Klerikal-homophile Partei — Der Drang sich mit der Welt zu arrangieren

Homolobbyismus in der Kirche oder Kniefall vor Homolobby(Rom) Ehe nein, Aner­ken­nung bestimm­ter Rech­te ja. So lau­tet im Zusam­men­hang mit Homo-Part­ner­schaf­ten die neue For­mel von Tei­len der Kir­chen­füh­rung und allen mög­li­chen Kir­chen­ver­tre­tern, die wie ein Man­tra wie­der­holt wird. Ehr­li­cher hie­ße die For­mel: Erken­nen wir die Homo-„Ehe“ an, aber nen­nen wir sie nicht Ehe. Erst vor kur­zem ver­trat Kuri­en­erz­bi­schof Pie­ro Mari­ni die­sen bizar­ren Stand­punkt. Mari­ni war unter Papst Johan­nes Paul II. päpst­li­cher Zere­mo­ni­en­mei­ster und ist seit sei­ner Ent­fer­nung aus die­sem Amt durch Bene­dikt XVI. päpst­li­cher Dele­gat für die Eucha­ri­sti­schen Kon­gres­se. Mari­ni begrün­de­te die Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Part­ner­schaf­ten als „not­wen­dig“, „weil es vie­le Paa­re gibt, die lei­den, weil ihre Rech­te nicht aner­kannt wer­den“. Um dann die Ein­schrän­kung anzu­fü­gen, daß man die­se Aner­ken­nung aber nicht „Ehe“ nen­nen dür­fe. Ist alles nur eine Fra­ge der Wor­te, nicht der Inhal­te? Bleibt der Ehe am Ende nur das Pri­vi­leg, sich mit dem Wort Ehe schmücken zu dürfen?

Die befremd­li­che Aus­sa­ge Pie­ro Mari­nis (nicht zu ver­wech­seln mit dem seit 2007 amtie­ren­den päpst­li­chen Zere­mo­ni­en­mei­ster Gui­do Mari­ni) sorg­te für Auf­se­hen, war aber gar nicht so über­ra­schend. Ande­re füh­ren­de Kir­chen­ver­tre­ter hat­ten sich bereits vor Mari­ni zu Spre­chern die­ser Posi­ti­on gemacht. Zei­chen dafür, daß sich in der Kir­che tat­säch­lich auf besorg­nis­er­re­gen­de Wei­se eine homo­phi­le Par­tei breitmacht.

Mangel an Widerstandsbereitschaft, Bequemlichkeit oder Homo-Tendenzen? Was treibt Kirchenvertreter zur Homo-Partei?

Kir­chen­ver­tre­ter schlie­ßen sich ihr an, weil sie die Angrif­fe der Homo-Lob­by oder die Kri­tik der Medi­en satt haben und nicht sel­ten auch kir­chen­in­tern bei Katho­li­ken kein Ver­ständ­nis mehr für die katho­li­sche Leh­re zum The­ma Homo­se­xua­li­tät fin­den. Man­geln­de Sach­kennt­nis und Wider­stands­be­reit­schaft, Bequem­lich­keit und die pasto­ra­le Aus­rich­tung der Kir­che, die auf „immer Ver­ständ­nis zei­gen“ getrimmt ist, sind eine wenig geeig­ne­te Aus­gangs­po­si­ti­on, die kirch­li­che Leh­re öffent­lich zu ver­tei­di­gen und als eigen­stän­di­ge Posi­ti­on im öffent­li­chen Dis­kurs sicht­bar zu machen.

Kei­nes­wegs jeder Kir­chen­ver­tre­ter, der sich die ein­gangs erwähn­te For­mel zu eigen macht, hat selbst homo­se­xu­el­le Ten­den­zen. Es wird aber eine Bereit­schaft sicht­bar, sich dem heu­te vor­herr­schen­den homo­phi­len Den­ken zu unter­wer­fen und einen Kom­pro­miß zwi­schen die­sem und der kirch­li­chen Leh­re zu fin­den. Anders aus­ge­drückt: Tei­le der Kir­che ver­su­chen, sich mit dem domi­nie­ren­den Zeit­geist zu arrangieren.

Präsident des Päpstlichen Familienrats „öffnet“ gegenüber Homo-Partnerschaften

Bereits Anfang Febru­ar hat­te Kuri­en­erz­bi­schof Vin­cen­zo Paglia die­sen Stand­punkt ein­ge­nom­men und das aus­ge­rech­net in sei­ner ersten wich­ti­gen Stel­lung­nah­me als neu­er Prä­si­dent des Päpst­li­chen Rats für die Fami­lie. Paglia ist auch geist­li­cher Assi­stent der Gemein­schaft Sant’Egidio. Es hat etwas erschüt­ternd Kurio­ses an sich, wenn ange­sichts der welt­wei­ten Angrif­fe gegen die Fami­lie aus­ge­rech­net der Vor­sit­zen­de des Päpst­li­chen Fami­li­en­rats sich gedrängt fühlt, eine Bre­sche für die Homo-Part­ner­schaf­ten zu schla­gen. Jene Part­ner­schaf­ten, die das bekann­te­ste Tro­ja­ni­sche Pferd sind, um die auf der Ehe gegrün­de­te Fami­lie zu zer­stö­ren. Bedenkt man, daß die­ser Fami­li­en­rat von Papst Johan­nes Paul II. aus­drück­lich gewollt war, um die­ser Fehl­ent­wick­lung etwas ent­ge­gen­zu­set­zen und den Kampf zum Schutz von Ehe und Fami­lie auf­zu­neh­men, jenen Kampf, den er selbst als die Ent­schei­dungs­schlacht des drit­ten Jahr­tau­sends bezeich­ne­te, und bedenkt man wei­ter, daß er mit der Ernen­nung des kolum­bia­ni­schen Kar­di­nals Alfon­so Lopez Tru­ji­l­lo zum ersten Vor­sit­zen­den jeman­den damit betrau­te, an des­sen Hin­ga­be für die Ver­tei­di­gung der Fami­lie kein Zwei­fel bestehen konn­te, wirkt die jüng­ste Ent­wick­lung um so irritierender.

Aber weder der Aus­ritt von Kuri­en­erz­bi­schof Pie­ro Mari­ni noch jener von Kuri­en­erz­bi­schof Paglia gescha­hen zufäl­lig. Der Wil­le, sich dem der­zeit homo­ge­wan­de­ten Zeit­geist zu unter­wer­fen, scheint sich in Tei­len der Kir­che durch­ge­setzt zu haben. Die Bischö­fe des deut­schen Sprach­raums ver­such­ten erst gar nicht, wirk­li­chen Wider­stand zu lei­sten. Sie ver­hiel­ten sich klein­laut, als die Regie­run­gen in Ber­lin, Bern und Wien sich des gesell­schafts­po­li­ti­schen Anlie­gens annah­men und taten so, als gäbe es das The­ma eigent­lich gar nicht.

Tätigkeit des Gesetzgebers „dringend notwendig“? Welche Rechte werden nicht garantiert?

In Ita­li­en mach­te sich jüngst die Tages­zei­tung der ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz Avve­ni­re die For­mel zu eigen und sprach sich für die Aner­ken­nung von Homo-Rech­ten aus, nur Haupt­sa­che man nennt es nicht Ehe. Am 13. April wur­de ein Leit­ar­ti­kel des Juri­sten Fran­ces­co D’Agostino, Vor­sit­zen­der der Ita­lie­ni­schen katho­li­schen Juri­sten­ver­ei­ni­gung ver­öf­fent­licht. Kurz zuvor hat­te der ita­lie­ni­sche Ver­fas­sungs­ge­richts­prä­si­dent Fran­co Gal­lo in Über­schrei­tung sei­ner Zustän­dig­keit sich in die poli­ti­sche Dis­kus­si­on ein­ge­mischt und das Par­la­ment auf­ge­for­dert, die Rech­te Homo­se­xu­el­ler anzu­er­ken­nen. Eine poli­ti­sie­ren­de Justiz ist seit eini­gen Jah­ren zu einem neu­en Phä­no­men der poli­ti­schen Rea­li­tät in Euro­pa gewor­den. D’Agostino ver­such­te die Ein­mi­schung Gal­los her­un­ter­zu­spie­len, indem er behaup­te­te, der Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs­prä­si­dent habe nicht die Ein­füh­rung einer Homo-„Ehe“ gefor­dert, son­dern „ledig­lich“, daß Homo­se­xu­el­len die bür­ger­li­chen Rech­te „garan­tiert“ wer­den sollen.

Spä­te­stens an die­ser Stel­le drängt sich die Fra­gen auf: Wel­che Rech­te? Wel­che Rech­te wer­den im Umkehr­schluß also nicht garan­tiert, was ja eine Dis­kri­mi­nie­rung impli­zie­ren wür­de und wohl auch soll?

