Ein Aufruf zur Einheit

Die Spal­tung der tra­di­tio­nell-katho­li­schen Welt war ein Mei­ster­stück der Fein­de des Mis­sa­le von 1962 und des Römi­schen Kate­chis­mus. Sie haben es geschafft, Zwie­tracht zu säen zwi­schen Freun­den und bru­der­mör­de­ri­schen Haß zu begrün­den zwi­schen Prie­stern, die gemein­sam, Hand in Hand, zu mar­schie­ren pfleg­ten. Die erste Grup­pie­rung begann, ihre Brü­der als Radi­ka­le zu betrach­ten, die zwei­te bezeich­ne­te die ande­ren als Ver­rä­ter. Die erste­ren waren über­zeugt, daß jene, die unter Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ver­blie­ben, bald in ein voll­stän­di­ges Schis­ma fal­len wür­den, und die letz­te­ren waren sich gewiß, daß ihre vor­ma­li­gen Brü­der sowohl die Mes­se als auch den Kate­chis­mus auf­ge­ben wür­den.

Was kön­nen wir, mehr als ein Vier­tel­jahr­hun­dert spä­ter, sagen? Daß die­se Urtei­le – auf bei­den Sei­ten – in hohem Maße Über­re­ak­tio­nen waren.

Auf der einen Sei­te wur­de die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., trotz all ihrer bekann­ten Pro­ble­me, nicht schis­ma­tisch oder zu einer „Par­al­lel­kir­che“. Sie hat stets Kon­takt nach Rom gehal­ten und tat, was sie für not­wen­dig hielt, um ihre Lage mit den ein­an­der fol­gen­den Päp­sten zu regu­la­ri­sie­ren – auch wenn, aus Grün­den, wel­che die Obe­ren für ver­nünf­tig hal­ten (und denen wir selbst ver­nünf­ti­ger­wei­se wider­spre­chen kön­nen), eine Regu­la­ri­sie­rung vor­läu­fig nicht erreicht wur­de. Auf der ande­ren Sei­te haben die Eccle­sia Dei-Gemein­schaf­ten nie­mals die tra­di­tio­nel­le Mes­se oder den tra­di­tio­nel­len Kate­chis­mus auf­ge­ge­ben.

Es muß in aller Auf­rich­tig­keit gesagt wer­den: Auf der Sei­te der FSSPX bleibt die Aner­ken­nung des Pap­stes bestehen, und das Anlie­gen der Aner­ken­nung ihres Wer­kes wird immer noch ange­strebt gemäß ver­schie­de­ner Maß­nah­men, die sich von Per­son zu Per­son unter­schei­den. Auf der Sei­te der Gemein­schaf­ten von Eccle­sia Dei bleibt eine Ableh­nung der neu­en Mes­se (unge­ach­tet der Tat­sa­che, daß sie für sowohl gül­tig als auch recht­mä­ßig erach­tet wird) und der Ver­än­de­rung der tra­di­tio­nel­len Leh­re bestehen, was eben­so jeweils von Per­son zu Per­son anders aus­ge­drückt wird. Die Aus­nah­men inner­halb die­ser Grup­pie­run­gen bestä­ti­gen die Regel in bei­den Gemein­schaf­ten.

Ein Pro­blem bestand dar­in, daß eini­ge reli­giö­se Auto­ri­tä­ten im Lau­fe der Jah­re, wäh­rend die Situa­ti­on von selbst recht ver­wir­rend blieb, Fat­was aus­spra­chen und somit Stand­punk­te dog­ma­ti­sier­ten, die eine gewis­se Bieg­sam­keit und eine Men­ge Ver­ständ­nis erfor­der­ten. Wir hör­ten bei­spiels­wei­se: „Der FSSPX einen Besuch abstat­ten? Den­ken Sie nicht ein­mal dar­an, oder Sie wer­den exkom­mu­ni­ziert!“ Oder auch: „In eine Mes­se bei die­sen Ver­rä­tern gehen? Sie wer­den dort Ihren Glau­ben ver­lie­ren!“

In der Doku­men­ta­ti­on über das Leben von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, die kürz­lich in Ame­ri­ka ver­öf­fent­licht wur­de, mach­te ein berühm­ter Pro­fes­sor und Jour­na­list, Jean Mad­iran, der sich 1988 von der FSSPX distan­ziert hat­te, nichts­de­sto­trotz fol­gen­de Fest­stel­lung hin­sicht­lich der Bischofs­wei­hen von Lef­eb­v­re: „Es fällt mir heu­te schwer zu sagen, daß er falsch lag.“ Da er 2013 ver­schied, ist das, zumin­dest auf beschei­de­ne Wei­se, sein Testa­ment. Daß der berühm­te­ste fran­zö­si­sche Laie der tra­di­tio­na­li­sti­schen Bemü­hun­gen gewillt ist, dies so kurz vor sei­nem Tod zu ver­si­chern, soll­te uns nach­denk­lich stim­men. Vie­le Gläu­bi­ge der jun­gen Genera­ti­on leh­nen jene gegen­sei­te Dämo­ni­sie­rung ab, deren ein­zi­ge Moti­va­ti­on die Furcht zu sein scheint, eini­ge Scha­fe auf die benach­bar­te Wei­de aus­rei­ßen zu sehen.

