Wunder für Seligsprechung von Paul VI. von Theologen anerkannt

Wunder für Seligsprachung von Paul VI. anerkannt(Vati­kan) Die Theo­lo­gen-Con­sul­to­ren der Kon­gre­ga­ti­on für die Selig- und Hei­lig­spre­chungs­pro­zes­se haben eine wis­sen­schaft­lich nicht erklär­ba­re Hei­lung eines noch unge­bo­re­nen Kin­des als Wun­der aner­kannt. Sie wird der Für­spra­che von Papst Paul VI. zuge­schrie­ben, des­sen bal­di­ge Selig­spre­chung damit wahr­schein­lich wird.

Die Con­sul­to­ren der Kon­gre­ga­ti­on haben Anfang die­ser Woche ein­stim­mig ein Wun­der aner­kannt, das der Für­spra­che von Gio­van­ni Bat­ti­sta Mon­ti­ni zuge­schrie­ben wird, der von 1963 bis 1978 als Paul VI. katho­li­sches Kir­chen­ober­haupt war. Zuvor hat­te das medi­zi­ni­sche Bera­tungs­gre­mi­um der Kon­gre­ga­ti­on die Hei­li­gung für wis­sen­schaft­lich uner­klär­bar bezeich­net. Nun hat die Voll­ver­samm­lung der Kon­gre­ga­ti­on und damit die Kar­di­nä­le und Bischö­fe dar­über zu ent­schei­den, ob und wann Papst Fran­zis­kus der Akt zur Letzt­ent­schei­dung vor­ge­legt wird. Soll­ten die­se letz­ten Schrit­te zügig erfol­gen, so wäre die Selig­spre­chung bereits „in den näch­sten Mona­ten“ denk­bar, wie Vati­can Insi­der „gut­in­for­mier­te Quel­len“ an der Hei­lig­spre­chungs­kon­gre­ga­ti­on zitiert.

Wundersame Heilung als Bestätigung der Enzyklika Humanae vitae

Der Postu­la­tor im Selig­spre­chungs­ver­fah­ren, Pater Anto­nio Mar­raz­zo hat­te unter den ein­ge­gan­gen Gebets­er­hö­run­gen das Augen­merk auf die Hei­lung eines noch unge­bo­re­nen Kin­des gelenkt. Der Vor­fal­le hat­te sich Anfang der 90er Jah­re in Kali­for­ni­en ereig­net. Die Ärz­te hat­ten wäh­rend der Schwan­ger­schaft einen Defekt beim Fötus fest­ge­stellt. Wegen der schwer­wie­gen­den Gehirn­schä­den, die in einem sol­chen Fall auf­tre­ten, rie­ten die Ärz­te der Mut­ter als ein­zi­gen Aus­weg zur Abtrei­bung. Die Mut­ter ver­wei­ger­te sich jedoch stand­haft der Tötung ihres Kin­des. Statt des­sen ver­trau­ten sie und ihr Ehe­mann ihr Unge­bo­re­nes der Für­spra­che von Papst Paul VI. an, der 1968 die pro­phe­ti­sche Enzy­kli­ka Huma­nae vitae ver­öf­fent­licht hat­te. Die Ärz­te waren auf­grund ihrer Unter­su­chun­gen über­zeugt, daß das Kind schwerst kör­per­lich und gei­stig behin­dert zur Welt kom­me und wenig Über­le­bens­aus­sich­ten habe.

Die Geburt ver­lief jedoch pro­blem­los und das Kind kam völ­lig gesund zur Welt. Es wur­de den­noch bis in das Jugend­al­ter gewar­tet, um auch even­tu­el­le Spät­fol­gen aus­zu­schlie­ßen. Da die­se nicht auf­tra­ten, gilt der Fall seit­her als voll­stän­di­ge Hei­lung. „Ein wirk­lich außer­ge­wöhn­li­ches und über­na­tür­li­ches Ereig­nis“, hat­te der Postu­la­tor 2012 Radio Vati­kan gesagt. Es han­delt sich zudem um ein Wun­der, das „das kirch­li­che Lehr­amt bestä­tigt“. Papst Paul VI. hat­te für vie­le uner­war­tet und trotz hef­ti­ger inner­kirch­li­cher Wider­stän­de, auch aus dem deut­schen Sprach­raum, die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae ver­öf­fent­licht. Das Wun­der ist mit der „Ver­tei­di­gung des Lebens ver­bun­den, die in der Enzy­kli­ka ein­ge­for­dert wird, aber auch mit der Ver­tei­di­gung der Fami­lie, weil die Enzy­kli­ka auch von der ehe­li­chen Lie­be spricht. Die Eltern des geheil­ten Kin­des, das heu­te bereits Erwach­sen ist, haben gemein­sam eine Ent­schei­dung für das Leben getrof­fen und sich gegen­sei­tig gestützt. Die­se Hei­lung ent­spricht ganz dem, was Papst Mon­ti­ni mit sei­ner Enzy­kli­ka sagen woll­te“, so der Postu­la­tor.

