Der Kampf eines Exorzisten heute — Was der Teufel alles preisgeben muß

Pater Francesco Bamonte, Exorzist der Diözese Rom im 21. Jahrhundert(Rom) Ein Exor­zist steht an vor­der­ster Front im Kampf gegen den Teu­fel. Einer von ihnen ist Pater Fran­ces­co Bamon­te. Er ist Exor­zist der Diö­ze­se des Pap­stes. „Ein typi­sches Ver­hal­ten des Teu­fels ist es, wäh­rend der Exor­zis­men häu­fig über Ver­nich­tung und Zer­stö­rung zu spre­chen. Alles was schön, gut, gesund, rein, har­mo­nisch ist, wird ver­spot­tet und mit Aus­lö­schung und Ver­nich­tung bedroht“, so der Exor­zist. Beson­ders auf­fal­lend sei der Haß des Teu­fels gegen das Sakra­ment der Ehe und die fami­liä­re Bin­dung und Zunei­gung. „Er reagiert beson­ders hef­tig, wenn man die Ehe zwei­er ver­hei­ra­te­ter Men­schen seg­net oder wenn man sie ein­lädt, ihr Ehe­ver­spre­chen zu erneu­ern“, so Pater Bamonte.

Fran­ces­co Bamon­te gehört dem noch jun­gen, 1991 gegrün­de­ten Orden der Die­ner des Unbe­fleck­ten Her­zens Mari­ens (ICMS) an. Die Imma­cu­la­ti Cor­dis Mariae Ser­vi sind ein Orden diö­ze­sa­nen Rechts. Jahr­gang 1960 wur­de Pater Bamon­te 1990 zum Prie­ster geweiht. Seit 2012 ist er Vor­sit­zen­der der Ita­lie­ni­schen Ver­ei­ni­gung der Exor­zi­sten.

Gleich nach sei­ner Prie­ster­wei­he wand­te sich der Ordens­mann vor allem dem Beichtsa­kra­ment zu und in die­sem Zusam­men­hang der Hil­fe für die Opfer okkul­ter Prak­ti­ken. 1997 wur­de er Mit­glied der Inter­na­tio­na­len Exor­zi­sten­ver­ei­ni­gung. Seit 2005 ist er Lehr­be­auf­trag­ter an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Regi­na Apo­sto­lo­rum in Rom, an der er die Lehr­ver­an­stal­tung Exor­zis­mus und Befrei­ungs­ge­bet lei­tet. Auf Wunsch der Bischö­fe ver­schie­de­ner ita­lie­ni­scher und aus­län­di­scher Diö­ze­sen unter­weist er Semi­na­ri­sten zum The­ma Okkul­tis­mus und Exor­zis­mus und den sich dar­aus erge­ben­den pasto­ra­len Fra­gen. Eben­so unter­stützt er Prie­ster, die vom Bischof in ihren Diö­ze­sen als Exor­zi­sten beauf­tragt werden.

Pater Bamontes Bücher: Wie man den Vater der Lüge erkennt

2000 ver­öf­fent­lich­te er das erste Buch über sei­ne Erfah­run­gen als Exor­zist: „Was tun mit den Magi­ern? Wie man sich vom Aber­glau­ben befreit und vor Betrü­gern schützt“ (Cosa fare con que­sti maghi?); 2004 folg­te das Buch „Schäd­li­cher Spi­ri­tis­mus. Das okkul­te Wir­ken des Bösen in den angeb­li­chen Kon­tak­ten mit dem Jen­seits“ (I dan­ni del­lo spi­ri­tis­mo); 2006 der Band: „Teuf­li­sche Beses­sen­heit und Exor­zis­mus. Wie man den geris­se­nen Betrü­ger erkennt“; 2008: „Die gefal­le­nen Engel. Das Geheim­nis des Bösen in der Erfah­rung eines Exor­zi­sten“. Sein jüng­stes Buch erschien 2010 unter dem Titel:  „Die Jung­frau Maria und der Teu­fel im Exorzismus“.

