[Update] Gegenrevolution und katholische Tradition — Zum Tod von Jean Madiran

Jean Madiran(Paris) Am 31. Juli ver­starb im Alter von 93 Jah­ren der fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler Jean Mad­iran. Der Phi­lo­soph, Essay­ist und Jour­na­list war einer der füh­ren­den Ver­tre­ter der zeit­ge­nos­si­schen Gegen­re­vo­lu­tio­nä­ren Schu­le. Sei­ne publi­zi­sti­sche Tätig­keit begann Mad­iran bereits vor sei­ner Voll­jäh­rig­keit. Sein erstes Buch erschien 1955. Ein Schaf­fen, das er bis zu sei­nem Tod fort­setz­te. Sein letz­tes Buch wird post­hum im Okto­ber erschei­nen. Es ist der zwei­te Band sei­ner Chro­ni­ques sous Benoà®t XVI.. Als auf­merk­sa­mer Beob­ach­ter mit spit­zer Feder wur­de Mad­iran zum treu­en Beglei­ter des Pap­stes durch des­sen Pon­ti­fi­kat. Im deut­schen Papst sah Mad­iran wie­der jene gegen­re­vo­lu­tio­nä­re Gei­stes­kraft auf­flackern, der er sich ver­pflich­tet wuß­te. Der zwei­te Band umfaßt die Zeit von Anfang 2010 bis zum Amts­ver­zicht von Papst Bene­dikt XVI. am 28. Okto­ber 2013.

Madirans Bücher wurden nicht ins Deutsche übersetzt

Obwohl Jean Mad­irans Å’uvre allein an die 50 Bücher umfaßt, wur­de kei­nes sei­ner Wer­ke ins Deut­sche über­setzt. Zei­chen dafür, wie unter­schied­lich die gei­sti­gen Strö­mun­gen auch in benach­bar­ten Län­dern ver­lau­fen. Für eine natio­na­le und katho­li­sche Posi­ti­on, wie sie Jean Arfel ver­trat, so Mad­irans rich­ti­ger Name, gab es im deut­schen Sprach­raum nach dem Zwei­ten Welt­krieg kei­nen Platz. Nicht ein­mal eini­ge sei­ner Haupt­wer­ke wie Die Häre­sie des 20. Jahr­hun­derts (1968–1974) oder Die Rech­te und die Lin­ke (1977) fan­den einen deut­schen Ver­le­ger.

1920 in der Giron­de gebo­ren, schloß sich Jean Arfel früh dem inte­gra­len, mon­ar­chi­stisch aus­ge­rich­te­ten Natio­na­lis­mus von Charles Mau­rras an, des­sen Sekre­tär er wur­de. Prä­gen­der als Mau­rras waren für Arfel jedoch André und Hen­ri Char­lier. Hen­ri Char­lier, einer der bedeu­tend­sten christ­li­chen Künst­ler der Zwi­schen­kriegs­zeit und sein Bru­der And­re Char­lier, ein aner­kann­ter Päd­ago­ge und Schul­di­rek­tor ver­tra­ten eine mora­li­sche Erneue­rung im katho­li­schen Glau­ben. Zu ihren Schü­lern gehör­te neben Jean Mad­iran auch der spä­te­rer Grün­der­abt von Le Bar­roux, Dom Ger­ard Cal­vet.

L’Action francaise und die Brüder Charlier — 1945 Zuflucht im Kloster und ein neuer Name

Jean Madiran und Benedikt XVI.: Chronique sous Benoit XVIMad­iran arbei­te­te über Mau­rras unter ande­rem an der Tages­zei­tung L’Ac­tion fran­çai­se mit, die sich zur Neu­ord­nung der gesell­schaft­li­chen Ord­nung Frank­reichs zur Kol­la­bo­ra­ti­on mit der deut­schen Besat­zungs­macht bereit erklär­te. Nach dem Zusam­men­bruch des Drit­ten Reichs, mach­ten bewaff­ne­te Volks­front-Ver­bän­de Jagd auf poli­ti­sche Geg­ner. Der 24 Jah­re alte Arfel muß­te 1945 unter­tau­chen und fand ret­ten­de Zuflucht in einem Klo­ster auf den Hügeln von Mad­iran. Aus Dank­bar­keit leg­te er sich den Namen zu, unter dem er nach dem Krieg bekannt wur­de.

Stets der Tra­di­ti­on in all ihren Tei­len ver­pflich­tet, wur­de er in der Zeit des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils und der Nach­kon­zils­zeit zum katho­li­schen Tra­di­tio­na­li­sten. Mad­iran war ein uner­müd­li­cher Strei­ter für die katho­li­sche Kir­che und ein Freund der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. Gegen das Ein­drin­gen moder­ni­sti­scher Ideen in die Kir­che wider­setz­te er sich in einem umfas­sen­den gei­sti­gen Kampf. Neben sei­nen Büchern tat er dies vor allem durch die Grün­dung der Zeit­schrift Iti­nér­ai­res (1956–1997) und die Tages­zei­tung Pré­sent (1982- ), deren Schrift­lei­tung er inne­hat­te. In den Spal­ten von Pre­sent nahm er bis zum letz­ten Atem­zug zu reli­giö­sen und poli­ti­schen Fra­gen Stel­lung.

