Ein Flash Mob wird uns retten. Er macht uns frei! — Abschluß des Weltjugendtages 2013

Peinlicher Flash Mob Auftritt von Bischöfen in Rio(Rio de Janei­ro) Drei Mil­lio­nen Jugend­li­che kamen zum Höhe­punkt des Welt­ju­gend­ta­ges 2013 an die Copa­ca­ba­na, um an der von Papst Fran­zis­kus zele­brier­ten Hei­li­gen Mes­se teil­zu­neh­men. Nach Rio de Janei­ro steht im Raum, was ein Welt­ju­gend­tag laut den Ver­an­stal­tern brin­gen soll. Es sei hier aus­drück­lich zwi­schen dem Papst, sei­nen Anspra­chen und Absich­ten und jenen des Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees unter­schie­den. Es sei vor­ab auch der bra­si­lia­ni­sche Volks­cha­rak­ter in Rech­nung gestellt. Mit den nach­fol­gen­den Zei­len sind vor allem nicht die Jugend­li­chen gemeint, die nach Rio de Janei­ro gekom­men sind. Es geht auch nicht um die weib­li­chen Kom­mu­ni­ons­pen­de­rin­nen, die trotz der vie­len Kar­di­nä­le, Bischö­fe, Prie­ster und Dia­ko­ne an der Copa­ca­ba­na waren. Der Fern­seh­sen­der des Vati­kans CTV setz­te sie offen­sicht­lich mit beson­de­rer Vor­lie­be ins Bild. Es geht auch nicht um die Kom­mu­ni­ons­pen­dung in bei­der­lei Gestalt, die der Vati­kan­sen­der eben­so ins Bild setz­te. Aber zurück zum eigent­li­chen The­ma…

Der Welt­ju­gend­tag 2013 prä­sen­tier­te sich in eini­gen Haupt­pro­gramm­punk­ten als Enter­tain­ment­spek­ta­kel. Die katho­li­schen Jugend­li­chen und die nach Rio gekom­me­ne suchen­de Jugend soll­ten offen­bar, so die Mei­nung der Orga­ni­sa­to­ren, vor allem unter­hal­ten wer­den. Dau­er­be­rie­se­lung durch Musik, grel­le, auf­mun­tern­de, ja auf­put­schen­de Mode­ra­to­ren­stim­men, ein gro­ßes Fest. Wer aber wur­de gefei­ert? Chri­stus? Oder soll­ten die Jugend­li­chen sich selbst fei­ern? Soll­ten die Jugend­li­chen nach Hau­se zurück­keh­ren und über die Shows- und Event­ein­la­gen berich­ten kön­nen? Es gab Hun­der­te von Kate­che­sen, es gab aus­zeich­ne­te Glau­bens­un­ter­wei­sun­gen abseits der Fern­seh­ka­me­ras, zahl­rei­che wür­di­ge, ehr­fürch­ti­ge Momen­te des Glau­bens, des Gebets und der Anbe­tung. Es gab zahl­rei­che Beich­ten. Es gab das Pro­gramm und die Hei­li­gen Meß­op­fer des „außer­or­dent­li­chen “ Welt­ju­gend­ta­ges der Tra­di­ti­on.

Was aber welt­weit in Bil­dern und O‑Ton über­tra­gen wur­de, war zum Teil dürf­tig und defi­zi­tär. Macht es Sinn, die Jugend mit den­sel­ben Ele­men­ten in die Kir­che und zum Glau­ben zu locken, die Jugend­li­che hun­dert,- ja tau­send­fach – zumin­dest in den über­sat­ten west­li­chen Län­dern – von ande­ren gebo­ten bekom­men? Macht den Unter­schied allein, daß die Tex­te der Musik etwas reli­gi­ös auf­ge­peppt sind? Ist das schon alles?

War­um aber über­haupt Show? War­um eine Hor­de von Bischö­fen, die sich selbst dar­in gefal­len zu schei­nen, Jugend­li­chen gefal­len zu wol­len? War­um Bischö­fe, die auf Anwei­sung eines Enter­tai­ners sich ent­blö­den und öffent­lich der Lächer­lich­keit preis­ge­ben, um erbärm­lich her­um­zuhop­sen? Sind das die­sel­ben Bischö­fe, die gleich­zei­tig auf „Kol­le­gia­li­tät“, auf mehr Mit­spra­che in der Kir­chen­lei­tung und weni­ger Hier­ar­chie drän­gen? Was für ein Eigen­tor haben sie sich dann in Rio gelei­stet. Hand aufs Herz, möch­ten Sie wirk­lich, daß Ihr Bischof so her­um­hüpft? Ein Bischof, eine Respekts­per­son?

