„Sie lügen wissentlich“ – Franziskaner der Immakulata wehren sich mit offiziellen Erklärungen

Ordensgründer Pater Stefano Maria Manelli(Rom) Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta schei­nen sich nach einem ersten Schreck­mo­ment gefan­gen zu haben. Der Orden reagier­te inzwi­schen mit zwei offi­zi­el­len Klar­stel­lun­gen gegen eine Rei­he von Falsch­mel­dun­gen, die offen­bar gezielt im Zusam­men­hang mit dem Dekret der Ordens­kon­gre­ga­ti­on in Umlauf gesetzt wur­den. Bei­de Erklä­run­gen rich­ten sich gegen Arti­kel von Vati­can Insi­der. Der Orden hat damit ziel­si­cher erkannt, daß es die­se Nach­rich­ten­platt­form eini­ger Vati­ka­ni­sten ist, von der die Arti­kel mit Falsch­mel­dun­gen aus­gin­gen. „Sie lügen und wis­sen daß sie lügen“, kom­men­tier­te Mes­sa in Lati­no das Ver­hal­ten eini­ger Jour­na­li­sten. Unge­prüft wur­den die gezielt gestreu­ten Falsch­mel­dun­gen auch von ande­ren katho­li­schen Medi­en über­nom­men und wei­ter­ver­brei­tet. In den ver­gan­ge­nen Tagen wur­de mehr­fach behaup­tet, daß es in der gan­zen Sache nicht um die Alte Mes­se gehe. In Wirk­lich­keit geht es zual­ler­erst und vor allem um die Alte Mes­se.

Vatican Insider als Nebelschleuder gegen die Franziskaner der Immakulata und die Alte Messe

Bereits die Mel­dung über die kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung des Ordens von Ales­san­dro Spe­cia­le am 30. Juli war eine Nebel­schleu­der. Spe­cia­le berich­te­te über das Vor­ge­hen der Ordens­kon­gre­ga­ti­on, misch­te aber zugleich eine Rei­he von Falsch­mel­dun­gen in den Arti­kel, die zur Recht­fer­ti­gung der unge­wöhn­li­chen Maß­nah­men die­nen soll­ten. Dazu prä­sen­tier­te er einen angeb­li­chen „Spre­cher des Ordens“, den er aus­führ­lich zu Wort kom­men ließ und damit den fal­schen Ein­druck erweck­te, als hand­le es sich um offi­zi­el­le Erklä­run­gen. In Wirk­lich­keit han­del­te es sich um einen füh­ren­den Ver­tre­ter der „rebel­li­schen, pro­gres­si­ven Min­der­heit“ (Rober­to de Mattei). Die Aus­sa­gen des angeb­li­chen „Spre­chers“ waren ein ein­zi­ges Zün­den von Nebel­ker­zen, die von zahl­rei­chen katho­li­schen Medi­en unge­prüft über­nom­men wur­den.

Der angeb­li­che „Spre­cher“ recht­fer­tig­te den römi­schen Ein­griff damit, daß der Orden als „Ver­mitt­ler“ bei den Eini­gungs­ge­sprä­chen zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und der Pius­bru­der­schaft „instru­men­ta­li­siert“ wor­den sei (Lüge 1). Er war es auch, der die omi­nö­se ordens­in­ter­ne „Umfra­ge“ (Lüge 2) als erster in Umlauf setz­te und sogar von einer „erdrücken­den Mehr­heit“ (Lüge 3) der Ordens­an­ge­hö­ri­gen zu berich­ten wuß­te, die eine „exklu­si­ve“ Zele­bra­ti­on (Lüge 4) der Alten Mes­se „vor allem in der Seel­sor­ge in den Pfar­rei­en“ ableh­nen wür­de.

Ähn­lich ging es am 2. August bei Vati­can Insi­der wei­ter mit dem Arti­kel über den wenig über­zeu­gen­den Ver­such von Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di in der Ange­le­gen­heit der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta abzu­wie­geln. Dies­mal war der Arti­kel nicht mehr nament­lich gezeich­net.

