Kritik an Papst Franziskus aus den USA — „Papstmacher“ Dolan: Mangel an Manager- und Führungsqualität

Kardinäle vor dem Konklave: Kritik an Papst Franziskus aus den USA(New York) Die nord­ame­ri­ka­ni­schen Bischö­fe, so war unmit­tel­bar nach dem Kon­kla­ve vom ver­gan­ge­nen März zu hören, sei­en aus­schlag­ge­bend gewe­sen für die Wahl von Papst Fran­zis­kus. Sie sei­en zwar nicht die „Erfin­der“ des neu­en Pon­ti­fi­kats, ihre Stim­men und ihr Gewicht sei­en aber letzt­lich ent­schei­dend gewe­sen. Genau aus den USA kommt nun erste direk­te und erstaun­lich har­te Kri­tik an Papst Fran­zis­kus. Aus­druck fand sie in Inter­views des Erz­bi­schofs von New York und Vor­sit­zen­den der ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz Timo­thy Kar­di­nal Dolan und des Erz­bi­schofs von Phil­adel­phia, Charles Cha­put. Kar­di­nal Dolan spricht von einem „Man­gel an Mana­ger- und Füh­rungs­qua­li­tät“, Kar­di­nal Cha­put von einer gewis­sen Unzu­frie­den­heit über die Wahl von Kar­di­nal Ber­go­glio zum Papst in glau­bens­treu­en Kir­chen­krei­sen.

Gleich meh­re­re Pur­pur­trä­ger der USA gal­ten als „Papa­bi­li“. In einer gemein­sa­men Erklä­rung knapp vor Kon­kla­ve­be­ginn, ein Novum, gaben sie jedoch ihren kol­lek­ti­ven Ver­zicht bekannt. Begrün­det wur­de der uner­war­te­te Rück­zug mit einem mög­li­chen „Scha­den“ für die Kir­che, da ein US-ame­ri­ka­ni­scher Papst in ande­ren Erd­tei­len zu einer unan­ge­mes­se­nen Gleich­set­zung der Kir­che oder ins­ge­samt des Chri­sten­tums mit der Welt­macht USA füh­ren könn­te.

Amerikanische „Papstmacher“ erste Kritiker von Papst Franziskus

Ent­spre­chend fei­er­ten die ame­ri­ka­ni­schen Medi­en den New Yor­ker Erz­bi­schof Timo­thy Kar­di­nal Dolan bei des­sen Rück­kehr nach dem Kon­kla­ve als „Papst­ma­cher“. Kar­di­nal Dolan ist nicht der „Erfin­der“ der Kan­di­da­tur sei­nes argen­ti­ni­schen Mit­bru­ders. Die­se reicht bereits in das Kon­kla­ve von 2005 zurück. Die eigent­li­chen Pro­mo­to­ren hie­ßen 2005 Kar­di­nal Mar­ti­ni und 2013 Kar­di­nal Leh­mann, um nur zwei zu nen­nen. Im Gegen­satz zum vor­letz­ten Kon­kla­ve war die Alli­anz 2013 viel brei­ter. Die Über­win­dung einer Zwei-Drit­tel-Mehr­heit bei einer Wahl ohne star­ke Kan­di­da­ten oder Favo­ri­ten ist kein leich­tes Unter­fan­gen. Kar­di­nal Dolan gilt als „Papst­ma­cher“, weil das Ein­schwen­ken der nord­ame­ri­ka­ni­schen Papst­wäh­ler (zumin­dest der Mehr­heit) auf den Argen­ti­ni­er, letzt­lich die ent­schei­den­de Wen­de im Kon­kla­ve brach­te.

