Eklat: Kardinal Burke und Kurienerzbischof Pozzo verlassen während Sandro Magister-Referat den Saal

Summorum Pontificum: Tagungsband 2011 mit Eklat vorgestellt(Rom) Zu einem Eklat kam es in Rom bei der Vor­stel­lung des Tagungs­ban­des über das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum. Am ver­gan­ge­nen 10. Okto­ber wur­den an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Hei­li­ger Tho­mas von Aquin (Ange­li­cum) der Tagungs­band mit den gesam­mel­ten Refe­ra­ten der Drit­ten Tagung zu Summorum Pon­ti­fi­cum vor­ge­stellt, die 2011 statt­ge­fun­den hat­te. Mit Ray­mond Kar­di­nal Bur­ke, Pro­fes­sor Gio­van­ni Tur­co und dem Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster waren drei Refe­ren­ten vor­ge­se­hen.

Kar­di­nal Bur­ke erin­ner­te in sei­nem Refe­rat an die „wirk­li­chen Grün­de“, wes­halb Papst Bene­dikt XVI. 2007 das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum erließ: „um das Recht aller Gläu­bi­gen auf die­sen Ritus zu garan­tie­ren, und für die gegen­sei­ti­ge Berei­che­rung zwi­schen dem Neu­en und dem Alten.“ Man konn­te die Aus­füh­run­gen als Kri­tik an Papst Fran­zis­kus ver­ste­hen, der in sei­nem Civil­tà  Cat­to­li­ca-Inter­view die Beweg­grün­de Bene­dikts XVI. zur Gewäh­rung von Summorum Pon­ti­fi­cum her­un­ter­zu­spie­len und umzu­in­ter­pre­tie­ren ver­such­te.
Der Kar­di­nal erin­ner­te auch an das Lei­den Bene­dikts, das er auch in sei­nem Brief an alle Bischö­fe zum Aus­druck brach­te, mit der den Sinn und die Bedeu­tung des Motu pro­prio erklär­te. Ein Lei­den, das mit der Lit­ur­gie zusam­men­hing und mit den Ver­än­de­run­gen. Ein Lei­den, das der Kar­di­nal selbst im klei­nen und am gro­ßen Semi­nar mit­er­lebt und ver­spürt habe.

Kardinal Burke erinnerte an die „wirklichen Gründe“ für Summorum Pontificum

Gio­van­ni Tur­co, Ordi­na­ri­us für Poli­ti­sche Phi­lo­so­phie sprach über die Bedeu­tung von Summorum Pon­ti­fi­cum für das Recht eines jeden Gläu­bi­gen „auf Nicht-Abschaf­fung des über­lie­fer­ten Ritus“. Zudem ging er auf die schlam­pig-schnel­le Abschaf­fung des Lateins und sei­ne Über­set­zung durch die Lan­des­spra­chen ein und zeig­te Über­set­zungs­feh­ler auf, die regel­rech­ten dog­ma­ti­schen Irr­tü­mern ent­spre­chen.

Magister übte höfliche, aber harte Kritik an Entscheidungen von Papst Franziskus zur Liturgie