So wie wir als Jugend­li­che nicht woll­ten, daß unse­re Eltern sich so wie wir Jugend­li­chen ver­hal­ten, weil wir, und den Jugend­li­chen in Rio wird es nicht viel anders ergan­gen sein, instink­tiv wuß­ten, daß es Genera­ti­ons­un­ter­schie­de gibt, ob man sie wahr­ha­ben will oder nicht, und daß es etwas spe­zi­fisch Jugend­li­ches gibt, das ganz uns gehör­te, eben für die­se unse­re Jugend­zeit, die vor­bei­geht, an die man sich spä­ter erin­nert und über das man teils spä­ter nur mehr kopf­schüt­telnd stau­nen kann. Aber doch nicht umge­kehrt: Bischö­fe sol­len Ober­hir­ten sein , die Men­schen aller Genera­tio­nen zum ewi­gen See­len­heil füh­ren, die Füh­rer, Mei­ster und Rich­tungs­wei­ser sind, denen die Sakra­men­te anver­traut sind und die Ver­kün­dung des Wor­tes Got­tes. Bischö­fe dann auf Anlei­tung wie grenz­de­bi­le Dep­pen her­um­hüp­fen zu sehen, ist ein­fach nur… und an die­ser Stel­le soll sich jeder sel­ber sei­nen Ein­druck ein­fü­gen.

Zum pein­li­chen Flash-Mob-Abschluß von Rio de Janei­ro nahm auch der bekann­te katho­li­sche Kul­tur­krik­ti­ker Fran­ces­co Cola­femmi­na Stel­lung.

Flash Mob macht uns frei, Yeah, Yeah, YeahEin Flash Mob macht uns frei. Halleluja

von Fran­ces­co Cola­femmi­na

Glau­ben die her­umhop­sen­den und Flash Mob mimi­krie­ren­den Bischö­fe ernst­haft auf die­se Wei­se Jugend­li­che für die katho­li­sche Glau­bens- und Moral­leh­re gewin­nen zu kön­nen? Die­se Ver­stel­lung ist doch leicht durch­schau­bar, auch für Jugend­li­che. Es geht immer­hin um jene Jugend­li­chen, die Papst Fran­zis­kus „zur Revo­lu­ti­on für Chri­stus“ auf­ge­ru­fen hat (über die Begriffs­wahl lie­ße sich dis­ku­tie­ren). Und die Bischö­fe mei­nen wirk­lich, die­sel­ben Jugend­li­chen sehen nicht ein zwar lusti­ges Spek­ta­kel, durch­schau­en aber nicht die Anbie­de­rung? Und wer sagt, daß die gläu­bi­ge Jugend sich wirk­lich eine sol­che Ent­blö­dung erwar­tet?

Was für ein Vor­bild geben die Bischö­fe eigent­lich? Wel­che erzie­he­ri­schen Ansät­ze woll­ten sie der katho­li­schen Jugend damit ver­mit­teln? Wel­che Wer­te woll­ten sie wei­ter­ge­ben, indem sie auf der Büh­ne ein pein­li­ches Schau­spiel bie­ten?

Die­ser Welt­ju­gend­tag sah einen Papst, der die neue­sten Hand­bü­cher über lea­dership stra­te­gy stu­diert zu haben scheint, aller­dings jene, die auf hori­zon­tal lea­dership abzie­len. Er fährt im Fiat Idea, er ist hori­zon­tal, dabei spielt es kei­ne Rol­le, daß er von 5000 Sol­da­ten abge­schirmt wird, die sich um sei­ne Sicher­heit küm­mern und daß vor und hin­ter sei­nem klei­nen Fiat die übli­chen Wagen­ko­lon­nen mit Dut­zen­den gro­ßen Autos fah­ren. Alle schau­en auf sein Auto, nicht auf die ande­ren Wagen. Das schafft Zustim­mung und insze­niert eine Lea­dership-Rol­le. Eine Art katho­li­scher Came­ron. David Came­ron, der regie­ren­de Pre­mier­mi­ni­ster Groß­bri­tan­ni­ens, wur­de 2006 mit einem Schlag als Zukunfts­hoff­nung der Kon­ser­va­ti­ven Par­tei bekannt, weil er medi­en­ge­recht mit dem Fahr­rad ins Par­la­ment radel­te. Und nie­mand schau­te auf die Limou­si­nen mit sei­nen Mit­ar­bei­tern und dem Sicher­heits­per­so­nal, die ihm folg­ten. Nie­mand dach­te mehr an den jun­gen, ehr­gei­zi­gen Ari­sto­kra­ten­sohn, der an Eli­ten­schu­len stu­diert hat­te. Alle starr­ten nur mehr auf sei­ne Umgäng­lich­keit, weil er mit dem Fahr­rad fuhr.

