Papst Franziskus und die „überhitzten Erwartungen“ — Progressive Ernüchterungen?

Päpste und der Fußballer Zanetti: Progressive Vatikanist John Allen sieht Parallen zwischen den Pontifikaten von Benedikt XVI. und Franziskus und sieht eine implosiionsartige Enttäuschung im progressiven Lager kommen(New York) Von „über­hitz­ten Erwar­tun­gen“, die mit dem neu­en Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus ver­knüpft wer­den, schreibt der Vati­ka­nist John L. Allen jr. im Natio­nal Catho­lic Repor­ter, einer ame­ri­ka­ni­schen Zeit­schrift, die trotz ihres Namens wenig Katho­li­sches an sich hat und sich in einem Dau­er­krieg mit den Bischö­fen und dem Papst­tum befin­det, aber im Gleich­schritt mit den LCWR-Rebel­lin­nen im Rin­gen gegen die Glau­bens­kon­ge­gra­ti­on mar­schiert.

Den­noch sind Allens Arti­kel meist inter­es­sant. Sie leuch­ten Aspek­te eines The­mas aus, die von vie­len „zu schnel­len“ Vati­ka­ni­sten über­se­hen wer­den. Vor allem sind sie ein Seis­mo­graph für Ent­wick­lun­gen in pro­gres­si­sti­schen Tei­len der Kir­che. Der Arti­kel Fran­cis and the risk of over­hea­ted expec­ta­ti­ons kann daher als Lek­tü­re nur emp­foh­len wer­den.

Allen geht von einem all­ge­mein ver­brei­te­ten Ein­druck aus, daß Papst Fran­zis­kus eine deut­li­che Zäsur gegen­über der Ver­gan­gen­heit dar­stellt. Dann aber fügt er hin­zu, daß jene, die sich genau­er an die ersten Tage des Pon­ti­fi­kats von Bene­dikt XVI. erin­nern, nicht umhin kön­nen nach dem ersten Monat des neu­en Pap­stes eini­ge offen­sicht­li­che Par­al­le­len fest­zu­stel­len.

Zwei Pontifikate und spiegelverkehrte Erwartungshaltung an den Rändern?

Der ame­ri­ka­ni­sche Vati­ka­nist macht auf die ersten Auf­trit­te Bene­dikts XVI. auf­merk­sam, als sein dün­ner schwar­zer Pull­over als epo­cha­le Neu­heit begrüßt wur­de und sei­ne ersten Wor­te nach sei­ner Wahl vom „ein­fa­chen und beschei­de­nen Arbei­ter im Wein­berg des Herrn“ mit jubeln­dem Applaus bedacht wur­den. Allen ver­weist auf die „nie zuvor gese­he­nen“ Gesten in den ersten Tagen von Bene­dikts Pon­ti­fi­kat, als er per­sön­lich in sei­ne alte Woh­nung an der Piaz­za Leo­ni­na ging, um sei­ne Kof­fer zu packen und als er an der Tür der neben­an woh­nen­den Klo­ster­frau­en klin­gel­te, um sich von ihnen zu ver­ab­schie­den.

Allen setzt die Son­der­er­laub­nis Bene­dikts XVI. für die sofor­ti­ge Ein­lei­tung eines Selig­spre­chungs­ver­fah­rens für Johan­nes Paul II. mit der Ein­set­zung des neu­en acht­köp­fi­gen Kar­di­nals-Bera­ter­gre­mi­ums durch Papst Fran­zis­kus gleich. Bei­de Ent­schei­dun­gen, so Allen, erfüll­ten jeweils aus­drück­lich von den wäh­len­den Kar­di­nä­len in den Gene­ral­kon­gre­ga­tio­nen vor dem Kon­kla­ve geäu­ßer­te Wün­sche.

