Kardinal Kaspers Rede und „Die Zeit“ — Eindruck einer strategischen Planung

Kardinal Kasper(Ham­burg) Die deut­sche Wochen­zei­tung Die Zeit, nicht im Ruf der Katho­li­zi­tät ste­hend dafür aber das Haus- und Magen­blatt der neu­en gen­der-kor­rek­ten Welt­ord­nung, ver­öf­fent­lich­te in ihrer heu­te erschie­ne­nen Aus­ga­be exklu­siv Aus­zü­ge aus dem Refe­rat, das Kar­di­nal Wal­ter Kas­per am Don­ners­tag der Vor­wo­che vor dem ver­sam­mel­ten Kar­di­nals­kol­le­gi­um zum The­ma wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne hielt (sie­he eige­nen Bericht Kar­di­nal Kas­per zu wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen: „Neue Wege“ gehen wie das Kon­zil – Papst Fran­zis­kus: „Dan­ke. Dan­ke“). Der Kar­di­nal weiß eben, wo er ein­fluß­rei­che Ver­bün­de­te fin­det und wem er die Reve­renz zu erwei­sen hat.

Eigent­lich soll­te der Kar­di­nal zum The­ma Fami­lie spre­chen, denn der war das Kon­si­sto­ri­um gewid­met und der soll­te auch die Bischofs­syn­ode im Herbst gewid­met sein. Tat­säch­lich dreh­te sich jedoch alles exklu­siv um einen Teil­aspekt der Gesamt­fra­ge: um das Ehe­sa­kra­ment und dort nur um die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen.

Kardinal Kaspers exklusives: „Ja, aber…“

Der 81jährige Kar­di­nal for­der­te die Bei­be­hal­tung der katho­li­schen Leh­re, aber die Ände­rung der katho­li­schen Pra­xis und damit doch wie­der die Ände­rung der Leh­re. Eine dia­lek­ti­sche Form, ande­re über den Tisch zie­hen zu wol­len. So wur­de Kas­pers Rede zu einem gro­ßen „Ja, aber…“.

„Der deut­sche Kar­di­nal wird mit den Wor­ten zitiert: „Barm­her­zig­keit ist kei­ne bil­li­ge Gna­de, die von Umkehr dis­pen­siert. Aber die Sakra­men­te sind auch kei­ne Beloh­nung für Wohl­ver­hal­ten und für eine Eli­te, wel­che die aus­schließt, die der Sakra­men­te am mei­sten bedür­fen.“

„Wenn ein geschie­de­ner Wie­der­ver­hei­ra­te­ter bereut, dass er in erster Ehe ver­sagt hat, wenn er sich nach Kräf­ten müh­te, die zwei­te zivi­le Ehe aus dem Glau­ben zu leben, kön­nen wir ihm dann das Sakra­ment der Buße und die Kom­mu­ni­on ver­wei­gern?“

„Angst hat nichts Christ­li­ches. Wir glau­ben ja auch an die Ver­ge­bung der Sün­den. An die Mög­lich­keit, neu anzu­fan­gen.“

Kardinal Marx und Kardinal Schönborn „begeistert“ von Kasper-Rede

Mün­chens Erz­bi­schof, Kar­di­nal Marx zeig­te sich nach der Rede Kas­pers begei­stert. Die Rede sei die „Over­tü­re“ zu einer Dis­kus­si­on, die so schnell nicht enden wer­de. Kar­di­nal Marx war es, der Glau­bens­prä­fekt Mül­ler öffent­lich, bis­sig geta­delt hat­te, als die­ser an die katho­li­sche Leh­re erin­ner­te. Laut der die Unauf­lös­lich­keit der Ehe und damit auch die Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on unmög­lich ist.

„Beein­druckt“ gab sich auch Wiens Erz­bi­schof, Kar­di­nal Schön­born. In der aktu­el­len Aus­ga­be der Wie­ner Kir­chen­zei­tung bezeich­net er Kas­pers Refe­rat als „blen­dend for­mu­liert“ und „her­vor­ra­gend“. Es gehe dar­um zu „son­die­ren, wo die Fami­li­en der Schuh drückt“, so Kar­di­nal Schön­born. Genau das aber, hat Kar­di­nal Kas­per mit sei­ner Ein­schrän­kung der Gesamt­fra­ge „Fami­lie“ auf ein ein­zi­ges The­ma, das zudem vor allem nur den Westen betrifft, gera­de nicht getan.