D’Agostino ver­wies in sei­nem Leit­ar­ti­kel auf „ver­schie­de­ne For­men des Zusam­men­le­bens“, die „wirk­li­chen mensch­li­chen Bedürf­nis­sen“ ent­spre­chen und zum Teil „rele­van­te öko­no­mi­sche Inter­es­sen“ betref­fen würden.

Gegen die­se angeb­li­chen „Not­wen­dig­kei­ten“ Rech­te anzu­er­ken­nen und dem grund­le­gen­den Denk­feh­ler, der den For­de­run­gen zugrun­de liegt, hat am 10. Febru­ar 2010 der Erz­bi­schof von Bolo­gna, Kar­di­nal Caf­farra mit einer Lehr­mä­ßi­gen Note Stel­lung genom­men, in der er bewußt die Ableh­nung einer Homo-„Ehe“ nicht aus reli­giö­ser, son­dern aus der Sicht des dem All­ge­mein­wohl ver­pflich­te­ten Staa­tes begründete.

Kardinal Caffarra: Homosexuellen werden nicht Rechte vorenthalten, sondern Ehe und Familie werden besonders geschützt

Etwa für ver­si­chungs- und ver­mö­gens­recht­li­che Fra­gen gibt es aus­rei­chend Instru­men­te des Zivil­rechts. Des beson­de­ren Schut­zes des Staa­tes bedür­fen hin­ge­gen die Fami­li­en, als Grund­zel­le des Staa­tes und sei­ner Ord­nung. Der staat­li­che Schutz der Ehe ist auf die Fami­lie aus­ge­rich­tet. Der Staat gewährt ihnen daher zusätz­lich zum all­ge­mei­nen Stan­dard an Rech­ten, die jedem Bür­ger garan­tiert wer­den, wei­te­re Son­der­rech­te in Form von Pri­vi­le­gi­en, weil die Fami­li­en für den Staat einen schüt­zens­wer­ten Raum dar­stel­len, in dem der Nach­wuchs, die Kin­der her­an­wach­sen, die künf­ti­gen Bür­ger des Lan­des, die den Staat tra­gen wer­den, die Arbeits­kräf­te von mor­gen, die die Müt­ter und Väter von mor­gen, die die gedeih­li­che Wei­ter­ent­wick­lung des Lan­des sicher­stel­len. Sie erbrin­gen die ent­schei­den­de auf Fort­be­stand und Zukunft aus­ge­rich­te­te Lei­stung für den Staat, des­halb und nur des­halb gewährt der Staat ihnen Son­der­rech­te, weil sie am gefähr­det­sten und daher beson­ders schutz- und för­de­rungs­be­dürf­tig sind. Selbst ein Ehe­paar ohne Kin­der erbringt nicht jede gewünsch­te, posi­ti­ve Lei­stung für den Staat, ist aber grund­sätz­lich dafür offen. Homo­se­xu­el­len wer­den daher kei­ne Rech­te vor­ent­hal­ten. Alle ihre Rech­te wer­den garan­tiert, wie sie jedem Bür­ger eines Lan­des garan­tiert wer­den. Ihnen wird nicht der Son­der­sta­tus von Ehe und Fami­lie zuer­kannt, weil sie a prio­ri durch ihre Lebens­ent­schei­dung jene Lei­stun­gen für den Staat aus­schlie­ßen und auch gar nicht erbrin­gen kön­nen, die die­se Son­der­rech­te recht­fer­ti­gen. Es spielt dabei kei­ne Rol­le, wel­che Ursa­che Homo­se­xua­li­tät hat, ob sie angeb­lich ange­bo­ren ist, wie sie selbst behaup­ten, eine Per­sön­lich­keits­stö­rung oder eine freie Ent­schei­dung darstellt.

Homo­se­xu­el­le haben alle zivil­recht­li­chen Instru­men­te zur Ver­fü­gung, sich gegen­sei­tig als Erben im Testa­ment zu beden­ken, Lebens­ver­si­che­run­gen zugun­sten des Part­ners oder auch Miet­ver­trä­ge im Namen bei­der abzu­schlie­ßen, wie Homo­ver­bän­de auf Nach­fra­ge bestä­ti­gen. Es geht also um einen poli­ti­schen Kampf, um die Erzwin­gung einer mit Stem­pel und Sie­gel ver­se­he­nen Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät als Lebens­form. Was für eine Rol­le soll­te aber eine sexu­el­le Vor­lie­be für den Abschluß einer Lebens­ver­si­che­rung oder eines Miet­ver­tra­ges spie­len? Das kommt einer nar­ziß­haf­ten Fixiert­heit auf die eige­nen Sexu­al­prak­ti­ken gleich. Mit „Rech­ten“ und mit dem Staat haben die aber mit gutem Grund nichts zu tun.

Monsignori sollten Dokumente der Kirche und katholischer Juristen lesen

Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on führ­te unter der Feder­füh­rung ihres dama­li­gen Prä­fek­ten Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger in ihren Erwä­gun­gen zu den Ent­wür­fen einer recht­li­chen Aner­ken­nung der Lebens­ge­mein­schaf­ten zwi­schen homo­se­xu­el­len Per­so­nen vom 3. Juni 2003 unter Punkt 9 aus:

Nicht zutref­fend ist das Argu­ment, dass die recht­li­che Aner­ken­nung der homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten not­wen­dig wäre, um zu ver­hin­dern, dass die homo­se­xu­ell Zusam­men­le­ben­den auf Grund der blo­ßen Tat­sa­che ihres Zusam­men­le­bens die wirk­sa­me Aner­ken­nung der all­ge­mei­nen Rech­te ver­lie­ren, die sie als Per­so­nen und als Bür­ger haben. In Wirk­lich­keit kön­nen sie jeder­zeit wie alle Bür­ger, aus­ge­hend von ihrer per­sön­li­chen Auto­no­mie, auf das all­ge­mei­ne Recht zurück­grei­fen, um recht­li­che Situa­tio­nen von gegen­sei­ti­gem Inter­es­se zu schüt­zen. Es ist jedoch eine schwer­wie­gen­de Unge­rech­tig­keit, das Gemein­wohl und die authen­ti­schen Rech­te der Fami­lie zu opfern, um Güter zu erlan­gen, die auf Wegen garan­tiert wer­den kön­nen und müs­sen, die nicht für die gan­ze Gesell­schaft schäd­lich sind.“

Es bedarf also kei­ner Son­der­rech­te, wie die Juri­sten wis­sen und auch zuge­ben, wenn sie nicht aus Angst vor dem Zorn der Homo-Lob­by vor­zie­hen zu schwei­gen. Ein Umstand, der übri­gens viel über das vor­herr­schen­de Kli­ma aus Ein­schüch­te­rung und mora­lin­saurer Luft aus­sagt, die sticki­ger zu wer­den droht als jener „Mief“, gegen den die 68er-Genera­ti­on rebellierte.

Man­che Kir­chen­ver­tre­ter täten gut dar­an, die Erwä­gun­gen der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on und wei­te­re grund­le­gen­de Tex­te der katho­li­schen Natur­rechts- und Sozi­al­leh­re nach­zu­le­sen. Vor allem von jenen katho­li­schen Per­sön­lich­kei­ten, die an der Abfas­sung der Staats­ver­fas­sun­gen mit­ge­wirkt und dort den Schutz von Ehe und Fami­lie ver­an­kert haben. Die­sem beson­de­ren Schutz, der nie­mand ande­rem ein Recht nimmt, son­dern wie dar­ge­legt, nur einer bestimm­ten Grup­pe aus gutem Grund Son­der­pri­vi­le­gi­en zuge­steht, lie­gen die im Natur­recht ver­an­ker­ten Per­sön­lich­keits­rech­te zugrun­de. Dabei geht es um das Ver­hält­nis Staat-Per­son. Der Schutz des Staa­tes soll­te gera­de auch Schutz vor dem Staat sein, nicht zuletzt wegen der Erfah­run­gen mit dem Tota­li­ta­ris­mus. Nicht der Staat defi­niert will­kür­lich das Ver­hält­nis zu den Men­schen, da es mit dem Natur­recht ein höhe­res Recht gibt, dem sich der Staat zu unter­wer­fen hat.

Die Ein­füh­rung der Homo-„Ehe“ kommt einer Zer­schla­gung die­ses Ver­hält­nis­ses von Staat und Per­son gleich, da das Natur­recht als Rechts­grund­la­ge zwin­gend igno­riert wer­den müß­te. Wird der Posi­ti­vis­mus zur eigent­li­chen Rechts­grund­la­ge des Staa­tes ist das Ver­hält­nis zwi­schen Staat und Per­son auch will­kür­li­chen Ein­grif­fen durch eine belie­bi­ge Par­la­ments­mehr­heit oder ande­re Ent­schei­dungs­trä­ger aus­ge­lie­fert und damit poten­ti­ell auch neu­en Tota­li­ta­ris­men. Ein Aspekt, den Homo-Akti­vi­sten in ihren For­de­run­gen berück­sich­ti­gen soll­ten. Dar­aus erklärt sich auch, wes­halb die Homo-„Ehe“ ein schwer­wie­gen­der, zer­stö­re­ri­scher Angriff auf die Ehe und damit auf die Fami­lie ist, die auf der Ehe grün­det. Es spielt dabei auch kei­ne Rol­le, ob und wie vie­le Bür­ger in „wil­der Ehe“ in irgend­wel­chen part­ner­schaft­li­chen For­men zusam­men­le­ben, wie hoch die Schei­dungs­ra­te oder jene der Allein­er­zie­hen­den ist.