Nun kommt erstaun­li­cher­wei­se gera­de aus den USA Kri­tik an Papst Fran­zis­kus. Es ist die erste deut­lich ver­nehm­ba­re Kri­tik, da sich bis­her die Pur­pur­trä­ger und Orts­kir­chen, zumin­dest dem Anschein nach, vom media­len Jubel um das neue Pon­ti­fi­kat mit­rei­ßen hat­ten las­sen. Ein Jubel, was nicht ver­ges­sen wer­den darf, der vor allem eine letz­te Schel­te an Papst Bene­dikt XVI. war. Die ver­öf­fent­lich­te Mei­nung prä­sen­tier­te der Kir­che gewis­ser­ma­ßen die For­de­rung, wie ein Papst jeden­falls nicht zu sein habe. Die Reak­ti­on blieb nicht aus: Papst Fran­zis­kus ent­puppt sich, ganz im gewoll­ten Gegen­satz zu Bene­dikt XVI., als ver­blüf­fen­der Ken­ner der Medi­en­psy­cho­lo­gie und agiert ent­sprecht medi­en­ge­recht. Im deut­schen Sprach­raum sind die Bischö­fe mehr im Griff der Medi­en, wie jüngst der Vor­fall im Würz­bur­ger Prie­ster­se­mi­nar zeig­te. Es gab bis­her nur einen Bischof, der die Medi­en im Griff hat­te: den St. Pöl­te­ner Bischof Kurt Krenn. Bischof Krenn nütz­te sei­ne Medi­en­ge­wandt­heit um die katho­li­sche Glau­bens­leh­re zu ver­mit­teln, wo sei­ne Mit­brü­der im Bischofs­amt zuwei­len lie­ber schwie­gen. Dafür jubel­ten ihm die Medi­en nicht zu. Er war viel­mehr ihr Lieb­lings­feind­bild, aber sie konn­ten sich weder sei­ner Bra­vour im media­len Umgang noch sei­ner intel­lek­tu­el­len Grö­ße ent­zie­hen. Ob Papst Fran­zis­kus dies auch gelin­gen wird, bleibt vor­erst eine offe­ne Fra­ge. Bis­her erschöpft sich der media­le Jubel mehr auf Neben­säch­lich­kei­ten moder­ner Medi­en-Iko­nen, wie sie das Show­busi­ness, Sport und manch­mal auch die Poli­tik her­vor­brin­gen.

Kardinal Dolan: Von „Managerfähigkeiten und Führungsqualität“ hat man bisher „wenig gesehen“

Die Kri­tik aus den USA ist daher ein bemer­kens­wer­ter Indi­ka­tor für das im März begon­ne­ne Pon­ti­fi­kat. Kar­di­nal Dolan brach­te sie in einem Inter­view des Vati­ka­ni­sten John Allen für den pro­ges­si­ven Natio­nal Catho­lic Repor­ter vor. Er wur­de per­sön­lich sehr direkt, beschränk­te sich in kon­kre­ten Fra­gen jedoch mehr auf einen schein­bar tech­ni­schen Aspekt, dies aller­dings nur auf den ersten Blick. „Wir woll­ten auch jemand mit guten Mana­ger­fä­hig­kei­ten und Füh­rungs­qua­li­tät, und bis heu­te hat man davon wenig gese­hen.“ Mit die­sen Wor­ten beschrieb der New Yor­ker Erz­bi­schof das bis­he­ri­ge Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus. Man könn­te von einer Fron­tal­kri­tik spre­chen. Aus­ge­spro­chen hat Kar­di­nal Dolan sei­ne Kri­tik bereits vor weni­gen Wochen am Ran­de des Welt­ju­gend­ta­ges in Rio de Janei­ro. Der Natio­nal Catho­lic Repor­ter ver­öf­fent­lich­te das Inte­view am 24. Juli im Inter­net.

Knapp fünf Mona­te nach der Papst­wahl erklär­te damit einer der maß­geb­li­chen Gestal­ten des Kon­kla­ve, daß Papst Fran­zis­kus bis­her nicht aus­rei­chend „Mana­ger“ und nicht aus­rei­chend „Füh­rungs­per­sön­lich­keit“ war. Ein Papst muß ein „Mana­ger“ sein, „Füh­rungs­qua­li­tä­ten“ soll­te er haben.