Am 20. Dezem­ber, kurz vor der Bekannt­ga­be sei­nes Amts­ver­zichts, hat­te Papst Bene­dikt XVI. den heroi­schen Tugend­grad sei­nes ver­stor­be­nen Vor­gän­gers aner­kannt. Seit­her fehlt für die Selig­spre­chung nur mehr die Aner­ken­nung eines Wun­ders.

Kirchenpolitisch „ausgleichende“ Heiligsprechung von zwei Päpsten am 27. April

Bereits am 27. April 2014 wer­den in einem außer­ge­wöhn­li­chen Dop­pel­akt gleich zwei Päp­ste der jüng­sten Kir­chen­ge­schich­te hei­lig­ge­spro­chen: Johan­nes Paul II. (1978–2005) und Johan­nes XXIII. (1958–1963). Als das nöti­ge Wun­der für die Hei­lig­spre­chung von Johan­nes Paul II. aner­kannt wur­de, ent­schied Papst Fran­zis­kus im ver­gan­ge­nen Som­mer kur­zer­hand auch Johan­nes XXIII. hei­lig­zu­spre­chen, obwohl noch kein auf sei­ne Für­spra­che zurück­ge­hen­des Wun­der aner­kannt wur­de. Der unge­wöhn­li­che, den kir­chen­recht­li­chen Bestim­mun­gen für Hei­lig­spre­chun­gen wider­spre­chen­de Schritt wird im Zusam­men­hang mit dem 50-Jahr­ge­den­ken des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil gese­hen. Eine Form von indi­rek­ter „Sank­ti­fi­zie­rung“ des Kon­zils durch die Per­son sei­nes Ein­be­ru­fers. Eine kir­chen­po­li­ti­sche Maß­nah­me, die ver­stärkt wird durch die „Aus­glei­chung“ der Hei­lig­spre­chung von Johan­nes Paul II. mit jener Johan­nes XIII. In der nach­kon­zi­lia­ren Block­bil­dung in der Kir­che wer­den die bei­den Päp­ste als gegen­sätz­li­che Aus­drucks­for­men des Kir­chen­ver­ständ­nis­ses in Anspruch genom­men und unter­schied­li­chen „Blöcken“ zuge­ord­net.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der

47 Kommentare

  1. Die Genera­ti­on Vati­ka­num 2 wird tri­um­phie­ren, denn mit der Hei­lig­spre­chung Johan­nes Paul II. und Johan­nes XXIII. wird die Zer­stö­rung der Lit­ur­gie und des Glau­bens für EWIGE Zei­ten zemen­tiert.

    Fast ist man geneigt zu glau­ben, dass Gott das 2. Vati­ka­num durch die­sen Akt sank­tio­niert, was ich sehr ver­wir­rend fin­de.

      • Nach Mei­nung der mei­sten (tra­di­tio­nel­len und auch mit­tel­al­ter­li­chen) Theo­lo­gen ist eine Hei­lig­spre­chung unfehl­bar.

        • Papst Inno­zenz IV. (reg. 1243–1254) sagt, dass für eine Hei­lig­spre­chung drei Vor­aus­set­zun­gen gege­ben sein müs­sen: (1) fides, (2) excel­len­tia vitae und (3) mira­cu­la per pro­ba­tio­nes. Auch meint der Papst, dass Irr­tü­mer nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen, jedoch die Gebe­te an einen irr­tüm­lich Kano­ni­sier­ten wohl ange­nom­men wer­den, wenn der Beter „bona fide“ han­delt.

          Das ist die Äuße­rung eines Pap­stes, der über sämt­li­chen Theo­lo­gen steht, auch über einem Tho­mas von Aquin, Alfons von Ligou­ri usw.

