Die Seidenschnur aus Freiburg. Erzbischof Zollitsch rät Tebartz van Elst zum Selbstmord

Erzbischof Zollitschs "Empfehlungen" an Bischof Tebartz-van Elstvon Peter Ste­phan

In frü­he­ren Zei­ten sand­ten die tür­ki­schen Sul­ta­ne hoch­ge­stell­ten Per­sön­lich­kei­ten, die sie zum Tode ver­ur­teilt hat­ten, eine Sei­den­schnur zu – stil­vol­ler­wei­se meist in einer klei­nen Schmuck­scha­tul­le. Nach Erhalt wur­de der Ver­ur­teil­te von einem Die­ner oder Sol­da­ten erdros­selt. Die­se Metho­de bot den über­aus gro­ßen Vor­teil, daß die Sul­ta­ne zur Siche­rung ihrer Herr­schaft Brü­der und Nef­fen aus dem Weg räu­men konn­ten, ohne deren könig­li­ches Blut zu ver­gie­ßen. Gele­gent­lich hat­te der Ver­ur­teil­te sogar die Mög­lich­keit, sich der Erdros­se­lung durch Sui­zid zu ent­zie­hen. Floss dabei Blut, so geschah dies auf Ver­ant­wor­tung des Betrof­fe­nen selbst.

Die Pra­xis, sich unlieb­sa­mer Per­so­nen durch Mord oder Auf­for­de­rung zum Selbst­mord zu ent­le­di­gen, ist in unse­rer heu­ti­gen Gesell­schaft deut­lich ver­fei­nert wor­den, gera­de auch in der nach­kon­zi­lia­ren ‚Lie­bes­kir­che‘, die mit beson­de­rem Grau­sen auf die schrecken­er­re­gen­den Prak­ti­ken der vor­kon­zi­lia­ren ‚Macht­kir­che‘ zurück­blickt. Mit Hexen­ver­bren­nun­gen, Inqui­si­ti­on und Gift­mor­den à  la Bor­gia will man nichts mehr zu tun haben. Ja, man instru­men­ta­li­siert die­se Grau­sam­kei­ten sogar regel­recht, um die Durch­set­zung eines völ­lig neu­en Kir­chen­bil­des zu begrün­den. Gro­be Fehl­deu­tun­gen und maß­lo­se Über­trei­bung der histo­ri­schen Fak­ten wer­den dabei bil­li­gend in Kauf genom­men. Schließ­lich geht es um einen guten Zweck.

Daß der Zweck alle Mit­tel hei­ligt, gera­de wenn es um das heh­re Ziel der eige­nen Herr­schafts­si­che­rung geht, haben nicht nur zahl­rei­che Bischö­fe, son­dern auch die Mit­ar­bei­ter in den Ordi­na­ria­ten, die Funk­tio­nä­re des ZdK, die Pfarr­ge­mein­de­rä­te und vie­le ande­re „enga­gier­te“ Katho­li­ken begrif­fen. Ihre Opfer sind vor allem glau­bens­treue Prie­ster und Ober­hir­ten, aber auch Anhän­ger des klas­si­schen Meß­ri­tus. Der ‚pro­gres­si­ve‘ Durch­schnitts­ka­tho­lik geht zu die­sen Per­so­nen auf Distanz, weil in der säku­la­ren Gesell­schaft als ver­nünf­tig und auf­ge­klärt gel­ten möch­te und sich daher eines authen­tisch geleb­ten und prak­ti­zier­ten Glau­bens (den er sel­ber man­gels reli­giö­ser Bil­dung meist gar nicht mehr erfasst oder ver­steht) schämt. Die Funk­tio­nä­re und höhe­ren Amts­trä­ger wie­der­um fürch­ten die Kri­tik der Medi­en – und damit auch die Schel­te der medi­en­hö­ri­gen poli­ti­schen Klas­se. Man möch­te wei­ter­hin in der Mit­te der Gesell­schaft ste­hen, sprich: dem gesell­schafts­po­li­ti­schen Estab­lish­ment ange­hö­ren – wie wei­land die Jeru­sa­le­mer Tem­pel­ari­sto­kra­tie.

Nichts wäre für das Gros des deut­schen Epis­ko­pats uner­träg­li­cher, als bei einem Emp­fang im Bun­des­kanz­ler­amt auf die Juden­für­bit­te der Alte Mes­se, die Ver­schwen­dungs­sucht eines Amts­bru­ders oder die rück­stän­di­gen Ansich­ten des Pap­stes ange­spro­chen zu wer­den. Da kann die Sekt­lau­ne schnell ver­ge­hen. Und schnell könn­te ein Flä­chen­brand ent­ste­hen. Vor eini­gen Jah­ren, im Fall Mixa, ging es noch um 40.000 Euro, die in einen Pira­ne­si-Stich (fehl-)investiert wor­den waren. In der Cau­sa Tebartz van Elst nimmt man bereits Anstoß an 30 Mil­lio­nen für ein Diö­ze­san­zen­trum mit Zwei­ein­halb­zim­mer­woh­nung, das von den Medi­en erfolg­reich zur bischöf­li­chen Protz­re­si­denz umin­ter­pre­tiert wor­den ist. Was kommt als näch­stes? Die vie­len Mil­lio­nen, die der ehe­ma­li­ge Erz­bi­schof Robert Zollitsch sei­ner­zeit in die völ­lig unsin­ni­ge und selbst­herr­li­che Umge­stal­tung sei­nes Mün­sters gesteckt hat – was die Frei­bur­ger so ver­är­gert hat, daß seit­her die Spen­den für den reno­vie­rungs­be­dürf­ti­gen Mün­ster­turm feh­len? Die fast 20 Mil­lio­nen, die sich Kar­di­nal Marx den Kauf und Umbau sei­ner römi­schen Zweit­re­si­denz hat kosten las­sen? Die 40 Mil­lio­nen, die Geb­hard Fürst für ein Diö­ze­san­zen­trum in Rot­ten­burg aus­ge­ge­ben hat – einen Bau, der im Unter­schied zur archi­tek­to­nisch höchst gelun­ge­nen Lim­bur­ger Vika­rie den Charme einer zu groß gera­te­nen Kreis­spar­kas­se ver­sprüht? Und wie sieht es aus, wenn erst ein­mal die Mil­lio­nen the­ma­ti­siert wer­den, die der deut­sche Gre­mi­en­ka­tho­li­zis­mus für eine völ­lig auf­ge­bläh­te Ver­wal­tung aus­gibt – oder für Insti­tu­tio­nen wie die BdkJ, deren Ziel mitt­ler­wei­le ein­zig dar­in besteht, die Kir­che von innen her aus­zu­höh­len und all das zu zer­stö­ren, was Genera­tio­nen hier­zu­lan­de in andert­halb Jahr­tau­sen­den auf­ge­baut haben? Steht nicht zu befürch­ten, daß man am Ende aus der Hei­me­lig­keit des deut­schen Kir­chen­steu­er­pa­ra­die­ses ver­trie­ben wird? Welch eine grau­en­haf­te Vor­stel­lung, wenn Bischö­fe künf­tig ihre Mahl­zei­ten aus Pil­zen zube­rei­ten müs­sen, die sie sel­ber im Wald gesam­melt haben! Jedoch nicht, um damit wie Bischof Jasch­ke in einer Talk­show demuts­voll zu koket­tie­ren, son­dern um wirk­lich satt zu wer­den? Wenn der deut­sche Kle­rus sei­ne Beschei­den­heit nicht mehr durch die teu­re Umge­stal­tung von Altar­räu­men und die Anschaf­fung neu­er Para­men­te demon­strie­ren kann, son­dern gezwun­gen ist, auf die bestehen­den (Hoch-)Altäre und die alten Mess­ge­wän­der (die meist unend­lich schö­ner sind) zurück­zu­grei­fen?