Messerscharfe Analyse des Kommunismus — Kritik an linkskatholischen Wasserträgern

Wie Mau­rras und L’Ac­tion fran­çai­se, so wur­den auch Iti­nér­ai­res und Pré­sent von poli­ti­schen Geg­nern als „rechts­ex­trem“ bezeich­net. Doch mit Begrif­fen wie „Rechts­ex­tre­mis­mus“, die mit katho­li­schen Kate­go­rien nichts zu tun hat­ten, konn­te Mad­iran nichts anfan­gen. Sie waren für ihn Pro­pa­gan­da­schlag­wör­ter aus jener lin­ken Trick­ki­ste, die er früh­zei­tig und mit sel­te­ner Klar­sicht durch­schaut hat­te. Von die­ser Sei­te ließ er sich kei­nen Nach­hil­fe­un­ter­richt ertei­len.

Unter sei­nen Wer­ken ragt daher nicht zufäl­lig La vieil­les­se du mon­de (1966) her­vor, eine mes­ser­schar­fe, kaum über­treff­ba­re Ana­ly­se des Kom­mu­nis­mus. Jean Mad­iran deck­te dabei nicht nur die syste­ma­ti­sche, dem Kom­mu­nis­mus gera­de­zu imma­nen­te Des­in­for­ma­ti­on auf, son­dern auch die damit zusam­men­hän­gen­de „Mani­pu­la­ti­on der Gewis­sen“ (Mad­iran) durch die Mas­sen­me­di­en und die Unter­stüt­zung pro­gres­si­ver Katho­li­ken für kom­mu­ni­sti­sche oder kryp­to­kom­mu­ni­sti­sche Par­tei­en und Grup­pie­run­gen.

Treuer Sohn der Kirche und unermüdlicher Streiter für die Alte Messe

Jean Mad­iran war einer der gro­ßen Ver­tei­di­ger der über­lie­fer­ten Mes­se. Das Wohl Frank­reichs und das Wohl der katho­li­schen Kir­che bil­de­ten für den über­le­ge­nen Kri­ti­ker und Mah­ner eine untrenn­ba­re Ein­heit. Am 5. August fan­den in Ver­sailles in der Kir­che Not­re-Dame de l’Armée Requi­em und Beer­di­gung in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus  statt. Es zele­brier­te Dom Lou­is-Marie, der Nach­fol­ger von Dom Ger­ard Cal­vet als Abt der Bene­dik­ti­ner­ab­tei von Bar­roux. Mad­iran war Obla­te des Hei­li­gen Bene­dikts von Nur­sia.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Chreti­en­te

27 Kommentare

  1. Dan­ke für die­sen wich­ti­gen Hin­weis! Wer mit der fran­zö­si­schen Spra­che nicht ver­traut ist und sich die fran­ko­pho­ne Welt nur über Über­set­zun­gen erschlie­ßen kann, benö­tigt sol­che ver­dienst­vol­len Infor­ma­tio­nen.

    Ich möch­te nur anmer­ken, daß der Name im Text ein­mal „Mari­dan“, dann — wie auf dem Buch­um­schlag — „Mad­iran“ geschrie­ben wird. Viel­leicht kann das noch kor­ri­giert wer­den.

  2. Der rich­ti­ge Name ist Jean Mad­iran, wie die Gemein­de, von wo der Name abge­lei­tet ist. Die­ser bedeu­ten­de Den­ker und Publi­zist ist vie­len in Frank­reich ein Begriff. R.I.P.

  3. Die Redak­ti­on ent­schul­digt sich für das Ver­se­hen bei der Schrei­bung des Namens von Jean Mad­iran. Die Aus­bes­se­rung ist erfolgt. Der Dank gilt den auf­merk­sa­men Lesern für den Hin­weis.

