Bischof Tebartz-van Elst fliegt nach Rom — Was steckt wirklich hinter dem Limburger Streit?

Limburger Dom: Bischof Tebartz-van Elst auf dem Flug nach Rom. Was steckt wirklich hinter dem Limburger Konflikt und wie wird er enden?(Lim­burg) Der Lim­bur­ger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst befin­det sich auf dem Flug nach Rom. Der schon län­ger schwe­len­de Kon­flikt um sei­ne Per­son hat sei­nen Aus­gangs­punkt nicht in den ver­meint­li­chen oder tat­säch­li­chen Kosten der bischöf­li­chen Resi­denz. Er ist älte­ren Datums und von ganz ande­rer Natur. Der von Rom zur Klä­rung des Kon­flik­tes eigens nach Lim­burg geschick­te Kuri­en­kar­di­nal Gio­van­ni Lajo­lo sag­te anschlie­ßend: „Daß hier auch eine Medi­en­kam­pa­gne vor­liegt, ist nicht zu über­se­hen. Das mer­ken auch die Gläu­bi­gen. Die Ursa­che für die gegen­wär­ti­gen Kon­flik­te lie­gen aber viel tie­fer. In mei­nen Gesprä­chen konn­te ich fest­stel­len, daß die Span­nun­gen latent schon über Jahr­zehn­te exi­stie­ren und jetzt offen zuta­ge tre­ten“. Kuri­en­erz­bi­schof Ger­hard Lud­wig Mül­ler bezeich­ne­te die Anschul­di­gun­gen gegen den Lim­bur­ger Bischof sogar als „sich selbst­tra­gen­des Lügen­ge­bäu­de“. Wor­um geht es also wirk­lich?

Die „synodale Kirche“ von Limburg — 60 Jahre progressive Schlagseite

Als der ehe­ma­li­ge Weih­bi­schof von Mün­ster 2008 nach Lim­burg kam, fand er das Erbe der Bischö­fe Wil­helm Kempf (1949–1981) und Franz Kam­p­haus (1982–2008) vor. Das Bis­tum an der Lahn war damit gan­ze 60 Jah­re in der Hand des pro­gres­si­ven Kir­chen­la­gers. Die Zeit nann­te Kempf 1973 eine „Regio­nal­aus­ga­be Johan­nes XXIII.“ und benann­te ihn damit als füh­ren­den „Reprä­sen­tan­ten“ eines der „bei­den geg­ne­ri­schen Lager in der katho­li­schen Kir­che“. Kempf und Kam­p­haus waren, um es prä­zi­ser zu for­mu­lie­ren, „Reprä­sen­tan­ten“ des „Gei­stes des Kon­zils“, nicht etwa des Kon­zils selbst und schon gar nicht der kirch­li­chen Tra­di­ti­on. Bischof Kempf stell­te sich nicht gegen den Theo­lo­gen Hans Kess­ler, als die­ser in sei­nem Buch Erlö­sung als Befrei­ung die Gott­heit Chri­sti und das Geheim­nis der Erlö­sung in Fra­ge stell­te. Kempf selbst fand Gefal­len an jener Unver­bind­lich­keit, die in den 60er Jah­ren in Mode kam.

An die Stel­le „kirch­li­cher Bevor­mun­dung“ setz­te Kempf „die Mit­ver­ant­wor­tung von Lai­en und Prie­stern, legi­ti­miert nicht durch Ämter, son­dern durch demo­kra­ti­sche Wah­len“, wie Die Zeit immer 1973 begei­stert berich­te­te. Gemeint war damit der soge­nann­te Lim­bur­ger „Syn­oda­le Weg“, mit den durch Wah­len bestimm­ten Pfarr­ge­mein­de­rä­ten, Bezirks­ver­samm­lun­gen und einer Diö­ze­san­ver­samm­lung, dazu noch ein Diö­ze­san­syn­odal­rat. Die Ideen­su­che gestal­te­te sich nicht schwie­rig, „Demo­kra­ti­sie­rung“ und „Mit­be­stim­mung“ waren Schlag­wor­te der Zeit und schließ­lich brauch­te man nur über den Gar­ten­zaun zu den Pro­te­stan­ten schau­en, um sich in syn­oda­ler Brü­der­lich­keit wie­der­zu­fin­den. Daß aus der Brü­der­lich­keit spä­ter eine Geschwi­ster­lich­keit wur­de, war nur fol­ge­rich­tig.

Von Kempf zu Kamphaus: Beharrlich im staatlichen Tötungssystem ungeborener Kinder

Bischof Franz Kam­p­haus war die idea­le Nach­be­set­zung für die Kempf-Diö­ze­se. Im pro­gres­si­ven Milieu, in dem Kempf als Johan­nes XXIII. galt, wür­de man heu­te Kam­p­haus wohl als „Regio­nal­aus­ga­be von Papst Fran­zis­kus“ bezeich­nen, wäre er nicht schon seit Jah­ren eme­ri­tiert. Kam­p­haus erlang­te Berühmt­heit durch sein Behar­ren, am staat­li­chen Tötungs­sy­stem unge­bo­re­ner Kin­der mit­zu­wir­ken. 1999 ver­lang­te Johan­nes Paul II. nach einem län­ge­ren Hin und Her einen defi­ni­ti­ven Aus­stieg der deut­schen Bis­tü­mer aus der staat­li­chen Schwan­ge­ren­kon­flikt­be­ra­tung, die eine Ver­strickung in die Abtrei­bungs­in­du­strie bedeu­te­te. „Auf­ge­klär­te“ Katho­li­ken, die das Blut an ihren Hän­den nicht stör­te, wider­setz­ten sich der päpst­li­chen Anwei­sung und grün­de­ten den noch heu­te bestehen­den Ver­ein Donum vitae (sie­he eige­nen Bericht). Lim­burg war die ein­zi­ge Diö­ze­se, in der sich der Bischof dem Papst wider­setz­te. Johan­nes Paul II. erteil­te schließ­lich dem dama­li­gen Weih­bi­schof von Lim­burg Son­der­voll­mach­ten, den Aus­stieg der Diö­ze­se aus dem staat­li­chen Bera­tungs­sy­stem durch­zu­füh­ren. Kam­p­haus bot Johan­nes Paul II. demon­stra­tiv den Rück­tritt an, was Rom jedoch ablehn­te. Einen sol­chen Bruch, so die Emp­feh­lun­gen aus Deutsch­land, möge man dring­lich ver­mei­den, um kein Schis­ma her­auf­zu­be­schwö­ren.