Verleumderische Behauptungen gegen den Ordensgründer und die Alte Messe

Franziskanerin der Immakulata kontemplativer ZweigDie Wort­mel­dung von Pater Lom­bar­di war dem Orden dann offen­bar doch zuviel. Nun mel­de­ten sich die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta mit einer ersten offi­zi­el­len Klar­stel­lung zu Wort. Für einen Orden, der unter kom­mis­sa­ri­scher Kon­trol­le steht, nicht unbe­dingt eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Der Orden stell­te mit der Erklä­rung fest, daß der ein­zi­ge Spre­cher des Ordens wei­ter­hin und allein Gene­ral­pro­ku­ra­tor Pater Ales­san­dro Apol­lo­nio ist. Eine Fest­stel­lung, die sich ein­deu­tig gegen die erwähn­ten, medi­al ver­brei­te­ten Falsch­aus­sa­gen des angeb­li­chen „Spre­chers“ rich­tet.

In der Erklä­rung des Ordens heißt es, daß der Arti­kel von Vati­can Insi­der „ver­leum­de­ri­sche Behaup­tun­gen gegen unse­ren Grün­der Pater Ste­fa­no Maria Manel­li ent­hält, Behaup­tun­gen, die wir zurück­wei­sen müs­sen. Der Arti­kel ent­hält zudem fal­sche oder unge­naue Infor­ma­tio­nen.“

Prämisse für Entscheidung entspricht „nicht der Wahrheit“

Vati­can Insi­der behaup­te­te, die „Ent­schei­dung von Papst Ber­go­glio“ sei durch die Tat­sa­che begrün­det, daß der „Gene­ral­mi­ni­ster Pater Ste­fa­no Manel­li allen Gemein­schaf­ten der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta exklu­siv die außer­or­dent­li­che Form des Römi­schen Ritus in der Lit­ur­gie auf­ge­zwun­gen hat“.

Dage­gen heißt es in der offi­zi­el­len Erklä­rung der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta: „Das ent­spricht nicht der Wahr­heit. Es ist unse­re Pflicht nach bestem Wis­sen und Gewis­sen zu ant­wor­ten, daß Pater Ste­fa­no nie­mals allen Gemein­schaf­ten den Alten Ritus und schon gar nicht exklu­siv auf­ge­zwun­gen hat.“ Viel­mehr zele­brie­re er selbst in bei­den For­men des Römi­schen Ritus. Es sei wich­tig zu wis­sen, so die offi­zi­el­le Erklä­rung, daß vor, wäh­rend und nach der Apo­sto­li­schen Visi­ta­ti­on (Juli 2012-Juli 2013) eben­so wie auch heu­te, eine vom Gene­ral­mi­ni­ster gemein­sam mit dem Gene­ral­rat „völ­lig legi­tim“ vor­an­ge­trie­be­ne „För­de­rung des Vetus Ordo im Respekt des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum (2007), im Respekt der Ent­schei­dun­gen unse­res Gene­ral­ka­pi­tels von 2008 und im Respekt der Instruk­ti­on Uni­ver­sae Eccle­siae (2011) erfolg­te“.

Mit Schrei­ben vom 21. Novem­ber 2011 (Prot. 77/2011) wur­de vom Gene­ral­se­kre­tär im Namen des Gene­ral­rats allen Nie­der­las­sun­gen des Ordens eini­ge Richt­li­ni­en zum Gebrauch des Vetus Ordo über­mit­telt (kei­ne Bestim­mun­gen, wes­halb sie auch kei­nen Zwang dar­stell­ten).

