Kardinal Kaspers Revolution — „Aber bitte, nennt es nicht Revolution“

Walter-Kasper-und-seine-Revolution(Rom) In den kom­men­den Tagen erscheint in Ita­li­en das Buch „Evan­ge­li­um der Fami­lie“ von Kar­di­nal Wal­ter Kas­per. Es wird den voll­stän­di­gen Text der Eröff­nungs­an­spra­che beim Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um ent­hal­ten. Es kann, trotz anfäng­lich anders­lau­ten­den Behaup­tun­gen, kei­nen ver­nünf­ti­gen Zwei­fel geben, daß die Ver­öf­fent­li­chung und Ver­brei­tung der „revo­lu­tio­nä­ren“ Rede von Anfang an geplant war. Der blo­ße Hin­weis auf eine ent­spre­chen­de Ankün­di­gung des Her­der-Ver­lags und Aus­sa­ge von Kar­di­nal Rein­hard Marx („Das wird man nicht geheim­hal­ten kön­nen“) soll genü­gen. Den­noch wirft Kas­per der Tages­zei­tung „Il Foglio“ erbost vor, daß sie mit der Erst­ver­öf­fent­li­chung und dem dazu ver­öf­fent­lich­ten Kom­men­tar des Histo­ri­kers Rober­to de Mattei den Papst sabo­tie­ren woll­te (sie­he Was Gott ver­eint, kann auch Kas­per nicht tren­nen – Ver­such einer para­do­xen Kul­tur­re­vo­lu­ti­on in der Kir­che). „Die wol­len die Dis­kus­si­on been­den. Der Papst aber will eine offe­ne Dis­kus­si­on“, so der Kar­di­nal.  Zu den „hei­ßen The­men“ des Buches, so Radio Vati­kan (ita­lie­ni­sche Redak­ti­on) gehört auch die Fra­ge der Wie­der­zu­las­sung wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on. Kar­di­nal Kas­per ver­tei­digt frei­mü­tig sei­ne The­sen. Die Kir­che müs­se einen „Mit­tel­weg“ zwi­schen der „Pra­xis der Mehr­heit“ und der Leh­re der Kir­che fin­den. Um das zu errei­chen brau­che sie einen „Aus­weg“.

Phil­ip­pa Hit­chen führ­te mit Kar­di­nal Kas­per ein Inter­view für Radio Vati­kan, dar­in ver­tei­digt der deut­sche Kar­di­nal sei­ne Vor­schlä­ge. „Evan­ge­li­um der Fami­lie“, so der Titel des Buches, aber auch der Titel sei­nes Refe­rats. Es war das Mot­to des Kon­si­sto­ri­usm und wird wahr­schein­lich auch das Mot­to der Bischofs­syn­ode sein, und der Stich­wort­ge­ber für die Deu­tung ist Kar­di­nal Kas­per. Der Titel bedeu­te, so Kas­per, „daß Gott das Wohl der Fami­lie will und daß die Fami­lie von Gott gegrün­det ist vom Anfang der Schöp­fung an: es ist die älte­ste Insti­tu­ti­on der Mensch­heit“. Jesus Chri­stus habe die Fami­lie „geschätzt“ und „sie zum Sakra­ment erho­ben und das will sagen, daß die Lie­be zwi­schen dem Mann und der Frau in die Lie­be Got­tes inte­griert ist. Des­halb ist sie ein Sakra­ment.“ Die Kir­che müs­se die­se „Rea­li­tät“ heu­te neu stär­ken, in einer Zeit, in der es eine Kri­se der Fami­lie gibt“. Es brau­che der Hil­fe der Kir­che, denn „die gro­ße Mehr­heit der jun­gen Men­schen will eine Fami­lie, will eine sta­bi­le Bezie­hung für das gan­ze Leben. Das Glück der Men­schen hängt auch vom fami­liä­ren Leben ab“. Doch nach die­ser „kon­ser­va­ti­ven“ Ein­lei­tung kommt Kar­di­nal Kas­per auf sein eigent­li­ches Anlie­gen zu spre­chen.

Hit­chen: Sie schla­gen ein tole­ran­te­res Her­an­ge­hen an Fami­li­en in Schwie­rig­kei­ten vor, ohne die unauf­lös­li­che Natur des Ehes­kra­ments zu leug­nen: Was schla­gen Sie genau vor?

Kas­per: Ich schla­ge einen Weg jen­seits von Stren­ge und Lax­heit vor. Es ist selbst­ver­ständ­lich, daß die Kir­che sich nicht nur an den Sta­tus quo anpas­sen kann, den­noch müs­sen wir einen Mit­tel­weg fin­den, der der Weg der tra­di­tio­nel­len Moral der Kir­che war. Ich erin­ne­re vor allem an den Hei­li­gen Alfons von Ligu­o­ri, der die­sen Weg zwi­schen den bei­den Extre­men woll­te, und die­sen müs­sen wir auch heu­te fin­den. Das ist auch der Weg des Hei­li­gen Tho­mas von Aquin in sei­ner Sum­ma Theo­lo­gi­ca, wes­halb ich mich mit mei­nem Vor­schlag in guter Gesell­schaft befin­de. Er ist nicht gegen die Moral, er ist nicht gegen die Leh­re, son­dern viel­mehr für eine rea­li­sti­sche Anwen­dung der Leh­re auf die aktu­el­le Situa­ti­on der gro­ßen Mehr­heit der Men­schen und um zum Glück der Men­schen bei­zu­tra­gen.“

