Papst Franziskus besucht am 8. Juli die Insel Lampedusa — Symbol illegaler Einwanderung

(Rom) Die ita­lie­ni­sche Mit­tel­meer­in­sel Lam­pe­du­sa auf der Höhe der tune­si­schen Stadt Mona­stir gilt als „Insel der Tra­gö­di­en“. Sie ist seit 20 Jah­ren das Sym­bol der ille­ga­len Mas­sen­ein­wan­de­rung nach Euro­pa. Hier stran­den die Schif­fe der Ärm­sten unter den Ille­ga­len. Man­che Boo­te kom­men bei stür­mi­scher See nie an. Die meist namen­lo­sen Insas­sen ver­sin­ken in den Flu­ten. Die mei­sten Ille­ga­len Ein­wan­de­rer kom­men über ande­re, siche­re­re Wege. Über Lam­pe­du­sa kom­men jene aus Afri­ka, die weni­ger Geld haben. Die Insel ist damit dop­pel­tes Sym­bol: ein­mal des mensch­li­chen Leids durch den Tod der Ver­zwei­fel­ten. Ande­rer­seits auch als Sym­bol der Mas­sen­ein­wan­de­rung nach Euro­pa, die Gegen­stand poli­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zung ist. Je nach Posi­ti­on ist die Insel für die einen Grund, die Ein­wan­de­rung zu för­dern, für die ande­ren, sie ein­zu­schrän­ken oder zu unter­bin­den.
Papst Fran­zis­kus wird die so sym­bo­lisch auf­ge­la­de­ne Insel besu­chen. Im Vati­kan spricht man von einem „dis­kre­ten“ Besuch, was für einen Papst aller­dings schwer mög­lich scheint. Das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt wird im Geden­ken an die ertrun­ke­nen Ein­wan­de­rer aus Afri­ka einen Kranz ins Meer wer­fen. Zudem wird Fran­zis­kus mit der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung und Ein­wan­de­rern zusam­men­tref­fen und mit ihnen eine Hei­li­ge Mes­se fei­ern, wie Vati­kan-Spre­cher Fede­r­i­co Lom­bar­di bekannt­gab. Die Stim­mung auf der Insel ist „explo­siv“. Die Ein­hei­mi­schen füh­len sich durch die stän­di­gen Strö­me von Ille­ga­len über­for­dert. In den ersten sechs Mona­ten 2013 sind 7913 Ein­wan­de­rer an der Küste Lam­pe­du­sas ange­kom­men.
Der Besuch des Pap­stes hat neben der mensch­li­chen Geste eine emi­nent poli­ti­sche Dimen­si­on. Er will auf die Pro­ble­me der Ein­wan­de­rer welt­weit hin­wei­sen und ergreift durch die­sen geziel­ten Besuch in der Fra­ge Par­tei zugun­sten der Mas­sen­wan­de­run­gen mit all ihren Fol­gen und Neben­wir­kun­gen. Der Besuch scheint der bis­he­ri­gen Annah­me zu wider­spre­chen, Papst Fran­zis­kus wol­le sich von poli­ti­schen Fra­gen fern­hal­ten.

3 Kommentare

  1. Die „Ein­wan­de­rer“ auf Lam­pe­du­sa sind zum größ­ten Teil Mus­li­me. Wie schön, daß sich der Papst für sie ein­setzt, die täg­lich ver­folg­ten Chri­sten im Mitt­le­ren Osten aber so ger­ne „ver­gisst“.

  2. In den Nach­rich­ten war heu­te zu hören, der Papst wer­de mit den Ein­wan­de­rern eine Mes­se fei­ern. Grün­don­ners­tag rel­oa­ded?

  3. Es gibt an der Amts­füh­rung die­ses Pap­stes mei­nes Erach­tens viel zu bemän­geln. Der Abste­cher nach Lam­pe­du­sa ist jedoch eine gute Sache, ganz im Gei­ste des Evan­ge­li­ums. Wenn es den­noch Beden­ken gibt, dann weil ein über­aus posi­ti­ves Zei­chen so vie­le ande­re Unzu­läng­lich­kei­ten über­tüncht, und berech­tig­te Kri­tik, dort wo sie ange­bracht wäre, erst gar nicht zulässt. Es kann aber nicht falsch sein den Ärm­sten und Ver­las­sen­sten Trost und Aner­ken­nung zu brin­gen und ihnen etwas von ihrer ver­lo­re­nen Wür­de zurück­zu­ge­ben.

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