          • Papst Inno­zenz IV. sagt fol­gen­des in sei­nen „Com­men­ta­ria super libros quin­que Decreta­li­um“:

            „Cano­ni­z­a­re est sanc­tos cano­ni­ce et regu­la­ri­ter sta­tue­re, quod ali­quis sanc­tus hono­re­tur pro sanc­to, puta solen­ne offi­ci­um pro eo face­re, sicut fit pro allis sanc­tis, qui sunt eius­dem con­di­tio­nis, … et fit regu­la­ri­ter haec cano­niz­a­tio quan­do per pro­ba­tio­nes cons­tat de fide, et excel­len­tia vitae, et mira­cu­lis eius qui peti­tur cano­ni­za­ri, … et opor­tet tan­tam esse excel­len­ti­am vitae, et talia esse mira­cu­la, quae sint ultra vires et poten­tem natu­rae. Item non debet esse uni­ca tautum excel­len­tia vitae, imo opor­tet esse mul­tas et con­ti­nu­as, …“

            „Et fit regu­la­ri­ter haec cano­niz­a­tio, quan­do per pro­ba­tio­nes cons­tat de fide et excel­len­tia vitae et mira­cu­lis eius, qui peti­tur cano­ni­za­ri.… Et opor­tet tan­tam esse excel­len­ti­am vitae, et talia esse mira­cu­la, quod sint ultra vires et poten­ti­am natu­rae… Vitam tamen sine mira­cu­lis cre­de­rem suf­fi­ce­re quoad virt­utem, tamen eccle­sia non debet tales cano­ni­z­a­re prop­ter hoc: quia in secreto potu­er­unt laxio­rem vitam duce­re“.

  2. Wie oft ist es schon gesche­hen, dass die Ärz­te sich geirrt haben und einen Defekt bei Unge­bo­re­nen fest­ge­stellt haben wol­len, den es gar nicht gab. Und dann wur­de das Kind „wie durch ein Wun­der“ ganz gesund gebo­ren! Das alles sind Wun­der, die es gar nichts bewei­sen. Und auf sol­chen Befun­den eine Selig­spre­chung auf­bau­en, das ist alles auf Sand gebaut! Wie lächer­lich will sich die Kon­zils­kir­che noch machen!

  3. Der Frei­mau­rer, Kom­mu­ni­sten­freund und Vat II Gal­li­ons­fi­gur soll mit aller Macht als „Hei­li­ger“ durch­ge­boxt wer­den, gro­tes­ker geht es kaum. Das ist sie, die „Neue Kir­che“, vom „Kon­zils­geist“ durch­strömt, die sich selbst anbe­tet, und grin­send in die Kame­ras der Neu­en Welt­ord­nung winkt.

  4. Hoffnung,z.B.die näch­ste Lit­ur­gi­sche Tagung,in Herzogenrath,in der Pfarr­ge­mein­de st.Gertrud,von 2.–5.April.…da ist sicher der Gott.…

  5. Wenn die Vor­gän­ger­päp­ste Hei­lig gespro­chen wer­den ist die Chan­ce groß, bald selbst dazu gehö­ren zu kön­nen. Bei dem vor­herr­schen­den Tem­po von P. F. ist dies bei ihm viel­leicht schon zu sei­nen Leb­zei­ten mög­lich.

  6. Drei hei­li­ge Päp­ste hin­ter­ein­an­der! Mein Gott, in was für glor­rei­chen Zei­ten wir leben!!

    • Genau. Jeder Papst hat doch schon ein Anrecht dar­auf, wie es aus­sieht. Allein die Amts­aus­übung ist wohl jet­rzt Grund genug. Auch eine beson­ders gute Amts­aus­füh­rung soll­te nicht allein Kri­te­ri­um sein, denn das wird eigent­lich von einem Papst erwar­tet.

  7. Gäbe es noch den „Advo­vatur dia­bo­li“, den JPII abge­schafft hat, müss­te in die­sem Ver­fah­ren aber auch all das zur Spra­che kom­men, was gegen eine Hei­lig­spre­chung Pauls VI. spricht. Und das ist eine gan­ze Men­ge! http://www.chiesaviva.org/paolo-vi.html

    Es hat etwas Geschmack­lo­ses, gera­de­zu Pein­li­ches, wie das Papst­tum sich selbst so beharr­lich selig- und hei­lig­spricht seit dem Kon­zil… Im übri­gen wür­de F. auch selig­spre­chen, wenn kein Wun­der vor­liegt…
    ja, ein der­zei­ti­ger Papst spricht nach Gusto hei­lig oder selig, wer ihm passt, nsach­dem nun auch noch die letz­ten Mah­ner aus der Kon­greag­ti­on für Seilg- und Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren ent­fernt wur­den.

    Man kann nur noch sagen: Lasst sie machen, eine spä­te­re Zeit wird das alles auch wie­der ent­fer­nen wegen außero­dent­li­cher Umstän­de. kei­ne Sor­ge.

