Schwache Reaktion auf UN-Angriff gegen Kirche – Mit Bischofssynode „Humanae vitae“ kappen?

Papst Franziskus und Staatssekretär Pietro Parolin(Vati­kan) Hält man sich nur an die offi­zi­el­len Reak­tio­nen, dann müß­te man zum Schluß kom­men, daß der Hei­li­ge Stuhl den Fron­tal­an­griff durch die Ver­ein­ten Natio­nen als einen Betriebs­un­fall betrach­tet, dem nicht all­zu viel Bedeu­tung bei­zu­mes­sen sei. In Wirk­lich­keit steht die gesam­te Schöp­fungs­ord­nung auf dem Spiel. Umso unver­ständ­li­cher erscheint die unan­ge­mes­se­ne Reak­ti­on des neu­en Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs Pie­tro Paro­lin auf den Angriff. Ein wei­te­res wenig posi­ti­ves Signal für die Bischofs­syn­ode zum The­ma Fami­lie, die eini­ge in der Kir­che offen­sicht­lich zu einer spä­ten Revan­che für die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae umfunk­tio­nie­ren wollen.

Appell an Papst Franziskus: auf antikirchlichen Angriff „endeutigere Antwort geben“

Die Rede ist vom Bericht des UN-Kin­der­rechts­ko­mi­tees vom ver­gan­ge­nen 5. Febru­ar. Wenn es sich tat­säch­lich „nur“ um einen Betriebs­un­fall han­deln wür­de, könn­te man sich zurück­leh­nen, wie man es im Vati­kan zu tun scheint. Doch dem ist nicht so, wes­halb sich zumin­dest jemand nicht zurück­lehnt. Am Diens­tag rich­te­te Giu­lia­no Fer­ra­ra in den Spal­ten der Tages­zei­tung Il Foglio mit einem Offe­nen Brief einen Appell an Papst Fran­zis­kus, mit dem er „eine stär­ke­re, ein­deu­ti­ge­re Ant­wort“ for­dert, eine Ant­wort „die die Ener­gie des Glau­bens mit den Res­sour­cen der ratio­na­len Kul­tur ver­eint, die allen gemein­sam ist, Gläu­bi­gen und Nicht-Gläu­bi­gen“. Schaut man sich die Namen jener Intel­lek­tu­el­len an, die den Appell unter­zeich­net haben, dann wird schnell klar, daß die Sor­ge Fer­ra­ras nicht nur von vie­len Katho­li­ken, son­dern auch vie­len Lai­zi­sten geteilt wird.

„Mangelhafte Reaktion“ des Heiligen Stuhls

Zu den Unter­zeich­nern des neu­en Appells an Papst Fran­zis­kus gehört auch der Chef­re­dak­teur der Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na, Riac­car­do Cascio­li: „Auch ich habe unter­schrie­ben, weil ich die offi­zi­el­le Ant­wort des Hei­li­gen Stuhls für man­gel­haft erach­te: man­gel­haft in ihrem Inhalt und besorg­nis­er­re­gend in ihrer Form“.

Betrach­ten wir den ersten Punkt der Kri­tik: inhalt­lich man­gel­haft. Selbst das Wall Street Jour­nal bemerk­te, daß der Angriff gegen die Reli­gi­ons­frei­heit durch eine Ein­rich­tung der Ver­ein­ten Natio­nen bei­spiel­los ist, doch der neue Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin (die offi­zi­el­le Kar­di­nal­s­er­he­bung erfolgt am 22. Febru­ar) scheint die Sache her­un­ter­spie­len zu wol­len. Liest man den Bericht des UN-Kin­der­rechts­ko­mi­tees erkennt man schnell, daß das Stich­wort Pädo­phi­lie, das zudem mit Phan­ta­sie­zah­len und durch die Fak­ten längst über­hol­ten Anmer­kun­gen prä­sen­tiert wird, nur ein Vor­wand ist, um die Kir­che auf einem ganz ande­ren, weit grö­ße­ren Feld anzu­grei­fen (sie­he eige­nen Bericht UN-Kin­der­rechts­ko­mi­tee: Wie sich die Kir­che „ändern“ soll­te – Abtrei­bung, Homo-Ehe, Gen­der-Ideo­lo­gie).