Schließ­lich hielt San­dro Magi­ster jenen Bei­trag als Vor­trag, über den Katholisches.info bereits berich­te­te (sie­he eige­nen Bericht Papst Fran­zis­kus und die Lit­ur­gie – „Rein funk­tio­na­ler Zugang“, Vor­be­hal­te gegen Tra­di­ti­on, Knie­schwä­che vor dem Herrn). Dabei ana­ly­sier­te Magi­ster auf kri­ti­sche Wei­se die bis­he­ri­gen Ent­schei­dun­gen von Papst Fran­zis­kus im Bereich der Lit­ur­gie: Das Zele­bra­ti­ons­ver­bot im alten Ritus für die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta, die Ent­las­sung aller fünf Con­sul­to­ren des Amtes für die päpst­li­chen lit­ur­gi­schen Fei­ern, die dem lit­ur­gi­schen Ver­ständ­nis Bene­dikts XVI. nahe­stan­den, die Wei­ge­rung, in der Hei­li­gen Mes­se nach den Wand­lungs­wor­ten anbe­tend die Knie­beu­ge zu machen, obwohl es Zere­mo­ni­en­mei­ster Gui­do Mari­ni von Papst­mes­se zu Papst­mes­se immer neu an den bei­den betref­fe­nen Stel­len hin­ein­schreibt und schließ­lich das Stopp für die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, die nicht wei­ter son­der­ba­re Son­der­for­men in der Hei­li­gen Mes­se des Neo­ka­techu­me­na­len Wegs über­prü­fen darf, wie es Bene­dikt XVI. ange­ord­net hat­te. Magi­ster äußer­te zudem die Mei­nung, daß der Papst mit allen „freund­lich“ sei, „außer mit den Tra­di­tio­na­li­sten“.

„Eklat bezeichnend für derzeit in Rom herrschendes Klima“

Wäh­rend des Refe­rats kam es zum Eklat. Als Magi­ster so offen sei­ne Kri­tik an Papst Fran­zis­kus äußer­te, stan­den Kar­di­nal Bur­ke und Kuri­en­erz­bi­schof Poz­zo auf und ver­lie­ßen den Saal. „Die Reak­ti­on von Kar­di­nal Bur­ke und Msgr. Poz­zo ist bezeich­nend für das der­zeit in Rom herr­schen­de Kli­ma“, so die Inter­net­sei­te Chie­sa e Post­con­ci­lio (Kir­che und Nach­kon­zils­zeit). „War es für die bei­den ein­fach Zeit oder gin­gen sie vor­sichts­hal­ber, wegen der höf­li­chen, aber har­ten Kri­tik Magi­sters an Papst Fran­zis­kus? Der Rück­zug eines Kar­di­nals wäh­rend eines wich­ti­gen Ereig­nis­ses ist etwas ekla­tan­tes. Alle Inter­pre­ta­tio­nen sind erlaubt“, so der spa­ni­scher katho­li­sche Blog­ger Fran­cis­co de la Cigo­ña.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Gio­va­ni e Tra­di­zio­ne

19 Kommentare

  1. War­um bei­de Prä­la­ten den Raum ver­lie­ßen sei dahin­ge­stellt.
    Ich kann die Kri­tik von Magi­ster sehr gut nach­voll­zie­hen und unter­schrei­be die­se auch.

  2. Zum The­ma Con­sul­to­ren. Bene­dikt hat das sel­be getan. Er hat die Leu­te Pie­ro Mari­nis alles Ent­las­sen und durch Hard­li­ner ersetzt. Wenn Gui­do Mari­ni nun Bischof wer­den wür­de, wäre es doch für alle das Beste, oder? Dem Hei­li­gen Vater gefal­len Mari­nis Mes­sen nicht und Mari­ni gefal­len die Mes­sen des Papsts nicht. Da wäre doch ein Bis­tum die beste Lösung.

    • Das ist kei­ne blo­ße Fra­ge des Geschmacks. Eine Hl. Mes­se folgt einer Regel. Zum Bei­spiel mit Wand­lungs­knie­beu­ge und dergl. Es steht dem Papst nicht zu, das über Bord zu schmei­ßen. Wie so vie­les. Ein Papast kann die zen­tra­len Din­ge des Glau­bens nicht aus den Angeln heben, ohne dass er sich damit selbst sei­nes Amtes ent­hebt — aber viel­leicht geht es ja dar­um? Viel­leicht soll ja end­lich das tota­le Bischofs­kol­le­gi­um gebo­ren wer­den. Das wäre auch ein Tier mit vie­len Köp­fen. Ja, war­um eigent­lich nicht?

    • Hä? Es geht bei der Bewah­rung des Geset­zes des Betens also um die per­sön­li­chen Vor­lie­ben des jewei­li­gen Pap­stes? Woll­ten Sie das sagen?