Kardinal Dolan: Nach Sommerpause soll endlich neuer Staatssekretär ernannt werden

In sei­ner kon­kre­ten Kri­tik beschränk­te sich Kar­di­nal Dolan auf die Beset­zung des Staats­se­kre­ta­ri­ats und setz­te damit an der Spit­ze der Römi­schen Kurie und gleich unter Papst Fran­zis­kus an. Im Vor­feld des Kon­kla­ve war von ver­schie­de­nen Sei­ten laut­stark die Abbe­ru­fung von Kar­di­nals­staats­se­kre­tär Tar­ci­sio Ber­to­ne gefor­dert wor­den. Kar­di­nal Ber­to­ne war der wich­tig­ste Mit­ar­bei­ter von Papst Bene­dikt XVI. in der Lei­tung der Kir­che. Er wur­de nicht zu unrecht für man­che Pan­nen ver­ant­wort­lich gemacht, die dem deut­schen Papst von den Medi­en und sei­nen zahl­rei­chen inner­kirch­li­chen Geg­nern mit Genuß zum Dau­er­vor­wurf gemacht wur­den.

Kar­di­nal Dolan sag­te nun, sich bereits vor der Som­mer­pau­se einen Wech­sel an der Spit­ze des Staats­se­kre­ta­ri­ats erwar­tet zu haben. Und wei­ter: „Ich erwar­te mir, daß sich nach der Som­mer­pau­se das eine oder ande­re Signal mehr in Rich­tung Ände­rung der Amts­füh­rung kon­kre­ti­siert.“

Erzbischof Chaput: Gewisse Unzufriedenheit über Wahl von Papst Franziskus in glaubenstreuen Kreisen

Die Kri­tik des Vor­sit­zen­den der ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz geht nicht dar­über hin­aus. Es bleibt daher off­fen, wo und wie sie sich mit der Kri­tik ande­rer ame­ri­ka­ni­scher Bischö­fe an der Amts­füh­rung von Papst Fran­zis­kus trifft, die aller­dings zeit­gleich laut wur­de und etwas akzen­tu­ier­ter ist. Auf den Punkt brach­te sie der Erz­bi­schof von Phil­adel­phia, Charles Cha­put, Anwär­ter auf das Kar­di­nal­spur­pur, sobald sein Vor­gän­ger Justin Fran­cis Kar­di­nal Riga­li im April 2015 das 80. Lebens­jahr erreicht. Erz­bi­schof Cha­put, einer der bedeu­tend­sten ame­ri­ka­ni­schen Kir­chen­füh­rer gilt als glau­bens­treu und tra­di­ti­ons­ver­bun­den. Er  äußer­te, eben­falls in einem Inter­view für den Natio­nal Catho­lic Repor­ter, eine „gewis­se Unzu­frie­den­heit“ über die Wahl von Kar­di­nal Ber­go­glio zum Papst, die gera­de im glau­bens­treu­en und rom­treu­en Teil der Kir­che spür­bar sei.

Kar­di­nal Dolan griff nicht die Kri­tik kon­ser­va­ti­ver oder tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ner Tei­le der Kir­che auf, etwa über lit­ur­gi­sche Ver­än­de­run­gen durch Papst Fran­zis­kus, den umstrit­te­nen „Stil“ des Pap­stes, eine gewis­se Ambi­va­lenz des Pap­stes zu den gro­ßen bio­ethi­schen Her­aus­for­de­run­gen der Zeit, zur Homo­se­xua­li­tät und der aggres­si­ven Gen­der-Ideo­lo­gie. Kar­di­nal Dolan beschränk­te sich in sei­ner Kri­tik auf den Aspekt der „Amts­füh­rung“. Der Vati­ka­nist Andrea Tor­ni­el­li meint, daß sich dahin­ter eine „typisch ame­ri­ka­ni­sche Sor­ge“ ver­ber­ge: der Ruf nach tüch­ti­gen „Mana­gern“. Doch das dürf­te zu kurz grei­fen. Kar­di­nal Dolan ist Vor­sit­zen­der der Bischofs­kon­fe­renz, er dosier­te sei­ne Kri­tik wohl­über­legt und beschränk­te sich auf einen Aspekt, der kei­ne beson­de­re Medi­en­auf­merk­sam­keit ris­kiert, dafür aber direkt an den Papst in Rom gerich­tet ist.

