Falsche Schlagzeilen von „Barmherzigkeit“ und „Erleichterung“ bei Eheannullierungen — Papst Franziskus bei Rota Romana

Papst Franiskus eröffnete neues Gerichtsjahr der Sacra Rota Romana - KNA verbreitet falsche Schlagzeilen(Rom/Bonn) Fal­sche Schlag­zei­len, die in die Irre füh­ren. Am heu­ti­gen (Frei­tag) Vor­mit­tag hielt Papst Fran­zis­kus im Vati­kan eine Anspra­che vor der Sacra Rota Roma­na zur Eröff­nung des neu­en Gerichts­jah­res. Die Hei­li­ge Rota Roma­na ist der zweit­höch­ste Gerichts­hof der Katho­li­schen Kir­che und Letzt­in­stanz bei Ehe­nich­tig­keits­ver­fah­ren. Die Schlag­zei­le von KNA, der Nach­rich­ten­agen­tur der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, lau­te­te: „Papst for­dert barm­her­zi­ges Kir­chen­recht. Papst Fran­zis­kus hat mehr Barm­her­zig­keit in kirch­li­chen Ehe­nich­tig­keits­ver­fah­ren gefor­dert.“ KAP, die Nach­rich­ten­agen­tur der Öster­rei­chi­schen Bischofs­kon­fe­renz zog umge­hend nach: „Papst für mehr Barm­her­zig­keit bei Annul­lie­run­gen“. Eine hal­be Stun­de dar­auf mach­te die Online-Redak­ti­on des Öster­rei­chi­schen Rund­funks (ORF) dar­aus die Schlag­zei­le: „Papst für Erleich­te­run­gen bei Annul­lie­run­gen. Papst Fran­zis­kus for­dert mehr Barm­her­zig­keit in kirch­li­chen Ehe­nich­tig­keits­ver­fah­ren.“ Doch in der Anspra­che erwähn­te der Papst das Wort „Barm­her­zig­keit“ gar nicht. Er for­der­te weder „mehr Barm­her­zig­keit“ noch „Erleich­te­run­gen“ bei Ehe­an­nul­lie­run­gen.

Das The­ma Ehe­an­nul­lie­rung ist für die der­zeit umstrit­ten dis­ku­tier­te Fra­ge der Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ner zu den Sakra­men­ten von Bedeu­tung. Tei­le der deut­schen Bischö­fe wol­len einen Son­der­weg gehen, vor dem der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Ger­hard Lud­wig Mül­ler warn­te. In die Son­der­weg­stra­te­gie paßt die fal­sche Bericht­erstat­tung über die Papst­an­spra­che an die Kir­chen­rich­ter. Sie ver­mit­telt fal­sche Ein­drücke von Papst Fran­zis­kus und soll die Kir­che in eine bestim­me Rich­tung drän­gen. Im kon­kre­ten Fall geht es nicht um eine Inter­pre­ta­ti­on miß­ver­ständ­li­cher Papst­wor­te, son­dern um ein glat­te, aber nicht des­in­ter­es­sier­te Erfin­dung.

Das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt sag­te in der Anspra­che wört­lich: „Die recht­li­che und die pasto­ra­le Dimen­si­on des kirch­li­chen Amtes bil­den kei­nen Gegen­satz, weil bei­de dem­sel­ben Ziel die­nen“. Und wei­ter: „Die Arbeit der Kir­chen­ge­rich­te stellt einen Dienst an der Wahr­heit in der Gerech­tig­keit dar und hat daher eine tie­fe pasto­ra­le Kon­no­ta­ti­on, weil sie auf das Beste für die Gläu­bi­gen und die Erbau­ung der christ­li­chen Gemein­schaft abzielt.“ Ein rich­ter­li­ches Amt stel­le daher eine „wirk­li­che Dia­ko­nie“ dar, einen „Dienst am Volk Got­tes“.