Strategische Planung und Wahlkapitulation

Es ver­dich­ten sich die Zei­chen, die zumin­dest den Ein­druck ent­ste­hen las­sen, als erfol­ge alles nach einer stra­te­gi­schen Pla­nung. Als sei die Ein­be­ru­fung der Bischofs­syn­ode, der Fra­ge­bo­gen an die Bischö­fe und nun das Kon­si­sto­ri­um Teil eines Eti­ket­ten­schwin­dels. Es steht „Fami­lie“ dar­auf, aber es geht von Anfang an um die Aus­he­be­lung der katho­li­schen Ehe­leh­re zugun­sten einer bestimm­ten Grup­pe, der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen. Bereits am 29. Juni 2013 sprach Papst Fran­zis­kus von der Bischofs­syn­ode, am 8. Okto­ber 2013 berief er für Okto­ber 2014 die außer­or­dent­li­che Bischofs­syn­ode zum The­ma „Fami­li­en­pa­sto­ral“ ein. Die inzwi­schen von ver­schie­de­ner Sei­te in Rom geäu­ßer­te Ver­mu­tung, das The­ma wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne sei Teil einer gehei­men Wahl­ka­pi­tu­la­ti­on Jor­ge Mario Ber­go­gli­os im Kon­kla­ve gewe­sen, bleibt vor­erst Spe­ku­la­ti­on. Ob er tat­säch­lich Ver­pflich­tun­gen gegen­über den wich­tig­sten Pro­mo­to­ren sei­ner Wahl ein­ge­gan­gen ist, kann nicht behaup­tet wer­den. Bekannt ist jeden­falls, daß Kar­di­nal Ber­go­glio nichts zuge­stimmt hät­te, was er nicht selbst teilt.

Exklusive Rolle Kaspers und seiner Meinung vom Papst verschafft

Bis­her schweigt sich der Papst zum „hei­ßen“ The­ma aus. Im Tor­ni­el­li-Inter­view vom ver­gan­ge­nen Dezem­ber sag­te er zu deut­schen Inter­pre­ta­tio­nen sei­nes Apo­sto­li­schen Schrei­bens Evan­ge­lii Gau­di­um, abschwä­chend, Zollitsch habe gleich von „neu­en Wegen“ bei den wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen gespro­chen. Davon habe er, der Papst, aber gar nichts gesagt. Was er zum The­ma aber denkt, sag­te der Papst nicht. Nun schrieb er ein kur­zes Schrei­ben an „alle Fami­li­en“ der Welt zur Bischofs­syn­ode, ohne jedoch inhalt­lich etwas zu sagen. Auch nicht, obwohl er zu die­sem Zeit­punkt bereits Kar­di­nal Kas­per exklu­siv als ein­zi­gen Refe­ren­ten für das Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um beauf­tragt hat­te. Eine Beauf­tra­gung, die einer bestimm­ten Mei­nung eine über­durch­schnitt­li­che Bedeu­tung und Sicht­bar­keit ver­schafft. Vor den Kar­di­nä­len, aber auch in der Öffent­lich­keit. Eine Beauf­tra­gung, die den Geruch einer Vor­ent­schei­dung hat. Am 10. März wird Kas­pers Rede in voll­stän­di­gem Wort­laut vom Her­der Ver­lag ver­öf­fent­licht. Man darf Über­set­zun­gen in ande­re Spra­chen bereits anneh­men. Kas­pers Rich­tungs­vor­ga­be wird als ein­zi­ge direk­te Mei­nung aus dem Kar­di­nals­kol­le­gi­um in die Öffent­lich­keit hin­aus­ge­tra­gen. Die mehr als 70 Rede­bei­trä­ge ande­rer Kar­di­nä­le blei­ben unbe­kannt. Und dies, obwohl es, wie es in Rom heißt, „hit­zi­ge“ Reak­tio­nen auf Kas­pers Vor­stoß gab. Die Zeit ver­öf­fent­lich­te Aus­zü­ge für den deut­schen Sprach­raum. Ver­gleich­ba­re Medi­en­ka­li­ber wer­den bereits mor­gen in ande­ren Sprach­räu­men fol­gen. Der Boden wird berei­tet. Die Gefahr eines wirk­li­chen oder fak­ti­schen Schis­mas der deut­schen Kir­che ist damit vom Tisch. Ihre Inter­es­sen sind durch Kar­di­nal Kas­per in Rom ange­kom­men. Exklu­siv. „Deut­sche“ Wün­sche in Sachen wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ner sind auf dem besten Weg, sich durch­zu­set­zen. Papst Fran­zis­kus schweigt sich aus. Er berei­tet die Büh­ne, lie­fert die Cho­reo­gra­phie und insze­niert, ohne selbst inhalt­lich ein Wort zu sagen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Radio Cri­stia­ni­dad

