Was Gott vereint, kann auch Kasper nicht trennen — Versuch einer paradoxen Kulturrevolution in der Kirche

Kardinal Kaspers Verbiegungen von Lehre und Geschichte der Kirche(Rom) Die Tages­zei­tung „Il Foglio“ ver­öf­fent­lich­te welt­weit exklu­siv die voll­stän­di­ge Rede von Kar­di­nal Wal­ter Kas­per beim Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um und dazu einen Kom­men­tar des bekann­ten Histo­ri­kers und Katho­li­ken Rober­to de Mattei. Die­ser wirft Kar­di­nal Kas­per vor, auf „sünd­haf­te“ Wei­se die Kir­chen­ge­schich­te und die Aus­sa­gen der Kir­chen­leh­rer und Kir­chen­vä­ter wahr­heits­wid­rig in sei­nem Sinn zurecht­ge­bo­gen zu haben. Was der deut­sche Kar­di­nal for­de­re, sei eine regel­rech­te „Kul­tur­re­vo­lu­ti­on“. Dar­an wür­den auch eini­ge wohl­klin­gen­de, from­me Wor­te nichts ändern, die allein zur Beru­hi­gung jener „kon­ser­va­ti­ver“ Katho­li­ken die­nen, die sich bereit­wil­lig beru­hi­gen las­sen und zu ger­ne die Augen vor der nach-bene­dik­ti­ni­schen Rea­li­tät verschließen.

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Was Gott vereint hat. Die Kulturrevolution von Kardinal Kasper

von Rober­to de Mattei

„Die Leh­re ändert sich nicht, das Neue betrifft nur die pasto­ra­le Pra­xis“. Der inzwi­schen seit einem Jahr gebets­müh­len­ar­tig wie­der­hol­te Slo­gan beru­higt einer­seits jene Kon­ser­va­ti­ven, die alles nur am genau­en Wort­laut offi­zi­el­ler Erklä­run­gen mes­sen und ermu­tigt gleich­zei­tig jene Pro­gres­si­ven, die der Glau­bens­leh­re nur gerin­ge Bedeu­tung bei­mes­sen, aber dafür um so mehr der Pra­xis. Ein auf­se­hen­er­re­gen­des Bei­spiel für eine Kul­tur­re­vo­lu­ti­on im Namen der Pra­xis lie­fert uns die Rede, die dem Evan­ge­li­um der Fami­lie gewid­met ist, mit der Kar­di­nal Wal­ter Kas­per am 20. Febru­ar die Ver­samm­lung des Kon­si­sto­ri­ums über die Fami­lie eröff­ne­te. Der Text, den Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di „in gro­ßem Ein­klang“ mit dem Den­ken von Papst Fran­zis­kus bezeich­ne­te, ver­dient auch des­halb in sei­ner gan­zen Trag­wei­te bewer­tet zu werden.

Abgrund zwischen Lehre der Kirche und Lebensweise der Christen — Kasper fragt nicht nach dem Warum

Kar­di­nal Kas­pers Aus­gangs­punkt ist die Fest­stel­lung, daß „sich zwi­schen der Leh­re der Kir­che über die Ehe und die Fami­lie und den geleb­ten Über­zeu­gun­gen vie­ler Chri­sten ein Abgrund auf­ge­tan hat“. Der Kar­di­nal ver­mei­det es jedoch, ein nega­ti­ves Urteil über die­se dem christ­li­chen Glau­ben wider­spre­chen­den „Über­zeu­gun­gen“ zu for­mu­lie­ren und weicht der ent­schei­den­den Fra­ge aus: War­um gibt es die­sen Abgrund zwi­schen der Leh­re der Kir­che und der Lebens­wei­se heu­ti­ger Chri­sten? Wel­cher Natur ist der Auf­lö­sungs­pro­zeß der Fami­lie, was sind sei­ne Grün­de? In kei­nem Teil sei­nes Refe­rats wird gesagt, daß die Kri­se der Fami­lie die Fol­ge eines pro­gram­mier­ten Angriffs gegen die Fami­lie ist, der das Ergeb­nis einer lai­zi­sti­schen Welt­sicht ist, die sich ihr ent­ge­gen­stellt. Und dies trotz des jüng­sten Doku­ments über Stan­dards für die Sexu­al­erzie­hung der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO), die Ver­ab­schie­dung des Lun­acek-Berichts durch das Euro­päi­sche Par­la­ment, die Lega­li­sie­rung der Homo-Ehe und die Ein­füh­rung des Straf­tat­be­stan­des der Homo­pho­bie durch vie­le west­li­che Regierungen.

