Magister: Papst Franziskus handelt als “absoluter Monarch“, meidet aber Unterschrift als Papst — Kirchenpolitische Manöver

Heiligsprechungen 2013: Johannes Paul II. und Johannes XXIII. - kirchenpolitischer Ausgleich(Rom) Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster, einer der auf­merk­sam­sten und kri­tisch­sten Beob­ach­ter des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats meint, daß die Welt am neu­en Papst in die Irre gehe. Es sei ein Bild von Papst Fran­zis­kus gezeich­net und in den Köp­fen ein­ge­setzt wor­den, das nicht den Tat­sa­chen ent­spre­che. Was genau der Papst aus Argen­ti­ni­en mit der Kir­che vor­ha­be, sei zwar noch nicht klar. Eines ste­he aber fest, so Magi­ster, was er tut, wird er als „abso­lu­ter Mon­arch“ tun.

Franziskus meidet soweit möglich die ganze Unterschrift als Papst

Papst Fran­zis­kus bezeich­net sich wei­ter­hin bevor­zugt nur als „Bischof von Rom“ und ver­mei­det es, wo er nur kann, sei­ner Unter­schrift das dop­pel­te P anzu­fü­gen, das Teil der päpst­li­chen Unter­schrift ist und für Pastor Pastorum, Hirt der Hir­ten steht, und den Unter­zeich­ner als Papst aus­weist. Einer­seits die­se Form der Ver­wei­ge­rung des Papst­am­tes, ande­rer­seits ein Agie­ren, das in vol­lem Umfang dem eines Pap­stes ent­spricht noch kon­se­quen­ter und akzen­tu­ier­ter als es etwa unter Bene­dikt XVI. der Fall war.

„Demo­kra­tie“ und „Kol­le­gia­li­tät“, Zau­ber­wör­ter pro­gres­si­ver Kir­chen­krei­se, sind also von die­sem Papst nicht zu erwar­ten. Das hei­ße nicht, daß er die Kir­chen­ver­fas­sung nicht in die­se Rich­tung ver­schie­ben könn­te. Wenn er es tut, dann aber als Akt allein sei­ner Ent­schei­dung, mit der allein ihm zuste­hen­den Auto­ri­tät eines Stell­ver­tre­ters Chri­sti auf Erden.

Papst Franziskus: „demokratisch und kollegial“ in den Köpfen — „absoluter Monarch“ im Handeln

Als Beleg für sei­ne The­se nennt Magi­ster das Vor­ge­hen von Papst Fran­zis­kus bei den Selig- und Hei­lig­spre­chun­gen. Erst kurz im Amt locker­te er die Brem­sen der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, die seit der Prä­fek­ten­zeit Joseph Kar­di­nal Ratz­in­gers gegen eine Selig­spre­chung von Erz­bi­schof Oscar Rome­ro von San Sal­va­dor ange­zo­gen waren. Die Grün­de für die Vor­be­hal­te sind nicht näher bekannt. Sie kön­nen mit Rom­e­ros Lebens­wan­del oder sei­nen Ent­schei­dun­gen zu tun haben, aber viel­leicht auch nur gebo­te­ner Zurück­hal­tung ent­spre­chen, um in einem Land die Bür­ger­kriegs­wun­den ver­hei­len zu las­sen. Rome­ro wur­de näm­lich, da von rech­ten Mili­tärs ermor­det, zum lin­ken Säu­len­hei­li­gen erho­ben. Ihm wur­de nicht zuletzt in Euro­pa in man­chen Krei­sen mehr eine poli­ti­sche als eine reli­giö­se Ver­eh­rung zuteil. Für Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger und Papst Bene­dikt XVI. schei­nen auch Vor­be­hal­te wegen der Pre­dig­ten von Erz­bi­schof Rome­ro bestan­den zu haben, die erkenn­bar vom bas­ki­schen Jesui­ten Jon Sobri­no, einem füh­ren­den Ver­tre­ter der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie beein­flußt waren. Sobri­no, der seit 1957 in El Sal­va­dor lebt und die Staats­bür­ger­schaft des mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Lan­des hat, wur­de von der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on 2007 zurecht­ge­wie­sen, da eini­ge sei­ner „The­sen“ den „Gläu­bi­gen durch ihre Irr­tü­mer und Gefähr­lich­keit scha­den“ kön­nen. Unter Beob­ach­tung stand er schon lan­ge.