Das Komi­tee ver­langt von der Katho­li­schen Kir­che sogar, ihre „Inter­pre­ta­ti­on“ der Hei­li­gen Schrift zu ändern und die eige­ne Leh­re zu Fami­lie, Abtrei­bung, Ver­hü­tung und Homo­se­xua­li­tät, ja ihr gan­zes Men­schen­bild. Eine Anma­ßung eines inter­na­tio­na­len Gre­mi­ums ohne­glei­chen. Ein Vor­fall, der nicht ein­fach als belang­lo­ser Ein­zel­fall einer etwas extre­mi­sti­schen Kom­mis­si­on abge­tan wer­den kann, den man gnä­dig über­sieht und so tut, als sei nichts geschehen.

Um Angriff gegen Kirche zu verstehen, muß man UNO kennen

Um die Bedeu­tung des Vor­falls zu ver­ste­hen, muß man zunächst ein­mal kla­re Vor­stel­lun­gen davon haben, wie das System der Ver­ein­ten Natio­nen funk­tio­niert. Der Groß­teil der rea­len poli­ti­schen Macht in der Welt liegt heu­te in den Hän­den der UNO-Agen­tu­ren. Das mag für die mei­sten Men­schen befremd­lich klin­gen, weil die rea­len Macht­ver­schie­bun­gen von den Natio­nal­staa­ten auf inter­na­tio­na­le Ebe­ne öffent­lich kaum wahr­ge­nom­men wer­den und die inter­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen ob EU oder UNO auch gar nicht inter­es­siert dar­an sind, die Men­schen dar­über zu sehr in Kennt­nis zu setzen.

Wer aber sind die­se UNO-Agen­tu­ren? Sie rei­chen von der Welt­bank­grup­pe über die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO), zum Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IMF), das Kin­der­hilfs­werk der Ver­ein­ten Natio­nen (UNICEF) bis zum Hohen Flücht­lings­kom­mis­sar der Ver­ein­ten Natio­nen (UNHCR), vom UN-Ent­wick­lungs­pro­gramm (UNDP) bis zum Bevöl­ke­rungs­fonds der Ver­ein­ten Natio­nen (UNFPA) und noch vie­le ande­re mehr. Ins­ge­samt gibt es mehr als 40 sol­cher UN-Ein­rich­tun­gen, die sich prak­tisch mit allem beschäf­ti­gen. Zu die­sen Ein­rich­tun­gen kom­men noch die Kom­mis­sio­nen und Komi­tees hin­zu, die beauf­tragt sind, über die Ein­hal­tung inter­na­tio­na­ler Kon­ven­tio­nen zu wachen. Dazu gehört auch das „etwas extre­mi­sti­sche“ UN-Kin­der­rechts­ko­mi­tee.

Woher rührt die Macht die­ser Agen­tu­ren? Vor allem durch die star­ke Prä­senz in den ein­zel­nen Mit­glieds­staa­ten, vor allem in den Ent­wick­lungs­län­dern. Und vor allem durch gro­ße Finanz­mit­tel, die sie zur Ver­fü­gung haben und über die die ein­zel­nen Regie­run­gen, die zwar dafür auf­kom­men, kei­ner­lei tat­säch­li­che Kon­trol­le aus­üben. In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten erfolg­te eine Ver­schie­bung der gro­ßen Geld­men­gen von der ein­sti­gen Ent­wick­lungs­hil­fe hin zu einem mul­ti­la­te­ra­len Ein­satz. Die Gel­der flie­ßen nicht mehr von den Regie­run­gen der Mit­glieds­län­der in ande­re Staa­ten, son­dern von den Regie­run­gen zu den UN-Agen­tu­ren. Die­se allein ent­schei­den dann, wie und wo die Mit­tel ein­ge­setzt wer­den. Ent­wick­lungs­län­der ste­hen wegen des Geld­flus­ses meist in Abhän­gig­keit die­ser Agen­tu­ren. Das jun­ge ein­hei­mi­sche poli­ti­sche Per­so­nal will sich die Gunst der Agen­tu­ren sel­ten ver­scher­zen. Die­se Abhän­gig­keit sichert den Agen­tu­ren auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne bei 193 Mit­glieds­staa­ten kla­re Mehr­hei­ten gegen even­tu­ell auf­müp­fi­ge Einzelstaaten.