32 Kommentare

  1. Falls sich Kas­per durch­setzt, was mir aber nicht so sicher scheint, ange­sichts der „hit­zi­gen Dis­kus­sio­nen“ und der wie­der­hol­ten Stel­lung­nah­men des Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, wird es kein „deut­sches Schis­ma“ geben, viel­leicht aber eins von Sei­ten derer, die nicht an der Ehe-Leh­re rüt­teln wol­len.

    • Jean-Lou­is: Das „GEISTIGE Schis­ma“ in der deutsch­spra­chi­gen Kir­che ist doch schon längst für jeden erkenn­bar erfolgt, daher wird es Aller höch­ste Zeit das end­lich auch das „KÖRPERLICHE Schis­ma“ erfolgt, damit die Spreu vom Wei­zen getrennt wird und so Vie­le unsterb­li­che See­len wie mög­lich noch geret­tet wer­den kön­nen. Es ist aber zu ver­mu­ten dass die sich über einen moder­nen Ablass­han­del finan­zie­ren­de „DIE NEUE KIRCHE“ sich das Still­schwei­gen des Vati­kans Erkauft, der sich ja seit lan­gen Blind, Taub und Stumm stellt.

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

      • Ein Schis­ma for­dert eine Dif­fe­renz mit dem Papst, und im Ver­trau­en gesagt seit Paul VI. lacht man sich in Rom über die deut­schen Bischö­fe nur noch ins Fäust­chen!

  2. Die Moder­ni­sten waren immer schon ver­lo­gen und dreist in der Vor­ge­hens­wei­se. Mit der ober­fläch­li­chen Prak­to­ma­nie (tat­säch­lich steckt eine fal­sche Pseu­do­dok­trin dahin­ter) set­zen sie sich seit fünf­zig Jah­ren durch. Denn sie wis­sen ganz genau, dass man den Glau­ben der Mas­sen am ehe­sten durch Ände­rung der Pra­xis, nicht der offi­zi­el­len Leh­re, ändern kann. So behaup­ten sie schon immer, nichts von der Dok­trin anta­sten zu wol­len, son­dern ledig­lich „pasto­ral“ — eigent­lich lupal — vor­zu­ge­hen. Das ist längst in ver­schie­de­nen Berei­chen so:
    — Man hat offi­zi­ell nichts am Ver­ständ­nis der Sakra­men­te, ins­be­son­de­re der hl. Mes­se, geän­dert, aber man hat den Prie­ster umge­dreht und hin­ter den Tisch gestellt.
    — Man hat offi­zi­ell nichts an der hier­ar­chi­schen Ver­fas­sung de Kir­che geän­dert (wenn es den Moder­ni­sten passt, dann wird sie sogar ziem­lich bru­tal durch­ge­zo­gen), man hat aber die Prie­ster und Bischö­fe fak­tisch der Kon­trol­le ver­schie­de­ner Gre­mi­en und Räte unter­stellt. Ein­zel­ne Bischö­fe sind zudem weit­ge­hend zu kol­le­gia­len Gei­seln von Bischofs­kon­fe­ren­zen gewor­den.
    — Man hat offi­zi­ell nicht die Wahr­heit auf­ge­ge­ben, dass die katho­li­sche Kir­che die ein­zi­ge wah­re Kir­che Chri­sti ist (obwohl das berüch­tig­te „sub­si­stit in“ durch­aus zumin­dest eine Schwä­chung dar­stellt), man prak­ti­ziert jedoch den Öku­me­nis­mus in all den For­men, die durch­blicken las­sen, dass dahin­ter eigent­lich pro­te­stan­ti­sche Auf­fas­sun­gen ste­hen.
    Unter Johan­nes Paul II war die Moral­leh­re die letz­te und ein­zi­ge Basti­on der tra­di­tio­nel­len katho­li­schen Dok­trin (wenn auch mit man­chen Schwach­punk­ten), denn er hat zumin­dest am Lebens­schutz, der Ehe- und Sexu­al­ethik kon­se­quent fest­ge­hal­ten. Nun wol­len die Moder­ni­sten gera­de vor allem in die­sem Bereich den „Reform­stau“ behe­ben. Nicht zufäl­lig beruft sich Kas­per gera­de auf „das Kon­zil“.
    Ber­go­glio hält sich da schein­bar vor­nehm zurück, damit die Gut­gläu­big­keit der Nai­ven nicht über­stra­pa­ziert wird. So geht der Betrug der Moder­ni­sten in kirch­li­chen Ämtern wei­ter…

