Erstmals wird ein Papst bei Treffen der Charismatischen Erneuerung teilnehmen

Das Plakat zum Treffen der charismatischen Erneuerung: Erstmals wird ein Papst daran teilnehmen(Rom) Am 1. und 2. Juni fin­det im Olym­pia­sta­di­on von Rom das 37. Tref­fen der Cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung in der katho­li­schen Kir­che statt. Erst­mals wird ein Papst dar­an teil­neh­men.

Das The­ma des Tref­fens lau­tet: „Bekehrt euch. Glaubt. Emp­fangt den Hei­li­gen Geist. Für eine Kir­che die mis­sio­na­risch ‘Hin­aus­geht’“ Dies gab die Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung von Ita­li­en, Rin­no­va­men­to nel­lo Spi­ri­to (RNS) am Ende ihres VIII. Kon­gres­ses am 26. Janu­ar in Fiug­gi bekannt.

Die Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung gehört zu den soge­nann­ten Neu­en geist­li­chen Bewe­gun­gen in der Katho­li­schen Kir­che. Ihren Aus­gangs­punkt nahm sie 1967 in den USA unter pro­te­stan­ti­scher Anlei­tung an der Duques­ne-Uni­ver­si­tät. Eine Ent­ste­hung­ge­schich­te, die inner­kirch­li­che Kri­tik aus­lö­ste und von man­chen als „Geburts­feh­ler“ gese­hen wird. In Euro­pa erhielt die Bewe­gung in der Früh­pha­se vor allem Unter­stüt­zung von Leo-Joseph Kar­di­nal Sue­n­ens, von 1961–1979 Erz­bi­schof von Mecheln-Brüs­sel, einem der Mode­ra­to­ren und pro­gres­si­ven Haupt­ak­teu­re des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils. 1975 wur­den Ver­tre­ter der Cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung erst­mals von Papst Paul VI. emp­fan­gen. 1990 erfolg­te durch den Päpst­li­chen Rat für die Lai­en eine kano­ni­sche Aner­ken­nung als Catho­lic Fra­ter­ni­ty of Covenant Com­mu­nities and Fel­low­ships. Dabei han­delt es sich um eine Gemein­schaft von Gläu­bi­gen päpst­li­chen Rechts mit Sitz im Vati­kan.

1.–2. Juni mit Papst Franziskus im Olympiastadion in Rom

Die Cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung sei von „gro­ßer Dank­bar­keit“ erfüllt über die „außer­ge­wöhn­li­che“ Nach­richt, daß Papst Fran­zis­kus per­sön­lich am Tref­fen in Rom teil­neh­men wird. Die Teil­nah­me des Pap­stes war durch das vati­ka­ni­sche Staats­se­kre­ta­ri­at in einem Schrei­ben an den RNS-Vor­sit­zen­den offi­zi­ell bestä­tigt wor­den. Es wird das erste Mal sein, daß ein katho­li­sches Kir­chen­ober­haupt an einem Tref­fen die­ser kirch­li­chen Bewe­gung teil­nimmt. Anfang Juni wer­den dazu rund 50.000 Gläu­bi­ge aus der gan­zen Welt im Olym­pia­sta­di­um von Rom erwar­tet.

Papst Fran­zis­kus nahm auf dem Rück­flug von Rio de Jane­rio zur Cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung Stel­lung (sie­he eige­nen Bericht Fran­zis­kus und die Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung – Papst-Pres­se­kon­fe­renz im Flug­zeug). Der Papst erklär­te, Ende der 70er und Anfang der 80er Jah­re gro­ße Vor­be­hal­te gegen die­se Bewe­gung gehegt zu haben. Dann habe er jedoch gese­hen, daß sie „einen schö­nen Weg“ gehen und in der Kir­che „viel Gutes“ tun. Daher habe er sie als Erz­bi­schof von Bue­nos Aires „immer begün­stigt, nach­dem ich mich bekehrt hat­te, als ich das Gute gese­hen habe, das sie mach­ten“. Eine wohl­wol­len­de Hal­tung, die der ein­sti­ge Erz­bi­schof nun auch als Papst fort­zu­set­zen gedenkt.

Sal­va­to­re Mar­ti­nez, der Vor­sit­zen­de der Cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung in Ita­li­en und Haupt­or­ga­ni­sa­tor des Tref­fens sprach von der „lie­be­vol­len Dank­bar­keit eines Kin­des, das auf die Für­sorg­lich­keit, die Zunei­gung, die Stär­ke und Frei­heit des Vaters“ schaue.

Wie Mar­ti­nez berich­tet, wur­de er am ver­gan­ge­nen 9. Sep­tem­ber von Papst Fran­zis­kus in Pri­vat­au­di­enz emp­fan­gen. Bei die­ser Gele­gen­heit habe er mit dem katho­li­schen Kir­chen­ober­haupt über die Initia­ti­ven der Bewe­gung gespro­chen, dar­un­ter auch über das Tref­fen im Juni. „Der Papst war bereits dar­über infor­miert und äußer­te sei­ne Absicht, dar­an teil­neh­men zu wol­len“, so Mar­ti­nez. Zu Weih­nach­ten sei dann die offi­zi­el­le Mit­tei­lung gefolgt. „Und heu­te kön­nen wir die­se gro­ße Freu­de öffent­lich bekannt­ge­ben“, so Mar­ti­nez vor weni­gen Tagen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: RNS




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49 Kommentare

  1. Eine „katho­li­sche“ Bewe­gung, die ihre Wur­zel in den USA (!), im Pro­te­stan­tis­mus (!), an einer Uni im Jahr 1967 (!) hat, kann ent­we­der nur ein Kuckucks­ei oder eine Stink­bom­be sein. Kein Wun­der, daß Papa Ber­go­glio da nicht weit ist. Und so wird sie wei­ter­ge­hen, die Aus­höh­lung, Defor­mie­rung und end­gül­ti­ge Zer­le­gung des katho­li­schen Glau­bens.

    • Daß Sie ‑Sumsum- so abfäl­lig reden: erklär­lich ist es, wenn Sie, wie lei­der etli­che ande­re das II. Vati­ka­num ableh­nen. (der dem­nächst hei­lig­ge­spro­che­ne Papst Johan­nes Paul II. stand stets ein­deu­tig hin­ter die­sem Kon­zil, daß ja gera­de etli­che Ver­kru­stun­gen und Ver­här­tun­gen in unse­rer röm.kath. Kir­che sich nun mal im Ver­lau­fe der Zeit gebil­det hat­ten. Sind die­je­ni­gen, die die­ses Reform-Kon­zil ver­wer­fen, etwa gegen den Grund­satz der Eccle­sia Refor­man­da ? Wol­len Sie z.B. dem Hl.Geist ver­weh­ren, was wir Katho­li­ken in Demut erken­nen und aner­ken­nen sollten/müssen, daß Got­tes Hl.Geist wehen darf, wo E R will, und nicht wie wir, wenn wir unbe­weg­lich und gei­stig fest­ge­fah­ren sind, es hart­näckig for­dern ? Wie hat es noch unser HERR deut­lich gesagt, wenn ER von den „Sün­den wider den Hl.Geist“ spricht, die, so betont der HERR unmiß­ver­ständ­lich, von Gott, der ja sonst in der hl. Beich­te grund­sätz­lich alle bereu­ten u. bekann­ten Sün­den kom­plett ver­gibt, die­se jedoch nicht ver­gibt ! Hin­ter ihnen steht Hart­her­zig­keit ver­bun­den mit Hoch­mut.

  2. Die­ser Mann auf dem Stuhl Petri wird jede sich ihm bie­ten­de Gele­gen­heit nut­zen, unse­ren Glau­ben zu bana­li­sie­ren, zu ent­wür­di­gen bis zur Lächer­lich­keit. Und er steht noch am Anfang sei­nes Pon­ti­fi­ka­tes.

  3. ich habe mich auf die­ser Platt­form schon mehr­mals und aus­führ­lichst über die sog. cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung geäu­ßert. Grund­sätz­lich gibt es fol­gen­de fragen(Annmerkung: ich ste­he der cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung sehr kri­tisch gegen­über — aus Sicht der katholischen/orthodoxen Tra­di­ti­on):

    1. Inwie­weit kann sich der Cha­ris­ma­tis­mus auf die Urchri­sten begrün­den? (z.B The­ma Zun­gen­re­de)
    2. Wie pro­ble­ma­tisch ist es dass die­se Form im evan­ge­li­ka­len Pro­te­stan­tis­mus her­an­ge­wach­sen ist?
    3. Ist der Cha­ris­ma­tis­mus mit dem katho­li­schen Glau­ben ver­ein­bar?
    4. Wel­che Pro­ble­me gibt es im Cha­ris­ma­tis­mus?

    zu 1: Dazu wage ich kein Urteil. Die Fra­ge ist jedoch, war­um sehr vie­le Cha­ris­men der frü­hen Chri­sten grö­ßen­teils in den gro­ßen Kir­chen ver­lo­ren gegan­gen sind, jedoch bei Evan­ge­li­ka­len sehr stark prä­sent sind. Wer ist da am Werk? Ist es tat­säch­lich der Hei­li­ge Geist oder der Wider­sa­cher — hier muss man jedoch sehr vor­sich­tig sein. Denn auf der einen Sei­te ist er sehr ver­schla­gen, aber auf der ande­ren heißt es: man kann den Teu­fel nicht mit dem Bel­ze­bub aus­trei­ben.