Psychologische und kulturelle Unterwerfung unter die weltlichen Mächte

Und man fragt sich wei­ter: Ist es mög­lich im Jahr 2014 gan­ze 25 Sei­ten dem The­ma Fami­lie zu wid­men, aber die objek­ti­ve Aggres­si­on gegen die Fami­lie, nicht nur die christ­li­che, son­dern die natür­li­che in der gan­zen Welt, zu igno­rie­ren? Was kön­nen die Grün­de für die­ses Schwei­gen sein, wenn nicht eine psy­cho­lo­gi­sche und kul­tu­rel­le Unter­wer­fung unter die­se welt­li­chen Mäch­te, von denen der Angriff gegen die Fami­lie ausgeht?

Kein Wort der Verurteilung der Scheidung und ihrer verheerenden Folgen

Im wich­tig­sten Teil sei­nes Refe­rats, das dem Pro­blem der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen gewid­met ist, äußert Kar­di­nal Kas­per nicht ein Wort der Ver­ur­tei­lung für die Schei­dung und ihre ver­hee­ren­den Fol­gen für die west­li­che Gesell­schaft. Wäre aber nicht der Zeit­punkt gekom­men, zu sagen, daß ein Groß­teil der Kri­se der Fami­lie gera­de auf die Ein­füh­rung der Ehe­schei­dung zurück­geht und daß die Fak­ten bewei­sen, daß die Kir­che Recht hat­te und allen Grund hat, sie zu bekämp­fen? Wer soll­te es sagen, wenn nicht ein Kar­di­nal der Hei­li­gen Römi­schen Kir­che? Aber den Kar­di­nal scheint nur der „Para­dig­men­wech­sel“ zu inter­es­sie­ren, den die Situa­ti­on der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen heu­te erfordert.

Kardinal Kasper interessiert nur „Paradigmenwechel“

So als woll­te er dem Wider­spruch zuvor­kom­men, sag­te er: Die Kir­che „kann nicht eine Lösung vor­schla­gen, die anders oder gegen die Wor­te Jesu ist“. Die Unauf­lös­lich­keit einer sakra­men­ta­len Ehe und die Unmög­lich­keit eine neue Ehe ein­zu­ge­hen, solan­ge der Ehe­part­ner noch lebt, „sind Teil der ver­bind­li­chen Glau­bens­tra­di­ti­on der Kir­che, die nicht auf­ge­ge­ben oder gelöst wer­den kann, indem man sich auf ein ober­fläch­li­ches Ver­ständ­nis der Barm­her­zig­keit zum nied­ri­gen Preis beruft“. Doch sofort nach­dem er die Not­wen­dig­keit pro­kla­mier­te, der Tra­di­ti­on treu zu blei­ben, macht Kar­di­nal Kas­per zwei ver­hee­ren­de Vor­schlä­ge, um die ewig­gül­ti­ge Leh­re der Kir­che zu Ehe und Fami­lie zu hintergehen.

Kaspers Vorschläge ewiggültige Lehre der Kirche zu hintergehen

Die anzu­wen­den­de Metho­de ist, laut Kas­per, jene des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils in der Fra­ge der Öku­me­ne und der Reli­gi­ons­frei­heit: die Leh­re ändern, ohne zu zei­gen, daß man sie ändert. „Das Kon­zil hat Türen geöff­net, ohne die ver­bind­li­che dog­ma­ti­sche Tra­di­ti­on zu ver­let­zen“, so der Kar­di­nal. Türen geöff­net wohin? Zur syste­ma­ti­schen Ver­let­zung in der Pra­xis von jener dog­ma­ti­schen Tra­di­ti­on, von der man, den Wor­ten nach, die Gül­tig­keit behauptete.

Für den ersten Weg, um die katho­li­sche Über­lie­fe­rung zunich­te zu machen, holt sich der Kar­di­nal den Anstoß bei dem Apo­sto­li­schen Schrei­ben Fami­lia­ris Con­sor­tio von Johan­nes Paul II., wo es heißt, daß eini­ge wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne „manch­mal die sub­jek­ti­ve Gewis­sens­über­zeu­gung (haben), daß die frü­he­re, unheil­bar zer­stör­te Ehe nie­mals gül­tig war“ (FC 84). Fami­lia­ris Con­sor­tio prä­zi­siert jedoch, daß die Ent­schei­dung über die Gül­tig­keit der Ehe nicht dem sub­jek­ti­ven Urteil der betrof­fe­nen Per­son über­las­sen wer­den kann, son­dern den Kir­chen­ge­rich­ten zusteht, die von der Kir­che zur Ver­tei­di­gung des Ehe­sa­kra­men­tes ein­ge­rich­tet wur­den. Doch genau mit Bezug auf die­se Gerich­te führt der Kar­di­nal sei­nen Schlag aus. „Da sie nicht gött­li­chen Rechts sind, son­dern sich geschicht­lich ent­wickelt haben, fragt man zuwei­len, ob der Rechts­weg der ein­zi­ge Weg sein muß, um das Pro­blem zu lösen oder ob nicht ande­re mehr pasto­ra­le und geist­li­che Vor­ge­hens­wei­sen mög­lich wären. Als Alter­na­ti­ve könn­te man dar­an den­ken, daß der Bischof die­se Auf­ga­be einem Prie­ster mit geist­li­cher und pasto­ra­ler Erfah­rung als Pöni­ten­ti­ar oder Bischofs­vi­kar anver­trau­en könnte.“