    Und noch was: Huma­nae vitae ist nicht wg. Paul VI. hero­isch, der uns immer­hin das lit­ur­gi­sche Destaster und den Nie­derg­nag der Kir­che beschert hat, son­dern es zeigt, dass Gott immer noch das letz­te Wort spricht, wenn es um kon­kre­te lehr­amt­li­che Wei­sun­gen geht, und sei der, der sie spre­chen muss, auch sonst noch so ver­wor­ren!

    Aber so weit sind wir inzwi­schen, dass wir schon selig­spre­chen, wenn einer in einem ein­zi­gen Punkt mal nicht der Leh­re unge­hor­sam war!

    • So sehe ich das auch. Das sind ja auch kei­ne Zei­ten, die eine Prü­fung braucht. Muss jetzt auch noch die Hei­lig­spre­chung unter den Ver­dacht gera­ten, dass Gefäl­lig­keit das The­ma ist. Er war Papst und ist damit hei­lig zu spre­chen. Das ist wohl der Ver­dienst­kür­zel die­ser Tage.

    • Wel­chen Grund gibt es denn, den Gegen­an­walt abzu­schaf­fen? Eine genaue, stren­ge Prü­fung ist bei Selig- o. Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren doch sehr sinn­voll. Ich kann mir nur Grün­de für ihn und kei­ne gegen ihn vor­stel­len. Mit wel­cher Begrün­dung wur­de er denn abge­schafft??

  8. Viel­leicht soll­te neben den gan­zen kir­chen­po­li­ti­schen Kata­stro­phen die­ses Pon­ti­fi­kats auch ein­mal die per­sön­li­che Lebens­füh­rung die­ses Pap­stes zur Spra­che kom­men.

    • Mei­nen Sie damit die Aus­sa­gen Don Lui­gi Vil­las, der u.a. von drei Gespie­len männ­li­chen Geschlech­tes zu berich­ten wuss­te? Wir wis­sen natür­lich nicht, ob das stimmt…

      • Davon habe ich auch gele­sen, hat­te es schon wie­der ver­ges­sen. Obgleich mich fast nichts mehr schockie­ren kann, wäre dies aber noch der „Gip­fel“!!

  9. Bin ja gespannt, wann im Vati­kan ein­fach alle hei­lig­ge­spro­chen wer­den, wür­de ja wun­der­bar in die Aller­lö­sungs­theo­lo­gie der „Kon­zils­kir­che“ also der „Die Neue Kir­che“ pas­sen. Aber spä­te­stens mit der „Hei­lig­spre­chung“ von Papst Johan­nes Paul II. wis­sen alle wahr­lich katho­li­sche Den­ken­den, dass Hei­lig­spre­chun­gen NICHT unfehl­bar sein kön­nen.
    Mat­thä­us 7,20. An ihre Früch­ten also sollt ihr sie erken­nen.
    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  10. Der Papa Ber­go­glio hat anläss­lich der Kar­di­nal­s­er­he­bun­gen wie­der sei­ne bil­li­ge Mitra ohne Kreuz­bal­ken und den häss­li­chen Krumm­stab Montinis/Paul VI.zur Zere­mo­nie ver­wen­det.

      • Tja, die einen tra­gen eben kost­ba­re Barock­mitren, inwän­dig gefüt­tert mit einer Dor­nen­kro­ne, die ande­ren bil­li­ge und geschmack­lo­se Tre­vi­ra­mitren, jedoch bequem aus­ge­klei­det mit dem wei­chem Samt all­ge­mei­ner Popu­la­ri­tät und unbe­schwer­ter Theo­lo­gie.

    • Ich schau da schon gar nicht mehr hin. Das ist eine Geschmacks­ver­ir­rung, die sei­nes Glei­chen sucht. Da ändert auch das Fut­ter nicht. Die­ser Papst hat kei­nen Stil und kei­nen Sinn für die Schön­heit, die Kunst und die Hei­li­ge­keit der Lit­ur­gie. Man­che Kar­di­nä­le kamen bes­ser geklei­det daher als ihr Chef. In einem Indu­strie­be­trieb wäre dies wohl kaum mög­lich … Ach ja und für alles übri­ge das hier erwähnt wur­de emp­feh­le ich you­tube — Schleich­fern­se­hen „Fran­zis­kus beich­tet bei Bene­dikt XVI“.
      Im Fasching der­zeit — ein katho­li­scher Hoch­ge­nuß der ande­ren Art .…

  11. Die Hei­lig­spre­chung von Päp­sten geht wohl auto­ma­tisch, man könn­te ans Fließ­band den­ken. Soll­te man nicht bes­ser auf die Hei­lig­spre­chung vbon Päp­sten ver­zich­ten, wenn die Zuord­nung von Wun­dern so arg kon­stru­iert wer­den muss ? Die Selig-und Hei­lig­spre­chun­gen soll­ten auch auf wirk­li­che ganz beson­de­re Aus­nah­me­fäl­le beschränkt blei­ben. Die Beson­der­heit geht anson­sten lei­der im Kir­chen­volk doch ver­lo­ren.

