Gedenkmesse im Alten Ritus für Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita von Österreich

Gedenkmesse für den Seligen Kaiser Karl I. von Österreich in Nancy(Nan­cy) In Nan­cy, der Haupt­stadt des alten Her­zog­tums Loth­rin­gen wur­de in der Basi­li­ka Saint Epv­re im Geden­ken an den Seli­gen Kai­ser Karl I. von Öster­reich und sei­ne Gemah­lin, die Die­ne­rin Got­tes Kai­se­rin Zita eine Hei­li­ge Mes­se im Alten Ritus zele­briert. Zele­brant war Abbé Cyril­le Debris, Diö­ze­san­prie­ster der Diö­ze­se Rou­en. Name und Wap­pen des Her­zog­tums fin­den sich im Namen des Erz­hau­ses Habs­burg-Loth­rin­gen und neben dem habs­bur­gi­schen Löwen und dem öster­rei­chi­schen Bin­den­schild in des­sen Wap­pen.

Abbé Debris ist Postu­la­tor im Selig­spre­chungs­ver­fah­ren von Kai­se­rin Zita. An der Meß­fei­er nahm auch Abbé Flo­rent Hus­son teil, der Kaplan an der Kaplanei zum Seli­gen Kai­ser Karl von Habs­burg-Loth­rin­gen und Pfarr­ver­we­ser der Kir­che Maria Imma­ku­la­ta von Nan­cy.

In Nan­cy, zu deutsch Nan­zig, wie die Mosel­fran­ken vom nahen Luxem­burg über das Saar­land bis in den deutsch­spra­chen Teil Loth­rin­gens zum Teil noch heu­te sagen, waren mit Erz­her­zog Imre von Öster­reich und sei­ner Gemah­lin Erz­her­zo­gin Kath­le­en Ange­hö­ri­ge des Erz­hau­ses anwe­send. Erz­her­zog Imre von Habs­burg-Loth­rin­gen ist ein Uren­kel des letz­ten öster­rei­chi­schen Kai­sers. Anwe­send war auch eine Reli­quie des seli­gen Kai­sers, die für die Gläu­bi­gen aus­ge­stellt wur­de.

Kaiser Karl starb 35jährig 1922 auf Madeira — 2004 wurde er seliggesprochen

Kaiser Karl I. von Österreich und König von Ungarn, rechts die Fahne LothringensKai­ser Karl I. wur­de 1887 im nie­der­öster­rei­chi­schen Per­sen­beug als Groß­nef­fe von Kai­ser Franz Joseph I. gebo­ren. 1907 ehe­lich­te er Prin­zes­sin Zita von Bour­bon-Par­ma. 1914 wur­de er durch die Ermor­dung von Erz­her­zog-Thron­fol­ger Franz Fer­di­nand zum Thron­fol­ger und Kron­prinz. Die Ermor­dung des öster­rei­chi­schen Thron­fol­gers war die Ursa­che für den Aus­bruch des Ersten Welt­krie­ges, der bereits seit eini­ger Zeit aus wirt­schafts- und macht­po­li­ti­schen Inter­es­sen in der Luft lag. Nach dem Tod von Kai­ser Franz Joseph I. im Jahr 1916 folg­te er die­sem auf den Thron und bemüh­te sich bis hin zu einem Sepa­rat­frie­den ohne das Deut­sche Reich erfolg­los um einen Frie­dens­schluß, da die füh­ren­den Kräf­te der Entente auf einen Sieg­frie­den setz­ten. Von der Entente ange­trie­ben, kon­sti­tu­ier­ten sich eine Rei­he von Völ­kern Öster­reich-Ungarns als eigen­stän­di­ge Staa­ten. Am 11. Novem­ber 1918 erklär­te der Kai­ser unter dem Ein­druck der mili­tä­ri­schen Nie­der­la­ge und der revo­lu­tio­nä­ren Umbruch­stim­mung sei­nen Ver­zicht auf alle Amts­ge­schäf­te in der öster­rei­chi­schen Reichs­hälf­te, am 13. Novem­ber auch in der unga­ri­schen Reichs­hälf­te. Eine offi­zi­el­le Abdan­kung lei­ste­te er jedoch nicht.