Um die­sem Unge­mach zu ent­ge­hen, haben sich füh­ren­de Ver­tre­ter der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz zu einem wei­te­ren Bau­ern­op­fer ent­schlos­sen. Nach Wal­ter Mixa ist nun Tebartz van Elst an der Rei­he. Wie zu Zei­ten der Sul­ta­ne geht es dar­um, die eige­ne Herr­schaft zu sichern, indem man sich eines lästi­gen Bru­ders ent­le­digt. Natür­lich geschieht dies nicht mehr durch die Über­sen­dung einer Sei­den­schnur. Die nach­kon­zlia­re Lie­bes­kir­che bevor­zugt den Ruf­mord, den sie nach alt­be­währ­tem Muster im Schul­ter­schluß mit kir­chen­feind­li­chen Medi­en prak­ti­ziert. Daß Tebartz nach allem, was all­mäh­lich zuta­ge tritt, als Bischof nicht mehr trag­bar ist, ist das eine. Das ande­re ist jedoch die Art und Wei­se, wie er syste­ma­tisch dämo­ni­siert und öffent­lich hin­ge­rich­tet wird. Das Aus­maß die­ser mani­pu­la­ti­ven und ver­leum­de­ri­schen Het­ze hat längst das Niveau des ‚Stür­mers‘ oder des ‚Völ­ki­schen Beob­ach­ters‘ erreicht. Hexen­jagd, Inqui­si­ti­on und Bor­gia-Intri­gen fei­ern – in neu­em Gewan­de – fröh­li­che Urständ.

Und als wäre das nicht genug, hat Robert Zollitsch vor eini­gen Tagen nach­ge­legt. In aller Öffent­lich­keit stell­te er wört­lich fest: „Ich kann mir nicht vor­stel­len, daß ich da wei­ter­le­ben könn­te.“ Selbst­ver­ständ­lich tat er das in einem Unter­ton, der sei­ne Sor­ge um den gestrau­chel­ten Mit­bru­der zum Aus­druck brin­gen soll­te. Doch lohnt es sich, auf den genau­en Sinn der Wor­te zu ach­ten. Zollitsch sag­te nicht: „Ich kann mir nicht vor­stel­len, so wei­ter­zu­le­ben.“ Das Wört­chen „so“ hät­te sich auf die Art und Wei­se der Lebens­füh­rung bezo­gen und die Mög­lich­keit einer Kor­rek­tur zum Aus­druck gebracht. Man kann sich besin­nen, umkeh­ren und auf ande­re Wei­se wei­ter­le­ben. Das Wört­chen „da“ hin­ge­gen meint in die­sem Kon­text einen Zeit­punkt, ab dem eine neue, eine unum­kehr­ba­re Situa­ti­on ent­steht – eine Situa­ti­on, die Tebartz in der Dik­ti­on von Zollitsch ein Wei­ter­le­ben unmög­lich macht. Viel­leicht kennt Zollitsch nicht den Bedeu­tungs­un­ter­schied zwi­schen einem Modal- und einem Tem­po­ral­satz, aber als Vor­sit­zen­der der Bischofs­kon­fe­renz soll­te er sei­ne Wor­te sorg­fäl­ti­ger wäh­len. Mit dem, was er sag­te, hat er sei­nem Bru­der im Amt letzt­lich die Sei­den­schnur zukom­men las­sen, wobei der besorg­te Unter­ton der Schmuck­scha­tul­le gleicht, in der die Schnur ver­bor­gen ist.

Aller­dings soll­ten Zollitsch und die übri­gen Funk­tio­nä­re des Gre­mi­en­ka­tho­li­zis­mus sich vor­se­hen. Das deut­sche Kir­chen­steu­er­sy­stem hängt ins­ge­samt am sei­de­nen Faden. Und anders als die für Erdros­se­lun­gen ver­wen­de­ten Sei­den­schnü­re könn­te die­ser in nicht all­zu fer­ner Zukunft rei­ßen. Das jour­na­li­sti­sche Rudel hat längst Blut geleckt. Die den Wöl­fen abge­schau­te Tak­tik, ein schwa­ches Tier aus der Her­de zu iso­lie­ren, um es dann zu rei­ßen, hat sich bewährt. Lang­fri­stig wird jeder Bischof mit dezi­diert katho­li­schem Pro­fil erlegt wer­den. Die Stra­te­gie der übri­gen Her­den­mit­glie­der, die eige­ne Haut zu ret­ten, indem man den ande­ren den Wöl­fen aus­lie­fert, wird nicht auf­ge­hen.

