Homo-Vergangenheit Riccas in Uruguay bestätigt — Hat sich Papst Franziskus von radikaler Umkehr Riccas überzeugt oder wurde er von Homo-Lobby gelinkt?

Battista Ricca und Papst Franziskus(Rom) In Mon­te­vi­deo bestä­tig­te der Gene­ral­se­kre­tär der Uru­gu­ay­ischen Bischofs­kon­fe­renz die Ent­hül­lun­gen des Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster über den von Papst Fran­zis­kus erst vor einem Monat ernann­ten und mit Son­der­voll­mach­ten aus­ge­stat­te­ten Prä­la­ten der Vati­kan­bank IOR. Der vom Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster ent­hüll­te Homo-Skan­dal um den von Papst Fran­zis­kus geför­der­ten Direk­tor des vati­ka­ni­schen Gäste­hau­ses Msgr. Bat­ti­sta Ric­ca sorgt für Schlag­zei­len (sie­he eige­nen Bericht). Die Geschich­te ist eben­so bri­sant wie pein­lich, sodaß vie­le Vati­ka­ni­sten vor­erst nicht recht wis­sen, wie damit umge­hen. Eini­ge ver­su­chen den Bericht als „Intri­ge“ zur Ver­hin­de­rung von Kuri­en­re­for­men dar­zu­stel­len (Vati­can Insi­der, Kipa, KNA). Das klingt zwar gut, trifft die Sache aber kei­nes­wegs, da Ziel­set­zung und han­deln­de Per­so­nen ein­fach nicht zusam­men­pas­sen.Pein­lich ist die Ange­le­gen­heit, weil Papst Fran­zis­kus eine Woche nicht reagier­te, obwohl Magi­ster ihn mit gro­ßer Zurück­hal­tung und Respekt auf die ihm vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen vor­ab auf­merk­sam mach­te. Die sol­cher­ma­ßen gebo­te­ne Reak­ti­ons­zeit wur­de nicht genützt. Magi­ster, ein seri­ös und prä­zi­se arbei­ten­der Vati­ka­nist ver­si­cher­te, die Anga­ben mehr­fach und von ver­schie­de­nen, unab­hän­gi­gen Quel­len belegt erhal­ten zu haben. Inzwi­schen begin­nen uru­gu­ay­ische Medi­en sei­ne Anga­ben zu bestä­ti­gen.

Es besteht weder Grund zur Annah­me, daß Magi­ster dem Papst scha­den möch­te noch, daß er unbe­wußt einer Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne auf­ge­ses­sen ist und mani­pu­liert wur­de. Viel­mehr schreibt Magi­ster, daß Papst Fran­zis­kus von der Homo-Lob­by im Vati­kan hin­ter­gan­gen wor­den sei, die ihm die nöti­gen Infor­ma­tio­nen vor­ent­hal­ten und ihn daher wis­sent­lich im Zwei­fels­fall in die Fal­le tap­pen gelas­sen habe. Zwei­fel an die­ser ver­ständ­li­chen und wohl­wol­len­den Dar­stel­lung, es geht immer­hin um das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt, schei­nen jedoch ange­bracht.

Nach bis­he­ri­gem Wis­sen­stand scheint eine Mischung aus vor­ent­hal­te­ner Infor­ma­ti­on, wohl durch eine Homo-Seil­schaft im Vati­kan, und eigen­wil­li­gen Ent­schei­dungs­for­men des neu­en Pap­stes unglück­lich zusam­men­ge­trof­fen zu sein. Sie mach­te die Ernen­nung von Bat­ti­sta Ric­ca zum „Haus­prä­la­ten“ der Vati­kan­bank mög­lich. Er wur­de am 15. Juni zum per­sön­li­chen Son­der­be­auf­trag­ten des Pap­stes ernannt mit sämt­li­chen Voll­mach­ten. Ein ris­kan­tes Unter­fan­gen: zuviel Macht­fül­le für jeman­den, der so leicht erpreß­bar ist. Wann die Bezie­hung zu sei­nem Schwei­zer Gelieb­ten P.H. (Magi­ster ver­öf­fent­lich­te, wie in Ita­li­en üblich, den voll­stän­di­gen Namen des Haupt­manns der Schwei­zer Armee) ende­te, ist noch nicht klar, dürf­te aber eini­ge Jah­re zurück­lie­gen. Ob damit eine kate­go­ri­sche Umkehr und eine Abkehr von einem homo­se­xu­el­len Lebens­wan­del ver­bun­den war, ist noch gänz­lich unklar.