    2. Die kir­che hat schon sehr früh heid­ni­sche Ele­men­te über­nom­men und sie getauft, ange­fan­gen bei ehe­ma­li­gen Tem­peln bis hin zum Weih­nachst­da­tum und den Bezeichnungen/Kleidungen des Kle­rus. Wenn wir nun etwas von einer von der katho­li­schen kir­che abge­spal­te­ten Grup­pe (gül­tig getauf­te und kei­ne Hei­den!) über­neh­men kann man es ja auch „tau­fen“, indem man vor allem die Eucha­ri­stie und die Mut­ter­got­tes inte­griert und somit eine katho­li­sche Cha­ris­ma­tik begrün­det — dies ist gro­ßen­teils gesche­hen!

    3.Im Cha­ris­ma­tis­mus spie­len drei Din­ge eine wich­ti­ge Rol­le: I. die per­sön­li­che Bezie­hung zu Jesus Chri­stus II. der Lob­preis III.die Wei­ter­ga­be des Glau­bens.
    Alle die­se Din­ge sind prin­zi­pi­ell katho­lisch und mit dem Glau­ben ver­ein­bar. Hier han­delt es sich eben um eine ande­re Form des Glau­bens­le­bens wel­ches vor allem auf Emo­ti­on baut (sie­he NGL). Emo­ti­on ist sicher­lich nichts schlech­tes (da von Gott geschaf­fen!) an sich, aber sie darf nicht als Maß­stab des Glau­bens gel­ten — d.h. wenn sie weg ist, glau­be ich nicht mehr gut genug, oder Gott ist böse, oder ich habe etwas falsch gemacht — das bringt dann vie­le Pro­ble­me mit sich. Auch kann sich der Wider­sa­cher der Emo­ti­on anneh­men und man ist dort emp­find­li­cher und leich­ter zu mani­pu­lie­ren.
    Ein gro­ßes Pro­blem sehe ich in der Fei­er der Mes­se. Dort gibt es ganz klar einen Bruch mit der Tra­di­ti­on und eini­ge Abwei­chun­gen von der Norm. Dazu gehört vor allem das unter­bre­chen der Mes­se durch sog. Zun­gen­re­de oder das freie Spre­chen von Gebe­ten (auch Hoch­ge­bet)!
    Auch ist der Cha­ris­ma­tis­mus eher „laut“, also mit kanon­stil­le kön­nen die recht wenig anfan­gen.

    4. Das größ­te Pro­blem aber sind Bibel­fun­da­men­ta­lis­mus, Per­so­nen­kult und Wun­der­sucht. Alle drei Din­ge erklä­ren sich von selbst. Das scha­det dem Anse­hen der Kir­che, da sol­che Gläu­bi­ge das Kli­schee des ver­rück­ten Psy­chochri­sten erfül­len, der einen um jeden Preis bekeh­ren will und in dem Zusam­men­hang mit der ewi­gen Ver­damm­nis droht.

  4. Fort­set­zung zu 4) Auch ver­wischt die Tren­nung zwi­schen Lai­en und Geweih­ten stark. Da gibt es ein­zel­ne Pre­di­ger, die dann wie Prie­ster die Hän­de auf­le­gen oder fast die Beich­te hören.
    Es ist jedoch anzu­mer­ken, dass es inner­halb des katho­li­schen Cha­ris­ma­tis­mus vie­le Strö­mun­gen gibt. Das geht von Gemä­ßig­ten (wie der Gemein­schaft Emma­nu­el) zu Extre­men (wie Wan­der­pre­di­gern und Schar­la­ta­nen).
    Sie lei­sten oft gute Arbeit durch Kate­che­se und legen Zeug­nis ab für Chri­stus im All­tag. Durch ihre moder­ne und offe­ne Art kön­nen sie Fern­ste­hen­de vor allem jun­ge Leu­te anspre­chen.

    Aber den­noch ist die Kir­che in der Pflicht, Über­trei­bun­gen aller Art Ein­halt zu gebie­ten!

    • ich muss schrei­ben das ich durch die Cha­ris­ma­ti­ker zum Katho­li­schen Glau­ben zurück­ge­fun­den habe, ca.vor30 Jahren!War frü­her viel bei den Zeu­gen Jehofa!Habe viel Gebe­tet, und Jesus gebit­tet das er mich zum wah­ren Glau­ben füh­re!! Inzwi­schen binn ich eine kon­se­ra­ti­ve Katho­li­kin, und kann mit den Cha­ris­ma­ti­kern gar nicht mehr,mir kommt manch­mal vor es geht ihnen um den Men­schen und nicht um Jesus!!!Und sie nei­gen sehr zu übertreibung,ich bin über­zeugt das­Je­sus in der Stil­le mehr wirkt ! In der Stil­le kön­nen wir sehr per­sön­lich mit Ihm spre­chen Ihn Anbe­ten, Preissen,Danken,und vor allem zuhören!!!Die Stil­le Anbe­tung ist für mich das größ­te, außer die Hei­li­ge Mes­se!!!

      • Ohne Cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung wäre auch ich heu­te nicht kon­ser­va­tiv katho­lisch (pro­te­stan­tisch auf­ge­wach­sen ohne Glau­ben). Durch einen kath. cha­ris­ma­ti­schen Gebets­kreis fand ich in Kana­da zum Glau­ben und zur Kir­che. Ich wur­de wun­der­sam geführt, erfuhr viel inne­re Hei­lung und bin über­aus dank­bar und glück­lich, dadurch den Glau­ben an einen lie­ben­den Vater im Him­mel und zur hei­li­gen kath. Kir­che gefun­den zu haben. In die­ser Bewe­gung bekam ich als „Baby im Glau­ben“ „Milch“, um spä­ter die „feste Nah­rung“ ver­dau­en zu kön­nen. So hab‘ ich’s erlebt. Ich glau­be, dass die­se Bewe­gung ein Geschenk Got­tes ist, wenn die Tref­fen rich­tig geführt wer­den. Nicht jeder­mann (frau) hat sie nötig. Glück­lich, wer als Kind die Lie­be Got­tes erfah­ren und dadurch die Lie­be zur Kir­che sozu­sa­gen in die Wie­ge gelegt bekom­men hat.

        Vie­le Wege füh­ren nach Rom; Gott hat es gefal­len, mich durch die Cha­ris­ma­ti­ker dort­hin zu füh­ren. So war die­se Bewe­gung für mich eine Gna­de.

        Gelobt sei Jesus Chri­stus.….

  5. Was will man mit die­sen Hap­pe­nings errei­chen?

    Der Auf­trag Chri­sti ist klar – „du aber, wenn du betest, geh in dei­ne Kam­mer …“
    Der Herr hat das Mess­op­fer ein­ge­setzt – „tut d i e s zu mei­nem Gedächt­nis“. Dies ist der Auf­trag an die Prie­ster.

    Hat er irgend­wo gesagt, man sol­le Hal­le­lu­ja rufend her­um­hüp­fen?
    Heu­te scheint es nicht mehr rele­vant, ob etwas aus Eigen­wil­le geschieht oder ob es dem Auf­trag ent­spricht. Haupt­sa­che cool, neu und bil­lig.

  6. „… daß sie „einen schö­nen Weg“ gehen und in der Kir­che „viel Gutes“ tun..“

    Was ist an die­sem Weg schön und was an Gutem bewirkt er denn?

    Tat­sa­che ist, daß sich jun­ge Leu­te hier abar­bei­ten und nach anfäng­li­cher Begei­ste­rung nicht sel­ten fru­striert das Hand­tuch wer­fen.

    Wie bei einer Brun­nen­boh­rung auf san­di­gem Boden: zunächst geht es leicht, dann kommt Fels und es geht nicht mehr wei­ter.

    Was vie­le dann vom „Glau­ben“ mit­neh­men ist dies: er bringt nichts.