In sei­ner Anspra­che skiz­zier­te der Papst ein „kur­zes Pro­fil des Kir­chen­rich­ters“ in mensch­li­cher, gericht­li­cher und pasto­ra­ler Hin­sicht. Zum pasto­ra­len Aspekt des Pro­fils eines Rich­ters sag­te der Papst: Der Kir­chen­rich­ter „ist ein Die­ner der Gerech­tig­keit, der geru­fen ist, über die Umstän­de der Gläu­bi­gen zu urtei­len, die sich ver­trau­ens­voll an ihn wen­den, indem er den Guten Hir­ten nach­ahmt, der sich des ver­wun­de­ten Schafs annimmt. Des­halb ist er von pasto­ra­ler Lie­be ange­trie­ben, jener Lie­be, die Gott in unse­re Her­zen ein­ge­gos­sen hat durch ‚den Hei­li­gen Geist, den er uns gege­ben hat‘ (Römer 5,5). Die Lie­be – schreibt der Hei­li­ge Pau­lus – „ist das Band, das voll­kom­men macht“ (Kolos­ser 3,14), und stellt die See­le der Arbeit des Kir­chen­rich­ters dar.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der

19 Kommentare

  1. Also das liest sich auf Radio Vati­kan auch ganz anders, sie­he http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/24/papst:_mehr_barmherzigkeit_in_ehenichtigkeitsverfahren/ted-767006 und wenn ich dann noch dies dazu lese, http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/24/kardinal_schönborn:_scheitern_darf_nicht_ausschluss_bedeuten/ted-766840 dann schwant mir schlim­mes im Bezug auf das „Hei­li­ge Sakra­ment der Ehe“ noch dazu wenn Fran­zis­kus ja auch eine „Dezen­tra­li­sa­ti­on“ wünscht, wer wird dann im End­ef­fekt die Ehe­an­nul­lie­run­gen durch­füh­ren, der Pfarr­ge­mein­de­rat???

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • Mir scheint, da hat die deut­sche Redak­ti­on von Radio Vati­kan auch ein­fach die KNA-Mel­dung über­nom­men, was der Bequem­lich­keit die­nen mag, aber kei­ne Aus­zeich­nung ist. Der vom Hei­li­gen Stuhl ver­öf­fent­li­che Text der päpst­li­chen Anspra­che ist im kon­kre­ten Fall ein­wand­frei.

      • Oder ist auf der offi­zi­el­len Vati­kan­sei­te nur das vor­ge­leg­te Manu­skript zu lesen und Fran­zis­kus ist wäh­rend der Anspra­che von die­sen abge­wi­chen?? Denn auch dies hat schon mehr­mals für Ver­wir­run­gen bei Live­be­rich­ten gesorgt.

        Got­tes und Mari­ens Segen auf allen

    • Ber­go­glio wünscht kei­ne Dezen­tra­li­sie­rung. Er regiert zen­tra­li­sti­scher und abso­lu­ter denn je. Und er wird die Voll­mach­ten, die er besitzt, in jedem Fall aus­nut­zen und sie kei­nes­falls an ande­re ver­tei­len.
      Per Mari­am ad Chri­stum

      • Das ist wohl so. Er gibt nichts ab. Ein abso­lu­ti­sti­scher Viel­red­ner als Ober­hir­te. Nun müs­sen Scha­fe sel­ber den­ken. Dem Papst kann man nicht fol­gen. Die gan­zen reden berüh­ren mich der­art unan­ge­nehm, kann das viel­leicht von der Über­set­zung aus dem Spa­ni­schen her­rüh­ren ? Die Dik­ti­on ist so eigen­tüm­lich befremd­lich.

  2. Den “ wie­der­ver­hei­ra­tet “ Geschie­de­nen die Kom­mu­ni­on anzu­bie­ten ist kei­ne Barm­her­zig­keit, son­dern eine Ver­füh­rung den Leib des Herrn unwür­dig zu essen. Es führt ins Ver­der­ben für den Geschie­de­nen und mehr noch für den ver­füh­ren­den Anbie­ter, den deut­schen Bischof.