Kanonisierungspolitik des Papstes: grünes Licht für Oscar Romero — In Europa mehr politisch als religiös verehrt

Papst Johan­nes XXIII. und einen von ihm per­sön­lich ver­ehr­ten Jesui­ten spricht er ein­fach ohne das vor­ge­schrie­be­ne zwei­te Wun­der hei­lig. „Bei den Selig- und Hei­lig­spre­chun­gen han­delt der Papst als abso­lu­ter Mon­arch“, obwohl er es wei­ter­hin „vor­zieht, sich selbst als Bischof von Rom zu bezeich­nen“, so Magi­ster.

Die von Papst Fran­zis­kus in man­chem prak­ti­zier­te Selbst­di­stan­zie­rung von sei­nem Papst­amt gilt nur den Äußer­lich­kei­ten. Inhalt­lich nimmt er die Voll­mach­ten in gan­zem Umfang in Anspruch. Dies stell­te er umge­hend bei der Regie­rung der Kir­che unter Beweis und zwar mit einer Schnel­lig­keit, „die die Vor­ge­hens­wei­se sei­ner unmit­tel­ba­ren Vor­gän­ger gera­de­zu erblas­sen läßt“, so Magi­ster.

Der Papst ver­langt und erwar­tet abso­lu­te Ent­schei­dungs- und Hand­lungs­frei­heit gegen­über ande­ren Kir­chen­ver­tre­tern. Er läßt kei­nen Zwei­fel, allein über allen ande­ren zu ste­hen. Um einen Ver­gleich zie­hen zu kön­nen, muß man weit zurück­ge­hen. Magi­ster sieht eine gewis­se Ähn­lich­keit höch­stens mit Pius XII., der sich selbst gleich­zei­tig auch Staats­se­kre­tär war, indem er das Amt des Kar­di­nal­staats­e­kre­tärs unbe­setzt ließ und auch kei­nen Pri­vat­se­kre­tär woll­te.

Der Bereich, in dem Papst Fran­zis­kus bis­her das gan­ze Gewicht sei­ner per­sön­li­chen Ent­schei­dun­gen am deut­lich­sten zu erken­nen gab, sind die Selig- und Hei­lig­spre­chun­gen.

Wie nach einer Audi­enz von Kuri­en­erz­bi­schof Vin­cen­zo Paglia, seit 2012 Prä­si­dent des Päpst­li­chen Fami­li­en­rats, vor allem aber auch Postu­la­tor im Selig­spre­chungs­ver­fah­ren von Oscar Arnul­fo Rome­ro y Gal­dá­mez (1917–1980), bekannt­wur­de, erteil­te ihm Papst Fran­zis­kus „end­lich“ grü­nes Licht für den wäh­rend einer Eucha­ri­stie­fei­er ermor­de­ten Erz­bi­schof von San Sal­va­dor.

Petrus Faber — von Papst Franziskus verehrte Jesuitgestalt der ersten Generation

Einen ganz per­sön­li­chen Hin­ter­grund hat hin­ge­gen die Hei­lig­spre­chung von Petrus Faber (1506–1546), einem der Grün­der des Jesui­ten­or­dens, der 1872 von Pius IX. selig­ge­spro­chen wur­de. Magi­ster sieht eine Ähn­lich­keit zwi­schen Faber und Papst Fran­zis­kus, in der Art wie Faber in der schwe­ren, alles erschüt­tern­den Kri­sen­zeit der pro­te­stan­ti­schen Kir­chen­spal­tung han­del­te.