Kam­p­haus blieb an sei­nem Platz und wur­de, auch dar­in hat die Kir­che viel Erfah­rung, aus­ge­ses­sen. Als er 2007 sein 75. Lebens­jahr voll­ende­te, zöger­te Bene­dikt XVI. kei­ne Sekun­de, ihn zu eme­ri­tie­ren.

Bischof für Funktionärskader ein Eindringling — Zusammenprall eines konträren Kirchenverständnisses

Kempf und Kam­p­haus hin­ter­lie­ßen eine Diö­ze­se, die struk­tu­rell fest in der Hand des pro­gres­si­ven Lagers war, um das Bild des Zeit-Arti­kels von 1973 auf­zu­grei­fen. Der neue, von Bene­dikt XVI. ernann­te Bischof Tebartz-van Elst galt von vor­ne­her­ein als Ein­dring­ling, als eine frem­de Spe­zi­es in einem weit­ge­hend geschlos­se­nen Bio­top. Ein „pro­gress­si­ves“ Bio­top mit „kon­ser­va­ti­vem“ Fremd­kör­per. Die­se Vor­ge­schich­te ist not­wen­dig, um den eigent­li­chen Hin­ter­grund zu erhel­len, vor dem sich der gan­ze der­zei­ti­ge „Lim­bur­ger Kon­flikt“ abspielt.

In Lim­burg prallt seit 2008 ein kon­trä­res Kir­chen­ver­ständ­nis auf­ein­an­der. Die Par­tei­nah­me der mei­sten Medi­en ist auf­grund des Stall­ge­ruchs der bei­den Streit­par­tei­en schnell erklärt. Wenn es nun über Deutsch­lands Lan­des­gren­zen hin­aus in den Nach­rich­ten etwa heißt, daß es „seit Jah­ren Kri­tik an einem auto­ri­tä­ren Füh­rungs­stil“ des amtie­ren­den Lim­bur­ger Bischofs gibt, so ist die Tat­sa­che, daß es die­se „Kri­tik“ gibt, abso­lut wört­lich zu neh­men, weit weni­ger die Anschul­di­gung des „auto­ri­tä­ren Füh­rungs­stils“. Für die Ver­fech­ter der „syn­oda­len“ Kir­che ist das katho­li­sche Ver­ständ­nis von Auto­ri­tät an sich bereits unzu­mut­bar.

Die Fra­ge des Lebens­schut­zes spiel­te von Anfang an eine zen­tra­le Rol­le. Die Hal­tung zum unge­hor­sa­men Ver­ein Donum vitae gilt als Schnitt­punkt in Lim­burg. Bischof Tebartz-van Elst stand für das Lim­bur­ger Diö­ze­sa­nesta­b­lish­ment vom ersten Tag an auf der „fal­schen“ Sei­te. Er beharr­te dar­auf, daß Donum vitae mit der Kir­che unver­ein­bar ist. Das erklärt auch das Enga­ge­ment des ZdK-Vor­sit­zen­den Alo­is Glück gegen den Bischof. Glück gehört zu den Grün­dern von Donum vitae und befin­det sich seit­her im offe­nen Wider­spruch zur katho­li­schen Kir­che mit allen Kon­se­quen­zen, die in Deutsch­lands Kir­che aller­dings kaum jemand aus­zu­spre­chen wagt.

Kostenfrage für Diözesanzentrum samt Bischofswohnung nur vorgeschoben?

Fest­ge­macht wird der Feld­zug gegen den unge­woll­ten Bischof natür­lich nicht an inhalt­li­chen Fra­gen, das wäre unter Bene­dikt XVI. ohne­hin sinn­los gewe­sen und zum Eigen­tor gewor­den. Statt des­sen ent­deck­te man ein weit aus­sichts­rei­che­res, weil „neu­tra­les“ Kampf­feld. Die Kosten für die Reno­vie­rung des bischöf­li­chen Pala­stes in Lim­burg. Bischof Kempf ver­ließ in demon­stra­ti­ver Demut die bischöf­li­che Resi­denz und zog in das Prie­ster­se­mi­nar. Die Rück­kehr gestal­te­te sich nach Jahr­zehn­ten daher auf­wen­di­ger als in ande­ren Diö­ze­sen. Ent­stan­den ist neben dem Lim­bur­ger Dom eine Mischung aus Alt­bau­re­no­vie­rung und Neu­bau. Um die Kosten­sei­te scheint sich Bischof Tebartz-van Elst nicht geküm­mert zu haben. Muß er sich ja auch nicht unbe­dingt. Schon gar nicht bei den auf­ge­bläh­ten Funk­tio­närs­ap­pa­ra­ten deut­scher Diö­ze­sen, wo es für alles Fach­re­fe­ren­ten und Exper­ten gibt. Aller­dings betref­fen die 31 Mil­lio­nen, von denen nun der Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­rat der Diö­ze­se spricht, anders als im Ein­druck der Kri­ti­ker ver­mit­telt wird, nur zum klei­ne­ren Teil die Bischofs­woh­nung. Es geht um einen Gebäu­de­kom­plex, der ein Diö­ze­san­zen­trum und wei­te­re Ein­rich­tun­gen umfaßt. Der Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­rat, der nun in den Chor der Kri­ti­ker ein­stimmt, scheint jedoch seit Jah­ren geschla­fen zu haben.

In Zei­ten von Finanz­kri­se und erst recht mit dem Gesten­druck von Papst Fran­zis­kus im Nacken gelang es jeden­falls rasch, den Bischof ins Eck des Ange­klag­ten zu stel­len. Die Aus­nut­zung von Neid­kom­ple­xen in Tei­len der Bevöl­ke­rung wird bil­li­gend in Kauf genom­men. Der Zweck hei­ligt die Mit­tel der Bischofs­geg­ner.