Und wer weiß! Viel­leicht wird es eines Tages sogar dahin kom­men, daß bei Bischofs­er­nen­nun­gen die Bild­zei­tung als die neue vox popu­li eine Drei­er­li­ste erstellt, aus wel­cher – nach einem Eig­nungs­ge­spräch beim ZdK – der Spie­gel einen Kan­di­da­ten ernennt. Die­ser wird dann von der Bun­des­kanz­le­rin offi­zi­ell ernannt – und kann von ihr not­falls auch wie­der abge­setzt wer­den. Die Zusen­dung von Sei­den­schnü­ren wird dann end­gül­tig der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren.

Prof. Dr. Peter Ste­phan hat Geschich­te, Kir­chen­ge­schich­te und Kunst­ge­schich­te stu­diert und ist apl. Pro­fes­sor für Kunst­ge­schich­te an der Uni­ver­si­tät Frei­burg im Breis­gau. Zugleich lehrt er als Pro­fes­sor für Archi­tek­tur­theo­rie an der Fach­hoch­schu­le Pots­dam.

Bild: Wiki­com­mons (Mon­ta­ge Katholisches.info)




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34 Kommentare

  1. Sehr guter Arti­kel! Sehr gut ana­ly­siert! Um die Arti­kel hier bin ich echt so froh! Wahn­sin­nig gut geschrie­ben und auf einem sehr guten Niveau. Und end­lich mal kla­re Wor­te!

    Zum letz­ten Absatz: Dann sind die Pius-Brü­der aber schön längst eine eige­ne Kir­che und ich bin dann auch schon bei den Pius-Brü­dern, aber ganz sicher.

    Es hängt viel an der staat­li­chen Orga­ni­sa­ti­on der Kir­chen­steu­er. Und die wird fal­len — frü­her oder spä­ter, da bin ich mir sicher. Und ich bin abso­lut dafür. Ich bin dafür, dass die Katho­li­ken ihre Kir­chen­steu­er zukünf­tig an die Kir­che selbst zah­len und dass der Kle­rus von der Kir­che selbst bezahlt wird. Dann ist end­lich mal klar, dass es um den katho­li­schen Glau­ben geht und wer den nicht haben will, muss halt gehen.

    • Ich möch­te mich da der Kirch­gän­ge­rin anschlie­ßen. Ich habe die Hetz­jagt gegen Herrn Bischof van Elst immer kri­tisch zuge­se­hen. Hier fin­det man end­lich objek­ti­ve Arti­kel, die selbst in Radio Vati­kan und in den Kir­chen­zei­tun­gen ver­schwun­den waren.
      Übri­gens wirkt auf mich das Gebäu­de in Rot­ten­burg wie eine Vogel­in­sel, die abso­lut depla­ziert und nicht der Umge­bung ange­passt da steht. Lim­burg ken­ne ich lei­der nur vor dem Umbau und das war wahr­lich nicht ein­la­dend.

    • Kirch­gän­ge­rin,

      Die FSSPX ist kei­ne eige­ne Kir­che !!
      Sie macht nur das wei­ter, was die wah­re Kir­che unse­res Herrn 1970 Jah­re immer
      gemacht hat. Sie hält an der Wahr­heit fest ist des­halb die Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart
      und Zukunft der wah­ren Römisch Katho­li­schen Kir­che.

  2. HW Prof. May hat noch VOR der Papst­wahl im März fol­gen­des, gera­de auch den treff­li­chen Arti­kel unter­strei­chen­den, Inter­view gege­ben:

    -
    „Die pro­gres­si­sti­schen Theo­lo­gen haben die Glau­bens- und Sit­ten leh­re der Kir­che zer­setzt und ihre Ord­nung zer­stört. Die schwa­chen Bischö­fe aber haben sie gewäh­ren las­sen und
    füh­ren Dia­lo­ge mit jenen, die zum offe­nen Unge­hor­sam auf­ru­fen.
    Wenn in den genann­ten Per­so­nen­grup­pen nicht Reme­dur geschaf­fen wird, sind alle Appel­le und Beschwö­run­gen zweck­los.

    Der neue Papst soll­te auch erken­nen, daß die fort­wäh­ren­den Rufe nach stär­ke­rer Betei­li­gung der Frau­en an kirch­li­chen Lei­tungs­auf­ga­ben von der Wur­zel her ver­fehlt sind.
    Der Kir­che wird nicht auf­ge­hol­fen durch Ver­meh­rung der Ordi­na­ri­ats­rä­tin­nen und der Theo­lo­gie­pro­fes­so­rin­nen, son­dern durch opfer­be rei­te Müt­ter, die einer zahl­rei­chen Kin­der­schar das Leben schen­ken. Die absur­de For­de­rung nach Spen­dung sakra­men­ta­ler
    Dia­ko­nats wei­hen an Frau­en ist ein für alle mal abzu­wei­sen.

    Die viel­fäl­ti­gen Grün­de des Prie­ster­man­gels, die ich für die deut­schen Ver­hält­nis­se
    in „Theo­lo­gi­sches“ (2009, Sp. 98–115) auf­ge­zeigt habe, müs­sen ent­schie­den ange­gan gen wer­den. Sie sind von Men­schen gemachtund kön­nen von Men­schen beho­ben wer­den

    Die ent­halt­sa­me Lebens­form des Prie­sters ist unein­ge schränkt auf­recht­zu­er­hal­ten.
    Das Geschwätz von „ande­ren Zugän­gen“ zum Prie­ster­tum ist end­lich zu unter­bin­den.

    Der neue Papst steht vor der Auf­ga­be, den glau­bens müden katho­li­schen Chri­sten
    Sinn und Not­wen­dig­keit der Mis­si­on wie der deut­lich zu machen.
    Das ver­wa­sche­ne Gere­de von der Heils mög­lich­keit der Nicht­chri­sten ist durch die kla­re Ver­kün­di­gung Jesu und der Apo­stel zu erset­zen. Unser Auf­trag ist und bleibt, die gesam­te Mensch­heit in der Kir­che Chri­sti zu ver­sam­meln.

    Ich bin mir nicht sicher, daß die­ser Pro­zeß von dem neu­en Papst auf­ge­hal­ten wer­den kann.
    Ich war­ne vor unbe­grün­de­tem Opti­mis­mus. Es kann noch schlim­mer wer­den.

    Was die gro­ße Mehr­heit der Getauf­ten begehrt, ist eine anspruchs­lo­se Glau­bens­leh­re
    und eine bil­li­ge Sit­ten­leh­re. Alles, was For­de­run­gen an das Den­ken und den Lebens­wan­del stellt, soll abge­schafft wer­den. Die Mas­se der Katho­li­ken läßt sich von der Hier­ar­chie nichts mehr sagen, was gegen ihre Wün­sche und Bedürf­nis­se geht.