  3. Ich befürch­te schon, dass hier eine fal­sche Barm­her­zig­keit Platz greift. Die Ehe­an­nul­lie­rung zu erleich­tern (etwa durch Ein­füh­rung eines Gum­mi­pa­ra­gra­fen), um dann die Mög­lich­keit der Teil­nah­me an der Kom­mu­ni­on zu sichern, ist ein übler Weg des Rela­ti­vis­mus. Am Ende steht eine unver­bind­li­che Fei­er, in der der Name des Herrn als Ali­bi miß­braucht wird, als Flos­kel, als zere­mo­ni­el­le Bei­ga­be.

  4. Im Jah­re 2010 hat Papst Bene­dikt XVl. dar­auf hin­ge­wie­sen, die kirch­li­chen Gerichts­bar­kei­ten soll­ten nicht über­eilt und vor­schnell Ehen als „ungül­tig“ erklä­ren, denen pro­fa­ne All­tags-Ehe­kri­sen vor­aus­ge­gan­gen sind.
    Ueber evtl. mög­li­che Ungül­tig­keits-Grün­de der Link zum Codex des Kano­ni­schen Rech­tes.

    http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P3Z.HTM

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    Die Kir­che kennt denn aber auch die Mög­lich­keit der „Tren­nung bei blei­ben­dem Ehe­band“.
    Die­se Tren­nung bei blei­ben­dem Ehe­band — also kei­ne Schei­dung ! — soll denn auch dazu vehel­fen, beson­ders bri­san­te Ehe­si­tua­tio­nen durch eine zeit­wei­li­ge Tren­nung zu mil­dern, um danach wie­der zum ehe­li­chen Leben zurück­fin­den zu kön­nen. Die­ses Vor­ge­hen — das denn immer auch letzt­end­lich auf das Ver­zei­hen aus­ge­rich­tet ist — kann denn auch fol­gen­de vori­ge Grün­de beinhal­ten: Codex des Kano­ni­schen Rech­tes:
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    TRENNUNG BEI BLEIBENDEM EHEBAND

    Can. 1151 —

    Die Ehe­gat­ten haben die Pflicht und das Recht, das ehe­li­che Zusam­men­le­ben zu wah­ren, außer ein recht­mä­ßi­ger Grund ent­schul­digt sie davon.

    Can. 1152 —
    § 1. Mag es auch nach­drück­lich emp­foh­len sein, daß ein Ehe­gat­te, bewo­gen von christ­li­cher Näch­sten­lie­be und aus Sor­ge um das Wohl der Fami­lie, dem ehe­bre­che­ri­schen Part­ner Ver­zei­hung nicht ver­wei­gert und das ehe­li­che Zusam­men­le­ben nicht abbricht, so hat er doch das Recht, wenn er des­sen Schuld nicht aus­drück­lich oder still­schwei­gend ver­zie­hen hat, das ehe­li­che Zusam­men­le­ben auf­zu­he­ben, außer er hat dem Ehe­bruch zuge­stimmt oder dazu Anlaß gege­ben oder auch selbst Ehe­bruch began­gen.

    § 2.
    Als still­schwei­gen­de Ver­zei­hung gilt, wenn der unschul­di­ge Gat­te in Kennt­nis des Ehe­bruchs frei­wil­lig mit sei­nem Gat­ten ehe­lich ver­kehrt hat; die Ver­zei­hung wird aber ver­mu­tet, wenn der unschul­di­ge Gat­te sechs Mona­te lang das ehe­li­che Zusam­men­le­ben auf­recht­erhal­ten und kei­ne recht­li­chen Schrit­te bei der kirch­li­chen oder welt­li­chen Auto­ri­tät unter­nom­men hat.