Kostenkritik auf sandigem Boden — Die Geldpolitik des Wortführers der Bischofksritiker

Auf welch san­di­gem Boden die Kri­tik gebaut ist, zeigt ein Blick auf den Wort­füh­rer der Bischofs­kri­ti­ker. Zu die­sem hat sich der Frank­fur­ter Stadt­de­kan Johan­nes zu Eltz auf­ge­schwun­gen, samt unter­stütz­ter Unter­schrif­ten­samm­lung „Frank­fur­ter Katho­li­ken“ gegen ihren Bischof. Dekan zu Eltz, der dem Bischof in etwa so alles von „Luxus­sucht“ bis „Geld­ver­schwen­dung“ vor­wirft und peni­bel die Kosten­fra­ge rei­tet, setz­te sei­ner­seits eine christ­li­che Buch­hand­lung in Frank­furt vor die Tür, weil er die Räum­lich­kei­ten des Gebäu­des in Kir­chen­be­sitz lukra­ti­ver ver­mie­ten will. Wenn sich also laut Dekan van Eltz bei Bischof Tebartz-van Elst „alles“ ums Geld dre­hen soll, dann scheint es bei ihm nicht anders zu sein. Und sol­cher­ma­ßen sei­ner Klei­der ent­tarnt, steht die Kri­tik am Lim­bur­ger Bischof wie­der dort, wo sie eigent­lich zu ste­hen hat: Es geht in erster Linie um einen kir­chen­po­li­ti­schen Macht­kampf, um den sich dann der tak­ti­schen Auf­mu­ni­tio­nie­rung wegen und zur Samm­lung von Hilfs­trup­pen per­sön­li­che, zwi­schen­mensch­li­che Aspek­te und natür­lich auch die hohen Reno­vie­rungs- und Bau­ko­sten gesel­len.

Mit den exor­bi­tant hoch erschei­nen­den Kosten — Vor­sicht ist gebo­ten, denn die Zah­len schei­nen sich par­al­lel zur Zuspit­zung des Kon­flikts zu rapi­de auf­zu­bla­sen — ´, dar­an ist nicht zu deu­teln, hat sich Bischof Tebartz-van Elst angreif­bar gemacht. Da hilft es auch wenig, daß neu­gie­ri­ge Besu­cher am Tag der offe­nen Tür „ent­täuscht“ blie­ben, weil sie gar kei­ne „gol­de­nen Was­ser­häh­ne“, son­dern einen ver­hält­nis­mä­ßig beeng­ten Gebäu­de­kom­plex vor­fan­den. Der Bischof hat­te allen Zutritt zur neu­en bischöf­li­che Resi­denz gewährt, um durch Ort­sau­gen­schein sei­nen Kri­ti­kern Wind aus den Segeln zu neh­men. Immer­hin hat Bru­der Pau­lus Ter­wit­te dar­an erin­nert, daß jeder Kilo­me­ter Auto­bahn 40 Mil­lio­nen Euro kostet. Sein Amts­bru­der, Erz­bi­schof Rein­hard Kar­di­nal Marx von Mün­chen-Frei­sing kam 2008 immer­hin mit acht Mil­lio­nen Euro Sanie­rungs­ko­sten für das bischöf­li­che Palais aus. Die Rei­hen­fol­ge ist jedoch zu beach­ten. Abge­se­hen davon scheint der Lim­bur­ger Bischof von schlech­ten Bera­tern umge­ben zu sein. Nach den Kosten schei­nen nicht ein­mal die dazu Beru­fe­nen gefragt zu haben.

Allianzen zum Abschuß eines „Ratzingerianers“

Ent­schei­dend ist letzt­lich, daß sich Alli­an­zen gefun­den haben, einen kon­ser­va­tiv gel­ten­den, vor allem aber einen „Ratz­in­ge­ria­ner“ aus der Rie­ge der Bischö­fe abzu­schie­ßen. Da fin­den sich dann auch schnell Brü­der im Bischofs­amt, die am Stuhl des Mit­bru­ders sägen, wie der genann­te Kar­di­nal Marx eben­so wie der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, der eme­ri­tier­te Erz­bi­schof von Frei­burg. Unter Papst Fran­zis­kus sieht man sich im Auf­wind. Han­del­te es sich anfangs nur um einen inner­kirch­li­chen Macht­kampf von loka­ler Bedeu­tung, erhielt die Ange­le­gen­heit schnell eine ganz ande­re Dimen­si­on, als das Gerücht die Run­de mach­te, Bischof Tebartz-van Elst könn­te als Nach­fol­ger von Joa­chim Kar­di­nal Meis­ner näch­ster Erz­bi­schof von Köln und damit poten­ti­el­ler Anwär­ter auf das Amt des Vor­sit­zen­den der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz und wahr­schein­lich auch Kar­di­nal wer­den. Eine Ent­wick­lung, die eini­ge unter allen Umstän­den ver­hin­dern zu schei­nen wol­len.

Die Liste „erleg­ter“ kon­ser­va­ti­ver Bischö­fe, die im deut­schen Sprach­raum durch skan­da­lö­se, teils unap­pe­tit­li­che Hetz­kam­pa­gnen aus dem Amt gejagt wur­den, ist schon lang. Begon­nen hat alles mit dem Erz­bi­schof von Wien, Hans Her­mann Kar­di­nal Groà«r (1995), wur­de fort­ge­setzt durch den Chu­rer Bischof Wolf­gang Haas (1997), der immer­hin von Rom zumin­dest als Erz­bi­schof nach Vaduz weg­be­för­dert wur­de, dann folg­te Bischof Kurt Krenn von St. Pöl­ten (2004) und der Augs­bur­ger Bischof Wal­ter Mixa (2010).

Liste von Märtyrerbischöfen eines brutalen kirchenpolitischen Kampfes

So unter­schied­lich die jewei­li­ge Situa­ti­on auch gewe­sen sein mag, so ist ihnen allen eines gemein­sam, dahin­ter stand immer der Kampf pro­gres­si­ver Kir­chen­krei­se, die ein Wie­der­erstar­ken kir­chen- und glau­bens­treu­er Kräf­te ver­hin­dern woll­ten. Und jeweils neu bil­de­te sich eine unhei­li­ge Alli­anz mit kir­chen­fer­nen welt­li­chen Medi­en, die den nöti­gen öffent­li­chen Druck erzeug­ten. Die Rol­len- und Gewichts­ver­tei­lung ist ein­deu­tig: alle „abge­schos­se­nen“ Bischö­fe gal­ten in den Augen ihrer Jäger als „kon­ser­va­tiv“. Die Jäger waren immer pro­gres­siv. Es darf ange­sichts der Beweg­grün­de der Ver­fol­ger von Mär­tyrer­bi­schö­fen gespro­chen wer­den.

Zu nen­nen ist in die­sem Zusam­men­hang auch die ver­hin­der­te Ernen­nung von Pfar­rer Ger­hard Maria Wag­ner zum Weih­bi­schof von Linz (2009), einer Diö­ze­se, die als Pro­to­typ einer de fac­to „bischofs­lo­sen“, von einem pro­gres­si­ven, grün-kate­chis­mus­fer­nen Funk­tio­närs­ap­part kon­trol­lier­ten Diö­ze­se mit abge­hau­stem libe­ra­len Kle­rus in Füh­rungs­po­si­tio­nen bezeich­net wer­den kann. Auch Pro­to­typ für zahl­rei­che gute Initia­ti­ven glau­bens- und kir­chen­treu­er Katho­li­ken und Prie­ster, die jedoch durch die Ver­hin­de­rung von Weih­bi­schof Wag­ner füh­rungs­los sind. Es darf behaup­tet wer­den, daß die vor­herr­schen­den pro­gres­si­ven Krei­se eben die­se Füh­rungs­lo­sig­keit auf der Gegen­sei­te bei­be­hal­ten oder errei­chen wol­len.