Der Vor­schlag ist explo­siv. Die Kir­chen­ge­rich­te sind die Orga­ne, denen nor­ma­ler­wei­se die Aus­übung der rich­ter­li­chen Gewalt der Kir­che anver­traut ist. Die drei Höchst­ge­rich­te sind die Apo­sto­li­sche Pöni­ten­tia­rie, als Gna­den­hof mehr eine Ver­wal­tungs­be­hör­de, die Rota Roma­na, die Beru­fungs­in­stanz aller Kir­chen­ge­rich­te ist und schließ­lich die Apo­sto­li­sche Signa­tur, als Ober­ster Gerichts­hof. Bene­dikt XIV. führ­te 1741 mit sei­ner berühm­ten Kon­sti­tu­ti­on Dei Mise­ra­tio­ne in die Ehe­ge­richts­bar­keit das Prin­zip des zwei­fa­chen kon­for­men Urteils ein. Die­se Pra­xis dient der Wahr­heits­fin­dung und stellt ein rich­ti­ges Pro­zeß­re­sul­tat sicher. Vor allem beweist sie die Wich­tig­keit, die die Kir­che dem Ehe­sa­kra­ment bei­mißt und ihre Unauf­lös­lich­keit. Der Vor­schlag von Kas­per stellt das objek­ti­ve Urteil des Kir­chen­ge­richts zur Dis­po­si­ti­on, das durch einen ein­fa­chen Prie­ster ersetzt wer­den soll­te, der zudem nicht zum Schutz der Ehe beru­fen wer­den soll, son­dern um die Gewis­sens­be­dürf­nis­se der Ein­zel­nen zu befriedigen.

Rechtliche Dimension durch pastorale absorbiert — Kaspers Beleidigung der Kirche

Unter Beru­fung auf die Rede vom 24. Janu­ar 2014 an die Offi­zia­le der Rota Roma­na, in der Papst Fran­zis­kus behaup­te­te, daß die Arbeit der Kir­chen­ge­rich­te ein zutiefst pasto­ra­les Merk­mal habe, absor­biert Kas­per die recht­li­che Dimen­si­on in der pasto­ra­len, indem er die Not­wen­dig­keit einer neu­en „recht­li­chen und pasto­ra­len Her­me­neu­tik“ behaup­tet, die hin­ter jedem Fall die „mensch­li­che Per­son“ sieht. „Ist es wirk­lich mög­lich, daß man über das Gute und das Schlech­te der Men­schen in zwei­ter und drit­ter Instanz nur auf der Grund­la­ge von Akten, sprich Papier, ent­schei­det, aber ohne die Per­son und ihre Situa­ti­on zu ken­nen?“, fragt sich der Kardinal.

Die­se Wor­te sind eine Belei­di­gung der Kir­chen­ge­rich­te und der Kir­che selbst, deren Akte der Regie­rung und des Lehr­am­tes auf „Papier“ beru­hen, Erklä­run­gen, Rechts- und Glau­bens­ak­te, die alle die „salus ani­ma­rum“ zum Ziel haben. Man kann sich leicht aus­ma­len, wie die Ehe­an­nul­lie­run­gen sich aus­brei­ten wür­den, wenn eine wenn nicht recht­li­che, aber fak­ti­sche katho­li­sche Schei­dung ein­ge­führt wür­de, mit einem ver­hee­ren­den Scha­den gera­de für das Wohl der „mensch­li­chen Personen“.

Einführung einer katholischen Scheidung durch die Hintertür

Kar­di­nal Kas­per scheint sich des­sen durch­aus bewußt, wenn er anfügt: „Es wäre falsch, die Lösung des Pro­blems nur in einer groß­zü­gi­gen Aus­wei­tung der Ehe­nich­tig­keits­ver­fah­rens zu suchen“. Man müs­se „auch die schwie­rig­ste Fra­ge in der Situa­ti­on der zwi­schen Getauf­ten ein­ge­gan­ge­nen und voll­zo­ge­nen Ehe in Betracht zie­hen, wo die Gemein­schaft des Ehe­le­bens unheil­bar zer­bro­chen ist und einer oder bei­de Ehe­part­ner eine zwei­te Zivil­ehe ein­ge­gan­gen sind“. Kas­per zitiert an die­ser Stel­le eine Erklä­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on von 1994, laut der die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen nicht die sakra­men­ta­le Kom­mu­ni­on emp­fan­gen dür­fen, aber die geist­li­che Kom­mu­ni­on. Es han­delt sich um eine Erklä­rung in Über­ein­stim­mung mit der Tra­di­ti­on der Kir­che. Der Kar­di­nal aber nützt sie als Sprung­brett, indem er die­se Fra­ge stellt: „Wer die geist­li­che Kom­mu­ni­on emp­fängt ist eins mit Jesus Chri­stus. Wie kann er dann aber in Wider­spruch mit dem Gebot Chri­sti sein? War­um kann er dann nicht auch die sakra­men­ta­le Kom­mu­ni­on emp­fan­gen? Wenn wir die wie­der­ver­hei­ra­tet geschie­de­nen Chri­sten von den Sakra­men­ten aus­schlie­ßen […] stel­len wir dann nicht die sakra­men­ta­le Grund­struk­tur der Kir­che in Frage?“