„Auch danach haben eini­ge Gemein­schaf­ten wei­ter­hin den Neu­en Ritus dem Alten Ritus vor­ge­zo­gen. Es gibt daher kei­nen durch Pater Manel­li aus­ge­üb­ten Zwang. Eini­ge Brü­der haben aber das genann­te Schrei­ben kri­ti­siert“, so der Orden in sei­ner Erklä­rung. „Eini­gen Brü­der“ ging offen­sicht­lich schon die Mög­lich­keit zur Zele­bra­ti­on des Alten Ritus zu weit und sie intri­gier­ten dage­gen in Rom.

Ecclesia Dei bestätigte ordensinterne Förderung der Alten Messe in Einklang mit Benedikt XVI.

In der offi­zi­el­len Erklä­rung des Ordens heißt es wei­ter. „Aus die­sem Grund haben wir die Päpst­li­che Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei um Klä­rung ersucht, die mit Schrei­ben vom 14. April 2012, Prot. 39/2911L, die Über­ein­stim­mung des Schrei­bens Prot. 77/2011 mit der „mens“ des Hei­li­gen Vaters Bene­dikt XVI. in der Instruk­ti­on Uni­ver­sae Eccle­siae Nr. 8a bestä­tig­te.“

Franziskaner der ImmakulataIm anony­men Arti­kel von Vati­can Insi­der wur­de zudem behaup­tet, der Alte Ritus kön­ne nur von Orden und Gemein­schaf­ten gebraucht wer­den, die sich im „lef­eb­vria­ni­schen Schis­ma“ befun­den haben, dann aber in die Ein­heit mit Rom zurück­ge­kehrt sei­en und der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei unter­ste­hen.

„In Wirk­lich­keit ist es not­wen­dig zu prä­zi­sie­ren, daß gemäß Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum (Nr. 3) und der Instruk­ti­on Uni­ver­sae Eccle­siae (Nr. 8a), der Vetus Ordo exklu­siv oder „vor­ran­gig“ auch von reli­giö­sen Insti­tu­ten gebraucht wer­den kann, die nicht von der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei abhän­gen und nicht vom lef­eb­vri­an­si­chen ‚Schis­ma‘ kom­men. Abge­se­hen davon, war es nie Absicht unse­res Grün­ders zu einem exklu­si­ven Gebrauch zu kom­men“, so der Orden in sei­ner Erklä­rung.

Wei­ter behaup­te­te der Arti­kel von Vati­can Insi­der: „Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta sind hin­ge­gen nach dem Kon­zil ent­stan­den und eine Umfra­ge unter den Brü­dern hat erge­ben, daß die Mehr­heit von ihnen die Zele­bra­ti­on im ordent­li­chen Ritus wünscht.“

Auch dage­gen nahm der Orden Stel­lung: „Die Tat­sa­che, daß wir erst nach dem Kon­zil ent­stan­den sind, ver­bie­tet uns Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta nicht, den Alten Ritus anzu­neh­men oder zu bevor­zu­gen.
Im Übri­gen wen­det sich das Motu Pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum (das nach dem Kon­zil ver­öf­fent­licht wur­de) auch an die Insti­tu­te des Geweih­ten Lebens (ohne einen Hin­weis auf ihr Ent­ste­hungs­da­tum) und zudem wird unter Nr. 8a der Instruk­ti­on Uni­ver­sae Eccle­siae prä­zi­siert, daß es das ‚Ziel‘ des Motu Pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum ist, ‚allen Gläu­bi­gen die römi­sche Lit­ur­gie im Usus anti­qui­or anzu­bie­ten, da sie ein wert­vol­ler Schatz ist, den es zu bewah­ren gilt‘.
Unter ‚allen Gläu­bi­gen‘ sind natür­lich auch die Ordens­leu­te mit­ein­ge­schlos­sen.“