    • Für wie dumm hal­ten die­se Leu­te denn die Mas­sen, dass die­se nicht erken­nen, dass Leh­re und Pra­xis nicht über­ein­stim­men. Die­se Diver­genz ist töd­lich. Wenn eine kir­che kei­ne leh­re anzu­bie­ten hat, hat sie ihre Auf­ga­ben aus den Augen ver­lo­ren. Wenn sie die Leh­re nicht prak­ti­ziert, wird sie unglaub­wür­dig.

    • @leo: Ich tei­le Ihre luzi­de Ana­ly­se.

      Zum Pro­blem der Moral­leh­re: Die­se lässt sich eben nicht hal­ten, wenn man den Men­schen nicht zeigt, dass es sich lohnt, die­sen hohen, ja höch­sten Ansprü­chen zu genü­gen. Wenn Ritus, Theo­lo­gie und kirch­li­che Dis­zi­plin ver­flacht und nivel­liert, beschä­digt, mit­un­ter gar ent­stellt wer­den — wie es in den letz­ten 50 Jah­ren gesche­hen ist — und die Gläu­bi­gen das wah­re Ant­litz der sanc­ta eccle­sia in Ritus und Kate­che­se gar nicht mehr ken­nen­ler­nen; wenn die Kost­bar­keit des Glau­bens, veri­ta­tis sple­ndor, nicht mehr leuch­tet und mit geheim­nis­voll zwin­gen­der Gewalt anzu­zie­hen ver­mag: ja dann frei­lich mag die Moral­leh­re immer mehr als ein Relikt aus ver­gan­ge­nen Zei­ten erschei­nen, dem zuletzt nur „in ihrer Huma­ni­tät geschei­ter­te tra­gi­ko­mi­sche Rand­exi­sten­zen“ noch etwas abzu­ge­win­nen ver­mö­gen — um ein ach so takt- wie lie­be­vol­les Wort zu bemü­hen, das der gute Herr Vor­grim­ler in sei­nem und sei­nes Mei­sters Kon­zils­kom­pen­di­um den Lieb­ha­bern der alten Mes­se ange­dei­hen lässt.

  3. Erz­bi­schof Marx meint dass wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne kei­ne Chri­sten zwei­ter Klas­se sei­en.
    Kas­par spielt sich in erschrecken­der Wei­se auf und meint wer bereut und sich bemüht die zwei­te Ehe zu hal­ten, dem kön­ne man die Kom­mu­ni­on geben. Zu Kas­pars Argu­men­ta­ti­on fällt mir nur ein, es geht nicht noch sata­ni­scher, und um die Höl­le anzu­fül­len schei­nen sie den unwür­di­gen Kom­mu­nion­emp­fang for­cie­ren zu wol­len An alle Ratz­in­ger­an­hän­ger sei gesagt, dass Kas­par sehr ein Geschöpf von Ratz­in­ger sein muss. Ratz­in­ger der Bischof Krenn als Bischof von Wien blockier­te, ließ Kas­par bis in die Kar­di­nal­s­wür­de “ pas­sie­ren“.