    Die Cha­ris­ma­tik kann nicht anders als an der Ober­flä­che blei­ben, weil es ihr gar nicht auf eine ordent­li­che Grund­la­ge ankommt, wor­auf soli­de auf­ge­baut wer­den kann.

  7. Ganz prag­ma­tisch: was bleibt von die­sen Gro­ße­vents übrig? Ob es WJT ist oder die­ses hier.

    In den Pfar­rei­en?

    Mir kommt das alles vor wie Ali­bi­ver­an­stal­tun­gen, wo die nach­kon­zi­lia­re Kir­che sich ein­re­det: die Kir­che lebt, sie ist jung.

    • Ich muss ein biss­chen den WJT ver­tei­di­gen.
      Es stimmt, dass wenig übrig bleibt.
      Aber es ist auch so, dass die Jugend­li­chen ein­mal Kir­che posi­tiv erlebt haben, es han­delt sich zwar um ein sehr klei­nes Samen­korn, das sofort wie­der über­wu­chert wird, jedoch gesät ist es schon.

      • Solan­ge es die tra­di­tio­nel­le Lit­ur­gie gab, also bis Ende der 60er, wur­de jeden Sonn­tag gesät. Sehr viel effek­ti­ver als durch alle ober­fläch­li­chen Welt­ju­gend-Events. Damals gab es auch Jugend­li­che, und die­se kamen durch den regel­mä­ßi­gen Besuch der alten Mes­se zu einem star­ken Glau­ben, der ein Leben lang hielt.

        Sämt­li­che Mega Events alle paar Jah­re wären nicht nötig, wenn die Kir­che den jun­gen Leu­ten einen tie­fen Glau­ben durch die tra­di­tio­nel­le Lit­ur­gie zugäng­lich machen wür­de. Daß in den Novus Ordo kein jun­ger Mensch gehen will, liegt an der Ober­fläch­lich­keit des­sel­ben. Mögen es doch end­lich ein­mal die zustän­di­gen Bischö­fe kapie­ren.

        Im übri­gen, da wird auch viel hin­ein­ge­deu­tet, in die WJT, von wegen posi­tiv Kir­che erfah­ren. Ich war auf diver­sen Events. Da ist so viel Drum­her­um, daß vom Eigent­li­chen wenig erfah­ren wer­den kann, den­ken Sie nur an den Kom­mu­nion­emp­fang. Was sind das für Umstän­de, unwür­dig bis fahr­läs­sig zum Teil. Posi­tiv Kir­che erle­ben ist etwas ande­res.

  8. Die cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung ist die tra­gisch­ste Bewe­gung in der Kir­chen­ge­schich­te!
    Sie ist eng gekop­pelt mit der Pfingst­be­we­gung.
    Das Pfingst­ler­tum ent­stand aus obsku­ren, frei­mau­re­ri­schen Quel­len.
    Wir wer­den dem­nächst im Peters­dom, Hei­lun­gen und Wun­der erle­ben.

  9. Das ist gera­de­zu h a a r s t r ä u b e n d !!
    Die Teil­nah­me an die­ser Ver­an­stal­tung zeigt deut­lich, wie „katho­lisch“ die­ser Papst ist. Für die­ses Tref­fen hat man Zeit. Hät­te er doch bes­ser am Marsch für das Leben, in Rom, teil­ge­nom­men.
    Na ja, jeder setzt eben sei­ne Prio­ri­tä­ten!

  10. Lie­be Mit­chri­sten,

    Die Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung ist eine ech­te Berei­che­rung für die Römisch-Katho­li­sche Kir­che.

    Herz­li­che Grü­ße
    Mat­thä­us 5

      • Also ich besu­che gele­gent­lich Got­tes­dien­ste evan­ge­li­ka­ler Kir­chen wie SELK Frank­furt, Freie evan­ge­li­sche Gemein­de Höchst (Bap­ti­sten), Mis­si­ons­werk Karls­ru­he, Christ­li­ches Zen­trum Wies­ba­den. Dort gefällt es mir auch. Und sehe sowohl mit den Augen als auch mit dem Her­zen gut 🙂 Aber Gebet kann nie scha­den. Dan­ke

  11. Der Cha­ris­ma­tis­mus ist nur eines der vie­len Kon­struk­te einer „Geist­kir­che“. Die­ses pneu­ma­to­lo­gi­sche Kon­strukt liegt auch heut­zu­ta­ge sowohl dem pro­gres­si­sti­schen Kir­chen­kon­zept als auch der cha­ris­ma­ti­schen Erneue­rung zugrun­de: in bei­den Fäl­len wird vom gekreu­zig­ten Chri­stus weg­ge­lenkt auf die „Freu­de“ und den Hl. Geist. Zudem wird die objek­ti­ve, sakra­men­ta­le Struk­tur der Kir­che auf­ge­löst zugun­sten des Prie­ster­tums aller Gläu­bi­gen und des „sen­sus fide­li­um“, der angeb­lich unfehl­bar sei.
    Bei der Cha­ris­ma­ti­kern gesche­hen Mas­sen­ex­or­zis­men, ange­führt durch Lai­en, gesche­hen Hand­auf­le­gun­gen, die zwei­fel­haft sind, wird der ein­zel­ne in ein Kol­lek­tiv gedrängt, dem er nur noch beschä­digt ent­kom­men kann. Cha­ris­ma­tis­mus zeich­net sich durch Radau aus, blas­phe­mi­sche „Jesus­lie­be“, die bei­spiels­wei­se die Herr­schaft Jesu Chri­sti aus­ruft (etwas so wie die Mus­li­me ihren Allah aus­ru­fen) und durch­aus häre­ti­sche End­zeit­leh­ren ver­brei­tet, die aus dem Pfingst­ler­tum über­nom­men wur­den (z.B. müs­se vor der Wie­der­kunft Jesu eine glo­ba­le Anbe­tungs­be­we­gung in Gang gesetzt wer­den).
    Cha­ris­ma­ti­ker behaup­ten stets, sie sei­en „biblisch“. Wenn man das über­prüft, fin­det man schnell her­aus, dass vie­les, was sie behaup­ten, an den Haa­ren her­bei gezo­gen ist.
    Aus­ge­rech­net die Glos­so­la­lie, von Pau­lus aus­drück­lich als „wenig nüt­ze“ und selbst­be­zo­gen zurück­ge­drängt, wird zum Mar­ken­zei­chen beson­de­rer Geist­nä­he. Blas­phe­misch auch das kol­lek­ti­ve Zun­gen­re­den um die Wand­lung her­um und das Zun­gen­ge­bet im Mess­ka­non. Jede (!) ‑auch die lal­len­de — Ver­än­de­rung der Wor­te ist unter­sagt!. Unge­hor­sam ist wei­ter, dass die aus­gie­bi­ge Zun­gen­re­de prak­ti­ziert wird, obwohl Pau­lus sie nur dann gestat­tet, wenn einer erklä­ren kann, was da eigent­lich gere­det wird. Und wenn dann höch­stens zwei Zun­gen­red­ner (!). Man weiß also nie, ob nicht der Satan die schlimm­sten Din­ge sagen lässt von unse­ren mas­sen­haf­ten Zun­gen­me­di­en, die in die­ser Sze­ne gei­stern. Von Her­umhop­sern, Her­um­schrei­ern, Rück­wärts­um­fal­lern und Gefühls­dus­lern mal ganz zu schwei­gen.
    Was hat das mit dem Glau­ben der Kir­che zu tun?
    Wenn eine Jesus­fröm­mig­keit einen ganz ande­ren Jesus dekla­riert als den Gekreu­zig­ten, dann ist das eben nicht unser Erlö­ser, son­dern im besten Fal­le ein Phan­tom.
    Nicht zuletzt kann es einem kalt den Rücken her­un­ter lau­fen, wenn man sieht, wie Prie­ster und Lai­en mit Hil­fe der Zun­gen­re­de und ohne bischöf­li­chen Auf­trag Exor­zis­men („Hei­lungs- und Befrei­ungs­dienst“) durch­füh­ren. Und dies natür­lich krea­tiv — an den kirch­li­chen Gebets­tex­ten vor­bei gemo­gelt…

    Klar, dass F. da hin geht. Er hat sich ja in Argen­ti­ni­en bereits von einem Pfingst­pre­di­ger seg­nen las­sen. Bald fei­ern wir eine Super­öku­me­ne im Zei­chen der vor­geb­li­chen Gei­stes­ga­ben. War­ten wirs nur ab!