Kaspers getürkte Kirchengeschichte und das Tabuwort „Sünde“

In Wirk­lich­keit gibt es in der jahr­hun­der­tal­ten Pra­xis der Kir­che kei­nen Wider­spruch. Die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen sind nicht von ihren reli­giö­sen Pflich­ten dis­pen­siert. Als getauf­te Chri­sten sind sie ver­pflich­tet, die Gebo­te Got­tes und der Kir­che zu befol­gen. Sie haben daher nicht nur das Recht, son­dern die Pflicht zum Besuch der Sonn­tags­mes­se, zur Ein­hal­tung der kirch­li­chen Vor­schrif­ten und zur christ­li­chen Erzie­hung ihrer Kin­der. Sie kön­nen die sakra­men­ta­le Kom­mu­ni­on nicht emp­fan­gen, weil sie sich im Zustand der Tod­sün­de befin­den. Sie kön­nen aber dafür die geist­li­che Kom­mu­ni­on emp­fan­gen, weil auch wer sich im Zustand einer schwe­ren Sün­de befin­det, um die Gna­de beten muß, aus der Sün­de her­aus­zu­kom­men. Doch das Wort Sün­de gehört nicht zum Wort­schatz von Kar­di­nal Kas­per und taucht des­halb auch in sei­ner Rede an das Kon­si­sto­ri­um nicht auf. Wie soll man sich da noch wun­dern, wenn man heu­te – wie selbst Papst Fran­zis­kus am ver­gan­ge­nen 31. Janu­ar erklär­te –, „das Sün­den­be­wußt­sein ver­lo­ren hat“‚?

Nicht Scheidung „Dilemma“ für Kasper, sondern geltende Praxis der Kirche

Die frü­he Kir­che „gibt uns“, laut Kar­di­nal Kas­per, „einen Hin­weis, der uns als Aus­weg die­nen kann“, aus dem, was er als „ein Dilem­ma“ bezeich­net. Der Kar­di­nal behaup­tet, daß es in den ersten Jahr­hun­der­ten eine Pra­xis gege­ben habe, der zufol­ge eini­ge Chri­sten, obwohl der erste Ehe­part­ner noch leb­te, nach einer Zeit der Buße, eine zwei­te Ver­bin­dung ein­gin­gen. Der Kar­di­nal wört­lich: „Orige­nes spricht von die­ser Gewohn­heit und bezeich­net sie als ‚nicht unver­nünf­tig‘. Auch Basi­li­us der Gro­ße und Gre­gor von Nazi­anz, zwei Väter, der noch unge­teil­ten Kir­che!, bezie­hen sich auf die­se Pra­xis. Selbst Augu­sti­nus, der anson­sten ziem­lich streng in die­ser Fra­ge ist, scheint zumin­dest an einer Stel­le nicht jede pasto­ra­le Lösung aus­ge­schlos­sen zu haben. Die­se Väter woll­ten, aus pasto­ra­len Grün­den, um „Schlim­me­res zu ver­hin­dern“, tole­rie­ren, was an sich inak­zep­ta­bel ist.“