  3. Das Ver­hal­ten der bei­den Prä­la­ten ist sehr ver­ständ­lich und nach­voll­zieh­bar. Sie sind ja in eine pein­li­chen Situa­ti­on gebracht wor­den. Wenn man ihnen nun vor­wirft auf einer Ver­an­stal­tung gewe­sen zu sein, bei der man den Papst kri­ti­siert hat — man könn­te ihnen unter­stel­len, dass sie die Kri­tik tei­len. Eine dif­fe­ren­zier­te Wer­tung und Betrach­tung gibt es heu­te nicht mehr. Inso­fern könn­te es ein­fach Selbst­schutz gewe­sen sein.

    Man wird sich wun­dern: Die Zeit der frei­en Mei­nungs­äu­ße­rung in der Kir­che bricht mit dem neu­en Papst nicht etwa an, son­dern geht gera­de zuen­de. Wenn man bedenkt, wel­che Nar­ren­frei­heit bis heu­te die Kir­chen­kri­ti­ker und Unge­hor­sa­men in der — ach so bösen, zen­tra­li­sti­schen — Kir­che genos­sen haben, ohne jede Kon­se­quen­zen, dann bre­chen jetzt ande­re Zei­ten an.

    Jetzt wird es einen ande­ren Zen­tra­lis­mus geben. Den Kri­ti­kern der tra­di­tio­nel­len Sei­te wird man ein so offe­nes Kli­ma nicht zuge­ste­hen. Die Fein­de Got­tes und der Kir­che ken­nen kei­ne Barm­her­zig­keit, auch wenn sie die­ses Wort immer im Mund geführt und zu ihrer größ­ten Maxi­me erho­ben haben. Aber, den­ken wir uns nichts dabei, das ken­nen wir doch auch aus der Poli­tik. Die mode­ren, tole­ran­ten und frei­en Par­tei­en war­ten auch nur dar­auf, dass sie den Rest der Gesell­schaft mit ihrer Welt­an­schau­ung gän­geln kön­nen. Bei man­chen merkt man das sogar noch recht­zei­tig (Stich­wort „Ver­bot­s­par­tei“).

  4. in Rom herrscht seit der Macht­über­nah­me der Kräf­te wel­che Fran­zis­kus miss­brau­chen um den ehem kar­di­nal und lei­ter des ss ein Kli­ma der angst vor allem von Anhän­gern benedikts.jeder muss fürch­ten als feind fran­zis­kus dar­ge­stellt zu wer­den.

    man schaue nur mal auf die augen von mari­ni und gänswein.die sind fer­tig mit den ner­ven.

    wir kön­nen nur hof­fen das bene­dikt noch lan­ge lebt da anson­sten die libe­ra­le Rei­ni­gung der kir­che begin­nen wird bevor wir uns über­haupt rich­tig vor­be­rei­ten konn­ten.

    die Tra­di­tio­na­li­sten haben kei­ner­lei Rück­halt in der kirche.weder von kon­ser­va­ti­ven wie hei­li­gen­kreuz noch von macht­grup­pen wie dem Opus die.ganz zu schwei­gen von den movimenti.es wird eine noch stär­ke­re Aus­gren­zung geben und wie wer­den noch unser blau­es wun­der erle­ben.