Tatendrang bei Vatikanbank — Nebensächlichkeit für katholische Kirche

Taten­drang zeig­te Papst Fran­zis­kus bis­her vor allem im Zusam­men­hang mit der Vati­kan­bank IOR und den Wirt­schafts­an­ge­le­gen­hei­ten des Hei­li­gen Stuhls. Das brach­te viel Applaus, ist das Bank­in­sti­tut ja gera­de­zu sagen­um­wo­ben. Der Ein­satz erstaunt: die ver­patz­te Ernen­nung eines per­sön­li­chen Ver­tre­ters in der Per­son des umstrit­te­nen Msgr. Bat­ti­sta Ric­ca, die Beru­fung von gleich drei Kom­mis­sio­nen zur Kon­trol­le und Über­wa­chung der Bank, von denen dann doch min­de­stens eine zuviel und eine wei­te­re zwei­fel­haft besetzt scheint, Umbe­set­zun­gen an der Spit­ze der Stif­tung und schließ­lich noch ein eige­nes Motu pro­prio mit eini­gen neu­en Regeln. Die Vati­kan­bank mag man­chen Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern die Schweiß­per­len auf die Stirn trei­ben und eben­so eini­gen Kir­chen­fein­den, die von „sagen­haf­ten“ Reich­tü­mern der Kir­che träu­men. In Wirk­lich­keit ist die Bank, betrach­tet an ihren Ein­la­gen unter 10 Mil­li­ar­den Euro, im inter­na­tio­na­len Ver­gleich eine Klein­bank. Auf die Zahl der Katho­li­ken welt­weit umge­legt, lie­gen auf der Bank gera­de ein­mal sechs bis sie­ben Euro. Finan­zi­el­le und wirt­schaft­li­che Ange­le­gen­hei­ten sind nun aber wirk­lich nicht die wich­tig­sten Ange­le­gen­hei­ten der katho­li­schen Kir­che, nicht ein­mal die zweit­wich­tig­sten, wes­halb die­ser gan­ze Auf­wand doch eini­ge Beob­ach­ter erstaunt.

Nur Johannes Paul II. ernannte Staatssekretär sofort — Progressive Ernüchterung

Kar­di­nal Ber­to­ne, auf den sich die Kri­tik von Kar­di­nal Dolan an Papst Fran­zis­kus kon­zen­triert, voll­endet im Dezem­ber sein 79. Lebens­jahr. Ein Wech­sel steht daher so oder anders bevor. Kein Papst tausch­te den Kar­di­nal­staats­se­kre­tär sofort nach sei­ner Wahl aus. In der Kir­che gel­ten ande­re Rhyth­men. Papst Pius XII. ernann­te gar kei­nen. Als ehe­ma­li­ger Staats­se­kre­tär war sich der Papst sein eige­ner Staats­se­kre­tär. Papst Paul VI. behielt den von sei­nem Vor­gän­ger Johan­nes XXIII. „geerb­ten“ Staats­se­kre­tär sechs Jah­re bei. Johan­nes Paul I. kam wegen sei­nes uner­war­te­ten Todes zu kei­nen Per­so­nal­ent­schei­dun­gen. Ein­zig Johan­nes Paul II. ernann­te inner­halb weni­ger Mona­te einen neu­en Staats­se­kre­tär. Aller­dings starb Kar­di­nal Jean Vil­lot, den er von Paul VI. über­nahm, fünf Mona­te nach Pon­ti­fi­kats­be­ginn, wes­halb eine ver­mut­lich schnel­le Abbe­ru­fung des fran­zö­si­schen Pur­pur­trä­gers und Kon­zils­se­kre­tärs durch den pol­ni­schen Papst Spe­ku­la­ti­on blei­ben muß.