    Wir müs­sen erstens den Glau­ben ohne Abstri­che und Kon­zes­sio­nen fest­hal­ten. Den Halt bie­tet die Tra­di­ti­on der Kir­che.

    Jetzt ist kei­ne Zeit für Syn­oden, Dia­log­pro­zes­se und Katho­li­ken­ta­ge, denn alle die­se Erschei­nun­gen sind will­kom mene Platt­for­men für die System­ver­än­de­rer. Nicht mit Reden und Mehr­heits­be­schlüs­sen wird der Kir­che auf­ge hol­fen, son­dern allein mit Taten, die vor Gott bestehen kön­nen. Wir kön­nen auch aus der Kir­chen­ge­schich­te ler­nen, daß man mit der Herr schaft über die Medi­en ein gan­zes Volk umkrem­peln kann.

    Es war eine Groß­tat Bene­dikts, den Zugang zu der vor­ko­zi­lia­ren Lit­ur­gie wenig­stens für alle Gut­wil­li­gen wie­der erschlos­sen zu haben. Er hat sich damit um den Got­tes­dienst der Kir­che in hohem Maße ver­dient gemacht. Der Lohn für die­se Tat waren Rügen von sei­ten der Pro­gres­si­sten aller Rän­ge.

    Des­we­gen ste­hen wir nach dem Kon­zil vor einem Scher­ben­hau­fen. Die­se Ver­samm­lung mit all ihrem Auf­wand hat kei­nen ein­zi­gen katho­li­schen Chri­sten gläu­bi­ger, fröm­mer und sit­ten­rei­ner gemacht. Wohl aber hat sie die weit ver­brei­te­te Ansicht auf­kom­men las­sen,
    der Weg zum Him­mel­reich sei ein Spa­zier­gang.

    Eine Erneue­rung der Kir­che kann es nur geben, wenn sie sich vom Pro­te­stan­tis­mus ein­deu­tig absetzt, denn der Pro­te­stan­tis­mus ist das Prin­zip der Auflösung.Die Kir­che braucht­kei­nen Öku­me­nis­mus. Für den Ver­kehr mit Anders­gläu­bi­gen hat sie das Gebot der Näch­sten­lie­be.

    Für uner­läß­lich hal­te ich die vol­le Inte­grie­rung der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.
    Die ver­hei­ßungs­vol­le Initia­ti­ve Bene­dikts XVI. ist nicht zu einem Ende gekom­men.
    Es ist zu hof­fen, daß es dem neu­en Papst gelingt, die Resti­tu­ti­on her­bei­zu­füh­ren.
    Wir brau­chen die Prie­ster der Bru­der­schaft.

    Ich hal­te es nicht für aus geschlos­sen, daß der neue Papst Anpas­sung und Nach­ge­ben als geeig­net ansieht, der Kri­sen­si­tua­ti­on der Kir­che zu begeg­nen.
    Wenn ich an die Mehr­heit der deut­schen Bischö­fe den­ke, kann man nur besorgt sein, falls ihre Ein­stel­lung sich im Kar­dinalskollegium durch­setzen könnte.Aber wie immer die Papst­wahl aus gehen mag:
    Ich kann mich schon seit lan­gem nicht des Ein­drucks erweh­ren, daß es einem Men­schen nicht gelin­gen kann, die chao­ti­schen Ver­hält­nis­se in wei­ten Tei­len der Kir­che zu über­win­den.
    Ich fürch­te, daß Gott selbst eingrei­fen muß, um sei­ne Kir­che oder den Rest, der dann übrig blei­ben wird, zu ret­ten. Wie und wann dies gesche­hen wird, ist sei­nem Rat­schluß zu über las­sen.“
    -

  3. Bei unse­ren Bischö­fen, von weni­gen Aus­nah­men abge­se­hen, ist nur gerin­ge Mär­ty­rer-Bereit­schaft aus­zu­ma­chen.
    Sei es, dass sie wirk­lich zeit­ge­mäß den­ken, sie sich pro­blem­los in das heu­ti­ge Lebens­ge­fühl ein­fü­gen und des­halb Mär­ty­rer-Tugen­den gar nicht von­nö­ten sind.
    Oder aber, weil sie schon eini­ge Male Gele­gen­heit hat­ten, zu beob­ach­ten, wie es medi­al öffent­lich­keits­wirk­sam jenen ergan­gen ist, die par­tout den katho­li­schen Glau­ben ver­kün­det und danach gelebt haben, es zumin­dest ver­such­ten.
    Da stellt man sich doch lie­ber gut mit den Kräf­ten, die das öffent­li­che Kli­ma bestim­men und die Mei­nung der Massen beein­flus­sen.
    Ein Bischof, etwas leicht­fer­tig im Geld­aus­ge­ben, aber anson­sten recht fromm, stört da nur.
    Ich könn­te mir schon vor­stel­len, dass sich eini­ge Bischö­fe ihres Amts­bru­ders schä­men und den­ken: „Ach, gäbe es ihn doch nicht!“
    Aber wahr ist auch, dass Bischof Tebartz-van Elst dem Anse­hen der katho­li­schen Kir­che enorm gescha­det hat, natür­lich nicht mit Absicht, aber durch sei­nen erkenn­bar guten Geschmack.

  4. „Und als wäre das nicht genug, hat Robert Zollitsch vor eini­gen Tagen nach­ge­legt. In aller Öffent­lich­keit stell­te er wört­lich fest: „Ich kann mir nicht vor­stel­len, daß ich da wei­ter­le­ben könn­te.“

    Geht mir doch genau­so Mon­si­gno­re Zöl­litsch. Auch ich muß im Glau­ben wei­ter­le­ben trotz oder gera­de wegen der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz. Wich­tig ist das man den Hei­li­gen Geist nicht mit dem all­mäch­ti­gen deut­schen Kir­chen­steu­er­geist ver­wech­selt. Dar­auf kommt es an. Da geht man auch nicht in die Irre. Übri­gens habt ihr zu den Refor­ma­ti­ons­fei­er­lich­kei­ten 2017 auch die Mut­ter Got­tes von Fati­ma ein­ge­la­den? Sie hat auch ein Jubi­lä­um. Oder fin­den wir sie mühe­voll an einem Kat­zen­tisch wie­der. Wie dem auch sei. „Herr dein Wil­le wird gesche­hen“ und das ist für mich wie Weih­nach­ten und Ostern zusam­men.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  5. Es ist erschreckend, wie weit man sich von der Moral des Evan­ge­li­ums ent­fer­nen kann und dabei immer noch Vor­sit­zen­der der Deut­schen Bischof­kon­fe­renz bleibt. Und dann all die­se unge­heu­er­li­chen Vor­ver­ur­tei­lun­gen, bevor die Hin­ter­grün­de die­ser gan­zen Affä­re auch nur ansatz­wei­se geklärt sind!

