Cri­sti­na Sic­car­di mit ihren abschlie­ßen­den Sät­zen die Bedeu­tung des Petrusam­tes und das dar­aus sich ablei­ten­de Han­deln.
    Der Papst „übt ein gött­li­ches Man­dat“ aus. Die­ses Man­dat ist ihm über­tra­gen, ver­lie­hen wor­den von unse­rem Herrn, er hat es nicht aus eige­ner Kraft erwor­ben. Es ist ihm ver­lie­hen wor­den, um den Glau­ben zu ver­tei­di­gen und die Kir­che.
    Wir müs­sen ertra­gen, dass Päp­ste inzwi­schen nicht nur nicht den Glau­ben und die Kir­che ver­tei­di­gen, son­dern dass sie ihn und die Kir­che wie einst die Bar­ba­ren mit Füßen tre­ten.
    Wenn ich „teil­wei­se“ ein­fü­gen wür­de, um den Satz abzu­mil­dern, wäre er schon unlo­gisch, falsch. Man kann den geof­fen­bar­ten Glau­ben nicht teil­wei­se leug­nen, nicht teil­wei­se mit Füßen tre­ten, ohne ihn ins­ge­samt zu zer­stö­ren. Auch das Ver­schwei­gen kommt nicht sel­ten dem Leug­nen gleich.
    Wenn die Bischö­fe, wenn die Prie­ster öffent­lich schwei­gen, dann müs­sen die Lai­en allein ihre Stim­me erhe­ben. Mario Palma­ros Stim­me ist durch sei­nen Tod ver­stummt, wir hören wei­ter Rober­to de Mattei, Cri­sti­na Sic­car­di, um die bei­den zu nen­nen.
    Mein Dank geht nicht zuletzt an Giu­sep­pe Nar­di. Der uns durch sei­ne Über­set­zun­gen aus dem Ita­lie­ni­schen davor bewahrt, dass wir nicht nur dem gei­stig-geist­li­chen Elend unse­rer „deut­schen Kir­che“ aus­ge­lie­fert sind. Es gibt noch katho­li­sche Intel­lek­tu­el­le, die den Glau­ben und die Kir­che kom­pe­tent öffent­lich ver­tei­di­gen, auch wenn man sie in Deutsch­land mit der Lupe nicht aus­fin­dig machen kann.
    Dass ich die Macher von der „Tages­post“ oder dem „Vati­can-maga­zin“ nicht als sol­che betrach­te, möge man mir nach­se­hen.
    Dass ich weder die deut­sche Home­page der Petrus­bru­der­schaft noch die der Pius­bru­der­schaft in die­sem Zusam­men­hang erwäh­ne, eben­falls.

    • Zeit­los:
      Ich ver­ste­he nicht ganz, die Home­page der FSSPX mel­det sich doch des öfte­ren rechts­gläu­big zu sol­chen The­men. Und wenn es schon nicht auf der 1. Sei­te steht: Der Inter­es­sier­te kann Mit­tei­lungs­blät­ter bezie­hen oder her­un­ter­la­den und dort wird für mei­ne Begrif­fe ein­deu­tig im Sin­ne der ewi­gen Leh­re der Kir­che über sol­che The­men reflek­tiert.

      Oder habe ich Sie falsch ver­stan­den?

      • @Austria

        Bezüg­lich Home­page und Mit­tei­lungs­blatt sehe ich dies gen­aus.

        Den ent­spre­chen­den Kri­ti­kern und Kri­ti­ke­rin­nen soll­te doch ein­leuch­ten, dass die FSSPX wohl weder über die per­so­nel­len noch finan­zi­el­len Res­sour­cen ver­fügt, einen Publi­ka­ti­ons­rhyth­mus ana­log der online-Por­ta­le zu betrei­ben. Glück­li­cher­wei­se gib’s dazu im deutsch­spra­chi­gen Raum jetzt Katholisches.info (…das von ihnen hof­fent­lich auch regel­mä­ßig finan­zi­ell unter­stützt wird !).

        Jeden­falls ist die „nicht vir­tu­el­le Kund­schaft“ der Kapel­len den Prie­stern sicher dank­bar, dass sie ihre Zeit in erster Linie für die Seel­sor­ge sur place auf­wen­den, statt sich im Netzdschun­gel zu ver­lie­ren.

