Bittere Wahrheit: Lebenserwartung der Deutschen liegt auf Drittweltniveau

Die vom Bevölkerungswissenschaftler Blangiardo veröffentlichte Statistik: Die Lebenserwartung von Männern in Italien: blau die offizielle statistische Lebenserwartung, rot die von Blangiardo errechnete tatsächliche Lebenserwartung unter Einrechnung der durch registrierte Abtreibungen getöteten ungeborenen Kinder. Unter Berücksichtigung einer geschätzten Dunkelziffer bei Abtreibungen fällt die Lebenserwartung unter 60 Jahre.(Rom) Obwohl im Westen eine immer höhe­re Lebens­er­war­tung der Men­schen gefei­ert wird, nähert sich die­se, laut dem Bevöl­ke­rungs­wis­sen­schaft­ler Gian Car­lo Blan­gi­ar­do, dem Niveau der Drit­ten Welt. Absurd? Es ist nur eine Fra­ge der Berech­nungs­grund­la­ge und dabei, so Blan­gi­ar­do, wer­de im Westen getrickst. Die Lebens­er­war­tung ist ein Durch­schnitts­wert, der sich aus den Gesamt­an­ga­ben errech­net. Wer­den vie­le Men­schen alt, steigt die errech­ne­te all­ge­mei­ne Lebens­er­war­tung, ster­ben vie­le Men­schen jung, etwa durch Krieg oder Seu­chen, sinkt der Durch­schnitts­wert.

Lebenserwartung in Jahren liegt in Deutschland offiziell bei 80,7 , in Uganda bei 54,1

Die Sta­ti­sti­ken des Westens erfas­sen nur die Lebend­ge­bo­re­nen und errech­nen aus deren Lebens­zeit die sta­ti­sti­sche Lebens­er­war­tung. In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land liegt die Lebens­er­war­tung der­zeit sta­ti­stisch bei 80,7 Jah­ren. In Ugan­da ledig­lich bei 54,1 Jah­ren. Doch laut Blan­gi­ar­do nähern sich die Wer­te die­ser bei­den Staa­ten in Wirk­lich­keit sta­ti­stisch gese­hen sehr an. Ugan­da hat eine mini­ma­le Abtrei­bungs­ra­te, weil die Ein­stel­lung zum Leben „gesund und natür­lich ist“, so der Bevöl­ke­rungs­wis­sen­schaft­ler. Nimmt man daher in Euro­pa nicht nur die Lebend­ge­bo­re­nen als Berech­nungs­grund­la­ge, son­dern berück­sich­tigt auch die gezeug­ten Kin­der, die bereits vor ihrer Geburt durch Abtrei­bung getö­tet wer­den, dann bricht die sta­ti­sti­sche Lebens­er­war­tung dra­ma­tisch ein und fal­le von über 80 Jah­ren auf unter 70. Nimmt man noch seriö­se Schät­zun­gen über die offi­zi­ell nicht regi­strier­ten Abtrei­bun­gen dazu, fal­le die Lebens­er­war­tung in meh­re­ren west­li­chen Staa­ten auf unter 60 Jah­re und bewe­ge sich damit in der Band­brei­te zwi­schen 50 und 60 Jah­ren wie Ugan­da.

Westen betreibt Selbstbetrug: demographische Lage dramatisch

Das sei kein fik­ti­ves Gedan­ken­spiel, so der Wis­sen­schaft­ler, son­dern nack­te Tat­sa­che. Die sta­ti­sti­schen Erhe­bun­gen in den west­li­chen Staa­ten ver­tu­schen die Rea­li­tät. Sie keh­ren die häu­fig­ste Todes­ur­sa­che samt den Toten unter den Tisch und haben für den Rest der Bevöl­ke­rung eine geschön­te Sta­ti­stik, die jedoch nur einen Teil der Wirk­lich­keit wider­spie­gelt. Die sta­ti­sti­sche Lebens­er­war­tung, die wir aus Ugan­da und ande­ren ver­gleich­ba­ren schwarz­afri­ka­ni­schen Staa­ten ken­nen, gibt ein tat­säch­li­ches Gesamt­bild wie­der. Jene Deutsch­lands oder Öster­reichs, wie ins­ge­samt der west­li­chen Staa­ten sei hin­ge­gen getürkt und ver­hin­de­re damit, daß die dra­ma­ti­sche Bevöl­ke­rungs­si­tua­ti­on erkenn­bar wer­de.

