Das „Schisma“ der Priesterbruderschaft St. Pius X – Piusbruderschaft antwortet Erzbischof Müller

477px-Bischof-GL-MüllerErz­bi­schof Ger­hard Lud­wig Mül­ler, dem­nächst Kar­di­nal der katho­li­schen Kir­che und Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, gab am 22. Dezem­ber 2013 der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung Cor­rie­re del­la Sera ein Inter­view in dem er behaup­tet, es bestün­de wei­ter­hin eine „sakra­men­ta­le Exkom­mu­ni­ka­ti­on de fac­to“ für die Prie­ster­bru­der­schaft „auf­grund ihres Schismas“.

Zu die­ser fal­schen Behaup­tung hat die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. Stel­lung genommen.

Erz­bi­schof Ger­hard Lud­wig Mül­ler, Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, gab am 22. Dezem­ber 2013 in einem der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung Cor­rie­re del­la Sera gewähr­ten Inter­view fol­gen­de Antwort:

Cor­rie­re del­la Sera: Wel­chen Stand haben die Lef­eb­vri­sten, nach­dem die Ver­hand­lun­gen geschei­tert sind?

Erz­bi­schof Ger­hard Lud­wig Mül­ler: „Die kano­ni­sche Exkom­mu­ni­ka­ti­on der Bischö­fe wegen ihrer uner­laub­ten Wei­hen wur­de zurück­ge­nom­men, bestehen bleibt jedoch eine sakra­men­ta­le Exkom­mu­ni­ka­ti­on de fac­to auf­grund ihres Schis­mas. Sie haben sich selbst aus der Gemein­schaft mit der Kir­che ent­fernt. Wir ver­schlie­ßen die Tore nicht, nie­mals, und wir laden sie ein, sich zu ver­söh­nen. Aller­dings müs­sen sie auch ihre Hal­tung ändern, die Bedin­gun­gen der katho­li­schen Kir­che und des Pap­stes als „defi­ni­ti­ve Kri­te­ri­en“ für die Zuge­hö­rig­keit zur Kir­che akzeptieren.“

Die­se Aus­sa­ge von Erz­bi­schof Mül­ler ist nichts Neu­es; sie wie­der­holt, was er schon im Okto­ber 2012 in einem Inter­view mit dem deut­schen Radio­sen­der NDR ver­kün­de­te: „ In einem pasto­ra­len Sinn ist die Tür immer offen“, wäh­rend er gleich­zei­tig klar­stell­te: „Es gibt kei­ne Ermä­ßi­gun­gen was den katho­li­schen Glau­ben angeht, gera­de wie er auch vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil gül­tig for­mu­liert wor­den ist. Das Zwei­te Vati­ka­num steht nicht im Gegen­satz zur gesamt­kirch­li­chen Tra­di­ti­on; allen­falls im Gegen­satz zu man­cher fal­schen Inter­pre­ta­ti­on des katho­li­schen Glau­bens. Wir kön­nen den katho­li­schen Glau­ben nicht den Ver­hand­lun­gen preis­ge­ben. Da gibt es kei­ne Kom­pro­mis­se.“ Und er beharr­te dar­auf: „Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. kennt die Bedin­gun­gen, die sie akzep­tie­ren muss. Ich glau­be, es gibt jetzt kei­ne neu­en Gesprä­che mehr.“

Es ist ganz klar, daß die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. kei­nen Glau­bens­ar­ti­kel leug­net und sich zum unge­kürz­ten katho­li­schen Glau­ben bekennt. Dies in Fra­ge zu stel­len, kommt einer fal­schen Anschul­di­gung gleich. Sie wider­setzt sich ledig­lich den gan­zen Neue­run­gen, die den katho­li­schen Glau­ben in den letz­ten 50 Jah­ren modi­fi­ziert haben.

Neu an Erz­bi­schof Mül­lers Ant­wort ist aller­dings, dass er von einem Schis­ma spricht. Dies ist tat­säch­lich das erste Mal, dass eine hoch­ran­gi­ge römi­sche Auto­ri­täts­per­son von einem Schis­ma gespro­chen hat: „Die kano­ni­sche Exkom­mu­ni­ka­ti­on der Bischö­fe wegen ihrer uner­laub­ten Wei­hen wur­de zurück­ge­nom­men, bestehen bleibt jedoch eine sakra­men­ta­le Exkom­mu­ni­ka­ti­on de fac­to auf­grund ihres Schis­mas. Sie haben sich selbst aus der Gemein­schaft mit der Kir­che entfernt.“

Im ersten Teil sei­ner Ant­wort — „Die kano­ni­sche Exkom­mu­ni­ka­ti­on der Bischö­fe wegen ihrer uner­laub­ten Wei­hen wur­de zurück­ge­nom­men, bestehen bleibt jedoch eine sakra­men­ta­le Exkom­mu­ni­ka­ti­on de fac­to“ — könn­te man mei­nen, Erz­bi­schof Mül­ler wie­der­ho­le, was Bene­dikt XVI. in sei­nem Brief an die Bischö­fe vom 10. März 2009 fest­stell­te, als er die Auf­he­bung der „Exkom­mu­ni­ka­tio­nen“ erklär­te. Dar­in unter­schied er zwi­schen der dis­zi­pli­nä­ren und dok­tri­nel­len Ebe­ne und beton­te, dass die Mit­glie­der der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., obwohl von nun an nicht mehr exkom­mu­ni­ziert (auf dis­zi­pli­nä­rer Ebe­ne), doch kei­nen kano­ni­schen Sta­tus haben, da der dok­tri­nel­le Dis­sens wei­ter bestehe: „Dass die Bru­der­schaft Pius‘ X. kei­ne kano­ni­sche Stel­lung in der Kir­che hat, beruht nicht eigent­lich auf dis­zi­pli­nä­ren, son­dern auf dok­tri­nel­len Grün­den.“ Und Bene­dikt XVI. beharr­te dar­auf: „Solan­ge die dok­tri­nel­len Fra­gen nicht geklärt sind, hat die Bru­der­schaft kei­nen kano­ni­schen Sta­tus in der Kir­che und solan­ge üben ihre Amts­trä­ger, auch wenn sie von der Kir­chen­stra­fe frei sind, kei­ne Ämter recht­mä­ßig in der Kir­che aus.“

Der Papst sprach jedoch nicht von einem Schis­ma, wie Erz­bi­schof Mül­ler es heu­te tut. („Bestehen bleibt jedoch eine sakra­men­ta­le Exkom­mu­ni­ka­ti­on de fac­to auf­grund ihres Schis­mas. Sie haben sich selbst aus der Gemein­schaft mit der Kir­che ent­fernt“). Man könn­te sogar noch hin­zu­fü­gen, dass die römi­schen Prä­la­ten in Bezug auf die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. nicht nur den Begriff son­dern auch das Vor­lie­gen eines Schis­mas ablehnten.

So ant­wor­te­te Kar­di­nal Edward Cassidy, Prä­si­dent des Päpst­li­chen Rates zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten in einem Brief vom 3. Mai 1994 an einen Aus­lands­kor­re­spon­den­ten: „Was Ihre Fra­ge betrifft, möch­te ich sogleich dar­an erin­nern, dass das Dikaste­ri­um für Öku­me­ne nicht mit der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. befasst ist. Die Situa­ti­on der Mit­glie­der die­ser Bru­der­schaft ist eine inter­ne Ange­le­gen­heit der katho­li­schen Kir­che. Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ist kei­ne ande­re Kir­che oder kirch­li­che Gemein­schaft in dem Sin­ne, wie die­ses Dikaste­ri­um die­se Begrif­fe ver­wen­det. Selbst­ver­ständ­lich sind die von den Prie­stern der Bru­der­schaft gefei­er­ten Mes­sen und Sakra­men­te gültig.“

Am 13. Novem­ber 2005 erläu­ter­te Kar­di­nal Cas­tril­lón Hoyos, Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Kle­rus und Prä­si­dent der Eccle­sia Dei Kom­mis­si­on gegen­über dem ita­lie­ni­schen Fern­seh­sen­der Cana­le 5: „Wir haben es hier nicht mit einer Häre­sie zu tun. Man kann nicht in zutref­fen­der, ein­deu­ti­ger und gewis­sen­haf­ter Wei­se davon spre­chen, dass eine Häre­sie vor­liegt. Die Bischofs­wei­hen ohne päpst­li­che Erlaub­nis zei­gen eine schis­ma­ti­sche Hal­tung. Sie befin­den sich inner­halb der Kir­che. Es bleibt nur die­se eine Tat­sa­che: es fehlt eine voll­stän­di­ge, voll­kom­me­ne­re — wie schon beim Tref­fen mit Mgr. Fel­lay gesagt – eine „vol­le­re“ Gemein­schaft, denn die Gemein­schaft besteht ja bereits.“