Patristische Bemerkungen Kaspers sind eine „Sünde“ an der Wahrheit

Die patri­sti­schen Bemer­kun­gen des Kar­di­nals sind eine Sün­de, denn die histo­ri­sche Rea­li­tät ist eine ganz ande­re, als er behaup­tet. Pater Geor­ge H. Joy­ce erbrach­te in sei­ner histo­risch-dok­tri­nel­len Stu­die über die christ­li­che Ehe (1948) den Beweis, daß es in den ersten fünf Jahr­hun­der­ten der christ­li­chen Zeit­rech­nung weder ein Kon­zils­do­ku­ment, noch irgend­ei­ne Erklä­rung eines Kir­chen­va­ters gibt, die die Mög­lich­keit ver­tritt, daß das Ehe­band auf­ge­löst wer­den könn­te. Wenn im zwei­ten Jahr­hun­dert Justin, Athen­ago­ras von Athen und Theo­phi­lus von Antio­chi­en das evan­ge­li­sche Schei­dungs­ver­bot nen­nen, erwäh­nen sie kei­ne Aus­nah­me. Cle­mens von Alex­an­dri­en und Ter­tul­li­an sind noch aus­drück­li­cher. Und Orige­nes, der zwar nach einer Recht­fer­ti­gung für die von eini­gen Bischö­fen ange­wand­te Pra­xis sucht, kommt zum Schluß, daß die­se der Hei­li­gen Schrift und der Tra­di­ti­on der Kir­che wider­spricht (Com­ment. In Matt., XIV, c. 23, in: Patro­lo­gia Gre­ca, Bd. 13, col. 1245). Zwei der ersten Kon­zi­le der Kir­che, jenes von Elvia (306) und von Arles (314) bekräf­ti­gen es ein­deu­tig. In allen Tei­len der Welt hielt die Kir­che die Auf­lö­sung des Ehe­ban­des für unmög­lich und die Schei­dung mit dem Recht auf eine zwei­te Ehe war völ­lig unbe­kannt. Jener, der unter den Kir­chen­vä­tern die Fra­ge der Unauf­lös­lich­keit der Ehe am aus­führ­lich­sten behan­del­te, war der hei­li­ge Augu­sti­nus. Er tat dies in vie­len sei­ner Wer­ke von De diver­sis Quae­stio­ni­bus (390) bis De Coniugi­is adul­teri­nis (419). Er wider­legt, wer sich über die Stren­ge der Kir­che in Ehe­din­gen beklag­te und ist immer von uner­schüt­ter­li­cher Festig­keit, was die Unauf­lös­lich­keit der Ehe betrifft. Er erbrach­te den Nach­weis, daß die Ehe, ein­mal geschlos­sen, aus kei­nem Grund und unter kei­nen Umstän­den mehr gelöst wer­den konn­te. Ihm ver­dan­ken wir die berühm­te Unter­schei­dung zwi­schen den drei Gütern der Ehe: pro­les, fides und sacramentum.

Ostkirche tolerierte Scheidung nur unter weltlichem Druck — Soll ihr Westkirche nun darin folgen?

Eben­so falsch ist die Behaup­tung Kas­pers von einem unter­schied­li­chen, zwei­fa­chen Stand­punkt zur Schei­dung in den ersten Jahr­hun­der­ten der einen Kir­che in Ost und West. Erst nach Kai­ser Justi­ni­an I., des­sen Regie­rungs­zeit 565 ende­te, begann die Kir­che im Osten unter dem Druck des Cäsar­o­pa­pis­mus nach­zu­ge­ben und sich den byzan­ti­ni­schen Geset­zen anzu­pas­sen, die die Schei­dung tole­rier­ten, wäh­rend die Kir­che von Rom uner­schüt­ter­lich die Wahr­heit und die Unab­hän­gig­keit ihrer Leh­re gegen­über der welt­li­chen Macht ver­tei­dig­te und bewahrte.

Was den hei­li­gen Basi­li­us betrifft, laden wir Kar­di­nal Kas­per ein, des­sen Brie­fe zu lesen und in ihnen irgend­ei­ne Stel­le zu suchen, die eine Schei­dung und eine zwei­te Ehe erlaubt. Sein Den­ken dazu hat er in sei­ner Ethi­ca zusam­men­ge­faßt: „Es ist einem Mann nicht erlaubt, sei­ne Frau zurück­zu­wei­sen und eine ande­re zu hei­ra­ten. Noch ist es einem Mann erlaubt, eine Frau zu hei­ra­ten, die von ihrem Mann geschie­den wur­de“ (Ethi­ca, Regu­la 73, c. 2, in: Patro­lo­gia Gre­ca, Bd. 31, col. 852). Das­sel­be gilt für den ande­ren vom Kar­di­nal genann­ten Kir­chen­leh­rer, den hei­li­gen Gre­gor von Nazi­anz, der mit aller Deut­lich­keit schreibt: „Die Schei­dung steht abso­lut im Wider­spruch mit unse­ren Geset­zen, obwohl die Geset­ze der Römer anders urtei­len“ (Epi­sto­la 144, in: Patro­lo­gia Gre­ca, Bd. 37, col. 248).

„Kanonische Bußpraxis“, die Kasper als „Ausweg“ vorschlägt, besagte das genaue Gegenteil

Die „kano­ni­sche Buß­pra­xis“, die Kar­di­nal Kas­per als „Aus­weg“ aus dem „Dilem­ma“ vor­schlägt, hat­te in den ersten Jahr­hun­der­ten eine genau gegen­tei­li­ge Bedeu­tung als die, die er ihr zuschrei­ben möch­te. Sie wur­de nicht geübt, um damit eine erste Ehe zu büßen, son­dern um die Sün­de der Zweit­ehe wie­der­gut­zu­ma­chen, was natür­lich die Reue über die­se Sün­de ver­lang­te. Das elf­te Kon­zil von Kar­tha­go (407) zum Bei­spiel, erließ fol­gen­den Canon: „Wir ord­nen an, daß laut evan­ge­li­scher und apo­sto­li­scher Dis­zi­plin, das Gesetz es weder einem von sei­ner Frau geschie­de­nen Mann, noch einer von ihrem Mann ver­sto­ße­nen Frau erlaubt, eine neue Ehe ein­zu­ge­hen; daß aber die­se Per­so­nen allein blei­ben müs­sen oder sich jeweils ver­söh­nen, und daß sie, soll­ten sie die­ses Gesetz ver­letz­ten, Buße tun müs­sen“ (Hefe­le-Lecler­cq, Histoire des Con­ci­les, Bd. II (I), S. 158).