Es gab nie „Umfrage“ für Neue Messe  — Behauptung „entbehrt jeglicher Grundlage“

Zur behaup­te­ten „Umfra­ge“ und einer angeb­li­chen „Mehr­heit“ der Brü­der für den Neu­en Ritus, (in der Erklä­rung der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta wird aus­drück­lich auch der Spe­cia­le-Arti­kel vom 30. Juli auf Vati­can Insi­der erwähnt), heißt es in der offi­zi­el­len Erklä­rung des Ordens, daß es „kei­ne Umfra­ge“ gege­ben habe. „Daher ent­beh­ren Behaup­tun­gen über Umfra­gen zu einem angeb­li­chen Wil­len einer Mehr­heit der Brü­der jeg­li­cher Grund­la­ge.“ Da der Orden immer biri­tu­ell gewe­sen sei, hät­te jeder Prie­ster des Ordens „wei­ter­hin“ im Neu­en Ritus zele­brie­ren kön­nen, „wie er es bis­her auch getan hat.“ Ohne es expli­zit wei­ter aus­zu­füh­ren, stellt der Orden damit fest, daß es für das Ein­grei­fen Roms gegen die Alte Mes­se kei­ne Recht­fer­ti­gung gibt.

„Unge­ach­tet unse­res Gehor­sams gegen­über den Anwei­sun­gen des Hei­li­gen Stuhls, ist es unse­re Pflicht, Klar­heit zu schaf­fen, um Ver­leum­dun­gen gegen unse­ren Grün­der und Hür­den für einen ruhi­gen Ver­lauf der kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung zu ver­mei­den.“

Tornielli legt mit Falschmeldung nach — Franziskaner reagieren sofort mit zweiter Erklärung

Nach der Ver­öf­fent­li­chung die­ser ersten Klar­stel­lung folg­te noch eine zwei­te offi­zi­el­le Erklä­rung des Ordens, weil am 3. August der Vati­ka­nist Andrea Tor­ni­el­li, nicht als Freund der Tra­di­ti­on bekannt, in einem Arti­kel für Vati­can Insi­der behaup­te­te, die „wah­ren Hin­ter­grün­de“ für das Ein­grei­fen Roms im Orden zu erklä­ren. Die „wah­ren Hin­ter­grün­de“ wur­den, wenn auch etwas gegen­über dem Spe­cia­le-Arti­kel abge­speckt, eine Wie­der­ho­lung von Falsch­mel­dun­gen.

Die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta reagier­ten dies­mal prompt. Tor­ni­el­li bestä­tig­te zwar in sei­nem Arti­kel ent­ge­gen ande­rer Beschwich­ti­gungs­ver­su­che, auch jener von Vati­kan­spre­cher Pater Lom­bar­di, daß das römi­sche Dekret mit dem Gebrauch des Alten Ritus zu tun habe, erklär­te die Hin­ter­grün­de jedoch unzu­tref­fend. Damit bestä­tig­te er, daß Vatican Insi­der in der Ange­le­gen­heit das Sprach­rohr der Ordens­kon­gre­ga­ti­on und jener ist, die den Gebrauch des Alten Ritus durch die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta nicht wol­len und die Wert dar­auf leg­ten, den Vati­ka­ni­sten Ales­san­dro Spe­cia­le vor­ab zu infor­mie­ren und mit Falsch­in­for­ma­tio­nen zu füt­tern.

Tor­ni­el­li behaup­te­te wahr­heits­wid­rig, daß ordens­in­tern der Gebrauch der Alten Mes­se vom Ordens­grün­der und Gene­ral­mi­ni­ster „auf­ge­zwun­gen“ wor­den sei, „ohne das Gene­ral­ka­pi­tel dar­über abstim­men zu las­sen“.