Der Westen zele­brie­re eine immer län­ge­re Lebens­er­war­tung. Das ent­spre­che dem Wunsch der Men­schen und sei ver­ständ­lich. Sor­ge berei­te sie nur den Finanz­mi­ni­stern, da die Pen­si­ons­zah­lun­gen exor­bi­tant stei­gen. Doch die Auf­zei­gung die­ses Zusam­men­han­ges sei im Well­ness­kult qua­si Tabu, die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der ein tota­les Tabu. Die Tabui­sie­rung ver­hin­de­re aber das Erken­nen der Zusam­men­hän­ge, etwa zwi­schen den bei­den genann­ten Aspek­ten und ande­ren damit zusam­men­hän­gen­den Eck­pfei­lern der Ent­wick­lung von Bevöl­ke­rung, Gesell­schaft, Wirt­schafts- und Sozi­al­ge­fü­ge.

Nur „Volk der Geborenen“ und „Volk der Ungeborenen“ ergeben einen wirklich realistischen Wert

Das „Volk der Unge­bo­re­nen“ und das „Volk der Gebo­re­nen“ gehö­ren zusam­men, nur so las­se sich die Gesamt­di­men­si­on der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung erfas­sen, die vor allem der Poli­tik die Infor­ma­tio­nen in die Hand gibt, um Ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen. Statt des­sen betrü­ge sich der Westen selbst, jon­glie­re mit Teil- statt Gesamt­zah­len und mer­ke durch Selbst­täu­schung nicht, daß er sich bei der Lebens­er­war­tung auf Dritt­welt­ni­veau bewegt, wäh­rend er demo­gra­phisch gegen­über der Drit­ten Welt längst ins Hin­ter­tref­fen gera­ten ist.

Es braucht einen „neuen Realismus“ in der Bevölkerungspolitik

Es brau­che, so Blan­gi­ar­do, einen „neu­en Rea­lis­mus, der die tat­säch­li­che Bevöl­ke­rungs­dy­na­mik erkennt“. Bei der sta­ti­sti­schen Erhe­bung der Lebens­er­war­tung geht es „um die Dau­er des Über­le­bens“ einer Per­son, wes­halb „rich­ti­ger­wei­se und zwangs­läu­fig Zeu­gung und Tod und nicht Lebend­ge­burt und Tod die eigent­li­chen Eck­pfei­ler der Berech­nungs­grund­la­ge dar­stel­len soll­ten“. Das wür­de eine „rea­li­sti­sche­re Sicht der Din­ge“ ermög­li­chen und den „unan­ge­brach­ten Tri­um­pha­lis­mus über eine stei­gen­de Lebens­er­war­tung dämp­fen“. Das wäre ein „heil­sa­mer Schock“, der, so ist sich Blan­gi­ar­do sicher, zu einer grund­le­gen­den Hal­tungs­än­de­rung füh­ren könn­te.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Avve­ni­re

1 Kommentar

  1. Ein wich­ti­ger Aspekt. Dar­über­hin­aus darf nicht ver­ges­sen wer­den, daß es in Deutsch­land ein plan­wirt­schaft­li­ches Gesund­heits­sy­stem gibt, was lei­der die dadurch bekann­ten Effek­te zei­tigt. Zwar macht der Idea­lis­mus vie­ler Beschäf­tig­ter eini­ges wett, doch kann alle Pro­pa­gan­da („bestes System“, „Deutsch­land füh­rend“ …) nicht über die Defi­zi­te und vor allem über die ver­ta­nen Chan­cen hin­weg­täu­schen.

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