    Mein Bericht von der cha­ris­ma­ti­schen MEHR-Kon­fe­renz neu­lich: http://zeitschnur.blogspot.de/2014/01/die-mehr-konferenz-in-augsburg-und-die.html

    • Sie selbst machen mit die­ser Inter­net-Adres­se Ihren Vor- und Nach­na­men bekannt. Lie­be Han­na Jüng­ling, noch vor Kur­zem, haben Sie sich mäch­tig über mich auf­ge­regt, als ich Sie mit Ihrem Vor­na­men ansprach, da dies angeb­lich Ihr Recht auf Anony­mi­tät ver­let­ze. War wohl nur ein Witz, nicht?

      • Falsch, mein Lie­ber — bloß weil Sie einen Namen wis­sen, kön­nen Sie nicht jeden beim Vor­na­men anspre­chen. Soviel Distanz und Kul­tur muss sein.
        Im übri­gen wäre ich Ihnen dank­bar, wenn Sie bei der Sache blie­ben.

      • @Joseph: Non quæras, quis hoc dixe­rit; sed quid dica­tur, atten­de.

        @Zeitschnur: Nur schon Ihre Bei­trä­ge machen dies Forum lesens­wert — vie­len Dank !

        • @Bonjour: Ihr latei­ni­sches Dik­tum war bekannt­lich das Mot­to von kreuz.net. Dan­ke, daß Sie uns damit offen­bart haben, wes Gei­stes Kind Sie sind. Bit­te wei­ter­so!

          • @Joseph

            Ver­zei­hung, aber das, was Sie mir da unter­stel­len, tue ich erstens nicht, zwei­tens habe ich es nicht nötig.
            Die üble Nach­re­de, der Neid, Zank und der Zorn gehö­ren jedoch zu den schwe­ren Sün­den.
            Been­den Sie Ihren Krieg gegen mich und wid­men Sie Ihre Zeit einer Gewis­sen­prü­fung.

  12. Ich kann mit den Cha­ris­ma­ti­kern nichts anfan­gen und fin­de es schlimm, wenn ein Papst sich für ein­zel­ne Tei­le der Kir­che hin­gibt, anstatt die Gemein­schaft und Ein­heit zu för­dern.

  13. Fakt ist: Es gibt so eini­ge, die frü­her den Rosen­kranz bete­ten und heu­te bei Pfingst­lern / Frei­kir­chen gelan­det sind — über den Weg der cha­ris­ma­ti­schen Bewe­gung!
    Die cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung bringt, sind wir uns da mal ehr­lich, so eini­ge Katho­li­ken erst auf den Geschmack für das Frei­kirch­li­che!

  14. Ich bin kon­ser­va­tiv, Mit­te 40, eine ganz nor­ma­le Arzt­hel­fe­rin und auch ich kann den Hype um F. nicht nach­voll­zie­hen.
    Aber: der WJT mit mei­nem, von mir über alles gelieb­ten Papst Bene­dikt, war eines der schön­sten Momen­te in mei­nem Leben.
    Gott behü­te uns alle

    • Sie sind Mit­te 40 — da haben Sie die Tra­di­ti­on lei­der gar nicht mehr erlebt. Sonst hät­ten Sie viel­leicht (wahr­schein­lich) noch schö­ne­re Momen­te erfah­ren, das wage ich zu behaup­ten.
      Der Papst ist der Stell­ver­tre­ter von Etwas/Einem viel Grö­ße­rem, was durch den Per­so­nen­kult heut­zu­ta­ge in Gefahr ist ver­deckt zu wer­den. Ganz beson­ders unter dem jet­zi­gen Pon­ti­fex.

      • Ich muss wirk­lich sagen, dass die WJT bei den teil­neh­men­den Teen­agern etwas bewir­ken. Auf jeden Fall die mit Papst Bene­dikt und JPII .
        Die jun­gen Leu­te erle­ben Kir­che als posi­tiv, jung und tau­chen für eini­gen Tage in eine Atmo­sphä­re wo es „selbst­ver­ständ­lich ist“ katho­lisch zu sein.
        Klar ist es viel Getue und viel Stroh­feu­er, aber man muss auch beden­ken in was für spi­ri­tu­el­len Wüsten wir leben.
        Die WJT’s sind (waren) kein EIn­tau­chen in eine hei­le, katho­li­sche Welt, aber schon sowas wie eine Oase in der Wüste.
        Es war bei Bene­dikt kein Per­so­nen­kult und bei JPII auch nicht, wie der WJT in Köln schön zeig­te.

  15. Auf die Fra­ge wie man beten soll, sag­te der Herr „… du aber, wenn du betest, geh in dei­ne Kam­mer …“
    Ich mei­ne, das heißt, man soll in die Kam­mer des Her­zens gehen, nach innen.
    Das geschieht bei der Eucha­ri­sti­schen Anbe­tung und bei der Anbe­tung wäh­rend der Wand­lung in der Kanon-Stil­le, die es ja nur noch im alten Ritus gibt.

    Statt des­sen geht man heu­te nach außen, in einen Aktio­nis­mus und sucht IHN dort. Kann ER dort gefun­den wer­den?

  16. Das, was Kom­men­ta­to­ren hier über die Ursprün­ge der „Cha­ris­ma­ti­schen Bewe­gung“ geäu­ßert haben, bestrei­te ich nicht. Ich stim­me zu.
    Den­noch muss viel­leicht dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den: Die Ver­eh­rung des Hei­li­gen Gei­stes kommt in der katho­li­schen Kir­che zu kurz. Im prak­ti­schen Voll­zug. Er wird geehrt im Kreuz­zei­chen, im „Ehre sei dem Vater.…“, in Glau­bens­for­meln. Aber die­se Ver­eh­rung bleibt mei­stens for­mel­haft, sie geht nicht ins Glau­bens­le­ben ein.
    So, als ob ledig­lich der Prie­ster, wenn er die Sakra­men­te spen­det, in einer inne­ren Ver­bin­dung zum Wir­ken des Hl. Gei­stes steht, die Gläu­bi­gen aber das Gebet, die inne­re Bezie­hung zum Hl. Geist nicht brau­chen. Wie kommt das nur? Hat­ten die Prie­ster die Sor­ge, dass sich die Gläu­bi­gen „selb­stän­dig“ machen, in Sub­jek­ti­vis­mus ver­fal­len, wenn sie sich dem Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes in ihrem Gebets­le­ben bewusst öff­nen?
    Ein­drück­lich hat unser Herr uns alle auf­ge­for­dert, um den Hei­li­gen Geist zu bit­ten, um den Trö­ster, den Bei­stand. Die­se Auf­for­de­rung ging nicht allein an die Apo­stel.
    Es gab und gibt Katho­li­ken, die die­sen Man­gel gespürt haben, die sich des­halb der Cha­ris­ma­ti­schen Bewe­gung ange­schlos­sen haben. Und nun einer Fehl­ent­wick­lung aus­ge­setzt sind.
    Wenn tra­di­ti­ons­treue Prie­ster fürch­ten, dass Gläu­bi­ge, die den Hei­li­gen Geist nicht nur an Pfing­sten ver­eh­ren, son­dern täg­lich, zu eigen­stän­dig wer­den, dann mögen sie sich die Bil­der anschau­en, die uns nicht erspart blei­ben wer­den im Juni: Dann drückt sich die „unter­drück­te“ Ver­eh­rung des Hl. Gei­stes in For­men aus, die der katho­li­schen Kir­che, ihrem Glau­ben, ihrem Stil, unwür­dig sind. Und der Ber­go­glio-Papst steht an der Spit­ze.

    • Die Ver­eh­rung des Hei­li­gen Gei­stes kommt in der katho­li­schen Kir­che nicht zu kurz.

      In jedem Cre­do, das in der lat. Mes­se gesun­gen wird, wird der Hl. Geist hoch ver­ehrt.