Hit­chen: „Sie spre­chen vom Abgrund zwi­schen der aktu­el­len Leh­re der Kir­che und der Pra­xis vie­ler Katho­li­ken. Eini­ge geben die Schuld Grup­pen, die eine aggres­si­ve Poli­tik gegen die tra­di­tio­nel­le Vor­stel­lung von Fami­lie betrei­ben…

Kas­per: Es ist klar, daß es Per­so­nen und Grup­pen gibt, die ein poli­ti­sches Inter­es­se gegen die Fami­lie haben: das ist klar. Aber die Kir­che wur­de immer ange­grif­fen, in ihrer gan­zen Geschich­te. Es gibt aber nicht nur die­se ideo­lo­gi­schen und poli­ti­schen Inter­es­sen. Es gibt auch öko­no­mi­sche Pro­ble­me, Pro­ble­me, die die Arbeits­be­din­gun­gen betref­fen und die heu­te sehr schwer­wie­gend sind. Die Lebens­be­din­gun­gen in der Gesell­schaft haben sich sehr geän­dert und vie­le haben Schwie­rig­kei­ten, ihr Pro­jekt zum Glück zu ver­wirk­li­chen. Die Mehr­heit der jun­gen Men­schen aber will eine sta­bi­le Bezie­hung, eine sta­bi­le Fami­lie, aber es gelingt ihnen nicht. Und die Kir­che ihrer­seits muß den Men­schen hel­fen, die sich in Schwie­rig­keit befin­den.

Hit­chen: „Sie zie­hen einen Ver­gleich mit der Art, mit der das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil eine wirk­li­che Revo­lu­ti­on in die öku­me­ni­schen und inter­re­li­giö­sen Bezie­hun­gen gebracht hat, ohne das Lehr­amt der Kir­che zu leug­nen. Sind Sie daher Opti­mist, daß die Syn­ode über die Fami­lie die­sel­be Art von Revo­lu­ti­on brin­gen wird?

Kas­per: Ich wür­de nicht von Revo­lu­ti­on spre­chen, son­dern viel­mehr von einer Ver­tie­fung und einer Ent­wick­lung, weil die Leh­re der Kir­che ein Fluß ist, der sich ent­wickelt und so hat sich auch die Ehe­leh­re ent­wickelt. So den­ke ich, daß der der­zei­ti­ge Schritt ein ähn­li­cher Schritt wie jener des Kon­zils ist, wo es Posi­tio­nen der Römi­schen Kurie gegen die Öku­me­ne und gegen die Reli­gi­ons­frei­heit gab. Das Kon­zil hat die ver­bind­li­che Leh­re bewahrt – und auch hier will ich die ver­bind­li­che Leh­re bewah­ren – aber es hat einen Weg gefun­den, um jene Fra­gen zu über­win­den und zwar einen Aus­weg. Und genau den müs­sen wir heu­te auch suchen. Und so han­delt es sich nicht um etwas Neu­es, son­dern um eine Erneue­rung der kirch­li­chen Pra­xis, die immer not­wen­dig und mög­lich ist.

Hit­chen: Ihre Rede an die Kar­di­nä­le soll­te ver­trau­lich blei­ben, statt des­sen ist sie an die Pres­se gelangt und hat eine Debat­te ent­facht…

Kas­per: Aber ja, es ist not­wen­dig eine Debat­te zu haben, und in Wirk­lich­keit habe ich es mir auch erwar­tet und habe es auch dem Papst gesagt: Anfangs wird es eine Debat­te geben. Und der Papst hat gesagt: „In Ord­nung. Wir wol­len eine Debat­te. Wir wol­len kei­ne Kir­che, die schläft. Wir wol­len eine leben­di­ge Kir­che.“ Das ist nor­mal. Aber es war kein Geheim­do­ku­ment. Ein Text in der Hand von 150 Per­so­nen kann nicht geheim blei­ben, das wäre unrea­li­stisch und uto­pisch. Daher habe ich gedacht, den Text zu ver­öf­fent­li­chen und es wur­de mir gesagt, daß ich frei bin, ihn zu ver­öf­fent­li­chen. Was aber eine ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung gemacht, also ihn ohne Geneh­mi­gung zu ver­öf­fent­li­chen, ist gegen das Gesetz. Mei­nes Erach­tens haben sie auf die­se Wei­se den Wil­len des Pap­stes sabo­tiert. Sie wol­len die Dis­kus­si­on been­den, wäh­rend der Papst eine offe­ne Dis­kus­si­on in der Syn­ode will. Dann wird das Ergeb­nis von der Syn­ode und vom Papst abhän­gen. Ich habe einen Vor­schlag gemacht, so wie der Papst es von mir gewünscht hat, und dann wird man sehen, wie die Dis­kus­si­on in den bei­den näch­sten Jah­ren wei­ter­geht.