Nun, sind die­se Wor­te ein Auf­ruf, alles zu ver­mi­schen? Abso­lut nicht. Möge jeder damit fort­fah­ren, sei­ne eige­ne Posi­ti­on wei­ter­zu­ent­wickeln. Das Sze­na­rio, das in den letz­ten Jahr­zehn­ten ent­stan­den ist – und ver­stärkt nach dem Motu­pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum von Bene­dikt XVI. –, ist das Schlimm­ste, was sich die Pro­ges­si­ven hät­ten vor­stel­len kön­nen, wenn man sich die sehr düste­ren Umstän­de der Zeit von 1969 bis 1988 vor Augen führt: Eine Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., die eini­ger­ma­ßen kräf­tig bleibt, und die gegen­über Rom wei­ter­hin ihre dog­ma­ti­schen Beden­ken vor­legt. Und Eccle­sia Dei-Gemein­schaf­ten, die sich auf die gan­ze Welt aus­ge­brei­tet haben, lang­sam aber sicher – und mit gro­ßer Ent­schlos­sen­heit –, wobei sie den Bischö­fen tag­täg­lich deut­lich machen, was die Kir­che immer gewollt hat und wofür sie stand, spe­zi­ell in lit­ur­gi­schen Fra­gen. Sind nicht bei­de in gewis­ser Hin­sicht Erben von Mar­cel Lef­eb­v­re, der uner­müd­lich dar­um bat, daß das „Expe­ri­ment der Tra­di­ti­on“ erlaubt wer­de?

Also dann, was muß künf­tig in Angriff genom­men wer­den? Die ein­dring­li­che Ver­kün­di­gung des Glau­bens! Und das Wir­ken cum et sub Petro [mit und unter Petrus] ohne Kla­gen! Mögen die Anhän­ger der Gemein­schaf­ten von Eccle­sia Dei und Summorum Pon­ti­fi­cum sich nicht vor der ersten Ant­wort fürch­ten. Und mögen jene der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. nicht vor der zwei­ten zurück­scheu­en. In Zei­ten auf­ge­wühl­ter Was­ser und unbe­kann­ter Hin­der­nis­se ist die Ein­heit aller gleich­ge­sinn­ten tra­di­tio­nel­len Katho­li­ken uner­läß­lich, bei gegen­sei­ti­ger Tole­ranz und Akzep­tanz.

Ver­fas­ser: „New Catho­lic“, über­nom­men vom Blog: Rora­te Cà¦li, Über­set­zung: M. Bene­dikt Bue­r­ger

22 Kommentare

  1. Die­sen Bei­trag hal­te für ziem­lich gefähr­lich. Weil er stän­dig Rich­ti­ges und Fal­sches ver­mischt.
    1. Natür­lich ist nicht nur jede „Dämo­ni­sie­rung“ zu ver­mei­den, son­dern Respekt, ein gewis­ses Ver­ständ­nis, sind gebo­ten.
    2. Das darf aber nicht auf Kosten der Wahr­heit gehen. Und die wich­tig­ste Fra­ge wird in die­sem Bei­trag nicht erwähnt: Wie ste­hen die tra­di­tio­nel­len Prie­ster­ge­mein­schaf­ten zum 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil.
    3. Für Erz­bi­schof Lef­eb­v­re war es ein Ent­wick­lungs­pro­zess. In den ersten Jah­ren kri­ti­sier­te er die Aus­wir­kun­gen des Kon­zils. Dann wur­de ihm klar: Die Ursa­chen der Kir­chen­kri­se lie­gen im 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil. Er hat es begrün­det. Und das hat weit­rei­chen­de Fol­gen. Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. muss dar­auf bestehen, dass das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil auf den Prüf­stand kommt. Gibt sie die­sen Grund­satz auf, ver­rät sie ihren Grün­der.
    4. Wie ste­hen die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten zu die­ser Fra­ge? Nach mei­nem Wis­sen haben sie das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil voll­um­fäng­lich aner­kannt.
    5. Alle Päp­ste bis Pius XII. haben als ihre vor­dring­li­che Auf­ga­be ange­se­hen, den Glau­ben treu zu bewah­ren und GEGEN HÄRESIEN ZU VERTEIDIGEN! Wenn die Eccle­sia-Dei-Prie­ster ledig­lich den Glau­ben ver­kün­den ohne ihn gegen die Häre­si­en zu ver­tei­di­gen, ver­nach­läs­si­gen sie ihre prie­ster­li­che Auf­ga­be. Bis zum II. Vati­ka­num haben der Papst, die Bischö­fe, die Prie­ster, den Glau­ben gegen Irr­leh­ren ver­tei­digt. Sie sind uns Gläu­bi­gen das schul­dig, wir haben ein Recht dar­auf, wir dür­fen die­ses Recht ein­kla­gen.
    6. Der Ver­kün­di­gung der Eccle­sia-Dei-Prie­ster haf­tet ein grund­sätz­li­cher gefähr­li­cher Man­gel an: Das Ver­schwei­gen der Irr­tü­mer im Innern der Kir­che, die unse­ren Glau­ben bedro­hen. Die­ser Man­gel ist nicht heil­bar.
    7. Damit ist nicht gesagt, in der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ste­he alles zum Besten. Aber hier geht es um Grund­prin­zi­pi­en.
    8. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ist wegen sei­ner Treue zu den Grund­prin­zi­pi­en des katho­li­schen Glau­bens exkom­mu­ni­ziert gestor­ben. Die Grün­der der Petrus­bru­der­schaft haben ihn ver­las­sen. Damit ist die Tra­di­ti­on gespal­ten wor­den. Es gibt kei­ne Ein­heit, ehe die­se Fra­ge geklärt wird. Es darf sie nicht geben, soll­te ich sagen.
    9. Ich weiß nicht, was die­se Bei­trä­ge sol­len, die­se For­de­rung nach Ein­heit ohne Wahr­heit. Die FSSPX wei­ter schwä­chen? Indem sich prin­zi­pi­en­treue Prie­ster gezwun­gen sehen sich abzu­spal­ten, in „unab­hän­gi­ge Kapel­len“ weg­tau­chen und damit im Abseits ver­lo­ren sind?
    10. Gläu­bi­ge Katho­li­ken stöh­nen nur noch, ein­fa­che Gläu­bi­ge müs­sen inzwi­schen auch die Moral­leh­re der Kir­che gegen den Papst ver­tei­di­gen, sich völ­lig allein gelas­sen gegen den Öku­me­nis­mus weh­ren, der unse­re Kir­che schon genug zer­stört hat, und hier wird gefor­dert, das „Wir­ken cum et sub Petro. “
    11. Mein Leben wäre leich­ter. Ich könn­te in das Lob mei­ner evan­ge­li­schen Freun­de froh mit ein­stim­men über die­sen Papst, der „end­lich die katho­li­sche Kir­che erneu­ert.“
    12. Ich hät­te nur mei­nen katho­li­schen Glau­ben ver­ra­ten. Der Preis ist mir zu hoch.