Giu­lia­no Fer­ra­ra bean­stan­det in einem Leit­ar­ti­kel von Il Foglio, mit gutem Grund, daß der Espres­so als Schlacht­schiff der Homo-Pro­pa­gan­da, der­zeit für ein Gesetz gegen Homo-Pho­bie sich wenig als Platt­form eig­net für eine Homo-Sto­ry im Vati­kan. Eine Fra­ge des Geschmacks. Links­li­be­ra­le Medi­en hal­ten sich „Fei­gen­blät­ter“? Mag sein. Die­se „Fei­gen­blät­ter“ lei­sten aber immer­hin gute Arbeit in ungu­ter Umge­bung. Wenn der Espres­so Magi­sters Arti­kel ver­öf­fent­licht, dann sicher mit der Absicht der Kir­che zu scha­den. Da darf es sogar ein­mal indi­rekt gegen die Homo­se­xu­el­len gehen. Das Forum ändert aber nichts dar­an, daß San­dro Magi­ster Vati­ka­nist eben die­ses Blat­tes ist, so wie Mat­thi­as Matus­sek es für den Spie­gel in Deutsch­land ist. Und es ändert nichts dar­an, daß eine Fra­ge im Raum steht.

Inzwi­schen hat der Gene­ral­se­kre­tär der Uru­gu­ay­ischen Bischofs­kon­fe­renz (CEU), Msgr. Heri­ber­to Bodeant den Bericht über Ric­cas „dunk­le Ver­gan­gen­heit“ in Mon­te­vi­deo bestä­tigt. Gegen­über dem Mon­te­vi­deo Por­tal sag­te Msgr. Bodeant, daß Ric­ca „ent­we­der sein Ver­hal­ten geän­dert hat, oder, lei­der, ohne sein Ver­hal­ten zu ändern nur vor­sich­ti­ger gewor­den ist, um nicht erneut einen Skan­dal zu ver­ur­sa­chen“.

Der Gene­ral­se­kre­tär bestä­tig­te damit, daß Ric­cas Lebens­wan­del in sei­ner Zeit in Mon­te­vi­deo ein „Skan­dal“ war. Über die Zeit seit sei­ner Abbe­ru­fung aus Uru­gu­ay 2001 kön­ne er nichts sagen, so Msgr. Bodeant.

Der erste Schritt, so Msgr. Bodeant, sei bei einem „unan­ge­mes­se­nen Ver­hal­ten“, daß die ent­spre­chen­de Per­son vom Vor­ge­setz­ten auf­ge­for­dert wird, ihr Ver­hal­ten zu ändern. „Wenn das den­noch nicht geschieht, gibt es Mecha­nis­men in der Kir­che“, um auf die­se Fehl­ver­hal­ten zu reagie­ren. Ein „Dop­pel­le­ben“ sei „untrag­bar“. Die betref­fen­de Per­son sei vor die Alter­na­ti­ve eines Ent­we­der-Oder zu stel­len. Im schwer­wie­gend­sten Fall kann die Kir­che die Ent­fer­nung aus dem Kle­ri­ker­stand ver­hän­gen.

Was von die­sen Mecha­nis­men im Fall von Bat­ti­sta Ric­ca funk­tio­niert oder nicht funk­tio­niert hat, muß sich erst noch zei­gen.