  12. Wenn schon das Kon­zil nur ein pasto­ra­les war, so wer­tet man es eben dadurch auf, dass man alle sei­ne Teil­neh­mer und Sekre­tä­re hei­lig spricht, wie wäre es mit einer Selig­spre­chung für Dr. Ratz­in­ger zu Leb­zei­ten? Wenn das alles so wei­ter­geht kommt das auch noch!

    • Nein, Ratz­in­ger kann nicht zu Leb­zei­ten selig­ge­spro­chen wer­den, da er sich viel zu tra­di­ti­ons­freund­lich ver­hal­ten hat. Das ist eine unver­zeih­li­che Sün­de wider die Neue Kir­che. Eher rech­ne ich mit einer Selig- und Hei­lig­spre­chung (am besten gleich in einem Auf­wasch) Ber­go­gli­os zu Leb­zei­ten. Er hät­te auch die „Demut“, sich als leben­den Hei­li­gen ver­eh­ren zu las­sen.

  13. Die­se papal indu­zier­ten papa­len Hei­lig­spre­chun­gen pas­sen ganz in die nach­kon­zi­lia­re Kir­che: alle die­se Aspi­ran­ten haben der Welt gut gefal­len, wenn auch der eine oder ande­re welt­lich gese­hen noch mit klei­nen Schön­heits­feh­lern behaf­tet war wie z. B. Paul VI mit der Enzy­kli­ka huma­nae vitae; in der Gesamt­bi­lanz aber konn­te und kann die Welt mit deren Amts­füh­rung sehr zufrie­den sein, sodass die Hei­lig­spre­chun­gen wohl eher dem Lob der Welt genü­gen sol­len. Da dür­fen dann auch schon ein­mal frag­wür­di­ge Hei­lun­gen wie eine intrau­te­ri­ne aus­rei­chen, was ganz auf der Linie der Abschaf­fung har­ter Kri­te­ri­en wie des Kri­te­ri­ums des Advo­ca­tus dia­bo­li liegt. Die­se infla­tio­nä­ren Hei­lig­spre­chun­gen sind dar­um auch nichts ande­res als post­hu­me Ordens­ver­lei­hun­gen, gewiss wer­be­wirk­sam, aber wie in der Wer­bung nicht sel­ten, seman­tisch nicht kor­rekt.

  14. Wenn man Paul VI hei­lig spre­chen möch­te soll­te man es mit Bugni­ni auch tun. Schließ­lich hat der eine das umge­setzt was der ande­re in mühe­vol­ler Kon­spi­ra­ti­on erar­bei­tet hat. Irgend­ein ein Wun­der wird sich schon fin­den las­sen, da sind sie sehr fle­xi­bel.
    Ein rich­ti­ger Advo­ca­tus dia­bo­li stört da nur.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  15. Wenn Ber­go­glio Ende April nicht wegen Unpäss­lich­keit an der Hei­lig­spre­chung der bei­den Päp­ste gehin­dert wird, kommt es spä­ter auf Paul VI. auch nicht mehr drauf an.
    Hei­lig­spre­chun­gen kom­men Dog­men gleich, sie sind nicht mehr zurück­zu­neh­men. Sie kön­nen nur für ungül­tig erklärt wer­den, wenn das höch­ste Lehr­amt fest­stellt, dass der hei­lig­spre­chen­de Papst ein Häre­ti­ker war, des­sen Akte null und nich­tig sind.
    Das wird kom­men müs­sen. Sonst gibt die katho­li­sche Kir­che ihren Wahr­heits­an­spruch in aller Form auf. Weil der letz­te hei­li­ge Papst, Papst Pius X., das Gegen­teil lehr­te von dem, was sei­ne „hei­li­gen Nach­fol­ger“ lehr­ten und taten.
    Jeder, der lesen kann, wird mühe­los nach­wei­sen kön­nen, dass zwi­schen Pius X. einer­seits und vor allem Johan­nes Paul II. ein unüber­brück­ba­rer Gegen­satz besteht. Damit wäre es um die Unfehl­bar­keit der Kir­che in aller Form gesche­hen.
    Es gibt in der Zukunft nur einen Aus­weg: Ber­go­gli­os Pon­ti­fi­kat fällt der Ungül­tig­keit anheim. Wann immer es sein wird, ist heu­te nicht abzu­schät­zen. Das Urteil über die Kon­zil­s­epo­che wird irgend­wann gespro­chen wer­den.