  3. Nach­trag:
    Natür­lich haben wir auch in Deutsch­land noch Katho­li­ken, die öffent­lich dem Gen­der-Wahn, der Zer­stö­rung der Fami­lie, dem herr­schen­den Zeit­geist wider­spre­chen.
    Doch sie kön­nen in der Regel nicht mehr den Zusam­men­hang her­stel­len mit dem Ver­sa­gen der Kir­che. Dahin­ter steckt eine falsch ver­stan­de­ne Papst-Rom-Treue.
    Gera­de das Ver­sa­gen der Kon­zils- und Nach­kon­zil­späp­ste mit dem Spit­zen­rei­ter Ber­go­glio ruft gera­de danach, dass uns die gro­ßen, die hei­li­gen Päp­ste vor Augen gestellt wer­den. Damit uns die Maß­stä­be nicht völ­lig ver­lo­ren­ge­hen.

    • @Zeitlos
      „Doch sie kön­nen in der Regel nicht mehr den Zusam­men­hang her­stel­len mit dem Ver­sa­gen der Kir­che.“
      Ja,ja. Genau so ist das. Das der Geg­ner von innen kommt ist für die mei­sten unvor­stell­bar.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

  4. Sehr schö­ner Bei­trag, vie­len Dank!

    Was auf­fällt, ist, daß bei­de Päp­ste an der Ver­brei­tung des Glau­bens, inso­fern er eine fest­ste­hen­de Dok­trin, ein aus­drück­li­ches und heil­wir­ken­des Bekennt­nis, ist, inter­es­siert waren.

    Sie gin­gen also zu den „exi­sten­zi­el­len Rän­dern“, oder wie das heu­te heißt, um dort „Klar­text“ zu spre­chen. Kar­di­nal K. wür­de hier von „par­r­he­sia“ spre­chen (wenn­gleich auch lei­der in einer inver­sen Bedeu­tung).

    Offen­sicht­lich hat das auch gar nicht so schlecht funk­tio­niert. Die Her­ren Ger­ma­nen haben es sich immer­hin zu Her­zen genom­men.
    Viel­leicht soll­te Papst Fran­zis­kus auch den heu­ti­gen Hei­den, Bar­ba­ren und Aposta­ten ein­mal aus­drück­lich und unzwei­deu­tig sagen, wor­um es geht. Wir wür­den viel­leicht sogar gro­ße Bekeh­run­gen erle­ben.

  5. Ein sehr guter Bei­trag zur rech­ten Zeit, dass soll hei­ßen:
    JEDER, wirk­lich jeder ist ange­hal­ten, mit wachem Geist (aus dem Glau­ben) & Ver­stand hin­zu­schau­en und hin­zu­hö­ren, was im Vati­kan geschieht und was die Hierarchie/der Kle­rus dem Volk „ver­kün­det“!
    Jene, die Wei­he und Amt inne haben, um das Volk zu * leh­ren-lei­ten-hei­li­gen *, haben die­se das rech­te Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein hier­zu?

    Mei­ne Wahr­neh­mun­gen las­sen sich so zusam­men­fas­sen (beruf­li­che Tätig­keit im kirch­li­chen Bereich):
    — misu­se of aut­ho­ri­ty
    — com­pro­mi­se of truth

    Es kann vor­kom­men, dass:
    Der Amts­in­ha­ber (Kle­ri­ker) übt sei­ne Lei­tungs­ver­ant­wor­tung zuwenig/schlecht/nicht aus oder setzt die­se gar miss­bräuch­lich wider bes­se­rem Wis­sen ein. Auch Vet­tern­wirt­schaft — ganz unge­niert; bewirkt einen Kar­rie­re­schritt für „den einen“ und den Raus­schmiss für einen ande­ren, Fol­gen auf der Ebe­ne des Gemein­wohls einer Orga­ni­sa­ti­on.

    Der Kom­pro­miss ist aller Orten anzu­tref­fen. Es wird buch­stäb­lich das Wort bzw. die Sache ver­dreht, der eige­nen Denk­hal­tung pas­send gemacht durch Zurecht-Schön­re­den, usw. Damit erhal­ten die Fak­ten ein ande­res Aus­se­hen, eine ande­re Bedeu­tung und wir­ken somit ent­spre­chend „anders“ auf das Nach­fol­gen­de bzw. invol­vier­te Per­so­nen.
    Ver­seucht — ich hab‘ nur mehr die­ses Wort.