Der amtie­ren­de Apo­sto­li­sche Nun­ti­us in Mon­te­vi­deo, Msgr. Ansel­mo Gui­do Peco­ra­ri sag­te gegen­über der uru­gay­ischen Tages­zei­tung El Obser­va­dor ledig­lich: „Die gan­ze Sache liegt in den Hän­den des Hei­li­gen Vaters, der in sei­ner Weis­heit weiß, wie zu han­deln sei.“ Wäh­rend Vati­kan­spre­cher Pater Lom­bar­di gestern gegen­über der Pres­se kate­go­risch demen­tier­te und Magi­sters Bericht als „unglaub­wür­dig“ bezeich­ne­te, erklär­te Nun­ti­us Peco­ra­ri, daß der Vati­kan „Ermitt­lun­gen ein­ge­lei­tet“ habe.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Giora­nelt­tis­mo“

20 Kommentare

  1. Es tut weh, wirk­lich weh, wenn sol­che Gestal­ten hohe Ämter in der Kir­che inne­ha­ben, am Altar ste­hen, und man sie dort ein­fach igno­rie­ren muss, um die Situa­ti­on zu ertra­gen. Sol­che Prie­ster hält man nur dadurch aus, dass man sich klar­macht, dass zum Glück die Per­son des Prie­sters, so hoch­wür­dig sie einer­seits prin­zi­pi­ell ist, so unwich­tig ande­rer­seits ist. Es ist uner­träg­lich, uner­träg­lich schmerz­haft. Vor allem, weil der hoch­wür­di­ge Herr ja nicht der ein­zi­ge ist wie es scheint…

    • Zeit­schnur: Das was für mich am schlimm­sten ist und das mir wahr­lich weh tut, ist die Tat­sa­che nun öffent­lich bekannt wird, das die Homo­lob­by min­de­stens seit 1999 im Vati­kan aktiv ist. Und was wuss­te JPJ II der ja in kür­ze (UN?)Heilig gespro­chen wer­den soll, davon. Oder wahr die Homo­lob­by damals auch schon so stark, die Mel­dun­gen und Anfra­gen von Nun­tien, Bischö­fe und Ordens­an­ge­hö­ri­gen vor dem Papst zu ver­tu­schen?

      Und ich kann nur hof­fen das sei­ne Hei­lig­keit Papst Fran­zis­kus, noch vor sei­nen Abflug nach Rio reagie­ren wird, oder stellt sich sei­ne Hei­lig­keit in wei­te­rer Fol­ge auf die Sei­te der Homo­lob­by??

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

      • Sie haben recht — wenn man es von der insti­tu­tio­nel­len Sei­te her betrach­tet. Ja, man muss sich fra­gen, was eigent­lich seit lan­gem, seit sehr lan­ger Zeit in der Kir­che läuft. Ein Sym­ptom dafür sind die Miss­brauchs­fäl­le — in aller Regel ja auch homo­se­xu­el­le Ver­ge­hen — die Tat­sa­che, dass homo­se­xu­el­les Ver­hal­ten offen­bar weit ver­brei­tet ist unter Kle­ri­kern.
        Aller­dings sind die Din­ge meist in ihrer rea­len Erschei­nung schlei­chend und haben gewis­ser­ma­ßen tau­send „Siche­run­gen“ ein­ge­baut, gegen die ein „harm­lo­ser“ oder wohl­mein­der Mensch erst mal nicht ankommt. Das wur­de mir kla­rer, nach­dem ich das Buch „Die Non­nen von San­t’Am­bro­gio“ gele­sen habe — eine Geschich­te eines les­bisch unter­wan­der­ten Klo­sters im 19. Jh. Das homo­se­xu­el­le Ver­hal­ten steht ja nie­mals nur für sich, son­dern ist ver­knüpft mit einem Macht­ap­pa­rat samt einer pseu­do-spi­ri­tu­el­len Illu­si­on.
        Und das wirk­lich schlimm­ste sind die Katho­li­ken, die zwar mit dem allen nicht direkt zu tun haben, aber einer Duck­mäu­se­rei erster Klas­se frö­nen und das Wort reden. Das wird auch hier auf dem Forum immer wie­der spür­bar. Man darf nicht offen reden, sein Unbe­ha­gen und die trif­ti­gen Grün­de dafür nicht aus­spre­chen — sofort wird man mit per­sön­li­cher Anma­che und ohne sach­hal­ti­ge Grün­de von diver­sen Teil­neh­mern hier zurecht­ge­wie­sen, das vor­ge­brach­te Argu­ment wird ein­fach tot­ge­schla­gen. Genau die­ser Typus Katho­lik ist es, der sich über­schlägt im „Emi­nenz“- und Hochwürden“-Sagen und bei­de Augen davor ver­schließt, dass die Emi­nen­zen und Hoch­wür­den vor aller Augen das Opfer Jesu ver­lä­stern, dass es einem die Trä­nen in die Augen trei­ben kann. Lei­der zählt gera­de unter From­men das Anse­hen der Per­son oft mehr als die Wahr­heit.
        Das schmerzt mich sowie­so immer, am mei­sten, wenn es „ganz oben“ genau­so läuft.
        Ich gebe Ihnen also voll­kom­men recht.