    • Hei­li­gen-Infla­ti­on nicht fort­füh­ren. Die Allein­stel­lung eines/einer Hei­li­gen wird doch durch die Infla­tio­nie­rung in Fra­ge gestellt. Päp­ste, die ihr Amt ver­se­hen, sind damit doch kei­ne Hei­li­ge.

      • An „Ralph sagt“: War­um die­ser gewis­se Unter­ton mit „Hei­li­gen-Infla­ti­on“ ? Ich erin­ne­re mich, was sei­ner­zeit von einem pro­te­stant. Bischof an die Pra­xis von Papst Johan­nes Paul II. gera­de da mit ähn­lich spöt­ti­schem Unter­ton an die­sen gerich­tet wor­den war. Wie soll ich dann ver­gleichs­wei­se damit die Schrift­wor­te in „Offen­ba­rung des Johan­nes“ Kapi­tel 7 ab Vers 9 ver­ste­hen kön­nen:
        „Danach sah ich: eine gro­ße Schar.… nie­mand konn­te sie zäh­len.“.….
        Wol­len Sie Ralph dann hier auch von einer „Hei­li­gen-Infla­ti­on“ spre­chen !?
        Im übri­gen, wenn ich in die­sen vie­len gewis­sen Kom­men­ta­ren, wo immer wie­der auch eini­ge offen­bar mei­nen, sie müß­ten unbe­dingt mit ihrem Latein hier beson­ders glän­zen (ich schät­ze die­se klas­si­sche Spra­che, die ich vor 40 J. lei­der nicht mehr wei­ter erler­nen konn­te, unse­re Schu­le wur­de 1944 durch Bom­ben total zer­stört) auf so ver­schie­de­ne Ver­ur­tei­lun­gen, ja Her­ab­las­sun­gen sto­ße, so erin­nern mich die­se an ähn­li­che gehör­te Äuße­run­gen in der HJ.
        Egal von wem die­se Äuße­run­gen gemacht wur­den bezw. wie­der gemacht wer­den: Jeder soll­te beden­ken, daß er ein­mal für jedes Wort wird Rechen­schaft abge­ben müs­sen.
        Dar­um ist es sicher klü­ger, wenn mir schon kein gutes Wort ein­fällt, ob es da nicht bes­ser und ver­ant­wor­tungs­vol­ler ist, dann eher zu schwei­gen. Selbst wenn ich glau­be, ich sei aber im Recht, so soll­te ich auch beden­ken, ob ich nicht ‑zwar unbe­ab­sich­tigt- damit ande­re, die für das-auf-die-Kir­che- Drein­schla­gen emp­fäng­lich sind, damit gezielt zur Sün­de des Lästerns ver­füh­re. Dann wird die Aus­re­de: Ich habe das aber doch gut gemeint! dann nicht zie­hen und gel­ten kön­nen. Aus­schlag gebend wird allei­ne sein, was ich in der Öffent­lich­keit damit ange­rich­tet habe.
        Wenn ich schon glau­be, die Klin­ge kreu­zen zu müs­sen, dann vor denen, die mir wirk­lich sach­lich gewach­sen sind.

    • das 2te Vati­ka­num hat aber ne Men­ge Hei­li­ge ein­fach „kas­siert“ sprich aus dem Kalen­der gewor­fen, so z.B auch so belieb­te Hei­li­ge wie die Hei­li­ge Bar­ba­ra.
      Als Begrün­dung wur­de ange­führt, die­se Per­so­nen auch Wer­ner von Bacha­rach, Andre­as vom Rim u.v.a. sei­en nicht histo­risch nach­weis­bar.
      Will hei­ßen so unfehl­bar schei­nen Hei­lig­spre­chun­gen ja doch nicht zu sein, und die seli­ge Anna Katha­ri­na Emme­rich schaut sogar irgend­wo eine Fege­feu­er­ab­tei­lung für die, die hei­lig. bzw selig gespro­chen wur­den, es aber nicht sind