Nun ist Bischof Tebartz-van Elst kein Bischof Krenn, das soll­te aber nicht über gewis­se Gemein­sam­kei­ten hin­weg­täu­schen, die man auf der ande­ren Sei­te, auf der Sei­te ihrer Kri­ti­ker und Jäger zu erken­nen meint. Je län­ger die Liste der erfolg­reich aus dem Amt gedräng­ten Bischö­fe wird, desto über­mü­ti­ger wird die Jagd­ge­sell­schaft. Es ver­dich­tet sich bereits jetzt der Ein­druck, daß man durch eine geziel­te und koor­di­nier­te Kam­pa­gne not­falls den Pro­gres­si­ven miß­lie­bi­ge, von Rom „vor­ge­setz­te“ Bischö­fe wie­der davon­ja­gen kann. Ein ver­hee­ren­der Ein­druck, der das Kir­chen­ver­ständ­nis im latent schis­ma­ti­schen Teil der Kir­che offen­kun­dig wer­den läßt. In die­ser Hin­sicht wäre es mehr als wün­schens­wert, daß Tebartz-van Elst Bischof von Lim­burg bleibt. Die Zei­chen ste­hen aller­dings nicht danach. Die Jagd­ge­sell­schaft ist mäch­tig. Bischof Tebartz-van Elst befin­det sich auf dem Flug nach Rom. Das wird Klar­heit brin­gen. Aber wel­che?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

34 Kommentare

  1. Bischof van Elst wird Unrcht getan ! Wir wis­sen doch alle , dass Bau­vor­ha­ben immer teu­rer
    wer­den als geplant !

    • Es geht ja gar nicht um das Bau­vor­ha­ben.

      Es geht um das übli­che, lei­der straf­freie Medi­en-Mob­bing gegen einen nicht poli­tisch kor­rek­ten Bischof.
      Er stand immer schon auf der Abschuß­li­ste. War­um ver­tei­digt ihn Bischof von Eich­stätt nicht? Er ist doch auch kon­ser­va­tiv. Und die Kon­ser­va­ti­ven soll­ten unbe­dingt in der Armee Jesu zusam­men­hal­ten. So ver­tei­di­ge ich auch die Imma­cu­la­tas, obwohl ich bei Pius seit 33 Jah­ren zuhau­se bin.

  2. Wenn ein katho­li­scher Bischof tage­lang unter dem Trom­mel­feu­er aller Medi­en liegt muß er irgen­wann etwas wah­res vor Chri­stus gesagt oder bezeugt haben. Wenn er betrun­ken bei Rot über die Kreu­zung gefah­ren wäre hät­te er weni­ger Pro­ble­me und sei­ne Beliebt­heit im Volk hät­te kei­nen nen­nens­wer­ten Scha­den genom­men. Stimmts oder stimmt es nicht. Ich soli­da­ri­sie­re mich ger­ne mit Bischö­fen die von der Öffent­lich­keit gejagt wer­den. Zu ihnen habe ich Ver­trau­en vor Chri­stus.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  3. Man kann Bischof Tebartz van Elst ruhig in mei­ne Hei­mat-Diö­ze­se ver­set­zen.… dar­über wür­de ich mich freu­en.

  4. Wo sind die Gläu­bi­gen von Lim­burg, die sich hin­ter ihrem Bischof stel­len? Heu­te ist es Pflicht eines jeden wahr­haft gläu­bi­gen Katho­li­ken, sich für die Hir­ten ein­zu­set­zen, beson­ders, wenn Men­schen mit dubio­sen Inter­es­sen ver­su­chen, sie mit welt­li­chen Mit­teln fer­tig­zu­ma­chen. Der Herr sagt uns, wir sol­len uns nicht vor der Welt fürch­ten, Er habe die Welt schon besiegt (Hal­le­lu­ja!). Unse­re Waf­fen sind nicht von der Welt, aber sie sind wir­kungs­voll, wenn wir glau­ben. Nicht mit Heer oder Speer, son­dern in der Kraft des Hei­li­gen Gei­stes rüsten wir uns auf in den Kampf für das Gute und Wah­re im Namen unse­res Herrn Jesus Chri­stus und unter dem Schutz­man­tel der Got­tes­mut­ter Maria.

    • Es sind immer die­sel­ben grup­pen­dy­na­mi­schen Pro­zes­se: die trei­ben­den Kräf­te im Hin­ter­grund, eini­ge schrei­en laut: „Cru­ci­fi­ge“ und erhal­ten dafür Sil­ber­lin­ge, vie­le ducken sich schwei­gend weg oder zucken mit den Schul­tern und nur weni­ge lei­sten Bei­stand. Es ist der ewi­ge Kampf zwi­schen Gut und Böse.

  5. Ich habe kei­ne Ahnung was im Lin­burg wirk­lich los, ist jedoch jemand der so gejagt wird, muss unter Schutz genom­men wer­den.
    MIch erin­nern die Medi­en an eine Hor­de betrun­ke­ner Jugend­li­cher die einen Men­schen in der U‑bahn, oder sonst­wo jagen.
    In so einem fal­le for­dern die Medi­en von den Umste­hen­den ein­zu­grei­fen, was auch rich­tig ist und wäre.
    Nur aktu­ell exer­zie­ren die Medi­en vor, was sie sel­ber mor­gen ver­ur­tei­len!

    Im Prin­zip schrei­ben all die­se Schrei­ber­lin­ge und ihre Fans sich sel­ber ihr eige­nes Urteil!

    P.S wenn der Bischof von Lim­burg geht (was ich fürch­te) hat die Kir­che in D für Jahr­zehn­te ver­lo­ren und zwar in zwei­er­lei Wei­se.

    Zum einen hat sie sich den Medi­en unter­wor­fen und zum ande­ren macht die Kir­che, was ihr Kern­ge­schäft näm­lich Ver­ge­bung der Sün­den gewäh­ren zu kön­nen und Zuflucht der Sün­der zu sein, kom­plett unglaub­wür­dig.
    Sie hat dann näm­lich gezeigt dass sie nur Sün­den ver­gibt, die von den Medi­en vor­her als Nicht­sün­den erklärt wor­den sind, wie z.B Homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen und Ehe­bruch mit nach­fol­gen­der Hei­rat des­sen mit dem man die Ehe gebro­chen hat.