  2. Nun Ber­go­glio und Ric­ca haben, nach allem, was zu ver­neh­men ist, in Kar­di­nal Re ihren gemein­sa­men För­de­rer. Sie kom­men also aus dem­sel­ben Stall. Das erklärt so man­ches!

  3. das hat es immer gege­ben
    was wir hier aber sehen ist etwas ande­res
    papst franz wird ler­nen müs­sen
    daß wenn er so wei­ter­macht,
    er völ­lig schei­tern wird
    unter der Vor­au­set­zung daß er wirk­lich gute Absich­ten hat
    wor­an ich durch den Kult um sei­ne Beschei­den­heit ern­ste Zwei­fel habe

    • Ich glau­be, er will ein­fach so wei­ter machen, wie er als Erz­bi­schof gelebt hat — und ver­steht nicht (oder igno­riert), daß der Papst eben doch was ande­res ist als bloß der „Bischof von Rom“. Ich habe wenig Zwei­fel an sei­ner per­sön­li­chen Auf­rich­tig­keit, aber er wird sich, so fürch­te ich, frü­her oder spä­ter eine blu­ti­ge Nase oder Schlim­me­res holen.

  4. Abso­lut unver­ständ­lich erscheint es, dass der Papst bis­her nicht reagiert hat, obwohl ihm die Fak­ten spä­te­stens seit dem Besuch der Nun­tien bekannt sein dürf­ten. Und das ist län­ger als eine Woche her. Aber es bestä­tigt sich die Befürch­tung, dass er nichts gegen die Homo-Lob­by unter­neh­men wird, weil er ja sei­nen Wor­ten zufol­ge so sehr „unor­ga­ni­siert“ ist.

  5. In einem ähn­li­chen Fall wur­de ein Vati­kan­di­plo­mat auf ein Kano­ni­kat in einem klei­nen bay­ri­schen Bis­tum ent­sorgt, bzw. ver­sorgt.

  6. Wie ist die­ser Mann an sei­nen Dr. phil. et theol. gelangt. Man kann schlech­te Argu­men­te vor­brin­gen, schlimm ist es, wenn die Argu­men­te schlecht und dumm sind.- Die Ortho­do­xie und auch die Unier­ten sin­gen die Wand­lungs­wor­te ( weiß er schein­bar nicht ), da „mur­melt“ nie­mand etwas gegen die Wand und trotz­dem ver­tre­ten sie wie die vor­kon­zi­lia­re Kir­che und die heu­ti­gen Prie­ster der Tra­di­ti­on ener­gisch die Trans­sub­stan­ti­ons­leh­re.- Letzt­lich erklä­ren sich die Äuße­run­gen aber dadurch, Leh­mann war Mit­ar­bei­ter
    von Rah­ner, von dem die Wor­te stam­men: „Die Apo­theo­se der Eucha­ri­stie ist biblisch nicht beleg­bar!!“