    Das ste­te Gebet zum hl. Geist um die Gabe der Unter­schei­dung ist unent­behr­lich. Ich bin über­zeugt, dass, wer mit Gott­ver­trau­en und demü­tig im Gebet um Licht bit­tet, nicht in die Irre gehen oder in Fin­ster­nis gera­ten wird.
    Die Zei­ten erfül­len sich.

    @ Zeit­los
    Ich stim­me Ihrer Aus­sa­ge im Nach­trag zu, beson­ders der falsch ver­stan­de­nen „Papst-Rom-Treue“.
    ———-

    Bene­dikt XVI. hat in einer sei­ner letz­ten Reden deut­lichst gegen den Gen­de­ris­mus Stel­lung genom­men. Was hat P. Fran­zis­kus bis­her dazu gesagt?

  6. @ Austria
    Ver­ste­hen Sie mich bit­te nicht falsch: Ich bezich­ti­ge die FSSPX nicht der Ver­brei­tung von Häre­si­en. Ich muss aller­dings beto­nen: Zur Glau­bens­ver­kün­di­gung gehört auch die War­nung vor den Glau­ben gefähr­den­den Auf­fas­sun­gen bis hin zu Häre­si­en.
    In die­ser Hin­sicht wird die FSSPX mehr und mehr ein Aus­fall. Eine fun­dier­te Kri­tik an dem Zer­stö­rungs­werk der Kir­che, das in Rom in die End­pha­se geht, fin­det nicht mehr statt.

    Aber auch, was das geist­li­che Leben anbe­trifft: Jetzt ist Fasten­zeit, der Blick auf das Kreuz wäre ange­sagt, die Kreuz­weg­an­dach­ten müss­ten im Mit­tel­punkt ste­hen. Nicht im Mit­tei­lungs­blatt März 2014, in das ich aller­dings nur online einen Blick gewor­fen habe. Der (zu) jun­ge Distrik­t­o­be­re lädt zur Betrach­tung des Rosen­kran­zes ein, die sowie­so das gan­ze Jahr statt­fin­det und stellt den hl. Joseph in den Mit­tel­punkt. Für die mei­sten deut­schen Bischö­fe spielt das Erlö­sungs­ge­sche­hen kei­ne Rol­le und für den jun­gen deut­schen Distrik­t­o­be­ren der FSSPX ist es auch nicht der Rede wert. Und das in der Fasten­zeit!

    Das zeigt: Auf Dau­er kann die katho­li­sche Kir­che nicht ohne einen Papst leben, der den katho­li­schen Glau­ben ver­tei­digt, zusam­men mit den Bischö­fen. Ohne Papst, ohne Bischö­fe, gehen auch Prie­ster­ge­mein­schaf­ten ihren Son­der­weg, kön­nen den Reich­tum des katho­li­schen Glau­bens nicht mehr wei­ter­ge­ben.
    Doch wir haben Ber­go­glio auf dem Stuhl Petri und die „deut­sche Kir­che“ wird von Pater Lan­gen­dör­fer SJ und Kar­di­nal Marx regiert. Eine Unter­ord­nung wäre Selbst­mord.
    In die­ser Situa­ti­on bin ich Kath.info dank­bar, dass hier katho­li­sche Intel­lek­tu­el­le zur Spra­che kom­men, die noch die Wei­te der katho­li­schen Tra­di­ti­on reprä­sen­tie­ren.

  7. Zeit­los:
    Es hat mE Ende letz­ten Jah­res eine sehr kri­ti­sche Abhand­lung über das Pon­ti­fi­kat von F.ranziskus von Bischof Fel­lay gege­ben, die auch auf der Web­sei­te ver­öf­fent­licht wur­de.

    Aber ich gebe Ihnen Recht, die Mit­tei­lungs­blät­ter in den letz­ten 5 Jah­ren waren viel scho­nungs­lo­ser in ihren Abhand­lun­gen über den Nie­der­gang, beson­ders in Deutsch­land und ich ver­mis­se auch gera­de in die­ser End­zeit bei­ßen­de­re Ana­ly­sen.