Teufelsaustreibung durch einen katholischen BischofBei der Jah­res­ta­gung 2013 der ita­lie­ni­schen Exor­zi­sten hielt Pater Bamon­te eine bemer­kens­wer­te Rede. Dabei sag­te er: „Ein bei Exor­zis­men wie­der­ho­len­des Merk­mal ist die insi­sten­te For­de­rung des Dämons, daß man ihn anbe­ten soll, als wäre er Gott. Der Dämon, der sei­ne Krea­tür­lich­keit nicht akzep­tie­ren will, gau­kelt sich selbst vor, Gott zu sein, und er ist gie­rig dar­auf ver­ses­sen, daß die Men­schen ihm jenen Kult zukom­men las­sen, der allein Gott zusteht. Wäh­rend des Exor­zis­mus sagt er häu­fig: ‚Betet mich an, betet mich an, ich bin Gott, ich bin Gott! Kniet nie­der, wenn mein Name genannt wird. Ich bin all­mäch­tig! Ruft mich an!‘ Auf die­se Aus­sa­gen ant­wor­te ich, wie es die Nr. 20 des Ritua­le Roma­num (Titu­lus XII “De exor­ciz­an­dis obses­sis a doe­mo­nio“) emp­fiehlt mit den Wor­ten Jesu in der Wüste und mit den Wor­ten des Apo­stels Pau­lus im Brief an die Philipper.

Der Teufel will angebetet werden: „Ich bin Gott!“

Ein ande­res Wesen­merk­mal im Ver­hal­ten des Dämons wäh­rend der Exor­zis­men sei es, beson­ders häu­fig von „Ver­nich­tung und Zer­stö­rung“ zu spre­chen. Alles was „gut, schön, gesund, rein, har­mo­nisch“ ist, wer­de vom Dämon mit Spott über­sät. Er droht an, alles zu ver­nich­ten. Der beson­de­re Haß der dämo­ni­schen Kräf­te gel­te dem Ehe­sa­kra­ment und der Fami­lie. Der Prie­ster berich­tet von einem Exor­zis­mus, bei dem der Dämon zu ihm sag­te: „Mir gefällt es noch nicht, wie die Frau­en geklei­det sind. Sie müs­sen sich noch mehr ent­klei­den, damit der Sex immer vor­herr­schen­der wird und ich immer mehr Fami­li­en zer­stö­ren kann!“ Bei ande­ren Exor­zis­men sprach der Dämon auf sehr meta­pho­ri­sche Wei­se von den Geschlechts­or­ga­nen als „Zen­trum der Welt“. „Wut­ent­brannt“ reagiert der Teu­fel, wenn die Ehe eines Paa­res geseg­net wird oder die Ver­lo­bung jun­ger Men­schen, die bis zur Ehe keusch leben wol­len. Der Teu­fel beschimpft sol­che Ent­schei­dun­gen für die Rein­heit und Keusch­heit als „Schwei­ne­rei­en“, so Pater Bamonte.

„Ich versuche die Kinder zu fressen“ — Abtreibung und sexuelle Verführung

Her­aus­ra­gen­des Merk­mal der „Per­sön­lich­keit“ des Teu­fels ist sein „abgrund­tie­fer Haß“. Er „genießt das Böse, in wel­cher Form auch immer es auf­tritt“. Bei einem Exor­zis­mus schrie er: „Nimm die­ses abscheu­li­che Buch der Apo­ka­lyp­se. Es steht geschrie­ben von die­ser Frau, die gebärt. Die Kin­der ver­su­che ich immer zu fres­sen. Weißt Du wie?“ Dann schil­der­te der Teu­fel mit schrecken­er­re­gen­den Wor­ten den täg­li­chen Mas­sen­mord an Tau­sen­den von unge­bo­re­nen Kin­dern, die durch Abtrei­bung im Mut­ter­schoß getö­tet wer­den. Eben­so schil­der­te er auch in allen abscheu­li­chen Details den sexu­el­len Miß­brauch an Kin­dern. Sei­nen ent­setz­li­chen Aus­sa­gen füg­te er immer ein schau­er­li­ches: „Wie sehr ich das genie­ße!“ hin­zu, so Pater Bamon­te. Das sag­te er auch, wenn er über Jugend­li­che sprach, die sich durch Dro­gen­kon­sum zer­stö­ren oder über die isla­mi­schen Selbst­mord­at­ten­tä­ter, die sich selbst in die Luft sprengen.