  6. Die Skan­da­li­sie­rung miss­lie­bi­ger Kir­chen­obe­rer läuft immer nach dem glei­chen Muster ab. Erst wird natür­lich ein Auf­hän­ger gesucht resp. erzeugt. Bringt der nicht den erhoff­ten Erfolg, wird wei­ter gegra­ben, bis man irgend­was fin­det, das aus­rei­chend auf­ge­pumpt wer­den kann. Spä­ter geben immer die glei­chen Leu­te ihr State­ment ab: Zollitsch, Leh­mann usw., diver­se ZdK-Han­seln, von denen man nur etwas hört, wenn direkt oder indi­rekt ihre Uralt-The­men auf­ge­ru­fen wer­den, sodann „Wir sind Kir­che“ und ähn­li­che Ver­ei­ne und selbst­re­dend die gefei­er­ten „Fort­schritt­li­chen“ vor Ort und aus den hin­ter­sten Win­keln des öffent­li­chen Lebens. Uni­so­no wird erklärt, dass der Skan­da­li­sier­te nicht dia­log­be­reit sei und umge­hend das Feld räu­men müs­se. Das Ver­trau­en in die Per­son sei zer­stört, es müs­se einen Neu­an­fang geben, bla­bla­bla… Selbst­ver­ständ­lich gibt es die­se bis zum Rausch gestei­ger­ten Empö­rungs­fe­sti­vals nur bei jenen, denen man so schö­ne Eti­kett­lein wie „kon­ser­va­tiv“ oder „rom­treu“ auf­kle­ben kann. „Pro­gres­si­ve“ und füh­ren­de Ver­tre­ter ande­rer Kon­fes­sio­nen und Reli­gio­nen genie­ßen dage­gen Nar­ren­frei­heit. Ich kann mich nicht erin­nern, dass z. B. gegen mus­li­mi­sche oder jüdi­sche Groß­kop­fer­te schon ein­mal sol­che Kam­pa­gnen gefah­ren wur­den.

    Ich ken­ne Bischof Tebartz-van Elst nicht näher, aber da er sich bis­lang nicht als För­de­rer des Glau­bens und der katho­li­schen Tra­di­ti­on her­vor­ge­tan hat, ist es mir herz­lich egal, ob er geht oder nicht. Ob nun er oder ein ande­rer den nach­kon­zi­lia­ren Nie­der­gang in Lim­burg orga­ni­siert, ist ziem­lich wurscht. Aller­dings sagt mir mein Instinkt, dass da einer mit allen Mit­teln media­ler Mani­pu­la­ti­on fer­tig gemacht wer­den soll. So, wie es mit ande­ren auf ver­gleich­ba­re Wei­se und lei­der mit eini­gem Erfolg auch schon gemacht wur­de. Ob tat­säch­li­che Schuld vor­lag, hat anschlie­ßend nie­man­den mehr inter­es­siert. In sol­chen Fäl­len habe ich grund­sätz­lich eine gewis­se Sym­pa­thie gegen­über dem Ange­klag­ten. Wenn ich zwi­schen der „pro­gres­si­ven“ Kir­chen­ma­fia und dem von ihr Gehetz­ten zu wäh­len hät­te, fie­le mir mei­ne Ent­schei­dung sehr leicht.

    • Modern nennt man die­sen Pro­zess ja „Mob­bing“. Auf die­se Wei­se kann man jeden noch so inte­gren Men­schen nie­der­ma­chen. Es gibt ja sogar Semi­na­re für Unter­neh­mer und Unter­neh­mens­ma­na­ger, wie sie ein sol­ches Mob­bing insze­nie­ren.

      Man darf den deut­schen Kar­di­nä­len und Bischö­fen nach all den Vor­komm­nis­sen in den letz­ten Jah­ren nicht mehr von hier bis um die Ecke trau­en.

  7. Der Redak­ti­on ist sehr zu dan­ken für die­sen pro­fun­den Arti­kel, der die eigent­li­chen Hin­ter­grün­de beleuch­tet und auch die offen­sicht­li­chen Par­al­le­len zu ande­ren Bischofs­ab­set­zun­gen und ‑ver­hin­de­run­gen zieht. Gott­lob wird hier auch nicht das alte Mär­chen von den bösen Medi­en bedient, die wie Wehr­wöl­fe aus eige­nem Antrieb über die Ver­tre­ter der Kir­che her­fal­len. Die­se Medi­en haben im Grun­de über­haupt kein Inter­es­se an der Abset­zung eines Pro­vinz­bi­schofs. Kräf­ti­ges Inter­es­se dar­an haben aller­dings Kräf­te inner­halb der Kir­che, denen der Bischof aus ideo­lo­gi­schen Grün­den im Wege steht. Es drängt sich der Ver­dacht gera­de­zu auf, dass von die­sen inner­kirch­li­chen Kräf­ten, die äußerst ein­fluss­reich, gut ver­netzt und finan­zi­ell ent­spre­chend aus­ge­stat­tet sein müs­sen, die Medi­en für eine sol­che, jedes Maß und jede Objek­ti­vi­tät ver­mis­sen las­sen­de Ver­het­zungs­kam­pa­gne benut­zen und also auch finan­ziert wer­den. Die­ser Bischof wird vor aller Augen auf eine schockie­rend rück­sichts­lo­se, bru­ta­le, unmensch­li­che Art und Wei­se ver­nich­tet und ins Abseits gedrängt, und man fragt sich, für was? Weil er Buiss­nes-Class flog und sei­ne Bau­be­hör­de die Kosten für ein Bis­tums­ge­bäu­de explo­die­ren ließ. Es ist ein Wahn­witz! Als bei­spiels­wei­se ein Kar­di­nal sei­ner­zeit sei­ne Diö­ze­se finan­zi­ell völ­lig rui­nier­te hat­te und ande­re Diö­ze­sen mit Mil­lio­nen­be­trä­gen für die­se Miss­wirt­schaft ein­ste­hen muss­ten, ver­lang­te nie­mand des­sen Rück­tritt. Nun, er hat­te offen­sicht­lich den rich­ti­gen Stall­ge­ruch.. Was an die­sen Treib­jag­den am mei­sten ent­setzt, ist der uner­bitt­li­che, gera­de­zu dämo­ni­sche Hass, der sich in Tebartz Fall bei­spiels­wei­se offen­bart, wenn ein Kir­chen­recht­ler den Bischof öffent­lich als krank ver­un­glimpft oder sich ein Zollitsch — nach Medi­en­be­rich­ten — in kaum zu über­bie­ten­der Selbst­ge­rech­tig­keit öffent­lich thea­tra­lisch fragt, wie man mit einer sol­chen Schuld über­haupt wei­ter­le­ben kön­ne („Mit Blick auf den Straf­be­fehl wegen einer fal­schen eides­statt­li­chen Erklä­rung, der Tebartz droht, sag­te der DBK-Vor­sit­zen­de Zollitsch: „Ich wüss­te nicht, wie ich mit die­sen Vor­wür­fen leben könn­te.“ Quel­le: http://www.welt.de/politik/deutschland/article120846685/Limburgs-Bischof-sendet-ein-Signal-der-Resignation.html) Man glaubt sich wirk­lich in die fin­ster­sten Zei­ten des Römi­schen Rei­ches rück­ver­setzt, wo jedem der Schier­lings­be­cher droh­te, der auf irgend­ei­ne läp­pi­sche Wei­se mit den unge­schrie­be­nen Geset­zen der Macht in Kon­flikt geriet. Die­ses abschreckend mie­se, unchrist­li­che Ver­hal­ten scha­det der Kir­che im übri­gen mehr, als es irgend­wel­che Protz­bau­ten je könn­ten.