  6. Für den Neu­bau des Ordi­na­ri­ats in Rot­ten­burg muß­te eine barocke Kir­che abge­ris­sen wer­den. Dar­in zeigt sich die Lie­be zur Tra­di­ti­on.

    • Habe hier einen Blöd­sinn wei­ter­ge­ge­ben. Die barocke Kir­che wur­de schon vor 200 Jah­ren abge­ris­sen. Bit­te um Ent­schul­di­gung für die Fehl­mel­dung.

  7. Barm­her­zig­keit ist ein Wort, das der Papst oft im Mun­de führt.
    Jetzt ist der Lim­bur­ger Bischof in Rom. Hat sich der barm­her­zi­ge Vater des gestrau­chel­ten Soh­nes ange­nom­men, ihn ange­hört, ihm eine Audi­enz gewährt? Nein, sagt die Pres­se, — wenn es denn stimmt, was die Pres­se schreibt. ???

    • Natür­lich hat er einen Ter­min für eine Audi­enz erhal­ten. Habe ich heu­te mor­gens im Radio gehört.

  8. Ich habe einen Satz nicht ver­stan­den, und zwar den: „Daß Tebartz nach allem, was all­mäh­lich zuta­ge tritt, als Bischof nicht mehr trag­bar ist, ist das eine.“ War das auch so gemeint. Es trat z.B. zuta­ge, dass der Bau beim Vati­kan ange­mel­det war und nicht, wie erstun­ken und erlo­gen, in 5‑Mil­lio­nen-Pake­ten so zer­stückelt war, dass die­se kei­ner Anmel­dung bedurf­ten. Sag­te nicht der Groß­in­qui­si­tor höchst­per­sön­lich, dass es sich um ein sich selbst tra­gen­des Lügen­ge­bäu­de han­delt?

    • Auch mir ist die­ser — in einem anson­sten ordent­li­chen Refe­rat — inhalt­lich völ­lig unbe­grün­de­te Satz auf­ge­fal­len.

  9. Geld­strei­tig­kei­ten gab es frü­her auch schon. In einem Rei­se­füh­rer wird berich­tet, daß der Abt vom Klo­ster Schus­sen­ried aus dem Amt gejagt wur­de, weil die Bau­ko­sten für die Kir­che in Stein­hau­sen in astro­no­mi­sche Höhen gestie­gen waren.
    Der Bau­mei­ster war Domi­ni­kus Zim­mer­mann, einer der geni­al­sten Archi­tek­ten des Barock, die Kir­che von Stein­hau­sen gilt heu­te als die „schön­ste Dorf­kir­che der Welt“.

  10. Zum Vor­wurf First- oder Busi­ness-Class. Nun ist es zunächst nicht die Schuld des Bischofs, dass ihm die Kir­che offen­bar nur Busi­ness Class zahlt. Ein gei­sti­ges Ober­haupt eines der 27 deut­schen Bis­tü­mer nicht auto­ma­tisch First Class flie­gen zu las­sen, ist eine gro­be Belei­di­gung des Bischofs.
    Wer soll denn dann noch First Class flie­gen, wenn nicht ein Ober­haupt!

    Der Bischof hat laut Wiki­pe­dia die Busi­ness Class mit pri­vat gesam­mel­ten Bonus­mei­len zur First Class auf­ge­bes­sert, damit er aus­ge­schla­fen in Indi­en ankommt. Was geht das den Spie­gel an, wenn er pri­vat ein Upgrade macht; die Kir­che, also der Steu­er­zah­ler, hat für ihn Busi­ness Class bezahlt, und wo der Bischof pri­vat was drauf zahlt, da hat der Spie­gel sei­ne Nase nicht hin­ein­zu­stecken. Der Steu­er­zah­ler hat für ihn Busi­ness Class bezahlt, und der Rest hat den Spie­gel nicht zu inter­es­sie­ren.

    Des­we­gen ist es so ver­kehrt auch nicht, wenn er sagt, er sei Busi­ness Class geflo­gen, denn das hat für ihn die Kir­che bezahlt. Dass er das Gesag­te aber nicht mehr wuss­te, hal­te ich für nor­mal, weil er sich wahr­schein­lich nicht gemerkt hat, was er gesagt hat, son­dern was er wäh­rend­des­sen gedacht hat; und gedacht könn­te er sich Fol­gen­des haben: „Haut doch end­lich ab, ihr Zecken!“

    Wenn der Spie­gel den Bischof etwa über den Inhalt der Mis­si­on gefragt hät­te, wäre das nor­mal; ihn aber zu fra­gen, wo er geschla­fen hat, ist pri­mi­tiv­ste Yel­low Press mit der ein­zi­gen Absicht, ihn in Wider­sprü­che zu ver­wickeln.

    Wenn der Deut­sche noch einen Respekt gegen­über einem Bischof hät­te (fällt natür­lich nach der Lit­ur­gie­re­form schwer), wür­de er es für eine Selbst­ver­ständ­lich­keit hal­ten, dass ein Bischof First Class fliegt, und der Bischof müss­te sich nicht schä­men, das zu sagen, zu sagen stan­des­ge­mäß geflo­gen zu sein. Aber da die­ser Respekt nicht mehr vor­han­den ist, will er halt beto­nen, dass er den Steu­er­zah­ler nicht mehr als „üblich“ geko­stet hat und will lie­ber ver­schwei­gen, sich einen klei­nen pri­vat finan­zier­ten Luxus gegönnt zu haben, um die (nicht-pri­va­te!) kirch­lich-öffent­li­che Arbeit nicht mit gäh­nen­dem Mund bewerk­stel­li­gen zu müs­sen.