Und in der Süd­deut­schen Zei­tung vom 25. Sep­tem­ber 2009 führ­te er aus: „Von 1988 an bis zum Jahr 2000 waren alle Gesprä­che unter­bro­chen. Sie wur­den bis zum Jahr 2000 nicht wie­der­auf­ge­nom­men und dann setz­te ein neu­er Pro­zess ein, der von Kar­di­nal Ratz­in­ger, damals Mit­glied der Eccle­sia Dei Kom­mis­si­on, sehr auf­merk­sam ver­folgt wur­de. In einem Kon­si­sto­ri­um, unter dem Vor­sitz des Hei­li­gen Vaters im Jahr 2001, bil­lig­ten alle anwe­sen­den Kar­di­nä­le den Pro­zess der Rück­kehr der Lef­eb­vri­sten in die Gemein­schaft. In dem Vor­trag wäh­rend des Kon­si­sto­ri­ums hieß es basie­rend auf einem Memo­ran­dum der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, dass die exkom­mu­ni­zier­ten Brü­der nicht häre­tisch oder schis­ma­tisch sei­en. Sicher­lich sei­en sie das Ergeb­nis einer schis­ma­ti­schen Hand­lung. Soweit es ihre Hal­tung bezüg­lich des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils betrifft, hät­ten sie Schwie­rig­kei­ten mit den Tex­ten eini­ger Doku­men­te zum Aus­druck gebracht, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich man­cher Inter­pre­ta­tio­nen des Kon­zils. Die größ­ten Pro­ble­me wür­den das Dekret über die Reli­gi­ons­frei­heit und die Öku­me­ne betreffen.“

Fer­ner könn­te man anmer­ken, dass es Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re in der Pre­digt wäh­rend der Bischofs­wei­hen am 30. Juni 1988 ein beson­de­res Anlie­gen war, die Gläu­bi­gen genaue­stens über sei­ne Absicht die­ser Hand­lung zu unter­rich­ten: „Es ist not­wen­dig, dass Sie gut ver­ste­hen, war­um wir um nichts auf der Welt mit die­ser Zere­mo­nie ein Schis­ma wol­len. Wir sind kei­ne Schis­ma­ti­ker. Über die Bischö­fe Chi­nas, die sich von Rom getrennt und sich der chi­ne­si­schen Regie­rung unter­wor­fen hat­ten, wur­de die Exkom­mu­ni­ka­ti­on aus­ge­spro­chen. Man ver­steht sehr gut, war­um Papst Pius XII. die­se Exkom­mu­ni­ka­ti­on durch­ge­führt hat. Für uns kommt es aller­dings abso­lut nicht in Fra­ge, dass wir uns von Rom zu tren­nen. Wir wol­len uns auch kei­ner Rom frem­den Macht unter­wer­fen und eine Art Par­al­lel­kir­che grün­den. Die Bischö­fe von Palmar de Troya in Spa­ni­en haben dies zum Bei­spiel so gemacht.

Sie ernann­ten einen Papst und grün­de­ten ein Kar­di­nals­kol­le­gi­um. Der­ar­ti­ge Din­ge kom­men für uns auf kei­nen Fall in Fra­ge! Die­ser erbärm­li­che Gedan­ke steht uns fern. Wir wol­len uns nicht von Rom tren­nen. Im Gegen­teil, mit die­ser Zere­mo­nie mani­fe­stie­ren wir unse­re Ver­bun­den­heit mit Rom. Wir mani­fe­stie­ren damit unse­re Ver­bun­den­heit mit der Kir­che aller Zei­ten, mit dem Papst und allen sei­nen Vor­gän­gern. Lei­der ver­tre­ten seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil die­se die Mei­nung, Irr­tü­mer anneh­men zu müs­sen. Die­se schwe­ren Irr­tü­mer sind im Begriff, die Kir­che zu zer­stö­ren und das katho­li­sche Prie­ster­tum zu vernichten.“

Jedem, dem es para­dox erschei­nen mag, dass Erz­bi­schof Lef­eb­v­re wäh­rend genau die­ser Zere­mo­nie der Bischofs­wei­hen den Begriff „Schis­ma“ ver­warf, wäre gut bera­ten zu lesen, was H.H. Pater Héri­bert Jone, O.F.M. Cap. in sei­ner Moral­theo­lo­gie, Nr. 432.1 (The New­man Book­shop, West­min­ster, MD, 1945) schrieb: „Ein Schis­ma­ti­ker ist jemand, der dem Papst grund­sätz­lich nicht unter­stellt sein will …, doch jemand, der dem Papst ledig­lich den Gehor­sam ver­wehrt, ist nicht schis­ma­tisch, selbst wenn dies über einen lan­gen Zeit­raum anhält.“

Hier­zu kann dem Leser das Urteil des hei­li­gen Augu­sti­nus dien­lich sein: „Häu­fig lässt es die gött­li­che Vor­se­hung auch zu, dass bei ein­zel­nen all­zu stür­mi­schen, durch fleisch­li­che Men­schen ver­ur­sach­ten Wir­ren auch gute Män­ner aus der christ­li­chen Gemein­schaft aus­ge­sto­ßen wer­den. Die­se aber tra­gen die ihnen ange­ta­ne Schmach und das Unrecht um des kirch­li­chen Frie­dens wil­len mit größ­ter Geduld, füh­ren kei­ner­lei schis­ma­ti­sche oder häre­ti­sche Neue­rung ein und geben dadurch den Leu­ten ein Vor­bild, mit welch wah­rer Anhäng­lich­keit und auf­rech­ter Lie­be man Gott die­nen soll.

Die Absicht sol­cher Män­ner ist es nun, wenn die Stür­me sich gelegt haben, wie­der zurück­zu­keh­ren, oder wenn ihnen das nicht mög­lich ist, weil ent­we­der das­sel­be Unwet­ter andau­ert oder viel­leicht durch ihre Rück­kehr ein eben­sol­ches oder noch ärge­res los­bre­chen könn­te, wol­len sie nach wie vor auf das Wohl auch gera­de derer bedacht blei­ben, die sie durch ihr wil­des Trei­ben zum Wei­chen zwan­gen. Ohne jeden sek­tie­re­ri­schen Eigen­weg ver­tei­di­gen sie bis zum Tode und stüt­zen durch ihr Zeug­nis den­je­ni­gen Glau­ben, der, wie sie wis­sen, in der katho­li­schen Kir­che ver­kün­det wird. Die­se Leu­te krönt im Gehei­men der Vater, der das Ver­bor­ge­ne sieht. Die­se Art von Leu­ten scheint sel­ten zu sein, den­noch man­gelt es nicht an Bei­spie­len. Es gibt sogar mehr als man glau­ben kann. So bedient sich die gött­li­che Vor­se­hung aller Arten von Men­schen und aller Arten von Bei­spie­len, um für die See­len zu sor­gen und zur Her­an­bil­dung sei­nes geist­li­chen Vol­kes.“ (De vera reli­gio­ne, 6,11)

Umso über­ra­schen­der ist es, dass Erz­bi­schof Mül­ler in der jüng­sten Stel­lung­nah­me im Cor­rie­re del­la Sera unmit­tel­bar dar­auf und in Bezug auf den Befrei­ungs­theo­lo­gen Gusta­vo Gut­iér­rez äußert: Gut­ier­rez war schon immer recht­gläu­big.“ Tat­säch­lich hat Erz­bi­schof Mül­ler mit ihm zusam­men ein Buch geschrie­ben, „An der Sei­te der Armen: Theo­lo­gie der Befrei­ung“, wel­ches in Spa­nisch und Deutsch her­aus­ge­ge­ben wur­de. So berich­te­te auch der eng­li­sche Jour­na­list Wil­liam Oddie am 6. Juli 2012 im The Catho­lic Herald, den ame­ri­ka­ni­schen Vati­kan­be­ob­ach­ter John Allen zitie­rend: „Seit 1998 reist Erz­bi­schof Mül­ler jedes Jahr nach Peru, um an einem Kurs von Gut­iér­rez teilzunehmen …