  7. Ich glau­be nicht, dass Fran­zis­kus reagie­ren wird. Der Skan­dal wird klein gere­det, geleug­net oder ver­schwie­gen. Die­ser Papst will die Kir­che umkrem­peln, auch auf die Gefahr hin, dass die spi­ri­tu­el­le und mysti­sche Dimen­si­on grö­ße­ren Scha­den erlei­det. Den mei­sten Men­schen ist noch gar nicht bewusst, wel­che Kräf­te dort am Werk sind. Jeden Tag wird man von irgend­ei­ner Nach­richt über die Vor­lie­ben und Freund­schaf­ten Ber­go­gli­os erschüt­tert. So darf man heu­te im Focus lesen, dass der Papst „stets (!) sonn­tags­mor­gens um elf“ Cle­lia Luro, ein gute Freun­din in Argen­ti­ni­en anruft. Nun muss man wis­sen, dass die­se Frau jah­re­lang die „Ver­ei­ni­gung ver­hei­ra­te­ter Prie­ster Süd­ame­ri­kas“ anführ­te, und dass sie mit dem argen­ti­ni­schen Bischof Jeroni­mo Pode­sta ver­hei­ra­tet war. Des wei­te­ren schreibt der Focus: „Die pro­mi­nen­te Prie­ster­frau sehnt sich danach, den Zöli­bat end­lich fal­len zu sehen. „Fran­zis­kus hat das auf sei­ner To-do-Liste“. Es ver­steht sich von selbst, dass die­se Frau „mehr als die Hälf­te ihres Lebens gegen diver­se Päp­ste und deren Appa­rat im Vati­kan kämpf­te.“ Bis Fran­zis­kus kam. In die­ses Bild passt auch, dass der Spie­gel in sei­ner heu­ti­gen Aus­ga­be in den höch­sten Tönen lobt. Kein Wun­der: end­lich hat die katho­li­sche Kir­che einen Füh­rer, wie ihn sich der Spie­gel schon immer gewünscht hat. Es soll nie­mand sagen, er wäre nicht gewarnt gewe­sen, wenn die „Refor­men“ im Vati­kan erst ein­mal anlau­fen.

    • Es ist schon schau­er­lich, was man alles lesen kann, wenn man nach Cle­lia Luro goo­gelt. Soll­ten das alles Phan­ta­sien der Jor­u­na­li­sten sein?

    • Ich bete weiß Gott täg­lich für Papst Fran­zis­kus.
      Wahr­haf­tig, ich hof­fe noch immer auf das Gegen­teil — aber bei die­sem Papst bin ich auf Schlimm­stes gefasst.
      Von einem Papst, der mus­li­mi­schen Straf­tä­te­rIn­nen im Grün­don­ners­tags­ri­tus als Stell­ver­tre­tern der Apo­stel die Füße küsst, von einem Papst, der in einer Homi­lie behaup­tet, Jesus Chri­stus habe sich für uns zum S ü n d e r gemacht (sie­he: Die Sün­de und die After­kir­che / http://www.gloria.tv/?media=469983&postings / Zet. 19.7.2013 15:09:01) — von einem sol­chen Papst ist alles zu erwar­ten.

      • In der besag­ten Anspra­che hat Papst Franz viel von pec­ca­to und pec­ca­to­re gespro­chen.
        In der eng­li­schen und deut­schen Über­set­zungs­ver­si­on wur­de Jesus von ihm als Sün­der bezeich­net. Im Ita­lie­ni­schen, fran­zö­si­chen und spa­ni­schen Text steht Sün­de.
        Gibt es eine ver­läss­li­che Quel­le was Papst Franz tat­säch­lich gesagt oder wie so oft genu­schelt hat?

        Lei­der habe ich erst vor einer Woche die­se ent­setz­li­che Text­wie­der­ga­be ent­deckt, die auch fünf Wochen spä­ter noch nicht klar­ge­stellt wur­de und so wird die Recher­che immer schwie­ri­ger. (vatican.va ver­öf­fent­licht täg­li­che Papst­an­spra­chen, die vom 15.06. ist aus­ge­rech­net nicht dar­un­ter.)