Und damit kommt Allen zu den über­stei­ger­ten Erwar­tun­gen, die mit dem neu­en Pon­ti­fi­kat ver­bun­den wer­den, um auch dies­be­züg­lich, bei allen Unter­schie­den, gewis­se Par­al­le­len aus­fin­dig zu machen. Damals unter Bene­dikt XVI. sei­en vor allem vie­le „Tra­di­tio­na­li­sten“ von des­sen Vor­ge­hens­wei­se der klei­nen Schrit­te ent­täuscht gewe­sen. Die von Bene­dikt XVI. ein­ge­lei­te­te „Reform der Reform“ ange­fan­gen bei der Lit­ur­gie ging ihnen viel zu lang­sam. Ganz zu schwei­gen von der Geduld, die Bene­dikt XVI. abwei­chen­den Mei­nun­gen ent­ge­gen­brach­te. Ein Ver­hal­ten, das sich, so Allen, wenig mit dem Kli­schee vom Pan­zer­kar­di­nal in Ein­klang brin­gen ließ und noch weni­ger mit den Hoff­nun­gen der einen und den Befürch­tun­gen der ande­ren, daß die­ser nun durch­grei­fen wer­de.

Bene­dikt XVI. han­del­te jedoch nicht kli­schee­ge­mäß, was nach eini­ger Zeit und trotz fort­dau­ern­der Vor­be­hal­te, gera­de von den Lesern des Natio­nal Catho­lic Repor­ter mit gro­ßer Erleich­te­rung zur Kennt­nis genom­men wur­de. Das­sel­be kann nun, so Allen, unter umge­kehr­ten Vor­zei­chen Papst Fran­zis­kus pas­sie­ren. Von pro­gres­si­sti­schen Krei­sen auf den neu­en Papst pro­ji­zier­te Erwar­tungs­hal­tun­gen kön­nen zu einer implo­si­ons­ar­ti­gen gro­ßen Ent­täu­schung füh­ren.

Die tra­di­tio­na­li­sti­sche Sei­te, die Allen zur per­ma­nen­ten Abwehr­schlacht ver­schanzt im Schüt­zen­gra­ben sieht, fin­det jeden irgend­wie vom Vor­gän­ger abwei­chen­den Schritt von Papst Fran­zis­kus kri­ti­sie­rens­wert und – könn­te man hin­zu­fü­gen — über­sieht dabei, daß die media­le Omni­prä­senz jede klein­ste Geste in die Wohn­zim­mer der gan­zen Welt trägt wie noch bei kei­nem Papst zuvor. Damit wird ein Viel­fa­ches an Din­gen gese­hen, die frü­her wenig oder kei­ne Bedeu­tung hat­ten. Ange­heizt wird die­ses Miß­trau­en in tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Krei­sen vor allem durch den laut­star­ken Jubel von der völ­lig ent­ge­ge­gen­ge­setz­ten Sei­te.

Die Stimmung der „Moderaten“? Nicht-radikale Progressive schwindelig vor Begeisterung. Ihnen drohe große Ernüchterung

Allen schreibt, die Stim­mung der „mode­ra­ten“ Katho­li­ken, wie er sie nennt, ergrün­den zu wol­len, also nicht der Pro­gres­si­sten und nicht der Tra­di­tio­na­li­sten. Die Tra­di­tio­na­li­sten sieht Allen zor­nig und etwas ver­lo­ren in jenem Win­kel schmol­lend, in dem er sie ohne­hin am lieb­sten sieht. Aber auch die Pro­gres­si­sten (Allen meint damit die Moder­ni­sten) sieht der Vati­ka­nist ihre Erwar­tun­gen bereits zurück­schrau­ben. Sie wür­den sich nach den ersten 40 Tagen die­ses Pon­ti­fi­kats nicht mehr viel davon erwar­ten. Dazu hat es nicht viel gebraucht, weil in die­sen Krei­sen eine grund­sätz­li­che Gering­schät­zung der kirch­li­chen Hier­ar­chie und vor allem des Papst­tums vor­herrscht. Ihr kur­zer Flirt mit dem neu­en Pon­ti­fi­kat dien­te mehr der Eigen­wer­bung und dazu, in der Kir­che Zwie­tracht zu sähen.