  4. Für mich stellt sich die Fra­ge: Was ver­ste­hen wir genau unter Tra­di­ti­on. An der Per­son des ver­stor­be­nen Jean Mad­iran wird die­se Fra­ge deut­lich:
    Er war ein gro­ßer Ver­tei­di­ger der über­lie­fer­ten Mes­se, auch des über­lie­fer­ten Glau­bens, aber in wel­chem Grad?
    Er ver­tei­dig­te auch Erz­bi­schof Lef­eb­v­re, er war ein treu­er Ver­bün­de­ter. Aus Anlass der uner­laub­ten Bischofs­wei­hen kam es dann zum Bruch.
    Es scheint sich ein­zu­bür­gern: Papst Bene­dikt XVI. steht für die Tra­di­ti­on. Sie lag ihm sicher mehr als allen ande­ren Kon­zils- und Nach­kon­zil­späp­sten am Her­zen. Er woll­te sie nicht „abhän­gen“, sie abkop­peln von der Kon­zils- und Post­kon­zils­kir­che. Er war ein zu guter Theo­lo­ge, um nicht zu wis­sen: Ent­le­digt sich die Kir­che ab 1965 der Tra­di­ti­on, ver­liert das II. Vati­ka­num sei­ne Glaub­wür­dig­keit.
    Doch Papst Bene­dikt stand in Span­nung, teil­wei­se befand er sich im Gegen­satz zu den vor­kon­zi­lia­ren Päp­sten. Sei­ne Theo­lo­gie stand für das „leben­di­ge Lehr­amt“, das den Glau­ben ent­spre­chend der Zeit aus­legt, im Grun­de der geschicht­li­chen Ent­wick­lung unter­wirft. Damit wird das Dog­ma aus­ge­höhlt, es gilt nicht mehr als zeit­los, über­zeit­lich, son­dern wird gemäß der Geschich­te inter­pre­tiert. In die­sem Sin­ne war Bene­dikt XVI. Moder­nist. Der ande­rer­seits immer wie­der die Tra­di­ti­on för­der­te.
    Erz­bi­schof Lef­eb­v­re war in vol­lem Sin­ne Tra­di­tio­na­list. Für ihn war die Ent­schei­dung für die über­lie­fer­te Mes­se, das Mess­op­fer, nicht zu tren­nen „von dem vor­kon­zi­lia­ren dog­ma­ti­schen Glau­ben“ der katho­li­schen Kir­che. An der über­lie­fer­ten Mes­se hän­gen und gleich­zei­tig den Glau­ben neu inter­pre­tie­ren, war für ihn nicht mög­lich. Für Jean Mad­iran schon.
    Ich hal­te die Klä­rung die­ser Fra­ge für abso­lut not­wen­dig. Soll unse­re Kir­che jemals aus dem Glau­bens­plu­ra­lis­mus her­aus­kom­men, der pro­te­stan­tisch, nicht aber katho­lisch ist, muss die Fra­ge geklärt wer­den: Hat mit dem II. Vati­ka­num eine Neu­in­ter­pre­ta­ti­on des katho­li­schen Glau­bens statt­ge­fun­den? Wenn ja, heilt die „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ den Scha­den nicht.

  5. Fort­set­zung:
    Auch wenn Fran­zis­kus die „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“, die für sei­nen Vor­gän­ger ein Schlüs­sel­be­griff war, über­haupt nicht mehr erwähnt, sie hat sich den­noch ein­ge­prägt. Sie muss geklärt wer­den oder die Ver­bin­dung zum Lehr­amt der vor­kon­zi­lia­ren Päp­ste reißt weit­ge­hend ab.
    Für die Tra­di­ti­on der katho­li­schen Kir­che wäre die­se Situa­ti­on dra­ma­tisch. Aber die Situa­ti­on der Kir­che ist es ja sowie­so…

  6. Zum Tode von Jean Mad­iran eine Hand­lungs­an­lei­tung von ihm: Jene, wel­che die Mög­lich­keit haben, sei es im Abseits, in klei­nen Grup­pen, in Kata­kom­ben oder Ein­sie­de­lei­en, die römi­sche Lit­ur­gie und den gre­go­ria­ni­schen Cho­ral auf­recht­zu­er­hal­ten, hal­ten das histo­ri­sche Los in ihren Hän­den. Sie tra­gen die Ver­ant­wor­tung, wäh­rend die­ses Win­ters, in den wir ein­ge­tre­ten sind, die leben­di­ge und unun­ter­bro­che­ne Wei­ter­ga­be sicher­zu­stel­len.( Jean Mad­iran 1969 )

  7. Ich fin­de es irri­tie­rend, dass hier jemand unkri­tisch gewür­digt wird, nur weil er die Alte Mes­se hoch­hielt. Mad­iran (eigent­lich als Jean Arfel gebo­ren) gehör­te der „Action Fan­cai­se“ an. Die­se Bewe­gung bzw. die Zeit­schrift glei­chen Namens muss ein­deu­tig als faschi­stisch ein­ge­stuft wer­den. Die Bewe­gung wur­de am 29. Dezem­ber 1926 durch Papst Pius XI. ver­ur­teilt und die Zeit­schrift war die erste über­haupt, die im Janu­ar 1927 auf den Index gelang­te. Sol­che Ver­bin­dun­gen haben auf einem Por­tal, das sich katho­lisch nennt, nichts zu suchen.

    • Mad­irans Wir­ken war ein­deu­tig von katho­li­schem Geist geprägt. Die „Action Fran­cai­se“ in der es sowohl posi­ti­ve als auch gefähr­li­che Strö­mun­gen gab, spiel­te nach dem Krieg in Mad­irans Leben kaum noch eine Rol­le. Der Voll­stän­dig­keit hal­ber sei erwähnt, dass das Ver­bot der A.F. 1939 von Papst Pius XII auf­ge­ho­ben wur­de. Und ja, wer die Alte Mes­se hoch­hält, ver­dient a prio­ri unse­re Unter­stüt­zung und unse­re Wür­di­gung. Wir soll­ten end­lich auf­hö­ren päpst­li­cher zu sein als der Papst und unse­re Unter­stüt­zer zu kri­ti­sie­ren. Unse­re Gegen­spie­ler haben da weni­ger Skru­pel und auch dar­um haben sie Erfolg. Damit es klar ist: Mad­iran hat sich nie was zu Schul­den kom­men las­sen. Er war ein Christ im besten Sin­ne des Wor­tes, auch wenn er sein eige­nes Cha­ris­ma hat­te, und ande­re Cha­ris­men eben­falls hoch ein­zu­schät­zen sind.