    • Das hat man damals mit Mixa ja auch ver­an­stal­tet: er sei krank, ein psych­ia­tri­scher fall, und noch Alko­ho­li­ker. Sei­ne „Schuld“ — egal ob was dran war oder nicht — kam mir wirk­lich lächer­lich gering vor…ja, Sie haben wirk­lich recht mit der Beob­ach­tung, dass das dämo­nisch ist.
      Mir graust es vor die­sen Män­nern, die wir als Bischö­fe ehren sol­len. Man bekommt den Ein­druck, es ist eine wah­re Mafia und Aus­ge­burt aus…

      Die Bischö­fe krie­chen spei­chel­leckend dem Für­sten der Welt hin­ter­her. Er hat ihnen offen­bar die Macht ver­spro­chen.
      Sie haben sie aber nicht.
      Die Welt hat sich ohne­hin schon ange­wi­dert von ihnen abge­wandt.
      Die wah­ren Gläu­bi­gen war­ten — auf IHN.

  8. Bit­te nicht ver­ges­sen:

    Bischof Franz Kam­p­haus wur­de von Papst Johan­nes Paul II. im Amt BESTÄTIGT.

    Und wenn ein Bis­tum 60 Jah­re in der Hand der Pro­gres­si­sten ist, dann wird sich der Hei­land doch sicher etwas dabei gedacht haben.

    • Gott greift nicht direkt in die Welt ein, sonst wären die han­deln­den Men­schen ja Auto­ma­ten. Wir haben alle einen frei­en Wil­len, schon ver­ges­sen? Gott ist nicht ver­ant­wort­lich für die Hand­lung von Kam­p­haus und Johan­nes Paul II.

      Des­halb ist das Unsinn, was Sie schrei­ben. Das ist magi­sches Den­ken, was aber Aber­glau­be und schi­zo­phren ist. Wir han­deln alle auf­grund unse­rer eige­nen Ver­ant­wor­tung.

    • @ zeit­schnur
      @ Kirch­gän­ge­rin

      Sie ver­ste­hen mich falsch.

      Papst John­nes Paul II. — der bald hei­lig­ge­spro­chen wird — hat Bischof Kam­p­haus ernannt.

      Das bedeu­tet nichts ande­res, dass ein Hei­li­ger der Kir­che die­sem Bischof zu sei­nem Amt ver­hol­fen hat! Ein Hei­li­ger Papst hat einen Moder­ni­sten in das Bischofs­amt geholt, um die Katho­li­ken zu füh­ren.

      • „Ein Hei­li­ger Papst hat einen Moder­ni­sten in das Bischofs­amt geholt, um die Katho­li­ken zu füh­ren.“

        Und das er dann Bera­tungs­schei­ne zur Abtrei­bung aus­stellt. Das dür­fen wir nicht unter dem Tisch fal­len las­sen. Ob der Hei­land sich dabei was gedacht hat? Ganz so ein­fach sehe ich die „Hei­lig­keit“ von Johan­nes Paul II nun lei­der nicht. Für die Kon­zils­kir­che passt natür­lich alles.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

  9. In vie­len ist dem obi­gen Arti­kel recht zu geben, beson­ders was die jahr­zehn­te­lan­ge Libe­ra­le und Pro­gres­si­sti­sche Unter­wan­de­rung der Kir­che betrifft, aber den­noch sehe ich in der Ver­fol­gung die nun rund um sei­ne Exzel­lenz Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst betrie­ben wird nichts ande­res als eine bewusst her­bei­ge­führ­te Ablen­kungs­stra­te­gie, wenn die Kosten in Lim­burg nicht so aus dem Ufer gelau­fen wor­den wären, hät­te ja viel­leicht Roten­burg mit sei­nen Aus­ga­ben von 40 Mil­lio­nen als Bau­ern­op­fer her­hal­ten müs­sen um den wah­ren inner­kirch­li­chen Skan­dal zu ver­tu­schen näm­lich das hier:
    https://katholisches.info/2013/10/09/deutsche-kirche-will-unaufloeslichkeit-der-ehe-kippen-ein-spiel-mit-dem-feuer/

    Und wie lenkt man am besten von einen Skan­dal ab, rich­tig man insze­niert einen ande­ren Skan­dal über den noch mehr berich­tet und gere­det wird.