„Faber stell­te, so die Histo­ri­ker, sein per­sön­li­ches Lebens­zeug­nis und sein Behar­ren auf grund­le­gen­de inner­kirch­li­che Refor­men vor die theo­lo­gi­sche Kon­tro­ver­se und vor die kai­ser­li­che Illu­si­on, den wah­ren Glau­ben not­falls mit Gewalt durch­zu­set­zen. Er gewann sich damit die Wert­schät­zung von Hei­li­gen, die zu den her­aus­ra­gen­den Ver­fech­tern der katho­li­schen Erneue­rung der Gegen­re­for­ma­ti­on zäh­len wie Franz von Sales und Petrus Cani­si­us“, so Magi­ster.

Wahr­schein­lich wer­de es für Petrus Faber kei­ne fei­er­li­che Hei­lig­spre­chung geben, son­dern ledig­lich die Fest­stel­lung sei­ner Hei­lig­keit in Form einer „gleich­wer­ti­gen Kano­ni­sie­rung“. Eine Form, die in der Regel bei Per­sön­lich­kei­ten ange­wandt wird, die bereits seit vie­len Jahr­hun­der­ten tot sind und daher ein regu­lä­res Hei­lig­spre­chungs­ver­fah­ren nicht mehr mög­lich ist. In die­sem Fall braucht es auch kein Wun­der, das ihrer Für­spra­che zuge­schrie­ben wird, was hin­ge­gen für das ordent­li­che Ver­fah­ren gilt. Die Form wur­de von Papst Bene­dikt XVI. für die hei­li­ge Hil­de­gard von Bin­gen genützt, als er sie zur Kir­chen­leh­re­rin erhob oder von Pius XI. für Alber­tus Magnus.

Kirchenpolitische Heiligsprechung: Johannes Paul II. durch Johannes XXIII. „ausgleichen“

Seligsprechung-2000-Pius-IX-und-Johannes-XXIII„Die auf­se­hen­er­re­gend­ste Ent­schei­dung von Papst Fran­zis­kus in die­sem Feld ist aber sicher die Hei­lig­spre­chung von Johan­nes XXIII. ohne ein Wun­der, das sei­ner Für­spra­che zuge­schrie­ben wird und das nach sei­ner Selig­spre­chung gesche­hen ist“, so Magi­ster.

Laut dem Vati­ka­ni­sten geht es dabei vor allem um Kir­chen­po­li­tik. Die Hei­lig­spre­chung des Kon­zils­pap­stes soll die gleich­zei­tig statt­fin­den­de Hei­lig­spre­chung von Johan­nes Paul II. „aus­glei­chen“.

Damit wie­der­ho­le sich, so Magi­ster, was bereits 2000 bei der Selig­spre­chung von Ange­lo Ron­cal­li gesche­hen ist. Die Selig­spre­chung des Pap­stes des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils mach­te die gleich­zei­ti­ge Selig­spre­chung von Pius IX., dem Papst des Ersten Vati­ka­ni­schen Kon­zils, des Unfehl­bar­keits­dog­mas und des anti­mo­der­ni­sti­schen Syl­labus mög­lich. Waren die Selig­spre­chun­gen von 2000 der erste Teil einer kir­chen­po­li­ti­schen Akti­on, wären dem­nach die Heilgspre­chun­gen 2013 der zwei­te Teil davon. Mit ande­ren Wor­ten: der von glau­bens­treu­en Kir­chen­krei­se immer wie­der vor­ge­brach­te Wunsch nach Selig­spre­chung des Syl­labus-Pap­stes Pius IX. war trotz regu­lä­ren Ver­fah­rens inner­kirch­lich nur mög­lich, weil sie im Wind­schat­ten der Selig­spre­chung Johan­nes XXIII. erfolg­te. Erst damit konn­ten die Wider­stän­de über­wun­den wer­den.

