Die Bekenntnisse der Francesca Chaouqui

Die Bekenntnisse der Francesca Chaouqui(Rom) Fran­ce­s­ca Chaou­qui, die von Papst Fran­zis­kus vor kur­zem in die neue Päpst­li­che Kom­mis­si­on für die Neu­ord­nung der Vati­kan­ver­wal­tung mit weit­rei­chen­den Son­der­voll­mach­ten beru­fe­ne PR-Exper­tin erklärt allen, daß sie kei­ne öffent­li­chen Erklä­run­gen abge­ben will. Durch ihre neue Rol­le als Päpst­li­che Kom­mis­sa­rin unter­lie­ge sie einer strik­ten Schwei­ge­pflicht. Immer­hin hat sie Zugang zu den geheim­sten Doku­men­ten des Vati­kans, jeden­falls allem was nach irdi­schen Maß­stä­ben von Wert ist.

Dann aber geschieht es, so der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster, daß Fran­ce­s­ca Imma­co­la­ta Chaou­qui zwei umfas­sen­de Bekennt­nis­se gewährt: Das erste dem Wochen­ma­ga­zin L’Espresso, das ist der ita­lie­ni­sche Spie­gel, der es am 17. Sep­tem­ber ver­öf­fent­lich­te. Das zwei­te dem Wochen­ma­ga­zin Pan­ora­ma, das ist das ita­lie­ni­schen Focus, das am 19. Sep­tem­ber erschien.

„Die unbän­di­ge Gesprä­chig­keit von Chaou­qui hat durch ihre Sor­ge, Kri­tik abzu­weh­ren, die sich gegen sie und gegen jene rich­te­te, die sie ernannt haben, einen zusätz­li­chen Ansporn erfah­ren“, so Magi­ster.

Die adret­te PR-Lob­by­istin ver­tei­digt sich mit dem Hin­weis, ihre Face­book- und Twit­ter-Sei­te sei durch Hacker geknackt und mani­pu­liert wor­den. „Wenn aller­dings die Kunst des Kom­mu­ni­zie­rens ihre Spe­zia­li­tät ist und sie angeb­lich des­halb vom Vati­kan aus­ge­wählt wur­de, dann spricht die offen­sicht­li­che Unfä­hig­keit, auf ihren eige­nen Inter­net­sei­ten Ord­nung zu bewah­ren, nicht gera­de für sie“, so Magi­ster wei­ter.

Zur Fra­ge, wer im Vati­kan denn auf die Idee kam, aus­ge­rech­net sie zu rekru­tie­ren und sie von einem ahnungs­lo­sen Papst Fran­zis­kus zur Ernen­nung vor­leg­te, bestä­tig­te inzwi­schen Chaou­qui selbst, genau das, was San­dro Magi­ster bereits geschrie­ben hat­te.

“Eines Tages kam der Anruf von Msgr. Lucio Val­le­jo Bal­da, Sekre­tär der Prä­fek­tur für die Wirt­schaft­li­chen Ange­le­gen­hei­ten des Hei­li­gen Stuhls, Spa­ni­er und Ange­hö­ri­ger des Opus Dei. Ich kann­te ihn, er ist der beste Öko­nom, den die Kir­che je auf der gan­zen Erde hat­te: ‚Du könn­test Kan­di­da­tin für das Komi­tee über die Wirt­schafts­di­kaste­ri­en des Hei­li­gen Stuhls sein. Schick mir Dei­nen Lebens­laugf‘. So geschieht es. Und ich wer­de ernannt. Kar­di­nal Tar­ci­sio Ber­to­ne, der Staats­se­kre­tär erfährt von der Kom­mis­si­on und deren Mit­glie­dern erst als das Chi­ro­graph, der Akt, mit dem Papst Fran­zis­kus uns ernann­te, offi­zi­ell bekannt­ge­ge­ben wird.“

Chaou­qui bekräf­tig­te auch, nicht dem Opus Dei anzu­ge­hö­ren, dem Werk aber „geist­lich sehr nahe­zu­ste­hen“. Beson­de­ren Wert legt sie auch auf die Beto­nung, mit den Kar­di­nä­len Tau­ran, Fari­na und Ber­tel­lo befreun­det zu sein. Letz­te­ren bezeich­net sie als „einen der glor­rei­chen Acht, die die Kurie zu refor­mie­ren haben“.