In der Rich­tig­stel­lung des Ordens heißt es dazu: „Arti­kel 3 des Motu pro­prio schreibt vor: ‚Wenn Gemein­schaf­ten der Insti­tu­te des geweih­ten Lebens und der Gesell­schaf­ten des apo­sto­li­schen Lebens — sei­en sie päpst­li­chen oder diö­ze­sa­nen Rechts — es wün­schen, bei der Kon­vents- bzw. „Kommunitäts“-Messe im eige­nen Ora­to­ri­um die Fei­er der hei­li­gen Mes­se nach der Aus­ga­be des Römi­schen Mess­buchs zu hal­ten, die im Jahr 1962 pro­mul­giert wur­de, ist ihnen dies erlaubt. Wenn eine ein­zel­ne Gemein­schaft oder ein gan­zes Insti­tut bzw. eine gan­ze Gesell­schaft sol­che Fei­ern oft, auf Dau­er oder stän­dig bege­hen will, ist es Sache der höhe­ren Obe­ren, nach der Norm des Rechts und gemäß der Geset­ze und Par­ti­ku­lar­sta­tu­ten zu ent­schei­den.‘“

Die Ent­schei­dung des Gene­ral­obe­ren (CIC 620) und des Gene­ral­rats kam in völ­li­ger Über­ein­stim­mung mit die­ser Bestim­mung zustan­de. Zudem wur­de in unse­rem Fall die Fra­ge 2008 vom Gene­ral­ka­pi­tel an den Gene­ral­rat des Insti­tuts dele­giert“. Das Gene­ral­ka­pi­tel hat­te grund­sätz­lich die Anwen­dung des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum beschlos­sen. Die Dele­gie­rung betraf die Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen etwa bezüg­lich der unter­schied­li­chen lit­ur­gi­schen Kalen­der. „Damals wur­de unter uns die Fra­ge dis­ku­tiert, ob es mög­lich sei, einen ande­ren Kalen­der (den der ordent­li­chen Form) in der Alten Mes­se zu gebrau­chen. Dies wur­de mit Nr. 24 der Instruk­ti­on Uni­ver­sae Eccle­siae, die am 13. Mai 2011 ver­öf­fent­licht wur­de, defi­ni­tiv aus­ge­schlos­sen.“

Römische Maßnahme hat nicht mit Benedikt XVI., sondern mit Papst Franziskus zu tun

Tor­ni­el­li ver­mit­tel­te erneut den Ein­druck, wie in den ver­gan­ge­nen Tagen üblich, die römi­sche Maß­nah­me gegen den Orden habe nicht direkt mit dem neu­en Pon­ti­fi­kat zu tun, da die Apo­sto­li­sche Visi­ta­ti­on bereits wäh­rend des Pon­ti­fi­kats von Bene­dikt XVI. begon­nen hat. „Das ist nicht exakt: es han­del­te sich um eine Ent­schei­dung der Kon­gre­ga­ti­on für die Insti­tu­te des Geweih­ten Lebens“, so die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta in der Erklä­rung, wäh­rend sich die Ordens­kon­gre­ga­ti­on für ihr jetz­ti­ges Dekret aus­drück­lich die Bil­li­gung von Papst Fran­zis­kus hol­te.
Zur Ehren­ret­tung von Vati­can Insi­der ist hin­zu­zu­fü­gen, daß die Sei­te am Sonn­tag die erste offi­zi­el­le Klar­stel­lung des Ordens voll­in­halt­lich ver­öf­fent­lich­te.

An der Ordens­kon­gre­ga­ti­on scheint man sich unter­des­sen kei­ne Gedan­ken über die Aus­wir­kun­gen des Dekrets für die Seel­sor­ge gemacht zu haben. Nicht nur ordens­in­tern, vor allem für die Schwe­stern­kon­ven­te, son­dern vor allem auch für die zahl­rei­chen Meß­or­te im Alten Ritus, die vom Orden betreut wer­den. Unzäh­li­ge Gläu­bi­ge wer­den am 11. August mit einem Schlag der Alten Mes­se beraubt, um die sie oft lan­ge rin­gen muß­ten. Zu den dadurch ent­ste­hen­den Pro­ble­men logi­sti­scher und geist­li­cher Natur für die­se Gläu­bi­gen ist von der Ordens­kon­gre­ga­ti­on nichts zu hören. Kein Wort des Bedau­erns oder des Zuspruchs. Wenn es gegen die Tra­di­ti­on geht, benimmt sich der pro­gres­si­ve Tei­le der Römi­schen Kurie wie ein Ele­fant im Por­zel­lan­la­den und dies gegen eine wür­dig und völ­lig kor­rekt zele­brier­te Lit­ur­gie und gegen die lit­ur­gisch zu Wai­sen gemach­ten Gläu­bi­gen.