Die reale Macht liegt heute bei den UN-Agenturen und die sind in der Hand von Lobbys

Ende der 60er Jah­re setz­te eine Unter­wan­de­rung der Agen­tu­ren ein, die sich heu­te fest in der Hand von Lob­bys befin­den, die den Ziel­set­zun­gen des Club of Rome ver­pflich­tet sind, um nur ein Netz­werk die­ser Lob­bys zu nen­nen. Sie pro­pa­gie­ren Gebur­ten­kon­trol­le, Abtrei­bung, Ver­hü­tung, Homo­se­xua­li­tät und neu­er­dings als Wei­ter­ent­wick­lung die Gen­der-Ideo­lo­gie. Dar­aus ent­wickel­te sich eine gan­ze Rei­he von glo­ba­len poli­ti­schen Pro­gram­men, die von den Regie­run­gen der Mit­glieds­staa­ten viel­fach nur mehr ohne wirk­li­che öffent­li­che Debat­te über­nom­men wer­den. Es genügt dar­an zu den­ken, wie in Euro­pa plötz­lich Ideen und Vor­stel­lun­gen Ein­gang fan­den, die noch vor 20 Jah­ren nicht ein­mal ihrem Namen nach bekannt waren wie „nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“, „repro­duk­ti­ve Gesund­heit“ oder „repro­duk­ti­ve Rech­te“, um nur eini­ge zu nennen.

In die­sen Jahr­zehn­ten fan­den die­se Lob­bys, die in der Euro­päi­schen Uni­on und den demo­kra­tisch geführ­ten Regie­run­gen der USA ihre Haupt­ver­bün­de­ten haben, nur ein wirk­li­ches Hin­der­nis, das sich ihnen in den Weg stell­te und immer neu­en Wider­stand bei den UNO-Welt­kon­fe­ren­zen orga­ni­sier­te: den Hei­li­gen Stuhl. Und das auch nur, weil er dank der Later­an­ver­trä­ge als Staat inter­na­tio­nal aner­kannt ist und damit als beob­ach­ten­des Mit­glied Zugang zu allen Gre­mi­en hat und gehört wer­den muß. Besä­ße der Hei­li­ge Stuhl kei­ne Staat­lich­keit, hät­te man die Kir­che längst vor alle Türen gesetzt. Der ein­zi­ge Staat, der sich nach­weis­lich gegen jede Ein­schrän­kung und Mini­mie­rung der Men­schen­wür­de wider­setzt, ist der Hei­li­ge Stuhl. Da er kei­ne wirt­schaft­li­chen oder geo­po­li­ti­schen Inter­es­sen zu ver­tei­di­gen hat, die bekannt­lich zu allen Zei­ten Haupt­grund von Krie­gen und Ein­mi­schun­gen waren, war die Kir­che frei, sich in all den Jah­ren ent­schie­den für die Wür­de des Men­schen ein­zu­set­zen. Denn mit den damit zusam­men­hän­gen­den Fra­gen steht das Pro­jekt des Schöp­fer­got­tes auf dem Spiel: Sei­ne Schöpfungsordnung.

Vatikan einziges wirkliches Hindernis für Herren der Welt, daher die Feindschaft

Wer die Geschich­te der Ver­ein­ten Natio­nen kennt, weiß, wie oft es gesche­hen ist, daß Staa­ten plötz­lich ihre Posi­ti­on änder­ten. Haupt­grund war in der Regel die Sor­ge, die Hil­fe der USA oder der EU zu ver­lie­ren. Oder nach­dem sie aus den­sel­ben Quel­len beacht­li­che Waf­fen­lie­fe­run­gen erhal­ten hat­ten. Beim Hei­li­gen Stuhl waren sol­che Spiel­chen nicht mög­lich. Mehr noch: wie bereits ange­deu­tet, wur­de der Hei­li­ge Stuhl bei den seit Anfang der 90er Jah­re durch­ge­führ­ten inter­na­tio­na­len Kon­fe­ren­zen, man den­ke an die Welt­frau­en­kon­fe­ren­zen oder die Welt­be­völ­ke­rungs­kon­fe­ren­zen, bei denen die Abtrei­bung als „Recht“ durch­ge­setzt wer­den soll­te, zum Bezugs­punkt für ande­re Staa­ten, die ent­schlos­sen waren, der „Kor­rum­pie­rung“ durch die west­li­chen Staa­ten zu wider­ste­hen. Der Hei­li­ge Stuhl konn­te für die­se Staa­ten, meist aus Latein­ame­ri­ka und der isla­mi­schen Welt, Gegen­po­si­tio­nen for­mu­lie­ren und Stim­men sam­meln. Auf die­se Wei­se gelang es der Katho­li­schen Kir­che immer neu, lästi­ge Hür­den zu errich­ten und Sand in die Kriegs­ma­schi­ne­rie der vor­herr­schen­den kul­tu­rel­len Mei­nung zu streuen.