    • Stim­me Ihrem gan­zen ersten Teil zu. Dass Kar­di­nal Kas­per ein Geschöpf von Kar­di­nal Ratz­in­ger sei, hal­te ich hin­ge­gen für unzu­tref­fend. Sie waren theo­lo­gisch die Gegen­spie­ler. Wer auf die Idee kam, Kas­per sei­ner­zeit aus Rot­ten­burg nach Rom weg­zu­be­för­dern, kann ich nicht sagen.
      War­um sind sie der Mei­nung, dass aus­ge­rech­net Kar­di­nal Ratz­in­ger Bischof Krenn als Erz­bi­schof von Wien ver­hin­dert habe? Krenn wur­de Bischof von Sankt Pöl­ten. Sein mag, dass Kar­di­nal Ratz­in­ger Schön­born, den er aus der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on kann­te und der Sekre­tär für den Kate­chis­mus war, dort schät­zen und für Wien für geeig­net befun­den hat. Ich kann mir sogar gut vor­stel­len, dass Kar­di­nal Ratz­in­ger Schön­born mit nach Wien beför­dert hat. Das aber heisst noch nicht, dass er damit Krenn gezielt ver­hin­der­te. Schön­born, gebo­re­ner Diplo­mat, fei­ne Umgangs­for­men, der mag nicht nur Ratz­in­ger in Rom den Kopf ver­dreht haben. Ich den­ke, dass der Herr Wie­ner Erz­bi­schof per­fekt zur rich­ti­gen Stel­le zur rich­ti­gen Zeit auf­zu­tre­ten weiss. Was lei­der dann in Wien dar­aus wur­de, wis­sen wir. Sehr bedau­er­lich. Wobei ich posi­ti­ve Sei­ten nicht unter­schla­gen möch­te. Doch…

      • Ich weiß aus der ganz engen Umge­bung von Bischof Krenn, dass Krenn und Ratz­in­ger schon in Regens­burg wo sie bei­den Pro­fes­so­ren waren immer gestrit­ten haben, schwer wie­gen­de theo­lo­gi­sche Dif­fe­ren­zen und noch als Papst wur­de Dr. Ratz­in­ger von etli­chen Zei­tun­gen gelobt dass er Dr. Krenn als Erz­bi­schof von Wien ´blockiert hat, statt sei­ner kam dann Kar­di­nal Gro­er. Und ver­ges­sen Sie bit­te nicht, Papst Bene­dikt hat sei­nen Rück­tritt zeit­lich so ange­legt, dass Kar­di­nal Kas­par gera­de noch ins Kon­kla­ve hin­ein­kam. Und wie gesagt, wenn Krenn auf Rom­wall­fahrt ging, und mit sei­ner Grup­pe in Castel Gan­dol­fo vor­bei­schau­te, bekam man Wor­te zu hören, wie Herr Pro­fes­sor haben Sie heu­te Abend Zeit für mich, und die gan­ze Grup­pe muss­te das Pro­gramm ändern weil Krenn den Abend in Castel Gan­dol­fo ver­brach­te. Wer jeman­den als Erz­bi­schof ver­hin­dern kann, der dem Papst so nahe steht, hät­te auch einen Kas­par ver­hin­dern kön­nen. Und als Dr. Krenn dann in Bedräng­nis kam, gab er sei­ner Umge­bung zu ver­ste­hen, dass er von Kar­di­nal Ratz­in­ger über­haupt nichts zu erwar­ten habe.

      • Sie alle machen die­sel­ben Feh­ler wie Sie die Kin­der machen, Sie beur­tei­len die Men­schen danach was sie sagen, Sie müs­sen die Men­schen nach dem beur­tei­len was sie tun!

      • Es ist kein Geheim­nis, dass Bischof Krenn einen ziem­lich direk­ten Zugang zu Johan­nes Paul II hat­te und war durch den gemein­sa­men Freund Kar­di­nal Jawor­ski. Somit konn­te nur so jemand wie Ratz­in­ger die Beför­de­rung von Krenn ver­hin­dern. Es ist auch kein Geheim­nis, dass unter sei­nem Günst­ling Schön­born die alte Franz-König-Mafia, die unter Groër einen klei­nen Dämp­fer bekom­men hat­te, wie­der auf­leb­te und voll am Werk ist.

        Das Pro­blem ist, dass Ratz­in­ger immer ver­sucht hat, zumin­dest schein­bar auf zwei Hoch­zei­ten zugleich zu tan­zen, d. h. die nai­ven Tra­dis zu gewin­nen, ohne den Moder­nis­mus zu ver­ra­ten.

        • Schön­born und Kas­per, zwei der Schlimm­sten, wur­den unter Ratz­in­ger beför­dert — wenn das nicht aus­sa­ge­kräf­tig genug ist!

    • Was man aus einem Lachen nicht alles her­aus­le­sen kann! Hät­te der Kar­di­nal tod­ernst drein­ge­schaut, hät­ten Sie viel­leicht gesagt, dem ste­he die Tod­sün­de schon im Gesicht.

      • Man spe­ku­lie­re nicht. Er lacht hier doch nicht, son­dern reißt weit den Mund auf. War er gera­de bei der Fas­nacht ? Die ewi­gen Ent­schul­di­gun­gen für die­se Kir­chen­für­sten, die Groß­mei­ster des Unge­hor­sams sind, geht mir schon reich­lich gegen den Strich.