    • „8. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ist wegen sei­ner Treue zu den Grund­prin­zi­pi­en des katho­li­schen Glau­bens exkom­mu­ni­ziert gestor­ben.“

      Als ehe­ma­li­ger Pius­bru­der habe ich mei­ne Ein­wän­de gegen die­se For­mu­lie­rung. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ist exkom­mu­ni­ziert gestor­ben, weil er gegen den aus­drück­li­chen Wil­len des Pap­stes Bischö­fe geweiht hat und sich von die­ser Hand­lung bis zu sei­nem Lebens­en­de nicht distan­ziert hat..

      • Die­se Wei­hen waren not­wen­dig um den katho­li­schen Glau­ben wei­ter­zu­ge­ben. Hat nicht auch der hl. Atha­na­si­us ohne den Papst zu fra­gen Bischö­fe geweiht? Spä­te­stens seit dem 21.01.2009 kann von einer „Exkom­mu­ni­ka­ti­on“ Erz­bi­schof Lef­eb­v­res kei­ne Rede sein, denn es heißt in dem Dekret: „Ich [Erz­bi­schof Gio­van­ni Bat­ti­sta Kar­di­nal Re] erklä­re das damals [01.07.1988] erlas­se­ne Dekret ab dem heu­ti­gen Datum für juri­stisch wir­kungs­los.“

    • Öha, ein Super­papst?

      Was soll dass unend­li­che Gere­de.

      Bin ich ein Depp, der die Welt nicht ver­steht? Mit mei­nen jetzt 71 Jah­ren darf ich dar­auf hin­wei­sen, daß ich, eben­so wie alle ande­ren mei­nes Alters einen guten katho­li­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt genos­sen habe. Mit 13 Jah­ren wur­de ich Anti­kom­mu­nist, nicht wegen der Leh­re son­dern wegen der Taten: Nie­der­schla­gung des Ungarn­Auf­stan­des. Ich habe alle die fal­schen Töne her­aus­ge­hört, die unter Beru­fung auf den Geist des Kon­zils als neue Wahr­hei­ten ver­kün­det wur­den. Ich behaup­te, daß tat­säch­lich nach dem Kon­zil so eine Art Fort­set­zung von 1517 betrie­ben wur­de. Joseph Ratz­in­ger hat es damals schon sehr deut­lich beschrie­ben, was ich im Nach­hin­ein als Durch­dre­hen anse­he. Ein gewis­ser Wahn. Wie bei jeder Ideo­lo­gie halt.

      Alo­is Glück hat sicher den gleich guten Rel U bekom­men. Was ist mit ihm und den vie­len Ande­ren gesche­hen? Die­se Fra­ge bewegt mich schon lan­ge. Ich kann es mir nur als eine ideo­lo­gi­sche Fixie­rung vor­stel­len.

      @ Zeit­los
      wie weit sind Sie von einer sol­chen ent­fernt?

      Hier die ein­zig rich­ti­ge Fra­ge, die auch einem Dr. Mar­ti­nus gestellt wer­den hät­te sol­len: „Wer hat dich geschickt?“

      Der gan­ze Zir­kus um die Reli­gi­ons­frei­heit: Als Geschöpf Got­tes bin ich selbst­ver­ständ­lich auf Gott hin geschaf­fen nach sei­ner Vor­ga­be. Auf Gott bezo­gen gibt es natür­lich kei­ne ande­re Wahl. KEINE ande­re Wahl!
      Aber Gott hat mir einen frei­en Wil­len gege­ben. Mit die­sem kann ich tun und las­sen, was ich in mei­ner Frech­heit oder mei­nem Stre­ben will. Wo ist das Pro­blem?

      Und einen katho­li­schen Staat gibt es nicht, auch wenn ich nichts dage­gen hät­te. Nur katho­li­sche Poli­ti­ker, nicht sol­che, wie wir sie durch die nach­kon­zi­lia­ren Wir­ren bekom­men haben, und die natür­lich auch ein Man­dat brau­chen, und das nicht nur als Split­ter­grup­pe,

      Bei Gott, wir haben grö­ße­re Pro­ble­me am Hals. Der Umbau der Gesell­schaft durch Gen­de­ris­mus, Schwu­lis­mus, Kampf gegen die Fami­lie und damit vor allem gegen die Kin­der, Abtrei­bung zusätz­lich.