Vatikansprecher Lombardi schließt sich „Homo-Partei“ an

Inzwi­schen hat sich der kirch­li­chen „Homo-Par­tei“ auch Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di ange­schlos­sen. Am 24. April sag­te er im Gespräch mit der inter­na­tio­na­len Pres­se, es müs­se „klar gemacht wer­den, dass die Ehe zwi­schen einem Mann und einer Frau eine spe­zi­fi­sche und fun­da­men­ta­le Insti­tu­ti­on in der Geschich­te der Mensch­heit ist. Das hin­dert nicht dar­an, dass in irgend­ei­ner Wei­se ande­re For­men der Ver­bin­dung zwi­schen zwei Per­so­nen aner­kannt wer­den könnten.“

Da sich in den ver­schie­de­nen Staa­ten die Par­la­men­te mit der Fra­ge befas­sen, und wie Frank­reich zeigt, kei­nes­wegs im von der Kir­che gewünsch­ten Sinn, braucht es kon­kre­te und nicht abstrak­te Erklä­run­gen, wie jene Lom­bar­dis, die mehr Fra­gen auf­wer­fen als beant­wor­ten. Anders aus­ge­drückt: Die Mon­si­gno­ri soll­ten nicht gebets­müh­len­haft einen neu­en Steh­satz von sich geben, son­dern prä­zi­se sagen, was sie mei­nen. Ange­fan­gen damit, kon­kret zu benen­nen: Wel­ches sind die­se angeb­lich bis­her ver­wei­ger­ten Rech­te, die sogar einen „drin­gen­den“ Ein­griff des Staa­tes ver­lan­gen, wie der Avve­ni­re schrieb? Zwei­tens: Aus wel­chem Grund und auf wel­che Wei­se soll­ten „ande­re For­men der Ver­bin­dung zwi­schen zwei Per­so­nen“ aner­kannt werden?

Was bis­her aus dem kirch­li­chen Umfeld dazu zu hören war, ist längst und ganz unab­hän­gig von dem, was unter der Bett­decke pas­siert, durch das bür­ger­li­che Gesetz­buch gere­gelt. Um wel­che Rech­te geht es also, daß ver­schie­de­ne Mon­si­gno­ri das Tätig­wer­den des Gesetz­ge­bers ein­for­dern? Eine prä­zi­se Fra­ge ver­langt nach einer prä­zi­sen Ant­wort. Die Homo-Par­tei im Vati­kan wird dar­auf Ant­wort geben müssen.

„Wir befürch­ten jedoch, daß hin­ter die­sen Aus­rit­ten im besten Fall man­geln­de Sach­kennt­nis steckt und der Wunsch modern und dia­log­be­reit zu erschei­nen““, so Ric­car­do Cascio­li, der Chef­re­dak­teur der katho­li­schen Nuo­va Bus­so­la Quo­tia­dia­na. Die Bereit­schaft man­cher Kir­chen­ver­tre­ter mit der Welt Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen und der Welt zu gefal­len, scheint recht groß. „Sie sind sich nicht bewußt, daß das der beste Weg ist, sich zum Gespött für die Welt zu machen“, so Cascioli.

In kirchlichen Einrichtungen wird Homosexualität teils als gleichwertig präsentiert

Für Cascio­li ist „das aber nur im besten Fall so“, weil es in der Kir­che eine theo­lo­gi­sche und pasto­ra­le Rich­tung gibt, die offen mit der Homo-Ideo­lo­gie sym­pa­thi­siert: in den Semi­na­ren, den theo­lo­gi­schen Fakul­tä­ten, den Kur­sen für die Reli­gi­ons­leh­rer, Pasto­ral­as­si­sten­ten und Gemein­de­re­fe­ren­ten­aus­bil­dung ist es an man­chen Orten schon üblich, Hete­ro­se­xua­li­tät und Homo­se­xua­li­tät unter Außer­kraft­set­zung des kirch­li­chen Lehr­am­tes völ­lig gleich­wer­tig zu prä­sen­tie­ren. „Hat­te nicht schon Car­lo Maria Mar­ti­ni in sei­nem „geist­li­chen Testa­ment“ geschrie­ben, daß die Kir­che 200 Jah­re hin­ten ist? Jeder Ein­griff des Gesetz­ge­bers zur Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Part­ner­schaf­ten ist unter die­sem Gesichts­punkt nur ein Vor­wand, um den homo­se­xu­el­len Lebens­stil zu legi­ti­mie­ren, den offen­sicht­lich ver­schie­de­ne Kir­chen­ver­tre­ter gut­hei­ßen“, so Cascioli.

Ent­schul­di­gend kann zumin­dest teil­wei­se für eini­ge Prä­la­ten ange­führt wer­den, man den­ke an den Erz­bi­schof von Ber­lin, Rai­ner Kar­di­nal Woel­ki, daß sie von Jour­na­li­sten dau­ernd zum The­ma pro­vo­ziert wer­den, um ihnen irgend­ei­nen Halb­satz zu ent­locken, der sich als Ankla­ge gegen die Kir­che oder als Öff­nung Rich­tung Homo­se­xua­li­tät als Schlag­zei­le ver­kau­fen läßt. Man­chen Kir­chen­ver­tre­tern fällt dann nichts bes­se­res ein, als irgend­et­was zu sagen, was nicht Hand und nicht Fuß hat und nicht sel­ten den boh­ren­den Fra­ge­stel­ler irgend­wie zufrie­den­stel­len soll. Zumin­dest die Bischö­fe als Erst­ver­ant­wort­li­che soll­ten imstan­de sein, zu den schließ­lich bekann­ten aktu­el­len „hei­ßen Eisen“ eine kla­re kirch­li­che Linie im Kopf zu haben, die sie jeder­zeit abru­fen können.

Da die Jour­na­li­sten­fra­gen zu die­sem The­ma inzwi­schen wirk­lich kei­ne Über­ra­schung mehr sind, soll­ten zumin­dest die Wohl­mei­nen­den die Gele­gen­heit nüt­zen, um für die Wahr­heit ein­zu­ste­hen. Das bedeu­tet auch, ohne wenn und aber zu sagen, daß es kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung von Homo­se­xu­el­len gibt, daß hin­ge­gen die Fami­lie dis­kri­mi­niert wird, sowohl in kul­tu­rel­ler als auch in öko­no­mi­scher Hin­sicht. Je mehr Kin­der eine Fami­lie hat, desto mehr ist sie benach­tei­ligt. Es geschieht seit vie­len Jah­ren ein bru­ta­ler Kampf gegen die Fami­lie und damit genau das Gegen­teil des­sen, was die Ver­fas­sungs­vä­ter woll­ten und das Natur­recht verlangt.

Es wer­den heu­te alle mög­li­chen Son­der­for­men geför­dert, aber nicht die Fami­lie als klein­ste und damit schutz­be­dürf­tig­ste, vor allem aber als kon­sti­tu­ti­ve Grund­zel­le von Staat und Gesell­schaft. Das ist wirk­li­che Dis­kri­mi­nie­rung. Hier hät­te der Gesetz­ge­ber drin­gend ein­zu­grei­fen, nicht wegen zusam­men­le­ben­der Paa­re und schon gar nicht auf­grund irgend­ei­ner sexu­el­len Neigung.

Text: NQB/Giuseppe Nardi
Bild: Nuo­va Bus­so­la Quotidiana

46 Kommentare

  1. Ich fin­de es schon sehr kuri­os, wenn hoch­an­ge­se­he­ne sog. Kar­di­nä­le, Prin­zen der Kir­che, etwas davon säu­seln, wie Homo­se­xu­el­le doch lit­ten und dass deren angeb­li­che Rech­te so mit Füßen getre­ten wür­den. Das geschieht auch mit Dul­dung von oben (nicht von ganz oben), täuscht euch nicht. Wenn ich Papst wäre, wür­den die­se Emi­nen­zen das ein­mal sagen und es dann zurück­neh­men oder exkom­mu­ni­ziert, öffent­lich und für alle sicht­bar. Homo­se­xua­li­tät ist Sünde.