        • Dass Kas­per ein übel­ster Kar­di­nal ist, sei unbe­strit­ten — aber von einem Schnapp­schuss kann man dabei wohl kaum seri­ös aus­ge­hen.
          Bei ein biss­chen nüch­ter­nem Den­ken muss man zuge­ben, dass die­ses Bild gar nichts sagt.

          • Mei­ne Mei­nung bezog sich auf die vor­an­ge­gan­ge­ne Wer­tung als „Lachen“. Dass das Bild gar nichts sagt, kann man auch nicht wirk­lich behaup­ten. Über­wer­tung liegt mir indes auch fern.

  4. Ob Emmi­nenz Kas­par vor sei­nem ewi­gen Rich­ter noch so gute Lau­ne haben wird, wie das obi­ge Bild zeigt?

    • Gestern habe ich mir das Posting ver­knif­fen, die Zeit ist nicht so fer­ne da er mit die­sem sei­nem Lachen im Feu­er der Höl­le die Gerech­tig­keit Got­tes ver­herr­li­chen wird.

      • Sehr geehr­ter Wickerl, wir dür­fen nicht sagen, daß jemand in die Höl­le kommt. Das ist die Sün­de des fre­vent­li­chen Urteils. Nur Gott allein weiß, ob jemand ewig ver­lo­ren geht. Auch Card. Kas­par hat die Mög­lich­keit der ( drin­gend not­wen­di­gen ) Bekeh­rung.

  5. Ist doch nett vom Kar­di­nal, dass er die Bei­be­hal­tung der Katho­li­schen Leh­re for­dert. Im Übri­gen soll­ten Leh­re und Pra­xis nicht aus­ein­an­der gehen. Er reißt den Mund wohl weit auf, wie dem Bild zu ent­neh­men ist. Mir hat er nichts zu sagen.

  6. Die Aus­drucks­wei­se „son­die­ren, wo die Fami­li­en der Schuh drückt“ ist recht flap­sig gewählt, aber wenn wir das Pro­blem so betrach­ten wol­len, dann „drückt der Schuh“ in erster Linie die Kin­der aus der geschei­ter­ten Ehe und den ver­las­se­nen Ehe­part­ner (Ehe­part­ne­rin).
    Vie­le bedroh­te Ehen sind noch zu ret­ten — und da könn­te die Kir­che ganz viel Hil­fe­stel­lung geben (Beich­te, Aus­spra­che, Hil­fe zur Ver­söh­nung der Ehe­part­ner und tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung bei Bela­stun­gen). Es wird eini­ges getan, aber es könn­te noch viel mehr sein. Hier ist aber jeder gefor­dert. So etwas wünsch­te ich mir von der Ver­samm­lung der Kar­di­nä­le. Sicher wur­de so etwas in der hit­zi­gen Dis­kus­si­on gesagt. Viel­leicht errei­chen uns die­se Wort­mel­dun­gen auch noch.

    • Von Kas­per und sei­ner Kon­zils­kir­che ist nur noch eine Hil­fe­stel­lung zu erwar­ten: wie pas­se ich mich der Welt und ihren Gege­ben­hei­ten an, ohne mich dabei schlecht zu füh­len.

  7. Rom wird nicht den Glau­ben ver­lie­ren, son­dern hat bereits den Glau­ben ver­lo­ren.
    Die­se gan­ze per­fi­de Insze­nie­rung der neu­en kirch­li­chen Olig­ar­chen ist him­mel­schrei­end und muß wohl akri­bisch von lan­ger Hand vor­be­rei­tet wor­den sein.

    Das Ergeb­nis der kom­men­den Bischof­syn­ode dürf­te bei der erkenn­ba­ren Vor­ge­hens­wei­se, jetzt schon fest­ste­hen, etwas ande­res anzu­neh­men wäre beschö­ni­gend. Es mag nur noch dar­um gehen, wie die Ver­än­de­rung der Sakra­men­te den Glau­ben­den ser­viert wer­den soll.
    Lei­der las­sen sich all­zu Vie­le durch wol­ki­ges Gere­de von Barm­her­zig­keit, Zärt­lich­keit usw. ein­lul­len. Das amtie­ren­de Kir­chen­ober­haupt unter­hält die Inter­es­sier­ten bei den Mitt­wochs­ka­te­che­sen bemer­kens­wer­ter­wei­se gera­de mit den Sakra­men­ten.
    Mit sei­nem auto­ri­tä­ren Stil wird er die Bischö­fe schon auf Kurs brin­gen, die welt­li­che Medi­en­macht weiß er bereits hin­ter sich.
    All­zu fern dürf­te die neue Inklu­siv-Kir­che nicht mehr sein, da bereits bekann­te häre­ti­sche Evan­ge­li­ka­le zu „Bru­der­bi­schö­fen “ gemacht wer­den.