Eine klei­ne Erkun­dungs­rei­se durch die Pfar­rei­en, an denen Mit­glie­der der unge­hor­sa­men Pfar­rer-Initia­ti­ven des deut­schen Sprach­raums tätig sind, wür­de genü­gen, um ein Miß­brauchs­re­gi­ster erstel­len zu kön­nen, das nach Ein­grei­fen schreit. Es besteht aus­rei­chend Hand­lungs­be­darf. Man muß ihn sich nicht anders­wo suchen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta

15 Kommentare

  1. Deut­li­che Wor­te von S. E. Mal­colm Kar­di­nal Ran­jith, 
    Erz­bi­schof von Colom­bo anläss­lich der 20. Gene­ral­ver­samm­lung der Inter­na­tio­na­len Foe­de­ra­ti­on Una Voce in Rom im Jah­re 2012:
    -
    „Lit­ur­gie kann des­halb nie­mals von Men­schen geschaf­fen wer­den.
    Wenn wir Gott so ver­eh­ren, wie wir das wol­len, und uns selbst die Regeln geben, 
    dann lau­fen wir Gefahr, erneut Aarons Gol­de­nes Kalb
    zu pro­du­zie­ren.

    Wir müs­sen fest dar­auf bestehen, 
    dass Got­tes­dienst unse­re Teil­nah­me an dem ist, was Gott selbst tut — 
    sonst sind wir in der Gefahr, Göt­zen­dienst zu bege­hen.
    Der Sym­bo­lis­mus der Lit­ur­gie hilft uns dabei, uns über das, was mensch­lich ist, zum Gött­li­chen zu erhe­ben. 
    In die­ser Hin­sicht, das ist mei­ne feste Über­zeu­gung, 
    ist der Vetus Ordo [die alte Mes­se] in hohem Maße und in größ­ter Erfül­lung der mysti­sche und tran­szen­den­te Ruf zur Begeg­nung
    mit Gott in der Lit­ur­gie.

    Daher ist für uns die Zeit gekom­men, nicht nur durch radi­ka­le Ver­än­de­run­gen den Inhalt der refor­mier­ten Lit­ur­gie zu erneu­ern, 
    son­dern auch immer stär­ker auf eine Rück­kehr der alten Mess­ord­nung hin­zu­wir­ken, der den Weg zu einer wahr­haf­ten Erneue­rung der Kir­che bie­tet, wie sie die Väter des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils so sehr erhoff­ten.
    Eine sorg­fäl­ti­ge Lek­tü­re der Kon­zils- Kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um über die hei­li­ge Lit­ur­gie zeigt, dass die über­eil­ten Ver­än­de­run­gen, die spä­ter in die Lit­ur­gie ein­ge­führt wur­den, kei­nes­falls im Sin­ne der Kon­zils­vä­ter waren.

    Daher ist es jetzt an der Zeit, ent­schlos­sen auf eine wahr­haf­te Reform der Reform
    hin­zu­ar­bei­ten und auch auf eine Rück­kehr zu der wah­ren Lit­ur­gie der Kir­che, die sich in ihrer zwei­tau­send­jäh­ri­gen Geschich­te in einem bestän­di­gen Fluss ent­wickelt hat.
    Ich hof­fe und bete, dass das geschieht.“
    -

    • defendor@: Sehr Richig Und dies sol­len gera­de und ins­be­son­de­re die schwei­zer Bischöfe,die öster­rei­chisen und deut­schen Bischöfe,eindringlich akze­pie­ren und zu Gemüe füh­ren. Zu erwa­ren ist doch eher: Sie alle-und nicht nur sie-von eini­gen Aus­nah­men abgesehen‑,Sie alle las­sen alles so wei­ter­trei­ben. Sie soll­ten im tie­fen Ernst Joh.10 lesen, ein Kapi­tel für Bischö­fe, wo sehr genau zwi­schen Hir­ten und Miet­lin­gen unter­schie­den wird. Soll denn das alles für die Katz ‘ statt für jeden ein­zel­nen Bischof gesagt sein?