      Und Poli­ti­ker a la Glück plus ZdK, die durch die Grün­dung von DONUM VITAE kor­rum­piert sind und damit für den Lebens­schutz abso­lut wert­los (!) sind. Die­se Leu­te glau­ben aber auch alles, wenn es gegen einen treu­en katho­li­schen Bischof geht.

  2. Nach­trag: Mit kei­nem Wort wur­de in dem Bei­trag das Schick­sal der „Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta“ erwähnt. Wie ist das mög­lich?

    • Als ich den Auf­ruf vor eini­gen Tagen auf „Rora­te cae­li“ las (http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/01/opinion-call-for-unity.html), habe ich mich das auch gefragt. gera­de wo Rora­te doch das mei­ste über die Ver­fol­gung der FFI berich­tet hat.

      Spä­te­stens als ich die­se Sät­ze las:“ Also dann, was muß künf­tig in Angriff genom­men wer­den? Die ein­dring­li­che Ver­kün­di­gung des Glau­bens! Und das Wir­ken cum et sub Petro [mit und unter Petrus] ohne Kla­gen! “ wuss­te ich, dass der Blog­be­trei­ber „New Catho­lic“ doch nicht ganz so gut durch­blickt, wie es frü­her den Anschein hat­te.
      Seit Rora­te die Kom­men­tar­funk­ti­on abge­schal­tet hat, wird lei­der immer deut­li­cher dass das Blog haupt­säch­lich durch die Kom­men­ta­re gut war.

  3. „In Zei­ten auf­ge­wühl­ter Was­ser…“ da waren sie sich aller­dings einig: „Herr ret­te uns, wir gehen zugrun­de!“ Und über den Herrn ganz allei­ne haben dann die Leu­te gestaunt: „Was ist das für ein Mensch, dem sogar Sturm und Wel­len gehor­chen?“
    Ist es schon Zeit, den Herrn im gemein­sa­men Gebet zu wecken? Sind wir schon dabei, zugrun­de zu gehen, wir Klein­gläu­bi­gen?

  4. Die­ser Bei­trag ver­sucht eine Nivel­lie­rung der bei­den „Posi­tio­nen“, indem sie sie erst dämo­ni­sie­rend kari­kiert und anschlie­ßend in die­ser Frat­zen­haf­tig­keit ad absur­dum führt.

    Es geht jedoch um ein ernst­haf­tes Pro­blem!
    Die FSSP ver­tritt die Tra­di­ti­on auf ästhe­ti­scher und wenn man Glück hat auch auf theo­lo­gi­scher Ebe­ne. Man kann nicht zwei­en Her­ren die­nen: ent­we­der Tra­di­ti­on mit Sinn und Ver­stand und Kon­se­quenz oder hoh­les Klim­bim unter Kotau vor den Irr­tü­mern der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che, die sich mit der alten Lit­ur­gie nun mal nicht ver­tra­gen.
    Sie mei­nen es viel­leicht gut, wei­chen aber der prin­zi­pi­el­len Fra­ge nach der inne­ren Kon­se­quenz aus.

    Wir haben am Bei­spiel der Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta gese­hen, dass die­se Hal­tung nicht gut­tut. Die­ser Orden lebt in einer Schis­zo­phre­nie, die ihm wohl das Genick bricht, wie es aus­sieht.

    Die FSSPX beharrt auf der inne­ren Kon­se­quenz und ist an den Rand gedrängt wor­den in die­sem häss­li­chen und dämo­ni­schen Macht­kampf. Wie lang hält sie das noch durch? Wir wis­sen ja, dass sol­che Grup­pen nach drei Genera­tio­nen das Grün­der­ide­al nicht mehr auf­recht­hal­ten können…und die Leu­te ren­nen in alle Rich­tun­gen davon. Das ist ja heu­te auch schon sicht­bar.

    Es ist nur noch depri­mie­rend. Und dazwi­schen vga­bun­die­ren wir her­um, auf der Suche nach Ori­en­tie­rung und Wahr­heit und erle­ben die haar­sträu­bend­sten Din­ge: Tra­di­ti­on und Homo, Tra­di­ti­on und Cha­ris­ma­tis­mus, Tra­di­ti­on und Ver­knö­che­rung, Tra­di­ti­on und Dün­kel … und ab und an auch ein­mal Tra­di­ti­on und wahr­haf­ti­ger Glau­be…

  5. An sich ein schö­ner Text, aber es noch vie­le Pro­ble­me, die Zeit­los schon auf­ge­zeigt hat.

    1. Die FSSPX aner­kennt im 2. Vati­ka­num alles, was dem tra­di­tio­nel­len Lehr­amt ent­spricht. Was aber die­sem ent­ge­gen­steht (Digni­ta­tis huma­nae, Uni­ta­tis Red­in­te­gra­tio, Nostra Aeta­te, Gau­di­um et spes, Lumen gen­ti­um [teil­wei­se], Dei Ver­bum) kann sie nicht akzep­tie­ren, weil die Inhal­te die­ser Doku­men­te von den Päp­sten vor­her bis einschl. Pius XII. als Irr­tü­mer ver­ur­teilt wur­den (Mira­ri vos [Gre­gor XVI., 1832], Quan­ta cura + Syl­labus erro­rum [sel. Pius IX., 1864], Dei Fili­us [I. Vati­ka­num, 1870], Immor­ta­le Dei [Leo XIII., 1885], Vehe­men­ter nos [hl. Pius X., 1906], Lamen­ta­bi­li + Pas­cen­di [hl. Pius X., 1907], Not­re char­ge apo­sto­li­que [hl. Pius X., 1910], Quas pri­mas [Pius XI., 1925], Mor­ta­li­um ani­mos [Pius XI., 1926], Huma­ni gene­ris [Pius XII., 1950]). — Die FSSP als Gemein­schaft (nicht unbe­dingt jeder ein­zel­ne Semi­na­rist + Prie­ster) aner­kennt auch die irri­gen Inhal­te des 2. Vati­ka­nums. Wie das mit der Tra­di­ti­on zusam­men­ge­hen soll?