Und noch ein Bei­spiel: Bloom­berg, der amtie­ren­de Bür­ger­mei­ster von New York, der berühmt wur­de, weil er bekannt­gab, nicht in der tra­di­tio­nel­len Resi­denz der New Yor­ker Bür­ger­mei­ster, Gra­cie Man­son, zu woh­nen, son­dern in sei­nem eige­nen Haus. Und daß er mit der U‑Bahn zur Arbeit fuhr. Was für eine Demut! Natür­lich mach­te die­se „Umgäng­lich­keit“, die­ses „hori­zon­ta­le“ Ver­hal­ten ver­ges­sen, daß Bloom­berg einer der zehn reich­sten Män­ner der USA ist, sein Pri­vat­haus weit luxu­riö­ser ist, als jenes der Bür­ger­mei­ster und er in der U‑Bahn von einem Troß von Mit­ar­bei­tern und Wach­män­nern umge­ben war.

Was ist das Geheim­nis der „hori­zon­tal lea­dership“? Es geht um das stra­te­gi­sche Ziel. „Anse­hen“ und „Ver­trau­en“ in den Anfüh­rer und die Insti­tu­ti­on, die er ver­tritt, zurück­ge­ben. Gemäß die­ser Logik hat die Kir­che unter der ver­ti­cal lea­dership unter Bene­dikt XVI. Glaub­wür­dig­keit, Anse­hen und Ver­trau­en ver­lo­ren. Jetzt braucht es Kol­le­gia­li­tät, jetzt braucht es die Hori­zon­ta­li­tät von Fran­zis­kus, um die­se grund­le­gen­den Ele­men­te zurück­zu­ge­win­nen.

Sind wir aber sicher, daß die hori­zon­tal lea­dership eine geeig­ne­te Stra­te­gie für eine gött­li­che Insti­tu­ti­on wie die Kir­che ist, die nicht eine bloß mensch­li­che Ein­rich­tung ist? Für eine Ein­rich­tung, die auf den Glau­ben an Jesus Chri­stus gegrün­det ist, auf die Ver­kün­di­gung des Heils für die unsterb­li­che See­le und des ewi­gen Lebens?

Die Ergeb­nis­se die­ser Devo­lu­ti­on der Kir­che von Fran­zis­kus wer­den wir erst in eini­gen Mona­ten oder Jah­ren sehen. Unter­des­sen schau­en wir auf die erzie­he­ri­sche Fra­ge, auf die Stra­te­gie zur Selbst­dar­stel­lung der Kir­che (das heißt der Bischö­fe, der Bischofs­kon­fe­ren­zen) unter der Jugend. In die­sem Bereich ist schon seit eini­ger Zeit die Hori­zon­ta­li­tät zu einer umge­kehr­ten Ver­ti­ka­li­tät gewor­den. Um die Jugend zu gewin­nen ver­zich­tet man auf Auto­ri­tät, auf die Dimen­si­on des Vor­bilds der Erwach­se­nen, der Trä­ger einer Tra­di­ti­on, einer geleb­ten Ver­gan­gen­heit, einer Lebens- und Glau­bens­er­fah­rung mit ihrer gan­zen Weis­heit. Statt­des­sen macht man sich zu Jugend­li­chen. Und das Ergeb­nis ist zwangs­läu­fig die völ­li­ge Auf­lö­sung und Rela­ti­vie­rung der Rol­len. Wer macht was? Wer lernt von wem? Jugend­li­che, wie in Mai­land, die von einem Weih­bi­schof auf­ge­for­dert wer­den, nach der Wand­lung den Leib und das Blut Chri­sti wie der Prie­ster zur Ele­va­ti­on zu erhe­ben. Wie oft war schon in Anspra­chen an die Jugend zu hören, die Jugend habe den Bischö­fen, den Erwach­se­nen, dem Papst etwas zu leh­ren? Was für eine Anbie­de­rung.