Kasper stellt Dinge auf den Kopf: Statt Sünde der Zweitehe zu bereuen, soll erste Ehe bereut werden

Der Stand­punkt des Kar­di­nals wird in die­sem Punkt gera­de­zu para­dox: Anstatt die sünd­haf­te Situa­ti­on zu bereu­en, in der er sich befin­det, soll­te der wie­der­ver­hei­ra­te­te Christ sei­ne erste Ehe bereu­en, oder jeden­falls deren Schei­tern, an dem er viel­leicht völ­lig unschul­dig ist.

Zudem: Wenn erst ein­mal die Legi­ti­mi­tät des nach­ehe­li­chen Zusam­men­le­bens zuläs­sig ist, wäre es nicht ein­sich­tig, war­um nicht auch das vor­ehe­li­che Zusam­men­le­ben erlaubt sein soll­te, wenn „sta­bil und auf­rich­tig“. Damit fal­len die „abso­lu­ten Prin­zi­pi­en“ und die „unzer­stör­ba­re Abso­lut­heit auch nur eines ein­zi­gen sitt­li­chen Wer­tes“, die Johan­nes Paul II. mit sei­ner Enzy­kli­ka Veri­ta­tis sple­ndor mit so gro­ßem Nach­druck bekräf­tigt hat­te. Aber Kar­di­nal Kas­per erwähnt die­ses und alle ver­gleich­ba­ren Doku­men­te nicht, son­dern fährt völ­lig unge­rührt in sei­nen Über­le­gun­gen fort.

„Absolutheit sittlicher Werte“ gibt es für Kasper nicht

„Wenn ein wider­ver­hei­ra­tet Geschiedener

  • 1.) das Schei­tern sei­ner ersten Ehe bereut;
  • 2.) wenn er die Ver­pflich­tun­gen aus sei­ner ersten Ehe geklärt hat und wenn defi­ni­tiv aus­ge­schlos­sen ist, daß er zurückkehrt;
  • 3.) wenn er nicht ohne ande­re Schuld die mit der neu­en zivi­len Ehe ein­ge­gan­ge­nen Ver­pflich­tun­gen ver­las­sen kann;
  • 4.) wenn er sich aber anstrengt, so gut als ihm mög­lich die zwei­te Ehe zu leben ange­fan­gen beim Glau­ben und die eige­nen Kin­der im Glau­ben zu erziehen;
  • 5.) wenn er Ver­lan­gen nach den Sakra­men­ten hat als Quel­le der Kraft in sei­ner Situa­ti­on, sol­len oder kön­nen wir ihm, nach einer Zeit der Neu­ori­en­tie­rung (met­a­noia), das Sakra­ment der Buße und dann der Kom­mu­ni­on verweigern?“

Lehre der Kirche unmißverständlich — Papst kann sie nicht ändern, schon gar nicht Kasper

Auf die­se Fra­gen hat bereits Kar­di­nal Mül­ler, der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on geant­wor­tet (Osser­va­to­re Roma­no v. 23. Okto­ber 2013) unter Beru­fung auf Fami­lia­ris Con­sor­tio, das unter Num­mer 84 prä­zi­se pasto­ra­le Anlei­tun­gen gibt, die mit der dog­ma­ti­schen Leh­re der Kir­che über die Ehe übereinstimmen:

„Zusam­men mit der Syn­ode möch­te ich die Hir­ten und die gan­ze Gemein­schaft der Gläu­bi­gen herz­lich ermah­nen, den Geschie­de­nen in für­sor­gen­der Lie­be bei­zu­ste­hen, damit sie sich nicht als von der Kir­che getrennt betrach­ten, da sie als Getauf­te an ihrem Leben teil­neh­men kön­nen, ja dazu ver­pflich­tet sind. Sie sol­len ermahnt wer­den, das Wort Got­tes zu hören, am hei­li­gen Meß­op­fer teil­zu­neh­men, regel­mä­ßig zu beten, die Gemein­de in ihren Wer­ken der Näch­sten­lie­be und Initia­ti­ven zur För­de­rung der Gerech­tig­keit zu unter­stüt­zen, die Kin­der im christ­li­chen Glau­ben zu erzie­hen und den Geist und die Wer­ke der Buße zu pfle­gen, um so von Tag zu Tag die Gna­de Got­tes auf sich her­ab­zu­ru­fen. Die Kir­che soll für sie beten, ihnen Mut machen, sich ihnen als barm­her­zi­ge Mut­ter erwei­sen und sie so im Glau­ben und in der Hoff­nung stärken.