    § 3.
    Wenn der unschul­di­ge Gat­te von sich aus das ehe­li­che Zusam­men­le­ben auf­ge­ho­ben hat, soll er inner­halb von sechs Mona­ten der zustän­di­gen kirch­li­chen Auto­ri­tät den Tren­nungs­grund mit­tei­len; sie hat nach Prü­fung aller Umstän­de zu erwä­gen, ob der unschul­di­ge Gat­te bewo­gen wer­den kann, die Schuld zu ver­ge­ben und die Tren­nung nicht auf immer fort­zu­set­zen

    Can. 1153 —

    § 1 Wenn einer der Gat­ten eine schwe­re Gefahr für See­le oder Leib des ande­ren Gat­ten oder der Kin­der her­bei­führt oder auf ande­re Wei­se das gemein­schaft­li­che Leben uner­träg­lich macht, gibt er dem ande­ren einen recht maßi­gen Grund, sich zu tren­nen, und zwar auf Grund eines Dekrets des Orts Ordi­na­ri­us und, wenn Gefahr im Ver­zug ist, auch kraft eige­ner Ent­schei­dung
    § 2. In allen Fäl­len ist nach Weg­fall des Tren­nungs­grun­des das ehe­li­che Zusam­men­le­ben wie­der­her­zu­stel­len, wenn nicht von der kirch­li­chen Auto­ri­tät etwas ande­res ver­fügt ist.

    Can. 1154 —
    Nach erfolg­ter Tren­nung der Ehe­gat­ten muß immer in geeig­ne­ter Wei­se für den nöti­gen Unter­halt und die Erzie­hung der Kin­der gesorgt wer­den.

    Can. 1155 —
    Der unschul­di­ge Gat­te kann den ande­ren Gat­ten lobens­wer­ter­wei­se wie­der zum ehe­li­chen Leben zulas­sen; in die­sem Fall ver­zich­tet er auf das Recht zur Tren­nung.
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  5. In der augen­blick­li­che Debat­te mit ihren stän­dig wech­seln­den Inter­pre­ta­tio­nen ist ein Wort des Pap­stes din­gend erfor­der­lich. Kla­re, unzwei­deu­ti­ge Sät­ze. Doch wie üblich, weicht der Bischof von Rom aus.
    Mit kei­nem Satz hat sich der Bischof von Rom hin­ter sei­nen Glau­bens­prä­fek­ten gestellt. Wie immer sind sei­ne Wor­te in alle Rich­tun­gen zu deu­ten.
    Wenn auch die „Barm­her­zig­keit“ dies­mal fehlt, nichts ist geklärt. Das muss man bei Ber­go­glio nicht mehr kom­men­tie­ren, seit sei­nem Amts­an­tritt ist das sein Stil. Doch war­um er hier ver­tei­digt wird, erschließt sich mir nicht. Mit die­sen Papst­wor­ten kann die DBK bestens leben.
    Im Grun­de braucht man zu Ber­go­glio nichts mehr zu kom­men­tie­ren, alles wur­de schon gesagt. Doch mit dem Zustand, dass Gläu­bi­ge her­aus­fin­den müs­sen, was der Papst gemeint haben könn­te, ist sich nur sehr schwer abzu­fin­den. Die Gläu­bi­gen müs­sen, um den Papst inter­pre­tie­ren zu kön­nen, den Glau­ben sicher ken­nen, der ihnen in der „Kon­zils­kir­che“ von Prie­stern, Bischö­fen, RU-Leh­rern aus­ge­trie­ben wird — seit 50 Jah­ren.
    „Herr, moch­te ich am lieb­sten kla­gen, „womit haben wir die­se Wöl­fe im Schafs­pelz ver­dient?“ Es kann ja wohl nicht sein, dass die katho­li­sche Kir­che einer­seits auf dem Prie­ster­tum grün­det, ande­rer­seits die Prie­ster gefähr­lich für den Glau­ben der Lai­en sind. Mehr oder weni­ger, sei aus­drück­lich gesagt.
    Im Grun­de legt die­ser Kom­men­tar­be­reich Zeug­nis ab von einer absur­den Situa­ti­on in der Kir­che: Lai­en weh­ren sich ihrer Haut gegen den Papst, die Bischö­fe, die Prie­ster, die ihnen den Glau­ben zer­stö­ren, mehr oder weni­ger natür­lich.
    Und dann hat man nach außen noch für den unter die Räder gekom­me­nen Glau­ben ein­zu­ste­hen. Hat päpst­li­cher als der der „gute Hir­te, der Papst“ sein zu müs­sen.
    Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat­te recht: Das katho­li­sche Prie­ster­tum in der „Kon­zils­kir­che“ ist zer­fal­len.