      „Et in Spi­ritum Sanc­tum, Domi­num, et vivi­fi­can­tem: qui ex Pat­re, Filio­que pro­ce­dit. Qui cum Pat­re et Filio simul ado­ra­tur et con­g­lo­ri­fi­ca­tur: qui locu­tus est per Pro­phe­tas.“

    • Lie­be Zeit­los, hier kann ich Ihnen nicht zustim­men. Der Hei­li­ge Geist ist nach der Leh­re der Kir­che für uns „der Geist Jesu“. Natür­lich ist er auch der Geist des Vaters. Aber nur der Sohn kam ins Fleisch und ver­band sich mit unse­rem Blut. Der Weg zum Vater geht nur über Jesus — nicht über den Hei­li­gen Geist als „auto­no­me“ Gott­heit.
      Wenn Sie die ent­spre­chen­den Stel­len im NT betrach­ten, wird Ihnen auf­fal­len, dass der Hei­li­ge Geist stets den Sohn als den Sohn Got­tes bezeugt.
      Nach der Him­mel­fahrt Chri­sti ist der Hei­li­ge Geist der Bei­stand und Trö­ster, bis Jesus wie­der­kommt. Der Geist führt in die gan­ze Wahr­heit. Die Wahr­heit aber ist Jesus, der Sohn (Weg, Wahr­heit, Leben…). Ubi spi­ri­tus sanc­tus ibi cru­ci­fi­xus.
      Der Hei­li­ge Pau­lus begrenzt die Gei­steu­pho­rie der Korin­ther mit — dem gekreu­zig­ten Chri­stus.
      Es ist der Schmer­zens­mann, in des­sen tie­fe Wahr­heit uns der Hei­li­ge Geist führt. Natür­lich jeden ein­zel­nen eben­so wie das Lehr­amt.
      Die Kir­che hat alle Ver­su­che, in eine pneu­ma­ti­sche Kir­che, eine Geist­kir­che abzu­drif­ten, ver­ur­teilt. War­um?
      Der Chri­sto­mo­nis­mus, den man der RKK oft vor­wirft, ist Ursa­che der objek­ti­ven, sakra­men­ta­len Struk­tur. Die Zusa­gen Got­tes gel­ten nüch­tern immer, egal wie ich mich füh­le und gleich, was mich anficht.
      Der Hei­li­ge Geist gilt aber als „Crea­tor“, gau­kelt die Illu­si­on des Sub­jek­ti­vis­mus vor, er weht wo er will, hat kei­ne Gren­zen. Wird sei­ne Ver­eh­rung ver­selb­stän­digt, fin­den wir sub­jek­ti­ve, selbst­be­zo­ge­ne Men­schen vor, die alles tun, um sich für eine gei­sti­ge Mani­pu­la­ti­on in der Illu­si­on freu­di­ger Well­ness zu öff­nen. Rabia­te oder kit­schi­ge „Lob­preis­musik“, das kol­lek­ti­ve Gebets­ge­schrei, das einen „Jesus“ hoch­preist, der bloß noch Super­star und Super­he­ro ist, aber nicht der Gekreu­zig­te (!), das Gott Hei­lun­gen und ande­re Wun­der abrin­gen will und selbst­herr­lich die Herr­schaft Got­tes aus­ruft (Vater­un­ser dage­gen: Sanc­tifice­tur nomen tuum… im Pas­siv und im Kon­junk­tiv …), Gezap­pel, Geham­pel und das unsäg­li­che Gel­al­le der Zun­gen­re­de (was nach Pau­lus in die­ser Mas­se und Unord­nung und v.a. Unüber­setzt­heit gar nicht sein dürf­te), merk­wür­di­ge Hei­lig­geist­ze­re­mo­ni­el­le mit Hand­auf­le­gun­gen durch Lai­en (!) — es ist Cha­os pur, feh­len bloß noch Dro­gen und Sex, dann wäre es auf jeden Fall einer Schwar­zen Mes­se ähn­li­cher als einer Hl. Mes­se. Licht­or­geln, düste­re Innen­räu­me, vie­le eksta­ti­sche Men­schen, die sicht­lich unter bösen Ein­flüs­sen nicht mehr Herr ihrer selbst sind… So müs­sen die Baal­sprie­ster um den Altar getanzt haben.
      Der Pneu­ma­tis­mus war immer schon eine schwe­re Ver­su­chung in der Kir­che, der Wider­sa­cher der sakra­men­ta­len, objek­ti­ven Ver­fas­sung.
      Seit dem Kon­zil hat man sol­chem Pneu­ma­tis­mus Tor und Tür geöff­net, schon in der Absicht („Neu­es Pfing­sten“), als­bald schwapp­te die pen­te­co­sta­le Bewe­gung auch in die RKK, wur­de dort erst mal von Moder­ni­sten und Pro­gres­si­sten geför­dert (Kard. Sue­n­ens) und heu­te ist der Cha­ris­ma­tis­mus Trä­ger eines Super­öku­me­nis­mus, den Pius XII. in „Mysti­ci cor­po­ris“ noch vehe­ment ver­ur­teilt hat­te.

  17. Bes­ser er geht hin, als er lässt es ein­fach nur gewäh­ren wie Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI., das gefällt mir an ihm, er sagt klar die Din­ge her­aus, er ist kein Schau­spie­ler wie Johan­nes Paul II.

  18. M.S.: Ich habe dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Hei­li­ge Geist in Glau­bens­for­meln in der Kir­che prä­sent ist, ich habe sie genannt. Ich habe jedoch unter­schie­den zwi­schen dem for­mel­haf­ten Bekennt­nis und dem prak­ti­schen Gebets­le­ben. Und da sehe ich schwer­ste Defi­zi­te.

    Lie­be Zeit­schnur, ich neh­me nicht an, dass Sie mich als ver­kapp­te Cha­ris­ma­ti­ke­rin ver­mu­ten. Nichts liegt mir fer­ner.
    In der Aller­hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit gibt es kei­ne „auto­no­me Gott­heit“, son­dern einen Gott in drei Per­so­nen. Die gemein­sam wir­ken, aber jeder Per­son wer­den bestimm­te „Sen­dun­gen“, Wirk­wei­sen zuge­schrie­ben.
    Jetzt blei­be ich wei­ter­hin ganz neu­tral und rufe den Hl. Pius X. als Schieds­rich­ter auf:
    „135. Wel­ches Werk wird beson­ders dem Hei­li­gen Geist zuge­schrie­ben?
    Dem Hei­li­gen Geist wird beson­ders die Hei­li­gung der See­len zuge­schrie­ben.
    136. Hei­li­gen uns der Vater und der Sohn eben­so wie der Hei­li­ge Geist?
    Ja, alle drei Per­so­nen hei­li­gen uns auf die glei­che Wei­se.
    137. Wenn dem so ist, war­um wird die Hei­li­gung der See­len im beson­de­ren dem Hei­li­gen Geist zuge­schrie­ben?
    Die Hei­li­gung der See­len wird im beson­de­ren dem Hei­li­gen Geist zuge­schrie­ben, weil sie ein Werk der Lie­be ist und die Wer­ke der Lie­be dem Hei­li­gen Geist zuge­schrie­ben wer­den.
    141. Ist der Hei­li­ge Geist nur für die Apo­stel gesandt wor­den?
    Der Hei­li­ge Geist ist für die gan­ze Kir­che und für jede gläu­bi­ge See­le gesandt wor­den.
    142. Was wirkt der Hei­li­ge Geist in der Kir­che?
    Der Hei­li­ge Geist belebt die Kir­che mit sei­ner Gna­de und sei­nen Gaben wie die See­le den Leib; er festigt in ihr das Reich der Wahr­heit und der Lie­be; er steht ihr bei, damit sie ihre Kin­der sicher auf dem Weg zum Him­mel füh­re.“
    (Hl. Pius X., Kom­pen­di­um der christ­li­chen Leh­re, S. 99.100).
    Ehr­lich gesagt, hat­te ich nur an die Wor­te unse­res Herrn in den Evan­ge­li­en gedacht: Er ist es, der uns den Hei­li­gen Geist ver­hei­ßen hat, der uns nicht als Wai­sen zurück­lässt, Er ist es, der uns auf­for­dert, um den Hei­li­gen Geist zu bit­ten.
    Doch die eine Gegen­wart schließt die ande­re nicht aus. In der klei­nen wei­ßen Hostie kommt unser Herr selbst zu uns. Als die Frucht Sei­nes Lei­dens und Ster­bens auf Gol­go­tha. Im Taber­na­kel ist er als Gott­mensch ver­bor­gen in der demü­ti­gen Hostie gegen­wär­tig, aller Anbe­tung wür­dig.

    Hof­fent­lich eröff­ne ich kein neu­es The­ma, wenn ich bemer­ke, dass es in Krei­sen der Tra­di­ti­on eine Mari­en­ver­eh­rung gibt, die nicht mehr nur auf die Inkar­na­ti­on bezo­gen ist, wie sie so ein­ma­lig tief in der Lau­re­ta­ni­schen Lita­nei zum Aus­druck kommt. Ein Mei­ster­werk theo­lo­gi­scher und poe­ti­scher Spra­che.
    Es gibt eine Mari­en­ver­eh­rung, die sie als Mitt­le­rin aller Gna­den, sogar als Mit­erlö­se­rin sieht. Und unse­ren Herrn im Gebets­le­ben ver­drängt. Als sei der Rosen­kranz die natür­li­che Fort­set­zung des Mess­op­fers, der Quel­le aller Gna­den.
    .
    Die „Cha­ris­ma­ti­sche Erneue­rung“ ist mir mehr als suspekt. Aber die Pfingst­se­quenz „Veni, Sanc­te Spi­ri­tus“ kann man täg­lich beten. Min­de­stens nicht nur an Pfing­sten.