2008 nahm er einen Ehren­dok­tor­ti­tel der Päpst­li­chen Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Peru an, die weit­hin als eine Basti­on des pro­gres­si­ven Flü­gels der perua­ni­schen Kir­che ange­se­hen wird. Bei die­ser Gele­gen­heit lob­te er Gut­iér­rez und ver­tei­dig­te sei­ne Theo­lo­gie. ‚Die Theo­lo­gie von Gusta­vo Gut­iér­rez ist unab­hän­gig davon, wie man sie betrach­tet, ortho­dox (recht-gläu­big), weil sie ortho­prak­tisch (recht-han­delnd) ist‘, ver­kün­de­te er öffent­lich. ‚Sie lehrt uns, wie man in christ­li­cher Wei­se rich­tig han­delt, da sie dem wah­ren Glau­ben ent­springt.‘ “ Man ver­steht nun: Wenn Gut­iér­rez nach Ansicht Erz­bi­schof Mül­lers ortho­dox — ja sogar „ortho­prak­tisch“ ist, dann kann die Prie­ster­bru­der­schaft nur „schis­ma­tisch“ sein. Dar­in besteht der wesent­li­che Unter­schied zwi­schen der Befrei­ungs­theo­lo­gie und der tra­di­tio­nel­len Theo­lo­gie. In die­sem Zusam­men­hang ist es jedoch not­wen­dig zu ver­ste­hen, dass der Gebrauch des Wor­tes „Schis­ma“ auf eine völ­lig will­kür­li­che Beur­tei­lung zurück­zu­füh­ren ist.

Daher kann man ohne Wei­te­res zu dem Schluss kom­men, dass die jüng­ste Ver­laut­ba­rung des Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on jeg­li­che „Ver­söh­nung“ unmög­lich macht. Wie aber soll man dann die ein­deu­tig wider­sprüch­li­che Aus­sa­ge „wir ver­schlie­ßen die Tore nicht, nie­mals“ ver­ste­hen? Das Inter­view mit dem deut­schen Sen­der NDR im Okto­ber 2012 ver­deut­licht die Schwie­rig­keit: „In einem pasto­ra­len Sinn ist die Tür immer offen. Aber es gibt kei­ne Ermä­ßi­gun­gen was den katho­li­schen Glau­ben angeht, gera­de wie er auch vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil gül­tig for­mu­liert wor­den ist.“ Anders aus­ge­drückt, die Tür ist im pasto­ra­len Sin­ne geöff­net, im dok­tri­nel­len Sin­ne jedoch verschlossen.

Im sel­ben Inter­view fügt er hin­zu: „Das Zwei­te Vati­ka­num steht nicht im Gegen­satz zur gesamt­kirch­li­chen Tra­di­ti­on; allen­falls im Gegen­satz zu man­cher fal­schen Inter­pre­ta­ti­on des katho­li­schen Glau­bens. Wir kön­nen den katho­li­schen Glau­ben nicht den Ver­hand­lun­gen preis­ge­ben. Da gibt es kei­ne Kom­pro­mis­se.“ Erz­bi­schof Mül­ler gesteht unge­wollt ein, dass das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil in pasto­ra­ler Hin­sicht alles inte­grie­ren kann, dass jedoch die tra­di­tio­nel­le Leh­re über die Reli­gi­ons­frei­heit, die Öku­me­ne, die Kol­le­gia­li­tät, usw. von dem ersten pasto­ra­len und nicht­dog­ma­ti­schen Kon­zil der Kir­chen­ge­schich­te nicht assi­mi­liert wer­den kann. Das ist es, was auch durch die dok­tri­nel­len Gesprä­che zwi­schen den römi­schen Theo­lo­gen und jenen der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. zwi­schen 2009 und 2011 deut­lich wurde.

Text: Deut­sche Über­set­zung von pius.info eines Bei­trags vom 13.01.2014, der auf der Web­site DICI.org erschie­nen ist, der offi­zi­el­len Nach­rich­ten­agen­tur der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. erschie­nen ist, der offi­zi­el­len Nach­rich­ten­agen­tur der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.
Bild: Dr. Meierhofer

37 Kommentare

  1. „Aller­dings müs­sen sie auch ihre Hal­tung ändern, die Bedin­gun­gen der katho­li­schen Kir­che und des Pap­stes als „defi­ni­ti­ve Kri­te­ri­en“ für die Zuge­hö­rig­keit zur Kir­che akzeptieren.“
    Was sind denn das für Bedin­gun­gen? Soll die Pius­bru­der­schaft mit dem Kon­zils­geist an der Lei­ne im Park spa­zie­ren gehen oder wor­um geht es? Die Pius­bru­der­schaft muß jetzt sehr wach­sam und vor­sich­tig sein. Es scheint das die Kon­zils­kir­che auf vol­le Kon­fron­ta­ti­on mit der Tra­di­ti­on setzt. Sie scheint wie auch immer unter Zeit­druck zu ste­hen. Macht nichts, die Wahr­heit kommt mit aller Macht.
    Per Mari­am ad Christum.

  2. Die FSSPX ist ein­deu­tig nicht schis­ma­tisch. Für ein Schis­ma hat der Kar­di­nal in spe kei­nen Beweis erbracht. Die FSSPX lehnt die Fehl­ent­wick­lun­gen auf­grund des Zwei­ten Vati­ka­nums ab. Sie befin­det sich damit auch nicht außer­halb der Leh­ren der Kir­che. Der eigen­stän­di­ge weg der FSSPX ist anzu­er­ken­nen. Erz­bi­schof Mül­ler muss wis­sen, wo er steht, ob zwi­schen den pro­te­stan­tie­ren­den „Refor­mern“ und den Wah­rern des Glau­bens noch ein drit­ter Platz ist, das ist doch zu bezweifeln.

  3. Also allei­ne wenn ich die­ses Schrei­ben des Seli­gen Pap­stes PIUS IX durch­le­se, http://www.domus-ecclesiae.de/magisterium/syllabus-errorum.teutonice.html ist zumin­dest mir sofort bewusst, das sich die „Kon­zils­kir­che“ auch „DIE NEUE KIRCHE“ genannt, von der Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che abge­wen­det hat, und nicht die hoch­löb­li­che Prie­ster­bru­der­schaft St. PIUS X. 

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  4. Die­ser Bei­trag wur­de gestern von pius-info veröffentlicht.Ich fin­de es gut, dass er auch hier erscheint. Weil er Katho­li­ken, die durch die Medi­en, auch die kon­ser­va­tiv katho­li­schen Medi­en, immer fehl­in­for­miert wer­den, die Mög­lich­keit bie­tet, sich eine dif­fe­ren­zier­te Vor­stel­lung über die FSSPX zu bilden.
    Dazu bedarf es selbst­ver­ständ­lich nicht nur eines Bei­tra­ges. Pius.info ist gefordert.

  5. Die­se „Schis­ma-Keu­le“ ist doch schon ewig im Kampf gegen die Pius­bru­der­schaft „geschwun­gen“ wor­den. Dabei erkennt die FSSPX die Päp­ste an und deren Pri­mat. Was sie tut, sie erhebt ihre Stim­me, wenn Rom immer wie­der Aus­sa­gen macht, die ein­deu­tig gegen die Leh­re und Tra­di­ti­on ver­sto­ssen oder im Wider­spruch dazu ste­hen. Auch Pau­lus hat­te dem Petrus im Ange­sicht wider­stan­den!!! Gera­de Erz­bi­schof Mül­ler war immer vol­ler Hass gegen die FSSPX und hat auch nie einen Hehl aus sei­ner Abnei­gung gegen die FSSPX gemacht. Das er als Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on von Bene­dikt XVI. nach Rom geholt wur­den, ist mir offen­ge­sagt ein Rät­sel bis zum heu­ti­gen Tag. Wenn aber Bischö­fe und Bischofs­kon­fe­ren­zen, wie die aus Deutsch­land, Öster­reich oder der Schweiz, gegen päpst­li­che Anord­nun­gen ver­sto­ssen und die­se ein­fach nicht beach­ten, dann spricht Erz­bi­schof Mül­ler nicht von Schis­ma. War da nicht ein­mal etwas mit einer Uni­ver­si­tät in Latein­ame­ri­ke, die Bischof Mül­ler unter­stüt­ze, obwohl der zustän­di­ge Kar­di­nal die­se Uni mit Sank­tio­nen belegt hat­te??? Nein, die FSSPX ist nicht im Schis­ma, dann müss­te sich eher die nach­kon­zi­lia­re „Kir­che“ des 2. Vati­ka­nums fra­gen, ob sie nicht im Schis­ma ist. Ausser­dem, Fran­zis­kus als Bischof von Rom und als Vor­bild der BARMHERZIGKEIT wird doch nicht eine Exkom­mu­ni­ka­ti­on befür­wor­ten oder gar selbst aussprechen.

