Das Spiel des Relativismus — Relativisten gegen Christen

Exekution der Gottesmutter Maria: Rotfrontkämpfer im spanischen Bürgerkrieg(Rom) Kin­der lie­ben Mär­chen, die ihnen anhand fik­ti­ver Geschich­ten auf kind­ge­rech­te Wei­se die Welt erklä­ren. Was Kin­der noch mögen, sind Spie­le. Ein Spiel, das aller­dings mehr den Erwach­se­nen gefällt, ist das Spiel des Rela­ti­vis­mus. Es nennt sich „Von A bis Z“. Ein kur­zer Blick auf die Spiel­re­geln, die von der katho­li­schen Initia­ti­ve Radio Spa­da dar­ge­legt wer­den.

Das Spiel des Rela­tivi­mus geht so: Die „akti­ven“ Spie­ler tei­len sich in zwei Mann­schaf­ten. Die Mann­schaft A und die Mann­schaft Z. Die „pas­si­ven“ Spie­ler bil­den hin­ge­gen das, was Exper­ten bei Erhe­bun­gen und Umfra­gen „test panel“ nen­nen. Die­se Grup­pe kann in unse­rem Spiel auch „Stimm­vieh“ oder „Pöbel“ genannt wer­den.

Die Spielregeln

Die Spie­ler der Mann­schaft A müs­sen das „Stimm­vieh“ (oder „test panel“) davon über­zeu­gen, daß die von der Mann­schaft Z ver­tre­te­nen Ideen „rela­tiv“ sind, daß sie nur für jene gel­ten, die sie akzep­tie­ren, daß sie jedoch kei­ne objek­ti­ve Wahr­heit ent­hal­ten und daher auf kei­nen Fall den Anspruch „abso­lu­ter Wahr­heit“ erhe­ben kön­nen. Sie haben daher auf den pri­va­ten Bereich beschränkt zu blei­ben und dür­fen unter kei­nen Umstän­den in irgend­ei­ner Wei­se Gel­tung für jene bean­spru­chen, die sie nicht tei­len.

Die Spie­ler der Mann­schaft A haben gleich­zei­tig das „Stimm­vieh“ (oder „test panel“) davon zu über­zeu­gen, daß ihre Mann­schafts­ideen hin­ge­gen beson­de­ren gesell­schaft­li­chen Wert haben, Grund­la­ge des zivi­li­sier­ten Zusam­men­le­bens bil­den, ein Syn­onym für Fort­schritt und wis­sen­schaft­li­che Wahr­heit dar­stel­len und daher für sich den Anspruch eines Gesell­schafts­ka­nons erhe­ben. Es ist daher abso­lut not­wen­dig, daß alle aus­nahms­los die­se Ideen ver­tre­ten, ver­tei­di­gen und not­falls jenen auf­nö­ti­gen, die sie nicht aner­ken­nen wol­len, denn nur ein „Ver­rück­ter“, „Gestör­ter“, Extre­mist“ oder „Fun­da­men­ta­list“ könn­te sol­che Ideen ableh­nen.

Die Spie­ler der Mann­schaft Z müs­sen genau die­sel­ben Zie­le ver­fol­gen nur umge­kehrt. Sie müs­sen einen Wahr­heits­an­spruch für ihre Ideen erhe­ben und die Gegen­sei­te davon über­zeu­gen.

Gespielt wird nach einem Punk­te­sy­stem. Es gewinnt jene Mann­schaft, die min­de­stens 51 Pro­zent der pas­si­ven Spie­ler, des „test panel“ oder „Stimm­viehs“ über­zeugt.

Das Spiel kann auch im Ko-Ver­fah­ren gewon­nen wer­den, wenn eine Mann­schaft nicht nur den „test panel“ (oder „Stimm­vieh“), son­dern auch die Spie­ler der geg­ne­ri­schen Mann­schaft davon über­zeu­gen konn­te, daß deren Ideen „rela­tiv“ sind.

Das Spiel beginnt

Nun nen­nen wir die Mann­schaft A „Rela­ti­vi­sten“ und die Mann­schaft Z „Chri­sten“, wobei wir kon­kret an Katho­li­ken den­ken wol­len.