Als Jesu­it nimmt sich Papst Fran­zis­kus die nöti­ge Zeit, um über­leg­te Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Er sucht sich sei­ne Infor­ma­tio­nen und ent­schei­det dann ganz allei­ne. Das belegt auch sein Fest­hal­ten an der Ernen­nung von Msgr. Ric­ca zum Haus­prä­la­ten der Vati­kan­bank trotz Bekannt­wer­dens von des­sen bri­san­ter und unrühm­li­cher Ver­gan­gen­heit. Ein­mal getrof­fe­ne Ent­schei­dun­gen wer­den nicht zurück­ge­nom­men. Was die ange­kün­dig­te, medi­al beton­te und von vie­len Kar­di­nä­len, die resi­die­ren­de Diö­ze­san­bi­schö­fe sind, gefor­der­te Kuri­en­re­form anbe­langt, wird man die erste Sit­zung des neu­en acht­köp­fi­gen Kar­di­nal­s­rats abwar­ten müs­sen. Die Sit­zung ist für Anfang Okto­ber ange­setzt. In pro­gres­si­ven Krei­sen geht nach anfäng­li­cher Eupho­rie die Paro­le um, nicht zu hohe Erwar­tun­gen in das neue Pon­ti­fi­kat zu set­zen. Die pro­gres­si­ven Ordens­frau­en waren die ersten, die die Jubel­fah­nen ein­ge­holt haben.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Tem­pi

15 Kommentare

  1. Dolan schlägt mit sei­ner über­ra­schend deut­li­chen Kri­tik am neu­en Bischof von Rom in die­sel­be Ker­be wie Kar­di­nal Leh­mann wäh­rend sei­ner Droh­bot­schafts-Pres­se­kon­fe­renz Mit­te Juli (vgl. Main­zer Bis­tums­nach­rich­ten v. 17.07.): Kri­tik an der aus­blei­ben­den Ernen­nung eines neu­en Staats­se­kre­tärs und der „Reform“ der Kurie. Das Hala­li ist also gebla­sen und die media­le Schon­frist für den Papst vor­bei. Es ist ekel­haft und lässt sowohl mensch­li­ches als auch kirch­li­ches Emp­fin­den ver­mis­sen, wenn Kar­di­nä­le der Kir­che ver­su­chen, über die Medi­en öffent­lich Druck auf den Papst aus­zu­üben, damit er wie ein Ham­pel­mann ihre Erwar­tun­gen, viel­leicht auch ihre im Vor­feld der Wahl getrof­fe­nen gehei­men Abspra­chen erfüllt.

    Man soll­te sich übri­gens vom Bild der „bösen Medi­en“ ver­ab­schie­den und etwas genau­er hin­se­hen. Die Medi­en berich­ten das, wofür man sie bezahlt oder was Ein­schalt­quo­ten bringt. Die Bischö­fe Krenn und Dyba wur­den ‑übri­gens sehr zum Ärger der jewei­li­gen Bischofs­kon­fe­ren­zen! — stän­dig in den Medi­en prä­sen­tiert, weil sie sich a) nicht scheu­ten und b) elo­quent kon­tro­vers­theo­lo­gisch zu dis­ku­tie­ren ver­stan­den. Sie waren des­halb im Grun­de die Lieb­lin­ge der Medi­en, weil sie im Gegen­satz zu dem schlafför­dern­den Gut­men­schen­ge­sülz ande­rer Amts­trä­ger „Auf­re­ger“ und damit Ein­schalt­quo­te brach­ten. Wenn die Medi­en hin­ge­gen uni­so­no media­le Hetz­jag­den gegen bestimm­te Bischö­fe (bspw. Kenn, Mixa, Tebartz van Elst oder auch den Papst) ver­an­stal­ten, so stecken dahin­ter immer inter­es­sier­te Krei­se, die für die­se Kam­pa­gne kräf­tig zah­len. Offen­sicht­lich sind sol­che inter­es­sier­ten Krei­se immer öfter nicht nur außer­halb, son­dern vor allem auch im Innern der katho­li­schen Kir­che zu ver­or­ten, wie uns die­ses jüng­ste Bei­spiel wie­der ein­mal beweist.