    • Bit­te kei­ne fal­schen Ver­all­ge­mei­ne­run­gen. Wenn Sie einen Prie­ster brau­chen, der ihnen hel­fen soll, den wah­ren katho­li­schen Glau­ben (bes­ser) ken­nen zu ler­nen, die katho­li­schen Sakra­men­te zu emp­fan­gen und nach der christ­li­chen Moral zu leben, wer­den Sie sicher fün­dig wer­den, wenn auch eher nicht in Ihrer Pfar­rei.
      Wenn Sie aller­dings einen Prie­ster suchen, der für Sie öffent­lich Kir­chen­po­li­tik betrei­ben bzw. zumin­dest behan­deln soll­te, dann sind Sie selbst schuld.

      • Mit Ver­laub, war­um so her­ab­las­send? Zeit­los spricht ein ech­tes Pro­blem für uns Gläu­bi­ge an. Wir wis­sen nicht mehr, an wen wir uns wen­den kön­nen. Das ist das Pro­blem. Viel­leicht sind Sie ein Prie­ster und füh­len sich nun ange­grif­fen. Viel­leicht sind Sie eine rühm­li­che Aus­nah­me, die man ja nicht ganz aus­schlie­ßen will. Aber unse­re Rea­li­tät ist so nie­der­schmet­ternd, dass jedes Wort wie das Ihre eigent­lich deplatz­iert ist. Für den gut­be­zahl­ten und trä­gen, oft auch selbst­mit­lei­di­gen und unge­hor­sa­men Kle­rus wäre hier end­lich mal eine kol­lek­ti­ve inne­re Ein­kehr not­wen­dig.
        Es ist vor allem der schwe­re und viel­ge­stal­ti­ge Unge­hor­sam des Kle­rus‘, der wil­lent­li­che und zähe Unge­hor­sam, der für einen ernst­haf­ten Gläu­bi­gen fast uner­träg­lich ist. Wenn man den Ein­druck hät­te, dass auch der Kle­rus zur Beich­te geht, Din­ge bereut und umkehrt — es wäre wun­der­bar. Man könn­te mit Hoch­ach­tung sich einem gefal­le­nen und wie­der auf­ge­rich­te­ten Prie­ster anver­trau­en. Aber die Rea­li­tät ist wie gesagt, anders. Tut mir leid, @ Chry­sorr, noch sind mir die Prie­ster nicht wurscht, und sie wer­den mir auch nie­mals wurscht sein. Weil wir sie brau­chen!
        Oder sol­len wir Prie­ster bloß noch als Sakra­men­ten­spen­de­funk­tio­nä­re betrach­ten — ohne ech­te geist­li­che Beglei­tung?

        • Wären Sie so nett, das „ech­te Pro­blem“ klar zu benen­nen?

          Zwar ist Ber­go­glio ein ech­tes Pro­blem. Zum Glück aber ist er nicht die Kir­che (auch abge­se­hen von der Fra­ge, ob er Papst ist). Und es gibt, Gott sei Dank, Prie­ster, die zumin­dest aus Klug­heit nicht bereit sind, ihn öffent­lich zu kri­ti­sie­ren, obwohl sie in ihrem Tätig­keits­be­reich den wah­ren katho­li­schen Glau­ben leh­ren, katho­li­sche Sakra­men­te fei­ern und nach ihren Mög­lich­kei­ten sich bemü­hen, den Gläu­bi­gen in ihren gei­sti­gen Nöten zu hel­fen und bei­zu­ste­hen.