Glei­ches wie­der­ho­le sich nun unter umge­kehr­ten Vor­zei­chen. Im Wind­schat­ten der nach einem ordent­li­chen Ver­fah­ren erfol­gen­den Hei­lig­spre­chung Johan­nes Pauls II. soll auch Johan­nes XXIII. „irre­gu­lär“ hin­ein­ge­scho­ben wer­den, um die inner­kirch­li­che Waa­ge zu hal­ten. Damit sol­len die bei­den gro­ßen Frak­tio­nen der Kir­che, die Pro­gres­si­ven und die Kon­ser­va­ti­ven zufrie­den­ge­stellt wer­den, die in den genann­ten Päp­sten mehr oder weni­ger Anti­po­den sehen.

Magi­ster lie­fert damit die bis­her stich­hal­tig­ste Erklä­rung für das syn­chro­ne Vor­ge­hen von Papst Fran­zis­kus bei der Dop­pel­hei­lig­spre­chung gleich zwei­er Päp­ste der jüng­sten Kir­chen­ge­schich­te. Stich­hal­ti­ger als die bis­he­ri­gen, unge­lenk und ver­le­gen wir­ken­den Begrün­dungs­ver­su­che wie sie jüngst auch die Tages­zei­tung der ita­lie­ni­schen Bischö­fe lie­fer­te (sie­he eige­nen Bericht). Die­se kon­stru­ier­te eine Hei­lig­spre­chung Johan­nes XXIII. per Akkla­ma­ti­on durch das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil, die es in Wirk­lich­keit aber nie gege­ben hat.

Aufsehenerregende „Machtentscheidung“ von Franziskus um Johannes XXIII. heiligsprechen zu können

Die Dis­pens von einem für die Hei­lig­spre­chung not­wen­di­gen Wun­der, die Papst Fran­zis­kus dabei Johan­nes XXIII. gewährt, blei­be den­noch eine „ekla­tan­te“ Son­der­re­ge­lung. Es wer­den zwei Päp­ste der Nach­kriegs­zeit gleich­zei­tig hei­lig­ge­spro­chen, aber nach unter­schied­li­chen Kri­te­ri­en in das Ver­zeich­nis der Hei­li­gen ein­ge­tra­gen. War­um gilt für Johan­nes XXIII. nicht, was für Johan­nes Paul II. gilt? Die Fra­ge steht im Raum und blieb bis­her unbe­ant­wor­tet.

„Erklärt“ wird das Son­der­vor­ge­hen des regie­ren­den Pap­stes nur durch sei­ne Macht­fül­le. Er kann es tun, weil er abso­lu­te Voll­mach­ten besitzt. Und die­se auch nützt. Papst Fran­zis­kus exer­ziert am Bei­spiel Johan­nes XXIII. vor, was er anson­sten so bemüht zu ver­nei­nen ver­sucht, näm­lich Papst zu sein mit allen Pflich­ten und Rech­ten. Für Papst Fran­zis­kus genügt beim „gut­mü­ti­gen“ Papst bereits die fama signo­rum, obwohl kei­ner der „zahl­rei­chen“ Hin­wei­se auf Gebets­er­hö­run­gen bis­her kano­nisch als tat­säch­li­ches Wun­der aner­kannt wur­de.

„Fak­tisch hat Fran­zis­kus die päpst­li­che Macht, über die er als Ober­haupt der Welt­kir­che ver­fügt, maxi­mal aus­ge­schöpft, um eine Ent­schei­dung durch­zu­set­zen, die wie es scheint ein Prä­ze­denz­fall ohne glei­chen ist für Fäl­le, die nicht Mär­ty­rer betref­fen“, so Magi­ster.

Johan­nes Paul II. sprach Pater Maxi­mi­li­an Kol­be 1982 auf der Grund­la­ge der damals bei­den für die Selig­spre­chung vor­ge­schrie­be­nen Wun­der hei­lig, obwohl kein wei­te­res Wun­der kano­nisch aner­kannt wor­den war, weil Kol­be ein Mär­ty­rer war.

Franziskus gewährte Johannes XXIII., was Johannes Paul II. Mutter Teresa von Kalkutta verweigerte

Glei­ches nahm er für die 120 im Jahr 2000 hei­lig­ge­spro­che­nen chi­ne­si­schen Mär­ty­rer in Anspruch. Die Hei­lig­spre­chung löste eine schwe­re diplo­ma­ti­sche Kri­se mit der Volks­re­pu­blik Chi­na aus.