      • Ist Kol­la­bo­ra­ti­on mit dem sata­ni­schen Hit­ler-Regime nicht zumin­dest ein Feh­ler gewe­sen? Selbst wenn es sogar die mei­sten Bischö­fe waren, die die­sen „Feh­ler“ gegan­gen und vie­le von ihnen nie bereut haben…
        Das ist ja im Grun­de das Glei­che, was die Moder­ni­sten heu­te tun, denn sie arbei­ten ja auch mit den Mäch­ti­gen und ihren Medi­en für das angeb­li­che „Wohl der Mensch­heit“, der „Nati­on“ zusam­men und das auf Kosten der Wahr­heit und unter Preis­ga­be der wah­ren Reli­gi­on.
        Es ist ja kein Zufall, dass gera­de die (krypto)modernistischen Bischö­fe (wie Bert­ram & Co.) zugleich auch die eif­rig­sten Unter­stüt­zer von Hit­ler waren.
        Das katho­li­sche Den­ken und Han­deln beruht immer auf der Wahr­heit und darf sich nie­mals in „Diplo­ma­tie“, Lager­den­ken oder Par­tei­men­ta­li­tät auf­lö­sen. Das hat seli­gen Andenkens Papst Pius XI klar gese­hen und auf den Fall der AF kon­se­quent ange­wen­det.

        • Also, wer­ter @sac, ich lese Ihre Kom­men­ta­re für gewöhn­lich sehr gern und mit Gewinn, aber Kar­di­nal Bert­ram einen Kryp­tomo­der­ni­sten und eif­ri­gen Unter­stüt­zer Hit­lers zu nen­nen, ist unge­heu­er­lich und geht mei­len­weit an den Tat­sa­chen vor­bei. Schä­men Sie sich!

          • Die Tat­sa­chen:
            1. Wäh­rend etwa EB Grö­ber von Frei­burg ziem­lich klar und ent­schie­den zur sog. „Lit­ur­gi­schen Bewe­gung“ Stel­lung bezog, ver­tei­dig­te und för­der­te Kard. Bert­ram die Letz­te­re — nicht zuletzt in ihrer Pra­xis der „Volks­spra­che“ und des „Volks­al­tars“, was in der Nazi-Zeit durch­aus sym­pa­thisch klang — durch­aus eif­rigst. Auf sei­ne Ein­ga­be nach Rom geht zurück, dass Pius XII in „Media­tor Dei“ sich grund­sätz­lich posi­tiv zu „LB“ äußer­te.
            2. Als Vor­sit­zen­der der Ful­da­er Bi.ko. rich­te­te Bert­ram jähr­lich Geburts­tags­wün­sche an Hil­ter, die weit über eine ange­mes­se­ne Art und Wei­se eines kirch­li­chen Umfangs mit dem Staat hin­aus­gin­gen, wie es etwa die For­mel „in ehr­erbie­tig­stem Gehor­sam“ deut­lich macht.
            Natür­lich kann man auch durch­aus lobens­wer­te Maß­nah­men und Ent­schei­dun­gen anfüh­ren, wenn es um ein Gesamt­ur­teil über die Per­son gin­ge. Das ist jedoch weder mei­ne Auf­ga­be noch Absicht. Den­noch sind die Bezeich­nun­gen „Kryp­tomo­der­nist“ und „Unter­stüt­zer von Hit­ler“ etwa im Sin­ne der ange­führ­ten Bei­spie­le durch­aus begrün­det und berech­tigt.