    Mit der „Reform“ der Vati­kan­bank ver­bin­den sol­che Krei­se m.E. das Ziel, die finan­zi­el­le Unab­hän­gig­keit der römi­schen Zen­tral­be­hör­den und damit den röm. „Zen­tra­lis­mus“ als auch die welt- und kir­chen­po­li­ti­sche Bedeu­tung des Papst­am­tes ins­ge­samt zu schwä­chen.

  2. Papst Pius X ernann­te am Abend sei­ner Wahl auf die Cathe­dra Petri sei­nen Staats­e­kre­tär- die schnell­ste je erfolg­te Ernen­nung.

    • Manch­mal kön­nen sich Men­schen erst wie­der erhe­ben, erst wie­der umkeh­ren und ihrem Leben die ent­schei­den­de Wen­de geben, wenn sie am Tief­punkt ange­langt sind.
      Natür­lich ist es sehr ris­kant, Erfah­run­gen aus dem per­sön­li­chen Leben von ein­zel­nen Men­schen auf die Kir­che zu über­tra­gen.
      Doch in der Kon­zils- und Post­kon­zils­kir­che hat sich so viel Irr­tum, Syn­kre­tis­mus ange­sam­melt, dass mir nicht klar ist, wie auf „nor­ma­lem Wege“ eine Umkehr, eine wirk­lich geist­lich tie­fe Reform mög­lich ist.
      Den Nie­der­gang mit­er­le­ben zu müs­sen, ist uner­träg­lich, aber den­noch unab­wend­bar.

  3. hicest­ho­die,

    Die Absät­ze 2 und 3: Klas­se.

    Absatz 1: Was ist an den Äuße­run­gen der Ame­ri­ka­ner authen­tisch?

    Wie kommt man an den Text der Main­zer Pres­se­kon­fe­renz?

  4. Was ist denn der „glau­bens­treue und rom­treue Teil der Kir­che“? Hat die Kir­che etwa auch noch ande­re Tei­le?

  5. Die Her­ren Kar­di­nä­le dach­ten, einen Idio­ten auf dem Petri­stuhl gesetzt zu haben. Bekom­men haben sie einen Dick­schä­del der vor die­sen ver­wöhn­ten her­ren nicht ein­knickt. Im Gegen­teil; er ver­langt daß sie an den Rän­dern der Gesell­schaft gehen, sich qua­si die Ärmel hoch­krem­peln und ihren Prie­stern vor­ma­chen was katho­lisch ist und wie man Katho­li­ken macht. Außer­dem sol­len sie beschei­den sein und u.a.kleine Autos fah­ren (mög­lichtst alt und gebraucht).
    Dies schmeckt vie­len ver­wöhn­ten Kar­di­nä­len nicht. Das ist schwe­re Kost.
    Und so ver­su­chen die­se Her­ren auf ihrer oft erprob­ten Art und Wei­se zurück­zu­schla­gen.
    So etwas tut man nicht und es gehört sich auch nicht. Für die mei­sten sind die Schu­he (San­da­len) die unser Herr trug doch zu groß, viel zu groß!