Das galt für Mär­ty­rer. Obwohl eine gro­ße Zahl von Gläu­bi­gen, vor allem aber zahl­rei­che Kar­di­nä­le mit einer Peti­ti­on eine sofor­ti­ge Hei­lig­spre­chung von Mut­ter Tere­sa von Kal­kut­ta auf der Grund­la­ge des Wun­ders der Selig­spre­chung gewünscht hat­ten, lehn­te dies Papst Johan­nes Paul II. unter Ver­weis auf die gel­ten­den Bestim­mun­gen ab.

„Fran­zis­kus hat Johan­nes XXIII. gewährt, was Johan­nes Paul II. Mut­ter Tere­sa nicht gewährt hat“, so Magi­ster.

Text: Set­ti­mo Cielo/Giuseppe Nar­di
Bild: Foto­mon­ta­gen Katholisches.info

13 Kommentare

  1. Die Idee, es nun allen Sei­ten recht­ma­chen zu wol­len, klingt plau­si­bel. Aber wenn es so wäre, wäre es eine Kata­stro­phe für die Kir­che. Auf die Fra­ge, war­um sich F. nicht als PP (pastor pastorum) bezeich­nen will fällt mir nur ein, dass er weiß, dass er es nicht wirk­lich ist oder die­sen Titel scheut, weil er ihn nicht erfül­len will. Auch in die­sem Fal­le gilt, dass bei­de Erklä­rungs­mög­lich­kei­ten eine Kata­stro­phe bedeu­ten.

    Das ungu­te Gefühl, einen Stroh­mann, einen PP im Sin­ne von Pseu­do-Papst vor sich zu haben, ver­stärkt sich jeden­falls für mich täg­lich. Mögen die Päp­ste, die ich erlebt habe, ihre Feh­ler und Abgrün­de gehabt haben, aber sie wirk­ten nicht „unecht“. Bei F. stimmt etwas nicht — es stimmt alles, was er tut, nicht zusam­men, ergibt kei­nen Sinn, zer­fällt in Puz­le­stück­chen, bei denen man zu dem Schluss kommt, sie gehör­ten min­de­stens 5 ver­schie­de­nen Spie­len an. Es wird sich nie­mals dar­aus ein Bild erge­ben. Ich glau­be, wir ahnen nicht mal, wer er in Wahr­heit ist.
    Ich habe in den letz­ten Tagen noch mal sehr über Jxxiii gele­sen, es ist ein wei­tes Feld: aber er ist aus­ge­spro­chen wider­sprüch­lich und dubi­os. Es ist nack­ter Wahn­sinn, einen sol­chen Mann unge­prüft hei­lig zu spre­chen, und sei es aus stra­te­gi­schen Grün­den (was ohne­hin schon Wahn­sinn ist).
    Aller­dings wird die Kir­che auch F. über­le­ben.
    Und ver­ges­sen wir nicht: da ist Bene­dikt hin­ter den Mau­ern, er lebt ja noch und ist auch Papst, der es nicht sein will. Zwei Päp­ste, die kein Papst sein wol­len.
    Non habe­mus papam?

    • Zeit­schnur! Ich schlie­ße mich Ihren Aus­füh­run­gen an, sie ent­spre­chen mei­nen eige­nen Über­le­gun­gen.

    • Bene­dikt ist NICHT MEHR Papst!

      Er ist zurück­ge­tre­ten.

      Sei­ne Auf­trit­te in Weiss als Papst sind sehr, sehr merk­wür­dig.