    • Das ist ganz natür­lich. Wer nicht über­zeu­gen (wie Bene­dikt), son­dern rei­ne Macht aus­üben will, muss sei­ne Kri­ti­ker ein­schüch­tern und mund­tot machen. Es wäre des­halb wich­tig, von Anfang an der Errich­tung eines Kli­mas der Angst zu wider­ste­hen. Je mehr dies tun und je ent­schlos­se­ner man dies tut, um so grö­ßer ist die Chan­ce des Erfol­ges, die sich eta­blie­ren­de Mei­nungs­dik­ta­tur zu ver­hin­dern. Lei­der ist der Mensch, und ganz beson­ders der kon­ser­va­ti­ve Katho­lik, von Natur aus einer, der die Aus­ein­an­der­set­zung mei­det und sich gern hin­ter Auto­ri­täts- und Befehls­ge­hor­sam ver­steckt. So kann die Tugend des Gehor­sams von den Macht­aus­üben­den miss­braucht und zur Untu­gend per­ver­tiert wer­den. Rober­to de Mattei hat im Zusam­men­hang mit den Vor­gän­gen um die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta alles Not­wen­di­ge zum fal­schen Gehor­sam gesagt. Nach wie vor glau­be ich, dass es Bene­dikt bei dem Ver­such der „Heim­ho­lung“ der FSSPX genau dar­um ging, den Tra­di­tio­na­li­sten inner­halb der Kiche einen Rück­halt in Form eines kir­chen­recht­lich fest­ge­füg­ten Schutz­rau­mes zu bie­ten, den man auch nach sei­nem Pon­ti­fi­kat nicht so ein­fach hät­te wie­der unge­sche­hen machen kön­nen und der es allen Tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen erlaubt hät­te, wie ein Sauer­teig in der Kiche zu wir­ken. Wäre die Umset­zung die­ses Plans sofort und hand­streich­ar­tig gelun­gen, und nicht durch ver­schie­de­ne Vor­komm­nis­se zer­brö­selt und ver­zö­gert wor­den, Bene­dikt wäre noch heu­te Papst und wir wären ein gan­zes Stück wei­ter auf dem Weg, den @defendor in sei­nem unten ste­hen­den Bei­trag mit den Wor­ten S. E. Mal­colm Kar­di­nal Ran­jiths als schö­ne Visi­on einer wahr­haft erneu­er­ten Kir­che skiz­ziert.

  5. Es ist fei­ge! Wovor fürch­ten sich die bei­den? Sie haben doch — wenn ich nicht alles falsch ver­stan­den habe — selbst gera­de Kri­tik geübt, oder? Die war wahr­schein­lich nicht ernst gemeint. Und das bei der neu­en „Kol­le­gia­li­tät“, bei der es end­lich wie­der Spaß macht, katho­lisch zu sein!

    Ja, mit sol­chen Kar­di­nä­len ist die Kir­che ver­lo­ren!

    Dass kle­ri­ka­le Zyni­ker und Wen­de­häl­se die Kir­che zer­stö­ren, ist ein alter Hut. Neu ist aber, dass unse­re angeb­lich glau­bens­treu­en Kar­di­nä­le und Bischö­fe sich inzwi­schen ein gan­zes Sor­ti­ment an Zun­gen haben wach­sen las­sen. Und man darf sich täg­lich fra­gen, wel­che die­ser Lügen­ge­rä­te gera­de sal­ba­dert und plap­pert.

  6. Das, was San­dro Magi­ster sagt und schreibt, ist immer sach­lich, zwar hart aber fair. Er hat sich noch nie im Ton ver­grif­fen. Sei­ne Bei­trä­ge sind von hoher intel­lek­tu­el­ler Red­lich­keit und Bril­lanz.… und die­ses ist sein Pro­blem. Es fällt sehr schwer gegen sei­ne Ana­ly­sen zu argu­men­tie­ren. Unter die­sen Umstän­den darf einen die Reak­ti­on von s.E. Kar­di­nal Bur­ke Kuri­en­erz­bi­schof Poz­zo nicht wun­dern. Sie wis­sen doch, dass San­dro Magi­ster nur den Beginn der inner­kirch­li­chen Apost­asie offen­legt. Des­we­gen sol­len er und die ande­ren Tra­dis schwei­gen. Wir erken­nen der­zeit nur den Anfang und ich rech­ne mit wesent­lich eisi­ge­rem Gegen­wind bis zu den extrem­sten kir­chen­recht­li­chen Mit­teln gegen Tra­di­tio­na­li­sten mit ihrem Glau­ben.