„Die Mode­ra­ten der katho­li­schen Her­de schei­nen gera­de­zu schwin­de­lig vor Enthu­si­as­mus zu sein, unter ihnen ist die Gefahr über­trie­be­ner Erwa­tun­gen am aku­te­sten“, so Allen.

„Mode­rat“ meint im Sprach­ge­brauch des Natio­nal Catho­lic Repor­ter aller­dings weder die gro­ße Mas­se der mehr oder weni­ger kir­chen­treu­en Durch­schnitts­ka­tho­li­ken noch die Posi­ti­on Bene­dikts XVI. von der „Erneue­rung in der Kon­ti­nui­tät“, son­dern die „gemä­ßig­ten Revo­lu­tio­nä­re“, also den nicht-radi­ka­len Teil des pro­gres­si­ven Flü­gels.

„Mode­rat“ sind für Allen zum Bei­spiel die Unter­stüt­zer der rebel­li­schen Ordens­schwe­stern der LCWR, die Papst Fran­zis­kus bereits auf der Linie Bene­dikts XVI. gemaß­re­gelt und ihre kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung bestä­tigt hat. In die­sem Teil des pro­gres­si­ven Lagers herrscht nun, so der NCR-Vati­ka­nist die Stim­mung vor, daß man dem neu­en Papst „Zeit geben“ muß, dann „wird er ver­ste­hen“, ganz nach dem Mot­to: „Wir kön­nen nicht glau­ben, daß der gute Papst wirk­lich auf der Sei­te der böse Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on steht“. Wäh­rend die radi­ka­len Pro­gres­si­ven das neue Pon­ti­fi­kat laut Allen also bereits abge­schrie­ben haben, wür­den sich die gemä­ßig­te­ren Pro­gres­si­ven noch damit trö­sten, daß der von ihnen beju­bel­te Papst „schon noch“ ihren Traum von einer „ande­ren“ Kir­che ver­wirk­li­chen wer­de.

Allen stellt eine zen­tra­le Fra­ge in den Raum: Wird Papst Fran­zis­kus aus­rei­chend schnell und aus­rei­chend deut­lich han­deln, um die so eupho­ri­schen „Mode­ra­ten“ zufrie­den­zu­stel­len, die sofort einen umfang­rei­chen und detail­lier­ten Kata­log von Wün­schen und Träu­men auf die­ses soeben erst begon­ne­ne Pon­ti­fi­kat pro­ji­ziert haben?

Pontifikat verspreche „nichts Revolutionäres“ — Wer zitiert schon Léon Bloy?

Allen läßt erken­nen, daß er die­se Hoff­nung in das neue Pon­ti­fi­kat nicht teilt, denn das wirk­lich Erstaun­li­che an der Stim­mung der „Mode­ra­ten“ sei, daß unter ihnen „das Miß­trau­en nicht schon Fuß gefaßt hat“. Laut Allen wür­den bestimm­te Wor­te und Schrit­te des neu­en Pap­stes nichts Revo­lu­tio­nä­res ver­spre­chen. Aus den Zei­len ist unschwer zu ent­neh­men, daß er und NCR-Leser­schaft dies zutiefst bedau­ern. Laut dem Vati­ka­ni­sten star­ren alle auf die Gesten des Pap­stes und beju­beln die­se, aber kaum jemand beach­tet des­sen Wor­te. Ent­we­der wer­den sie ein­fach über­hört oder man tue so, als wür­den sie etwas ande­res aus­sa­gen, weil sie Schritt um Schritt das mit der Bekannt­ga­be sei­ner Wahl vir­tu­ell erzeug­te Bild des argen­ti­ni­schen Pap­stes wider­le­gen und damit die vor­ei­li­ge Erwar­tungs­hal­tung bloß­stel­len.