      • Ja, bloß ist das nicht so ein­fach. Er mag nicht mehr amtie­ren, gehört jedoch nach sei­nen eige­nen Wor­ten noch dem Petrus­dienst an. Ich darf ihn selbst zitie­ren:
        „Die Schwe­re der Ent­schei­dung lag auch an der Tat­sa­che, dass ich von die­sem Moment an völ­lig und für immer im Ein­satz für den Herrn war. Immer – wer den Petrus­dienst über­nimmt, hat kei­ne Pri­vat­sphä­re mehr. Er gehört immer und völ­lig allen, der gan­zen Kir­che.
        „Das „Immer“ ist auch „Für immer“: Es gibt kei­ne Rück­kehr ins Pri­va­te. Mei­ne Ent­schei­dung, auf die akti­ve Aus­übung des Dien­stes zu ver­zich­ten, wider­ruft das nicht. Ich keh­re nicht ins Pri­vat­le­ben zurück, in ein Leben der Rei­sen, Begeg­nun­gen, Emp­fän­ge, Kon­fe­ren­zen usw. Ich ver­las­se nicht das Kreuz, ich blei­be auf eine neue Wei­se beim gekreu­zig­ten Herrn. Ich habe nicht mehr die Amts­ge­walt für die Regie­rung der Kir­che, aber ich blei­be im Dienst des Gebets sozu­sa­gen im Bereich des hei­li­gen Petrus.“
        Sei­ne Auf­trit­te in Weiß sind die ein­zi­ge schlüs­si­ge Mög­lich­keit! Wir wis­sen in unse­ren Her­zen alle ganz genau, dass man nicht auf­hö­ren kann, Papst zu sein. Es ist so, wie man nicht auf­hört, Mut­ter zu sein — selbst wenn einem die Kin­der genom­men wer­den. Ein­mal Mut­ter immer Mut­ter, ein­mal Prie­ster immer Prie­ster, ein­mal Papst immer Papst. Das lässt sich kaum durch recht­li­che Ver­nei­nun­gen lösen, die­ses tie­fe Wis­sen dar­um, dass gött­li­che Auto­ri­tät immer lebens­lang ist. Denn es han­delt sich um eine von Gott ver­lie­he­ne Auto­ri­tät, die der Per­son anhaf­tet für immer — das Mut­ter­sein, wie das Prie­ster­sein etc. Auch dann, wenn man die­ses gött­li­che Amt ver­rät oder dar­an ver­sagt.
        Bene­dikt amtiert nicht mehr, aber er ist ver­gra­ben im Petrus­amt, eine Art ver­bor­ge­ner Petrus.
        Und wir ahnen alle in der­sel­ben Tie­fe, dass wir nicht zwei haben kön­nen, die Anteil am Petrus­amt haben — genau­so wenig wie man zwei leib­li­che Müt­ter haben kann.
        Es ist eine schi­zo­phre­ne Lage, und wir wis­sen es alle — auch und wahr­schein­lich v.a. F.. Es wür­de sein selt­sa­mes Zau­dern erklä­ren.

  2. Ehr­lich gesagt, habe ich Angst vor die­sem Pon­ti­fi­kat. Die eigen­wil­li­gen Ent­schei­de die­ses Pap­stes wei­chen extrem von denen sei­nes Vor­gän­gers ab. Sei­ne Schwe­ster aus Bue­nos Aires hat kurz nach sei­ner Wahl in einem Inter­view im spa­ni­schen Fern­se­hen gesagt, ihr Bru­der sei sehr starr­köp­fig, was sich jetzt bestä­tigt. Ich den­ke, wir wer­den von ihm noch viel nega­ti­ves, beson­ders was die Lit­ur­gie anbe­langt, erle­ben. Ich fra­ge mich z.B., wie lan­ge wir noch die latei­ni­sche Mes­se im Peters­dom (täg­lich um 17.00 Uhr) mit­fei­ern dür­fen und wie lan­ge er selbst die fei­er­li­chen Pon­ti­fi­kal­äm­ter noch in der Kir­chen­spra­che zele­briert. Viel­leicht gehen sei­nen unzäh­li­gen Anhän­gern auch bald die Augen auf!