  11. Dan­ke für die­se gute Ana­ly­se!

    Aus öster­rei­chi­scher Sicht wäre noch zu ergän­zen, daß der staat­li­che Rund­funk (auch „Rot­funk“ genannt) die­ser Tage sogar in den Haupt­nach­rich­ten in der Mit­tags­zeit auf Radio Ö 1 gegen Bischof Treb­artz-van Elst gehetzt hat. Von objek­ti­ver Bericht­erstat­tung kann gar kei­ne Rede sein.

    Daß die Diö­ze­se Lim­burg in der öster­rei­chi­schen Poli­tik kei­ne Rol­le spielt und daß die genann­ten Sum­men eine Lap­pa­lie sind (wenn man sich vor Augen führt, was die Stadt Wien und ande­re österr. Kom­mu­nen an Steu­er­geld ver­zocken, bzw. für wel­chen Schwach­sinn die österr. Diö­ze­sen Kir­chen­bei­trags-Geld hin­aus­wer­fen), ist für das trans­na­tio­na­le Hetz-Koor­di­na­ti­ons-Komi­tee uner­heb­lich. Hier wird ein Plan abge­ar­bei­tet.

    Die Dis­pro­por­tio­na­li­tät der Erre­gung über Bischof T. und des­sen angeb­li­che oder wirk­li­che Unta­ten ist gro­tesk. In die­sem Zusam­men­hang muß man Erz­bi­schof Zollitsch des Ver­ra­tes an einem Bischofs­kol­le­gen bezich­ti­gen. Äußerst schä­big.

  12. Lie­ber Bischof Treb­artz van Elst ich mag Bischö­fe die von die­ser Welt gejagt wer­den.
    „Denn wer die­se Welt liebt kennt denn Vater nicht“. Wenn Erz­bi­schof Zöl­litsch unter ihrer 30 Mil­lio­nen Schuld nicht mehr leben kann soll­ten sie das nicht ernst neh­men.
    Wich­tig ist das man glaubt das Chri­stus für unse­re Sün­den am Kreuz gestor­ben ist. Und Mon­si­gno­re Zöl­litsch was sagen sie dazu sie größ­ter Pro­phet nach der Offen­ba­rung.
    https://katholisches.info/2009/05/05/suhnetod-christus-gestorben-mit-oder-fur-uns-katholische-laien-und-priester-pfeiffen-zollitsch-zuruck/
    Lie­ber Bischof Ter­b­art van Elst ich dan­ke ihnen für die­ses.
    „Der neue Bischofs­sitz ver­fügt auch über einen Mari­en­gar­ten. Sei­ne Anla­ge hat 783.000 Euro geko­stet, wie die „Bild“-Zeitung berich­tet. Sie zitiert aus der Kosten-Auf­stel­lung des Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­rats des Bischöf­li­chen Stuhls.“
    Es ist eine Gna­de vor der „Köni­gin des Him­mels“ 783.000 Euro vor ihr aus­zu­ge­ben als einen Cent vor Theo­lo­gen die die Jung­frau­en­schaft der aller­se­lig­sten Jung­frau leug­nen. Hast du es ver­stan­den Zöl­litsch was ich mei­ne?
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  13. Das Wört­chen „da“ in der Äuße­rung von EB Zollitsch ist doch wohl ein Orts­ad­verb und meint „im Bis­tum Lim­burg“, was durch­aus ver­ständ­lich ist. Dass Zollitsch dem Bischof damit zum Selbst­mord rate, ist; gelin­de gesagt, eine bos­haf­te Unter­stel­lung,.

    • Natür­lich geht es nicht um eine kon­kre­te Auf­for­de­rung zum Selbst­mord. Was Zollitsch sagen woll­te, war wohl, dass er selbst, wäre er an der Stel­le des Tebartz von Elst, mit einer sol­chen Situa­ti­on nicht leben könn­te und zurück­tre­ten wür­de.
      De fac­to hat er aber etwas ande­res gesagt. Dass das Wört­chen „da“ orts­be­zo­gen ist, gibt der Kon­text nicht her, das hal­te ich wie­der­um für eine blau­äu­gi­ge Beschö­ni­gung (zumal eine Orts­an­ga­be seman­tisch kor­rekt „dort“ hei­ßen müss­te, da Zollitsch sei­nen Aus­spruch nicht in Lim­burg getä­tigt hat).
      Der Lap­sus des Herrn EB i. R. ist aber inso­fern viel­sa­gend, als sich ja vie­le inner­halb der Kir­che direkt oder indi­rekt an der der­zeit lau­fen­den Ruf­mord­kam­pa­gne betei­li­gen bzw. die­se schü­ren. Und wenn man sich Tebartz van Elst ansieht, dann sieht die­ser der­zeit wirk­lich so aus, als stün­de er schon halb im Grab. Man kann einen Mann auf unter­schied­li­che Wei­se fer­tig­ma­chen. Inso­fern ist der Aus­spruch von Zollitsch — unge­wollt — doch eine Auf­for­de­rung, end­lich abzu­tre­ten. Und als sol­ches darf man das — mit leicht sati­ri­scher Zuspit­zung — auch durch­aus sagen. Jeden­falls ist die­se Zuspit­zung harm­los im Ver­gleich zu den Schwei­ne­rei­en, die der­zeit in den Medi­en lau­fen.
      Zwei­tens:

      • Wer­ter @Seinsheim, dan­ke für die Klar­stel­lung, doch macht man es sich etwas zu ein­fach, woll­te man die­sen Arti­kel als Sati­re abtun. Zollitsch hat genau gewusst, was er da sagt, und es war eine Infa­mie. Auch Albert Schmid bestä­tig­te gegen­über der Pres­se, dass man den Bischof zum Rück­tritt oder.. gera­ten hät­te. Lesen Sie dazu den von @Horatio ver­link­ten Bericht von Feli­zi­tas Küb­le!

        • Sie haben völ­lig Recht, es ist eine Infa­mie von Zollitsch. Dass er aber wirk­lich zum Selbst­mord gera­ten hat, will ich nicht unter­stel­len. Wenn ja, wäre das mit das Übel­ste, was sich von einem Bischof den­ken lie­ße. Ich habe den Arti­kel ja auch nicht als Sati­re son­dern — die letz­te Pas­sa­ge — als leicht satri­sche Zuspit­zung bezeich­net. Das ist noch­mal was ande­res.