Des­halb wird die Katho­li­sche Kir­che so radi­kal ange­fein­det. Der Skan­dal der Pädo­phi­lie stell­te daher auf höch­ster Ebe­ne eine nur zu will­kom­me­ne Gele­gen­heit dar, die Kir­che zu dis­kre­di­tie­ren und mög­lichst zum Schwei­gen zu brin­gen zu den The­men, die den Herrn die­ser Welt inter­es­sie­ren. Die zwei, drei gro­ßen Nach­rich­ten­agen­tu­ren geben Titel, Stich­wor­te und Bild­ma­te­ri­al aus, die Leit­me­di­en über­neh­men und schon läuft die welt­wei­te Medi­en­ma­schi­ne­rie ver­blüf­fend gleich­ge­schal­tet. An die­ser Stel­le fehlt der Platz die Eigen­tums­ver­hält­nis­se der wich­tig­sten Medi­en dar­zu­le­gen und wie sich die füh­ren­den Medi­en fast welt­weit in erstaun­lich weni­gen Hän­den kon­zen­trie­ren. Aber das ist nur ein Aspekt.

Pädophilie dient nur zur Diskreditierung der Kirche

Aus die­sem Grund stellt der Angriff des UN-Kin­der­rechts­ko­mi­tees vom 5. Febru­ar kei­nes­wegs einen iso­lier­ten Ein­zel­fall dar. Und aus dem­sel­ben Grund liegt der Schwer­punkt des umstrit­te­nen Berichts kei­nes­wegs beim vor­geb­li­chen The­ma Pädo­phi­lie, son­dern bei den The­men Abtrei­bung, Homo­se­xua­li­tät und Ver­hü­tung. Das The­ma Pädo­phi­lie dient allein als Pro­pa­gan­da­in­stru­ment, um die Kir­che zur Nach­gie­big­keit in den ande­ren Punk­ten zu zwin­gen, jenen Punk­ten, die wirk­lich interessieren.

Der Bericht des UN-Kin­der­rechts­ko­mi­tees stellt in sei­ner gan­zen Aus­rich­tung viel­mehr den Auf­takt zu einer regel­rech­ten anti-katho­li­schen Eska­la­ti­on dar. Wer dach­te, es genü­ge ein­fach, mit doku­men­tier­ten Fak­ten die Anschul­di­gun­gen zum The­ma Pädo­phi­lie zu wider­le­gen und die Sache sei erle­digt, scheint nicht ver­stan­den zu haben, was hier auf dem Spiel steht. Die Zusam­men­hän­ge ver­stan­den hat der Stän­di­ge Beob­ach­ter des Hei­li­gen Stuhls bei der UNO in Genf, Erz­bi­schof Sil­va­no Toma­si. Er ist ein Vete­ran inter­na­tio­na­ler Kon­fe­ren­zen und kennt die UNO in- und aus­wen­dig. Er warn­te Rom früh­zei­tig vor den dro­hen­den Gefah­ren, die sich rund um das UNO-Kin­der­rechts­ko­mi­tee zusam­men­brau­ten, fand aber, wie es scheint, nicht das nöti­ge Gehör.