    • wie sol­len sei­nen Anhän­gern die Augen aufgehen???Er ist vom Anfang sei­nes Pon­ti­fi­kats an als fast „Hei­li­ger“ (so Andre­as Eng­lisch und auch eini­ge Kardinäle)angesehen wor­den. Unbe­greif­lich, nach all den Pro­vo­ka­tio­nen, die wir ja ken­nen und die nicht genannt wer­den müs­sen. Ich ver­ste­he das ein­fach alles nicht mehr.…!! Was mag Papst em. wohl den­ken?

  3. Also der erste Satz der Über­schrift ver­wirrt mich ja doch “ Papst Fran­zis­kus han­delt als “abso­lu­ter Mon­ar­ch”, denn bit­te wann hat sei­ne Hei­lig­keit Papst Fran­zis­kus seit sei­ner Macht­über­nah­me wie ein Mon­arch gehan­delt?

    Ja schö­ne Wor­te um der Welt und den öffent­li­chen Medi­en und schmei­cheln, aber hat er auch schon ein­zi­ge sei­ner Wör­ter umge­setzt? Eher das Gegen­teil ist der Fall: Sei­ne Hei­lig­keit hat ja am Anfang sei­nes Pon­ti­fi­ka­tes gesagt „Wer nicht zu Jesus betet, betet zum Teu­fel“ ja dies ist Rich­tig, aber war­um hat dann sei­ne Hei­lig­keit die Medi­en­ver­tre­ter nicht mit einen Kreuz­zei­chen geseg­net, und die Juden und die Mus­li­me auf die glei­che Stu­fe wie die Katho­li­ken und Chri­sten gestellt, einer Mus­li­ma die Füße gewa­schen und geküsst, den die Juden und Mus­li­me glau­ben ja nicht an Gott dem Herrn Jesus Chri­stus, also war­um lob­te er die­se „Im Namen des Teu­fels????“

  4. Vergelt’s Gott für Ihre Exzel­len­te Arbeit. Darf ich zum obi­gen Arti­kel eine Anmerkung/ Kor­rek­tur machen?

    Das PP hin­ter dem Papst­na­men bedeu­tet zuerst und ursprüng­lich ein­fach Papa, wie Eps Epi­scopus bedeu­tet; es ist dies eine alte wohl weit in erste Jahr­tau­send zurück­rei­chen­de Form der Bezei­chung des römi­schen Pap­stes — sein Wei­te­rer Namens­kol­le­ge ist jener von Alex­an­dri­en.

    Das Pastor Pastorum ist spä­te­re Inter­pre­ta­ti­on, wie dies ja auch ahn­lich beim Jesus­na­men IHS gesche­hen ist (Jesus homi­num sal­va­tor) aber eigent­lich grie­chich IHC die ersten drei Buch­sta­ben des Namens Jesus.

  5. Der Papst IST qua Amt ein abso­lu­ter Monarch.Seit dem seli­gen Pius IX aus­ge­stat­tet mit der päpst­li­chen Infal­libi­li­tät. Das gilt für Papst Fran­zis­kus und eben­so wie für sei­ne Vor­gän­ger — sei es Pius XII, Johan­nes XXIII oder Johan­nes Paul II. Und das gilt auch für die von die­sen Päp­sten erfolg­ten Hei­lig­spre­chun­gen, die nach alter Tra­di­ti­on der Kir­che als infal­libel gel­ten. Wo ist das Pro­blem, wenn der legi­tim gewähl­te Papst Fran­zis­kus mit sei­ner ihm zukom­men­den Auto­ri­tät auch so han­delt und ent­schei­det? Es mag ja sein, dass dem einen oder ande­ren die­ser Papst, sei­ne Ansich­ten und offen­bar auch sei­ne beab­sich­tig­ten Hei­lig­spre­chun­gen nicht pas­sen — aber Papst Fran­zis­kus ist der legi­ti­me Papst. Wir soll­ten nuns damit aus­ein­an­der­set­zen, war­um der Hl. Geist uns in die­ser Zeit gera­de die­sen Papst geschickt hat. Dar­an glau­be ich, dass der Hl. Geist die Kir­che führt.