          • Ja, ja, das sind die alt­be­kann­ten Ste­reo­ty­pen, die gegen Bert­ram in der Wiki­pe­dia oder im Spie­gel ver­brei­tet wer­den. Tat­sa­che aber ist, dass gera­de von Bert­ram zahl­lo­se klu­ge Ein­ga­ben gegen die Unter­drückungs­po­li­tik der Nazis vor­lie­gen, mit denen er vie­len Ver­folg­ten gehol­fen und die Seel­sor­ge, gera­de auch an Fremd­ar­bei­tern und pol­nisch­spra­chi­gen Katho­li­ken, auf­recht erhal­ten hat. Sicher wähl­te er dabei nicht den Weg der offe­nen Kon­fron­ta­ti­on. Was bei einem sol­chen her­aus­kom­men konn­te, sieht man jedoch nicht zuletzt am tra­gi­schen Tod der Edith Stein, der eine direk­te Fol­ge des Pro­test­hir­ten­briefs des „muti­gen“ Erz­bi­schofs von Uet­recht war. Bert­rams Wir­ken gegen die Nazis und für die Polen wur­de selbst von Kar­di­nal Gul­bi­no­wicz unum­wun­den aner­kannt. Auch theo­lo­gisch war er natür­lich über jeden Zwei­fel erha­ben, hat kon­se­quent die Ver­ur­tei­lung Joseph Wit­tigs durch­ge­tra­gen. Dafür wird er heu­te von den Pro­gres­si­sten mit beson­de­rer Ver­ach­tung gestraft. Kein Wun­der also, dass man sich in die­sen Krei­sen nur zu gern mit einer For­cie­rung der Legen­de von der angeb­li­chen Füh­rernä­he des Fürst­erz­bi­schofs von Bres­lau revan­chiert. Heu­te, drei Erleb­nis­ge­nera­tio­nen spä­ter, kann man der ver­weich­lich­ten Jugend, die kei­ne Ahnung vom Leben in einer tota­len Dik­ta­tur hat, natür­lich das Blaue vom Him­mel erzäh­len.. die Haupt­sa­che, man fühlt sich mit leicht­hin gefäll­ten Urtei­len selbst auf so woh­li­ge Art mora­lisch über­le­gen. Wie man sich nur selbst betrü­gen kann!

          • Nach­trag:
            Selbst Kar­di­nal von Prey­sing woll­te aus Pro­test gegen eine sol­che Ehr­er­bie­tung für Hit­ler, die Bert­ram im Namen der dt. Bischö­fe ver­fass­te, zurück­tre­ten. Aller­dings stand Bert­ram nicht allei­ne da, denn die Mehr­heit des dt. Bischö­fe ver­trat lei­der die glei­che Linie, indem sie selbst den Kriegs­dienst für das sata­ni­sche Hit­ler-Regime ganz offi­zi­ell für „patrio­ti­sche Pflicht“ hiel­ten…

          • Prey­sing war der vor­kon­zi­lia­re Kam­p­haus und hat­te stän­dig sei­ne Allü­ren, gewiss ertrug sein Ego nur schwer, dass er ein Suf­fra­gan des Fürst­erz­bi­schofs war. Sei­ne gegen­über Pius geäu­ßer­ten „Rück­tritts­er­wä­gun­gen“ waren doch nur hei­ße Luft, die wohl weder er, noch Rom son­der­lich ernst nah­men. — Die­se Schwarz-Weiss-Male­rei­en der Nach­ge­bo­re­nen sind ein­fach nur gro­tesk. Lesen Sie die Quel­len unvor­ein­ge­nom­men von irgend­wel­chen zusam­men­ge­strick­ten Hier-die Bösen-da-die Guten-Legen­den auf ZDF-Histo­ry-Niveau.

    • Zur Action Fran­cai­se eine kur­ze Buch­emp­feh­lung:
      Rober­to de Mattei, Omma­gio al Charles Mau­rras [den Grün­der der Action Fran­cai­se], Rom 1972. Das Bänd­chen ent­hält Bei­trä­ge von de Mattei und ande­ren Autoren wie dem berühm­ten Löwe­ner Phi­lo­so­phen Mar­cel de Cor­te. Die Katho­li­zi­tät die­ser Autoren soll­te außer Fra­ge ste­hen. Es gab im Übri­gen für fran­zö­si­sche Katho­li­ken gute Grün­de, ihre Inter­es­sen bei der AF bestens auf­ge­ho­ben zu sehen und die Ent­schei­dung Pius XI. war gera­de bei vie­len klu­gen Köp­fen unpo­pu­lär. Übri­gens auch beim jun­gen Mar­cel Lefevb­re.