Erstaunlich schwache Reaktion von Staatssekretär Parolin

Am 5. Febru­ar wur­de Msgr. Toma­si allein­ge­las­sen. Die Jour­na­li­sten aus aller Welt woll­ten von ihm die Reak­ti­on des Hei­li­gen Stuhls auf das UNO-Doku­ment erfah­ren, doch aus Rom kamen kei­ne ent­spre­chen­den Anwei­sun­gen. Erst dann gab Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin eine knap­pe Erklä­rung ab, daß es erst irgend­wann eine detail­lier­te Ant­wort geben wer­de, sobald das UNO-Doku­ment auf­merk­sam geprüft wor­den sei. Aller­dings füg­te der Neo-Kar­di­nal hin­zu, daß der Hei­li­ge Stuhl ent­schlos­sen sei, „allen Vor­ga­ben der [Kinderrechts]Konvention zu ent­spre­chen“. Die ein­zi­ge kri­ti­sche Anmer­kung beschränk­te sich auf den Satz: „Es hat mich etwas die Tat­sa­che über­rascht, daß man auf The­men ein­geht, die sich in die katho­li­sche Leh­re ein­mi­schen, vor allem das The­ma Abtrei­bung“. „Das ist alles. Ein­deu­tig etwas wenig“, so NBQ-Chef­re­dak­teur Cascioli.

Das Schweigen Parolins

Nicht nur die­se knap­pe, unge­nü­gen­de Reak­ti­on auf den uner­hör­ten Angriff gegen die Kir­che erstaunt. Per­plex läßt auch das am 9. Febru­ar im Avve­ni­re, der Tages­zei­tung der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz erschie­ne­ne Inter­view mit Staats­se­kre­tär Paro­lin. Das Inter­view umfaßt eine gan­ze Sei­te des groß­for­ma­tig, ähn­lich der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung oder der Süd­deut­schen Zei­tung, erschei­nen­den Blat­tes. Den­noch „tut man sich schwer, einen Satz oder einen Gedan­ken­gang zu fin­den, der eine Mel­dung wert wäre“, so Cascio­li. Der UNO-Angriff wird nicht im Ent­fern­te­sten erwähnt. Es fällt schwer anzu­neh­men, daß der Jour­na­li­stin, die das Inter­view führ­te, das The­ma ent­fal­len ist. Es muß daher ange­nom­men wer­den, daß der Staats­se­kre­tär sie auf­for­der­te, nicht dar­über zu spre­chen. Das aber ist ange­sichts des schwer­wie­gen­den Cha­rak­ters des Vor­falls und dem, was auf dem Spiel steht, tat­säch­lich unverständlich.

Bischofssynode als späte Revanche für Humanae vitae?

Nicht nur das: Die unzu­rei­chen­de Ant­wort zuerst und das Schwei­gen danach unter­stüt­zen letzt­lich jene inner­halb der Kir­che, die genau die­se Ände­run­gen der kirch­li­chen Leh­re wol­len, die das UNO-Komi­tee for­dert. Denn die gibt es, da soll­te man sich kei­ne Illu­sio­nen machen. Der Neo-Kar­di­nals­staats­se­kre­tär, der bereits mit sei­nem ersten Inter­view nach sei­ner Ernen­nung durch Papst Fran­zis­kus nicht ruhm­voll auf­ge­fal­len ist, schickt mit sei­nem Ver­hal­ten in meh­rer­lei Hin­sicht kei­ne posi­ti­ven Signa­le aus. Unter ande­rem auch nicht mit Blick auf die bevor­ste­hen­de Bischofs­syn­ode zum The­ma Fami­lie im Okto­ber die­ses Jah­res. Eine Bischofs­syn­ode, die jemand zu einer spä­ten Revan­che für die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae umwan­deln und deren Grund­sät­ze kip­pen will. Mit star­ker Unter­stüt­zung aus dem deut­schen Sprach­raum. Dort lehn­ten sich die Bischofs­kon­fe­ren­zen bereits 1968 gegen die pro­phe­ti­sche Enzy­kli­ka Pauls VI. auf mit Erklä­run­gen in König­stein, Maria­trost und Solo­thurn. Akte offe­ner Auf­leh­nung, die bis heu­te nicht zurück­ge­nom­men wur­den und den­noch für die Bischö­fe fol­gen­los blieben.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Nuo­va Bus­so­la Quotidiana