          • Vie­le Lai­en als auch der Kle­rus schweigt nicht aus Klug­heit zu den Wort­mel­dun­gen von Fran­zis­kus, son­dern nur aus Feig­heit. Und für die­ses Schwei­gen wer­den sie ja in Deutsch­land fürst­lich vom Staat bezahlt und in Öster­reich über die „Zwangs­kirch­steu­er“. Denn Wahr­heit wird immer Wahr­heit blie­ben, auch wenn sich vie­le die­ser Gegen­über Blind, Taub und Stumm stel­len und so ein­fach wie Mario­net­ten zuse­hen wie vie­le unsterb­li­chen See­len unse­rer Brü­der und Schwe­stern in die ewi­ge Ver­damm­nis geführt wer­den. Und die „Katho­pho­bie“ der „DIE NEUE KIRCHE“ haben ja schon meh­re­re Bischö­fe und Prie­ster als auch die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta zu spü­ren bekom­men.

            Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

          • „Nie­mand kann zwei­en Her­ren die­nen“.
            Wer hier und heu­te in Deutsch­land schweigt, schweigt ent­we­der, wel er als eine Krä­he der andern kein Auge aus­hacken will oder aus rei­ner Feig­heit und Dumm­heit.
            Wir leben seit Jahr­zehn­ten in Frie­den und ohne etwas Ern­stes befürch­ten zu müs­sen.
            Was unser Herr wohl dar­über denkt?
            Immer­hin hat er gesagt: Wer mich bekennt, den wer­de ich auch vor mei­nem Vater beken­nen. Wer mich aber nicht bekennt, den wer­de auch ich nicht vor mei­nem Vater beken­nen.
            Zei­gen Sie mir den „klug schwei­gen­den“ Priester,d er zugleich ein wahr­haf­ti­ges Gemeid­ne­le­ben pflegt.
            Ich ken­ne nur Schein­tra­di­ti­ons­be­wuss­te, die an ent­schei­den­den Stel­len untreu sind und in aller Regel nichts wei­ter als ent­täu­schend dop­pel­zün­gig sind. Sie kri­ti­sie­ren intern F. und im Pfarr­blatt und den­Pre­di­gen zitie­ren sie ihn und loben sei­ne Initia­ti­ve und sei­ne Wir­kung.
            So etwas soll­te im Rei­che Got­tes abso­lut nicht sein.
            Die Reak­tio­enn der Gläu­bi­gen sind dann Miss­trau­en und Unsi­cher­heit:
            Wenn der schon hier so gespal­ten ist, wer weiß, ob der uns nicht auch sonst anlügt…

    • Kloare und unzwei­deu­ti­ge Sät­ze vom der­zei­ti­gen Papst ? Par­don, das wird es nicht geben und schon bestimmt nicht im sin­ne der Katho­li­zi­tät. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat die Ent­wick­lung rich­tig gese­hen.

  6. Für mich klingt die Aus­sa­ge F.s, wenn man nach einem Ziel oder Fazit fragt, völ­lig unver­ständ­lich. Er sagt zwar tat­säch­lich nichts zur „Barm­her­zig­keit“, aber er behaup­tet, das Ehe­ge­richt sol­le eine „Sozi­al­sta­ti­on“ sein. Es ist das übli­che Geschwa­fel, das man in den Stan­dard­ord­nern qua­li­täts­ge­prüf­ter Sozi­al­un­ter­neh­men fin­det. Fein­füh­lig­keit, bla­la, es ste­hen ja über­all immer Men­schen dahin­ter, die ver­letzt sind, bla­bla. Dass über­all auch Men­schen mit im Spiel sind, die Täter, Sün­der, sol­che sind, die dem ande­ren wahn­sin­nig weh tun und damit Gott belei­di­gen, scheint für F. gar kei­ne Rol­le zu spie­len. Die Rich­ter sol­len v.a. allem Hir­ten sein, bla­bla, sie sol­len die Fäl­le ganz genau ken­nen bla­bla. Für Media­ti­on und Ehe­be­ra­tung sind ja wohl ande­re Insti­tu­tio­nen vor­ge­se­hen.
    Ein Gericht hat vor­ran­gig die Auf­ga­be, Fäl­le auf­grund der gege­be­nen Rechts­la­ge zu prü­fen. Und die Ehe­an­nul­lie­rungs­ge­su­che sind eine rei­ne Rechts­fra­ge, die einen objek­ti­ven Sach­ver­halt anzei­gen. Und um letz­te­ren geht es bei der Sacra Rota Roma­na.
    Auf Radio Vati­kan heißt es ja dann noch fett­ge­druckt, als sei das ein Fort­schritt: „Das vati­ka­ni­sche Ehe­ge­richt hat 2013 übri­gens mehr Ehen für nich­tig erklärt als in den Vor­jah­ren.“
    Na Pro­sit! Es geht vor­wärts unter F.!