    • Über die Fra­ge, war­um Bene­dikt XVI. Bischof Mül­ler nach Rom geholt hat, habe ich auch schon oft nach­ge­dacht. Ich sehe es als eine Art Not­brem­se. Wenn der Papst damals schon mit den Gedan­ken gespielt hat, sein Amt auf­zu­ge­ben konn­te er die Bru­der­schaft nicht im neo­mo­der­ni­sti­schen Rom unter­ge­hen las­sen. Hät­te es damals eine Eini­gung gege­ben, die Bru­der­schaft wäre heu­te tot. Was ich mir nicht beant­wor­ten kann ist, war­um Papst Bene­dikt vom Kreuz her­un­ter­ge­stie­gen ist.

        • Bit­te erklä­ren Sie uns das doch mal genau­er: WANN hat er und auf wel­che Wei­se „sein Leben gelas­sen“?- Mei­nes Erach­tens ist er putzmunter.

      • Da wäre ich mir nicht so sicher, wichert. Hät­te die Fsspx gleich zuge­grif­fen, anstatt sich in inter­nen Flü­gel­kämp­fen zu ver­hed­dern, wäre Bene­dikt womög­lich heu­te noch Papst, und die gesam­te Tra­di­ti­on könn­te sich gemein­sam mit der Fsspx inner­halb der Kiche kon­so­li­die­ren. Letzt­lich hat­te dar­an aber offen­sicht­lich nie­mand ernst­haf­tes Inter­es­se. Die einen woll­ten nichts mit der Fsspx zu tun und sie nicht mit im Boot haben, die ande­ren woll­ten zu gro­ßen Tei­len lie­ber abwar­ten, bis die „Kon­zils­sek­te“ zusam­men­bre­chen wür­de, und man das Ruder über­neh­men könn­te. Jetzt hat man den Salat und der Kat­zen­jam­mer ist groß. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass für den von allen im Regen ste­hen­ge­las­se­nen Bene­dikt der Rück­tritt und sei­ne Fol­gen in gewis­sem Sin­ne eine Genug­tu­ung darstellt.

  6. Mül­ler erfin­det „sakra­men­ta­le Exkom­mu­ni­ka­ti­on“, um sei­ne absur­de The­se als theo­lo­gisch fun­diert erschei­nen zu las­sen, bzw. sei­nen abgrund­tie­fen Hass gegen das genu­in Katho­li­sche qua­si kul­ti­viert zum Aus­druck zu brin­gen. Dar­in zeigt er sich wie­der ein­mal deut­lich als ideo­lo­gi­scher Enkel von dem Kir­chen­feind K. Rahner. 

    Der sinn­voll­ste und für die Zukunft frucht­bar­ste Weg ist wohl die theo­lo­gi­sche Aus­ar­bei­tung und Ergrün­dung der Fra­ge nach der Zustän­dig­keit und nach den Gren­zen sowohl der päpst­li­chen als auch der kon­zi­lia­ren Auto­ri­tät. Das ist der eigent­li­che Kern der Dis­kus­si­on um das „Vati­ca­num II“ und die eigent­li­che Pro­ble­ma­tik der Kir­che in der Gegen­wart. Immer­hin wird das in den Stel­lung­nah­men von Mül­ler deut­lich, denn er for­dert nicht mehr und nicht weni­ger als eine bedin­gungs­lo­se Unter­wer­fung unter die kon­zi­lia­ren und nach­kon­zi­lia­ren Päp­ste, sowohl in der Dok­trin als auch in der Dis­zi­plin. Selt­sam genug: Die moder­ni­sti­schen Miss­bräu­che und Irr­leh­ren wer­den etwa von Mül­ler nie­mals als schis­ma­tisch bezeich­net. „Sakra­men­tal schis­ma­tisch“ sind für ihn die­je­ni­gen, die sich ihnen widersetzen…

    • „Der sinn­voll­ste und für die Zukunft frucht­bar­ste Weg ist wohl die theo­lo­gi­sche Aus­ar­bei­tung und Ergrün­dung der Fra­ge nach der Zustän­dig­keit und nach den Gren­zen sowohl der päpst­li­chen als auch der kon­zi­lia­ren Auto­ri­tät.“ chry­sorr! Sie spre­chen mir aus der See­le, seit wenig­sten 2 Jahr­zehn­ten ist die­se For­de­rung in mei­nem Sinn und ich habe sie auch Con­f­ra­tres dar­ge­legt, auch Prie­stern der Eccle­sia Dei — Gemein­schaf­ten. Ver­ständ­nis für die­se ele­men­ta­re For­de­rung habe ich lei­der nicht gefunden.

    • So merk­wür­dig das erschei­nen mag — aber das Vat. II hat offen­bar zu einer Fixie­rung auf natür­li­che Per­so­nen geführt. Man gesteht dem Papst als natür­li­cher Per­son mit ihren mate­ri­el­len Irr­tü­mern mehr Recht zu als der apo­sto­li­schen Leh­re, die er eigent­lich selbst in abso­lu­tem Gehor­sam hüten und aus­fal­ten sollte…
      Die Pole­mik gegen die auf dem Vat. I fest­ge­schrie­ben „Unfehl­bar­keit des Pap­stes“ wird immer dann gegen glau­bens­treue Kri­ti­ker aus­ge­spielt, wenn der Papst an der Leh­re gemes­sen Fal­sches tut. Das heißt, er wird über die Leh­re gesetzt. Auch hier im Forum all zu oft.
      Aus­ge­hend vom sog. „Antio­che­ni­schen Zwi­schen­fall“ zwi­schen Petrus und Pau­lus oder auch ganz bedeut­sam der Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen der Hl. Cate­ri­na von Sie­na und dem Papst und Kle­ri­kern müss­te eine lehr­mä­ßi­ge Posi­ti­on ans Licht geho­ben wer­den, die die Kir­che gegen mate­ri­ell häre­ti­sche Päp­ste, Kle­ri­ker und son­sti­ge inter­ne Angrei­fer schützt. Das heißt, dem Unfehl­bar­keits­dog­ma müss­te gewis­ser­ma­ßen noch ein „Dog­ma“ hin­zu­ge­fügt wer­den, dass das objek­ti­ve Depo­si­tum fidei schützt. Im Rah­men die­ses „Dog­mas“ könn­te auch die Gren­ze der Gehor­sams­pflicht aus­führ­lich dis­ku­tiert werden.
      Manch­mal hat man ja den Ein­druck, die Leh­re wird nur noch dar­auf­hin befragt, inwie­fern älte­re Vor­komm­nis­se in der Kir­chen­ge­schich­te evtl. Schlupf­lö­cher bie­ten, um sie aus­zu­he­beln. Und das alles, um der Macht des Fak­ti­schen guten Gewis­sens erlie­gen zu dürfen.
      In die­sem Sinn schrieb mir neu­lich auch der Cha­ris­ma­ti­ker-Star Johan­nes Hartl, Treue zur Kir­che sei für ihn Treue zur „rea­len Kir­che“ mit den ent­spre­chen­den Päp­sten. Ach ja?
      Er und wir alle soll­ten jedoch dar­über nach­den­ken, was die Leh­re eigent­lich ist, dass das Lehr­amt sie treu aus­zu­fal­ten und zu ver­tei­di­gen hät­te. Und dass sie sich nicht mit natür­li­chen Per­so­nen, die in Ämter gekom­men sind, ändern kann… Und dass Geist­ge­wirkt­heit nicht über einen Auto­ma­tis­mus der Wei­he, Fir­mung, tau­fe etc. ein­fach pau­schal jedem Tun eines Chri­sten über­ge­stülpt wer­den kann. Lebens­lang blei­ben wir anfäl­lig für die Sün­de und den Abfall. Es gibt eben auch kei­nen Heils­au­to­ma­tis­mus und kei­ne sorg­lo­se Heils­ge­wiss­heit. Außer­dem ist dann die Fra­ge, wer bei den Wider­sprü­chen im Hl. Geist spricht? In der Regel erkennt der moder­ne Christ das dann dem Ober­hir­ten zu oder der Mehr­heit. Das ist aber alles ande­re als katholisch…
      Eine beson­de­re Schwie­rig­keit stel­len dabei die mate­ri­el­len Häre­si­en dar: bal­len sie sich im Han­deln und Leh­ren der Päp­ste, kann das der Kir­che mehr scha­den als eine ein­zi­ge for­mel­le Häre­sie, die ja sofort auf­ge­deckt und abge­schmet­tert wer­den könnte.