14 Kommentare

  1. War­um gibt es eine so schwa­che Reak­ti­on vom Vatikan?
    Wie schon gesagt, der jet­zi­ge Papst hat der UN ja Tür und Tor in den Vati­kan geöff­net, indem er die Kin­de­rechts­kon­ven­ti­on zu vati­ka­ni­schem Recht gemacht hat im Juli 2103.
    http://derkatholikunddiewelt.blogspot.de/2013/07/papst-gleicht-vatikanisches-recht.html

    Die UN-Kin­de­rechts­kon­ven­ti­on ist recht­lich bin­dend, wie auch ihre ande­ren Kon­ven­tio­nen, die natio­na­les Recht übertrumpfen.
    Wer laut UNICEF die­se Kon­ven­ti­on rati­fi­ziert, ver­pflich­tet sich vor der Inter­na­tio­na­len Gemein­schaft, Rechen­schaft abzu­le­gen ob er die Zie­le der UN-Kon­ven­ti­on ein­ge­hal­ten hat.
    Wel­ches die „Zie­le“ der Kon­ven­ti­on sind, bestimmt natür­lich jeweils die UN. Der­zeit sind die Zie­le LGT­B­sie­rung der Welt­ju­gend und Zugang zu frei­er Abtrei­bung für jede.
    Kann man alles auf ihren eige­nen Sei­ten nach­le­sen. Lei­der macht sich kaum einer die Mühe.

    „Schö­nes“ Video über die Ent­ste­hung und die Macht der „gefähr­lich­sten Orga­ni­sa­ti­on der Welt“, der UN, hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=6pHX0JOq6m4

  2. Kann man wirk­lich von der „Kon­zils­kir­che“ erwar­ten, die ja mit den Ruf „aggior­na­men­to“ der Welt und dem Zeit­geist Türen und Fen­ster öff­ne­te, das sie sich nun gegen die Welt stemmt, der sie sich seit Jahr­zehn­ten anbie­dert und in den Hin­tern kriecht? 

    Und es ist auch zu über­le­gen ob die UNO (viel­leicht über den Umweg NSA) Din­ge erfah­ren hat, die es eben der „Kon­zils­kir­che“ nicht erlaubt ener­gi­scher und im Sin­ne Got­tes unse­res Herrn und sei­ner Kir­che zu reagie­ren, sie­he die oben bereits erwähn­ten Miss­brauchs­fäl­le, die Homo­lob­by, Vati­leaks, usw. viel­leicht schweigt ja auch des­halb der Vati­kan zu so vie­len The­men, sie­he gera­de aktu­ell Bel­gi­en, Abtrei­bun­gen usw. 

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  3. Es wird immer kla­rer, war­um Ber­go­glio von allen mög­li­chen Boul­va­rd­me­di­en zum Idol gemacht wird…

  4. Viel­leicht nur ein Hin­weis: 25 % aller Blau­helm­sol­da­ten sind in Ver­ge­wal­ti­gun­gen ver­strckt. Das sagt doch alles über die UN. Und die­se Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fer sind mei­stens Kinder!

    • Chri­stoph Rhein: Bit­te um Bewei­se für die­se ihre Aus­sa­ge: 25 % aller Blau­helm­sol­da­ten sind in Ver­ge­wal­ti­gun­gen ver­strickt. Aber bit­te kei­ne Mund­pro­pa­gan­da son­dern Beweiskräftiges! 

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  5. „An die­ser Stel­le fehlt der Platz die Eigen­tums­ver­hält­nis­se der wich­tig­sten Medien …“

    Das ist viel­leicht auch bes­ser so. Sonst wür­de man wohl des Gedan­ken­ver­bre­chens eines Delik­tes beschul­digt wer­den, das mit Anti- beginnt und mit ‑ismus endet.

  6. Dan­ke für die­sen her­vor­ra­gen­den Bei­trag. Die Ana­ly­se der UN und die Macht­ver­schie­bung weg von den Natio­nal­staa­ten sind abso­lut zutreffend.
    Die UN ist das der­zeit Zen­tra­le Organ der NWO (Neu­e­welt­ord­nung) der EineWelt­Re­gie­rung. Die­se plant bereits auch das Natur­recht abzu­schaf­fen und durch Menschenmach(t)werk zu ersetzen.
    Nun geht es dar­um die EINEWELTRELIGION her­bei­zu­füh­ren und so den Vati­kan gleich­zu­schal­ten. Das wird kon­struk­tiv und gemein­sam gelin­gen. Die Frei­mau­re­rei bie­tet die gemein­sa­me Basis.