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Secretum meus mihi

38 Kommentare

  1. „Die Kir­che müs­se einen „Mit­tel­weg“ zwi­schen der „Pra­xis der Mehr­heit“ und der Leh­re der Kir­che fin­den. Um das zu errei­chen brau­che sie einen „Aus­weg“.“
    Na klar müß­te ihr einen „Mit­tel­weg“ fin­den. Macht doch aus dem “ Ja oder Nein“ zu Chri­stus ein stand­haf­tes „Jein“. Ein fle­xi­bles und stän­dig kor­ri­gier­ba­res „Jawohl als Auch“ ist der Glau­be die­ser Welt und der lau­en Katho­li­ken. Führt die­sen Glau­ben zur „Offen­ba­rung des Johan­nes“ dazu und die Zeit wird sich schnel­ler erfül­len als ihr in Rom in die Ret­tungs­boo­te „sprich Beicht­stüh­le“ sprin­gen könnt.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Die Mei­nung die­ses Theo­lo­gen gehört in den Müll. Er macht die Kir­che zum Spiel­ball der Belie­big­keit oder direkt gesagt zum Nar­ren­haus.

  2. Also Kaspar(l) erin­nert mit sei­nen Ant­wor­ten an einen Poli­ti­ker, den die schaf­fen es auch mit lan­gen Geschwa­fel NICHTS aus­zu­sa­gen und in einen Satz Ja und Nein zu einen The­ma zu sagen. Aber er hat Recht mit die­sen Satz:
    „Aber die Kir­che wur­de immer ange­grif­fen, in ihrer gan­zen Geschich­te“ nur konn­te die Kir­che Got­tes unse­res Herrn die­sen angrif­fen stand­hal­ten weil sie eben die Eine, Hei­li­ge, Katho­li­sche und Apo­sto­li­sche Kir­che Got­tes unse­res Herrn wahr. Sie ist aber durch das VK II in eine Nicht Eini­ge, nicht Hei­li­ge, nicht Katho­li­sche und nicht apo­sto­li­sche Glau­bens­ge­mein­schaft mutiert!! Und der wah­re Fein­de befin­det sich nicht so wie frü­her außer­halb die­ser son­dern er sitzt mit­ten in ihr.
    11 Mai 2010 Papst Bene­dikt XI in Fati­ma:
    „Die größ­te Ver­fol­gung der Kir­che kommt nicht von den äuße­ren Fein­den, son­dern erwächst aus der Sün­de in der Kir­che“

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • Der Herr Kas­per hat lei­der nicht nichts gesagt, son­dern dass die Leh­re im Fluss sei. Er hat auch von einem Mit­tel­weg gespro­chen. Wer Mit­tel­we­ge begeht, macht sich von der Lage der Weg­rän­der abhän­gig. Das ist das Gegen­teil vom Weg der Kir­che, die für sich sel­ber weiß, wo es lang geht.

  3. Die Theo­lo­gie K. Kas­pers ist tief im II. Vati­ca­num ver­wur­zelt. ( Eine ech­te Kaper — Theo­lo­gie eben) Das mit der Revo­lu­ti­on stimmt schon. Ich glau­be es war Kar­di­nal Sue­nes, der das Kon­zil als
    „1789 der Kir­che “ bezeich­net hat. Wie bei der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on, geht auch heu­te in der Kir­che alles drun­ter und drü­ber. Eines hat sich aber geän­dert! Damals waren die Jako­bi­ner die Ver­fol­ger, heu­te ver­fol­gen die Bischö­fe selbst die treu­en Prie­ster und Ordens­leu­te! (Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta) Ca ira! Les pretres a‘ la later­ne!

  4. Das stän­di­ge Grin­sen die­ses Kar­di­nals ist äußerst merk­wür­dig…

    • Mit ihrem Rus­sen­bashing und ihrer Het­ze gegen Putin erweist sich der deut­sche Katho­li­zismsus als heuch­le­ri­scher Kriegs­trei­ber.

      • Die wol­len halt unbe­dingt auf der Gewin­ner­sei­te ste­hen und beden­ken nicht, dass ihnen das in der Ver­gan­gen­heit auch nicht gera­de bekom­men ist und es, davon mal ganz abge­se­hen, um die Wahr­heit gehen soll­te, nicht dar­um, dass als Wahr­heit zu ver­brei­ten, was gera­de oppor­tun ist.

      • aber ganz sicher! Vor­sicht vor die­sem gefähr­li­chen Mann. Scha­de dass der Papst ihn als Aller­welts­men­tor erko­ren hat.Dieser Kir­chen­mann sieht nur sein eige­nes Pro­fil-für mich ein sehr auf­schluss­rei­ches Zei­chen für sei­ne Abbruch­tä­tig­keit-um mit Wor­ten der seli­gen Anna Katha­ri­na Emme­rich zu reden-ist:er kann die Erha­ben­heit der Hl. Lit­ur­gie-to thei­on-nicht aushalten,da läuft er davon-so wie ein Geiz­hals nie ein fei­nes Restau­rand betre­ten wird.
        von wegen: „Lachen“:wehe, die ihr jetzt lacht-ihr wer­det weinen!Gott schen­ke die­ser unse­rer aller armen See­len Reue und Umkehr.