  7. „Nein, die FSSPX ist nicht im Schis­ma, dann müss­te sich eher die nach­kon­zi­lia­re „Kir­che“ des 2. Vati­ka­nums fra­gen, ob sie nicht im Schis­ma ist.“
    Ja genau das ist sie auch. Und des­we­gen ist ihr Dalai Lama lie­ber als Mar­cel Lefevbre.
    Per Mari­am ad Christum.

    • Erz­bi­schof Mül­ler ver­tritt in sei­nen Büchern häre­ti­sche Ansich­ten bzgl. Real­prä­senz und Jung­frau­en­geburt ect. Offen­sicht­lich hat das in Rom kei­nen gestört.

  8. Eine ernst­haf­te Fra­ge, darf man zu die­sen Stel­lung­nah­men auch eine Gegen­po­si­ti­on ver­tre­ten. Glaubt die­ses Forum hier wirk­lich ohne ande­re Mei­nung gel­ten zu las­sen, dass Chri­sten­tum bes­ser zu ver­brei­ten? Ich glau­be das nicht, die Zei­ten sind vor­bei wo man den Men­schen in Rich­tung Glau­ben vor­schrei­ben kann was sie zu glau­ben hat. Macht ihr euch kei­ne Gedan­ken, dass hier im Forum nur ganz weni­ge Men­schen die glei­che Mei­nung haben? Ihr seid doch hier eine Min­der­heit, die man in Pro­zen­ten gar nicht aus­drücken kann! Wäh­rend Men­schen die noch glau­ben und auf der Suche sind über 50 Pro­zent der Bevöl­ke­rung sind! Soweit ich das beur­tei­len kann, wer­den sie kei­ne 5 Pro­zent davon über­zeu­gen können.

    • Hof­mei­ster Hai­ko: Hier in die­sen Forum wird nur das gebracht was wahr­lich katho­lisch ist und mit offi­zi­el­len Schrei­ben aus dem Vati­kan belegt wur­de. Und nur weil ein häre­ti­scher Erz­bi­schof (sie­he sei­ne Aus­sa­gen zum „Aller­hei­lig­sten Sakra­ment des Alta­res“ und der „Jung­fern­schaft der Aller­se­lig­sten Jung­frau und Got­tes­ge­bä­re­rin Maria) genau das inof­fi­zi­ell das ver­kün­det was die Moder­ni­sten und ande­re Fein­de Got­tes unse­res Herrn und sei­ner Kir­che hören wol­len, so ist das noch lan­ge nicht Richtig.

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • Lie­ber Hof­mei­ster Haiko,

      es geht hier um Wahr­heit und nicht um die Mei­nung der Mas­se. Und die Wahr­heit ist immer abso­lut bzw. dik­ta­to­risch. Lei­der wur­den sehr vie­le Gläu­bi­ge durch den ein­bre­chen­den Moder­nis­mus in die Irre gelei­tet. Das Ergeb­nis sehen wir. Der katho­li­sche Glau­be ver­schwin­det bzw. wird durch eine Leicht­gläu­big­keit in welt­li­chen Din­gen ersetzt. Und wer nicht mehr katho­lisch glaubt, der han­delt in vie­len Din­gen nicht mehr katho­lisch. Er erhebt sich damit selbst auf die Stu­fe Gottes. 

      Man muß sich ent­schei­den. Ent­we­der man ist katho­lisch oder man ist es nicht. Ein biß­chen katho­lisch ist genau so wie ein biß­chen schwan­ger. Wenn man katho­lisch ist muß man sich dann auch den vie­len „unan­ge­neh­men“ Din­gen wid­men, z.B: den EINEN Gott lie­ben und Ehren, den Vor­ge­setz­ten ehren, nicht Trat­schen, gute Din­ge nicht unter­las­sen, die Kin­der christ­lich erzie­hen, kei­ne Fleisch­spei­sen am Frei­tag, kein vor­ehe­li­cher Geschlechts­ver­kehr, Ver­zicht auf Ver­hü­tungs­mit­tel, nicht im Kon­ku­bi­nat leben, Sonn­tags die hei­li­ge Mes­se besu­chen und sich nicht im Ver­gnü­gungs­park tum­meln, etc., etc.….

      Das klingt hart, aber wenn ich mich nur dem EINEN unter­wer­fe, dann bin ich wirk­lich frei und nicht Opfer mei­ner Trie­be und Spiel­ball der Masse.

    • Mehr­heit macht nicht Wahr­heit — die Wahr­heit ist inva­ri­ant im Bezug auf die Anzahl derer, die sie auch als sol­che er- und beken­nen. Habe jetzt gele­sen, daß am Tiefst­punkt der aria­ni­schen Kri­se im 4. Jhd. vlt. noch allen­falls 1 — 3% derer, die sich ‚Chri­sten‘ nann­ten, nicht-aria­nisch waren; alle ande­ren glaub­ten nicht (mehr) an die Wesens­gleich­heit des Soh­nes mit dem Vater, wie sie das Kon­zil von Nikäa defi­niert hat­te. Den­noch wur­de die­se Kri­se über­wun­den (wenn es auch lan­ge gedau­ert hat …), nicht zuletzt denen zum Dan­ke, die eben stand­haft geblie­ben waren und sich NICHT der ‚Mehr­heits­mei­nung‘ ange­schlos­sen hat­ten, wofür sie von ‚den Ande­ren‘ ver­höhnt und aus­ge­grenzt wur­den. Heu­te ver­eh­ren wir als Vor­bil­der und Hei­li­ge nicht den Ari­us und die Anhän­ger der dama­li­gen Mehr­heits­mei­nung, son­dern die­je­ni­gen, die um der Wahr­heit wil­len ‚in den Wider­stand‘ gin­gen (St. Atha­na­si­us von Alex­an­dri­en, St. Ambro­si­us von Mai­land, St. Hil­ari­us von Poi­tier &c.).
      Chri­stus selbst sagt:
      „Weh euch, wenn euch alle Men­schen loben; denn eben­so haben es ihre Väter mit den fal­schen Pro­phe­ten gemacht.“ (Lk 6,26 EU)
      „Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stam­men wür­det, wür­de die Welt euch als ihr Eigen­tum lie­ben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, son­dern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, dar­um hasst euch die Welt.“ (Joh 15,18ss EU)