Im letz­ten Teil sei­nes Auf­sat­zes lie­fert Allen eini­ge Zita­te aus Papst­an­spra­chen, um sei­ne The­se „über­hitz­ter“ Erwar­tun­gen, die sich schnell ins Gegen­teil ver­keh­ren könn­ten, zu stüt­zen. Und über­haupt könn­te man Allens Aus­füh­run­gen ergän­zen: Wer zitiert denn schon heu­te Léon Bloy?:

„In sei­ner ersten Pre­digt in der mit den Kar­di­nä­len in der Six­ti­ni­schen Kapel­le am Tag nach sei­ner Wahl zele­brier­ten Mes­se, zitier­te Fran­zis­kus den fran­zö­si­schen Schrift­stel­ler Léon Bloy: ‚Wer nicht zum Herrn betet, betet den Teu­fel an“. Wenn jemand gewollt hät­te, hät­te der Satz als ein spek­ta­ku­lä­rer Man­gel an Takt­ge­fühl gegen­über den Nicht-Chri­sten gese­hen wer­den kön­nen. Stün­den wir einem Papst gegen­über, der beim Amts­an­tritt im Gepäck den Ruf eines ‚Rott­wei­lers Got­tes‘ mit­ge­bracht hät­te, statt den eines Man­nes, der für die Demut und die Ein­fach­heit super­en­thu­sia­sti­schen Zuspruch auf sich zog, ist es nicht schwer sich aus­zu­ma­len, was für einen Zwi­schen­fall das aus­ge­löst hät­te.

Am ver­gan­ge­nen Diens­tag zele­brier­te Fran­zis­kus zu sei­nem Namens­tag, dem Gedenk­tag des Hei­li­gen Georg, die Mes­se in der Cap­pel­la Pao­li­na. Dabei sag­te er: ‚Es ist nicht mög­lich Jesus außer­halb der Kir­che zu fin­den‘. Wie­der­um fällt es nicht schwer, sich vozu­stel­len, wie die­ser Satz auf­ge­nom­men wor­den wäre, wenn ihn Bene­dikt gesagt hät­te.

In Wirk­lich­keit ist es unwahr­schein­lich, daß Fran­zis­kus in Fra­gen des Glau­bens und der Moral in Zukunft irgend­ei­ne wirk­li­che Abwei­chung sowohl von Johan­nes Paul II. als auch von Bene­dikt XVI. zei­gen wird, und frü­her oder spä­ter wird sich auch Fran­zis­kus die­sel­ben Reak­tio­nen und den­sel­ben Wider­spruch zuzie­hen, auch wenn die größ­te Ent­täu­schung in sei­nem Fall aus einem ande­ren Lager kom­men wird.

Der Kapu­zi­ner Pater Wil­liam Henn hat am 19. April auf die­se Gefahr ange­spielt im Rah­men eines Run­den Tisches über den ersten Monat des Pon­ti­fi­kats von Fran­zis­kus, der von der von Jesui­ten gelei­te­ten römi­schen Uni­ver­si­tät Gre­go­ria­na orga­ni­siert wur­de. Henn war gefragt wor­den, eini­ge Wor­te über die Reak­tio­nen in den USA zu sagen. Er führ­te aus, daß die Demut des neu­en Pap­stes gut bei den ega­li­tä­ren Instink­ten der Ame­ri­ka­ner ankommt.

Henn mahn­te dann jedoch zur Vor­sicht: ‘Natür­lich wird sei­ne Leh­re zu ver­schie­de­nen Fra­gen der offi­zi­el­le Leh­re der katho­li­schen Kir­che der ver­gan­ge­nen Jah­re treu sein, und das wird von den Medi­en und eini­gen Tei­len der Gesell­schaft, und sogar von eini­gen Grup­pen inner­halb der Kir­che nicht gut auf­ge­nom­men wer­den.‘

Es scheint über­flüs­sig hin­zu­zu­fü­gen, daß das eine Ein­schrän­kung ist, die nicht nur für die USA gilt…“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Can­tua­le Anto­nia­num