Don Giu­s­sa­ni [Grün­der der Gemein­schaft Com­u­nio­ne e Liberazione/Gemeinschaft und Befrei­ung) schrieb in einem Auf­satz über ein erzie­he­ri­sches Risi­ko: „Um zu erzie­hen, ist es not­wen­dig auf geeig­ne­te Wei­se die Ver­gan­gen­heit dar­zu­le­gen. Ohne die Dar­le­gung der Ver­gan­gen­heit, der Erfah­rung und des Wis­sens der Ver­gan­gen­heit, der Tra­di­ti­on, wächst der Jugend­li­che kopf­la­stig und skep­tisch her­an. Wenn ihm nie­mand nahe­legt, eine Arbeits­hy­po­the­se zu bevor­zu­gen, wird sich der Jugend­li­che eine erfin­den, kopf­la­stig, oder er wird zum Skep­ti­ker, was noch beque­mer ist, weil er sich nicht ein­mal die Mühe macht, einer Arbeits­hy­po­the­se kohä­rent zu fol­gen. Es ist die bewußt ange­nom­me­ne Tra­di­ti­on, die einen all­um­fas­sen­den Blick auf die Rea­li­tät bie­tet, die eine Hypo­the­se zur Fra­ge nach dem Sinn bie­tet, ein kla­res Bild vom Schick­sal.“

Es ist pein­lich die­se Bischö­fe zu sehen, die den Jugend­li­chen in ver­ständ­li­chen Wor­ten Leucht­tür­me sein soll­ten zu The­men wie Ehe, Ver­ant­wor­tung, Glau­ben, Ein­satz für Gott und die Näch­sten, die eine welt­imma­nen­te Gesell­schaft ver­ur­tei­len soll­ten, die sie, die Jugend nur als Die­ner von Markt­ge­set­zen haben will, die sie selbst in der Ver­zweif­lung still, fried­lich und zum eigen­stän­di­gen Han­deln unfä­hig haben will, redu­ziert auf das Dasein von Kon­su­men­ten und abhän­gig von dem, was ihnen im Fern­se­hen ser­viert wird. Statt­des­sen prä­sen­tie­ren sie sich wie Puber­tie­ren­de, mit einem kin­di­schen Lächeln von plötz­lich angeb­lich wie­der Jung­ge­wor­de­nen, wie ver­weich­lich­te Kaba­ret­ti­sten. Das ist ein­fach inak­zep­ta­bel. Und nicht etwa weil das Spiel, die Unter­hal­tung nur eine Pau­se zwi­schen zwei ern­sten Din­gen ist, wie Pla­ton es defi­nier­te. Son­dern weil das die ver­brei­tet­ste, sicher medi­en­ge­rech­te Form der Selbst­dar­stel­lung der Kir­che gegen­über Jugend­li­chen ist. Das Pro­blem ist, daß man damit das genaue Gegen­teil des­sen erreicht, was Don Giu­s­sa­ni emp­foh­len hat: „Wir wol­len, das ist unser Zweck, die Jugend­li­chen befrei­en. Wir wol­len die Jugend­li­chen befrei­en von der gei­sti­gen Skla­ve­rei, von der Uni­for­mie­rung, die sie zu gei­sti­gen Skla­ven der ande­ren macht.“

Die­ser Flash Mob unter­schei­det sich von der medi­en­ge­rech­ten Auf­ma­chung nicht viel von den natio­nal­so­zia­li­sti­schen Groß­ver­an­stal­tun­gen oder den kom­mu­ni­sti­schen Cho­reo­gra­phien zu Ehren des ‚Gelieb­ten Anfüh­rers‘ in Nord­ko­rea, übri­gens Insze­nie­run­gen, die weit weni­ger ver­trot­telt sind. Glei­che Büh­nen, glei­che Far­ben­spie­le, glei­che Mas­sen­spek­ta­kel.

Man stel­le sich nun vor, was gesche­hen wird, wenn die­se Bischö­fe, die sich in Show­men ver­wan­delt haben, es wagen soll­ten, gegen Abtrei­bung oder gegen die Homo-Ehe zu spre­chen, es wagen soll­ten über die Höl­le, über die ewi­ge Ver­ur­tei­lung, über das Jen­seits und die See­len und das See­len­heil zu spre­chen. Wenn… sie es denn über­haupt wagen soll­ten. Eini­ge könn­ten ihnen mit eini­ger Berech­ti­gung mit ver­ächt­li­chen Reak­tio­nen ant­wor­ten.