    • Sehr geehr­ter Hr. Hof­mei­ster Haiko,
      Ich kann Ihnen lei­der nicht ganz fol­gen. Selbst­ver­ständ­lich dür­fen, ja sol­len Sie hier Ihre Mei­nung ver­tre­ten, auch wenn es eine Gegen­po­si­ti­on ist. Wer hat Ihnen das ver­wehrt? Und wann hat „die­ses Forum“ behaup­tet, das Chri­sten­tum bes­ser zu ver­brei­ten als — ja, als wer? Bit­te sagen Sie, was Sie den­ken, bit­te nen­nen Sie Ihre Argu­men­te! Nur so kann eine Dis­kus­si­on entstehen.
      Las­sen Sie mich bit­te auch kurz Stel­lung neh­men. Auch ich will mei­ne Mei­nung vertreten.
      Wor­um es eigent­lich geht ist doch die Fra­ge, ob ich zu Jesu Ver­kün­di­gung ste­he oder nicht, ob ich ‚für ihn bin oder gegen ihn‘. Eine „Ja, aber…“ oder „Ja, bis auf…“ Opti­on hat er mir nicht genannt.
      Auf­ga­be der katho­li­schen Kir­che ist es — dazu hat Jesus sie gegrün­det — sei­ne Leh­re zu bewah­ren und zu ver­kün­den. „Leh­ret alle Völ­ker und tauf­et sie im Namen des Vaters und des Soh­nes und des hl. Gei­stes.“ war sein Auftrag.
      Was ist nun, wenn die von Ihm gegrün­de­te Kir­che sei­nen Aus­sa­gen plötz­lich wider­spricht? „Kei­ner kommt zum Vater denn durch mich“ sind sei­ne Wor­te, heu­te ist der Kir­che das aber nicht mehr so bewusst, heu­te beten wir doch alle „irgend­wie“ den glei­chen Gott an, es sind doch nur ande­re Namen.… Wirk­lich, ist es der Gleiche?
      Heu­te müs­sen wir auch mit der Sexu­al­mo­ral anders umge­hen, denn das 6. Gebot scheint ja für die Mehr­heit nicht mehr gül­tig zu sein, daher braucht die Kir­che einen ande­ren Umgang mit wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen oder mit denen, die ohne Trau­schein zusam­men­le­ben.… Wirk­lich, braucht sie das?
      Wie sieht es mit Abtrei­bung und Eutha­na­sie aus, brau­chen wir dafür auch bald einen ande­ren Umgang? Ist das eine Fra­ge, der sich die Kir­che stel­len muss und ist dabei die Preis­ga­be des 5. Gebo­tes eine Opti­on? Muss die Kir­che ihre Posi­ti­on in Zukunft über­den­ken, nur weil Mil­lio­nen von getö­te­ten Kin­dern und gesetz­li­che Rege­lun­gen wie in Bel­gi­en oder den Nie­der­lan­den eine ande­re Rea­li­tät zei­gen als die von Gott geforderte?
      Ich den­ke nicht! Ich den­ke, es ist ihre Auf­ga­be, den Glau­ben zu bewah­ren und zu ver­kün­den. Den gan­zen! Auch den „unbe­que­men“ Teil, in dem wir gefor­dert wer­den, in dem uns Gren­zen auf­er­legt wer­den, in dem wir ein­deu­ti­ge Posi­tio­nen bezie­hen müs­sen. Und dann kom­me ich wie­der ins Spiel, denn dann muss ich mich wie­der fra­gen, wo ich ste­he — dafür oder dage­gen. Um die­se Fra­ge geht es doch, mit allen Konsequenzen.
      Selbst­ver­ständ­lich darf ich mich bei die­ser Mei­nungs­fin­dung auch dar­an ori­en­tie­ren, was die Mehr­heit tut, ob die Mehr­heit dafür oder dage­gen ist. Ob das aller­dings hilf­reich ist, weiß ich nicht. Ich per­sön­lich tref­fe die­se Ent­schei­dung lie­ber ohne Rück­sicht auf Prozentzahlen.
      Wenn sich die 11 Apo­stel an Pfing­sten auch gefragt hät­ten, ob eine Mehr­heit oder eine Min­der­heit ihren Wor­ten glau­ben will, gäbe es heu­te kein Christentum…

      • Vie­len Dank für Ihre sach­li­che und fun­dier­te Ant­wort an Hof­mei­ster Haiko!
        An ihm liegt es nun, über Ihre Erklä­run­gen ein­mal genau­er nachzudenken.
        Sie haben Samen aus­ge­streut, ob er auf­geht, liegt nicht in Ihrer Hand.

  9. Scha­de, dass Erz­bi­schof Mül­ler sol­che Aus­sa­gen macht; die Pius­bru­der­schaft befin­det sich mit hun­dert­pro­zen­ti­ger Sicher­heit nicht im „Schis­ma“. Es zeigt sich lei­der immer wie­der, dass Prä­fek­ten der römi­schen Kurie mei­nen die Ver­tei­di­ger der Tra­di­ti­on als Geg­ner und Schis­ma­ti­ker zu erklä­ren. Die Ver­welt­li­chung in der Kir­che, nimmt ihren vol­len Lauf.

  10. Papst Pius XII.
    hat bereits im Jah­re 1949 ein in einer ein­drück­li­chen Mahn­re­de auf dem Petersplatz
    vor den Gefah­ren der kirch­li­chen Ver­beu­gung vor dem Geist der Welt gewarnt:
    -

    „Wollt ihr eine Kir­che, die schweigt,
    wo sie spre­chen müsste,
    eine Kir­che, wel­che das Got­tes­ge­setz abschwächt,
    es an den Geschmack des mensch­li­chen Wil­lens anpas­sen will,
    wenn sie ver­pflich­tet ist, es mit lau­ter Stim­me zu proklamieren,
    eine Kir­che, wel­che sich ent­fernt vom uner­schüt­ter­li­chen Fundament,
    auf wel­ches Chri­stus sie begrün­det hat,
    um sie bequem dem unbe­stän­di­gen Stand der Tages­mei­nung anzupassen
    oder sie der gera­de gül­ti­gen Mei­nung preiszugeben
    [.…]
    Gelieb­te Söh­ne und Töchter!
    Geist­li­che Erben einer unge­zähl­ten Legi­on von Beken­nern und Märtyrern!
    Ist dies eine Kir­che, die ihr ver­ehrt und liebt?
    Wür­det ihr in einer sol­chen Kir­che die Lini­en des Ange­sich­tes eurer Mut­ter erkennen?
    Wür­det ihr euch einen Nach­fol­ger des ersten Petrus vor­stel­len können,
    der sich sol­chen Ansprü­chen beu­gen würde?“
    -

    Im Grun­de genom­men umreisst die­se Mahn­re­de wohl auch die Besorg­nis­se der Piusbruderschaft,
    die gemäß der im Arti­kel bereits zitier­ten — wei­ter­hin gül­ti­gen — Erklä­rung vom 3.5.1994 von Kar­di­nal Cassidy,
    sei­ner­zeit Prä­si­dent des päpst­li­chen Rates für die Ein­heit der Chri­sten, als eine „inter­ne Ange­le­gen­heit der katho­li­schen Kir­che(!)“ ange­se­hen wird:
    -
    „Die Situa­ti­on der Mit­glie­der die­ser Bru­der­schaft ist eine
    inter­ne Ange­le­gen­heit der katho­li­schen Kirche.
    Die Bru­der­schaft ist
    nicht
    eine ande­re Kir­che oder kirch­li­che Kom­mu­ni­tät in der in dem Direk­to­ri­um gebrauch­ten Bedeutung“
    -

  11. Msgr. Mül­ler war schon als Pro­fes­sor nicht beson­ders prä­zi­se. Wie er auf die­sen Posten gera­ten konn­te. ist mir bis heu­te schlei­er­haft und m.E. eine fast noch grö­ße­re Kata­stro­phe als … naja.
    Und jetzt schwa­dro­niert er über Schismen…
    Hof­fent­lich läßt sich die FSSPX nicht aus der Ruhe bringen.

    • Es dürf­te ziem­lich klar sein, dass die­ser Zög­ling Leh­manns durch so man­che katho­li­sche Posi­tio­nen, v. a. die Ver­tei­di­gung der Ableh­nung des Wei­he­sa­kra­ments für Frau­en, auf sich auf­merk­sam machen woll­te, um in qua­si „kon­ser­va­ti­ver“ Tar­nung kirch­li­che Kar­rie­re zu machen. Und er war offen­sicht­lich erfolg­reich. In der errun­ge­nen Stel­lung kann er mit den gewal­tig­sten Mit­teln die wah­re katho­li­sche Leh­re und ihre Anhän­ger bekämpfen.