    Aber es kann auch sein, daß die­se „Zurück­hal­tung“ Aus­fluß einer Weis­heit, einer Stra­te­gie ist, die durch­aus im Sin­ne unse­ren ewi­gen Kir­che ist, daher bin ich hier mit Kri­tik sehr vor­sich­tig. Man kann jedoch sagen, daß das Pfarr­le­ben — zumin­dest in mei­ner Gemein­de der Bru­der­schaft — 100% katho­lisch ist in die Leh­re und der Glau­be unver­fälsch gelebt wird, zumin­dest nach mei­nem Dafür­hal­ten. Gera­de die Früch­te — eine wahr­haft unver­krampf­te, dyna­mi­sche und katho­li­sche Jugend — spre­chen für sich.. Sicher, bei allen Nach­tei­len durch die Iso­lie­rung, das Werk des Erz­bi­schofs ist der ein­zi­ge Licht­strahl durch kal­te, fin­ste­re Nacht.

  8. Nach­trag:
    Das fällt mir ein, lesen Sie doch bit­te die Kirch­li­che Umschau (KU), in die­ser Monats­zei­tung wird wirk­lich sehr poin­tiert und wis­sen­schaft­li­che Wei­se Glau­bens­the­men ana­ly­siert, mE wird der Nie­der­gang hier nicht ver­heim­licht, son­dern scho­nungs­los und seri­ös ana­ly­siert. Ich bin ganz begei­stert von die­ser Zeit­schrift, deren monat­li­ches Erschei­nen kaum erwar­ten kann!

    • @Austria
      Die KU lese ich auch. Sie ist nach mei­ner Mei­nung die beste katho­li­sche Monats­zeit­schrift.
      Das ändert aber nichts dar­an, dass ich fürch­te, dass die FSSPX weit unter das Niveau von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re gefal­len ist. Nicht nur, was die fun­dier­te Kri­tik an Rom betrifft, son­dern auch in Bezug auf das geist­li­che Leben.
      Man kann nicht ver­lan­gen, dass Nach­fol­ger das Cha­ris­ma des Erz­bi­schofs haben oder sein Selbst­wert­ge­fühl. Bischof Fel­lay war als Neu­prie­ster sofort sus­pen­diert, als Bischof sofort exkom­mu­ni­ziert. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re konn­te von sei­nem kirch­li­chen Wer­de­gang her auf Augen­hö­he mit den römi­schen Auto­ri­tä­ten spre­chen.
      Den­noch besteht die Pflicht, dem Grün­der treu zu blei­ben. Und es ist prie­ster­li­che Pflicht, die Gläu­bi­gen vor Irr­tü­mern zu war­nen. Ich den­ke nicht, dass Prie­ster das Recht haben, die­se Pflicht den Gläu­bi­gen gegen­über bei­sei­te zu legen.

      • zeit­los:
        Ich ver­ste­he Sie nun, so den­ke ich. In Trau­er ver­ste­he ich Sie. Aber wir haben sonst nichts in die­sem schlim­men Zustand. Auch wenn die­se Bru­der­schaft (fast zwangs­läu­fig) „ver­blaßt“ — man ver­zei­he mir die­se Wor­te — ist sie doch die ein­zi­ge Zuflucht.
        Beten wir, daß die­ses Ret­tungs­boot nicht sinkt!
        Zumin­dest an mei­nem Ort, das stel­le ich mit Freu­de fest, ist die­ses Ver­blas­sen (noch) nicht sicht­bar. Weit und breit ist die­se Kir­che neben unse­rem Haus der ein­zi­ge Ort, an dem ich mei­ne Kin­der gut auf­ge­nom­men sehe. Das Umfeld in Schu­le, Kin­der­gar­ten, Freun­des­kreis, Hei­mat­pfar­re wird zuneh­mend uner­träg­lich.
        Beten wir um Stär­kung und Erhalt der Bru­der­schaft, so wie es die Inten­ti­on im Rosen­kranz­kreuz­zug von FSSPX ist!

      • Sie spre­chen es an — die berech­tig­te Kri­tik an Rom, in Pre­dig­ten und Vor­trä­gen der Obe­ren der FSSPX, ist einer ins Auge sprin­gen­den Zurück­hal­tung gewi­chen!

Kommentare sind deaktiviert.