Text: Fides et For­ma
Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild/Video: Fides et For­ma

18 Kommentare

  1. In der Sache stim­me ich Ihnen völ­lig zu. Ich wünsch­te nur, Sie wür­den Herrn Cola­femmi­na (so wie übri­gens auch Herrn de la Cigo­na) nicht stän­dig als „bekannt“ vor­stel­len. Wem ist er bekannt? Jeden­falls nicht mir, und ich ken­ne mich im katho­li­schen Inter­net recht gut aus. Wie Sie die­se bei­den Her­ren pushen, erin­nert unan­ge­nehm an die Art und Wei­se, wie auf kath.net stän­dig Herr Bad­de prä­sen­tiert wird. Sie dür­fen ja jeden zitie­ren, aber tun Sie doch bit­te nicht so, als sei er wer weiß wie berühmt…

    • Er ist bekannt! Aller­dings nicht unbe­dingt im deutsch­spra­chi­gen Inter­net… Es gibt auch noch eine Welt süd­lich Bozens oder Vero­nas.
      Cola­femmi­na war vor ein paar Jah­ren schon auf dem Titel­bild des Vati­can-Maga­zins, und natür­lich war ihm ein gro­ßer Arti­kel gewid­met, er hat zum Bei­spiel das Buch „Il miste­ro del­la Chie­sa di san Pio. Coin­ci­den­ze e stra­te­gie eso­te­ri­che all’om­bra del gran­de San­to di Piet­rel­ci­na“ geschrie­ben.
      Er unter­hält einen inter­es­san­ten Blog http://fidesetforma.blogspot.de — geben Sie ein­fach sei­nen Namen in Goog­le ein.
      Und im übri­gen: wann darf jemand als „bekannt“ gel­ten? Und noch eine Fra­ge: wer darf auf pri­va­ten Inter­net­sei­ten wie häu­fig zitiert wer­den? Haben wir inzwi­schen auch da den Ruf nach Quo­ten — hoch lebe das Mit­tel­maß!?
      Was sol­len sol­che Postings „auf der Meta­ebe­ne“?
      Es geht und ging ein­zig und allein um die ver­han­del­te Sache. Jede seriö­se Dis­kus­si­on geht aus­schließ­lich ad rem. Ihr Posting dage­gen ist rein ad per­so­nam…

      • „Cola­femmi­na war vor ein paar Jah­ren schon auf dem Titel­bild des Vati­can-Maga­zins.“

        Inzwi­schen ver­tritt das Vati­can-Maga­zin offen­sicht­lich eine ande­re kir­chen­po­li­ti­sche Linie als Cola­femmi­na. Sie sind voll auf den Zug der neo­kon­ser­va­ti­ven Fran­zis­kus-Enthu­sia­sten auf­ge­sprun­gen.

        • Wie es aus­sieht haben Sie damit ganz recht — ich woll­te nur dem Vik­tor klar­ma­chen, dass Cola­femmi­na kein Unbe­kan­ter ist. Was im übri­gen auch eine uner­heb­li­che Fra­ge ist, denn vor Gott gilt ja bekannt­lich nicht das Anse­hen der Per­son. Ob Cola­femmi­na bekannt ist oder nicht — was zählt ist, ob er die Wahr­heit spricht.

  2. Fast acht Jah­re konn­te man einen Hauch von Früh­ling spü­ren, unter Bene­dikt XVI. Doch es war nur zu klar, dass die­ser rasch von einem wie­der ein­set­zen­den Frost ver­nich­tet wer­den könn­te. Alles, was Bene­dikt XVI. in müh­sa­men klei­nen Schrit­ten gegen gro­sse Wider­stän­de wie­der auf­ge­baut hat, ist mitt­ler­wei­le dahin. Es ist bekla­gens­wert. Kon­ser­va­ti­ve Katho­li­ken zie­hen sich wie­der in ihre Kata­kom­ben zurück; ein­zel­ne, die nicht der Pius­bru­der­schaft nahe­stan­den, erwä­gen plötz­lich ernst­haft, dort zukünf­tig die Hei­li­gen Mes­sen und die kate­che­ti­schen Ver­an­stal­tun­gen zu besu­chen. Es ist wie­der wie 1978 ff.