43 Kommentare

  1. Der Hei­li­ge Vater ist weder Femi­nist noch Kom­mu­nist. Wer das von ihm erwar­te­te, wird sicher getäuscht. Aber eine Abkehr von einem all­zu­gro­ßen Zen­tra­lis­mus, eine Zulas­sung geschie­den Wie­der­ver­hei­ra­te­ter zur Kom­mu­ni­on, eine dif­fe­ren­zier­te und ein­la­den­de­re Dar­stel­lung der Sexu­al­ethik und ins­ge­samt weni­ger Pole­mik ist ihm durch­aus zuzu­trau­en.

    • Kein ver­nünf­ti­ger Mensch wür­de vom Papst erwar­ten, dass er Kom­mu­nist ist. Und Femi­nist auch nicht.

      • Ein ver­nünf­ti­ger Mensch zwei­fel­los nicht. Aber hier kön­nen Sie seit Woche über den Papst Din­ge lesen, gegen die „Kom­mu­nist“ und „Femi­nist“ gera­de­zu eine Lie­bes­be­kun­dung ist…

        • In der Befrei­ungs­theo­lo­gie hat sich der Mar­xis­mus aller­dings das Chri­sten­tum zum Vehi­kel sei­ner Inter­es­sen gemacht.Bereits der heu­ti­ge Gebrauch des Begrif­fes „sozia­le Gerech­tig­keit“, in sei­ner Bedeu­tung von „Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit“, trans­por­tiert mar­xi­sti­sches Gedan­ken­gut. Der Mar­xis­mus kommt nicht nur in der Figur Fäu­ste schwin­gen­der Revo­lu­tio­nä­re vor, son­dern eben­so durch die Umfor­mung der Spra­che und damit des Denkens.Marxismus/ Öko­lo­gis­mus kom­men gern als Men­schen­lie­be oder Lie­be zur Schöp­fung ver­klei­det, schein­bar ideo­lo­gie­frei und in gefüh­li­ger Sprache.Gerade des­halb ist es wich­tig, dass die Spra­che des Pap­stes mög­licht genau und klar ist. Offen­bar gibt es da ein Pro­blem.

          Die­sen Bei­trag fin­de ich wenig beru­hi­gend:

          http://traductina.wordpress.com/

          Man kann nur hof­fen, der Jubel kommt zu früh.

          • Mei­ne Ant­wort „Da haben Sie recht“ galt Dun­kel­ka­tho­lik nicht der Aus­sa­ge, der Mar­xis­mus habe sich der Befrei­ungs­theo­lo­gie bedient usw.

  2. @ Vin­cen­ti­us:
    Die­je­ni­gen Geschie­de­nen („Wie­der­ver­hei­ra­te­ten“), die eine gül­tig in der Sub­stanz gewan­del­te Hostie essen, essen sich die Ver­dam­mung. Wenn sie dar­auf bestehen, wird es also die Höl­le für sie sein. Dar­an besteht kein Zwei­fel.

    • Die Geschie­de­nen, deren zivi­ler Ehe­part­ner ein ande­rer ist als der sakra­men­ta­le Ehe­gat­te, befin­den sich objek­tiv oft­mals ohne­hin im Zustand der schwe­ren Sün­de, wenn sie reu­los im Zustan­de des Ehe­bruchs ver­har­ren. Aller­dings ist von Sei­ten des Kle­rus, der Seel­sor­ger schon soviel geschwie­gen, gelo­gen wor­den, sind so vie­le Irr­leh­ren ver­brei­tet wor­den, dass wohl häu­fig nicht die Geschie­de­nen, son­dern die fehl­ba­ren Seel­sor­ger, Kle­ri­ker sich mit der Schuld bela­den vor Gott ver­ant­wor­ten müs­sen.