    • Es ist ja wirk­lich völ­lig ver­rückt. Kein Gesetz ver­bie­tet es Schwu­len und Les­ben zu hei­ra­ten. Die Eigen­schaft „schwul“ oder „les­bisch“ ist ja für kei­ne Per­son akten­kun­dig, sie steht auch nicht im Per­so­nal­aus­weis. Wenn also ein Schwu­ler und eine Les­be vor dem Stan­des­be­am­ten ste­hen, dann weiß die­ser doch gar nicht, wie es um die bestellt ist, wenn sie nur selbst den Mund hal­ten. — Die kön­nen nach der Ehe­schlie­ßung dann ein Kind adop­tie­ren, oder sogar mit einem eige­nen Kind eine glück­li­che Fami­lie grün­den. Und das soll ver­bo­ten sein? Ich ver­steh‘ die Welt nicht mehr!

  2. Mit Ver­laub: Homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen sind nach der­zei­ti­gem Stand der katho­li­schen Leh­re Sün­de. Homo­se­xua­li­tät ist ein Zustand. Zustän­de sind kei­ne Sün­de. Bit­te keh­ren Sie zum Lehr­amt zurück.

    • Ach, der „Zustand“, wie­der­ver­hei­ra­tet nach ver­hei­ra­tet und geschie­den zu sein ist also kei­ne Sün­de? Oder liegt’s dar­an, dass „kei­na­me“ hät­te schrei­ben sol­len: „Sexu­ell geleb­te Homo­se­xua­li­tät ist Sünde“?
      Da aber die Kom­bi­na­ti­on von „nach der­zei­ti­gem Stand“ mit „katho­li­sche Leh­re“ bzw. „Lehr­amt“ für Sie kein Wider­spruch ist, kön­nen Sie sich eine Ant­wort ruhig sparen..

    • „Nach der­zei­ti­gem Stand der katho­li­schen Leh­re“? — Was soll denn das sein? Die Leh­re wech­selt doch ihren „Stand“ nicht!

      Über­haupt ver­ste­he ich nicht, an wen Ihr Posting gerich­tet ist?!

      Und der Schluss­ap­pell: „Keh­ren Sie zum Lehr­amt zurück“ — Wenn sich der Stand der Leh­re ohne­hin jeder­zeit ändern kann, wie Sie sug­ge­rie­ren, dann kann man auch ver­ste­hen, war­um vie­le Pro­gres­si­sten sagen, sie machen schon mal das, was das Lehr­amt dann ohne­hin noch nach­set­zen wird in der Zukunft.

      Ihre Argu­men­te sind rein for­ma­li­stisch, frö­nen einem ver­knö­cher­ten Lega­lis­mus, des­sen Qua­li­tät dar­in besteht, nicht leben­dig zu sein. Aber genau das unter­läuft ja jede Ver­pflich­tung gegen­über dem Ewig-Gültigen.

      Leben­di­ge Auto­ri­tät ist etwas ande­res als die­ses auto­ri­tä­re Gehabe!

      • Das Posting ist an kei­na­me gerich­tet, der die aka­tho­li­sche Mei­nung ver­tritt, Homo­se­xua­li­tät sei eine Sün­de. Ist sie aber nicht. Nach dem — durch­aus wan­del­ba­ren (vgl. die Äuße­run­gen des Lehr­amts zum Zins, zur Skla­ve­rei, zur Emp­fäng­nis­ver­hü­tung, zur Benut­zung der Gabel und Gas­la­ter­ne) — Stand der Leh­re sind ledig­lich homo­se­xu­el­le HANDLUNGEN Sünde.

        • Homo­se­xua­li­tät ist nach dem KKK ein Emp­fin­den, des­sen Ent­ste­hung unge­klärt ist. Sie wird als „Prü­fung“ für den Betrof­fe­nen bezeich­net (KKK 2258). Eine Ver­su­chung eben. Es gilt, die­se Ver­su­chung abzu­weh­ren, weil sie der Schöp­fungs­ord­nung und dem dar­in ver­an­ker­ten Ort der Sexua­li­tät zuwi­der­läuft. Die Vor­stel­lung, man kön­ne gewis­ser­ma­ßen „inwen­dig“ das Schwul­sein pfle­gen und nach außen so tun, als sei man es nicht, ist bestimmt nicht das, was der KKK meint. Immer­hin spricht er in den wei­te­ren Abschnit­ten davon, die­se Ver­su­chung zu überwinden.
          Wenn ich also die­se Nei­gung abweh­re und hin­ter mir las­sen will, ist es nicht falsch, wenn kein­na­me etwas pau­schal sagt, H. sei eine Sün­de. Denn der, der die­se Nei­gung abwehrt, wür­de sich selbst nicht mehr ohne wei­te­res als „Homo­se­xu­el­len“ bezeich­nen. Da ich per­sön­lich eini­ge Men­schen ken­ne, die die­se Nei­gung auf­ge­ge­ben haben und inzwi­schen eine klas­si­sche Ehe füh­ren (übri­gens alles kei­ne Chri­sten!!!), sage ich: es gibt nur Sinn, sich als H. zu bezeich­nen, wenn man die­se Nei­gung auch pflegt und bejaht. Inso­fern kann man sehr wohl von Sün­de sprechen.

          Der blin­de Fleck unse­rer Zeit ist der, dass er Homo­se­xua­li­tät nicht wie ein Phä­no­men behan­delt, das man mit nüch­ter­nem Blick bedenkt. Homo­se­xua­li­tät hat inzwi­schen alle Merk­ma­le eines Mythos. Es ist das moder­ne Mär­chen von der natür­li­chen, gott­ge­woll­ten Homo­se­xua­li­tät, die ganz genau das­sel­be wie die „Hete­ro­se­xua­li­tät“ sei.
          Die Wahr­heit ist, dass der Mensch, je mehr er in Bedräng­nis­se kommt — sei es durch eige­ne oder frem­de Schuld — und sich gehen­lässt, jedem Men­schen, jedem Tier und jedem Gegen­stand gegen­über sexu­el­le Gier emp­fin­den kann. Und die­se „unge­ord­ne­te Gier“ ist, auch bevor sie aus­ge­lebt wird, nach dem KKK schon sünd­haft — auch bei „Hete­ro­se­xua­li­tät“. Wir sol­len nie­man­den begeh­ren, sagt Jesus. Das allein ist schon Sün­de. Sie ken­nen die Bibelstelle.

          • Taten sind Sün­den, kei­ne — wie Sie zurecht den KKK zitie­ren — in ihrer Ent­ste­hung unkla­ren Veranlagungen.

  3. Wenn man die Heils­ge­schich­te genau betrach­tet und mit den Zei­chen unse­rer Zeit ver­gleicht, so kann man den Schluss zie­hen, dass der wah­re Herr und Gesetz­ge­ber bald auf Sei­ne Wei­se auf die auf­stän­di­schen „Homos“ und ihre Gön­ner und För­de­rer ant­wor­ten wird!
    Mögen sich vor­her noch vie­le bekeh­ren und um Sei­ne Barm­her­zig­keit fle­hen, bevor es zu spät ist!
    Got­tes Ant­wort wird kräf­tig sein und weh tun, aber sie wird wohl kom­men müs­sen, damit nicht auch die, die rei­nen Her­zens sind, in den Sog des Sün­den­stru­dels geraten!

    • Leo; es ist aber lei­der zu befürch­ten, dass der aller­nied­rig­ste schon die Kir­che von innen her­aus mit dem Gehor­sam gegen­über den Hir­ten (und hier mei­ne ich nicht nur den Hei­li­gen Stuhl) die sich schon lan­ge in Wöl­fe gewan­delt haben, wei­ter unter­höllt und so die­se mas­siv geschwächt wird (Sie kann zum Bei­spiel den Gro­ßen Auf­trag Got­tes unse­res Herrn nicht mehr folgen).

      Und solan­ge aus dem bereits seit län­gern Exi­stie­ren­den „Gei­sti­gen Schis­ma“ kein „kör­per­li­ches Schis­ma“ wird, kön­nen die Fein­de Got­tes unse­res Herrn und sei­ner Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che, wei­ter­hin wie toll­wü­ti­ge Wöl­fe in der Schaf­s­her­de Got­tes unse­res Herrn wil­dern und die See­len unse­rer Brü­der und Schwe­stern in die ewi­ge Ver­damm­nis füh­ren. Und vie­len fehlt ein­fach die katho­li­sche Bil­dung und das katho­li­sche Ver­ständ­nis um die­ses Wir­ken der Hel­fers­hel­fer des aller­nied­rig­sten zu erkennen.

      11 Mai 2010 Papst Bene­dikt XI in Fatima:
      „Die größ­te Ver­fol­gung der Kir­che kommt nicht von den äuße­ren Fein­den, son­dern erwächst aus der Sün­de in der Kirche“

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • Ja genau, wir sind dank­bar, dass die­ses ein­mal so klar aus­ge­spro­chen wird. Gott lässt sei­ner bekannt­lich nicht spot­ten. Sei­ne Ant­wort an die Homo-Frei­mau­rer-Lob­by wird rusti­kal sein. Wie sei­ner­zeit vor acht Jah­ren in New Orleans, wozu sei­ner­zeit der höchst­ehr­wür­di­ge zum Bischof ernann­te und dann von der Homo­lob­by weg­ge­mobb­te H.H. Ger­hard Maria Wag­ner das Nöti­ge gesagt hat.