        • Helft den Gläu­bi­gen. Neue Wege wagen. das tut Not. Die­se Kir­chen­ob­rig­keit hat jeden Respekt ver­lo­ren.

  5. „Ein Text in der Hand von 150 Per­so­nen kann nicht geheim blei­ben..“
    Wie­so denn das nicht? Natür­lich ist das mög­lich, auch bei tau­send Per­so­nen. Es sind doch nicht über­all sol­che Plau­der­ta­schen beschäf­tigt. In einem Unter­neh­men muss man auch ver­trau­li­che Infor­ma­tio­nen als sol­che behan­deln. Und Prie­ster müs­sen geübt sein im Schwei­gen (Stich­wort. Beicht­ge­heim­nis). Wie­so wird hier von Anfang an tief gesta­pelt?

  6. Mich inter­es­siert nicht die „Pra­xis der Mehr­heit“, ver­ehr­ter Kar­di­nal Kas­per. Mich inter­es­siert auch nicht wer wie und wo sei­ne Sün­den mit Zucker­guß auf­hüb­schen will, mit Ihrer Hil­fe und mit der Hil­fe des San­ta Mar­ta Dau­er­ga­stes, ver­ehr­ter Kar­di­nal Kas­per. Ihre Gymnstik­übun­gen inter­es­sie­ren auch nicht Gott, den Herrn, denn der hat alles, wirk­lich alles bereits in einem Buch namens „Bibel“ dar­ge­legt, ohne wenn und aber, glas­klar und für jeden ver­ständ­lich, der sich die Mühe macht, es zu lesen. Und ich kann Ihnen sagen, ver­ehr­ter Kar­di­nal Kas­per, das was Sie so blu­mig als „Glück der Men­schen“ titu­lie­ren kommt dort gar nicht vor. Was ist das also für eine „leben­di­ge Kir­che“, die in Rom so gewollt wird? Eine in der die Päp­ste immer hei­li­ger wer­den, die Kir­chen immer lee­rer wer­den, und in der Gott, der Herr und sei­ne ewi­ge Wahr­heit aus dem Weg geräumt wer­den, weil sie dem „Pro­jekt zum Glück“ im Wege ste­hen? Ist das noch katho­lisch? Ist das über­haupt noch irgend­wie christ­lich???

  7. Wie oft ich mich inzwi­schen wie­der­ho­le, muss mir egal sein: Die Revo­lu­ti­on begann 1962. Johan­nes XXIII. hat sie ein­ge­läu­tet mit sei­ner Eröff­nungs­an­spra­che am Beginn des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils: Die Kir­che wol­le nur noch die „Arz­nei der Barm­her­zig­keit“ rei­chen, kei­ne Ver­ur­tei­lun­gen mehr aus­spre­chen. Die Irr­tü­mer erle­dig­ten sich nach einer Genera­ti­on von selbst, war sein nicht nach­voll­zieh­ba­rer nai­ver Fort­schritts­glau­be. In 1 1/2 Mona­ten ist er mit dem kor­anküs­sen­den Assi­si-Papst Johan­nes Paul II. ein hei­li­ger Papst.
    Die „Kas­per-Revo­lu­ti­on“ hät­te es nicht geben kön­nen ohne die Gro­ße Revo­lu­ti­on von 1962 — 1965. Die dem­nächst hei­lig­ge­spro­chen wird. Denn dar­um geht es bei den Hei­lig­spre­chun­gen der bei­den Päp­ste.
    Ob Gläu­bi­ge wür­dig oder unwür­dig die hl. Kom­mu­ni­on emp­fan­gen, ist für die „Kon­zils­kir­che“ eh unin­ter­es­sant. Es inter­es­siert weder die Mehr­heit der Bischö­fe noch die Mehr­heit der Prie­ster. Wir kom­men sowie­so allen in den Him­mel. Von daher ist die „Kas­per-Revo­lu­ti­on“ nicht auf­re­gend.

    Ich hät­te mir nicht vor­stel­len kön­nen, dass unse­re katho­li­sche Kir­che einen sol­chen Tief­stand errei­chen wür­de. Wobei das Ende noch nicht erreicht ist.

  8. „…Ich schla­ge einen Weg jen­seits von Stren­ge und Lax­heit vor…“ Naja, die­sen Weg kann er ja dann sicher bald mal mit den Hei­li­gen John Fisher und Tho­mas Morus diskutieren…Diese und vie­le ande­re sind sicher für den kirch­li­chen „Mit­tel­weg“ des Card. gestorben…So ein theo­lo­gisch frag­wür­di­ges und gefähr­li­ches Geplap­per. Gibt es den kei­nen mehr, der öffent­lich mal Gegen­po­si­ti­on bezieht? Wo sind die Kar­di­nä­le Bur­ke, Ran­jith, Mül­ler, etc. ?