      • Bit­te, las­sen Sie den „jun­gen Mar­cel Lef­eb­v­re“ aus dem Spiel. Sein Semi­nar­lei­ter, den er ver­ehr­te, war Anhän­ger der AF, Lef­eb­v­re nie. Im übri­gen hal­te ich eine Mit­glied­schaft irgend­wann in irgend­ei­ner Grup­pie­rung nicht für ehren­rüh­rig. Men­schen kön­nen ihren Irr­tum ein­se­hen, sich bekeh­ren, man kann sie nicht fest­le­gen auf Irr­tü­mer in jun­gen Jah­ren, von denen sie sich lösen.
        Ich hal­te den Auto­ma­tis­mus „Alte Mes­se — tra­di­ti­ons­treu­er Katho­lik“ für gera­de­zu gefähr­lich, weil er eine gei­sti­ge Ver­wir­rung schafft.
        Längst nicht jeder, der die „Alte Mes­se“ liebt, ist bereit, gegen kon­zi­lia­re Irr­tü­mer zu kämp­fen. Hier wun­de­re ich mich übri­gens auch über den von mir geschätz­ten de Mattei: Er selbst hat mit vie­len ande­ren ita­lie­ni­schen Katho­li­ken, Intel­lek­tu­el­len, über zehn Fra­gen zum II. Vati­ka­num an Papst Bene­dikt gerich­tet, hat ehr­erbie­tig gebe­ten, mit den ande­ren, das II. Vati­ka­num auf den Prüf­stand zu stel­len. Nie haben er und die ande­ren Intel­lek­tu­el­len eine Ant­wort erhal­ten in dem Sin­ne, dass die Fra­gen berech­tigt sind, irgend­wann geklärt wer­den müs­sen. Sie haben über­haupt kei­ne Ant­wort bekom­men. Doch jetzt wird auch von de Mattei Bene­dikt XVI. als der gro­ße tra­di­ti­ons­treue Papst geehrt, der er nie war.
        Ja, Joseph Ratz­in­ger — Papst Bene­dikt woll­te die Tra­di­ti­on der Kir­che erhal­ten, er hat vie­le tra­di­tio­nel­le Pro­jek­te tat­kräf­tig unter­stützt, er war als Glau­bens­prä­fekt das letz­te Boll­werk gegen das tota­le Cha­os in der Kir­che.
        Sein Feh­len jetzt zeigt äußerst schmerz­lich auf, wie tief der nach­kon­zi­lia­re Nie­der­gang unse­rer Kir­che ist, der mit dem II. Vati­ka­num offi­zi­ell begann.
        Doch an „sei­nem Kon­zil“ ließ Bene­dikt XVI. Kri­tik nicht zu.
        Um auf Jean Mad­iran zu kom­men: Er ist ein „qua­si-tra­di­ti­ons­treu­er Katho­lik“. Wer nicht bereit ist, wenig­stens das II. Vati­ka­num in Fra­ge zu stel­len, darf sich nicht mit Recht auf den fast 2000jährigen katho­li­schen Glau­ben beru­fen, nicht auf die fast 2000jährige Tra­di­ti­on.

      • Mei­nen Sie wirk­lich, dass für einen Katho­li­ken etwa fran­zö­si­sche Inter­es­sen an erster Stel­le und aus­schlag­ge­bend sein sol­len und dür­fen? Das ist wohl genau der Punkt. Das vier­te Gebot des Deka­logs darf natür­lich nicht ange­ta­stet wer­den. Man darf jedoch die Wor­te des Erlö­sers nicht miss­ach­ten: „Wenn jemand Vater und Mut­ter mehr liebt als Mich, der ist Mei­ner nicht wür­dig“.
        Natür­lich sind die einen poli­ti­schen Strö­mun­gen und Par­tei­en dem Chri­sten­tum näher, die ande­ren dage­gen fer­ner oder gar mit ihm unver­ein­bar. Die Kir­che muss einen modus viven­di et agen­di mit allen Macht­ha­bern suchen und fin­den. Man darf jedoch die Kir­che nicht für dies­sei­ti­ge, zeit­li­che Zwecke ver­ein­nah­men und miss­brau­chen, so edel und rich­tig die­se Zwecke sein mögen.
        Die Rich­tig­keit und Ange­mes­sen­heit der Ent­schei­dung von Pius XI in Bezug auf die AF wur­de spä­te­stens seit ihrer Kol­la­bo­ra­ti­on mit dem sata­ni­schen Hit­ler-Regime offen­sicht­lich. Das kann doch ein Katho­lik nie­mals ernst­haft leug­nen, außer er denkt eigent­lich nicht in den wah­ren christ­li­chen Kate­go­rien.
        Wenn Sie nun die Auto­ri­tä­ten anfüh­ren: Tut mir leid, in dem Fall spricht ihre Hal­tung zu AF gegen die­se Per­so­nen, nicht für die AF.
        Und weil auch Pius XII oben erwähnt wur­de: Er war lei­der zumin­dest ein Schwäch­ling. Es ist ein Rät­sel, wie er jahr­zehn­te­lang so jeman­den wie Augu­stin Bea bei sich haben, ihm ver­trau­en und offen­sicht­lich viel zu oft auf sei­nen Rat hören konn­te. Jeden­falls scheint es sicher, dass die kon­spi­ra­ti­ve Vor­be­rei­tung des per­fi­den Umstur­zes auf dem latro­ci­ni­um V2 weit­ge­hend wohl eben Bea zuzu­schrei­ben ist.

  8. @sac
    Ver­mut­lich haben Sie auf Richard Bent­ley geant­wor­tet. Aber Ihren Hin­weis auf Pius XII. neh­me ich gern auf. Als „Schwäch­ling“ wür­de ich ihn nicht bezeich­nen, aber lei­der war Kar­di­nal Bea lan­ge Zeit sein Beicht­va­ter bis zu sei­nem Tod.
    Bea hat­te sich unter Pius XII. die Netz­wer­ke geschaf­fen, die wäh­rend des II. Vati­ka­nums ent­schei­dend die Rich­tung bestimm­ten, er selbst, geför­dert von Johan­nes XXIII. und Paul VI. konn­te sein unheil­vol­les Wir­ken auf die­sem Kon­zil voll ent­fal­ten.
    Über die­ses Wir­ken berich­tet Rober­to de Mattei aus­führ­lich in sei­nem Refe­renz­werk „Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil“, ein unver­zicht­ba­res Buch, wegen der umfas­sen­den Doku­men­ta­ti­on, die der Histo­ri­ker de Mattei vor­legt.