  4. Gut gemeint, aber der nach­fol­gen­de Satz stimmt nicht! Da heißt es im Bei­trag: „Kei­nes­wegs jeder Kir­chen­ver­tre­ter, der sich die ein­gangs erwähn­te For­mel zu eigen macht, hat selbst homo­se­xu­el­le Ten­den­zen.“ Selbst­ver­ständ­lich haben die­se Kir­chen­ver­tre­ter homo­phi­le Ten­den­zen. Da geht es aus­schließ­lich um sym­pa­thi­sie­ren­de Gefüh­le, die man selbst nicht aus­le­ben konn­te oder denen man selbst nicht nach­ge­ben durf­te. Mit die­sem sog. Ver­ständ­nis läßt man aus dem eige­nen „Kes­sel“ ein­fach etwas Druck ab, zumal das ver­bal gut ver­packt auch noch ratio­nal gut klingt. Kommt ja inzwi­schen auch gut an. Machen wir uns aber nichts vor: Wie haben wir pro­ste­stiert, weil mehr oder min­der wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en zu behaup­ten wag­ten, bis zu 30 Pro­zent der katho­li­schen Prie­ster sei­en womög­lich schwul. Mei­ne Beob­ach­tun­gen haben mich inzwi­schen weit mehr erschüt­tert. So wür­de ver­mut­lich kaum einer mehr heu­te offen behaup­ten, hin­ter den und im Umfeld der vati­ka­ni­schen Mau­ern gäbe es nicht in einem erkle­kli­chen Umfang so etwas wie homo­se­xu­el­le Seil­schaf­ten. Das ist ein­fach alles erschreckend. Und weil das so ist, ist es auch kein Wun­der, daß aus dem Umfeld des Vati­kans inzwi­schen sol­che idio­ti­schen Über­le­gun­gen kom­men. Sage mir einer, wohin das alls noch führt!

  5. KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

    ERWÄGUNGEN ZU DEN ENTWÜRFEN
    EINER RECHTLICHEN ANERKENNUNG
    DER LEBENSGEMEINSCHAFTEN
    ZWISCHEN HOMOSEXUELLEN PERSONEN

    „4. 
    Es gibt kei­ner­lei Fun­da­ment dafür, 
    zwi­schen den homo­se­xu­el­len Lebensgemeinschaften 
    und dem Plan Got­tes über Ehe und Fami­lie Ana­lo­gien herzustellen, 
    auch nicht in einem wei­te­ren Sinn. 
    Die Ehe ist heilig, 
    wäh­rend die homo­se­xu­el­len Bezie­hun­gen gegen das natür­li­che Sit­ten­ge­setz verstoßen. 
    Denn bei den homo­se­xu­el­len Hand­lun­gen bleibt « die Wei­ter­ga­be des Lebens […] beim Geschlechts­akt aus­ge­schlos­sen. Sie ent­sprin­gen nicht einer wah­ren affek­ti­ven und geschlecht­li­chen Ergänzungsbedürftigkeit. 
    Sie sind in kei­nem Fall zu bil­li­gen ».(4)
    [.…]

    7. 
    Den homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten feh­len ganz und gar die bio­lo­gi­schen und anthro­po­lo­gi­schen Fak­to­ren der Ehe und der Familie, 
    die ver­nünf­ti­ger­wei­se eine recht­li­che Aner­ken­nung sol­cher Lebens­ge­mein­schaf­ten begrün­den könnten. 
    Sie sind nicht in der Lage, auf ange­mes­se­ne Wei­se die Fort­pflan­zung und den Fort­be­stand der Mensch­heit zu gewährleisten.
    Ein even­tu­el­ler Rück­griff auf die Mit­tel, die ihnen durch die neue­sten Ent­deckun­gen im Bereich der künst­li­chen Fort­pflan­zung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, wäre nicht nur mit schwer­wie­gen­den Män­geln an Ach­tung vor der mensch­li­chen Wür­de behaftet,(15) son­dern wür­de die­se ihre Unzu­läng­lich­keit in kei­ner Wei­se beheben. 

    „Den homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten fehlt auch gänz­lich die ehe­li­che Dimen­si­on, wel­che die mensch­li­che und geord­ne­te Form der geschlecht­li­chen Bezie­hun­gen ausmacht.
    Sexu­el­le Bezie­hun­gen sind mensch­lich, wenn und inso­weit sie die gegen­sei­ti­ge Hil­fe der Geschlech­ter in der Ehe aus­drücken und för­dern und für die Wei­ter­ga­be des Lebens offen bleiben.

    Wie die Erfah­rung zeigt, schafft das Feh­len der geschlecht­li­chen Bipo­la­ri­tät Hin­der­nis­se für die nor­ma­le Ent­wick­lung der Kinder, 
    die even­tu­ell in sol­che Lebens­ge­mein­schaf­ten ein­ge­fügt werden. 
    Ihnen fehlt die Erfah­rung der Mut­ter­schaft oder der Vaterschaft.
    Das Ein­fü­gen von Kin­dern in homo­se­xu­el­le Lebens­ge­mein­schaf­ten durch die Adop­ti­on bedeu­tet fak­tisch, die­sen Kin­dern Gewalt anzutun 
    in dem Sinn, dass man ihren Zustand der Bedürf­tig­keit aus­nützt, um sie in ein Umfeld ein­zu­füh­ren, das ihrer vol­len mensch­li­chen Ent­wick­lung nicht för­der­lich ist. 
    Eine sol­che Vor­gangs­wei­se wäre gewiss schwer­wie­gend unsitt­lich und wür­de offen einem Grund­satz wider­spre­chen, der auch von der inter­na­tio­na­len Kon­ven­ti­on der UNO über die Rech­te der Kin­der aner­kannt ist. Dem­ge­mäß ist das ober­ste zu schüt­zen­de Inter­es­se in jedem Fall das Inter­es­se des Kin­des, das den schwä­che­ren und schutz­lo­sen Teil ausmacht.“

  6. Es ist aus einem dies­sei­tig anthro­po­lo­gi­schen Den­ken nicht begründ­bar, dass die schwe­re Sün­de der wider­na­tür­li­chen Unzucht vom Rei­che Got­tes aus­schließt und in die ewi­ge Ver­damm­nis führt. Die Begrif­fe der Sün­de und des Got­tes­reichs set­zen die Exi­stenz des Über­na­tür­li­chen vor­aus, die von den Ver­fech­tern des Homo­se­xes in der Regel negiert wird. Die­se argu­men­tie­ren viel­mehr exi­stenz­phi­lo­so­phisch, indem sie eine vor­ge­ge­be­ne, näm­lich gott­ge­schaf­fe­ne Natur des Men­schen bestrei­ten und behaup­ten, der Mensch defi­nie­re selbst sei­ne Natur. Der Mensch selbst kön­ne auto­nom und frei ent­schei­den, ob Homo­sex für ihn gut sei oder nicht. Hier kann man nur uti­li­ta­ri­stisch gegen­ar­gu­men­tie­ren, wenn man die gött­li­che Offen­ba­rung außer Acht lässt. Das End­ziel des Men­schen ist aber nicht sein irdi­sches indi­vi­du­el­les und sozia­les Wohl­be­fin­den (das von Chri­sten und NIcht­gläu­bi­gen z.B. im Hin­blick auf das Sexu­al­ver­hal­ten ver­schie­den und teil­wei­se sogar gegen­sätz­lich bestimmt wird). Das End­ziel des Men­schen ist es, über­na­tür­lich erho­ben und des Rei­ches Got­tes teil­haf­tig zu werden.
    Inso­fern gibt es in der heu­ti­gen gei­sti­gen Aus­ein­an­der­set­zung kei­ne ein­heit­li­che phi­lo­so­phi­sche Anthro­po­lo­gie. Es ist zwar rich­tig, dass tra­di­tio­nell natur­recht­lich betrach­tet der Homo­sex dem Men­schen und dem Zusam­men­le­ben des Men­schen scha­det und des­halb ver­werf­lich ist. Doch dürf­te die­se Begrün­dung heu­te zu schwach sein, um der Aggres­si­on des poli­ti­schen Homo­se­xua­lis­mus stand­zu­hal­ten. Das zeigt ja das Ergeb­nis der aktu­el­len Bertelsmann-Umfrage.
    Nein, die Kir­che muss schlicht und ein­fach sagen: Leu­te, wenn ihr euch nicht zu Jesus Chri­stus bekehrt und nicht von euren schwe­ren Sün­den: Mord, Unzucht, Göt­zen­dienst, Lüge usw. usf. abwen­det, wer­det ihr nicht in das Reich Got­tes ein­ge­hen, son­dern in die ewi­ge Ver­damm­nis geworfen.