  6. Die Kri­tik ist abso­lut unbe­rech­tigt — Papst Fran­zis­kus ist das Beste, was der katho­li­schen Kir­che
    pas­sie­ren konn­te! „Feh­len­de Mana­ger- und Füh­rungs­qua­li­tä­ten…“?? — dass ich nicht lache! Der Papst ist nicht (aus­schliess­lich) dafür da, um zu mana­gen und zu füh­ren — er soll Seel­sor­ge betrei­ben und das Wort Got­tes unter die Men­schen brin­gen bzw. die Men­schen wie­der dar­an erin­nern, dass es das Wort Got­tes noch gibt bzw. die­ses noch Gül­tig­keit hat! Mana­gen und Füh­ren soll­te man den Bankern/Managern und Co. über­las­sen! Ausser­dem: Papst Fran­zis­kus wird füh­ren — aber wahr­schein­lich in eine Rich­tung, die den Kri­ti­kern nicht passt!? Ihr wer­det Euch noch alle wundern.…es wird Zeit, dass in der katho­li­schen Kirche/im Vati­kan mal kräf­tig auf­ge­räumt wird!!! Die Machen­schaf­ten dort sind wirk­lich mitt­ler­wei­le unerträglich…die Kir­che bringt sich dadurch selbst in „Miss­kre­dit“ — DAS muss auf­hö­ren! Der KERN der Kir­che MUSS die Nach­fol­ge JESU in Wort und Tat sein/bleiben — davon ist sie aber lei­der mei­len­weit ent­fernt! Und Fran­zis­kus fängt gera­de an, wie­der zum KERN zurückzuführen.…tja.…aus mit Prunk und Protz.…jetzt rückt end­lich wie­der das Fun­da­men­ta­le in den Mit­tel­punkt.…!! Ich weiss, dass die mei­sten Chri­sten Papst Fran­zis­kus lie­ben und ihn abso­lut unter­stüt­zen wer­den! Wem das nicht passt, der kann ja gehen!

    • Naja lie­ber Spon­gebob, dann soll­te der Papst Fran­zis­kus halt mal anfan­gen und ins­be­son­de­re sagen, was und wohin er will.

      • Lie­ber besorg­ter Christ,

        …was und wohin er will.….??!!
        Ist ganz ein­fach: Papst Fran­zis­kus will den Glau­ben ver­ein­fa­chen und auf den
        Ursprung zurückführen…und er will mit Sicher­heit auf den Weg JESU bzw.
        zu Gott!!!
        Sie als Christ (wenn auch als ein besorg­ter) soll­te eigent­lich wis­sen, was Christ-Sein heisst bzw. was die­ses bedeu­tet. Im Lau­fe der Jahr­hun­der­te wur­de der Glau­be (durch den Menschen…durch wen auch sonst) extrem ver­kom­pli­ziert.
        Dadurch ist der Kern des Gan­zen sehr weit in den Hin­ter­grund gerückt — LEIDER! Der Glau­be an sich ist näm­lich sehr ein­fach (und somit auch sehr schön)!!!

        • Ach ein neu­er Luther, ist er mei­nen Sie!
          2000 Jah­re war man auf dem Holz­weg und jetzt muss man wie­der back to the roots!
          Naja dann hof­fen wir mal, dass dem­nächst die Zeit­ma­schi­nen in den Kir­chen eta­bliert wer­den und wir wie­der in Zei­ten lan­den, wo man den gan­zen Tag mit Was­ser vom Brun­nen oder aus dem Bäch­lein holen muss.
          Katho­lisch ist übri­gens nicht ein­fach ein­fach, son­dern all­um­fas­send.

  7. Die Kri­tik von Kar­di­nal Dolan mag etwas unge­stüm sein, die von Erz­bi­schof Cha­put (Respekt, Exzel­lenz, für Ihren Mut und Ihre Klar­sicht) ist aber voll berech­tigt und trifft den Kern des Pro­blems..

Kommentare sind deaktiviert.