    • Nein! Lie­ber Lau­ren­ti­us, das ist gar kein Katho­lo­zis­mus mehr! Da ist Apost­asie!
      Sei­ne Emi­nenz erin­nert mich an einen Poli­ti­ker. Er redet lan­ge ohne was zu sagen, er schreibt viel ohne das ihn jemand ver­steht, er kas­siert hohe Beträ­ge und scha­det der Kir­che, wie die deut­schen Poli­ti­ker unse­rem Vater­land. Bei sol­chen Emi­nen­zen und Deka­den­zen kann eigent­lich kein katho­li­scher Papst mehr her­aus kom­men. (Mensch­lich gese­hen) Aber der Hei­li­ge Geist wir dun sei­nen Hir­ten nach dem Her­zen Got­tes sen­den, allerd­sings erst, wenn wir Ihn ver­die­nen! Neh­men wir Fati­ma sehr ernst! Beten wir täg­lich den Rosen­kranz! Hal­ten wir den den 1. Sams­tag im Monat als Her Mariae Süh­ne Sams­tag! Wir wis­sen zwar nicht was noch alles kommt. Am Ende aber wird Mari­ens unbe­fleck­tes Herz tri­um­phie­ren!

      • Apost­asie und sonst nichts. Wir brau­chen eine Alter­na­ti­ve. Die­se Kir­che ist nicht mehr die Kir­che Chri­sti. sie hat ihren Auf­trag ver­ra­ten !

        • Sie haben recht! Die­se Per­so­nen haben sich, durch Ihre Apost­asie, aus der Kir­che ausgeschlossen.Die Kir­che besteht wei­ter als die
          hei­li­ge und makel­lo­se Braut des Herrn, ohne Run­zeln und Feh­ler!

  9. Es ist augen­schein­lich, dass Kar­di­nal Kasper’s theo­lo­gi­sche Kaprio­len zur Ein­däm­mung von welt­li­cher Kri­tik und Miss­bil­li­gung gedacht sind; also der Welt zumin­dest nicht miss­fal­len zu wol­len. Kein Ver­gleich zu Beken­ner­kar­di­nä­len wie Kar­di­nal Rafa­el Mer­ry del Val — unter dem hl. Papst Pius X. Kar­di­nal­staats­se­kre­tär — und des­sen Plä­doy­er für das wah­re muti­ge Han­deln eines Katho­li­ken:

    -
    „Han­deln wir nie­mals, um der Welt zu gefal­len.
    Haben wir den Mut,
    die Kri­tik, die Miss­bil­li­gung der Welt zu ertra­gen;
    wenn Gott zufrie­den ist, braucht uns nichts ande­res zu küm­mern.

    Wir müs­sen den Mut haben, die Wahr­heit zu bezeu­gen und kei­ner Auf­ga­be aus­zu­wei­chen.
    Wir müs­sen den Mut haben, dem Lächer­li­chen die Stirn zu bie­ten,
    denn oft besteht unse­re Auf­ga­be im Spott der Welt.
    Tut das aus Lie­be zu Unse­rem Herrn,
    und um Ihm nach­zu­ei­fern.“
    -

    • „.… und des­sen Plä­doy­er für das wah­re muti­ge Han­deln eines Katho­li­ken“.
      Dan­ke, denn so ist es:
      Im Kom­pro­miss ist die Wahr­heit nicht.
      Der Kom­pro­miss hat vie­le Geschwi­ster, ein recht aus­ge­wach­se­ner Bru­der ist der Rela­ti­vis­mus.

  10. Liest ja doch kei­ner. Eine „Revo­lu­ti­on“, die kei­ner braucht, wie alle Revo­lu­tio­nen. Der For­mu­lie­rer dient nur den Kir­chen­geg­nern und sonst nie­mand. Ver­blen­de­ter Ehr­geiz, auf­ge­sta­chelt von Ber­go­glio.