Die Kir­che bekräf­tigt jedoch ihre auf die Hei­li­ge Schrift gestütz­te Pra­xis, wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne nicht zum eucha­ri­sti­schen Mahl zuzu­las­sen. Sie kön­nen nicht zuge­las­sen wer­den; denn ihr Lebens­stand und ihre Lebens­ver­hält­nis­se ste­hen in objek­ti­vem Wider­spruch zu jenem Bund der Lie­be zwi­schen Chri­stus und der Kir­che, den die Eucha­ri­stie sicht­bar und gegen­wär­tig macht.“

Die Posi­ti­on der Kir­che ist unmiß­ver­ständ­lich. Die Kom­mu­ni­on für die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen wird ver­wei­gert, weil die Ehe unauf­lös­lich ist und kei­ner der von Kar­di­nal Kas­per genann­ten Grün­de erlaubt es, eine neue Ehe ein­zu­ge­hen oder die Seg­nung einer pseu­do-ehe­li­chen Ver­bin­dung. Die Kir­che erlaub­te es Hein­rich VIII. nicht, und ver­lor dafür das König­reich Eng­land, und sie wird es nie­mals erlau­ben, wie Pius XII. am 16. März 1946 zu den Pfar­rern von Rom sag­te: „Die zwi­schen Getauf­ten gül­tig geschlos­se­ne und voll­zo­ge­ne Ehe kann durch kei­ne Macht der Welt gelöst wer­den, nicht ein­mal durch die höch­ste kirch­li­che Auto­ri­tät“. Oder anders gesagt, nicht ein­mal durch den Papst und erst recht nicht durch Kar­di­nal Kasper.

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Il Foglio

15 Kommentare

  1. Die­ser Kar­di­nal macht sei­nen Namen zum Pro­gramm, näm­lich ein Kas­per! Sol­che Aus­sa­gen sind typisch für die Moder­ni­sten und Libe­ra­len. So wird man fort­fah­ren die Glau­bens­leh­re auf der einen Sei­te und die dann wider­sprüch­li­che Pra­xis auf der ande­ren Sei­te mit „Barm­her­zig­keit“ zu erklä­ren. Wir haben ja nichts an der Glau­bens­leh­re geän­dert, aber .… wir müs­sen die Pra­xis der Zeit anpas­sen. Wann mer­ken die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten end­lich, was in Rom zur Zeit abläuft?

      • Stimmt, was sich die Petrus-Bru­der­schaft an Weg­se­hen lei­stet, ist eine Verhoeh­nung aller Katho­li­ken, die sich dort als Hei­mat waehnen.
        Kein Wort von den Kan­zeln, allen­falls ein Rau­nen hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand.
        Die Ein­zi­gen mit lau­ter, ver­nehm­li­cher Wort­mel­dung und Pro­test sind und blei­ben die Piusbrueder.
        Die Kon­zils­kir­che lae­uft wei­ter­hin fro­eh­lich mit Satans Hil­fe in den Abgrund.
        Die deut­schen Kle­ri­ker in Rom hel­fen kra­ef­tig mit.
        Es ist unfassbar.

  2. @Gregorius
    Gutes Stich­wort „Barm­her­zig­keit“. Mit die­sem und dem Wort „Lie­be“ jon­glie­ren die rum wie Domp­teu­re im Zir­cus. Sie wol­len die Fol­gen der Sün­den abschaf­fen indem sie die Sün­den abschaf­fen. Sie glau­ben das die „Barm­her­zig­keit“ des Herrn für Sodom und Gomor­rha nicht ange­mes­sen und nicht aus­rei­chend ist. Sie müs­sen mit dem Tem­po der Ent­wick­lung in die­ser Welt mit­hal­ten und haben die Nach­bren­ner ein­ge­schal­tet. Nicht das der Anti­christ für sei­ne kur­ze Zeit in die­ser Welt kei­ne gepfleg­ten Bedin­gun­gen in der Kir­che des Herrn vorfindet.
    Per Mari­am ad Christum.

  3. „Dia­bo­lisch“ ist der ein­zi­ge Aus­druck um Herr Kas­per und sei­ne mit Zucker­guß über­zo­ge­ne, alles ver­gif­ten­de Stra­te­gie zu beschrei­ben, die dazu dient, alles was noch irgend­wie katho­lisch ist in der Vat II Kir­che, voll­stän­dig abzu­schaf­fen und zu ver­nich­ten. Er und Herr Ber­go­glio die­nen dem glei­chen Herrn, und die­ser ist ganz bestimmt nicht Jesus Christus.