    @zeitlos
    Es ist wirk­lich eine Kata­stro­phe mit den Prie­stern, Bischö­fen und dem Papst. Was soll man von die­sen Leu­ten auch erwar­ten? Sie sind mehr oder weni­ger fast alle untreu gewor­den. Auch soge­nann­te „Kon­ser­va­ti­ve“ sind längst Wei­se untreu gewor­den. Der Moder­nis­mus ist nur die eine Sei­te der Gefahr für die Kir­che. Die ande­re Sei­te ist unge­hor­sa­me Erschei­nungs­gläu­big­keit und vor allem ein völ­lig ent­fes­sel­ter, super-öku­me­ni­sti­scher Cha­ris­ma­tis­mus. Mei­ne Erfah­rung ist, dass Prie­ster auch dem Schaf untreu wer­den, sobald das Schaf an sol­chen Prak­ti­ken Kri­tik übt und auf das Kir­chen­recht, auf päpst­li­che Instruk­tio­nen oder auf ekla­tan­te Wider­sprü­che zum Depo­si­tum fidei hin­weist. Ich habe damit inzwi­schen auch hin­rei­chen­de Erfah­rung und kann nur sagen:
    Die Prie­ster sind zu einem ganz gro­ßen Teil untreu gegen­über ihrem Herrn. Dem­entspre­chend sind sie uns auch untreu und wer­fen ihre Ver­pflich­tun­gen gegen­über uns, auch gegen­über ein­zel­nen, die sie ein­mal ein­ge­gan­gen sind, auf den Mist, wenn man ihnen nicht alles aus der Hand frisst. Der moder­ne Prie­ster ist total kon­flikt- und v.a. bezie­hungs­un­fä­hig — weil er Gott nicht gehorcht. Der Zöli­bat wird so zur Unver­bind­lich­keit auch in geist­li­chen Ver­pflich­tun­gen gegen­über ein­zel­nen miss­braucht. „Ja, wis­sen Sie, ich bin für alle da.“
    Was will man von einer Prie­ster­schaft, die selbst in ihren Pflich­ten untreu ist, in der Ehe­pa­sto­ral erwar­ten?
    Und das Schlimm­ste: wel­cher Prie­ster wid­met dem Gebet viel Zeit? Eben! Oft ja gar nicht mehr außer­halb der Hl. Mes­sen und Seel­sor­ge­dien­ste. Sofern sie die nicht abge­drückt haben an Lai­en. Vie­le trin­ken abends, sehen lan­ge fern und ich will’s nicht wis­sen, was noch.

  7. Die Ehe­an­nul­lie­rung hat aus­schließ­lich nach den Bestim­mun­gen in der CIC zu erfol­gen. Die Barm­her­zig­keit kommt durch den Rich­ter­spruch zum Aus­druck, eine fehl­ver­stan­de­ne Barm­her­zig­keit, die außer­halb des Rechts die Ehe annul­liert, bela­stet den ande­ren Betrof­fe­nen zu Unrecht, sie schreit förm­lich zum Him­mel.

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