    In einem gebe ich Kar­di­nal Kas­per recht, Angst ist nichts Christ­li­ches, ergän­zen möch­te ich, daß auch Gott­ver­ges­sen­heit nichts Christ­li­ches hat.

  8. „Es gehe dar­um zu „son­die­ren, wo die Fami­li­en der Schuh drückt““
    Es ist wirk­lich blan­ker Hohn, der hier den viel­fach bedräng­ten Fami­li­en ent­ge­gen­schlägt. Eltern, die sich ernst­haft und aus tie­fem Glau­ben um eine christ­li­che und katho­li­sche Erzie­hung bemü­hen, haben ganz ande­re Pro­ble­me. Und sie wer­den von der Kir­che im Stich gelas­sen. Deren Ver­tre­ter küm­mern sich lie­ber um poli­ti­sche Mode­the­men.

  9. „Der deut­sche Kar­di­nal wird mit den Wor­ten zitiert: „Barm­her­zig­keit ist kei­ne bil­li­ge Gna­de, die von Umkehr dis­pen­siert. Aber die Sakra­men­te sind auch kei­ne Beloh­nung für Wohl­ver­hal­ten und für eine Eli­te, wel­che die aus­schließt, die der Sakra­men­te am mei­sten bedür­fen.“ °°°°°°

    Um auch noch den letz­ten theo­lo­gisch ein­mal leicht Ange­bil­de­ten ein­zu­sacken, ist auch schon Bon­hoef­fer und des­sen Kri­tik an der ja schon viel frü­her viru­len­ten „bil­li­gen Gna­de“ in die Apo­lo­ge­tik mit­ein­be­zo­gen.
    „Natür­lich — natür­lich, hat wer was anders gedacht! — ist Barm­her­zig­keit kei­ne „bil­li­ge Gna­de“! (Das wis­sen wir doch seit Bon­hoef­fer, dass „bil­li­ge Gna­de“ igitt pfui ist!) Nein, nein, kei­ne Sor­ge, wir mei­nen kei­ne bil­li­ge Gna­de, das muss hier ein für alle­mal gesagt wer­den. Oder ist hier wer, der mir das unter­stel­len will?!?! Nein, gut, das wäre näm­lich auch wirk­lich per­fi­de. Die Barm­her­zig­keit Got­tes ist tie­fer als die Sün­de, das ist ganz wich­tig, dass wir das immer wie­der klä­ren und den Men­schen sagen: sei­ne Barm­her­zig­keit ist grö­ßer als unse­re Feh­ler…“
    Ein­wurf: „Was ist eigent­lich eine Umkehr, von der nicht dis­pen­siert wer­den soll?“
    Kas­per: „Jeder muss in Demut auf sich selbst sehen. Wer will den ersten Stein wer­fen? Ja, also, sehen Sie, also da kann sich kei­ner rein spre­chen, also soll­ten wir nie­man­den ver­ur­tei­len.“