Am 24. März 1919 wider­rief er kurz vor dem Über­gang in das Schwei­zer Exil sei­ne Ver­zichts­er­klä­run­gen und erhob Pro­test gegen sei­ne Abset­zung. Ver­su­che, die Mon­ar­chie in Öster­reich und in Ungarn zu restau­rie­ren, schei­ter­ten. 1921 wur­de der Kai­ser von der Entente auf die por­tu­gie­si­sche Insel Madei­ra ver­bannt, wo er bereits am 1. April 1922, erst 35jährig an einer Lun­gen­ent­zün­dung starb. 2004 wur­de er von Papst Johan­nes Paul II. selig­ge­spro­chen. Begra­ben liegt der Seli­ge in der Kir­che Nos­sa Sen­ho­ra in Mon­te auf Madei­ra. Sein Herz wur­de nach alter habs­bur­gi­scher Tra­di­ti­on in das Bene­dik­ti­ner­klo­ster Muri im Schwei­zer Kan­ton Aar­gau über­führt. Eine Über­füh­rung der Lei­che in die Kapu­zi­ner­gruft nach Wien, der Grab­le­ge des Erz­hau­ses, ist wegen der Ver­eh­rung durch die Bevöl­ke­rung von Madei­ra nicht vor­ge­se­hen. In der Kapu­zi­ner­gruft wur­de hin­ge­gen sei­ne 1989 ver­stor­be­ne Frau, Kai­se­rin Zita bei­gesetzt.

Um die Selig­spre­chung bemüh­te sich beson­ders die Kai­ser-Karl-Gebets­li­ga für den Welt­frie­den, deren Vor­sit­zen­der heu­te der eme­ri­tier­te Erz­bi­schof Fer­nand Franck von Luxem­burg ist. Die Selig­spre­chung wur­de vor allem auch vom jüngst ver­stor­be­nen Bischof Kurt Krenn von Sankt Pöl­ten geför­dert, der lan­ge Jah­re Vor­sit­zen­der der Gebets­li­ga war.

Die Basi­li­ka in Nan­cy, in der die Hei­li­ge Mes­se zele­briert wur­de, ist nach dem frän­ki­schen Hei­li­gen Aper benannt, der am Beginn des 6. Jahr­hun­derts Bischof in Toul war. Der Hei­li­ge ist den Fran­zo­sen als Saint Epv­re bekannt, den Deut­schen als Sankt Effert.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Histoire & Patri­moi­ne Bleur­vil­lois

7 Kommentare

  1. „Die Selig­spre­chung wur­de vor allem auch vom jüngst ver­stor­be­nen Bischof Kurt Krenn von Sankt Pöl­ten geför­dert, der lan­ge Jah­re Vor­sit­zen­der der Gebets­li­ga war.“

    Sehr wohl! Und man muss lei­der sagen, dass die Gebets­li­ga Ihrem gro­ßen För­de­rer und lang­jäh­ri­gem Vor­sit­zen­den in all den Jah­ren lei­der kein ent­spre­chen­des Ange­den­ken bewahrt hat.

  2. Was heißt „Gedenk­mes­se“?
    Ein Requi­em? Bei einem Seli­gen?
    War­um in weiß (falls Ori­gi­nal­bild)?
    Sein Todes­tag ist am 1. April und sein Fest am 21. Okto­ber.

  3. Aber eben,wie lan­ge noch? Der gegen­wär­ti­ge „Papst“ bezeich­net die alte Mes­se als eine „Art Mode“, und wenn es eine Mode ist, dann ist es eine Ange­le­gen­heit, die nicht so viel Auf­merk­sam­keit benö­tigt. Es ist not­wen­dig, eini­ge Geduld und Freund­lich­keit (So wie bei den tra­di­tio­nel­len Fran­zis­ka­nern?) gegen­über Leu­ten zu zei­gen, die an einer bestimm­ten Mode hän­gen. Soweit also „Papst“ Fran­zis­kus. Wer jetzt noch nicht merkt…, dem ist nicht mehr zu hel­fen.

    • Ich den­ke, ich wer­de mir die Hal­tung von Fran­zis­kus zuei­gen machen und Geduld und Freund­lich­keit mit den Leu­ten üben, die der neu­mo­di­schen Pra­xis anhän­gen. Mit denen aber, denen die­se neu­mo­di­schen Sit­ten Aus­druck einer ande­ren Leh­re als die der Kir­che ist, wer­de ich Stren­ge und Unnach­gie­big­keit wal­ten las­sen.

  4. Mir impo­niert der Kai­ser nicht sehr, er hielt sich den Kriegs­trei­ber Graf Bercht­hold bis zuletzt als außen­po­li­ti­schen Bera­ter, er unter­nahm die Gift­gas­of­fen­si­ve am Ison­zo und er küm­mer­te sich wäh­rend der Waf­fen­still­stand­ver­hand­lun­gen als Ober­be­fehls­ha­ber des Hee­res wohl­ge­merkt nicht um die Trup­pe sodass es zur Kata­stro­phe von “ Vit­to­rio Vene­to“ kam, die meh­re­ren hun­dert­tau­sen­den öster­rei­chi­schen Sol­da­ten das Leben völ­lig unnö­tig koste­te.
    Im Gegen­satz zu Erz­her­zog Franz Fer­di­nand war er auch kein Kriegs­geg­ner und tat nichts um den Aus­bruch des 1. Welt­krie­ges zu ver­hin­dern, den Kai­ser Franz Josef völ­lig unnö­tig erklär­te.

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