        Ein Papst der Jesus zum Sün­der macht kann nur ein Irr­leh­rer sein, des­halb ist es um so wich­ti­ger sol­che wir­ren Bege­ben­hei­ten zu klä­ren.

        • Auf der Suche nach den Wor­ten, die Papst Fran­zis­kus in sei­ner Casa-Mar­tha-Home­lie am 15. Juni 2013 wirk­lich gespro­chen hat, bin ich auf selt­sa­me Din­ge gesto­ßen.
          Der eng­li­schen Über­set­zung zufol­ge hat der Papst wie­der­holt gesagt, dass Chri­stus sich für uns zum Sün­der („sin­ner“) gemacht habe — was, wie Sie rich­tig sagen, nicht nur ein erschrecken­der Glau­bens­irr­tum im Mund eines Pap­stes, son­dern Blas­phe­mie ist.
          Nach den ita­lie­ni­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen hat er „Sün­de“ („pec­ca­to“) gesagt, gemäß dem bibli­schen Wort­laut und theo­lo­gisch rich­tig.
          Abge­se­hen davon, dass die­se Home­li­en ein dau­ern­der Skan­dal sind, weil fast zwei Mil­li­ar­den Katho­li­ken durch wider­sprüch­li­che (halb)amtliche Ver­sio­nen im unkla­ren gehal­ten wer­den, was der Papst tat­säch­lich pre­digt, und auf die­se Wei­se fast täg­lich Ver­wir­rung in die Kir­che getra­gen wird — was hat nun der Papst am 15. Juni wirk­lich gesagt?
          Haben die Über­set­zer sich erdrei­stet, dem Papst eine Blas­phe­mie unter­zu­schie­ben, oder hat eine ande­re Abtei­lung des Vati­kans die Blas­phe­mie still­schwei­gend kor­ri­giert?
          Der gesun­de Men­schen­ver­stand sagt einem, dass letz­te­res gesche­hen ist. Da die betref­fen­den Vati­kan­stel­len jedoch wis­sen, was der Papst wirk­lich gesagt hat, gehen sie (noch) nicht gegen die eng­li­sche Über­set­zung vor.
          Außer­dem ist das Glau­bens­un­wis­sen der katho­li­schen Gläu­bi­gen so enorm, dass ohne­hin nur eine klei­ne Min­der­heit bemerkt, was hier abläuft. Die­se weni­gen schwei­gen größ­ten­teils — aus Scham, aus Pie­tät, aus Angst — war­um auch immer.
          Aber es muss doch ganz ein­fach sein, fest­zu­stel­len, was der Papst gesagt hat, wenn man sich das Video anschaut, nicht wahr?
          Hier begin­nen die Selt­sam­kei­ten.
          Auf die­sem eng­li­schen Video des vati­ka­ni­schen you­tube-Kanals ist die Blas­phe­mie wört­lich über­setzt „He beca­me a sin­ner for us…“:
          https://www.youtube.com/watch?v=4Yaa3Lwm3YQ