  7. Bezeich­nen­de Sze­nen !
    Nun auch ver­wir­ren­de Hand­lun­gen zwei­er Prä­la­ten.
    Wäre dies auch gesche­hen, wenn S. E. Mal­colm Kar­di­nal Ran­jith, das nach­fol­gend auf­ge­führt Refe­rat gehal­ten hät­te?

    Der Erz­bi­schof von Colom­bo, nann­te die Dau­er von ca. 20 Jah­ren – also gut eine Genera­ti­on – bis der „Novus Ordo“ wie­der der hl. Mes­se der Jahr­hun­der­te, der Alten Mes­se, wer­de wei­chen müs­sen.
    In sei­ner Diö­ze­se hat er die „Hand­kom­mu­ni­on“ ver­bo­ten und die Kom­mu­ni­onbän­ke wie­der ein­ge­führt.
    Sicher­lich wäre er ein geeig­ne­ter „Bera­ter“ für Papst Fran­zis­kus.
    Anläss­lich der 20. Gene­ral­ver­samm­lung der Inter­na­tio­na­len Föde­ra­ti­on Una Voce in Rom hielt er einen ein­drück­li­chen Vor­trag und gleich­zei­tig ein Plä­doy­er für die wah­re Lit­ur­gie:

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    „Lit­ur­gie kann des­halb nie­mals von Men­schen geschaf­fen wer­den.
    Wenn wir Gott so ver­eh­ren, wie wir das wol­len, und uns selbst die Regeln geben;
    dann lau­fen wir Gefahr, erneut Aarons Gol­de­nes Kalb zu pro­du­zie­ren.

    Wir müs­sen fest dar­auf bestehen, dass Got­tes­dienst unse­re Teil­nah­me an dem ist, was Gott selbst tut- sonst sind wir in der Gefahr, Göt­zen­dienst zu bege­hen.
    Der Sym­bo­lis­mus der Lit­ur­gie hilft uns dabei, uns über das, was mensch­lich ist, zum Gött­li­chen zu erhe­ben.
    In die­ser Hin­sicht, das ist mei­ne feste Über­zeu­gung , ist der
    „Vetus Ordo“ [die alte Mes­se] in hohem Maße und in größ­ter Erfül­lung der mysti­sche und tran­szen­den­te Ruf zur Begeg­nung mit Gott in der Lit­ur­gie.

    Daher ist für uns die Zeit gekom­men, nicht nur durch radi­ka­le Ver­än­de­run­gen den Inhalt der refor­mier­ten Lit­ur­gie zu erneu­ern,
    son­dern auch immer stär­ker auf eine Rück­kehr der alten Mess­ord­nung hin­zu­wir­ken, der den Weg zu einer wahr­haf­ten Erneue­rung der Kir­che bie­tet, wie sie die Väter des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils so sehr erhoff­ten.
    Eine sorg­fäl­ti­ge Lek­tü­re der Kon­zils- Kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um über die hei­li­ge Lit­ur­gie zeigt, dass die über­eil­ten Ver­än­de­run­gen, die spä­ter in die Lit­ur­gie ein­ge­führt wur­den, kei­nes­falls im Sin­ne der Kon­zils­vä­ter waren.

    Daher ist es jetzt an der Zeit, ent­schlos­sen auf eine wahr­haf­te Reform der Reform hin­zu­ar­bei­ten und auch
    auf eine Rück­kehr zu der wah­ren Lit­ur­gie der Kir­che, die sich in ihrer zwei­tau­send­jäh­ri­gen Geschich­te in einem bestän­di­gen Fluss ent­wickelt hat.
    Ich hof­fe und bete, dass das geschieht.“
    -

    Hof­fen und beten wir auch mit.