    Denn eines ist Gewiss, der „aller­nied­rig­ste“ und sei­nen Hel­fers­hel­fer sind nicht DUMM son­dern das genaue Gegen­teil.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  10. Ich bin sehr dank­bar für die­sen Arti­kel. Seit mei­ner Geburt lebe ich im Bis­tum Lim­burg und die Aus­sa­gen zur Situa­ti­on im Bis­tum tei­le ich völ­lig.
    Ich gehe noch etwas wei­ter und sage, dass das Bis­tum Lim­burg seit mehr als 40 Jah­ren füh­rungs­los war und tota­le Anar­chie herrsch­te.
    Im Arti­kel fehlt der Kon­flikt zwi­schen Nun­ti­us Bafi­le und Bischof Kempf aus dem Jahr 1973.
    Der Apo­sto­li­sche Nun­ti­us in Deutsch­land, Cor­ra­do Bafi­le, woll­te Rom dazu bewe­gen, Bis­hof Kempf einen Admi­ni­stra­tor zu geben. Ursa­che war, das Räte- und Gre­mi­en­un­we­sen im Bis­tum Lim­burg. Lim­burg war das moder­nio­sti­sche Vor­zei­ge­bis­tum und der soge­nann­te „LIm­bur­ger Stil“ zeig­te sich in erster Linie in der bereits erwähn­ten Anar­chie. Nun­ti­us Bafi­le hat­te das sehr rich­tig erkannt und sah deut­lich einen Lim­bur­ger Son­der­weg, der unterm Strich „los von Rom“ bedeu­te­te. Lei­der konn­te er sich in Rom nicht durch­set­zen und römi­sche Kon­gre­ga­tio­nen und nicht zuletzt Paul VI stell­ten sich hin­ter Bischof Kempf. Es wäre damals einer Kri­tik am II Vati­ka­ni­schen Kon­zil gleich­ge­kom­men und die scheut man ja bis heu­te wie der Teu­fel das Weih­was­ser.
    HIer liegt mei­nes Erach­tens auch die Ursa­che für die Vor­gän­ge um Bischof Franz-Peter.
    Kempf war reha­bi­li­tiert und der Moder­nis­mus eta­bliert. Gleich­zei­tig wur­de das Mär­chen von den bösen, restau­ra­ti­ven Kräf­ten im Bis­tum, die den Nun­ti­us beein­flusst hät­ten, in Umlauf gesetzt und wird bis heu­te kol­por­tiert.

    Das Wort mei­ner gelieb­ten Rhein­gau­er Groß­mutter, „das nach Käs nichts bes­se­res kommt“, ist wahr, denn nach Kempf kam Kam­p­haus.
    Aber die Vor­gän­ge um Kam­p­haus sind ja bekannt.

    Das, was Bischof Franz-Peter wider­fährt, ist im Lim­bur­ger Gre­mi­en- und Räte­we­sen grund­ge­legt.

  11. Bischof Tebartz-van Elst ist Fami­li­en­bi­schof, d.h. sein „Res­sort“ inh. der DBK ist der Bereich Ehe und Fami­lie. Gera­de in die­sem Bereich wäre sei­ne Stim­me momen­tan sehr gefragt (Stich­wort „Hand­rei­chung“). Aber er ist ja nun aus­ge­schal­tet… (Gab es nicht mal die Nach­richt, dass er als Nach­fol­ger von EB Meiss­ner im Gespräch war — auch das ist ja nun „abge­wehrt“).

  12. Ich poste­te in den Zei­tun­gen, mei­stens sofort zen­su­riert, dass an Bischof Tebartz etwas Gutes sein muss, weil es sonst nicht so eine Medi­en­hetz­kam­pa­gne gegen ihn gäbe, ich hal­te nichts von ihm und auch nicht von sei­nem moder­ni­sti­schen Bischofs­bau, gut fin­de ich aber dass er die Reli­qui­en gehö­rig ver­wah­ren hat las­sen die bei Bischof Kam­p­haus in Keks­do­sen lager­ten . Wenn er gehen muss ist das sein Pro­blem, er war ein Ratz­in­ge­ria­ner, das ist eine Grup­pe von Leu­ten die sich dadurch aus­zeich­net dass sie den Moder­nis­mus nicht son­der­lich vor­an­treibt, aber anson­sten über­haupt nichts wei­ter­bringt.
    Viel wich­ti­ger wäre es aber die aus dem Amt zu jagen die das Glau­bens­gut ver­schleu­dern als die die nur das Kir­chen­geld- wenn über­haupt- ver­schleu­dern.

  13. Alle die hier Tebartz van Elst zum Hel­den machen wol­len über­se­hen, dass der Bischof selbst ein nicht zu unter­schät­zen­der Teil des Pro­blems ist. Ein Bischof, zumal wenn er eine erz­pro­gres­si­ve Festung zurück­er­obern soll, muss nicht nur ‑no-na-ned- katho­lisch, son­dern unbe­dingt cha­rak­ter­lich geeig­net und erfah­ren sein. Van Elst ist nun nicht nur ein Ver­schwen­der vor dem Herrn, son­dern war zudem so unglaub­lich naiv und dumm einem „Der Spiegel„team in die Kame­ra zu lügen und dar­über — Gip­fel der Inkom­pe­tenz- noch falsch Zeug­nis abzu­le­gen. Die­ser Mann hat sich auch selbst erle­digt und solan­ge die Tra­di­ti­on kei­ne bes­se­ren Leu­te auf­zu­bie­ten hat schießt man sich mit sol­chen Töl­peln nur wie­der und wie­der selbst ins Knie.

    • Nie­mand macht hier Tebartz zum Hel­den, werter@Leu. Er ist gewiß ein Mensch mit Feh­lern und Schwä­chen und hat gewiß auch sei­ne Stär­ken, wie jeder Mensch, wie jeder Bischof. Woge­nen man sich aber schon aus Huma­ni­tät weh­ren muss, ist, dass bestimm­te Hand­lungs­wei­sen, Unzu­läng­lich­kei­ten, womög­lich gar Feh­ler, die bei ande­ren kei­ne Kon­se­quen­zen haben, bei bestimm­ten Per­so­nen instru­men­ta­li­siert und auf­ge­bauscht wer­den, um die­se aus dem Weg zu räu­men. Eine sol­che eis­kal­te Unmensch­lich­keit im Umgang mit dem eige­nen Mit­bru­der und Vor­ge­setz­ten per­ver­tiert das Chri­sten­tum nach­hal­tig. Das ist der wah­re, uner­mess­li­che Scha­den, den übri­gens nicht Tebartz anrich­tet!

    • ach wie schön, wir ver­lan­gen immer unmög­li­ches von unse­ren Hir­ten, anstatt ihnen bei­zu­ste­hen!
      Ich ver­mu­te jeder, aber auch jeder wür­de ähn­lich behan­delt wie Bischof Tebartz ähn­lich han­deln.
      Sagen wir mal so, wir woll­ten Bischö­fe zum Anfas­sen, Men­schen wie du und ich und jetzt haben wir sie halt.
      Wie ich schon immer und ewig sage „Im Zuge der 68’er hat man gebrüllt nur kei­ne Auto­ri­tät, das ist gaaaaaaa­anz gaaaaaaa­anz schlimm!“
      „Ach“ hat Gott der Herr gesagt „Okay, dann kriegt ihr halt kei­ne!“

      Und das ist lei­der die Guil­lo­ti­ne auch für kon­ser­va­ti­ve und from­me Hir­ten, weil man von ihnen einer­seits erwar­tet mit der Welt fer­tig zu wer­den sogar „Schlit­ten fah­ren zu kön­nen“ und das ohne Hil­fe und ganz allein, ande­rer­seits sol­len sie halt katho­lisch sein.