        • Fort­set­zung:
          —————-
          Lei­der kann man Fran­zis­kus an die­ser Stel­le nicht deut­lich hören. Man müss­te das Video her­un­ter­la­den und die Ton­spu­ren tren­nen, um den ita­lie­ni­schen Text deut­lich hören zu kön­nen.
          Auf den zwei ita­lie­ni­schen Vide­os, die ich fin­den konn­te, wird der Papst nicht beim Spre­chen der kri­ti­schen Text­stel­len gezeigt. Man sieht nur Ein­zel­fo­tos und kann somit nicht an den Mund­be­we­gun­gen sehen, ob der Papst „pec­ca­to“ (Sün­de) oder „pec­ca­to­re“ (Sün­der) sagt.
          Hört man sich das Video an, dann sagt der Papst „pec­ca­to“: Sekun­de 42–43 !
          https://www.youtube.com/watch?v=EV_lsaVDbcw
          Jedoch sticht das Wort „pec­ca­to“ aku­stisch aus den umge­ben­den Wör­tern her­aus und ist direkt nach dem Wort ein Knacken zu hören.
          Mei­ner Mei­nung ist das Wort „pec­ca­to“ hier von woan­ders kopiert und hier über den ursprüng­li­chen Wort­laut ein­ge­fügt.
          Bit­te hör­ten Sie sich das selbst an (Sek 42 bis 43): „far­si pec­ca­to per noi“ Nach „pec­ca­to“ kommt ein Knacken, und per noi ist davon abge­setzt, wie ange­klebt.
          https://www.youtube.com/watch?v=EV_lsaVDbcw
          Das glei­che fin­det sich auf die­sem Video, hier bei 1:12 min. Auch hier wird das Gesicht des Pap­stes beim Spre­chen der kri­ti­schen Wör­ter nicht gezeigt. Zu hören ist die­sel­be, m.E. retou­chier­te Ton­da­tei:
          https://www.youtube.com/watch?v=NNoW8O6PA40

          • Um Miß­ver­ständ­nis­se zu ver­mei­den: Nach erneu­tem Anhö­ren der Ori­gi­nal­auf­zeich­nung der mor­gend­li­chen Kurz­pre­digt von Papst Fran­zis­kus besteht kein Zwei­fel, daß der Papst immer von Sün­de sprach. Der eng­li­schen Über­set­ze­rin ist ein Feh­ler unter­lau­fen. Papst Fran­zis­kus spricht Ita­lie­nisch mit deut­li­chem spa­ni­schen Akzent, was unge­wohnt und etwas ruck­ar­tig klingt.

          • Den­noch fin­de ich die wei­te­ren Aus­füh­run­gen F.s befremd­lich. Sie erin­nern mich an das luthe­ri­sche „Pec­ca for­ti­ter“. Zwar sind wir alle von der Erb­sün­de behaf­tet, und feh­len immer wie­der. Ande­rer­seits ist die­ser luther­sche Pes­si­mis­mus falsch. Gestern habe ich gera­de die­sen wun­der­ba­ren Satz gele­sen „Geprie­sen sei der Gott und Vater unse­rers Herrn Jesus Chri­stus: Er hat uns in sei­nem gro­ßen Erbar­men neu gezeugt.“ (1. Petrus1, 3) Neu gezeugt! Die Blick­rich­tung darf doch ange­sichts SEINER Barm­her­zig­keit nicht sein, dass ich viel­leicht aus Nach­läs­sig­keit sün­di­ge oder einer Ver­su­chung erlie­gen kann. Sie soll­te doch in der Beich­te dar­auf gerich­tet wer­den, dass ER mir hilft, die Sün­de zu ver­mei­den, weil ER mich neu gezeugt hat. Ich muss das natür­lich mit all mei­ner Kraft wol­len.
            Was dem­ge­gen­über F. pre­digt, ist gewis­ser­ma­ßen „unter­ste Kan­te“, der hohe Anspruch wird her­un­ter­ge­fah­ren bis auf das christ­li­che Mini­mum: ach, ich wer­de ja doch wie­der sün­di­gen, zum Glück kann ich ja auf Jesus zei­gen. Von Reue kei­ne Spur, von Schmerz dar­über, dass er um mei­net­weil­len so gelit­ten hat, auch kei­ne Spur und von dem erklär­ten Vor­satz, nicht sün­di­gen zu wol­len, kei­ne Rede!
            Auch wenn F. nicht „Sün­der“ gesagt haben soll­te, fin­de ich die­se Pre­digt doch häre­tisch — vor­aus­ge­setzt, F. hat das alles auch so gesagt.