    • Sie schrei­ben: „Hof­fent­lich eröff­ne ich kein neu­es The­ma, wenn ich bemer­ke, dass es in Krei­sen der Tra­di­ti­on eine Mari­en­ver­eh­rung gibt, die nicht mehr nur auf die Inkar­na­ti­on bezo­gen ist.“

      Natür­lich eröff­nen Sie damit ein neu­es The­ma, das aber mög­li­cher­wei­se die Kehr­sei­te des Cha­ris­ma­tis­mus ist. Wel­che Art der Mari­en­ver­eh­rung mei­nen Sie? Der Rosen­kranz jeden­falls ver­drängt nicht das Mess­op­fer, son­dern ver­tieft das Ver­ständ­nis des Mess­op­fers.
      Über eine Ant­wort wür­de ich mich freu­en.

      Kei­ne Sor­ge, ich hal­te Sie nicht für eine Cha­ris­ma­ti­ke­rin! Aller­dings ver­ste­he ich nicht, was Sie dann genau mei­nen. Die Kate­chis­mus-Sät­ze Pius X. sind das, was man aus Cha­ris­ma­ti­ker- und Moder­ni­sten­krei­sen der Kir­che als „Geist­ver­ges­sen­heit“ vor­wirft…

      Natür­lich ist Gott einer! Aber von die­sem Gott war der Mensch durch die Sün­de Adams und Evas getrennt. ich möch­te nun selbst auch Pius X. zitie­ren, denn in Jesus Chri­stus geschah tat­säch­lich eine „Ver­än­de­rung“ in der Tri­tin­tät durch die Inkar­na­ti­on in unser Fleisch und zu unse­rer Ret­tung:
      81. Als Gott ist Jesus Chri­stus immer gewe­sen; als Mensch begann Er erst vom Moment der Emp­fäng­nis an zu sein.
      89. Jesus Chri­stus starb als Mensch, weil Er als Gott weder eli­den noch ster­ben konn­te.
      94. Jesus Chri­stus ist jetzt nicht nur im Him­mel, son­dern als Gott ist Er über­all. Als Gott und Mensch ist Er nur im Him­mel und in aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment.
      (Kate­chis­mus der katho­li­schen Leh­re des hl. P.Pius X.)

      Sie sagen es ja selbst, dass der Hei­li­ge Geist uns bei­steht und trö­stet, um uns nach in der Zwi­schen­pha­se zwi­schen Him­mel­fahrt und Wie­der­kunft nicht „ver­waist“ zurück­zu­las­sen. Er spen­det die Gaben, um den Leib Chri­sti (!) auf­zu­bau­en. So sagt es auch der KKK wie­der­um im Rück­ver­weis auf „Mysti­ci cor­po­ris“ von Pius XII.

      Die Kir­che hat das nie­mals außer acht gelas­sen!

      Mein gedan­ke ist, dass eine Mari­en­ver­eh­rung, die mög­li­cher­wei­se unge­sund ist, an ihr den Aspekt betont, der Sie an den Hl. Geist knüpft: Sie ist Braut des Hl. Gei­stes, das ist aus der Hl. Schrift klar und deut­lich ersicht­lich. Wer aber nun den Hl. Geist selbst­stän­dig wahr­nimmt und nicht mehr in Ein­heit mit dem Gott­men­schen sieht, der tat­säch­lich allei­ne der „Weg, die Wahr­heit und das Leben“ für uns gefal­le­ne Men­schen ist, der löst auch die Braut des Hl. Gei­stes vom Sohn ab und erliegt einer sich-ver­selb­stän­di­gen­den Mari­en­ver­eh­rung.

      Ihre Abwehr gegen den Rosen­kranz wür­de ich an Ihrer Stel­le noch mal über­prü­fen, und zwar an der Enzy­kli­ka „Magnae Dei matris“ von P. Leo XIII. von 1892.

      • Nun man kann immer auf 2 Sei­ten vom Pferd fal­len!
        Zusätz­lich muss man immer beden­ken, dass für Chri­sten das Böse kei­ne eigen­stän­di­ge Kate­go­rie oder eigen­stän­di­ge Macht, im Sin­ne eines dua­li­sti­schen Den­kens, ist.
        Sorum ist alles Böse, nur das schlecht gewor­de­ne Gute!
        Man lese das bei Augu­sti­nus nach, oder auch bei Scott Hahn (ja ich weiß der ist mit Steu­ben­vil­le ver­ban­delt, aber nichts des­do trotz erklärt er das sehr gut)
        Wenn man im Hin­ter­kopf hat, was das Böse ist, so ergibt sich, dass es sich immer auch als Häre­sie mani­fe­stiert, auch udn gera­de im Bereich der Reli­gi­on.
        Will hie­ßen, wenn man das katho­li­sche et…et (sowohl als auch), durch ein ein­fa­ches „sola“ (allein) ersetzt, genau dann wird es ver­kehrt.
        Sorum ist Mari­en­ver­erhrung nie ver­kehrt, außer dann, wenn man nur noch Maria sieht und denkt. Also Maria an die Stel­le Got­tes setzt, also ver­gißt, dass Maria durch die Ver­dien­ste ihres Soh­nes, all das gewor­den ist, was in der Lau­re­ta­ni­schen Lita­nei steht.
        Genau­so ist es mit dem Hei­li­gen Geist, wenn man nur noch auf das Cha­ris­ma gug­gt und dar­über das Amt negiert, dann wird es ver­kehrt (der Patri­arch von Vene­dig, Albi­no Lucia­ni hat da diver­ses drü­ber geschrie­ben, in „Ihr Erge­be­ner“)
        Genau­so ist es übri­gens (der Feh­ler der Moder­ni­sten) mit den „et…et“ sel­ber, wenn man vor lau­ter Ver­ständ­nis und Offen­heit für alles und jedes, vom Dog­ma nix mehr wis­sen will.

  19. @Zeitschnur
    Das, was ich zitiert habe aus dem Kom­pen­di­um, ist dog­ma­ti­siert. Es ist Dog­ma. Dar­über gibt es kei­ne Debat­te mehr für Katho­li­ken. Egal, was Cha­ris­ma­ti­ker sagen.
    „Wenn ihr mich liebt, wer­det ihr mei­ne Gebo­te hal­ten, und ich wer­de den Vater bit­ten, und er wird euch einen ande­ren Bei­stand geben, damit er immer­fort bei euch blei­be, den Geist der Wahr­heit, den die Welt nicht emp­fan­gen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich wer­de euch nicht als Wai­sen zurück­las­sen; ich kom­me zu euch.“ (Joh 14, 15 — 18).
    Eine Viel­zahl von Schrift­stel­len könn­te ich anfüh­ren. Immer ist es unser Herr selbst, der den Hei­li­gen Geist ver­spricht, ankün­digt, auf­for­dert, um ihn zu bit­ten.
    Ich habe doch Sei­ne Gegen­wart im Taber­na­kel bereits erwähnt. In der kon­se­krier­ten Hostie, im Aller­hei­lig­sten Altars­sa­kra­ment ist er als Gott­mensch gegen­wär­tig und natür­lich im Him­mel.
    Zeit­schnur, dar­über muss man mich nicht beleh­ren.

    (…) “ ‚Tat­säch­lich kommt es vor, daß die Gläu­bi­gen gefes­selt sind, wenn wir ihnen von den Gaben des Hei­li­gen Gei­stes spre­chen, von den Selig­kei­ten, von den Früch­ten des Hei­li­gen Gei­stes, die zum geist­li­chen Orga­nis­mus aller See­len gehö­ren, sobald sie die Tauf­gna­de emp­fan­gen haben. Wie­vie­le Gläu­bi­ge sind begei­stert, wenn wir ihnen über die­se Din­ge pre­di­gen, und sagen: Wir wuß­ten gar nicht, daß der Hei­li­ge Geist auf die­se Wei­se in uns wirkt.‘
    Mgr. Lef­eb­v­re erin­ner­te sich an eben die­se freu­di­ge Über­ra­schung, die sei­ne Mut­ter beim Lesen eines Buches emp­fand, das der jun­ge römi­sche Semi­na­rist zu Hau­se gelas­sen hat­te: …(Über die Ein­woh­nung des Hei­li­gen Gei­stes in den See­len der Gerech­ten). ‚Wie­so hören wir nichts von die­sen Din­gen?‘, hat­te sie an Mar­cel geschrie­ben.“
    (Ber­nard Tis­sier de Mal­lerais: Mar­cel Lef­eb­v­re. Eine Bio­gra­phie, S. 625)
    Chri­sto­zen­tri­scher als Mar­cel Lef­eb­v­re, der Ret­ter des Mess­op­fers, kann man nicht sein. Wenn er wünsch­te, dass mehr über das Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes gepre­digt wer­den soll­te, dann dach­te er doch nicht an eine sich ver­selb­stän­di­gen­de Hei­lig-Geist-Ver­eh­rung.
    Bereits in der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che gab es ein „Ver­ges­sen des Hei­li­gen Gei­stes“, sei­nes Wir­kens, Gabri­el­le Lef­eb­v­re ist „mei­ne Zeu­gin.“ Die Tra­di­ti­on ist der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che auch in die­ser Hin­sicht treu geblie­ben.
    .
    Der Rosen­kranz gehört zur katho­li­schen Iden­ti­tät, er ist „urka­tho­lisch.“ Er darf nur nicht alle ande­ren Gebets­for­men an den äußer­sten Rand drän­gen. Von der nach­kon­zi­lia­ren pro­te­stan­ti­sier­ten Kir­che spre­che ich nicht. Hier führt er lei­der nur noch ein Schat­ten­da­sein.