  3. Alles in Rio 2013 erin­nert mich an die War­nung des Hei­lan­des in Mat­thä­us 7,21: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Him­mel­reich ein­ge­hen.“ und an Johan­nes 14,15: Wenn ihr mich liebt, so hal­tet mei­ne Gebo­te.
    Ich weiß nicht, wie vie­le von die­sen Mil­lio­nen „Katho­li­ken“ außer Rand und Band die Gebo­te auf­zäh­len kön­nen, geschwei­ge denn, was die­se alles umfas­sen.

    Ich glau­be auch nicht, dass die Begei­ste­rung so groß gewe­sen wäre, wenn der Papst statt einer rie­si­gen Pop-Show vor­zu­ste­hen, end­lich ein­mal ange­mahnt hät­te, alle zeit­ge­nös­si­schen gän­gi­gen schwe­ren Sün­den wie Geschlechts­ver­kehr vor und außer­halb der Ehe, Mastur­ba­ti­on, Abtrei­bung und auch die­je­ni­ge der vier him­mel­schrei­en­den Sün­den, die gera­de von der UN/UNESCO über­all als „new nor­mal“ bewor­ben wird, zu unter­las­sen, nicht die Mode, sich wie Pro­sti­tu­ier­te anzu­zie­hen, mit­zu­ma­chen und über­haupt lie­ber zu ster­ben als durch eine ein­zi­ge Tod­sün­de Gott zu belei­di­gen. Eben­so wäre sicher kaum einer begei­stert gewe­sen, wenn er dar­auf hin­ge­wie­sen hät­te, dass es eine Sonn­tags­pflicht gibt und eine Pflicht wenig­stens ein­mal im Jahr eine Ohren­beich­te abzu­le­gen und dass die Unter­las­sung hier eine schwe­re Sün­de dar­stellt.
    Ich den­ke der Platz hät­te sich dann näm­lich schlag­ar­tig geleert und das wäre die harm­lo­se­ste Vor­stel­lung gewe­sen, wie die­se Mas­se auf eine sol­che Ermah­nung reagiert hät­te.

    Frü­her ist außer­dem von Päp­sten, Kir­chen­vä­tern und Kir­chen­leh­rern schwer ver­ur­teilt wor­den, wenn sich der geist­li­che Stand wie die Welt­men­schen benimmt und damit unse­re hei­li­ge Reli­gi­on unglaub­haft und ver­ächt­lich machen.

    Die­ser Kult um die­sen Papst ist schwer grenz­wer­tig. Jeder „demü­ti­ge“ Hei­li­ge hät­te sich in der näch­sten Höh­le ver­kro­chen bei so einem Spek­ta­kel wegen ihm und die, die ihn der­ar­tig loben als sei­ne schlimm­sten Fein­de ange­se­hen.

  4. Die Kri­tik an dem „Her­um­ge­hop­se“ der hohen Wür­den­trä­ger ist berech­tigt. Denn in ihrem auf hier­ar­chi­schen Abstand und Amts­au­to­ri­tät abzie­len­den Out­fit ( Sou­ta­ne, Bauch­bin­de und Käpp­chen) wir­ken sie hier ein­fach nur lächer­lich. Sie erin­nern mich an Schul­leh­rer längst ver­gan­ge­ner Zei­ten, die im Unter­richt auf einem Podest thron­ten und sich von den Schü­lern mit vol­lem Titel anre­den lie­ßen, aber bei Abschluss­fei­ern sich zum Sack­hüp­fen und ähn­li­chen Scher­zen nöti­gen lie­ßen. Das war gegen ihre ver­meint­li­che „Wür­de“, und scha­de­te auch ihrer Amts­au­to­ri­tät. Man hät­te den Exzel­len­zen in Rio raten sol­len, bei die­ser spe­zi­el­len Gele­gen­heit in Zivil zu erschei­nen oder nur zuzu­schau­en.