  8. Ich will nicht päpst­li­cher sein als der Papst, aber all das was ich mir an reli­giö­sem Wis­sen ange­eig­net habe, durch Lesen des Neu­en und Alten Testa­ments, und durch Lesen von Lite­ra­tur über die Mari­en­er­schei­nun­gen (von Med­jug­or­je abge­se­hen) habe ich durch und durch den Ein­druck, dass das in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung des­sen läuft was Gott will. Der Kle­rus unse­rer Tage kann nur Recht haben, wenn die Kir­chen­vä­ter und Päp­ste vor 1962 in gei­sti­ger Umnach­tung gelebt haben. Und das Gere­de von “ unse­rem Zeit­al­ter“ erin­nert mich sehr an den Turm­bau von Babel. Und wenn der Engel in Fati­ma zur Buße auf­for­dert und die Kir­che unse­rer Tage die Sün­de abschafft, dann dürf­te das dem Wil­len Got­tes und der Got­tes­mut­ter nicht näher kom­men.

  9. Selt­sam!
    Papst Bene­dikt wur­de mit unend­lich viel unge­rech­ter Kri­tik gera­de­zu über­gos­sen und oft wird auch jetzt noch tüch­tig nach­ge­tre­ten und dies nicht nur von kir­chen­fer­nen Medi­en. Nie ist ihm nur je einer der Kar­di­nä­le zur Sei­te gestan­den oder hat sich demon­stra­tiv gegen die Kri­ti­ker gewandt.

    Die von S. Magi­ster genann­te Kri­tik ist weder bös­wil­lig noch unzu­tref­fend.
    Unschwer zu erken­nen, daß hier ein ande­res Regime auf­ge­zo­gen wird. Auf ein­mal ist der Papst unfehl­bar in a l l e n Din­gen?

    • Auch in Lour­des sagt die Mut­ter­got­tes wenig, außer dass sie sich vor­stellt (Je suis l’im­ma­cu­lee con­cep­ti­on) , jedoch for­dert sie da drei­mal! zur Buße auf und ich per­sön­lich hal­te es für das Geheim­nis von Lour­des, dass man dort sei­ne Krank­heit, sein Leid, begreift als Mit­tel zur Buße und Süh­ne.
      Aber davon redet die Kir­che nicht.
      Die Kir­che begreift sich sel­ber als ein Ver­ein, von lau­ter Leu­ten, die alles haben und die des­halb denen, die nichts haben, was abge­ben kön­nen, wes­we­gen sie noch bes­ser wer­den, Sozi­al­ver­ein eben.
      Bis­lang war es so, dass gera­de Rom irgend­wie das Fen­ster zur Tran­szen­denz offen gehal­ten hat, ein­fach durch sein Sein.
      Jedoch unser aktu­el­ler Papst ver­steht von die­sen Din­gen auch recht wenig, was halt auch das Pro­blem ver­schärft und nicht löst.
      Und wie es halt so ist, ist nichts so into­le­rant wie „die Ideo­lo­gie der Tole­ranz“ und auch das ist einer der Gei­ster der Welt,. die in die Kir­che ein­ge­drun­gen sind udn jetzt eben Brü­der­lich­keit (die man in D ja aktu­ell, schmerz­lich im Zusam­men­hang mit dem Lim­bur­ger Bischof ver­misst) durch Tole­ranz, so wie es einem die Welt vor­gibt, ver­wech­selt.

    • Sie haben den Nagel auf den Kopf getrof­fen, der Papst ist jetzt unfehl­bar in a l l e n Din­gen. das wird in Ame­ri­ka gera­de öffent­lich sogar von Prie­stern behaup­tet. Man muss nicht hin­zu­fü­gen, dass es ultra­li­be­ra­le Prie­ster sind, die von Papst Fran­zis­kus deut­li­chen Wind in ihren Segeln spü­ren und daher so etwas for­dern.
      http://www.traditioninaction.org/HotTopics/P012__Infallibility.htm

      Vor eini­ger Zeit las ich in einem frei­mau­re­ri­schen Plan zur Kir­chen­zer­stö­rung, dass alle Dog­men abge­schafft wer­den sol­len (sind sie das nicht schon durch Ver­schwei­gen?), aber das Dog­ma, dass der Papst unfehl­bar ist, auf alle sei­ner Wor­te aus­ge­wei­tet wer­den soll. Das geht natür­lich nur mit dem ent­spre­chen­den Papst. Mit dem hl. Papst Pius X. hät­ten sie das nicht gefor­dert.