  11. „Wo sind die Kar­di­nä­le Bur­ke, Ran­jith, Mül­ler, etc?“ fra­gen Sie, St. Georg.
    Wo sie sind? In ihrem Palais, dürf­te die prag­ma­ti­sche Ant­wort sein. Und sie sind offen­sicht­lich nicht bereit, ihre Pri­vi­le­gi­en auf’s Spiel zu set­zen, Papst Ber­go­glio ihren Rück­tritt anzu­bie­ten und irgend­wo als ein­fa­che Prie­ster zu wir­ken.
    „Ein chi­ne­si­scher Papst“, mach­te sich Mar­tin Mose­bach zu Neu­jahr 2004 sei­ne Gedan­ken. Er wünsch­te dem damals regie­ren­den Papst noch ein lan­ges Leben, was ihn nicht hin­der­te, sich einen Wunsch-Nach­fol­ger vor­zu­stel­len. Und das war — ein chi­ne­si­scher Papst.
    Mose­bach lässt sich von zwei Grund­ge­dan­ken lei­ten: der west­li­chen „Leh­mann — Kir­che“, die ein Äqui­va­lent in jedem west­li­chen Land habe, gibt er kei­ne Chan­ce mehr, wohl aber einer Kir­che mit einem chi­ne­si­schen Papst der Unter­grund­kir­che. Einem Papst, „der womög­lich mit Gefäng­nis und Lager­haft Bekannt­schaft geschlos­sen hät­te, ein Prie­ster, der buch­stäb­lich im Feu­er­ofen auf sei­ne Lau­ter­keit hin geprüft wor­den ist, nicht der Expo­nent einer Beam­ten­kir­che mit Ein­bet­tung ins Korps der Nota­blen, ein Prie­ster, der noch nie in einer Talk-Show oder einer Sit­zung des Rund­funk­ra­tes geses­sen hät­te. (Mar­tin Mose­bach, Der Ultra­mon­ta­ne, S. 13).
    Wir wis­sen nicht nur, dass auf Johan­nes Paul II. Bene­dikt XVI. und Ber­go­glio folg­ten, son­dern dass der Wunsch­papst Mose­bachs im Vati­kan nie eine Chan­ce gehabt hät­te.
    Außer­dem hat Bene­dikt XVI. die chi­ne­si­sche Unter­grund­kir­che ent­schei­dend geschwächt, als er 2007 in einem Brief die „patrio­ti­sche Kir­che“ und die Unter­grund­kir­che zur Ein­heit auf­rief. Und der Unter­grund­kir­che das Pri­vi­leg nahm, dass sie in Chi­na unab­hän­gig vom Orts­bi­schof sein durf­te. Die patrio­ti­sche Kir­che mit ihren Bischö­fen ist näm­lich staat­lich aner­kannt in Chi­na, sie ist rom­fern und staats­treu.
    Mar­tin Mose­bach konn­te die Ent­wick­lung nicht vor­aus­se­hen, und schon 2004 und frü­her war der Zustand der Kir­che so nie­der­drückend, dass er auf sol­che Träu­me­rei­en ver­fal­len konn­te.
    Doch viel­leicht gin­gen sei­ne Gedan­ken in die rich­ti­ge Rich­tung, nur war Mose­bach nicht radi­kal genug.
    Die Deka­denz der west­li­chen Welt, der Gen­de­ris­mus, die Zer­stö­rung der christ­li­chen Zivi­li­sa­ti­on scheint nicht mehr auf­zu­hal­ten. Die Her­ren Ber­go­glio, Kas­per, Woel­ki, Marx und ihre Nach­fol­ger wer­den sie weder auf­hal­ten kön­nen, noch wol­len, son­dern sich mit ihr ver­bin­den.
    Viel­leicht liegt wirk­lich in der Mär­ty­rer­kir­che Chi­nas die Zukunft der katho­li­schen Kir­che. Das mag reich­lich exal­tiert klin­gen.
    Aber noch unmög­li­cher scheint mir die Hoff­nung, „Kon­zils-Rom“ kön­ne sich bekeh­ren. „Kon­zils-Rom“ müss­te sich näm­lich zum gekreu­zig­ten Chri­stus bekeh­ren, müss­te wie­der wie die frü­he Kir­che bereit zum Mar­ty­ri­um sein. Das ist nach mensch­li­chem Ermes­sen unmög­lich.
    Was mei­ne Per­son anbe­trifft, habe ich mich damit abzu­fin­den: Ich muss dank­bar sein, wenn mir eine erreich­ba­re Kapel­le bleibt, in der ich am Mess­op­fer teil­neh­men kann. Alles ande­re bleibt der Vor­se­hung Got­tes über­las­sen.

    • Wis­sen Sie, zeit­los, wir sind doch sel­ber so wie die von Ihnen kri­ti­sier­ten Kar­di­nä­le. Wir jam­mern und kla­gen, aber aus unse­rem und für unse­ren Glau­ben ein­schnei­den­de Kon­se­quen­zen zu zie­hen, dazu sind sind wir kaum bereit. Wir hän­gen am sta­tus quo und ver­säu­men dabei, Struk­tu­ren zu schaf­fen, die sol­che Kon­se­quen­zen sinn­voll und leb­bar erschei­nen las­sen wür­den. Was mei­ne ich: z. B. müss­te ich tat­säch­lich mei­nen Wohn­ort wech­seln, um an der Mes­se aller Zei­ten und am über­lie­fer­ten Glau­bens­le­ben teil­neh­men zu kön­nen. Davon hält mich aber so man­che Über­le­gung ab. Schau­en wir zu den ortho­do­xen Juden: da gibt es Kib­bu­zim, d. h. eine ähn­li­che Stuk­tur wie bei den Urchri­sten. Ein sozia­les Umfeld, wo jeder mit sei­nem Glau­ben als Ein­zel­ner und Fami­lie leben kann und auch ein Stück weit auf­ge­fan­gen ist. Aus die­sem sozia­len Umfeld ent­ste­hen wie­der Beru­fun­gen und dadurch neu­es Glau­bens­le­ben. Ich den­ke, sol­che Struk­tu­ren auf­zu­bau­en, wäre für die Tra­di­tio­na­li­sten und beson­ders für die FSSPX eine vor­dring­li­che Auf­ga­be: wirk­li­che Glau­bens­in­seln zu schaf­fen, in denen es dem Ein­zel­nen und den Fami­li­en mög­lich wird, den Glau­ben frei und unge­hin­dert zu leben und Unter­stüt­zung in allen Belan­gen erfährt. Die Juden zei­gen, dass das kei­ne Sozi­al­ro­ma­tik sein muss, son­dern wirk­lich gelebt wer­den kann. Vie­les hat ja die FSSPX schon geschaf­fen, aber das Netz muss noch dich­ter und effi­zi­en­ter aus­ge­baut wer­den. Und ich kann nur hof­fen, dass als Ant­wort auf Ber­go­glio und Kas­per immer mehr Gläu­bi­ge die­ser besetz­ten Kir­che den Rücken keh­ren und aktiv begin­nen, ihr Leben aus dem über­lie­fer­ten Glau­ben zu gestal­ten und dabei mit ihren viel­fäl­ti­gen Gaben und Bega­bun­gen sol­che Glau­bens­in­seln schaf­fen.