    • Mit mei­nem Kom­men­tar will ich nicht den Wert der natur­recht­li­chen Argu­men­ta­ti­on bestrei­ten, wie sie in dem Arti­kel oben unter­stri­chen wird.
      Dazu gibt es auch einen guten Arti­kel mit Aus­schnit­ten aus lei­der fast ver­ges­se­nen kirch­li­chen Stel­lung­nah­men auf http://www.kath-info.de/homo.html.
      Es geht mir dar­um, einer ein­sei­ti­gen dies­seits-huma­ni­sti­schen Ten­denz in der heu­ti­gen Ver­kün­di­gung ent­ge­gen­zu­wir­ken, die die über­na­tür­li­che Sen­dung der Kir­che zum ewi­gen Heil der See­len vernachlässigt.

      • Ich hal­te Ihre Unter­schei­dung zwi­schen der natur­recht­li­chen Argu­men­ta­ti­on und der über­na­tür­li­chen Sen­dung der Kir­che zum ewi­gen Heil der See­len für ent­schei­dend wichtig.
        Lei­der ist die­se Ver­nach­läs­si­gung der Ver­kün­di­gung des ewi­gen Heils nicht nur das Haupt­pro­blem oder die Haupt­sün­de der Kir­che von heu­te und sie beschränkt sich auch nicht auf unser The­ma hier, so geeig­net das The­ma auch ist, die­se Ver­nach­läs­si­gung darzustellen.
        Rein­hard Raf­falt hat Papst Pius XII. als den letz­ten „escha­to­lo­gi­schen Papst“ bezeichnet.
        Mit dem II. Vati­ka­num wur­de das Ziel der „brü­der­li­chen Ein­heit der Mensch­heit“ so her­vor­ge­ho­ben, dass die eigent­li­che Auf­ga­be der Kir­che, ihre Daseins­be­rech­ti­gung, mehr und mehr in den Hin­ter­grund getre­ten ist. Wenn das Heil in einer immer voll­kom­me­ne­ren Ent­wick­lung der Mensch­heit in der dies­sei­ti­gen Geschich­te gese­hen wird, wenn die Kir­che von ihrer inner­welt­li­chen Anthro­po­zen­trik nicht las­sen kann, wird sie — weit­ge­hend — zu einer Wohl­fühl-Agen­tur ver­kom­men. Die Fra­ge, wofür wir auf Erden sind, wird sie — weit­ge­hend — nicht mehr beant­wor­ten kön­nen. Die Fra­ge nach dem Sinn ihrer Daseins­be­rech­ti­gung wird sich dann stellen.

        • à pro­pos Raf­falt: Habe jetzt, „in die­ser Zeit“, infol­ge die­ses gewal­ti­gen Schocks über die Abdan­kung Papst Bene­dikts, R.s Buch über das Pon­ti­fi­kat Pauls VI. gele­sen — was die­sen Schock (bes­ser: das schie­re Ent­set­zen!) nur noch ver­stärkt hat; mir gin­gen die Augen über, ich war u.a. auch frap­piert über die ersten 2o, 3o Sei­ten, über den Beginn jenes Pon­ti­fi­kats — unglaub­lich, die Par­al­le­len zu heu­te, zum Beginn *die­ses* Pon­ti­fi­kats. Kann das Buch nur sehr emp­feh­len, mir wur­den (auch mas­siv-poli­ti­sche) Zusam­men­hän­ge klar (P.s „Ost­po­li­tik“!), die ich vor­her nicht auch nur „zar­te­stens“ erahnt hät­te (zumal ich jene Zei­ten eh noch nicht bewußt erlebt hab; an Paul VI. kann ich mich kaum erin­nern); man kriegt das Buch (wohl) noch anti­qua­risch. — Dann „das ganz dicke Buch“ — ‚Damit die Kir­che fort­be­stehe‘, par­al­lel dazu, vor allem die ganz frü­hen Ein­schät­zun­gen des Erz­bi­schofs bezügl. der („Erst“-) Aus­wir­kun­gen des Kon­zils, der Brief an Otta­via­ni von 1966[sic! so früh schon …], wie klar er gese­hen hat, wo das enden wird — und er hat auf der gan­zen Linie Recht behal­ten!!! Erschreckend, das …

          • … ja, und wenn man sich dann noch de Matt­eis Buch über das Kon­zil und das von Gher­ar­di­ni „rein­zieht“ (alles „par­al­lel“, und viel zu schnell; muß das noch­mal … ganz in Ruhe^^), dann ist man aber wirk­lich KOMPLETT & rest­los des­il­lu­sio­niert & bedient … dann braucht man „zur inne­ren Sta­bi­li­sie­rung“ an Theo­lo­gi­schem unbe­dingt sowas wie Gih­rs ‚Hei­li­ges Meß­op­fer‘ … oder den (immer noch) guten, alten Cate­chis­mus Roma­nus oder BXVI, „zu Selbst­schutz­grün­den“ 😉 … obwohl einem dadurch der gewal­ti­ge Ver­lust, die­ser völ­li­ge Zusam­men­bruch, ja nur noch deut­li­cher vor Augen geführt wird [seufz] .….

    • Ich gebe Ihnen recht, dass ange­sichts der zeit­ge­nös­si­schen Men­ta­li­tät eine rein natur­recht­li­che Begrün­dung nicht mehr über­zeu­gen kann.
      Es fehlt die Refle­xi­on des Mann- und Frau­sein als Cha­ris­ma, als leuch­ten­des Cha­ris­ma: das inein­an­der ver­wo­be­ne Mann- und Frau­sein ist leben­di­ges, mensch­li­ches Abbild des leben­di­gen Gottes!

      Es ist sicher­lich rich­tig, die Ehe als ein­zi­gen Ort der sexu­el­len Bezie­hung rein zu hal­ten — die sexu­el­le Ein­heit der Ehe bil­det die Ein­heit Jesu mit der Kir­che ab!
      Aber es ist ver­säumt wor­den, die gene­rel­le und inni­ge Bezo­gen­heit der Geschlech­ter in der gesam­ten Lebens­welt und in der Heils­ge­schich­te auf­zu­zei­gen. Nur dann ver­steht man, war­um Jesus als Mann, war­um er nur durch das Ja einer Frau ins Fleisch kam und was das alles mit der guten Schöp­fung Got­tes einer­seits, mit der Gefal­len­heit ders Men­schen ande­rer­seits zu tun hat und kein Zufall ist!
      Die Kir­che hat in der Ver­gan­gen­heit eher das Bild abge­ge­ben, dass die Geschlecht­lich­keit in der Ehe leuch­tet, anson­sten aber „über­gan­gen“ wird. Das konn­te soweit gehen, dass man vor allem in den Orden jede bevor­zu­gen­de Lie­be zwi­schen Men­schen als Kon­kur­renz zur Got­tes­lie­be betrach­tet und zurück­ge­drängt hat. Der Ordens­mann, die Ordens­frau soll­te irgend­wie „alle gleich“ lieben.
      So sehr dies etwas Wah­res erfasst, über­for­dert und ver­biegt es doch die mensch­li­che Ver­fasst­heit, in der nie­mand alle gleich und höchst distan­ziert lie­ben kann.
      Von Jesus wird berich­tet, dass er ein­zel­ne in indi­vi­du­el­ler und beson­de­rer Wei­se geliebt hat: Johan­nes, Maria von Betha­ni­en und ihre Geschwi­ster, den rei­chen Jüng­ling etc. Und mit Sicher­heit berück­sich­tig­te sei­ne keu­sche und gewiss nicht sexu­ell getön­te Lie­be eben doch auch, ob er einen Mann oder eine Frau geliebt hat.
      Der Schatz, der hier ver­bor­gen liegt, wur­de von der Kir­che wie gesagt weit­ge­hend über­se­hen — von Aus­nah­men abge­se­hen: das Phä­no­men der geist­li­chen Freund­schaft durch­zieht die Geschich­te bis heute

      Die graue Sexua­li­sie­rung jeg­li­cher Lie­be muss aufhören!!

      • Und ach ja: unser Cha­ris­ma als Mann oder Frau ist aus­ge­rich­tet auf das escha­to­lo­gi­sche Ziel, dem die Kir­che entgegengeht.

        Die­se graue, öde, sexua­li­sier­te Gleich­ma­che­rei geht Hand in Hand mit dem Ver­lust einer über­na­tür­li­chen escha­to­lo­gi­schen Perspektive!