  10. Nein ich glau­be schon, das eine unaus­ge­spro­che­ne Null Tole­ranz Poli­tik gegen die Tra­di­ti­on, von Fran­zis­kus, der Hin­ter­grund ist.
    Leu­te wie Mül­ler wer­den ihn schon genug auf­ge­hetzt haben und war­ten sehn­lichst auf einen „Feh­ler“ der FSSPX um die­se „end­lich“ exkom­mu­ni­zie­ren zu dür­fen.
    Die ande­ren Ver­ei­ni­gun­gen wer­den dome­sti­ziert und trocken­ge­legt, dann hat der „Tra­di­ti­ons­zau­ber“ bald ein Ende.
    Bischö­fe wie die bei­den og. heu­cheln Inter­es­se, sind aber in Wirk­lich­keit der Tra­di­ti­on so ver­bun­den, wie Herr­schaf­ten von „Wir sind Kir­che“ oder ande­re Zer­set­zer.
    Nein ich stel­le mir nur vor, statt des Herrn Magi­ster und sei­ner (berech­tig­ten) Kri­tik, hät­te ein Rab­bi, ein Iman oder sonst­wer einen Vor­trag über die Kir­che gehal­ten mit Schimpf und Schan­de und dem berühm­ten Kübel Unrat über Papst­tum und Kir­che aus­ge­gos­sen, die Her­ren Kar­di­nä­le wären bis zum Schluß geblie­ben und hät­ten den Vor­tra­gen­den auch noch für sei­ne Wor­te gedankt.
    Will hei­ßen, sol­che Kar­di­nä­le sind ein­fach nur kostü­mier­te Schau­spie­ler, in ganz mie­sen Rol­len.
    Abscheu­lich.