„Unter ihren ruhm­vol­len Titeln ver­mei­det Chaou­qui jeden­falls die Aus­zeich­nung zu erwäh­nen, die ihr im August von der ame­ri­ka­ni­schen Ver­ei­ni­gung Go-Top­less ver­lie­hen wur­de:

“Go-Top­less congra­tu­la­tes Fran­ce­s­ca Chaou­qui, the only fema­le aide appoin­ted by the Vati­can for free­ly sho­wing her nude tor­so. Time to put an end to mill­en­nia of repres­si­ve ‘moral’ values impo­sed by the Catho­lic church. Con­sti­tu­tio­nal equal top­less rights means true sepa­ra­ti­on of church and sta­te! Go-Top­less Day, August 25th, 2013„³.

Die Orga­ni­sa­ti­on Go Top­less setzt sich seit 2007 mit einem Go Top­less Day für „Frau­engleich­be­rech­ti­gung“ ein und for­dert als “Men­schen­recht“, daß auch Frau­en öffentlch oben ohne gehen dür­fen sol­len, wie Män­ner. Am Go Top­less Day zei­gen dann ihre Anhän­ge­rin­nen ent­spre­chen frei­zü­gig, was sie drun­ter haben. Die Preis­ver­lei­hung ist natür­lich eine Pro­vo­ka­ti­on. Mög­lich mach­ten sie Pho­to­auf­nah­men, die Chaou­qui in einem Pho­to­stu­dio von sich machen hat las­sen.

Text: Set­ti­mo Cielo/Giuseppe Nar­di
Bild: Set­ti­mo Cie­lo

4 Kommentare

  1. Und nun lesen wir fol­gen­de ein­mal mehr „rät­sel­haf­te“ Aus­sa­ge von Papst Fran­zis­kus in einem der
    Jesui­ten­zeit­schrift „Civil­ta‘ Cat­to­li­ca“ gege­be­nen umfas­sen­den Inter­view:
    -
    „Die Räu­me einer ein­schnei­den­den weib­li­chen Prä­senz in der Kir­che müs­sen wei­ter wer­den.
    Die katho­li­sche Kir­che steht heu­te vor der Her­aus­for­de­rung, 
    über den „spe­zi­fi­schen Platz der Frau“ nach­zu­den­ken. 
    Das gilt „gera­de auch dort, 
    wo in den ver­schie­de­nen Berei­chen der Kir­che Auto­ri­tät aus­ge­übt wird“.

    -

  2. Kor­rek­tur!
    Die zitier­te Aus­sa­ge des Pap­stes:
    -
    „Die Räu­me einer ein­schnei­den­den weib­li­chen Prä­senz in der Kir­che müs­sen wei­ter wer­den.
    Die katho­li­sche Kir­che steht heu­te vor der Her­aus­for­de­rung, 
    über den „spe­zi­fi­schen Platz der Frau“ nach­zu­den­ken. 
    Das gilt „gera­de auch dort, 
    wo in den ver­schie­de­nen Berei­chen der Kir­che Auto­ri­tät aus­ge­übt wird“.

    -
    stammt aus der Inter­net­sei­te der Jesui­ten­zeit­schrift „Stim­men der Zeit“ (!?)

    • „Die Räu­me einer ein­schnei­den­den weib­li­chen Prä­senz in der Kir­che müs­sen wei­ter wer­den.
      Die katho­li­sche Kir­che steht heu­te vor der Her­aus­for­de­rung,
      über den „spe­zi­fi­schen Platz der Frau“ nach­zu­den­ken.
      Das gilt „gera­de auch dort,
      wo in den ver­schie­de­nen Berei­chen der Kir­che Auto­ri­tät aus­ge­übt wird“.

      Ich habe die Ver­schlüs­se­lung der Aus­sa­ge geknackt.
      Es geht um das Frau­en­prie­ster­tum. Der spe­zi­fi­sche Platz der Frau wird eine Frau­en­quo­te im Kar­di­nals­kol­le­gi­um sein. Ziel­rich­tung am Ende eine Frau als Papst. Aber da hat noch ein ande­rer ein gewich­ti­ges Wort mit­zu­spre­chen. Und „Er“ hat das letz­te Wort.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

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