  5. Neu­lich sag­te einer mei­ner klei­nen Schü­ler — ich unter­rich­te an einer Musik­schu­le — er freue sich sehr, wenn er end­lich ins Gym­na­si­um kom­me, weil er hof­fe, dass er dort end­lich „rich­ti­gen“ Unter­richt erhiel­te. Ich war erstaunt und hak­te nach. (Er ging bis­her auf eine Grund­schu­le mit Mont­esso­ri-Päd­ago­gik.) Er sang mir ein Lied vor, das sie gera­de gelernt hat­ten und mein­te: Fin­den Sie nicht, dass so etwas Kin­der­gar­ten ist? War­um ler­nen wir nicht die rich­ti­gen Lie­der? Also, die Lie­der, die Sie frü­her gesun­gen haben. Das sind doch die nor­ma­len Lie­der. War­um müs­sen wir statt­des­sen die­se unnor­ma­len Lie­der ler­nen? Die nor­ma­len sind doch viel bes­ser, klin­gen bes­ser, haben inter­es­san­te­re Tex­te. — Ich wun­der­te mich sehr. Ein 10jähriger Bub sprach aus, was vie­le den­ken, aber nicht mehr sagen kön­nen, weil ihnen sonst die gan­ze Gelehr­ten­re­pu­blik über den Mund fährt…
    Was sich da um F. abspielt, ist Kin­der­gar­ten.
    Es ist ein­fach nur pein­lich. Aber das Volk ist zu wei­ten Tei­len inzwi­schen so infan­til… Wenn einer etwas Niveau­vol­les will, gilt er als „uncool“.
    @ Mar­ti­na: bit­te beden­ken Sie, in wel­cher Kir­che die­se Jun­gen auf­wach­sen! Eine Kir­che, die ihnen den Valen­tins­se­gen erteilt für alle mög­li­chen und unmög­li­chen Bezie­hun­gen, mit Prie­stern, die offen ihren Unge­hor­sam zuge­ben und selbst in sexu­el­len Bezie­hun­gen leben, obwohl sie Ehe­lo­sig­keit und Keusch­heit ver­spro­chen haben. Schon mei­ne Alters­grup­pe ist auf­ge­wach­sen, ohne noch einen Sün­den­be­griff zu ken­nen. Zur Tod­sün­de gehört, dass ich sie wis­sent­lich bege­he. Es wäre fatal, den Jun­gen nun ihre wirk­li­chen oder ver­meint­li­chen Tod­sün­den um die Ohren zu schla­gen. Es wäre unfair, die Jun­gen nun zu schla­gen, die v.a. Opfer einer fal­schen Beleh­rung durch die Prie­ster und Bischö­fe sind. Bevor ein Papst also den Jun­gen ihre Sün­den vor­wirft, soll­te er erst ein­mal den Kle­rus beleh­ren. Dann könn­te was draus wer­den…

  6. Da tan­zen unse­re Bischö­fe also uni­so­no nach der Pfei­fe eines smar­ten Tanz­mei­sters. Man ist an den Rat­ten­fän­ger von Hameln erin­nert. Da könn­te es gesche­hen, dass sie mit allen, die ihnen zuju­beln, in den Abgrund gera­ten.
    Ach hät­ten sie doch den Auf­ruf von Bene­dikt nach Ent­welt­li­chung ver­stan­den!

  7. Hur­ra, wir ver­blö­den! End­lich ist es so weit. Über Jahr­zehn­te hin haben die Locke­rungs­übun­gen der neu­en Theo­lo­gie und Lit­ur­gie dar­auf vor­be­rei­tet. Jetzt darf es öffent­lich prä­sen­tiert wer­den. Und zwar von den Trä­gern der Weihe‑, Lehr- und Hir­ten­voll­macht, bestä­tigt durch die Anwe­sen­heit des Pap­stes. Mehr Authen­ti­zi­tät ist kaum mög­lich. Nun also ziel­stre­big wei­ter in Rich­tung Demenz­sta­ti­on. Roma mori­tur et ridet.

  8. End­lich sind die „Papst-Fest­spie­le“ in Rio end­lich zu Ende. Gott sei es gedankt oder geklagt! Wie auch immer.
    Es ist nichts ande­res als Unter­hal­tung und Event !
    Gott sei Dank haben vie­le erkannt, dass mit unse­rem neu­en Fran­zis­co die Tra­di­ti­on und die ehr­wür­di­ge alte Lit­ur­gie wie­der in die Eis­zeit ver­bannt wur­den.
    Mir tut unser Papst Bene­dikt leid. So viel Arbeit und Ner­ven­be­la­stung ertra­gen .… für NICHTS.
    Gott seg­ne unse­ren Papst Bene­dikt XVI. ad mul­tos annos !!!