Diabolische Besessenheit und der Exorzismus von Pater Francesco BamonteDer Verdreher und Spötter: „Kommt alle zu mir, die ihr lustig und pervers seid“

„Erschüt­ternd ist, wie er alles ver­kehrt, ver­dreht und auf den Kopf stellt, indem er gut in böse ver­kehrt und böse in gut. Als ich ihm eine Reli­quie ent­ge­gen­hielt, schrie er: ‚Was für ein Gestank. Der Gestank des­sen, der sich für Ihn ent­schie­den. Mit Ihn meint er Jesus Chri­stus, des­sen Namen er aus Ver­ach­tung und Haß nie aus­spricht. Als ich ihm einen Rosen­kranz zeig­te, sag­te er: ‚Ver­fluch­te Ket­te mit dem Kreuz am Ende‘. Als ich den Beses­se­nen mit Weih­was­ser bespreng­te, pro­te­stier­te der Teu­fel wütend: ‚Ich will nicht gewa­schen wer­den von die­sem Was­ser, das stinkt und brennt‘. Als ich über einem Beses­se­nen die Wor­te sprach: ‚Seg­ne Herr die­sen Bru­der!‘, fauch­te der Teu­fel sofort: ‚Er soll ver­dammt sein, ich wer­de ihn mit in die Höl­le neh­men!‘ Auf die Wor­te des Evan­ge­li­ums: ‚Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwe­re Lasten zu tra­gen habt. Ich wer­de euch Erquickung  ver­schaf­fen‘  rief er: ‚Nein, kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwe­re Lasten zu tra­gen habt. Ich wer­de euch Erquickung verschaffen!‘ “

Und wei­ter berich­tet der Exor­zist: „Als ich in einem Exor­zis­mus zu den Wor­ten: ‚inimà¬ce fidei, hostis, géne­ris uma­ni, mor­tis adduc­to‘ gekom­men war, gab der Dämon sei­ne gan­ze Hin­ga­be an das Böse und für das Böse zu erken­nen: ‚Die Macht der Sün­de wird unser Altar sein, auf dem wir die See­len dei­ner ver­damm­ten Söh­ne und Töch­ter opfern wer­den, auf die­sem Altar wer­den wir das Blut Dei­ner ver­damm­ten Söh­ne und Töch­ter ver­gie­ßen. Es gibt einen Gott für jene, die has­sen, und die­ser Gott ist mein Gott‘.“

„Der Haß der Menschen nährt mich“

Der Teu­fel zeigt wäh­rend der Exor­zis­men sein wah­res Gesicht. Er muß sich zu erken­nen geben als der, der er ist, als der, der immer­fort die Men­schen zu spal­ten und gegen­ein­an­der auf­zu­het­zen ver­sucht. Er genießt den Haß zwi­schen den Men­schen und ist gie­rig nach der mensch­li­chen Bös­ar­tig­keit: „Das ist Nah­rung, die mich nährt und stärkt“, habe er Pater Bamon­te ein­mal entgegengehalten.

„Vie­le Male“, so der Exor­zist, „habe ich den Dämon in per­fek­ter Über­ein­stim­mung mit der kirch­li­chen Leh­re sagen hören, daß das Böse eine freie Wil­lens­ent­schei­dung eines Men­schen ist. Eben­so muß­te er zuge­ben, daß er gegen den mensch­li­chen Wil­len, wenn die­ser durch die Gna­de gestützt sich ihm wider­setzt, nichts aus­rich­ten kann. Des­halb ist er, wie eben­so immer wie­der erklärt, der gro­ße Ver­su­cher, der die Men­schen immer neu in Ver­su­chung füh­ren will: ‚Unse­re Pflicht ist es zu ver­su­chen, immer, jeden, über­all und unter allen Umstän­den. Man­che ver­fan­gen sich in unse­rem Netz, man­che für immer!“

Die Mächtigkeit des Gebets und der heiligen Liturgie

Der Exor­zis­mus bewei­se die unmit­tel­ba­re Wirk­mäch­tig­keit des Gebets, so der Exor­zist der Diö­ze­se Rom. „Der Exor­zis­mus ist eine lit­ur­gi­sche Hand­lung und damit Gebet der Kir­che. Der Exor­zist tut nichts in eige­nem Namen, son­dern alles allein im Namen Jesu Chri­sti und der Kir­che. Wenn wir sehen, wie sehr die­ser Ritus den Teu­fel und die Dämo­nen stört und ihn bezwingt, dann wird uns bewußt, wie wirk­mäch­tig auch alle ande­ren lit­ur­gi­schen Hand­lun­gen der Kir­che und das Gebet sind und wel­che Gna­den sie erwir­ken. Das muß uns gera­de­zu anspor­nen zum Gebet, zum Besuch der Hei­li­gen Mes­se und von den Sakra­men­ten Gebrauch zu machen.

