Welche Absichten hat Papst Franziskus mit der Kommission „Ecclesia Dei“?

Petersdom: Eine neue unerwartete Runde in den Beziehungen zwischen Piusbruderschaft und Heiligem Stuhl?(Rom) Der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne, stets von geseg­ne­tem und erfri­schen­dem Opti­mis­mus ange­trie­be­ne Blog­ger Cor­dia­li­ter ver­faß­te fol­gen­de Gedan­ken zur tat­säch­lich recht unge­wöhn­li­chen Rück­hol­ak­ti­on von Kuri­en­erz­bi­schof Gui­do Poz­zo an die Päpst­li­che Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei. Die Über­le­gun­gen von Cor­dia­li­ter als Gedan­ken­spiel:

Zur Rückehr von Msgr. Guido Pozzo zu Ecclesia Dei

Papst Fran­zis­kus hat Msgr. Gui­do Poz­zo zum Sekre­tär der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei ernannt. Es han­delt sich um eine Ernen­nung, die „erstaunt“, weil im Vati­kan aus­ge­spro­chen sel­ten ein Mon­si­gno­re ein zwei­tes Mal die­sel­be Auf­ga­be bekommt, die er zudem bis vor weni­ge Mona­ten beklei­de­te. Es wäre naiv, zu mei­nen, daß die­se Ernen­nung ein Zufalls­pro­dukt ist. Der jesui­ti­sche Papst ist ein Mann, der sorg­sam über­legt, bevor er eine Ent­schei­dung trifft. Wenn er also einen sol­chen Schritt setzt, hat er offen­sicht­lich einen Plan.

Mein Ein­druck ist, daß die Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei „gestärkt“ wur­de im Hin­blick auf etwas, was dem­nächst gesche­hen wird. Viel­leicht wird die genann­te Päpst­li­che Kom­mis­si­on nach der Som­mer­pau­se inten­siv zu tun haben, um einen beson­de­ren Auf­trag zu erfül­len, und aus die­sem Grund wur­de sie durch einen Exper­ten zum The­ma ver­stärkt. Msgr. Poz­zo kennt nicht nur die reli­giö­sen Insti­tu­te und die Gesell­schaf­ten des apo­sto­li­schen Lebens, die der Juris­dik­ti­on der Eccle­sia Dei unter­ste­hen, son­dern auch die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., da er eine Haupt­fi­gur bei den Eini­gungs­ge­sprä­chen mit Rom war.

Mei­ne Hoff­nung ist es, daß Papst Fran­zis­kus einen Plan erson­nen hat, der zur kano­ni­schen Aner­ken­nung der Pius­bru­der­schaft führt. Seit vie­len Jah­ren erwar­te ich die­sen Augen­blick. Hof­fen wir, daß es die­ses Mal klappt.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­dia­li­ter

11 Kommentare

  1. Vor­aus­set­zung des Ein­füh­rung der „Pla­nes“ war der raus­wurf von Bischof Wil­liam­son aus der St. PiusX Prie­ster­bru­der­schaft . Die Zeit ist Reif.

  2. Die las­sen nicht locker, die Römer, nicht wahr? Erst machen sie Summorum Pon­ti­fi­ci­um „platt“ und jetzt berei­ten sie die Bausch-und-Bogen-Exkom­mu­ni­ka­ti­on vor… Sie wer­den eine Hand­voll Prie­ster und ein paar hun­dert Gläu­bi­ge „über­zeu­gen“ kön­nen.

    • Wis­sen Sie mehr? Ich den­ke zwar auch, dass wir einen „hei­ßen Herbst“ bekom­men wer­den, aber es ist mehr ein dif­fu­ses Gefühl.
      Poz­zo ist ein Lit­ur­gie­in­ge­nieur, er steht für einen Mix. Nein, natür­lich für eine Reform der Reform. Unse­re Mes­se aller Zei­ten wird gekürzt und bekommt ein paar Bana­li­tä­ten aus der Mes­se Paul VI. rein gewürgt.
      Ich weiß nicht, war­um ich mich so aus­drücke. Wahr­schein­lich, weil mich der Hass gegen unse­re über­lie­fer­te Mes­se nicht kalt lässt…

  3. Der Papst dürf­te eher das Gegen­teil anstre­ben: Eine erneu­te Exkom­mu­ni­ka­ti­on.

    Und zwar des­halb, weil er ein­fach ent­schei­det, ohne sich an Regeln zu hal­ten.

    Was letzt­lich sehr bedau­er­lich ist.