  12. @ chry­sorr
    „Der sinn­voll­ste und für die Zukunft frucht­bar­ste Weg ist wohl die theo­lo­gi­sche Aus­ar­bei­tung und Ergrün­dung der Fra­ge nach der Zustän­dig­keit und nach den Gren­zen sowohl der päpst­li­chen als auch der kon­zi­lia­ren Autorität.“
    Wenn irgend­wann die­ser Orkan vor­bei sein und das Schiff­lein Petri wie­der in ruhi­ge Gewäs­ser ein­lau­fen soll­te, dann ist sicher die Fra­ge nach der Auto­ri­tät vordringlich.
    Doch die Kir­che muss nichts neu erfin­den, wenn der Schutt ent­fernt wer­den muss, den das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil hin­ter­las­sen hat.
    Das I. Vati­ka­ni­sche Kon­zil hat gelehrt, was in der Kir­che auch vor­her geglaubt wur­de: Die Unfehl­bar­keit des Pap­stes, wenn er „ex cathe­dra“ spricht (DH 3074), wenn er sei­ne höch­ste Apo­sto­li­sche Auto­ri­tät aus­drück­lich in Anspruch nimmt und ent­schei­det, dass eine Glau­bens- oder Sit­ten­leh­re von der gan­zen Kir­che fest­zu­hal­ten ist.
    Gleich­zei­tig wur­de sei­ne Auto­ri­tät ein­ge­grenzt, in dem Sin­ne, dass der jeweils regie­ren­de Papst nicht leh­ren kann, was er will. Der Papst ist dem über­lie­fer­ten Glau­ben ver­pflich­tet, er hat als Nach­fol­ger der Apo­stel den „Glau­ben hei­lig zu bewah­ren und getreu auszulegen.“
    I. Vati­ka­num: „Den Nach­fol­gern des Petrus wur­de der Hei­li­ge Geist näm­lich nicht ver­hei­ßen, damit sie durch sei­ne Offen­ba­rung eine neue Leh­re ans Licht bräch­ten, son­dern damit sie mit sei­nem Bei­stand die durch die Apo­stel über­lie­fer­te Offen­ba­rung bzw. die Hin­ter­las­sen­schaft des Glau­bens hei­lig bewah­ren und getreu aus­le­gen.“ (DH 3070)
    Das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil hat die höch­ste Auto­ri­tät aus­drück­lich nicht in Anspruch genom­men. Es hat weder eine für die gan­ze Kir­che ver­bind­lich zu glau­ben­de Leh­re ver­kün­det, noch eine Häre­sie fest­ge­stellt und ver­ur­teilt. Damit sind sei­ne Irr­tü­mer revidierbar.
    Und so konn­ten Erz­bi­schof Lef­eb­v­re und Bischof de Castro May­er um den über­lie­fer­ten Glau­ben zu ver­tei­di­gen, Paul VI. und sei­nen Nach­fol­gern wider­spre­chen, wenn die Sub­stanz des Glau­bens ange­grif­fen wur­de. Sie konn­ten und ihre Nach­fol­ger kön­nen sich auf den über­lie­fer­ten Glau­ben der Kir­che berufen.
    Das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil hat kein Dog­ma ver­kün­det und wur­de nach der Aus­sa­ge des Glau­bens­prä­fek­ten Ratz­in­ger nach­träg­lich zum „Super­dog­ma“ erho­ben. Die­ser Irr­tum erschüt­tert die Kir­che bis in ihre Grundfesten.
    Erz­bi­schof Mül­ler müss­te aus­drück­lich sagen, gegen wel­che Leh­re der Kir­che die FSSPX ver­stößt. Er kann es nicht, er kann nur argu­men­tie­ren, als sei das gesam­te II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil das „Super­dog­ma“. Und dann liegt der Irr­tum bei ihm.
    Doch die „Zweit­kon­zi­lia­ren“ haben die Macht. Sowohl in Rom als auch an allen wich­ti­gen Schalt­stel­len der Kir­che. Solan­ge geht der Selbst­zer­stö­rungs­pro­zess der Kir­che weiter.

    Die­ser Irr­tum erschüt­tert die Grund­fe­sten der Kir­che. Denn die „Zweit­kon­zi­lia­ren“ regie­ren in Rom.

    • Dan­ke für die Äußerung.
      Die höch­ste und all­ge­mein­ste dog­ma­ti­sche Ebe­ne ist eigent­lich klar. Ein­zel­hei­ten sind jedoch nicht aus­dif­fe­ren­ziert. Kon­kret: Wie hat sich ein Katho­lik zu ver­hal­ten, wenn ein Papst oder ein Kon­zil Neue­run­gen ein­füh­ren, die im Gegen­satz zu den frü­he­ren Nor­men stehen?
      Die Moder­ni­sten wie Mül­ler bestehen auf unbe­ding­te Gefolg­schaft, aller­dings nur inso­fern es um ihre eige­nen Posi­tio­nen geht.
      Wir befin­den uns gegen­wär­tig tat­säch­lich kir­chen­ge­schicht­lich erst­ma­lig in der Situa­ti­on, dass Irr­tü­mer, die Zer­stö­rung der Leh­re und der Dis­zi­plin von den höch­sten Auto­ri­tä­ten — Papst und Kon­zil — kommt. Rein ober­fläch­lich gese­hen ist ein Katho­lik, der an dem fest­hält, was bis vor fün­zig Jah­ren die Norm für die gesam­te Kir­che war, ein Unge­hor­sa­mer, ja ein Rebell. Absurd genug, dass ein sol­cher Katho­lik sich recht­fer­ti­gen muss, und nicht umge­kehrt. Es ist jedoch Tatsache.
      Es genügt nicht zu war­ten, bis der moder­ni­sti­sche Spuk vor­bei ist. Es sieht viel­mehr danach aus, dass er unter Ber­go­glio im Auf­wind ist.

      • Wenn mir klar wird, dass das nicht dog­ma­ti­sche II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil mit den Kon­zils- und Nach­kon­zil­späp­sten Leh­ren ver­brei­tet, die zu dem über­lie­fer­ten katho­li­schen Glau­ben im Wider­spruch ste­hen, dann bleibt mir kei­ne Wahl mehr: Dann habe ich mich in eine Kapel­le der FSSPX zu bege­ben, wenn ich sie ent­fer­nungs­mä­ßig errei­chen kann. Auch wenn es nicht immer leicht ist.
        Doch wie kann ich in der „Kon­zils­kir­che“ leben, deren Glau­bens­ver­kün­di­gung gemixt ist mit Häresien?
        „Mag die Wirk­lich­keit auch hart und trau­rig sein: wer die Wahr­heit liebt, will lie­ber in ihr dar­ben als im Irr­tum schwel­gen“, schreibt Mat­thi­as Sil­vert in sei­nem Vor­wort zu dem Buch „Rui­nen im Licht“ von Edu­ard Kamenicky. Ich muss hin­zu­fü­gen, dass Mat­thi­as Sil­vert nicht auf­for­dert, sich der FSSPX anzu­schlie­ßen, son­dern zum unvor­ein­ge­nom­me­nen Blick auf die kirch­li­che Lage.
        Ich den­ke, die­se Ent­schei­dung muss jeder, jede, für sich per­sön­lich tref­fen. Mir jeden­falls ist es nicht mehr mög­lich, im Irr­tum der „Kon­zils­kir­che“ zu schwel­gen, zumal ich es lan­ge genug gemacht habe.

        • Dan­ke für die prak­ti­sche Emp­feh­lung. Sie bie­tet jedoch kei­ne theo­lo­gi­sche Lösung. Mei­nes Wis­sens hat FSSPX bis lang kei­ne aus­rei­chend theo­lo­gisch fun­dier­te Begrün­dung ihrer Pra­xis vor­ge­legt. Eine sol­che wäre nicht zuletzt ange­sichts der Vor­hal­tun­gen und Anschul­di­gun­gen Mül­lers nötig und nützlich.
          Letzt­lich ist der Kern der Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen FSSPX und Bischof Wil­liam­son als auch zwi­schen FSSPX und den Sedis­va­kan­ti­sten der glei­che, näm­lich wie­der­um die Fra­ge nach den Gren­zen der päpst­li­chen und der kon­zi­lia­ren Auto­ri­tät, und infol­ge des­sen auch nach der Gehor­sams­pflicht der Katholiken.

          • Die FSSPX hat ihre Pra­xis aus­führ­lich theo­lo­gisch begrün­det. Auch in dem Bei­trag, den wir hier kom­men­tie­ren. Sie hat auf Kuri­en­erz­bi­schof Mül­ler geantwortet.
            Wenn Sie damit nicht ein­ver­stan­den sind, wenn Sie viel­leicht den Sedis­va­kan­tis­mus vor­zie­hen, ist das Ihre Mei­nung, Sie dür­fen nur nicht unter­stel­len, die FSSPX begrün­de ihre Pra­xis nicht theologisch.