      • Ich den­ke die Lösung in der gegen­wär­ti­gen Lage besteht dar­in, die gegen­wär­ti­ge Lage als Kreuz anzu­neh­men.
        Die Glau­bens­fer­ne und den ‚Ver­such den Glau­ben mit allem mög­li­chen welt­li­chen „zu ver­söh­nen“ neh­men wie Chri­stus die Ver­su­che der Sad­du­zä­er und Hero­dia­ner und Pha­ri­sä­er sei­ner Zeit, es tra­gen als Kreuz, begrei­fen, dass man imGalu­ben schon immer und ewig allei­ne ist, begreifen,d ass es die eige­nen Leu­te sind und waren die Got­tes Sohn an Kreuz gebracht haben, weil der der Ver­söh­nung zwi­schen Hero­des, Pila­tus Sad­du­zä­ern und Pha­ri­sä­ern und dem wun­der süch­ti­gen Volk, im Wege stand.
        Kurz die Schrift ernst neh­men, die Träu­me vom christ­li­chen Abend­land mal wie­der begra­ben, auf­hö­ren ver­gan­ge­nen Kul­tu­ren hin­ter­her­zu­trau­ern, ein­fach Christ wer­den, als sei das so neu, wie es sagen wir im Jah­re 40 oder 120 nach Chri­stus neu war.

  12. Da die Ehe nach gött­li­chem Recht unauf­lös­lich ist, erscheint eine Dis­kus­si­on über das Ver­hält­nis von gött­li­chem Recht und der Pra­xis der Mehr­heit wie Zeit­ver­schwen­dung. Darf man davon aus­ge­hen, dass Kas­per die­se Bin­se zu erfas­sen fähig ist?

  13. @hicesthodie
    Ver­lei­ten Sie mich bit­te nicht, pha­ri­sä­er­haft mei­ne Ver­dien­ste auf­zu­zäh­len, wenn Sie mich so anspre­chen: Ich habe die „Kon­zils­kir­che“ ver­las­sen, obwohl es mir da mensch­lich gut ging. Ich fah­re in eine FSSPX-Kapel­le, obwohl es in mei­ner Nähe Prie­ster gibt, denen Lit­ur­gie­miss­bräu­che fern lie­gen und die gut pre­di­gen kön­nen. Die auch als Beicht­vä­ter einen guten Ruf haben, weil sie sich gut auf die „jewei­li­ge See­le“ ein­stel­len kön­nen. Doch wer zu „Pius“ geht, darf den Beicht­stuhl nicht betre­ten. Egal, wie „zahm“ gegen­über Rom die Patres auch inzwi­schen gewor­den sind.
    Auch spen­de ich nach mei­nen beschei­de­nen Mög­lich­kei­ten.
    Wie kom­me ich jetzt aus der Pha­ri­sä­er-Fal­le? Die Fal­le ist zuge­schnappt…
    Aber im Ernst: Ich fürch­te, die FSSPX-Lei­tung nutzt ihre theo­lo­gisch-geist­li­che Kom­pe­tenz, die vor­han­den ist, der­zeit nicht. Sie igelt sich regel­recht als eine „Fati­ma-Bru­der­schaft“ ein. Wir sind zum Bei­spiel auf­ge­for­dert, in einem Rosen­kranz­kreuz­zug für die Wei­he Russ­lands an das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens zu beten. Obwohl Sr. Lucia, ehe­ma­li­ges und ein­zig über­le­ben­des Seher­kind von Fati­ma, 1992 Kar­di­nal Padei­ra, dem Ober­hir­ten von Bom­bay, in einem Gespräch mit­ge­teilt hat, die Päp­ste hät­ten die Wei­he an die Welt und an Russ­land bereits voll­zo­gen. Weil sie nach 1989, dem Ende des Bol­sche­wis­mus, die­se Wei­he nicht mehr for­dern konn­te, weil sie jeden Sinn ver­lo­ren hat. Vor­her hat sie steif und fest behaup­tet: „Die Wei­he ist nicht voll­zo­gen.“ Obwohl Pius XII. bereits die­se Wei­he voll­zo­gen hat­te, was Sr. Lucia nie aner­kannt hat.
    Die­ses The­ma ist für Katho­li­ken, die ver­wun­det von den Häre­si­en der Kon­zils­kir­che bei der FSSPX lan­den, nicht gera­de auf­bau­end. Weil die­se Häre­si­en das Zen­trum unse­res Glau­bens betref­fen: die Gott­heit Jesu Chri­sti und Sein Erlö­ser­wir­ken. Und sie erwar­ten, dass die­ses The­ma bei den Patres im Mit­tel­punkt steht. Was teil­wei­se zutrifft, teil­wei­se nicht.
    Was macht die Petrus­bru­der­schaft? Mei­nes Wis­sens ist sie nicht so ein­sei­tig fatima­be­zo­gen, aber wil­lig ord­net sie sich Ber­go­glio unter, prä­sen­tiert ab und zu sogar eine „Per­le.“ Nein, das macht Kath.net, die Petrus­bru­der­schaft sam­melt Ber­go­glio-Gold­körn­chen. Wo sol­len Emi­gran­ten der Kon­zils­kir­che hin? Die jun­ge „Kle­ri­ker­ver­ei­ni­gung St. Gre­gor der Gro­ße“ klingt sehr attrak­tiv, doch sie besteht aus vier Prie­stern in Ita­li­en.
    Unser­eins muss sich bemü­hen, als Katho­li­kin nicht in geist­li­che Obdach­lo­sig­keit zu fallen…Und lässt sich von Mar­tin Mose­bach anstecken, der sich nach einem chi­ne­si­schen Mär­tyrer­bi­schof als Papst sehn­te… Statt­des­sen haben wir den eis­kal­ten Ber­go­glio mit sei­ner Zärt­lich­keits-Bermher­zigskeits­ideo­lo­gie, die die Reste des über­lie­fer­ten Glau­bens zer­stö­ren wird…