      Mir ist völ­lig gleich inwie­weit Bischof Tebartz naiv war oder nicht , jemand der so ver­folgt wird, muss in Schutz genom­men wer­den!
      Sorum ist der Vor­gang auch eine Nagel­pro­be für Papst Fran­zis­kus, jetzt hat er die Chan­ce zu zei­gen, wie ernst es ihm mit sei­nem Gere­de von der Barm­her­zig­keit und dem Feld­la­za­rett ist.

      • „Sorum ist der Vor­gang auch eine Nagel­pro­be für Papst Fran­zis­kus, jetzt hat er die Chan­ce zu zei­gen, wie ernst es ihm mit sei­nem Gere­de von der Barm­her­zig­keit und dem Feld­la­za­rett ist.“

        Das mit der Nagel­pro­be für Papst Franz ist völ­lig zutref­fend. All­zu oft for­dert gera­de er sei­ne Mit­brü­der auf barm­her­zig zu sein.

        • Schon recht. Doch ist zu beob­ach­ten, dass er bei aller Rede von Barm­her­zig­keit und Armuts­lie­be immer dann hart und gera­de­zu rück­sichts­los han­delt, wenn es um Belan­ge geht, die ihm Schwie­rig­kei­ten machen, weil sie quer zum Zeit­geist und zur Visi­on von sei­ner „Feld­la­za­rett­kir­che“ ste­hen. Inso­fern habe ich kei­ne gro­ßen Hoff­nun­gen für Bischof Tebartz. Und was heißt Hoff­nung, der Mann wird ja so gna­den­los durch den Wolf gedreht und von sei­nen eige­nen Mit­brü­dern bloß­ge­stellt, dass einem die Stei­ni­gung des Ste­pha­nus gera­de­zu als Gna­de erscheint. In die­ser Kir­che herr­schen offen­sicht­lich jene Dämo­nen, die auch schon in die Jako­bi­ner gefah­ren waren. Wer treibt sie in die Schwei­ne­her­de? Oder hau­sen sie gar schon dort, denn alles, was man hier zu sehen und zu hören bekommt, hat nichts mehr Mensch­li­chem gemein!

  14. es ist immer wie­der das­sel­be. Ein Mensch, der nicht gewollt ist — gleich ob in Poli­tik oder Reli­gi­on, denn bei­des spielt lei­der inein­an­der, — wird vor­ver­ur­teilt, ohne daß es bis­her mög­lch war, die Fak­ten ein­deu­tig zu prü­fen oder gar ein Urteil abzu­war­ten. Die­ser Mensch wird erst­mal mit Schmutz bewor­fen, in der Hoff­nung, daß auch etwas hän­gen­bleibt, wenn sich herau­stellt, daß alles eine Lüge war und nur dazu dien­te, ihn „unschäd­lich“ zu machen. In der Regel kön­nen wir davon aus­ge­hen daß die­ser Mensch, sobald die Hor­den des Systems über ihn her­fal­len — und das tun sie mit wach­sen­der Begei­ste­rung -, etwas sehr Rich­ti­ges und Wich­ti­ges getan haben muß.

  15. @ein besorg­ter Christ sagt:

    „Mir ist völ­lig gleich inwie­weit Bischof Tebartz naiv war oder nicht , jemand der so ver­folgt wird, muss in Schutz genom­men wer­den!“
    So ist es. Der toben­de pro­gres­si­ve Katho­lik im Bünd­nis mit allen Medi­en steht nicht für Chri­stus. Mal sehen wie unser jet­zi­ger Papst ent­schei­det. Ach­so das hät­te ich fast ver­ges­sen. An alle Katho­li­ken die Tebartz van Elst ver­ur­tei­len, ihr seid alle ohne Schuld und Sün­de. Eigent­lich seid ihr grö­ßer als Chri­stus oder wenig­stens ihm gleich­ge­stellt. Die letz­ten zwei Sät­ze sind iro­nisch gemeint. Auch ich habe mei­ne Geheim­nis­se.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • “ Der toben­de pro­gres­si­ve Katho­lik im Bünd­nis mit allen Medi­en steht nicht für Chri­stus.“

      So ist es! Er steht auf der Sei­te des­sen, der die gan­ze Welt ver­klagt, der kei­ne Barm­her­zig­keit kennt und der die Lüge für sei­ne Zwecke nutzt. Auch für die­se Katho­li­ken, gleich ob Lai­en, Bischö­fe oder haupt­amt­li­che Theo­lo­gen, gilt, dass das Blut ihrer Opfer über sie kommt. Sie sind schon gerich­tet, die sich als Rich­ter auf­spie­len und klir­rend mit Stei­nen aus den Glas­häu­sern ihrer eige­nen Unzu­läng­lich­kei­ten wer­fen.

  16. Der Liste der ‚Mär­ty­rer‘ könn­ten bei genaue­rem Betrach­ten wohl noch mehr Namen bei­gefügt wer­den. Mir fällt da z.B. gera­de ‚der zwei­te Fall Haas‘ ein — die 2010 erfolg­reich ver­hin­der­te Ernen­nung von Mgr. Mar­tin Gricht­ing zum Weih­bi­schof von Chur…

  17. „Bischof Tebartz-van Elst befin­det sich auf dem Flug nach Rom. Das wird Klar­heit brin­gen.“

    Das wage ich stark zu bezwei­feln.

    Davon abge­se­hen stim­me ich dem Arti­kel und den mei­sten Kom­men­ta­to­ren hier ohne Wei­te­res zu.

  18. Da liegt der Hund begra­ben, man lese die­sen einen Satz aus der BILDZEITUNG: „2008 ent­lässt Bischof Tebartz-van Elst einen Bezirks­de­kan, weil die­ser ein homo­se­xu­el­les Paar geseg­net hat.“
    Das sagt doch alles. Bei einem Papst der sagt “ wer bin ich… “ und somit nicht weiß wer er ist und damit auch nicht wis­sen kann was er tun soll, ist die Sache in kei­nen guten Hän­den.

  19. Ich fin­de die Hetz­kam­pa­gne nur trau­rig, aber sie zeigt lei­der die Macht der Medi­en. Ich hof­fe, dass es den­noch zu einer fai­ren Ent­schei­dung für Bischof Tebartz van Elst kommt.

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