    • Nein, @michael, da muss ich Ihnen ent­schie­den wider­spre­chen, die o. g. Her­ren heu­cheln kein Inter­es­se. Kar­di­nal Bur­ke ist einer der ganz weni­gen Kir­chen­män­ner, die Ratz­in­gers Über­zeu­gung, dass eine Glau­bens­ge­mein­schaft zum Tod ver­ur­teilt ist, wenn in ihr heu­te nicht mehr für wahr geglaubt wird, was gestern noch für wahr geglaubt wur­de, von Grund auf begrif­fen, geteilt und unter­stützt hat. Er hat es daher auch an ein­deu­ti­gen Zei­chen und Gesten der Wert­schät­zung und Unter­stüt­zung gegen­über der Tra­di­ti­on nie feh­len las­sen. Dass Bur­ke jetzt den Saal ver­lässt, zeigt nur, wie gefähr­det sei­ne Posi­ti­on durch die­se sei­ne ein­deu­ti­ge Stel­lung­nah­me pro Tra­di­ti­on gewor­den ist. Er ver­sucht zu ret­ten, was zu ret­ten ist, damit er sei­nen Ein­fluss zum Segen für die Kir­che erhält. Ich aber fra­ge mich, ob nicht der offe­ne Wider­stand letzt­lich doch das hilf­rei­che­re Zei­chen wäre, denn wer im System steckt, dient auch immer der Legi­ti­ma­ti­on die­ses Systems und macht sich, bei allem guten Wil­len, auch immer mit­schul­dig an des­sen Feh­lern. Mar­cel Lef­eb­v­re wird in die­sem Zusam­men­hang immer mehr zum Vor­bild. Er ist den schma­len Weg gegan­gen und hat sich nicht durch fal­sche Rück­sicht­nah­men oder diplo­ma­ti­sche Klü­ge­lei­en kor­rum­pie­ren las­sen. Aber viel­leicht sieht man als Aussen­ste­hen­der ja nicht die gan­ze Tra­gik der jako­bi­ni­schen Rea­li­tät, die sich momen­tan hin­ter den Mau­ern des Vati­kans abspielt. Somit muss man sich mit guten Rat­schlä­gen zurück­hal­ten und die Ver­ant­wor­tung für das Han­deln dem Ein­zel­nen über­las­sen. Was Mül­ler betrifft, so wür­de ich eben­falls zur Mäßi­gung raten. Er ist ein Mann, der durch­aus das Gute will und die Kir­che liebt, aber eben noch in den alten Dok­tri­nen der Nach­kon­zils­zeit steckt und daher offen­bar ent­schie­de­nes Ein­tre­ten für die Tra­di­ti­on vor allem als eine Gefahr für die Ein­heit der Kir­che wahr­nimmt. Und die Tra­di­tio­na­li­sten machen es ihm auch nicht gera­de leicht, zur gegen­tei­li­gen Erkennt­nis zu gelan­gen. Über­zeu­gungs­ar­beit, statt Anfein­dung wäre in die­sem Fal­le sicher der effi­zi­en­te­re Weg, wobei die Rol­le des Prä­fek­ten — so wie die aller Kuri­en­mit­ar­bei­ter — unter dem gegen­wär­ti­gen Pon­ti­fi­kat ohne­hin nur eine gänz­lich sub­or­di­na­ti­ve sein dürf­te, was nach dem Umbau der Kurie sicher noch ver­schärft und zemen­tiert wird, wenn von ihr über­haupt noch etwas übrig bleib­ten soll­te.

  11. Das ist nicht sehr hero­isch von den bei­den Her­ren, aus dem Saal zu gehen, wenn es brenz­lig wird.

    Nur ein unka­tho­li­scher Papa­lis­mus ver­tei­digt immer alles und jedes, was ein Papst gera­de tut.

    Die Pius­bru­der­schaft hat immer dar­auf hin­ge­wie­sen, daß, wenn die Wahr­heit ver­schwin­det, immer nur die nack­te, will­kür­li­che Macht übrig­bleibt. Genau das ist offen­kun­dig ein­ge­tre­ten: Macht statt Wahr­heit, damit auch — wie ein Poster wei­ter oben sagt — Ein­schüch­te­rung statt Über­zeu­gung.

    Wird bei allem net­ten Geha­be nach außen hin doch ein Kli­ma der Angst fürs Fran­zis­kus-Pon­ti­fi­kat maß­geb­lich sein? Man weiß ja wirk­lich nie, was jetzt kommt: Jeden Tag kann dem hl. Vater etwas neu­es ein­fal­len. Es muß auch nicht unbe­dingt in Kon­ti­nui­tät mit dem Vor­tag ste­hen.

    • Naja es ist so, die gan­zen Jah­re haben Bischö­fe, Kar­di­nä­le und nor­ma­le Prie­ster es immer gedul­dig ange­hört, wenn in den von ihnen zur Ver­fü­gung gestell­ten Kir­chen gegen den katho­li­schen Glau­ben gehetzt wur­de.
      Es hat doch jah­re­lang kei­ner der hohen Kle­ri­ker den Mut auf­ge­bracht zu wider­spre­chen.
      Das ist ein­fach erbärm­lich, dass man nur gegen­über den eige­nen Leu­ten Mut auf­bringt und gera­de dann, wenn die ein­fach mal Fak­ten auf den Tisch brin­gen.
      Wie­vie­le Lebens­schüt­zer und son­sti­ge gute Katho­li­ken haben sich schon den Vor­wurf der Lieb­lo­sig­keit ein­ge­fan­gen?
      Es ist zum Heu­len!

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