  7. Das paßt genau zum bis­he­ri­gen Kurs unter dem jet­zi­gen Amts­in­ha­ber. Schwach in der (eher pflicht­übungs­mä­ßi­gen) Aus­ein­an­der­set­zung mit Drit­ten und stark in Phra­sen das ist das der­zei­ti­ge Pon­ti­fi­kat. Dort, wo etwas gesagt wer­den müß­te , herrscht Schwei­gen oder Gegen­re­de auf mini­ma­lem Niveau. Unnö­ti­ge Rand­the­men wer­den indes hoch­ge­kocht bei viel Ver­ständ­nis für die Kirchengegner.

  8. Ein schwa­cher Vati­kan? Das ist doch die Regel! Seit dem II. Vati­ka­num kreist man ja lie­ber um sich selbst, beschäf­tigt sich mit soge­nann­ten Refor­men, anstatt sei­ne Kräf­te dar­auf zu kon­zen­trie­ren, den Glau­ben mutig zu ver­brei­ten und gegen Angrif­fe zu ver­tei­di­gen. Wie soll­te man auch, wo doch der Glau­be an allen Enden „kri­tisch“ hin­ter­fragt, sprich ange­zwei­felt wird. Die­se zweit­va­ti­ka­ni­sche Kir­che ist zur Lach­num­mer gewor­den. Und das neue Pon­ti­fi­kat ver­stärkt nur noch die­se nar­ziss­ti­sche Suche nach sich selbst. Man hat den Ein­druck, in der Kir­che ist jede Ver­än­de­rung mög­lich, nur eine nicht: die Rück­kehr zur alten Stär­ke, die ein­mal für die römisch-katho­li­sche Kir­che kenn­zeich­nend war und die aus ihrer hier­ar­chi­schen Struk­tur und der zen­tra­li­sti­schen Ver­wal­tung resul­tier­te. Das sei nicht mehr zeit- und evan­ge­li­ums­ge­mäß, hört man unse­ren Papst und sein Schat­ten­ka­bi­nett reden. Na dann, viel Spaß bei der ata­vi­sti­schen Ent­wick­lung zur bedeu­tungs­lo­sen jüdi­schen Tempelsekte!

  9. Was haben Abrei­bung, Homo­rech­te und Gen­der eigent­lich mit Kin­der­schutz und Kin­der­rech­ten zu tun?
    Hier geht es doch kon­kret um die Schlei­fung der letz­ten mora­li­schen Basti­on der Welt, der Kir­che Jesu Chri­sti. Es sind doch die grund­le­gen­den mora­li­schen Posi­tio­nen, die als dis­kre­mi­nie­rend bezeich­net wer­den und unter Ankla­ge gestellt wer­den. Wie per­vers die For­de­run­gen sind, erkennt man dar­an, dass das Recht auf Abtrei­bung von der UN Kin­der­rechts­ko­mis­si­on ein­ge­for­dert wird. Die, die die­se Kon­ven­ti­on unter­schrie­ben haben, waren nicht unin­for­miert son­dern wuss­ten, was sie taten. Ein Ver­kehrs­un­fall war das nicht.
    Nur Gott in sei­ner All­macht kann uns helfen.

  10. Papst Bene­dikt hat nicht umsonst auf die Fein­de hin­ge­wie­sen, die i n der Kir­che sind. Die­se müss­ten wir fürch­ten, weni­ger die bekann­ten Fein­de von außen.

    Der Aus­ver­kauf der einen hei­li­gen Kir­che hat begon­nen. Die Geschwin­dig­keit, in der dies geschieht hat etwas plan­mä­ßi­ges an sich und muß sorg­fäl­tig vor­be­rei­tet und koord­niert wor­den sein.
    So neben­bei wird stän­dig für Ablen­kung gesorgt, so wer­te ich inzwi­schen die zum Teil unsäg­li­chen Äuße­run­gen der neu­en Hierarchie.

Kommentare sind deaktiviert.