    • Es ist eben nicht die Vat II, son­dern die nach­kon­zi­lia­re Kir­che der 68iger. Die Tra­di­ti­ons­ver­bun­den täten gut dar­an, die Moder­ni­sten anzu­kla­gen für die Instru­men­ta­li­sie­rung des Kon­zils nach ihren Wünschen.Man muss den Pro­gres­si­sten end­lich den Miss­brauch vorwerfen

      • Wie heißt es — wo kein Klä­ger, da kein Richter.
        Inso­fern kommt man nicht wei­ter, immer nur den Kopf ein­zu­zie­hen, sich weg­zu­ducken und sich das als Demut aus­zu­le­gen. Peti­tio­nen ein­zu­rei­chen und Beschwer­den abzu­schicken. Das ist zu wenig. Das wird nicht ernst genom­men. Die lachen ja nur. 

        Es ist an der Zeit, die Pro­gres­si­sten anzuklagen.

  4. Hin­ter all die­sem öku­ma­ni­schen Geplap­per der Moder­ni­sten — in die­sem Fall in Rich­tung der ori­en­ta­li­schen Schis­ma­ti­ker — steht letzt­lich das Bestre­ben, die ein­zig­ar­ti­ge Evan­ge­li­en­treue der katho­li­schen Kir­che einzuebnen.

    • Der Blick zu den Ortho­do­xen ist in die­sem Fall nur eine vor­ge­scho­be­ne Aus­re­de. Kar­di­nal Kas­per def­niert sein Ziel und scheint sich dann die Begrün­dung zurechtzubiegen.
      Bedenk­lich ist, dass Papst Fran­zis­kus ihn damit ans Red­ner­pult stell­te, obwohl die Posi­ti­on seit Jah­ren bekannt ist. Hät­te er zumin­dest zwei Kar­di­nä­le mit beauf­ragt, neben Kas­per einen recht­gläu­bi­gen, der das Ehe­sa­kra­ment in Wort und Tat ver­tei­digt, dann wäre ich beru­hig­ter, so ist eher Schlim­mes zu befürch­ten. Ich höre schon jene„ die dann in den Ohren lie­gen: „An der Leh­re wur­de nichts geän­dert“. Das wird dann — in der Pra­xis — wie mit der Mas­sen­tö­tung unge­bo­re­ner Kin­der in Deutsch­land. Offi­zi­ell ver­bo­ten, aber straf­frei. Dem Buch­sta­ben nach also alles bestens? Doch in der Wirk­lich­keit (und die zählt) haben wir das größ­te Mor­den der Geschichte…

  5. „Kar­di­nal Kas­pers Aus­gangs­punkt ist die Fest­stel­lung, daß „sich zwi­schen der Leh­re der Kir­che über die Ehe und die Fami­lie und den geleb­ten Über­zeu­gun­gen vie­ler Chri­sten ein Abgrund auf­ge­tan hat“. “
    Geleb­te Über­zeu­gun­gen vie­ler Chri­sten die gar nicht wis­sen was der Rosen­kranz ist muß die Leh­re der Kir­che natür­lich ein Abgrund sein. Ich bin selbst geschie­den und ich brauch ihr Geschwätz nicht. Grün­den sie ihre Kas­per­kir­che mit Ber­go­glio als Bischof von Rom und las­sen sie die Katho­li­ken in Ruhe die noch an die hei­li­ge Fami­lie glauben.
    Per Mari­am ad Christum.

    • Der neu­en Kir­che muss man eine Mit­schuld an den Schei­dun­gen geben, weil sie die Hei­lig­keit der Ehe nicht ver­mit­telt hat. Nun sucht man sich zu recht­fer­ti­gen und der Welt die Schuld zu geben.

  6. Da es für die Moder­ni­sten eigent­lich kei­ne Wahr­heit gibt (außer die­ser eige­nen „Wahr­heit“, dass es kei­ne Wahr­heit gäbe), geht es letzt­lich nur dar­um, sich mit dem sata­ni­schen Main­stream der Mäch­ti­gen die­ser Welt zu arran­gie­ren bzw. sich dar­in bequem ein­zu­rich­ten. Das wird als „Barm­her­zig­keit“ ver­kauft, wäh­rend es eigent­lich ein Betrug am Evan­ge­li­um und den Men­schen ist. Das erklärt auch die enor­me, medi­al pro­du­zier­te Popu­la­ri­tät Bergoglios.

  7. Wir wis­sen aus dem Gala­ter­brief was dem beschie­den ist der ein ande­res Evan­ge­li­um ver­kün­det als Pau­lus und die ande­ren Apo­stel einst ver­kün­de­ten. Aber Kas­per hat damit nicht ange­fan­gen, das Pasto­ral­kon­zil lehrt uns. dass das. was frü­her Göt­zen­dienst war heu­te der Reli­gi­ons­frei­heit und der inter­re­li­giö­sen Öku­me­ne unter­zu­ord­nen ist.

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