Bei einem Exor­zis­mus muß­te der Dämon zuge­ben, „offen­sicht­lich von Gott gezwun­gen“ und sagen: „Wenn ihr Men­schen auf den Knien vor Ihm leben und Ihn anbe­ten und Ihm Lob­preis sin­gen wür­det, wie es die Engel tun, dann hät­ten wir nicht die gan­ze Macht, die ihr uns über euch gebt“.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: RAI2 (Screen­shot)

7 Kommentare

  1. Der Teu­fel beschimpft sol­che Ent­schei­dun­gen für die Rein­heit und Keusch­heit als „Schwei­ne­rei­en“, so Pater Bamonte.
    Ja das sieht ihm ähn­lich. Er will das das Fleisch über den Geist tri­um­phiert die­ser Loser. Ich gehe mal davon aus das er beim Wort „Zöli­bat“ vor Wut durch die Decke springt.
    „‚Die Macht der Sün­de wird unser Altar sein, auf dem wir die See­len dei­ner ver­damm­ten Söh­ne und Töch­ter opfern wer­den, auf die­sem Altar wer­den wir das Blut Dei­ner ver­damm­ten Söh­ne und Töch­ter vergießen.“
    Mit dem Sakra­ment der Beich­te könn­ten wir ihm mit äußer­ster Effi­zi­enz die Tour ver­mas­seln. Wir müs­sen es nur tun.
    „‚Unse­re Pflicht ist es zu ver­su­chen, immer, jeden, über­all und unter allen Umstän­den. Man­che ver­fan­gen sich in unse­rem Netz, man­che für immer!“
    Ja und das ver­sucht er jeden Tag und beson­ders bei denen die ihm stör­risch gegenüberstehen.
    “ Als ich ihm einen Rosen­kranz zeig­te, sag­te er: ‚Ver­fluch­te Ket­te mit dem Kreuz am Ende‘.“
    Das ist völ­lig nor­mal das er beim Rosen­kranz durchdreht.
    Per Mari­am ad Christum.

  2. Wür­de mich sehr für die Bücher von P. Fran­ces­co Bamon­te inter­es­sie­ren, lei­der gibt es die nur auf Italienisch.

  3. Eine lesens­wer­te Dar­le­gung über „die Unter­schei­dung der Gei­ster“ von Hw Pater Dene­ke von der Petrus-Bruderschaft.
    -
    „Ursprüng­lich war die Schöp­fung in voll­kom­me­ner Klar­heit und Harmonie.
    Sein und Schein der Din­ge ent­spra­chen einander.
    Seit dem Auf­stand Luci­fers und dem Fall der Stamm­eltern aber ist es anders geworden:
    Hin­ter einem schö­nen Schein ver­birgt sich oft ein schlech­tes Sein.
    Es gibt fast über­all Ver­stel­lung und Lüge, Ver­su­chung und Verführung.
    Wir sind stän­dig Ein­flüs­sen aus­ge­lie­fert, die wir beur­tei­len müssen.
    Dafür ist die Hal­tung nötig, die der hei­li­ge Petrus von uns verlangt: „
    „Seid nüch­tern und wach­sam, denn euer Wider­sa­cher, der Teufel,
    geht umher wie ein brül­len­der Löwe, suchend, wen er ver­schlin­gen kön­ne – wider­ste­het ihm stand­haft im Glau­ben!“ (1 Petr 5,8)

    In vie­len Fäl­len bedarf es kei­ner genau­en Prü­fung, weil Gut und Böse offen­sicht­lich sind.
    Ein Blick auf die Gebo­te Got­tes, die Leh­ren des Herrn und Sei­ner Kir­che geben uns unmit­tel­ba­re Gewißheit.
    In ande­ren Fäl­len aber stellt sich die Sache nicht so ein­fach dar.
    Es begeg­nen uns „Wöl­fe im Schafs­pelz“ (Mt 7,15), der Satan nimmt die Gestalt eines Lich­ten­gels an (2 Kor 11,14). Oft sät unser Feind sein Unkraut mit­ten unter den guten Wei­zen (Mt 13,25).
    Das geschieht eben­so im äuße­ren Bereich (kirch­li­ches und gesell­schaft­li­ches Leben) wie im Inne­ren unse­rer Seele 

    Gott kann es nicht zulas­sen, daß Sei­ne Kin­der dem Ver­wirr­spiel und den Angrif­fen des Bösen blind und hilf­los aus­ge­lie­fert sind.
    Er hat uns daher mit dem Hei­li­gen Geist und Sei­nen Gaben beschenkt
    („Weis­heit, Ver­stand, Rat, Stär­ke, Wis­sen­schaft, Fröm­mig­keit, Got­tes­furcht“, vgl. Jes 11,2–3)
    und uns einen „Instinkt“ für die Wahr­heit und das Gute verliehen.
    Die Mut­ter vom Guten Rat steht uns bei.
    Auch sind Sei­ne Engel aus­ge­sandt, uns zu behü­ten auf allen unse­ren Wegen (Ps 90,11f.).