    • Über Bezeich­nun­gen — da es natur­ge­mäß Abkür­zun­gen für meist kom­ple­xe­re Sach­ver­hal­te sind — lässt sich bekannt­lich vor­züg­lich strei­ten. Es geht jedoch um die Sache. Ger­ne erklä­re ich, was damit gemeint ist.
      1. Der bereits erwähn­te Fall von A. Bea. Eine Per­son in einer Füh­rungs­po­si­ti­on soll­te über eine aus­ge­zeich­ne­te Men­schen­kennt­nis ver­fü­gen. Die­se scheint Pacel­li lei­der zu sehr gefehlt zu haben, was etwa auch am Bei­spiel Mon­ti­nis offen­bar ist. Ent­we­der hat Pius XII stän­dig auf einen Bea gehört, oder er hat sich in sehr vie­len aus­schlag­ge­ben­den Per­so­nal­ent­schei­dun­gen schwer getäuscht. Bei­des zeugt von einer Per­sön­lich­keits­schwä­che auf die­sem Gebiet.
      2. Sei­ne Enzy­kli­ken sind kla­rer­wei­se viel inhalts­vol­ler, lehr­rei­cher und segens­rei­cher als alle Doku­men­te des latro­ci­ni­um V2 und des sog. post­kon­zi­lia­ren Lehr­am­tes. Den­noch zei­gen sich in ihnen bereits Ein­flüs­se der unheil­vol­len Strö­mun­gen. In „Huma­ni gene­ris“ hat Pius XII zwar Gott sei Dank auf die nou­vel­le théologie reagiert, die Aus­sa­gen sind jedoch rela­tiv weich und zu wenig ent­schlos­sen, und vor allem haben dis­zi­pli­nä­re Maß­nah­men gefehlt, die ein Werk­zeug wären, im Lehr­be­trieg Ord­nung zu schaf­fen. Neh­men wir den Fall von de Lub­ac. Er wur­de qua­si klein­heim­lich vom Unter­rich­ten ent­fernt, ohne dass ein offi­zi­el­les Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet und durch­ge­führt wor­den wäre. Damit wur­de eine offe­ne und kla­re Aus­ein­an­der­set­zung mit den Irr­leh­ren der n. th. ver­mie­den oder gar ver­hin­dert. Die Letz­te­ren sind auf die­se Wei­se sogar psy­cho­lo­gisch gestärkt her­vor­ge­gan­gen.
      In dem Zusam­men­hang: Ich ver­ste­he bis heu­te nicht, war­um gegen H. Küng nie­mals ein offi­zi­el­les Ver­fah­ren beim Hei­li­gen Offi­zi­um durch­ge­führt wur­de, son­dern ihm ledig­lich klein­heim­lich die Lehr­be­fug­nis ent­zo­gen wur­de und zwar vom Orts­bi­schof. Damit wur­de eben­falls eine offe­ne Aus­ein­an­der­set­zung mit sei­nen haar­sträu­ben­den Irr­leh­ren ver­hin­dert und er geriet viel­mehr in die Rol­le eines armen Opfers der angeb­li­chen Macht­an­sprü­che Roms.

    • (Fort­set­zung)
      Zum Fall H. Küng: Die Ver­mei­dung eines ordent­li­chen Ver­fah­rens beim Hei­li­gen Offi­zi­um war ein­deu­tig ein schwer­wie­gen­der Feh­ler. Die Metho­de einer klein­heim­li­chen Ent­fe­rung aus dem Lehr­be­trieb, wur­de bereits unter Pius XII salon­fä­hig gemacht, obwohl sie durch und durch unchrist­lich und unkirch­lich ist. Die — zu Unrecht oft geschmäh­te — Hei­li­ge Inqui­si­ti­on war die­ser Art des Vor­ge­hens weit über­le­gen. Ein der­ar­ti­ges unkirch­li­ches Vor­ge­hen ist übri­gens nicht nur vor­christ­lich, son­der sogar vor­an­ti­ke, wenn man etwa in der Apo­stel­ge­schich­te nach­le­sen kann: Apg 25,16.
      Im Fall von H. Küng hat man vor allem erreicht, dass die­ser sich zu einem pro­mi­nen­ten Opfer der Macht­an­sprü­che Roms hoch­sti­li­sie­ren kann, obwohl sei­ne Äuße­run­gen besten­falls das theo­lo­gi­sche Niveau eines Boul­va­rd­blatts errei­chen. Somit wur­den bei Men­schen, von der katho­li­schen Theo­lo­gie kaum Ahnung haben, anti­rö­mi­sche Res­sen­ti­ments geschürt. Eine lehr­mä­ßi­ge und lehr­amt­li­che Klä­rung bleibt bis heu­te aus, wobei H. Küng durch die Ein­la­dung im Som­mer 2005 nach Castel­gan­dol­fo qua­si von Ratz­in­ger selbst wie­der salon­fä­hig gemacht wor­den ist.
      Der Ent­zug der Lehr­be­fug­nis für H. Küng scheint außer die­sem selbst nur noch J. Ratz­in­ger genutzt zu haben. Der Letz­te­re konn­te sich dadurch qua­si als der ent­schlos­se­ne „Ver­tei­di­ger des Glau­bens“ pro­fi­lie­ren und so das Ver­trau­en der dum­men Tra­dis gewin­nen, die dann im Fol­ge des Kon­kla­ve von 2005 über­glück­lich waren.