  8. Laut Ran­dy Engel, die 17 Jah­re auf die Recher­chen für ihr Buch „The rite of sodo­my“ ver­wen­det hat, in dem sie das rie­si­ge homo­se­xu­el­le Netz­werk im höch­sten Kle­rus auf­deckt und auch Namen nennt, besteht das Pro­blem seit min­de­stens 3 Prie­ster­ge­nera­tio­nen, die stän­dig für ihren „Nach­wuchs“ sor­gen und ist im Vati­kan wegen unzäh­li­ger Beschwer­den von Kle­ri­kern als auch Lai­en bekannt. Unter­nom­men wur­de: nichts.
    http://eponymousflower.blogspot.de/2012/07/randy-engel-tolerance-for-evil-among.html

    Hier ein Review ihres Buches von einem ame­ri­ka­ni­schen Lai­en, der jah­re­lang ver­sucht hat, gegen die unzäh­li­gen homo­se­xu­el­len Prie­ster in Ame­ri­ka und ihre häre­ti­sche und mora­lisch ver­wü­sten­de Arbeit in den Pfar­rei­en zu kämp­fen und der immer wie­der fest­stel­len muss­te, wie sehr das alles von den Bischö­fen gedeckt wird.
    http://www.rcf.org/docs/droleskeyriteofsodomy.htm
    Er hat den direk­ten Kampf 2010 auf­ge­ge­ben aus die­sen Grün­den:
    http://www.rcf.org/RCFgoodbye.pdf

  9. Sei­ne Hei­lig­keit am 15.6.2013: „True recon­ci­lia­ti­on means that God in Christ took on our sins and He beca­me the sin­ner for us. When we go to con­fes­si­on, for examp­le, it isn’t that we say our sin and God for­gi­ves us. No, not that! We look for Jesus Christ and say: ‚This is your sin, and I will sin again‘. And Jesus likes that, becau­se it was his mis­si­on: to beco­me the sin­ner for us, to libe­ra­te us.“ (http://www.news.va/en/news/pope-the-christian-life-proclaims-the-road-to-reco)

    Zwar steht in 2. Korin­ther 5,21 fol­gen­des: „Eum, qui non nover­at pec­ca­tum, pro nobis pec­ca­tum fecit, ut nos effi­cere­mur ius­ti­tia Dei in ipso.“ In der EÜ so wie­der­ge­ge­ben: „Er hat den, der kei­ne Sün­de kann­te, für uns zur Sün­de gemacht, damit wir in ihm Gerech­tig­keit Got­tes wür­den.“

    Was F. da sagt ist uner­träg­lich, häre­tisch, blas­phe­misch, es ist zum Wei­nen.

    Nach sei­ner Wahl konn­te man vom ORF erfah­ren, wie Ber­go­glio sei­nen Nef­fen, sein Paten­kind Schimpf­wör­ter lehr­te und sich kaputt­lach­te, als das Kind sie in die Stil­le einer Hei­li­gen Mes­se hin­ein­sag­te. Nach­zu­le­sen hier ganz unten: http://religion.orf.at/stories/2576261

    Damals dach­te ich: Pass bloß auf, dem Mann ist nichts hei­lig. Kann sogar sein, dass er alle ver­schau­kelt, zum Bei­spiel auch in sei­nen Pre­dig­ten. Viel­leicht liest er abends kath.net und lacht sich krank über die dümm­lich-schwär­me­ri­schen Berich­te sei­ner „Per­len“.
    Ihm sind bereits so vie­le „Feh­ler“ in den Pre­dig­ten unter­lau­fen, dass man ent­we­der anneh­men muss, dass er nicht klar den­ken kann, oder eben dass er die­se schril­len Bemer­kun­gen mit vol­ler Absicht ein­baut.
    Inzwi­schen habe ich Angst, dass let­ze­res zutrifft. Er ver­schau­kelt die Gläu­bi­gen, indem er Blas­phe­mi­sches sagt und sie es ihm aus der Hand fres­sen, jeden­falls die mei­sten. Die mei­sten den­ken nicht sel­ber. Sie hän­gen sich nur an Mei­nun­gen und Kon­ven­tio­nen, an dem, was ange­sagt ist oder nicht und an dem, was dem Papst for­mal zusteht oder nicht.
    Es gilt hin­zu­se­hen, wer er ist, mit kla­rem Blick, ohne fal­sche Rück­sich­ten.

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