  2. Genau das habe ich auch immer nicht ver­stan­den:
    kein Sektenguru,kein Schamane,kein Magi­er oder Prie­ster heid­ni­scher Gott­hei­ten käme auch nur im Traum auf die Idee,Rituale zu ver­än­dern.
    Und war­um wohl?
    Weil die genau wissen,was dann pas­siert bzw.nicht pas­siert-nur die Chri­sten schei­nen es ver­ges­sen zu haben.…

    • Ja, auch bei irdi­scher Arz­nei ist das so: Das Rezept funk­tio­niert — oder es funk­tio­niert nicht.

  3. Die Wahl eines Pap­stes aus der Drit­ten Welt oder auch nur die Woh­nung im Gäste­haus statt in den päpst­li­chen Gemä­cher hin­dert die Intri­gan­ten im Vati­kan nicht an ihren Machen­schaf­ten. Offen­sicht­lich haben sie es mei­ste­haft ver­stan­den, den Papst durch fal­sche Infor­ma­tio­nen auf ihre Sei­te zu zie­hen. Möge er zu Klug­heit und Mut fin­den, die­se Intri­gen zu durch­schau­en und Fehl­eint­schei­dun­gen in sei­ner ver­stän­dis­vol­len Barm­her­zig­keit zu kor­ri­gie­ren.

  4. Ist das Cha­os! Es wird der­ma­ßen viel See­manns­garn gespon­nen, dass man denkt, der Vati­kan ist zu einer Hafen­spe­lun­ke mutiert, in der voll­trun­ke­ne Matro­sen in einer alko­hol­ver­stärk­ten Gleich­ge­wichts­stö­rung schwan­ken­den Boden dia­gno­sti­zie­ren wo Ruhe und Hei­lung gesche­hen ist.
    Gut, dass der Orden nun reagiert und nicht ein­fach alles nur hin­nimmt.
    Schlecht, dass aus dem Vati­kan nichts kommt.
    Möge dies doch noch gesche­hen — aber nur zum Guten.
    Es käme mega-demü­tig rüber, wenn F. sich hier vor aller Welt beu­gen und kor­ri­gie­ren wür­de!

  5. Da kann man die Sedis­vaka­di­sten z.Tl. ver­ste­hen.
    Ist das über­haupt noch ein recht­mä­ssi­ger Papst ?

    Er ver­hin­dert alles, was die Rege­ne­ra­ti­on der Kir­che varan bringt.
    In sei­ner Hei­mat ver­kehr­te er freund­schaft­lich mit den Frei­den­kern
    und nahm den „Segen“ pro­te­stan­tisch-cha­ris­ma­ti­scher Pre­di­ger an.

    Das zeigt doch deut­lich, wes­sen Gei­stes Kind die­ser „Papst“ ist !

  6. Der „Papst“ hat doch selbst gesagt, dass man nicht auf Rom hören soll. Auch hat er auf dem WJT gesagt, dass er ein „gro­ßes Durch­ein­an­der“ will. Es ist also voll­kom­men unklar, war­um sich die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta jetzt über­haupt einen Kopf machen. Ein Igno­rie­ren römi­scher Anwei­sun­gen ist nach dem Wil­len des „Pap­stes“ rom­ge­fäl­lig.