    • Sie haben sooo recht. Nur in einem Punkt möch­te ich wider­spre­chen. Die Bemü­hun­gen unse­res guten Pap­stes Bene­dikt waren nicht umsonst. „Si le grain ne meurt…“, das Wei­zen­korn muss in die Erde fal­len und ster­ben, .… . Die Lie­be zu einer wür­di­gen Lit­ur­gie, die Bene­dikt in den Her­zen so vie­ler jun­gen Men­schen, gesät hat, wird sich hof­fent­lich bei so man­chen zukünf­ti­gen Prie­stern gegen Unkraut, Dor­nen und Disteln durch­set­zen kön­nen. Und die Wor­te sei­ner wert­vol­len Bot­schaf­ten las­sen sich nicht wie­der ein­fan­gen. Es ist unse­re Auf­ga­be sein Werk leben­dig zu hal­ten. Viel­leicht waren wir auch, im Bewusst­sein, Bene­dikt an unse­rer Sei­te zu wis­sen und in der (fal­schen) Über­zeu­gung, dass ange­sichts der Zusam­men­stel­lung des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums auf Ihn nur ein „Ratz­in­ge­ria­ner“ fol­gen könn­te, auch nicht wach­sam genug. Machen wir jetzt wenig­stens nicht den Feh­ler zu resi­gnie­ren und uns in die „Kata­kom­ben“ zurück­zu­zie­hen!

      • Ich stim­me zu: was Bene­dikt getan hat, war nicht umsonst, wenn er das getan hat, was unser Herr von ihm woll­te! Kei­ne Fra­ge.
        Aber, lie­ber Jean-Lou­is, so opti­mi­stisch wie Sie bin ich nicht. Ich sehe, wie sich die Schlin­ge immer mehr zuzieht. Nur ein Wun­der kann uns ret­ten. ich bete dar­um, glau­ben Sie mir. Aber mir ist gestern in der Hl. Mes­se so klar vor Augen gestan­den, dass es sein kann, dass Jesus noch ein­mal gekreu­zigt wer­den soll, was sehr weit gehen wird, aber bevor die Kir­che, sei­ne Braut, ja: sein Leib, ER SELBST, stirbt, kommt ER. Das hat er uns ver­spro­chen. Und dar­auf war­te ich so oder so, egal, wie lan­ge es dau­ert.

  9. Wenn man sich ein­mal über­legt, dass die­se Welt­ju­gend­ta­ge noch unlängst eine „Genera­ti­on Johan­nes Paul“ und eine „Genera­ti­on Bene­dikt“ her­vor­ge­bracht haben, eine Jugend, die wirk­lich und ehr­lich ver­such­te, katho­li­schen Glau­ben ken­nen und leben zu ler­nen und dabei froh und glück­lich und stolz war,und man nun sieht und erle­ben muss, was aus die­sen Welt­ju­gend­ta­gen für ein pein­li­ches Affen­thea­ter gemacht wur­de, dann brauch es eigent­lich kei­ne Wor­te mehr, als die­se:
    „O könn­tet ihr hören mein lachen bei nacht:
    Nun schlug mei­ne stun­de.. nun füllt sich das garn..
    Nun strö­men die fische zu hamen.

    Die wei­sen die toren — toll wälzt sich das volk..
    Ent­wur­zelt die bäu­me.. zer­k­lit­tert das korn..
    Macht bahn für den zug des Erstand­nen.

    Kein werk ist des him­mels das ich euch nicht tu.
    Ein haar­breit nur fehlt und ihr merkt nicht den trug
    Mit euren geschla­ge­nen sin­nen.

    Ich schaff euch für alles was sel­ten und schwer
    Das Leich­te.. ein ding das wie gold ist aus lehm..
    Wie duft ist und saft ist und wür­ze -

    Und was sich der gro­sse prof­et nicht getraut:
    Die kunst ohne roden und säen und baun
    Zu sau­gen gespei­cher­te kräf­te.

    Der Fürst des Gezie­fers ver­brei­tet sein reich..
    Kein schatz der ihm man­gelt.. kein glück das ihm weicht..
    Zu grund mit dem rest der empö­rer!

    Ihr jauch­zet.. ent­zückt von dem teuf­li­schen schein..
    Ver­pras­set was blieb von dem frü­he­ren seim
    Und fühlt erst die not vor dem ende.

    Dann hängt ihr die zun­ge am trock­nen­den trog..
    Irrt rat­los wie vieh durch den bren­nen­den hof..
    Und schreck­lich erschallt die posau­ne.“

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