    Den­noch müs­sen wir uns nach Kräf­ten um
    die „Unter­schei­dung der Gei­ster“ bemühen:
    „Gelieb­te, glau­bet nicht jedem Geist, son­dern prü­fet die Gei­ster, ob sie aus Gott sind“(1 Joh 4,1) ,
    und auch:
    „Prü­fet alles, das Gute behal­tet“ (1 Thess 5,21).
    Für die­se Prü­fung gibt es ver­schie­de­ne Maß­stä­be zu beachten.
    Sie entstammen:

    a) dem gesun­den Menschenverstand;
    b) der Hei­li­gen Schrift und der kirch­li­chen Lehre;
    c) der geist­li­chen Erfah­rung gro­ßer Hei­li­ger und bewähr­ter Christen;
    d) der Betrach­tung der Früchte.

    zu a)
    Weil die mensch­li­che Ver­nunft eine Gabe Got­tes ist und Er von uns nie­mals etwas Unver­nünf­ti­ges ver­langt (allen­falls etwas Über­ver­nünf­ti­ges, das aber der Ver­nunft nicht wirk­lich wider­spricht, son­dern sie nur überragt),
    des­halb kön­nen Leh­ren, Anre­gun­gen und Ein­ge­bun­gen, die offen­sicht­lich wider‑, irr- und wahn­sin­nig sind, nicht „von oben“ stammen.
    Das gilt auch für Stim­mungs­la­gen eines (pseudo-)religiösen Enthu­si­as­mus’, bei dem sich der Ver­stand ver­dun­kelt und der Sinn für die Wirk­lich­keit verlorengeht.

    zu b)
    Alles, was der katho­li­schen Glau­bens- und Sit­ten­leh­re direkt oder indi­rekt wider­spricht, kann nicht vom guten Geist stammen.
    Die Hei­li­ge Schrift schärft die­se Wahr­heit vor allem mit Blick auf den Glau­ben an Jesus Chri­stus ein: „Nie­mand, der im Geist Got­tes redet, sagt: Ver­flucht sei Jesus Chri­stus!“ (1 Kor 12,3), und: „Jeder Geist, der Jesus nicht bekennt (oder: „der Jesus auf­löst“), ist nicht aus Gott.“ (1 Joh 4,2) Mit Chri­stus ist Sei­ne Kir­che untrenn­bar ver­bun­den — zum Kir­chen­ver­fol­ger Saul spricht der Herr: „Saul, Saul, was ver­folgst du „mich“?“(Apg 9,4), und es gilt: „Wer euch hört, der hört mich.“ (Lk 10,16)
    Ein Wider­spruch zur Leh­re der Kir­che ist dem­nach ein Wider­spruch zu Jesus Chri­stus selbst und kann auf kei­nen Fall vom Geist Got­tes stammen.
    Beson­ders dort, wo die kon­kre­te, sicht­ba­re Gestalt der Kir­che, die Bedeu­tung ihrer Ämter und Sakra­men­te auf­ge­löst wer­den, ist der böse Geist am Werk, denn er liebt die fal­sche Ver­gei­sti­gung, die Ver­flüch­ti­gung, das Dif­fu­se und Nebulöse.

    zu c)
    Im Lau­fe der christ­li­chen Jahr­tau­sen­de ist ein gro­ßer Erfah­rungs­schatz zur Unter­schei­dung der Gei­ster angewachsen.
    Es muß also nicht jeder am Null­punkt beginnen! 

    - Der hei­li­ge Wüsten­va­ter Antonius
    unter­schei­det die Gei­ster vor allem anhand ihrer Wir­kun­gen in der Seele.
    Der Geist Got­tes bewirkt Ruhe, Sanft­mut, Stär­kung, Ermu­ti­gung, Freu­de, Fröh­lich­keit, Erleuch­tung und hei­li­ge Sehnsucht,
    der dämo­ni­sche Geist jeweils das Gegen­teil. (vgl. St. Atha­na­si­us, Leben des hl. Anto­ni­us, Kap. 25 ff.)