    Eine sich ver­selb­stän­di­gen­de Mari­en­ver­eh­rung — inner­halb der Tra­di­ti­on — und eine sich ver­selb­stän­di­gen­de „Hei­lig-Geist-Eupho­rie“, vor­ge­führt von den Cha­ris­ma­ti­kern, ist vom katho­li­schen Stand­punkt aus nicht zu recht­fer­ti­gen.
    Dass sich Papst Ber­go­glio am Gefühls­tau­mel betei­ligt, passt lei­der ins Bild.

    • @ zeit­los

      Es muss ja schon mög­lich sein, etwas sach­lich zu sagen, ohne dass Sie sich belehrt füh­len. Auch Sie füh­ren ja Ihr Wis­sen und Ihre Schlüs­se an.
      Die Pro­ble­ma­tik Ihrer Posi­ti­on ist die, dass Sie offen­bar die sub­jek­ti­ve Erzäh­lung der Mut­ter Lefèbvres abso­lut set­zen, als sei das „die“ Wahr­heit zum The­ma Hei­li­ger Geist vor dem Kon­zil. Das müss­te in der Tat anhand meh­re­rer Quel­len geprüft wer­den. Man­ches ist auch die Macke eines Bischofs gewe­sen, man­ches die Schwer­hö­rig­keit der Gläu­bi­gen selbst…

      Ich sen­de noch einen extra Kom­men­tar für Sie, auf dem ich eine Hei­lig-Geist-Pre­digt des Pfar­rers von Ars zitie­re, womit zu der Behau­tung der Mut­ter Lefèbvre alles gesagt ist: wahr­haft gläu­bi­ge Prie­ster haben natür­lich den Gläu­bi­gen den Hl. Geist ver­mit­telt! (s. näch­sten Kom­men­tar)

      Im übri­gen blen­den Sie voll­kom­men aus, dass die Kir­che von Anfang an gegen „Hei­lig­geist-Schwär­mer­tum“ kämp­fen muss­te und dar­um zu recht so ver­fah­ren ist, wie sie es tat — vor dem Kon­zil. Sie ver­ges­sen, dass wegen der unter­schied­li­chen Auf­fas­sung des Hl. Gei­stes gro­ße Schis­men und Ket­ze­rei­en gesche­hen sind. Den­ken Sie an das Filio­que, den­ken Sie an die Katha­rer, die Mon­ta­ni­sten, die Pro­te­stan­ten mit ihrem Prie­ster­tum der Gläu­bi­gen und ihrer Skep­sis gegen­über der sicht­ba­ren Kir­che, den­ken Sie an die unzäh­li­gen moder­nen pro­te­stan­ti­schen Hl. Geist-Sek­ten, die alle­samt dar­auf set­zen, dass jeder schon selbst irgend­wie ohne prie­ster­li­che Ver­mitt­lung via Geist alles erhält, was er braucht…
      Wenn Sie die­se durch­ge­hen­de Pro­ble­ma­tik nicht mit in Ihre Über­le­gun­gen ein­be­zie­hen, fin­den Sie hier wohl kaum ein aus­ge­wo­ge­nes Maß. Es genügt auch kaum, hier nur Pius X. zu lesen und Lefèbvre. Man soll­te in einer so gewich­ti­gen Fra­ge einen Blick in die gan­ze Kir­chen­ge­schich­te tun, soweit einem das mög­lich ist. Ich bemü­he mich gera­de selbst dar­um ‚die­se Fra­ge für mich zu klä­ren!

    • @ zeit­los (Eine Pre­digt des Pfar­rers von Ars über den Hei­li­gen Geist)

      Vom Hei­li­gen Geist

      „Wer vom Hei­li­gen Geist gelei­tet wird, denkt
      Rech­tes. So kommt es, dass es vie­le Unge­lehr­te
      gibt, die wei­ser als die Gelehr­ten sind. Wenn wir
      von einem Gott der Stär­ke und des Lich­tes gelei-
      tet wer­den, kön­nen wir uns nicht irren.
      Der Hei­li­ge Geist ist Hel­lig­keit und Stär­ke. Er ist
      es, der uns das Wah­re vom Fal­schen, das Gute
      vom Bösen unter­schei­den lässt. Wie durch ein
      Ver­grö­ße­rungs­glas lässt er uns das Gute und
      Böse deut­lich erken­nen. Mit dem Hei­li­gen Geist
      sehen wir alles groß: wir erken­nen die Grö­ße der
      gering­sten für Gott geta­nen Wer­ke und die Grö­ße
      der klei­nen Feh­ler. Wie ein Uhr­ma­cher mit sei­ner
      Lupe das klein­ste Räder­werk einer Uhr sieht, so
      erken­nen wir durch das Licht des Hei­li­gen Gei­stes
      jeden Teil unse­res armen Lebens. Dann erschei-
      nen die gering­sten Unvoll­kom­men­hei­ten schwer-
      wie­gend, und die klein­sten Sün­den ver­ur­sa­chen
      Schrecken.
      Indem der lie­be Gott uns den Hei­li­gen Geist
      schickt, han­delt er aus Rück­sicht zu uns wie ein
      gro­ßer König, der sei­nen Die­ner beauf­tragt, einen
      sei­ner Unter­ta­nen zu beglei­ten, wobei er ihm sagt:
      ‘Du beglei­test die­sen Men­schen über­all hin und
      bringst ihn mir dann wie­der gesund und heil
      zurück.’ Wie herr­lich ist es, vom Hei­li­gen Geist
      beglei­tet zu wer­den! Er ist ein guter Füh­rer …
      Trotz­dem gibt es wel­che, die ihm nicht fol­gen
      wol­len …
      Wenn man die Ver­damm­ten fra­gen wür­de: ‘Wa-
      rum sei ihr in der Höl­le?’, wür­den sie ant­wor­ten:
      ‘Weil wir dem Hei­li­gen Geist wider­stan­den haben.’
      Und wür­den wir die Hei­li­gen fra­gen, war­um sie im
      Him­mel sind, wür­den sie ant­wor­ten: ‘Weil wir auf
      den Hei­li­gen Geist gehört haben.’
      Die sich vom Hei­li­gen Geist füh­ren las­sen, er-
      fah­ren in sich alles Glück, wäh­rend die schlech­ten
      Chri­sten auf Dor­nen und Kie­sel­stei­nen gehen.
      Der Hei­li­ge Geist führt uns wie eine Mut­ter ihr
      klei­nes Kind, wie ein Sehen­der einen Blin­den.
      Jeden Mor­gen sol­len wir beten: ‘Sen­de mir den
      Hei­li­gen Geist, damit ich erken­ne, wer ich bin und
      wer Du bist!…’ Eine See­le, die den Hei­li­gen Geist
      besitzt, fin­det im Gebet eine beson­de­re Freu­de,
      die ihr immer die Zeit zu kurz wer­den lässt; sie
      ver­liert nie­mals die hei­li­ge Gegen­wart Got­tes.“

      (Quel­le: http://www.kleine-spirituelle-seite.de/tl_files/template/pdf/pfarrer_von_ars-predigten.pdf)