    • @ Zeit­los: Und ich befürch­te, nicht nur das Pon­ti­fi­kat von Ber­go­glio …
      … je län­ger ich dar­über nach­den­ke bzw. mich mit dem The­ma beschäf­ti­ge und dar­über lese, desto weni­ger kann ich mich der (zumin­dest vor­sich­ti­gen) Ver­mu­tung erweh­ren, daß jene ‚Ame­ri­can Nine‘ (um den Fr. Ceka­da), die sich Anfang der 8o-erjah­re von der FSSPX — u.a. ja wg. der Sedis­va­kanz-Fra­ge — trenn­ten, vlt. doch Recht hat­ten. Suche sozu­sa­gen hän­de­rin­gend nach einem star­ken Gegen­ar­gu­ment …
      … aller­dings kann & darf ich mir kei­ner­lei (zumal „end­gül­ti­ges“) Urteil dar­über erlau­ben, da mir dazu das nöti­ge Wis­sen und der theo­log. Hin­ter­grund fehlt. Zumin­dest fin­de ich deren Argu­men­te sehr ein­leuch­tend — erst­recht ange­sichts des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats (wenn es denn eines ist …) und der geplan­ten Kano­ni­sa­tio­nen … — ich weiß es nicht … jeden­falls sehr bedrückend, das Gan­ze .….

      • [Ergän­zung: natür­lich fehlt mir nicht nur der nöti­ge theo­log. Hin­ter­grund, son­dern ich bin selbst­ver­ständ­lich auch nicht in der Posi­ti­on (darf & muß mir aber den­noch eine wohl­be­grün­de­te Mei­nung dazu bil­den); aber die­se Fra­ge wird nur ein zukünf­ti­ges Lehr­amt defi­ni­tiv ent­schei­den kön­nen (und müs­sen). — Habe eben einen rela­tiv neu­en Arti­kel von John Sal­za dazu gefun­den: ‚Pope Fran­cis, Arch­bi­shop Lef­eb­v­re and Sede­va­can­tism‘, Link dazu (den Arti­kel fin­det man gleich oben): http://www.johnsalza.com/ ]

  16. Ich habe da ein schlech­tes Gefühl. Wo ist denn die Ver­eh­rung von Paul VI. im Volk?
    Und die von Johan­nes XXIII. — abge­se­hen von eini­gen sich intel­lek­tu­ell und pro­gres­siv dün­ken­den Zir­keln?

    Und wie­so soll Huma­nae vitae eine „pro­phe­ti­sche Enzy­kli­ka“ sein, wo sie doch nur das wie­der­holt, was sowie­so Leh­re der Kir­che ist (vgl. Casti con­nu­bii UND II. Vati­ca­num in Gau­di­um et spes 51 — letz­te­res trotz der Fuß­no­te von Rah­ner-Vor­grim­ler)?

    Es spricht wirk­lich alles gegen eine Selig­spre­chung von Paul VI., vor allem natür­lich der Novus Ordo Mis­sae. Wenn jetzt die Kon­zil­späp­ste einer nach dem ande­ren kano­ni­siert wer­den, ver­liert das Insti­tut der Selig- und Hei­lig­spre­chung ihre Aus­sa­ge­kraft.

    Nota bene:
    Die Ver­eh­rung muß VON UNTEN, vom berühm­ten VOLK GOTTES kom­men, nicht von oben oktroy­iert wer­den!

  17. @ GW
    Ich möch­te auf kei­nen Fall sedis­va­kan­ti­stisch miss­ver­stan­den wer­den. Die Sedis­va­kan­ti­sten bezeich­nen uns alle als V 2 — Sek­te. Sie haben sich längst von der katho­li­schen Kir­che getrennt, haben kei­ne gül­tig geweih­ten Bischö­fe, maßen sich an, Päp­ste als Häre­ti­ker zu bezeich­nen.
    Dass sie es viel­leicht sind, nicht nur Ber­go­glio, davon kann man PERSÖNLICH über­zeugt sein. Doch fest­stel­len kann das offi­zi­ell nur das Lehr­amt der Kir­che.
    Wir kön­nen davon über­zeugt sein, aber ein­zel­ne Katho­li­ken waren nie befugt, sich an die Stel­le des kirch­li­chen Lehr­am­tes zu stel­len. Wir müs­sen war­ten kön­nen, der Vor­se­hung Got­tes ver­trau­en, am über­lie­fer­ten Glau­ben fest­hal­ten.