  7. Viel­leicht dient die­se Sache den FI ja zur kla­ren Ent­schei­dung. Auf Dau­er kann man nicht bei­de Riten glei­cher­ma­ßen aus­üben. Ent­we­der wen­det man sich ad Domi­num oder ad popu­lum. Man kann es nicht Gott und der Welt recht machen wol­len.

    Für Klö­ster­li­che gilt der Gehor­sam ganz sicher, aber sie müs­sen auch her­aus­fin­den, was sie zu tun haben bzw. ver­lan­gen dürfen/müssen, wenn es ihnen ernst ist mit der Nach­fol­ge Chri­sti.

    War­um soll­te ihnen ver­wehrt wer­den, allein im alten Ritus zu zele­brie­ren, wenn sie dies denn mehr­heit­lich wol­len? Wenn sie es wirk­lich wol­len, wird Gott es ihnen gewäh­ren. Die, die es nicht wol­len, sol­len eine Gemein­schaft für sich bil­den und die ande­ren nicht belan­gen.

    Es ist eine Prü­fung auf Herz und Nie­ren.

    • Angeb­lich gibt es doch kein „ad popu­lum“:
      „Geist und Gebet am Altar rich­ten sich immer, ob vom Vor­ste­her mit Rücken oder Gesicht zur Gemein­de gespro­chen, zu Gott hin (ad Domi­num). Einen Gegen­satz von ver­sus popu­lum und versus/ad Deum gibt es folg­lich nicht.“
      Joseph Ratz­in­ger: Das Fest des Glau­bens. 3. Auf­la­ge, Ein­sie­deln 1993, S. 121.

      • Ad Domi­num und ad popu­lum ist das­sel­be in einer Reli­gi­on, die Gott als Idee, als form­lo­ses Kon­zept, als Geist, der weht wo er will, bekennt, aber nicht gleich­zei­tig auch als Per­son.

        Das Chri­sten­tum hat den drei­fal­ti­gen Gott. Der Sohn ist Mensch gewor­den, hat Gestalt ange­nom­men. Daher ist es nor­mal, daß ich mich die­ser 2. gött­li­chen Per­son auch zuwen­de, nicht nur gedank­lich, son­dern auch räum­lich, for­mal. Das Sym­bol des Kreu­zes ver­langt, daß man es ansieht beim Beten. Er ist mate­ri­ell zuge­gen in der Gestalt der Hostie, er wohnt im Taber­na­kel.

        Ich fin­de es absurd, wenn der Prie­ster am Volks­al­tar steht und sei­ne Gebe­te in die Luft hin­auf sen­det bzw. ad popu­lum, wäh­rend hin­ter oder neben ihm der Taber­na­kel steht.

        • Der Unter­schied zwi­schen AO und NO ist wie Lyrik und Pro­sa. Im AO spricht der Prie­ster mit Gott. Im NO spricht er vor­wie­gend über Gott.

          Der alte Ritus ist wie ein Lie­bes­ge­dicht an den Herrn mit Zei­chen der Lie­be und Ver­eh­rung. Knie­beu­gen, Kreuz­ei­chen, Küs­sen, Ver­nei­gun­gen und Lob­preis. Anbe­tung.

          Der Neue Ritus ist wie eine Erzäh­lung. Wie eine ein­zi­ge Pre­digt, unter­bor­chen von der Wand­lung. Ins­ge­samt fla­che Pro­sa bis hin zu aus­ufern­dem Geschwa­fel.

          Auf­grund der fal­schen Rich­tung gibt es im NO kei­ne wirk­li­che Anbe­tung mehr.

      • Mister X, sie legen die Wor­te Ratz­in­gers falsch aus! Ratz­in­ger woll­te damit gegen­über einer Lit­ur­gi­ker­schaft, die ein­zig ver­sus popu­lum für legi­tim hält, die Legi­ti­mi­tät des vesus ad Deum begrün­den. Er selbst hat sich mehr­fach dafür aus­ge­spro­chen, wie­der ad Deum zu zele­brie­ren und hat dies auch in der Six­ti­na durch­ge­zo­gen!

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