    2. Die FSSPX aner­kennt die prin­zi­pi­el­le Gül­tig­keit der Neu­en Mes­se, inso­fern Mate­rie, Form und Inten­ti­on stim­men und der Prie­ster auch gül­tig geweiht ist. Aber nicht die Erlaubtheit, da die Neue Mes­se etli­che Inhal­te des katho­li­schen Glau­bens ver­schlei­ert (nicht direkt leug­net!) und so vom Glau­ben weg­führt, da die­se von sechs pro­te­stan­ti­schen Pasto­ren mit­ge­stal­tet wur­de (!!), kurz: weil sie eine Gefahr für den Glau­ben und das ewi­ge Heil ist. — Die FSSP als Gemein­schaft (nicht unbe­dingt jeder ein­zel­ne Semi­na­rist + Prie­ster) aner­kennt die Erlaubtheit der Neu­en Mes­se.

    3. Die FSSP exi­stiert nur auf­grund des guten Wil­lens Roms und der Bischö­fe. Ein fal­sches Wort und die FSSP ist pas­sé. Somit ist die unge­teil­te Ver­kün­di­gung des Glau­bens und die Ver­ur­tei­lung von Häre­si­en, das Auf­zei­gen bischöf­li­chen Fehl­ver­hal­tens, schwie­rig bis unmög­lich. Neben­bei: den Bischof, den man der FSSP ver­spro­chen hat, gibt es bis heu­te nicht!

    Gewiss ist die FSSPX (in der es genau­so sün­di­ge Men­schen gibt) nicht die katho­li­sche Kir­che, aber sie ist die ein­zi­ge Grup­pe in der Kir­che, die an der Tra­di­ti­on fest­hält und die­se wei­ter­ge­ben will, auch auf die Gefahr hin „sank­tio­niert“ zu wer­den.
    Die FSSP wird sich ent­schei­den müs­sen, zwi­schen der „Gna­de“ man­cher Bischö­fe mit der Bedin­gung den Mund hal­ten zu müs­sen, oder die­se „Gna­de“ zu ver­lie­ren und den guten Kampf zu kämp­fen. Auf eine Rück­kehr der FSSP in die Fami­lie Erz­bi­schof Lef­eb­v­res wür­de nicht nur ich mich freu­en.

  6. Als Ergän­zung der im Arti­kel bereits her­vor­ge­ho­be­nen fun­da­men­ta­len Bedeu­tung von der Treue zum Papst eine Aus­sa­ge von Pater lic. Sven Con­rad von der Petrus-Bru­der­schaft FSSP:

    -

    [.…]
    Aber auch mit Blick auf die Kir­chen­ge­schich­te wis­sen wir,
    dass einer­seits ( nach mensch­li­chem Urteil )
    schwa­che Päp­ste die Kir­che nicht unter­ge­hen lie­ssen,
    dass aber ande­rer­seits sehr wohl
    alle Reform­be­we­gun­gen,
    die sich vom Fel­sen Petri gelöst haben,
    letzt­lich unter­ge­hen muss­ten.
    [.…]
    -

  7. Bereits der erste Satz hat einen gewal­ti­gen Haken. Als ob das Ron­cal­li-Mis­sa­le die eigent­li­che Richt­schnur sein könn­te.
    Die zwei­te fal­sche Annah­me ist die The­se, dass Ein­heit unter­ein­an­der ein abso­lu­tes Gut wäre.
    Die drit­te zumin­dest zwei­fel­haf­te Annah­me besagt, dass die Päp­ste seit Ron­cal­li wirk­lich Nach­fol­ger Petri (gewe­sen) sei­en.
    Solch eine Häu­fung von theo­lo­gi­scher Nai­vi­tät (wenn nicht Igno­ranz) kann kei­ne trag­fä­hi­ge Grund­la­ge für eine sinn­vol­le und frucht­ba­re Zusam­men­ar­beit sein. Natür­lich soll­te jeder in sei­nem Bereich gewis­sen­haft für das Reich Got­tes wir­ken. Man soll­te auch unnö­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen und Strei­tig­kei­ten ver­mei­den.