          • Ja, man will es nicht den­ken. Und unter­stel­len, möch­te ich auch nichts, aber wie Sie schon sagen: wer hören kann, der höre!

  14. Mir gefällt der Neu­bau in Lim­burg nicht, ich hal­te es nicht für ein gelun­ge­nes Werk, aber das ist Geschmacks­sa­che.
    Was mir aus­stößt, ist das gestör­te Ver­hält­nis zur Wahr­heit des Bischofs von Lim­burg — er ver­schwieg den enor­men Kosten­an­stieg. Und wer zahlt denn für die­se Bau­ten? Der Steu­er­zah­ler, rich­tig. Nicht nur die Katho­li­ken, son­dern alle Steu­er­zah­ler. Und die­se haben das Recht, infor­miert zu wer­den.

    Ich nei­de ihm auch nicht den Flug 1. Klas­se, obwohl Busi­ness Class auch gereicht hät­te, um erholt anzu­kom­men. Bes­ser wäre natür­lich Eco­no­my Class gewe­sen, aber man kann einem Bischof ja nicht zumu­ten, mit der nor­ma­len Bevöl­ke­rung in Kon­takt zu kom­men, die es sich nicht lei­sten kann, Busi­ness zu flie­gen und erholt am Ziel anzu­kom­men. Die Bonus­mei­len hät­te man bestimmt anders ein­set­zen kön­nen. Was aber ver­ges­sen wird vom Schrei­ber und den Kom­men­ta­to­ren ist, dass der Bischof eine eides­statt­li­che Erklä­rung abge­ge­ben hat, Busi­ness geflo­gen zu sein und kein Upgrade bekom­men zu haben.

    In der Ver­tei­di­gung des Bischofs wird ver­ges­sen, dass die­ser hier zwei Mal bewusst gelo­gen hat — und den Medi­en­be­rich­ten zufol­ge auch sei­ne Mit­ar­bei­ter zur Lüge ange­stif­tet hat. Wenn ein from­mer Mensch das tut, der so „hei­lig“ pre­digt, ist das umso ver­werf­li­cher.

    • „Und wer zahlt denn für die­se Bau­ten? Der Steu­er­zah­ler“ — nicht direkt! Es wur­de ja aus dem Ver­mö­gen des Bischöf­li­chen Stuhls finan­ziert, das, wenn ich das rich­tig ver­stan­den hab, ja z.T. noch auf Ent­schä­di­gun­gen aus dem Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluß zurück­geht (stimmt das?).
      Und, ja, zu lügen ist gar nicht gut; ande­rer­seits: wie kann es über­haupt dazu kom­men, daß sich jemand, erst­recht ein Bischof, für die Wahl sei­nes Trans­port­mit­tels bzw. die genau­en Umstän­de sei­nes Flugs „zu recht­fer­ti­gen“ hat (sofern kei­ner­lei straf­ba­re Hand­lung damit ver­bun­den), und vor wem? Und dazu auch noch eine eides­statt­li­che Erklä­rung abge­ben muß!? Abso­lut sur­re­al, das! — Höchst unklug, daß er über­haupt auf die dies­be­züg­li­che Fra­ge ein­ge­gan­gen ist bzw. sich hat „lin­ken“ und in die Defen­si­ve drän­gen las­sen und sich dann wohl ver­has­pel­te; natür­lich eine Steil­vor­la­ge für die lie­be Jour­nail­le … — es war ja kei­ne Lüge in wich­ti­ger Sache, gar ein ‚fal­sches Zeug­nis‘ gegen irgend jeman­den, nie­mand ist zu Scha­den gekom­men; also was soll das Gan­ze über­haupt? Die­se gan­ze ‚Affä­re‘ ist vor allem eines: ein Armuts­zeug­nis für die ‚wohl­in­for­mier­te deut­sche Medi­en­öf­fent­lich­keit‘! Oder auch: Eine wei­te­re „Num­mer aus dem Toll­haus“, ist jeden­falls mei­ne Mei­nung dazu. Und ganz schreck­lich: die­se beim ZDF schon lan­ge übli­chen, völ­lig unre­prä­sen­ta­ti­ven, mani­pu­la­ti­ven und abso­lut alber­nen „Pas­san­ten­fra­gen bzw. ‑state­ments“ in den ‚heu­te-Nach­rich­ten‘ sowie die ZWEI [!?] höchst infor­ma­ti­ven ‚ZDF-spe­zi­als‘ zu die­sem wirk­lich welt­be­we­gen­den „The­ma“ …
      … und zu der „Bericht­erstat­tung“ jenes Sen­ders über die­sen unsäg­li­chen Frei­bur­ger Vor­stoß bezügl. der Sakra­men­ten­dis­zi­plin sag ich am besten gar nichts …

    • Des­we­gen spricht der Arit­kel ja auch davon, dass der Bischof, nach allem, was all­mäh­lich zuta­ge tritt, nicht halt­bar ist. Den­noch ist die Art und Wei­se der media­len Het­ze wider­lich, weil sie sich ihrer­seits noch grö­ße­rer Lügen und Mani­pu­la­tio­nen bedient. Letzt­lich geht es den Medi­en nicht um die Falsch­aus­sa­ge und auch nicht um die 30 Mil­lio­nen — von denen ein guter Teil übri­gens in die vor­bild­li­che Sanie­rung höchst wert­vol­ler histo­ri­scher Bau­sub­stanz — vom 14. Jh. bis in vor­christ­li­che Zeit — geflos­sen ist. Es geht den Medi­en dar­um, einen glau­bens­treu­en Bischof fer­tig zu machen, es geht dar­um, ein deut­sches, obrig­keits­hö­ri­ges Staats­kir­chen­tum zu errich­ten, mit einem kastrier­ten Epis­ko­pat, der eine ähn­li­che gesell­schafts­po­li­ti­sche Mimi­kri voll­zieht wie es die EKD schon längst getan hat. Es geht dar­um, die katho­li­sche Kir­che so zu dis­kre­di­tie­ren, dass sie künf­tig kei­ne gesell­schafts­po­li­ti­sche Grö­ße mehr dar­stellt. Wer Augen hat, der sehe, wer Ohren hat, der höre!