  20. Lie­be Zeit­schnur, ich weiß nicht, was Sie von mir wol­len. Ich nume­rie­re, damit nicht alles durch­ein­an­der geht.
    1. Mit der katho­li­schen cha­ris­ma­ti­schen Gemein­de­er­neue­rung habe ich nicht nur nichts zu tun, ich habe mich, als Freun­de mich zu sol­chen Tref­fen mit­neh­men woll­ten, beharr­lich gewei­gert. Was ich damals mit­be­kom­men habe, hat mich der­ma­ßen abge­sto­ßen, dass ich als Geg­ne­rin ange­se­hen wur­de, nicht nur nicht als Unin­ter­es­sier­te. Was den Bezie­hun­gen zwi­schen mir und „mei­nen Cha­ris­ma­ti­kern“ nicht gera­de gut getan hat.
    2. Es gab in der Kir­che immer Häre­si­en, die bekämpft wur­den. Dass auch der Hei­li­ge Geist davon betrof­fen war, ist doch selbst­ver­ständ­lich.
    3. Doch die katho­li­sche Leh­re ist ein­deu­tig. Es gibt dog­ma­tisch, lehr­mä­ßig über­haupt kei­ne Schwie­rig­kei­ten.
    4. Wir spre­chen hier von Fröm­mig­keits­for­men, von pra­ki­ti­zier­tem Glau­ben. Ich hal­te die „Cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung“ für eine Fehl­ent­wick­lung. Und es ist schlimm, wenn sich der Papst an die Spit­ze stellt, doch was ist von Ber­go­glio zu erwar­ten?
    5. Ich habe nie behaup­tet, dass in der katho­li­schen Kir­che nie­mand vom Hei­li­gen Geist spricht.
    6. Die Pre­digt des hl. Pfar­rers von Ars fin­de ich lehr­reich und erbau­lich. Dan­ke. Ich schlie­ße nur den Wunsch an, dass sie mehr ver­brei­tet wür­de. Auf dem Schreib­tisch von etli­chen FSSPX-Prie­stern wür­de ich sie gern sehen. Obwohl mich die Schreib­ti­sche der Patres grund­sätz­lich nichts ange­hen…
    7. Als ich gefirmt wur­de, habe ich gelernt, den Hei­li­gen Geist zu ver­eh­ren. Erst dann. Es war ein sehr nüch­ter­ner Firm­un­ter­richt. „Komm, o Geist der Hei­lig­keit“, „Komm, Schöp­fer Geist, kehr bei uns ein“, ich lern­te erst dann, zum Hei­li­gen Geist zu beten. Nicht mehr und nicht weni­ger. Und ich habe fest­ge­stellt, dass ich ohne mei­ne Fir­mung kei­nen Zugang bekom­men hät­te. Das fand und das fin­de ich nicht in Ord­nung.
    8. Ich kann­te damals weder Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, geschwei­ge denn sei­ne Mut­ter.
    Als ich das Zitat las, war es für mich nur ein Aha-Erleb­nis. Was mir am Beginn mei­ner Jugend auf­ge­fal­len ist, ist der Mut­ter von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re so sehr auf­ge­fal­len, dass sie ihren Sohn gefragt hat, „war­um hören wir nichts von die­sen Din­gen?“ Ich war damals noch nicht auf der Welt, sie war Fran­zö­sin, ich eine „nach­ge­bo­re­ne Deut­sche.“ Die sich als „Firm­kind“ das Glei­che gefragt hat.
    8. Mein Zitat war nur ein Aus­zug. Es ging dem Erz­bi­schof dar­um, Jesus Chri­stus in den Mit­tel­punkt der Pre­digt zu stel­len. Er wand­te sich aus­drück­lich gegen die Ten­denz von Prie­stern, „mehr oder weni­ger glaub­wür­di­ge Pri­va­tof­fen­ba­run­gen“ in den Mit­tel­punkt ihrer Pre­dig­ten zu stel­len. Weil es den Glau­ben ver­zerrt und zur Gefühls­schwel­ge­rei führt.
    9. Die War­nung ist lei­der höchst aktu­ell.
    10. Mei­ne Fir­mung hat nie mei­ne Erst­kom­mu­ni­on über­la­gert, weder im Glau­ben noch im Beten.
    11. Es gibt kei­nen Gegen­satz. Jedoch eine Ver­tie­fung. Ich habe seit mei­ner Fir­mung das Gebet zum Hei­li­gen Geist nie anders ver­stan­den. Und so wird es blei­ben.

  21. Nach­trag: „Mut­ter Lef­eb­v­re“ hat nichts behaup­tet, sie hat nur beim Lesen eines Buches, das sie von ihrem Sohn bekom­men hat­te, gefragt, „war­um hören wir nichts von die­sen Din­gen?“ Das war kei­ne all­ge­mei­ne The­se über die Hei­lig-Geist-Ver­eh­rung welt­weit in der Kir­che, son­dern ihre Fest­stel­lung.
    Was die Fran­zö­sin Gabri­el­le Lef­eb­v­re für ihr pri­va­tes Gebets­le­ben fest­stell­te, stell­te vie­le Jahr­zehn­te spä­ter ein klei­nes deut­sches Firm­kind eben­falls fest.
    Doch auf Gabri­el­le Lef­eb­v­re und Zeit­los kommt es nicht an. Ein Blick in vor­kon­zi­lia­re Gesang­bü­cher genügt, ein Blick in den lit­ur­gi­schen Kalen­der von damals, den ich habe, weil ich in die „Alte Mes­se“ gehe, zeigt es an: Die Hei­lig-Geist-Ver­eh­rung ist — weit­ge­hend — auf Pfing­sten redu­ziert, die Mari­en­ver­eh­rung geht nicht nur das gan­ze Jahr über, sie hat noch zwei Spit­zen­mo­na­te, den Mai und den Okto­ber.
    Ich habe es schon erlebt, nicht in einer FSSPX-Kapel­le: Der biri­tu­el­le Prie­ster betet das Schlus­sevan­ge­li­um, die Gemein­de schmet­tert aus vol­lem Hal­se: „Maria, dich lie­ben…“
    Das ist vor­kon­zi­lia­rer Brauch, der sich erhal­ten hat. Wobei es beim Schlus­sevan­ge­li­um um die Mensch­wer­dung der zwei­ten gött­li­chen Per­son geht, nicht um den Hei­li­gen Geist.

    • Ja, lie­be Zeit­los,

      was folgt dar­aus? Sie stim­men mir ja im Prin­zip in allem zu…
      „„Kei­ner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Hei­li­gen Geist redet.“ (1. Kor. 12, 3)

      dar­aus folgt, dass wah­re Chri­stus­lie­be über­haupt nicht anders als durch den Hei­li­gen Geist in uns wach­sen kann…

      Das Sakra­ment der „Fir­mung“ ist ja die „Ver­sie­ge­lung mit dem Hei­li­gen Geist“, die Aus­sen­dung als miles Chri­sti zu der jeder Gläu­bi­ge „qua­si ex offi­cio“ bevoll­mäch­tigt ist, zum öffent­li­chen Bekennt­nis des Glau­bens. (Pius X., Kate­chis­mus §309, KKK §1304/1305)

      Es ist also ein Zei­chen dafür, dass bei Ihnen doch alles gemäß der sakra­men­ta­len Ver­fasst­heit der Kir­che gelau­fen ist. Wun­der­bar!

      Ich habe mei­ne Gedan­ken zu dem The­ma noch ver­tieft und auf mein Blog gestellt:
      http://zeitschnur.blogspot.de/2014/02/catholic-larp-und-die-geistkirche.html

      Ich ver­ste­he nicht ganz Ihre Kri­tik an Pius-Prie­stern. M.E. spricht doch die „maria­ni­sche Aus­rich­tung“ vie­ler dort tat­säch­lich der Öff­nung für den Hei­li­gen Geist. Immer­hin ist die Imma­cu­la­ta das vor­züg­lich­ste aller Geschöp­fe, w e i l Sie in voll­kom­me­ner Wei­se und als Ehe­frau sich dem Hei­li­gen Geist ganz hin­ge­ge­ben hat und die beste Frucht dar­aus her­vor­ge­gan­gen ist, die über­haupt denk­bar ist: Jesus Chri­stus, der Sohn Got­tes.
      Das ist doch wun­der­bar.

  22. Zeit­schnur, bit­te wer­den Sie nicht unver­schämt!
    Ich habe Ihnen kei­nes­falls zuge­stimmt, son­dern mei­ne Auf­fas­sung ver­deut­licht und dabei teil­wei­se Ihre Anschul­di­gun­gen oder Über­trei­bun­gen zurück­ge­wie­sen.
    Sor­ry, aber Maria „als die Ehe­frau des Hei­li­gen Gei­stes“ zu bezeich­nen fin­de ich krank. Oder heid­nisch. Und völ­lig unge­bräuch­lich nicht nur in der katho­li­schen Kir­che, son­dern in allen christ­li­chen Gemein­schaf­ten.
    Soll­ten Sie wirk­lich nicht die christ­li­che Braut­my­stik vom heid­ni­schen Göt­ter­kult, in dem Göt­ter mensch­li­che Frau­en hei­ra­ten, unter­schei­den kön­nen? Schwer vor­stell­bar.

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