      • Selbst­ver­ständ­lich waren die „dum­men Tra­dis“ „im Fol­ge des Kon­kla­ve von 2005 über­glück­lich“. Ich bin noch heu­te stolz auf mei­ne dama­li­gen Trä­nen der Freu­de. In die­ser ori­en­tie­rungs­lo­sen Zeit ist Josef Ratz­in­ger einer der ganz weni­gen, und mit Sicher­heit der bekann­te­ste, die Ori­en­tie­rung geben. Wür­den sich alle Chri­sten an sei­ne Inter­pre­ta­ti­on der Leh­re hal­ten, ich glau­be, wir gin­gen gol­de­nen Zei­ten ent­ge­gen. Nicht umsonst wur­de er von den Geg­nern der katho­li­schen Reli­gi­on, und von den Prot­ago­ni­sten der neu­en Eine-Welt-Reli­gi­on so vehe­ment bekämpft. Er steht ihren Zie­len dia­me­tral ent­ge­gen.

        • Ich kann Ihnen geste­hen, dass ich 2005 in Fol­ge des Kon­kla­ve auch sehr froh war, obwohl zugleich doch unsi­cher, weil Eini­ges, was ich damals über Ratz­in­ger wuss­te, nicht zusam­men gepasst hat. Die letz­ten Hand­lun­gen des Pon­ti­fi­kats waren jedoch ganz klar, denn da hat Ratz­in­ger sein altes wah­res Gesicht gezeigt. Es sei­en erwähnt:
          1. Die Rede an den römi­schen Kle­rus mit der gro­tes­ken Behaup­tung, dass im Kon­zil Alles bestens und wun­der­bar gelau­fen sei und das ledig­lich die bösen Medi­en „ein ande­res Kon­zil“ dar­aus gemacht hät­ten.
          2. Er bekun­de­te vor den Kar­di­nä­len sei­ne Unter­wer­fung und den Gehor­sam dem zukünf­ti­gen Nach­fol­ger gegen­über, bestimm­te aber qua­si offi­zi­ell zuvor, wo er nach dem Amts­ver­zicht resi­die­ren, was er machen, wel­chen Titel benut­zen und selbst wie er sich klei­den wird, und das übri­gens im Wider­spruch zur Tra­di­ti­on sei­ner Vor­gän­ger. Das ist ja — gelin­de gesagt — wider­sprüch­lich.
          Es sind ledig­lich Bei­spie­le der von Ihnen so bewun­der­ten „Inter­pre­ta­ti­on“ der katho­li­schen Leh­re…

        • (Fort­set­zung)
          Noch ein drit­tes Bespiel, eigent­lich schon ziem­lich lächer­lich, eher eine anek­do­ti­sche Klei­nig­keit:
          Beim offi­zie­len Ver­las­sen des Apo­sto­li­schen Pala­stes im Vati­kan benutz­te er den Geh­stock, wohl um zu zei­gen, wie gebrech­lich er sei, wobei man kein Spe­zia­list der Kör­per­spra­che sein muss, um anse­hen zu kön­nen, dass er die­sen Stock ledig­lich als ein Attri­but trug und ihn sonst über­haupt nicht benutz­te, so künst­lich und unbe­hol­fen er mit ihm han­tier­te. Auf den neue­ren Bil­dern erscheint er jetzt ganz ohne Geh­stock, so etwa zum Anlass der Seg­nung der obszö­nen Sta­tue angeb­lich des Hl. Erz­engels Micha­el. Natür­lich ist ihm zu wün­schen, dass er noch lan­ge kei­nen Geh­stock braucht. Aber so ein Geh­stock-Thea­ter ist doch über­flüs­sig, wenn auch durch­aus cha­rak­te­ri­stisch.

  9. ad “ hicest­ho­die 12. August 2013 um 21:30 “

    Offen­sicht­lich ist für Sie nur das „Tat­sa­che“, was in den Kram Ihrer Göt­zen­ver­eh­rung passt. Wer ande­re Fak­ten weiß, der hat sich zu schä­men. Wun­der­bar!

    • Ist es Göt­zen­ver­eh­rung, wenn man ledig­lich ver­sucht, hoch­hut­har­ti­ge Unter­stel­lun­gen gegen­über einem Kar­di­nal der Römi­schen Kir­che zurück­zu­wei­sen!? Machen Sie sich doch bit­te nicht lächer­lich mit Ihren selt­sa­men, dem Geschichts­bild der 68er ent­sprin­gen­den Invek­ti­ven!

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