  4. Wie naiv. Wenn mit den FI so rechts­wid­rig, bru­tal und per­fi­de umge­gan­gen wird, was kann man erst in Bezug auf die Indult-Tra­dis oder gar die „unge­hor­sa­men Lef­eb­vri­sten“ erwar­ten.
    Poz­zo muss­te nur den Posten für Kra­jew­ski frei machen, weil der letz­te­re seit Jah­ren Essens­re­ste aus der Küche der Schwei­zer Gar­de auf der Stra­ße ver­teil­te. Dass er nun Erz­bi­schof und Chef einer bis dahin unbe­deut­sa­men Behör­de wird, passt genau zum insze­nier­ten Image von Ber­go­glio.
    Typi­scher­wei­se inter­es­sie­ren jetzt kaum jeman­den die schwe­ren Mil­lio­nen Dol­lar, die in Rio im soge­nann­ten „Cam­pus fidei“ buch­stäb­lich in den Schlamm ver­senkt wor­den sind, wobei die­se Geld­ver­nich­tungs­ak­ti­on — allei­ne zugun­sten eines gewis­sen Jacob Bara­ta — unter per­sön­li­cher Betei­li­gung von Ber­go­glio vor sich ging:
    http://ricardo-gama.blogspot.de/2013/07/campus-fidei-em-guaratiba-de-jacob.html

  5. Egal ob nun der Vati­kan Ja oder Nein sagt zu der hoch­löb­li­chen FSSPX, (Wobei ja bei den Zustän­den im Vati­kan ver­mut­lich ein NEIN erfol­gen wird, denn die Homo­lob­by und die libe­ra­len Wöl­fe im Schafs­pelz, ver­fol­gen und ver­nich­ten ja alles was katho­lisch ist) Ich freue mich auf eine end­gül­ti­ge Ent­schei­dung, denn dann wird end­lich vom Bösen JEIN abge­las­sen, und jeder ein­zel­ne kann dann für sich sel­ber ent­schei­den, fol­ge ich Gott dem Herrn, sei­nen Hei­li­gen Wil­len, der Glau­bens­leh­re und der Hei­li­gen Tra­di­ti­on sei­ner Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che? Oder doch der „NEUEN KIRCHE“ , die nur mehr das ver­kün­det was der Göt­ze Mam­mon und der sata­ni­sche welt­li­che Zeit­geist, hören möch­te. Denn dann wird sich die Spreu vom Wei­zen tren­nen. Ich ver­mu­te aber, das es noch län­ger beim JEIN blei­ben wird.

    Mat­thä­us: 5. 37
    Euer Jawort sei viel­mehr ein Ja, euer Nein ein Nein. Was dar­über ist, das ist vom Bösen.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • Die Wöl­fe mit Hir­ten­stab haben längst eigent­lich ein kla­res Nein gesagt zu FSSPX (bereits durch die Auf­he­bung der Aner­ken­nung in den 70er Jah­ren) und vor allem zur unver­fälsch­ten Über­lie­fe­rung der Kir­che. Höch­stens tun sie so, als ob ein Jein wäre, bzw. ein „Ja, aber“ oder ein „Nein, aber“. Die Moder­ni­sten waren immer schon ver­lo­gen und ihre Vor­ge­hens­wei­se trick­reich. Sobald sie mei­nen wer­den, die Mas­se voll­stän­dig bzw. fast voll­stän­dig auf der eige­nen Sei­te zu haben — und das ver­su­chen sie sich zu sichern durch die „Beschei­den­heit“, „Armut“, „Groß­her­zig­keit“ und „Volks­nä­he“ Ber­go­gli­os — wer­den sie bru­talst gegen alle Tra­dis vor­ge­hen, wenn auch eher ein­zeln, nach der Sala­mi-Tak­tik. Dies wur­de ja schon ein­ge­läu­tet, mit den FI.

  6. Nie­mand, der es ehr­lich meint, kann der Pius­bru­der­schaft noch zur Annah­me eines sol­chen Pla­nes raten. Denn es kann nie­man mehr aus­schlie­ßen, dass es ihnen dann ähn­lich geht wie den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta, mög­li­cher­wei­se aber noch schlim­mer. Sie säßen unwi­der­ruf­lich in der töd­li­chen Fal­le. — Ein sol­ches hypo­the­ti­sches Sze­na­ri­um zeigt über­deut­lich am leben­di­gen Bei­spiel, wie grund­le­gend erschüt­tert das Ver­trau­en in „Rom“ ist.

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