    Und jetzt kommt der tota­le Quer­schlä­ger aus Kas­perls Mund und man erkennt nicht mehr, ob der Kasch­perl das Kro­ko­dil oder der Kas­perl ist: „Sakra­men­te sind kei­ne Beloh­nung!“
    Zwi­schen­ruf: „Beloh­nung? Hat das je die Kir­che so gelehrt? Sakra­men­te „beloh­nen“ doch nicht!“
    Das Kro­ko­dil agi­tiert wei­ter: „For­dern Sie etwa eine Beloh­nung dafür ein, dass Sie die Ehe nicht gebro­chen haben? Wann waren Sie zuletzt bei der Beich­te? Es kann nicht sein, dass Sie nicht klamm­heim­lich auch die Ehe bre­chen, wenig­stens in Gedan­ken. Alle Men­schen wer­den da ver­sucht und den­ken mal kurz was Fal­sches -“
    Zwi­schen­ruf: „Moment! Ein kur­zer unge­woll­ter Gedan­ken­s­pot ist doch nicht ver­gleich­bar mit einem Ehe­bruch! Das hat die Kir­che nie gelehrt! Das erste ist eine Ver­su­chung, das zwei­te eine Tat.“
    Das Kro­ko­dil druckst: „Fin­den Sie, man wird nicht schul­dig, wenn man eine Ehe auf­recht­hält, in der nur gestrit­ten wird. Den­ken Sie an die Kin­der! Aber im zwei­ten Anlauf wird es gut? Wer sind wir? Soll der erste belohnt wer­den durch die Teil­nah­me an der Hl. Kom­mu­ni­on, der zwei­te aber aus­ge­schlos­sen wer­den, sprich bestraft?“
    Dann sit­zen die mei­sten in der Fal­le, weil nie­mand Rich­ter spie­len oder gar eigen­mäch­tig Stra­fen ver­hän­gen will.
    Übel­ste Dia­lek­tik.
    Wenn der Kas­per sonst nichts kann — die Regeln der per­fi­den Rhe­to­rik kann er, und er wen­det sie gewieft, dreist, mit einer erschüt­tern­den Unver­fro­ren­heit an.
    Das Schwei­gen Ber­go­gli­os ist total dane­ben — er ist der Papst (oder etwa doch nicht?) und es liegt an ihm, wie es hier wei­ter­geht. Nur, wirk­lich nur an ihm. Aber für ihn ist das Kas­perl­thea­ter — „Theo­lo­gie auf Knien“.
    Abyssi plau­dent mani­bus.

  10. Jetzt wird den schlau­en Theo­lo­gen die Ver­kür­zung der Leh­re lang­sam zum Ver­häng­nis.

    Da wird unter­schla­gen, dass beim Kom­mu­nion­emp­fang die Dis­po­si­ti­on des Emp­fan­gen­den eine nicht gerin­ge Rol­le spielt, – … sonst isst und trinkt er sich das Gericht. Die­se Stel­le wird im Novus Ordo kon­se­quent seit Jah­ren unter­schla­gen.

    Die Hl. Kom­mu­ni­on ist kei­ne Beloh­nung, aber ein unver­dien­tes Geschenk. Wenn mir jemand ein Auto schenkt und sagt, paß aber auf, du darfst nicht fah­ren, wenn du betrun­ken bist, sonst besteht die Gefahr, dass du in den Gra­ben fährst. Wenn ich aber die Hal­tung habe, ach was, sol­che Ein­schrän­kun­gen las­se ich nicht gel­ten, alle sol­len das Auto haben dür­fen und fah­ren dür­fen, egal wie, — dann zeigt das nur eine Arro­ganz und Dumm­heit ohne­glei­chen.

    Die Ver­fech­ter der Kas­per­schen Theo­rie brin­gen die Sakra­men­ten­leh­re auf die schie­fe Bahn, sie ver­füh­ren die Leu­te dazu, in der Sün­de zu ver­har­ren statt sich zu besin­nen und zu bekeh­ren.

  11. Im übri­gen tut Kard. Kas­per mit sei­ner zwei­lich­ti­gen Argu­men­ta­ti­on genau das, was er an ande­rer Stel­le anpran­gert. Es ist Miß­brauch der Sakra­men­te für poli­ti­sche Zwecke.

    Das gan­ze The­ma hat doch bald mehr einen poli­ti­schen als einen reli­giö­sen Hin­ter­grund. Leu­te wie Kard. Kas­per sind Anwäl­te für die ver­schie­de­nen Lob­bis: ein­mal die Geschie­de­nen in 2. oder 3. Ehe, dann für die ver­schie­de­nen Frau­en­ver­bän­de, die über Dia­ko­nin­nen lang­fri­stig auf ein Frau­en­prie­ster­tum hin­ar­bei­ten. Er macht sich stark für diver­se For­de­run­gen von ZdK u.a.

    • Das Frau­en­prie­ster­tum ist aber auch nur ein Durch­gangs­sta­di­um zum All­ge­mei­nen Prie­ster­tum. Die­ses ist aber die Abschaf­fung des Prie­ster­tums, was man selbst bei schwa­cher Beleuch­tung fest­stel­len mag. Die Zöli­bats­pflicht ent­fällt dann auch gleich mit.
      Dann soll doch gleich jeder machen, was er will. Dazu bedarf es kei­ner Kir­che mehr.

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