  8. @Zeitschnur
    Lei­der habe ich Ihren Kom­men­tar nicht ver­stan­den. Mich inter­es­siert wirk­lich, was Sie gegen die Theo­lo­gie der FSSPX ein­zu­wen­den haben. Ich mei­ne jetzt nicht Pre­dig­ten von ein­zel­nen Prie­stern, die sind in ihrer Eng­stir­nig­keit zum Davon­lau­fen. Wenn z.B, Ele­men­te der Volks­fröm­mig­keit, die in der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che am Ran­de exi­stier­ten, nicht unter­schie­den wer­den kön­nen von den zen­tra­len Glau­bens­in­hal­ten.
    Es trifft auf ein­zel­ne Prie­ster zu, nicht auf alle. Ich ken­ne auch Prie­ster, die pre­di­gen mit einer Qua­li­tät, die ich in der „Kon­zils­kir­che“ nicht mehr erlebt habe. Weil sie den voll­um­fäng­li­chen Glau­ben ver­kün­den und sich nicht von klei­nen obsku­ren Schrift­chen geist­lich ernäh­ren.
    Doch Ihre Kri­tik betraf die „Theo­lo­gie der FSSPX.“ Ich kann nicht erken­nen, dass sie sich theo­lo­gisch von der „Kir­che aller Zei­ten“ getrennt hät­te. Dass Ein­zel­ne die­sem Anspruch nicht gerecht wer­den kön­nen, ist nor­mal, das wird es immer geben.
    War­um sind die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta schi­zo­phren?
    Wir leben seit ca. 50 Jah­ren in einer aku­ten Not­si­tua­ti­on. Weil seit der Zeit die Päp­ste im Glau­ben wan­ken und schwan­ken. Die Fra­ge, muss ich dem Papst gehor­chen oder dem Glau­ben, ist für die katho­li­sche Kir­che lebens­ge­fähr­lich. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat sich nach inne­rem Rin­gen für den Glau­ben ent­schie­den, er hing in unwan­del­ba­rer Treue den vor­kon­zi­lia­ren Päp­sten an. Das brach­te ihm die Exkom­mu­ni­ka­ti­on ein. Er muss­te Bischö­fe wei­hen, um dem vor­kon­zi­lia­ren Lehr­amt der Kir­che aller Zei­ten treu zu blei­ben. Ohne Prie­ster ist das unmög­lich.
    Dass ande­re die­sen radi­ka­len Weg nicht mit­ge­hen konn­ten, kann ich bestens ver­ste­hen. Ich fin­de das nicht schi­zo­phren.
    Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta haben — soweit bekannt ist — damit begon­nen, Doku­men­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils kri­tisch zu prü­fen. Sie haben wei­ter eine Stu­die ver­fasst — oder dar­an gear­bei­tet — die kri­tisch die Theo­lo­gie Karl Rah­ners ana­ly­siert. Das ist nicht schi­zo­phren, schi­zo­phren wären dann Ber­go­glio-Volpi, die dies gna­den­los bestra­fen.
    Oder fin­den Sie den Gehor­sam jetzt schi­zo­phren? Man kann so etwas als geist­li­che Prü­fung ertra­gen. Außer­dem hät­ten sie im Fal­le des Nicht­ge­hor­chens kei­ne Infra­struk­tur, sie wür­den auf der Stra­ße ste­hen, Ber­go­glio hat sie in sei­ne „barm­her­zi­gen, metall­har­ten Hand“.
    Theo­lo­gisch am unklar­sten bewer­te ich die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten. Sie hän­gen der „Alten Mes­se“ an, ohne die „neue Mes­se“ theo­lo­gisch zu kri­ti­sie­ren.“ Die­ser Stand­punkt ist schi­zo­phren. Wenn die „neue Mes­se“ theo­lo­gisch in Ord­nung ist, brau­chen wir nicht zwei For­men des römi­schen Ritus. Dann kann man aus Gna­de und Barm­her­zig­keit den Ewig­gest­ri­gen die „Alte Mes­se“ wei­ter erlau­ben. Mit vol­lem Recht könn­te ein Papst dann aber auch sagen, irgend­wann ist Schluss. Die außer­or­dent­li­che Form soll aus­ster­ben.
    Die Petrus­bru­der­schaft ist eine „Ratz­in­ger — Bene­dikt XVI. ‑Prie­ster­bru­der­schaft. Zeit­los, eine ein­fa­che Gläu­bi­ge, hat sich für Pius X. ent­schie­den. Für die vor­kon­zi­lia­ren Päp­ste ins­ge­samt.

    • „Lei­der habe ich Ihren Kom­men­tar nicht ver­stan­den.“

      Ja, lei­der, Zeit­los. Ich habe nicht sge­gen die Theo­lo­gie der FSSPX vor­ge­bracht. Lesen Sie es noch mal, bit­te.

      Mir ging es nur drum zu sagen, dass die auf­ge­spal­te­ne Tra­di­ti­on einer­seits im Ästhe­tis­zis­mus ver­flacht, ande­rer­seits in der erzwun­ge­nen oder selbst­auf­er­leg­ten Exzen­trik wie alles, was ein paar Genera­tio­nen so aus­hal­ten muss, in der Gefahr steht, sich vom Grüd­ner­ide­al allein schon des­we­gen zu ent­fer­nen, weil die Spä­te­ren sie nicht mehr grund­stän­dig ver­ste­hen, son­dern nur noch als Kon­trast­pro­gramm zur „Kon­zils­kir­che“.
      Das ist jedoch kei­ne Kri­tik an der der­zei­ti­gen Theo­lo­gie.
      Den­ken Sie nach — ich mei­ne etwas ande­res.

    • ach so… und mit der „Schi­zo­phre­nie“ mein­te ich, dass die FI offen­bar einem „tota­len“ Gehor­sam frö­nen. Das passt doch alles nicht zusam­men. Alt­ri­tua­li­tät, Kri­tik am Kon­zil, aber dann der Mega­ge­hor­sam.
      Tut mir Leid. Man hät­te wenig­stens ver­ba­len Wider­stand erwar­tet.