Ein Blick auf die Mann­schaft Z, auf Lai­en und Prie­ster, ver­mit­telt den Ein­druck als sei die Mann­schaft A der „Rela­ti­vi­sten“ ziem­lich erfolg­reich unter­wegs. Es ist nicht mehr sel­ten, daß man einen Prie­ster in einer Pre­digt oder einem Gespräch sagen hört: „Chri­stus hat, für jene die glau­ben, die Welt erlöst“. Oder: „Für uns Chri­sten ist Ehe­bruch eine Sün­de“. Oder: „Der Papst ist für uns Katho­li­ken der Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden“. Um ehr­lich zu sein, hört man den letz­ten Satz eigent­lich nicht mehr, jeden­falls nicht mehr im Wort­sinn ver­stan­den, besten­falls „rela­ti­viert“…

Der Spielstand?

Ein Blick auf den Spiel­stand zeigt, daß sich ein kla­rer Sie­ger abzu­zeich­nen scheint. Für die Mann­schaft Z scheint das Spiel bereits ver­lo­ren. Ob die Spie­ler der Mann­schaft Z viel­leicht die Spiel­re­geln nicht genau ver­stan­den haben?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Mes­sa in Lati­no

6 Kommentare

  1. ja, wenn die Mann­schaft Z selbst rela­ti­viert, dann braucht sie sich nicht zu wun­dern, wenn die Mann­schaft A gewinnt, wenig­stens vor­läu­fig.

    • „ja, wenn die Mann­schaft Z selbst rela­ti­viert, dann braucht sie sich nicht zu wun­dern, wenn die Mann­schaft A gewinnt, wenig­stens vor­läu­fig.“
      Das ist gut, das ist sehr gut. Wenn A und Z nur so tun als ob sie gegen­ein­an­der spie­len in Wahr­heit aber bei­de händ­chen­hal­tend um das gol­de­ne Kalb tan­zen ist die gro­ße Mas­se ohne das Ein­grei­fen von Alpha und Ome­ga ver­lo­ren.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

  2. „Chri­stus hat, für jene die glau­ben, die Welt erlöst“. Dann ist also im eucha­ri­sti­schen Hoch­ge­bet doch rich­tig, dass das hei­li­ge Blut Jesu Chri­sti für vie­le, und nicht für alle, ver­gos­sen wird.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Wenn gesagt wird „Und er sprach“, dann müs­sen die dar­auf­fol­gen­den Wor­te auch rich­tig sein (rich­ti­ge Zitier­wei­se). Jesus hat aber nicht „für alle“ gesagt, son­dern „für vie­le“. „Für alle“ ist dann rich­tig, wenn man von einer poten­ti­el­len Erlö­sung aus­geht. Sicher ist Chri­stus dem Ange­bot nach für alle Men­schen gestor­ben, nie­mand ist a prio­ri vom Heil aus­ge­schlos­sen, ‚in actu‘ aber nur „für vie­le“, näm­lich für die­je­ni­gen, die das Heil auch anneh­men. Für die, die das nicht tun, ist Er ‚in actu‘ nicht gestor­ben.

      Das Kon­zil von Tri­ent lehrt, dass es bei den Wand­lungs­wor­ten aber nicht um das gene­rel­le Heils­an­ge­bot geht, son­dern um die Heils­frucht. Dar­um „für vie­le“ und nicht „für alle“.

      Ergo: „Mein Blut, das für euch und ‚für alle in der Mög­lich­keit‘ ver­gos­sen wird“ ist dog­ma­tisch rich­tig, ent­spricht aber nicht den Wor­ten Chri­sti (-> Gefahr der Ungül­tig­keit).

  3. Der „Spiel­stand“ lässt sich ganz ein­fach erklä­ren, wäh­rend A die Fak­ten auf ihrer Sei­te haben, kön­nen Z nur mit reli­giö­sen Phra­sen auf­war­ten.
    Also kein Wun­der, daß A eher über­zeu­gen kön­nen …

    • „Der „Spiel­stand“ lässt sich ganz ein­fach erklä­ren, wäh­rend A die Fak­ten auf ihrer Sei­te haben, kön­nen Z nur mit reli­giö­sen Phra­sen auf­war­ten.“
      Pas­si­ve Spie­ler die am anti­re­li­giö­sen Greg­schen Trau­ma­ta lei­den sind nicht spiel­be­rech­tigt dür­fen aber die Sei­te A in schwie­ri­gen Situa­tio­nen mit mehr oder weni­ger klu­gen Schlacht­ru­fen anfeu­ern.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

Kommentare sind deaktiviert.