      • Schön gesagt — ein Schatz … ja, ich glaub, genau dar­um geht’s …! Und wie, glaub, Leo­ne letz­tens schrieb, eben dar­um geht’s wohl gera­de ‚in jener Sze­ne‘ meist genau nicht: nur Ober­flä­che, „Fleisch“, Aus­se­hen, „Kla­mot­ten“, Par­ty, Geld, auch Macht … — VANITAS VANITATUM. So spie­gelt auch jene ‚Sze­ne‘ nur kon­se­quen­ter­wei­se die­se Welt wie­der, im Klei­nen & damit viel­leicht fokus­sier­ter, so wie sie wirk­lich ist; fragt sich nur, wie lan­ge das noch „gut geht“ .….

  7. „Vati­kan­spre­cher Lom­bar­di schließt sich ‚Homo-Par­tei‘ an“. Was ist das wie­der für eine absur­de Nachricht?
    Es ist auf der gan­zen Welt üblich, auch in den ver­ru­fen­sten Bana­nen­re­pu­bli­ken, dass der Regie­rungs­spre­cher als Per­son hin­ter sei­nem Amt zurück­tritt und aus­schließ­lich die Mei­nung des Staats­chefs oder der Regie­rung wie­der­gibt. Bis zu Bene­dikt XVI. war das im Vati­kan selbst­ver­ständ­lich. Der Staat Vati­kan­stadt, win­zig, aber stil­si­cher, ein Muster an Seriö­si­tät, war vor­bild­lich, was diplo­ma­ti­sche For­men anbetraf.
    Was ist jetzt? Das Cha­os ist zum Pro­gramm erho­ben wor­den. In wes­sen Namen spricht P. Lom­bar­di SJ? Im Namen des Pap­stes? Müss­te man anneh­men, wenn man die Posi­ti­on des Vati­kan­spre­chers ernst nimmt.
    Na ja, der Papst wohnt im Hotel. Viel­leicht über­legt er ja noch, ob er sein Amt wirk­lich anneh­men will.
    Und die pro­gres­si­ven Kir­chen­für­sten las­sen raus, was sie wirk­lich denken.Wo sind eigent­lich die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen vati­ka­ni­schen Prä­la­ten, die Bischof Fel­lay so viel Hoff­nung ein­flöß­ten, mit Rom sei ein Abkom­men zu schlie­ßen, das den Fort­be­stand der FSSPX in der Kir­che garan­tiert? Wo sind sie, wer hört ihre Stim­me? Wo sind die „Ratz­in­ge­ria­ner“, um die so viel Auf­he­bens gemacht wur­de vor dem Kon­kla­ve? Wie vom Erd­bo­den verschluckt.

    • Wo sie sind, die „Ratz­in­ge­ria­ner“?? Nun, da wo sie immer waren. Da die Hälf­te der Kar­di­nä­le Ratz­in­ge­ria­ner sind haben sie alle Ber­go­glio zum Papst gewählt. Sie sind nicht von irgend­wel­chen „moder­ni­sti­schen“ Kar­di­nä­len (die es eh so gut wie gar nicht gibt, denn genau genom­men sind alle Kar­di­nä­le Ratz­in­ge­ria­ner, da ja auch JP II theo­lo­gisch ein rei­ner Ratz­in­ge­ria­ner war!) ver­gif­tet worden.

    • „Na ja, der Papst wohnt im Hotel. Viel­leicht über­legt er ja noch, ob er sein Amt wirk­lich anneh­men will.“

      Köst­lich, cup­pa! So ähn­lich ging mir das auch schon durch den Kopf.

      • Mat­thew 8:20 Und Jesus spricht zu ihm: Die Füch­se haben Höh­len und die Vögel des Him­mels Nester, aber der Sohn des Men­schen hat nicht, wo er das Haupt hinlege.

  8. In den von Papst Johan­nes-Paul II. appro­bier­ten Erwä­gun­gen der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on zur Ehe ist doch alles gesagt:

    4. … Die Ehe ist hei­lig, wäh­rend die homo­se­xu­el­len Bezie­hun­gen gegen das natür­li­che Sit­ten­ge­setz ver­sto­ßen. Denn bei den homo­se­xu­el­len Hand­lun­gen bleibt « die Wei­ter­ga­be des Lebens […] beim Geschlechts­akt aus­ge­schlos­sen. Sie ent­sprin­gen nicht einer wah­ren affek­ti­ven und geschlecht­li­chen Ergän­zungs­be­dürf­tig­keit. Sie sind in kei­nem Fall zu billigen »

    Homo­se­xu­el­le Bezie­hun­gen wer­den « in der Hei­li­gen Schrift als schwe­re Ver­ir­run­gen ver­ur­teilt… (vgl. Röm 1,24–27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10). Die­ses Urteil der Hei­li­gen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an die­ser Ano­ma­lie lei­den, per­sön­lich dafür ver­ant­wort­lich sind, bezeugt aber, dass die homo­se­xu­el­len Hand­lun­gen in sich nicht in Ord­nung sind ».(5) Die­ses mora­li­sche Urteil, das man bei vie­len kirch­li­chen Schrift­stel­lern der ersten Jahrhunderte(6) fin­det, wur­de von der katho­li­schen Tra­di­ti­on ein­mü­tig angenommen.

    Nach der Leh­re der Kir­che ist den Män­nern und Frau­en mit homo­se­xu­el­len Ten­den­zen « mit Ach­tung, Mit­leid und Takt zu begeg­nen. Man hüte sich, sie in irgend­ei­ner Wei­se unge­recht zurück­zu­set­zen ».(7) Die­se Per­so­nen sind wie die ande­ren Chri­sten geru­fen, ein keu­sches Leben zu führen.(8) Aber die homo­se­xu­el­le Nei­gung ist « objek­tiv unge­ord­net »,(9) und homo­se­xu­el­le Prak­ti­ken gehö­ren « zu den Sün­den, die schwer gegen die Keusch­heit ver­sto­ßen ».(10)

    8… Die homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten erfül­len auch nicht in einem wei­te­ren ana­lo­gen Sinn die Auf­ga­ben, deret­we­gen Ehe und Fami­lie eine eige­ne qua­li­fi­zier­te Aner­ken­nung ver­die­nen. Es gibt jedoch gute Grün­de zur Annah­me, dass die­se Lebens­ge­mein­schaf­ten für die gesun­de Ent­wick­lung der mensch­li­chen Gesell­schaft schäd­lich sind, vor allem wenn ihr tat­säch­li­cher Ein­fluss auf das sozia­le Gewe­be zuneh­men würde.

  9. Wenn das so wei­ter­geht, dann tre­te ich aus der katho­li­schen Kir­che aus. Und man­che, die ich ken­ne, wer­den es mir gleichtun.

    • Ja, aber bit­te nicht überstürzen.
      Vor Chri­stus ist ein sol­cher Schritt m.E. erst dann zu ver­ant­wor­ten, wenn unwi­der­leg­bar offen­kun­dig ist, dass die Amts­kir­che nicht mehr sei­ne Kir­che ist, etwa weil sie kei­ne gül­ti­gen Sakra­men­te mehr hat.
      Dann darf man nicht nur, dann muss man aus­tre­ten und sich der wah­ren Kir­che anschlie­ßen, die dann wahr­schein­lich nur im Unter­grund wei­ter­lebt, die Kata­kom­ben­kir­che der End­zeit, die Kin­der der Frau, die mit ihr vor dem Dra­chen in die Wüste fliehen.
      Die­se Situa­ti­on ist jetzt aber nicht gege­ben — obwohl alles dar­auf hin steuert.

      • Ich glaub‘, Katho­li­kin meint eher die Kör­per­schaft öffent­li­chen Rechts in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. In der bin ich auch nicht mehr zah­len­des Mit­glied. Vor Jah­ren, als ich noch in der „Amts­kir­che“ prak­ti­zier­te, habe ich mich bei einem Prä­la­ten, der Vor­sit­zen­der der diö­ze­sa­nen Cari­tas war, beschwert, dass die Cari­tas mit Pro­Fa­mi­lia u.a. zusam­men eine Kodom-Kam­pa­gne für Schü­ler ab 12 Jah­ren offen pro­pa­gier­te. Er hat mich zu einem Gespräch ein­ge­la­den und ver­sucht, mir bei Kaf­fee und Kek­sen zu erklä­ren, dass die Cari­tas doch nicht Teil der Katho­li­schen Kir­che wäre und völ­lig unab­hän­gig von der Diö­ze­se agie­ren könn­te, weil sie ein „Ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein“ wäre. Als ich 2006 mei­nen Kir­chen­steu­er­bei­trag nicht mehr an die Diö­ze­se über­wei­sen woll­te, bin ich mit dem Hin­weis auf die­ses bezeug­ba­re Gespräch aus der Kör­per­schaft „Katho­li­sche Kir­che“ aus­ge­tre­ten, die sich anschei­nend auch immer dann nicht nicht für einen Teil der Katho­li­schen Kir­che hält, wenn es den Bischö­fen gera­de passt. Kir­chen­recht­lich gibt es die­se näm­lich genau­so­we­nig wie den Cari­tas-Ver­band und solan­ge ich die Kir­che nach­weis­lich dort unter­stüt­ze, wo sie katho­lisch agiert, kann man nicht behaup­ten, dass ich aus „DER Kir­che“ aus­ge­tre­ten wäre. Dar­auf­hin gab es noch ein paar Sit­zun­gen mit dem wut­schnau­ben­den dama­li­gen Gene­ral­vi­kar und seit­her habe ich mei­ne Ruhe und ein ruhi­ges Gewissen.