      • Der Grün­der ist schwer krank, ist von der Außen­welt und sei­nen Mit­brü­dern abge­schnit­ten, braucht die Erlaub­nis, um sich im Kran­ken­haus behan­deln zu las­sen. Wann hat es das in der katho­li­schen Kir­che gege­ben? Er kann kei­ne Pres­se­kon­fer­zenz ein­be­ru­fen, kein Inter­view geben, alle Medi­en sind sowie­so gegen ihn. Bei Wiki­pe­dia lese ich, Ber­nard Fel­lay, der „Gene­ral­obe­re der tra­di­tio­na­li­sti­schen Pius­bru­der­schaft“, ste­he hin­ter dem Kon­flikt. Mit der Tot­schlag­be­haup­tung hat der Grün­der kei­ne Chan­ce mehr, öffent­lich Gehör zu fin­den. Es scheint nur noch die Alter­na­ti­ve zu bestehen: sich fügen oder Raus­wurf. Volpi ist der von Ber­go­glio ein­ge­setz­te Chef.
        Geist­li­che Men­schen kön­nen solch eine Situa­ti­on als Kreuz auf sich neh­men, dem Gekreu­zig­ten nach­fol­gen. Das hat mit Schi­zo­phre­nie abso­lut nichts zu tun.
        Übri­gens den­ke ich ger­ne nach. Nur habe ich kei­ne Erfah­rung mit der „Exzen­trik“ in der Pius­bru­der­schaft. Die Bischö­fe und alle Prie­ster tre­ten so auf, wie es in der Kir­che immer üblich war. Wenn ich ein­zel­ne Pre­di­ger kri­ti­sie­re, wer­fe ich ihnen nicht vor, sich am Altar oder sonst exzen­trisch auf­zu­füh­ren. Mir ist das nie auf­ge­fal­len. Ich sehe das als Ihre Behaup­tung an, die ich nicht bestä­ti­gen kann. Sor­ry.
        Unse­re Prie­ster haben meh­re­re Kapel­len zu ver­sor­gen, die Gläu­bi­gen woh­nen ver­streut im grö­ße­ren Umfeld, sie haben eine Men­ge Arbeit. Für Exzen­trik bleibt wenig Zeit.

        • Da gibt es doch noch ein paar mehr Leu­te in dem Orden als den Grün­der?
          Im übri­gen habe ich nicht gesagt, dass Kreu­zes­nach­fol­ge „schi­zo­phren“ ist. Aber nicht jedes Hin­neh­men von Unge­rech­tig­keit ist ein ech­tes Kreuz. Auch das muss man sagen dür­fen — man­ches ent­springt eher der Feig­heit. Mir ist aus der Nach­rich­ten­la­ge nicht klar gewor­den, dass die FI wirk­lich gar kei­ne ande­re Wahl haben, bzw. voll­kom­men ohn­mäch­tig sind wie der Gekreu­zig­te. Sobald sich das ein­deu­tig erwei­sen soll­te, wer­de ich mei­nen Zwei­fel natür­lich zurück­neh­men. Wir sind immer­hin in frei­en Staa­ten, die kei­nem Ordens­men­schen ver­bie­ten, sich nach außen hin zu äußern. Dass so etwas wohl­erwo­gen wer­den müss­te, wider­spricht dem nicht!
          Von irgend­wel­chen Gerüch­ten weiß ich nichts. Beein­druckt mich auch nicht. Aber hier besteht kein Grund, total schwei­gen zu müs­sen — für den gan­zen Orden, nicht bloß den Grün­der. Ich fin­de Ihre Argu­men­te nicht schlüs­sig.
          Mit „Exzen­trik“ mein­te ich „Exzen­trik“ inner­halb der Kir­che, wört­lich die Rand­exi­stenz, die FSSPX ist ja kei­nes­falls im Zen­trum der Kir­che, oder?
          Mir scheint, dass Sie auf bestimm­te Wor­te reagie­ren und sie nicht im Rah­men mei­ner Sät­ze ver­ste­hen.
          Das bedau­re ich.
          Ich möch­te ein­fach prä­zi­se gele­sen wer­den, bevor ich kri­ti­siert wer­de.

          • Bit­te, Zeit­schnur, ich habe Sie zunächst anstän­dig gefragt, weil ich Sie nicht ver­stan­den habe.
            Dann eine ande­re Mei­nung zu äußern, gehört zu einer Debat­te. Ich habe Sie nicht auf der per­sön­li­chen Ebe­ne kri­ti­siert.
            Jetzt habe ich ver­stan­den, was Sie mit „Exzen­trik“ mei­nen, näm­lich die „Rand­exi­stenz.“ Und da kann ich Ihnen nur zustim­men. Es ist mei­ne Sor­ge, und ich weiß nicht, wie lan­ge das noch gut geht. Lan­ge darf die­ser Zustand nicht mehr dau­ern.
            Mei­ne Kri­tik an eini­gen Pre­dig­ten bezieht sich dar­auf: The­men, die in der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che Rand­the­men waren, ste­hen fast im Zen­trum. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re wür­den die Haa­re zu Ber­ge ste­hen, wenn er man­ches hören oder lesen wür­de. Wie weit sich sei­ne Prie­ster vom Zen­trum weg bewe­gen und aus der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. eine Maria­ni­sche Kon­gre­ga­ti­on machen. Im Monat Okto­ber wür­de ich gern die Gast­freund­schaft einer Eccle­sia-Dei-Prie­ster­bru­der­schaft in Anspruch neh­men, doch in unse­rer Diö­ze­se sind sie ver­bo­ten.
            Ich sage es offen: Wenn ich mich nicht immer wie­der in die Bücher über den Erz­bi­schof ver­tie­fen wür­de, ich wür­de es viel­leicht nicht ertra­gen im Umfeld der FSSPX. Da jedoch die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten mit ihrem Rela­ti­vis­mus kei­ne Alter­na­ti­ve für mich sind und der Bischof sie sowie­so nicht erlaubt, kann ich nur wie eine Trüm­mer­frau in den kirch­li­chen Rui­nen umher irren.
            Und mich hier stän­dig wie­der­ho­len. Bit­te, blei­ben Sie (die Patres) Ihrem Grün­der treu.