      • Seins­heim, natür­lich ist die Het­ze der Medi­en wider­lich, aber die Medi­en wer­den doch im Fal­le Tebartz nur benutzt, den Medi­en ist doch der Lim­bur­ger Bischof im Grun­de voll­kom­men egal. Die­se voll­stän­dig über­zo­ge­ne Bericht­erstat­tung wird in Auf­trag gege­ben, von denen, denen der Bischof kir­chen­po­li­tisch im Wege steht. Wer füt­tert denn die Medi­en mit Insi­der­infor­ma­tio­nen, die selbst die inten­siv­ste jour­na­li­sti­sche Recher­che nicht ohne wei­te­res ans Licht brin­gen könn­te, wenn nicht die Leu­te aus dem unmit­tel­ba­ren Umfeld des Bischofs. Wer weist die­se an, das tun zu kön­nen, ohne ihren Job zu ris­kie­ren? War­um wohl lehnt sich die FAZ/S als bekann­te Leh­mann­sche Kampf­po­stil­le mit Dani­el Deckers als Leh­mann­schen Zer­be­rus wie­der ein­mal am wei­te­sten aus dem Fen­ster!? Die­se Zei­tung rui­niert für ein paar Sil­ber­lin­ge ihren einst­mals seriö­sen Ruf. Wie weit den Print­me­di­en doch das Was­ser bis zum Hal­se ste­hen muss! Natür­lich wird so etwas dann auch immer zum Selbst­läu­fer und jetzt haben die Medi­en ein The­ma für sich ent­deckt: Kir­che und Geld, die­se The­ma könn­te der DBK noch auf ihre schwar­zen Welt­bild-Pra­da-Schüh­chen fal­len. Die Gei­ster, die man rief, wird man mit­un­ter näm­lich nicht mehr los!

        • Kann ihnen nur bei­pflich­ten !

          Wenn „Spe­igel“, „Focus“ und nun lei­der auch die FAZ vor­ge­ben, für die „besorg­ten Katho­li­ken“ zu spre­chen, muss man sich vor Augen hal­ten, dass es denen in Sache Kir­che nur um EINES geht:

          « Écrasez l’Infâme ! »

          DAS ist deren stra­te­gi­sches Ziel. Von wegen „Trans­pa­renz“, „Glaub­wür­dig­keit“ etc. !

          • War­um läßt sich ein katho­li­scher Bischof über­haupt von einer Postil­le wie die „Bild“-Zeitung inter­view­en?
            Ich dach­te, das wäre nur das Niveau von Ex-Bun­des­prä­si­den­ten und Schla­ger­stern­chen.
            Womög­lich wird er noch neben go-go-Girls abge­bil­det um dem tum­ben Leser unbe­wußt was zu sug­ge­rie­ren.
            Wenn sich dann die ver­öf­fent­lich­te Mei­nung gegen ihn wen­det, muß er sich nicht wun­dern.
            Ein ordent­li­cher Tra­di­tio­na­list liest noch nicht ein­mal sol­che Schmier­blät­ter.
            Mein Mit­leid hält sich daher in Gren­zen.

        • Ich gebe ihnen punk­to Pres­se in allem Recht. Auch ich bin von der FAZ maß­los ent­täuscht, von den ande­ren Gazet­ten ohne­hin. Aber das schließt ja per se nicht aus, dass TvE auch Feh­ler gemacht hat. Die eidens­statt­li­che Falsch­aus­sa­ge war eine Rie­sen­dumm­heit (so wie damals die Lüge von Mixa). Und auch wenn der Bischof kein Mana­ger ist, trägt er für die Diö­ze­se doch so viel Ver­ant­wor­tung, dass er irgend­wann auf Dros­se­lung der Kosten hät­te drän­gen müs­sen, anstatt stän­dig mit neu­en Son­der­wün­schen zu kom­men. Da sehe ich schon einen Schwach­punkt — wie­wohl ich ihn sonst sehr geschätzt habe und sehr wohl weiß, dass er nicht für das fer­tig gemacht wird, was ich an ihm kri­ti­sie­re, son­dern eben für das, was ich an ihm schät­ze.

          • Wenn der Bischof Tebartz van Elst auf Dros­se­lung der Kosten gedrängt hät­te und auch anson­sten hyper­kor­rekt wäre, dann täte jetzt halt in der Zei­tung ste­hen „Geiz­kra­gen Bischof, Para­gra­fen­rei­ter und sprach­li­cher Haar­spal­ter, dem jede Locker­heit fehlt.….….….. und man wür­de ihm Zwangs­neu­ro­sen und Geiz und sonst­was unter­stel­len.

          • Das Heuch­le­ri­sche dar­an ist doch, dass auch in ande­ren Bis­tü­mern das glei­che abläuft, nur regt sich da nie­mand auf. Man kann mir doch nicht erzäh­len, dass Leh­mann oder Zollitsch Eco­no­my flie­gen oder nicht in satt­sam nach eige­nen Wün­schen aus­ge­stat­te­ten Bischofs­re­si­den­zen woh­nen. Nein, es wird hier krampf­haft ein Skan­dal erzeugt, der im Grun­de gar kei­ner ist. Und was in die­sem Zusam­men­hang kei­ner anspricht oder in sei­ne Über­le­gun­gen ein­be­zieht, ist die Tat­sa­che, das hier über Chur, Augs­burg und Lim­burg hin­aus Prä­ze­denz­fäl­le geschaf­fen wer­den. Es ist im Grun­de doch kein Bischof mehr sicher, von einer meu­tern­den Cli­que sei­nes Amtes ent­ho­ben zu wer­den. Da läuft doch etwas im Ansatz völ­lig falsch! Wenn Rom sich das wei­ter bie­ten lässt, dann kann es gleich die Aus­wahl von Bischö­fen den Orts­gre­mi­en über­las­sen. Aber das ist viel­leicht auch das lang­fri­sti­ge Ziel die­ser Kam­pa­gnen, und ein Papst der sich von der Log­gia vor dem „Volk“ ver­neigt und bit­tet, es möge Gott bit­ten, dass er sie seg­nen kön­ne, nun, dem erscheint eine sol­che Ent­wick­lung viel­leicht höchst nor­mal und will­kom­men.

  15. Recht haben Sie Herr Pro­fes­sor.
    Des­halb seit 15 Jah­ren kei­ne Kir­chen­steu­er mehr für die Nach­kon­zi­lia­ren.
    Spen­den nur noch für die Tra­di­ti­on.

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