    • Ja, des­we­gen hat­te ich ja auch bewußt sehr zurück­hal­tend for­mu­liert; ich DARF mir da kein ‚Urteil‘ anma­ßen; das ein­zi­ge, was ich tun kann, ist, mal die versch. Stand­punk­te zu der Fra­ge sich­ten — und dann muß ich das eben so ste­hen las­sen, im Ver­trau­en dar­auf, daß ein zukünf­ti­ges Lehr­amt dann defi­ni­tiv dar­über befin­de. Erz­bi­schof Lef­eb­v­res Hal­tung zu dem The­ma ist, wie ich fin­de, sehr wei­se: er hat eine Sedis­va­kanz infol­ge mani­fe­ster Häre­sie nicht für unmög­lich gehal­ten, aber er woll­te sich auf kei­nen Fall zu irgend­ei­nem Urteil in der Sache hin­rei­ßen oder drän­gen las­sen; ein paar Zita­te aus dem o.g. Arti­kel von J. Sal­za:
      „[…] perhaps we must say that the Pope is a here­tic, is aposta­te. Now I don’t wish yet to say it for­mal­ly and solemnly, but it seems at first sight that it is impos­si­ble for a Pope to be publicly and for­mal­ly here­ti­cal. Our Lord has pro­mi­sed to be with him, to keep his faith, to keep him in the Faith – how can he at the same time be a public here­tic and vir­tual­ly apo­sta­ti­ze? So it is pos­si­ble we may be obli­ged to belie­ve this Pope is not the Pope. For twen­ty years, Msgr. De Castro-Mey­er and I pre­fer­red to wait, we said it was more pru­dent and more in con­for­mi­ty with Pro­vi­dence to wait becau­se it is so important, so tra­gic, when it is not just a bishop, arch­bi­shop or car­di­nal, but the man in the chair of Peter. It is so important, so gra­ve, so sad, that we pre­fer to wait until Pro­vi­dence gives us such evi­dence, that it is no lon­ger pos­si­ble to refu­se to say that the Pope is a here­tic.“ (Erz­bi­schof Lef­eb­v­re vor dem Assi­si-Tref­fen 1986)
      Und Bischof Tis­sier de Mal­lerais schreibt in sei­ner Lef­eb­v­re-Bio­gra­phie (lt. Sal­za): „But the wis­dom of Arch­bi­shop Lef­eb­v­re made him feel, to the con­tra­ry, that the pre­mi­ses of this rea­so­ning [sede­va­can­tism] were as shaky as the aut­ho­ri­ty that for­mu­la­ted it, be it that of a theo­lo­gi­an or even a bishop. He [Lef­eb­v­re] said more than once about the­se popes – about Paul VI from 1976, and about John Paul II, after the pray­er mee­ting of reli­gi­ons at Assi­si in 1986 – that he did not exclu­de the pos­si­bi­li­ty that the­se popes were not popes, that one day the Church will have to exami­ne their situa­ti­on, that a future pope and his car­di­nals might have to pro­noun­ce the fin­ding that the­se men had not been popes. […] But for hims­elf, he pre­fer­red to con­si­der them as popes. This sup­po­ses that he did not feel that he pos­ses­sed suf­fi­ci­ent know­ledge of the per­ti­nent facts nor the necessa­ry power for making such a judgment. This is of cri­ti­cal import­ance to bear in mind.”

      • Aber trotz­dem … ehr­lich gesagt, die Fra­ge, „Sedis­va­kanz — ja oder nein?“ kommt mir, was jetzt kei­ne Respekt­lo­sig­keit sein soll, vor wie die berühm­te „Wahl zwi­schen Pest und Cho­le­ra“, gera­de ange­sichts der „jüng­sten Ent­wick­lun­gen in Rom“ — es ist ein­fach nur fürch­ter­lich, so oder so .….

  18. Im Zusam­men­hang mit Selig- ind Hei­lig­spre­chun­gen, möch­te ich unbe­dingt auf das Buch von Maria del Car­men Tapia: Hin­ter der Schwel­le, hin­wei­sen! Es geht um das OPUS DEI und sei­nen Grün­der Jose­ma­ria Escri­va, der von Joh. Paul II. am 17. Mai 1992 selig und am 6. Okt. 2002 hei­lig­ge­spro­chen wur­de. Die­se Lek­tü­re ver­mit­telt einen unge­trüb­ten Blick auf den Grün­der — des­sen Schimpf­ti­ra­den allen Mit­glie­dern wohl­be­kannt waren — und sein Werk. Ange­sichts sol­cher Gemein­heit, Bös­ar­tig­keit, Skru­pel­lo­sig­keit, Geld­gier, Lügen, Psy­cho­ter­ror und Mani­pu­la­ti­on ist man fas­sungs­los.
    Ein Kri­mi — und wah­rer Augen­öff­ner — gera­de auch für jene, die immer noch nicht wis­sen was „gespielt“ wird!

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