          • @ zeit­los
            Gut, jetzt haben wir uns ver­stan­den. Klingt alles so unend­lich trau­rig und ver­zwei­felt. Ich ver­ste­he Sie schon gut…
            Wel­che Diö­ze­se?
            (Viel­leicht womög­lich die mei­ni­ge? EB FR? Gehen Sie doch mal auf mein Blog, wenn Sie wol­len kön­nen wir Kon­takt auf­neh­men…)

  9. Mir scheint das beim ersten Mal Durch­le­sen ein sinn- und maß­vol­ler Text zu sein.

    Wirk­lich unglück­lich fin­de ich nur die Rede von „Fat­was“. Wer sich halb­wegs im Islam aus­kennt, wird die­sen Aus­druck als aus­ge­spro­chen inad­äquat emp­fin­den.

    Ich den­ke auch, daß man sowohl die Gewis­sens­ent­schei­dung von Eb. Lef­eb­v­re 1988 aner­ken­nen muß (die wei­te­re geschicht­li­che Ent­wick­lung hat ihm recht gege­ben), als auch die der­je­ni­gen, die die Bischofs­wei­hen nicht mit­voll­zie­hen konn­ten und sich unter vati­ka­ni­sche Juris­dik­ti­on stel­len.

    Die nach­kon­zi­lia­re Situa­ti­on war m. E. ohne Prä­ze­denz­fall in der gesam­ten Kir­chen­ge­schich­te, daher konn­te man im Gewis­sen zu ver­schie­de­nen Hand­lungs­wei­sen kom­men. Unan­ge­mes­sen fin­de ich nur, wenn sich jetzt die Eccle­sia Dei — Gemein­schaf­ten hef­tig von Eb. Lefebrve distan­zie­ren. Ohne die­sen gäbe es sie auch nicht. Das hat uns die Geschich­te gelehrt. Auch umge­kehrt wird man bei der SSPX aner­ken­nen müs­sen, daß man­che aus ihren Rei­hen die Bischofs­wei­hen als Aus­tritts­grund erach­te­ten.

    Jetzt, 25 Jah­re danach (ich bin seit heu­te im Besitz bei­der 25-Jahr-Fest­schrif­ten, SSPX und FSSP), wäre gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis und fall­wei­se Zusam­men­ar­beit gegen die Zer­stö­rung von Glau­ben und Ver­nunft in Kir­che und Theo­lo­gie drin­gend ange­sagt.

  10. Nach­trag: Sich für die vor­kon­zi­lia­ren Päp­ste zu ent­schei­den bedeu­tet z. Zt., nur im Umfeld der FSSPX leben zu dür­fen, manch­mal auch zu müs­sen.
    Alle Kon­zils- und Nach­kon­zil­späp­ste hät­ten sich als Theo­lo­gen vor Pius X. recht­fer­ti­gen müs­sen, hät­ten sie nicht abge­schwo­ren, hät­ten sie wahr­schein­lich mit einer Exkom­mu­ni­ka­ti­on rech­nen kön­nen. Johan­nes XXIII. und Paul VI. wären viel­leicht auf einen unbe­deu­ten­den Platz abge­scho­ben wor­den. Der Theo­lo­ge Joseph Ratz­in­ger hät­te mit sei­nen frü­hen theo­lo­gi­schen Wer­ken vor dem hl. Offi­zi­um nicht bestehen kön­nen. Dem kor­anküs­sen­den Assi­si-Papst Johan­nes Paul II. mit sei­nem Hang zur Aller­lö­sungs­leh­re wäre die Exkom­mu­ni­ka­ti­on sicher gewe­sen. Ber­go­glio wäre uns als Papst ohne­hin erspart geblie­ben.
    Zwi­schen den vor­kon­zi­lia­ren Päp­sten und ihren Nach­fol­gern besteht ein Bruch. Nach mei­nem Ver­ständ­nis hat sich Erz­bi­schof Lef­eb­v­re für die rich­ti­ge Sei­te ent­schie­den.
    Ob die FSSPX auf Dau­er sein Erbe bewah­ren kann, ist frag­lich. Wer es wie­der auf­greift, soll­te sie es ver­ges­sen oder ihr zu schwer wer­den, ist der Vor­se­hung Got­tes über­las­sen.

  11. Wie soll­te es auch zu der klein­sten Annä­he­rung der Prie­ster­bru­der­schaft St. PIUS X und der Prie­ster­bru­der­schaft St. Petrus (oder einer ande­ren der Eccle­sia Die Gemein­schaft) kom­men, wenn die letzt­ge­nann­ten sofort mit Aller schwer­sten Kon­se­quen­zen von Sei­ten der Orts­bi­schö­fe und des Vati­kans rechen müs­sen? Das beste Bei­spiel lie­fert ja die Prie­ster­bru­der­schaft St. Petrus OÖ die ja nicht ein­mal im Inter­net Brie­fe und Mei­nun­gen ver­schicken darf, die letz­te öffent­li­che Mel­dung und das völ­lig zu Recht und mit wahr­lich katho­li­schen Wör­tern, war die Stel­lung­nah­me zu der „Pfar­re­rinitia­ti­ve“ danach wur­den sie Mund­tot gemacht!!!!

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

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