    • Wie recht sie doch haben. Auch ich kann die fal­sche Freund­lich­keit von Ber­go­glio nicht mehr ertra­gen. Ich fra­ge mich nur, war­um so vie­le auf die­se Mas­ke her­ein­fal­len. Anschei­nend wol­len die Men­schen betro­gen wer­den. Hin­ter der Fas­sa­de die­ses fata­len Demut­pre­di­gers ver­ber­gen sich eis­kal­te Macht­in­stink­te. Er will eine ande­re, eine neue Kir­che ohne das katho­li­sche Got­tes­bild von 2000 Jah­ren. Gott soll auf die Rol­le eines lächeln­den und gut­mü­ti­gen Grei­ses redu­ziert wer­den. Da stö­ren natür­lich die katho­li­sche Relik­te wie Gericht, Höl­le und Fege­feu­er. Und wenn Ber­go­glio vom Teu­fel spricht, dann nicht etwa, weil er die rea­le per­so­na­le Prä­senz des Bösen dar­stel­len will, son­dern als Blend­werk für die rechts­po­si­ti­vi­sti­schen soge­nann­ten Kon­ser­va­ti­ven, die über ihren eige­nen Unter­gang und über die Zer­stö­rung der Kir­che laut­hals jubeln.

    • Ver­ehr­te zeit­schnur, es lag mir fern, Sie des Pha­ri­sä­er­tums zu zei­hen oder Sie per­sön­lich in irgend­ei­ner Wei­se anzu­grei­fen. Ich mein­te das alles mehr all­ge­mein. Denn in der Nach­fol­ge Chri­sti kann man ja nie genug tun. Es geht mir ganz ein­fach dar­um, wie man sei­nen Glau­ben und sein Katho­lisch-Sein in einer anti­christ­li­chen Welt und einer Kir­che, die sich von ihren Über­lie­fe­run­gen immer wei­ter ent­fernt, noch leben kann. Natür­lich kann man sein Kreuz auf sich neh­men und ver­su­chen, gegen alle Wider­stän­de sei­nen Glau­ben zu leben. Aber die­ses Ein­zel­kämp­fer­schick­sal ver­san­det und läuft ins Lee­re. Neu­lich sah ich eine Doku über eine deutsch-ortho­do­xe Jüdin und ihre Fami­lie, die in Isra­el lebt. Der Mann und die Frau gehen nur Halb­tags arbei­ten, um sich der Erzie­hung ihrer viel­köp­fi­gen Fami­lie ohne Kin­ter­be­wahr­an­stalt küm­mern zu kön­nen. Das wie­der­um kön­nen sie sich nur lei­sten, weil die Glau­bens­ge­mein­schaft gün­sti­gen Wohn­raum anbie­tet, ortho­do­xe Ban­ken stel­len ihnen zins­lo­se Kre­di­te zur Ver­fü­gung ect. pp. Das heißt, die Glau­bens­ge­mein­schaft stützt und hilft ein­an­der ganz kon­kret, damit der Einzelne/die Fami­lie in einer galu­bens­feind­li­chen Welt den Galu­ben wirk­lich prak­ti­zie­ren kann. Und dar­aus ent­steht dann neu­es Glau­bens­le­ben, neu jun­ge, frucht­ba­re Fami­li­en. Ich den­ke, sol­che Struk­tu­ren müs­sen auch wir bei Pius und Petrus ect. auf­bau­en, damit sich die ohne­hin schwa­chen Kräf­te kon­zen­trie­ren kön­nen und aus die­sen Zel­len neu­es Leben erwächst. Wich­tig ist vor allem die Zusam­men­ar­beit aller tra­di­tio­nel­ler Kräf­te, Krei­se und Gemein­schaf­ten und nicht die wei­te­re Zer­split­te­rung. Hier muss man bei Pius und Petrus sehr Obacht geben, dass man sich nicht auf­grund von Kon­ku­renz­den­ken aus­ein­an­der­di­vi­die­ren lässt, denn dann sähe man „ahi, wie chri­sten­li­che nu der babest lacht“.

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