          • @zeitlos
            Die ange­führ­te Ant­wort der FSSPX stellt kei­ne aus­führ­li­che theo­lo­gi­sche Begrün­dung dar. Tut mir leid. Wie eine fun­dier­te und aus­führ­li­che theo­lo­gi­sche Begrün­dung beschaf­fen ist, kann jeder in den mei­sten „vor­kon­zi­lia­ren“ Hand­bü­chern der Dog­ma­tik und der Apo­lo­ge­tik nach­le­sen. Jeden­falls genügt es nicht, ein Paar Zita­te von EB Lef­eb­v­re und von Kuri­en­ver­tre­tern der neue­sten Zeit anzu­füh­ren, die übri­gens an Prä­zi­si­on durch­aus zu wün­schen übrig lassen.
            Ihre Unter­stel­lung des Sedis­va­kan­tis­mus offen­bart zudem, dass Sie eher — gelin­de gesagt — zur argu­men­ta­tio ad homi­nem neigen…

  13. Dan­ke für die Veröffentlichung.
    Bischof Mül­ler hat in sei­nem Buch und den Aus­sa­gen über die hl. Mes­se und die Mut­ter Got­tes selbst für häre­ti­sche Aus­sa­gen gesorgt.
    Ich sehe ihn als einen Adep­ten der deut­schen Abbruchs­kir­che, die es geschafft hat einen Mann wie Franz zu installieren.
    Unsag­ba­rer Unsinn was Mül­ler von sich gibt, nur noch peinlich.

  14. @chrysorr
    „…wenn Sie viel­leicht den Sedis­va­kan­tis­mus vor­zie­hen“, habe ich geschrie­ben. Das ist eine Mög­lich­keit, kei­ne Unterstellung.
    Sor­ry, viel­leicht darf man Ihren Stand­punkt auch dem Umfeld der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten zurech­nen, die Mög­lich­keit schloss ich aus.
    Der Hin­weis auf vor­kon­zi­lia­re Hand­bü­cher der Dog­ma­tik und der Apo­lo­ge­tik, ohne einen ein­zi­gen Satz zu nen­nen, ohne ein ein­zi­ges Argu­ment, macht eine inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung unmög­lich. Zumal kein Autor eines Hand­bu­ches der Dog­ma­tik eine Situa­ti­on vor­aus­ge­se­hen hat, wie sie mit dem aty­pi­schen, anor­ma­len 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil ein­ge­tre­ten ist, sich immer wei­ter ver­schärft hat und noch nicht been­det ist. Dass die theo­lo­gi­sche Grund­la­ge der über­lie­fer­ten Mes­se ver­än­dert und eine neue Mes­se von einer büro­kra­ti­schen Kom­mis­si­on mit pro­te­stan­ti­schen Beob­ach­tern kon­stru­iert wur­de, mit dem aus­drück­li­chen Segen des Pap­stes, sah eben­falls kein Hand­buch der Dog­ma­tik vor.

    • Anschei­nend kön­nen Sie nicht anders als eben ad homi­nem. Scha­de eigent­lich. Ich wer­de wer­de mich auf die­ses Niveau nicht bege­ben, auch wenn es danach aus­sieht, dass Sie FSSPX zuzu­rech­nen sind. Man hät­te sich mehr Qua­li­tät erwar­ten können. 

      Offen­sicht­lich tun Sie sich auch schwer, das Geschrie­be­ne rich­tig zu ver­ste­hen. Es war weder mei­ne Absicht, hier eine Aus­ein­an­der­set­zung mit Ihnen zu füh­ren, noch Lehr­bü­cher zu zitie­ren. Wenn Sie mei­ne Wor­te mit der übli­chen Auf­merk­sam­keit gele­sen hät­ten, wäre es Ihnen wohl klar gewe­sen, was gemeint war. Denn ich kann mir nicht vor­stel­len, dass klas­si­sche theo­lo­gi­sche Lite­ra­tur Ihnen nicht ein­mal ober­fläch­lich bekannt wäre. 

      Für ande­re Leser: Gute Lehr­bü­cher der katho­li­schen Theo­lo­gie argu­men­tie­ren mit der Hl. Schrift, der gesam­ten Tra­di­ti­on (Patri­stik, Scho­la­stik, Magi­steri­um), sowie dem aktu­el­len Stand der Dis­kus­si­on. Ist denn FSSPX wirk­lich nicht imstan­de, eine der­ar­ti­ge aus­führ­li­che Dar­le­gung ihrer theo­lo­gi­schen Posi­ti­on und ihres prak­ti­schen Weges vorzulegen?

      • Ich habe oben vor­hin schon ein paar Gedan­ken dazu geäu­ßert. Die FSSPX könn­te natür­lich stell­ver­tre­tend für die zur Zeit abso­lut ver­kom­me­ne Hier­ar­chie in Rom gewis­ser­ma­ßen eine „Vor­la­ge“ für eine ent­spre­chen­de lehr­mä­ßi­ge Aus­sa­ge tref­fen, die fol­gen­de Pro­ble­me zusammenfasst:
        1. Die abso­lu­te Objek­ti­vi­tät und Wahr­heit der bis dato ent­fal­te­ten apo­sto­li­schen Leh­re defi­nie­ren (etwa so: Hl. Schrift/Dogmen/Väter/Kirchenlehrer/Zeugnisse der Hei­li­gen sofern lehr­mä­ßig relevant)
        2. Gren­zen der Unfehl­bar­keit des Lehr­am­tes definieren
        3. Gren­zen der Gehor­sams­pflicht dar­aus ableiten
        4. Die Pro­ble­ma­tik der mate­ri­el­len Häre­sie beleuch­ten und die Erwä­gung des kon­se­quen­ten und auch ver­pflich­ten­den Umgnags damit
        (Ein gro­ßes Pro­blem ist ja auch gera­de bei Mül­ler, dass er Gehor­sam gegen­über einem Abstrak­tum for­dert: gegen­über „dem“ Kon­zil, ande­re for­mu­lie­ren Gehor­sam gegen­über „dem“ Papst. Das kann eigent­lich so undif­fe­ren­ziert nicht sein! Der erste Gehor­sam gilt Gott und dem Wil­len und der Leh­re, die er offen­bart hat. Erst der zwei­te Gehor­sam gilt kon­kre­ten Per­so­nen des Lehr­am­tes oder Kon­zi­li­en. Mir ist bewusst, dass das so ein­fach nicht zu klä­ren ist und ich mich vlt. nicht ganz rich­tig aus­drücke. Aber in die­se Rich­tung jeden­falls müss­te es gehen.)
        Ja — war­um soll­te nicht die FSSPX, solan­ge sie noch eini­ger­ma­ßen auf der Höhe ihres Grün­dungs­pa­thos ist, gemein­sam mit ande­ren Glau­bens­treu­en (die es ja auch gibt) einen sol­chen Ent­wurf für alle vor­le­gen, der dann sicher noch nicht ange­nom­men­wird, aber der Kir­che hel­fen wird, sich zu erho­len, wenn die­ser Spuk vor­bei sien wird…

  15. Ja, es ist schon arg bedenk­lich was da unse­re Kir­chen­für­sten von sich geben. Der Bischof hat schon die Mut­ter Got­tes in ein frag­wür­di­ges Licht stel­len wol­len und nun die­se Unterstellung.
    Was soll man von einem sol­chen Hir­ten halten?

  16. Also, ich bin eher alt­gläu­big, kon­ser­va­tiv, katho­lisch, wie auch immer man es nen­nen möch­te. Ich habe mei­ne Erfah­rung mit den Pius-Brü­dern gemacht und bin der Mei­nung, da ist auch nicht alles Gold was glänzt. Der Hel­den­my­thos, der da gespon­nen wird, kann so nicht auf­recht erhal­ten wer­den. Zumin­dest für mich nicht. 

    Neben her­aus­ra­gen­den Prie­stern, gibt es da eben auch schwer neu­ro­ti­sche Typen, denen man nichts schlim­me­res antun könn­te, als in die Zeit vor dem VKII zurück­zu­keh­ren, da sie dann kei­ne Oppo­si­ti­ons­hal­tung mehr ein­neh­men könn­ten oder sie wür­den auf die ande­re Sei­te wech­seln, haupt­sa­che, dage­gen. Da spie­len eben nicht nur Glaubs­ne­grün­de eine Rolle. 

    Fakt ist, einen weg hin­ter VKII wird es nicht geben. Eher fällt der MOnd auf die Erde. Bene­dikt XVI. war hier rich­tungs­wei­send und hat, wenn auch zu lei­se, den Königs­weg auf­ge­zeigt. Letzt­end­lich, sind alle schlech­ten ENt­wick­lun­gen dar­auf zurück zu füh­ren, dass das VKII ohne den Hei­li­gen Geist inter­pre­tiert wurde. 

    Der Weg in die Zukunft, wird dar­in lie­gen, wie­der den Hei­li­gen Geist auf uns her­ab zu rufen.

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