    • Aber Robert! Der Hei­li­ge Geist führt die Kir­che, ja. Aber der Hei­li­ge Geist beugt doch nicht den Wil­len von Men­schen in der Hier­ar­chie. Wenn nun mal unter den Kle­ri­kern und Lai­en kei­ner mehr Lust auf katho­lisch hat, dann ist die sicht­ba­re Amts­kir­che von der Füh­rung des Hei­li­gen Gei­stes ent­bun­den. So ein­fach!

      • Und wer, lie­ber arrow, defi­niert, was katho­lisch ist? Sie? Oder das Lehr­amt — also das Bischofs­kol­le­gi­um mit dem Papst?
        Bei man­chen Kom­men­ta­ren kann ich mich des Ein­drucks nicht erweh­ren, als sei hier jeder für sich das eigent­li­che Lehr­amt — und jeder ent­schei­det, wel­cher Papst nun legi­tim ist und wel­cher nicht.
        So ein­fach ist das?
        Sie machen doch genau das, was sie der von Ihnen unge­lieb­ten sog. Kon­zils­kir­che vor­wer­fen. Jeder ent­schei­det nach sei­ner Facon.

  6. Der abso­lu­te Mon­arch frü­he­rer Jahr­hun­der­te darf nicht ver­wech­selt wer­den mit dem Kon­zept eines selbst­herr­li­chen Tyrann­ne, der sich selbst als Gott anbe­ten lässt und alles sei­ner Will­kür unter­wirft. Die The­ma­tik ist von vie­len schon durch­dacht und beschrei­ben wor­den. Es gibt auch vie­le For­schungs­ar­bei­ten, die sich mit der Fra­ge nach Recht und Ver­fas­sung in einer absou­ten Mon­ar­chie befas­sen.
    Der abso­lu­te Mon­arch hat zwar vol­le Ver­fü­gungs­ge­walt, aber das Kon­zept funk­tio­niert nur, solan­ge er der „erste Die­ner des Staa­tes“ ist. Beim Papst­tum ist Jesus das direk­te Haupt des Pap­stes. Der Papst soll Jesus sicht­bar ver­tre­ten.
    Der Papst ist ein irr­tums­fä­hi­ger Mensch. Auch ist er nicht wil­len­lo­ser Spiel­ball des Hl. Gei­stes. Er mehr als jeder ande­re Mensch steht unent­wegt an den „Pfor­ten der Höl­le“. Wehe ihm, wenn er sei­ne Voll­macht miss­braucht. Wehe dem, der die „Klei­nen“ ver­führt, sag­te Jesus. Es wäre bes­ser, man hät­te ihm einen Mahl­stein um den Hals gehängt und ihn ins Meer gestürzt…
    Die Infal­libi­li­tät ist also eine vor allem für den Papst selbst furcht­erre­gen­de Bevoll­mäch­ti­gung. Er steht unter dem­sel­ben Wort, das auch der Hl. Pau­lus auf sich selbst anwen­de­te: auch er selbst wäre ver­flucht, wenn er etwas ande­res pre­dig­te, als das, was er vor­ge­fun­den hat…
    Der Hl. Geist ruht auf ihm, wenn er sich ganz eng an Jesus klam­mert, dann ja. Andern­falls nicht.
    Der Hl. Geist wird die Kir­che wie­der bele­ben nach unwür­di­gen Päp­sten. So, wie er auch in Isra­el nach Köni­gen, die taten, was dem Herrn miss­fiel (auch sie waren Sei­ne Wahl!), wie­der ande­re erweck­te, die taten, was IHM gefiel.
    Dass auch man­che Kata­stro­phe von Gott zuge­las­sen wird, in die­sem Sin­ne also auch „Sei­ne Wahl“ ist, wis­sen wir. In die­sem Fall müs­sen wir uns in Sei­ne Hän­de fal­len las­sen und auf kei­nen Fall unwür­di­gen Die­nern fol­gen. Jesus hat selbst gesagt, wir sol­len denen nicht fol­gen, die uns Irr­leh­ren pre­di­gen. Er hat nicht gesagt, dass nicht auch Apo­stel vom Glau­ben abfal­len können…s. Judas.…

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