  10. Das Maß ist lang­sam voll. In Eng­land wur­de ein Leh­rer, Robert Haye, vom Schul­dienst sus­pen­diert, weil, in Bean­wor­tung einer Schü­ler­fra­ge, erklär­te, Homo­se­xua­li­tät sei eine Sün­de. Die Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus, vor der Papst Bene­dikt so ein­dring­lich warn­te, hat mitt­ler­wei­le alle Skru­pel abge­legt. Ich fin­de es uner­hört, wenn katho­li­sche Prä­la­ten sich, unge­fragt, zu die­ser Zeit, und in die­ser, ver­harm­lo­sen­den, Wei­se zum The­ma homo­se­xu­el­le Part­ner­schaf­ten äussern. Sie fal­len ihren christ­li­chen Mit­brü­dern, die drau­ssen in der Welt die Leh­re Chri­sti ver­tei­di­gen, in den Rücken, statt sie zu bestär­ken. Und der Papst schaut zu, läßt gewäh­ren, pre­digt unab­läs­sig über die stets glei­chen The­men („arme Kir­che“, und so). Und die Ratz­in­ge­ria­ner, ja wo sind sie? Ihnen hat­te es wohl die Spra­che ver­schla­gen (Aus­nah­me Kar­di­nal Bur­ke), aber mitt­ler­wei­le soll­ten sie doch wie­der zu sich gekom­men sein. Sprecht doch end­lich Klar­text, unter­stützt eure Brü­der! Dazu seid ihr da! Ich kann ver­ste­hen, dass man­che von uns an der kirch­li­chen Hier­ar­chie ver­zwei­feln. Die Zeit ist gkom­men zu han­deln (zu beten sowieso).

  11. Ich fass’ es nicht: 70 Pro­zent der deut­schen Katho­li­ken begrü­ßen die Homo-„Ehe“!!! (Bertelsmann-„Religionsmonitor“)
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article115664989/Jeder-Zweite-haelt-den-Islam-fuer-eine-Bedrohung.html:

    Bei der Fra­ge, ob Homo­se­xu­el­le hei­ra­ten dür­fen soll­ten, gibt es unter Mus­li­men zwar deut­lich weni­ger Zustim­mung (48 Pro­zent) als bei Katho­li­ken und Pro­te­stan­ten (70 und 78 Pro­zent) sowie den Kon­fes­si­ons­lo­sen (87 Pro­zent), aber den­noch spricht sich fast jeder zwei­te Mus­lim dafür aus. 

  12. Dies ist eine Dis­kus­si­on, die es nicht geben dürf­te. Die Kir­che, ihre Die­ner, haben die Pflicht die Gebo­te Got­tes, gele­gen oder unge­le­gen den Gläu­bi­gen zu pre­di­gen. Eine psy­cho­lo­gi­sche Ein­fühl­sam­keit von see­li­schen Zustän­den, die durch unge­ord­ne­te Nei­gun­gen ent­ste­hen, gehört nicht zu ihrem Auf­trag. Sie hat auch nicht die Berech­ti­gung, Gebo­te Got­tes zu rela­ti­vie­ren. Alle müs­sen die Gebo­te Got­tes hal­ten, wer sie nicht hält ist Sün­der und muß sich bekeh­ren, sonst kommt er in die Höl­le. — Im übri­gen, u.a. ist Homo­se­xua­li­tät ein siche­res Zei­chen, daß es mit einer Zivi­li­sa­ti­on zu Ende geht. Wie sich Homo­se­xua­li­tät in ihrem End­sta­di­um zeigt, dar­über gibt 1. Mos. 19, 1 — 10 erschöp­fend Auskunft.

    • Wir wol­len im katho­li­schen Bereich die Bibel kor­rekt abkür­zen, es muss hei­ßen Gen 19,1–10. Nach der von Pius XII. vor­ge­schrie­be­nen Metho­de der histo­risch-kri­ti­schen Exege­se (vgl. Divi­no aff­lan­te spi­ri­tu) muss man aller­dings sagen, dass dort wohl nicht Homo­se­xua­li­tät oder homo­se­xu­el­le Prak­ti­ken, son­dern der Ver­stoß gegen das Gast­recht das Pro­blem ist.

      • Die „histo­risch-kri­ti­sche Metho­de“ zeich­net sich in ihrer Pra­xis dadurch aus, dass sie ihre Hypo­the­sen so schnell ändert, wie die mei­sten Men­schen in unse­ren Brei­ten­gra­den ihre Wäsche wechseln…

        • Vin­cen­ti­us! Ich bin Ihnen außer­or­dent­lich dank­bar für den Hin­weis, wie man die Bibel KORREKT abkürzt. Ein wohl unter­rich­te­ter Katho­lik weiß ja sonst gar nicht, was 1. Mos. ist. Über­haupt muß man sagen, Sie sind eine umfang­reich unter­rich­te­te Per­son. Nach der von Pius XII. vor­ge­schrie­be­nen Metho­de der histo­risch-kri­ti­schen Exege­se (vgl. Divi­no aff­lan­te spi­ri­tu) sind also die Bewoh­ner von Sodom wegen Ver­let­zung des GASTRECHTES umge­kom­men. Wenn das damals so, expres­sis ver­bis, for­mu­liert wur­de, dann fin­de ich das im Zusam­men­hang mit der heu­ti­gen Dis­kus­si­on um den Kom­plex Homo­se­xua­li­tät sehr spannend.

          • Inwie­fern soll das span­nend sein? Homo­se­xu­el­le Prak­ti­ken sind in Gen 19 ver­mut­lich gar nicht ange­spro­chen — nur (und das ist erheb­lich) die Ver­let­zung des Gastrechtes.

          • Ihr mephi­sto­phe­li­scher Drang ist ver­blüf­fend. Was bedau­erns­wert ist, da Sie mit Ihrem Wis­sen viel Gutes tun könnten.
            Zur besag­ten Stel­le Gene­sis 19: Wer lesen kann, der lese, es genügt die Hei­li­ge Schrift zur Hand zu nehmen.

          • Das kann ich nur emp­feh­len. In Gen 19 steht: Führ die Frem­den her­aus, wir wol­len sie erken­nen. Das kann, muss aber abso­lut nicht sexu­ell kon­no­tiert sein.
            Ich wer­de Sie sicher nicht der Teu­fe­lei zei­hen. Ich bin katho­lisch und las­se mich dar­in nicht erschüttern.

          • Das „Erken­nen“ ist in der Schrift ganz klar und ein­deu­tig sexu­el­les Handeln
            „Wie soll das gesche­hen, da ich kei­nen Mann erkenne?“
            Adam erkann­te Eva und sie gebar …

          • Das hebräi­sche jada‘ kann, muss aber kei­nes­wegs „Koitus haben“ bedeu­ten. Von „klar und deut­lich“, wie Sie das nen­nen, ist das weit weg.

        • Nun, ich hof­fe, Sie wis­sen auch, dass die Alle­go­re­se, die vie­le Kir­chen­vä­ter pfleg­ten, sich durch eine hohe Band­brei­te an unter­schied­li­chen und ein­an­der wider­spre­chen­den Aus­le­gun­gen aus­zeich­ne­te. Gegen vie­le und unter­schied­li­che Hypo­the­sen ist auch nichts ein­zu­wen­den. Das gehört zur ernst­zu­neh­men­den Wis­sen­schaft dazu. Papst Pius XII. hat das auch so gese­hen. Dann kann das wohl nicht schlecht sein, oder?

  13. Noch ein Nach­trag: Man soll­te sich mal mit den Schrif­ten des muti­gen Prie­sters Ari­el Ste­fa­no Levi di Gual­do befas­sen. Er war Prie­ster in Rom. Er berich­tet: „Als ich dem Vika­ri­at von Rom mit Bewei­sen und Zeu­gen zur Anzei­ge brach­te, daß sich ein Pfar­rer mit Geld der Kir­che einen Grup­pe von Strich­jun­gen hielt, wur­de ich nicht nur von jener Basi­li­ka ent­fernt, son­dern mir wur­de sogar das Celeb­ret für die Diö­ze­se Rom entzogen.“

    • Gibt es dafür hieb — und stich­fe­ste Bewei­se? Wenn ja, wäre es ein Skandal.

      2010 hat ja mal ein under­co­ver in Rom ermit­teln­der Jour­na­list Ähn­li­ches berich­tet mit schockie­ren­den Details.

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