    - Der hei­li­ge Igna­ti­us von Loyo­la legt in sei­nem Exer­zi­ti­en­buch aus­führ­li­che und genaue Regeln zur Unter­schei­dung der Gei­ster dar.
    Er weist u.a. dar­auf hin, daß der Geist Got­tes die Men­schen guten Wil­lens ermu­tigt, beru­higt und trö­stet, hin­ge­gen die­je­ni­gen, die in Sün­de leben, beun­ru­higt und ermahnt;
    der böse Geist aber ver­fährt umge­kehrt: Beru­hi­gung und (Ver-)Tröstung der Lau­en und Sün­der, Beun­ru­hi­gung und Ent­mu­ti­gung der Eif­ri­gen (Regeln Nr.1 u. 2).
    – Igna­ti­us gibt wich­ti­ge Regeln wie die­je­ni­gen, daß gei­stig stre­ben­de Men­schen in der Zeit der Ver­wir­rung und Ent­mu­ti­gung nichts an ihren guten Vor­sät­zen und der ein­ge­schla­ge­nen Lebens­rich­tung ändern sol­len (Nr.5);
    daß man sich bei reli­giö­sem Hoch­ge­fühl demü­ti­gen und bei Nie­der­ge­schla­gen­heit mit dem Gedan­ken an die Gna­de auf­rich­ten soll (Nr.11); daß man dem bösen Angrei­fer mutig die Stirn zu zei­gen (Nr.12)
    und sei­ne Ein­flü­ste­run­gen gera­de dann, wenn er uns zur Geheim­hal­tung drängt, dem Beicht­va­ter auf­zu­decken hat (Nr.13); daß der Feind mei­stens dort angreift, wo unse­re schwäch­ste Stel­le ist.

    - Der Theo­lo­ge Johan­nes B. Sca­ra­mel­li zählt (in sei­ner „Anlei­tung zum mysti­schen Leben“) als
    Merk­ma­le der Ein­wir­kun­gen des bösen Gei­stes auf:
    Lüge; Eitel- und Ober­fläch­lich­kei­ten; auf­ge­putsch­te Phan­ta­sien; Trotz und Wider­spen­stig­keit; Nei­gung zum Über­maß im Guten; Unru­he, Ver­wir­rung und Trüb­sinn; offen­ba­rer Stolz oder fal­sche Demut;
    Ver­zweif­lung und Miß­trau­en oder fal­sche Selbst­si­cher­heit; Wil­lens­ver­här­tung und Unge­hor­sam; schlech­te Absicht bei den Hand­lun­gen; Unge­duld in Trüb­sa­len; Auf­ruhr der Lei­den­schaf­ten; Falsch­heit, Ver­stel­lung und Heu­che­lei; Anhäng­lich­kei­ten; Abwen­dung von der Nach­fol­ge Chri­sti oder fal­scher Eifer.

    zu d)
    Schluß­end­lich erwei­sen die Früch­te den guten oder schlech­ten Baum (Mt 7,16 ff.).
    Pau­lus stellt die Früch­te des Flei­sches denen des Gei­stes gegenüber:
    „Offen­kun­dig sind die Wer­ke des Flei­sches, näm­lich Unzucht, Unlau­ter­keit, Aus­schwei­fung, Göt­zen­dienst, Zau­be­rei, Feind­schaft, Zank, Eifer­sucht, Zorn, Hader, Zwi­stig­kei­ten, Par­tei­un­gen, Mord, Trun­ken­heit, Schlem­me­rei und dergleichen.
    Von die­sen Din­gen sage ich im vor­aus, was ich auch frü­her schon gespro­chen habe: Die sol­ches tun, wer­den das Reich Got­tes nicht erben.
    Die Frucht des Gei­stes aber ist: Lie­be, Freu­de, Frie­de, Geduld, Güte, Mil­de, Lang­mut, Sanft­mut, Treue, Mäßig­keit, Enthaltsamkeit,
    Keusch­heit.“ (Gal 5,19–23) “
    -

  4. Zu die­ser The­ma­tik hat sich Fran­zis­kus noch nicht medi­al wahr­nehm­bar geäu­ßert. Ich wür­de mich nicht wun­dern, wenn er hier­zu auch sei­ne „rich­tungs­wei­sen­den“ Ein­fäl­le hätte.

  5. „Wenn du einen Rosen­kranz trägst, hat der Teu­fel Kopfschmerzen.
    Wenn du ihn ver­wen­dest, bricht er zusammen.
    Wenn er dich beten sieht, fällt er in Ohnmacht.
    Lasst uns oft den Rosen­kranz beten, den jedes Mal wenn wir beten, wird er ohnmächtig.“

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