    • Ich mei­ne so pau­schal kann man das nicht sagen. Zu einer schwe­ren Sün­de gehört auch der expli­zi­te Wil­le Gott zu belei­di­gen (oder das Ein­ver­ständ­nis, Gott nicht nicht zu belei­di­gen). Die Lebens­ge­schich­ten sind oft sehr kom­plex. Ande­rer­seits muß die Ehe, gera­de in die­sen Zei­ten, mit allen Mit­teln ver­tei­digt wer­den. Ich will mir in die­ser Fra­ge, die auch Papst Bene­dikt sehr beschäf­tigt hat, kein Urteil anma­ßen.

      • Die Ehe muß nicht „mit allen Mit­teln“ ver­tei­digt wer­den. Son­dern mit christ­li­chen Mit­teln.

    • Aus­ge­spro­che­ner Unsinn. Sie kön­nen nicht (ich auch nicht) in die inti­me Zwei­sam­keit von See­le und Gott schau­en.

  3. Aha, das hie­sse ja dann, dass JP und Bene­dikt öfter mal pole­mi­siert hät­ten. Mir ist das neu. Und wenn Fran­zis­kus in sei­nen Pre­dig­ten gegen die „Bewah­rer“ wet­tert oder mit der Geschich­te der Kir­che ins Gericht geht, läuft das natür­lich ohne jeden Ansatz von Pole­mik ab. Was die „dif­fe­ren­zier­te und ein­la­den­de­re Dar­stel­lung der Sexu­al­ethik“ anbe­langt, so haben wir die­se schon bis zum Geht-nicht-mehr. Hier wären eher ein paar deut­li­che Wor­te ange­bracht.

  4. Es ent­spricht viel­leicht unse­rem Ord­nungs­sinn, die bei­den Pon­ti­fi­ka­te spie­gel­sym­me­trisch zu inter­pre­tie­ren und Pro­gno­sen auf­zu­stel­len.

    Das Pro­blem — ich sag­te es schon oft — ist die Unbe­re­chen­bar­keit von F.s Aus­sa­gen. Er bedient stets Res­sen­ti­ments, pre­digt sehr „gegen x.“ oder „wider y.“. Er schilt immer wie­der die „Hals­star­ri­gen“ und Bewah­rer als sol­che, die den Hei­li­gen Geist aus­sper­ren. Gele­gent­lich kriegt auch mal ein moder­ni­sti­sches Phä­no­men einen Tritt mit dem schwar­zen Schuh…

    Des­halb sind die bei­den Päp­ste nicht sym­me­trisch ver­gleich­bar:

    1. Bene­dikt XVI. ist ein bril­lan­ter Theo­lo­ge — F. ist das ganz augen­schein­lich über­haupt nicht.
    2. Bene­dikt XVI. war theo­lo­gisch des­halb rela­tiv „bere­chen­bar“ — wie aber soll man eine Theo­lo­gie, die auf wan­ken­dem Grund steht, ein­schät­zen kön­nen?
    3. Bene­dikt hat wegen sei­ner theo­lo­gi­schen Klar­heit Aggres­sio­nen her­vor­ge­ru­fen. Nie­mand konn­te ihn so ein­fach für eige­ne Zwecke benut­zen — und das war auch von Anfang an klar! — F. dage­gen eig­net sich wegen sei­ner Inkon­si­stenz her­vor­ra­gend als nar­ziss­ti­sche Spie­gel­flä­che für Mon­sieur Tout­le­mon­de: er ist Fuß­ball­fan, tanzt schlecht (!) Tan­go (Hur­ra, genau wie jeder­mann!), hat kei­ne Ahnung von Musik und fast kei­ne von Theo­lo­gie. Er bedient ab und zu am fal­schen Platz den Teu­fel, schürt dump­fe Res­sen­ti­ments gegen Intel­lek­tu­el­le und „Ver­leum­der“ (wisst Ihr noch, wer sol­che Res­sen­ti­ments geschürt hat vor ein paar Jahr­zehn­ten!) und bleibt anson­sten undurch­dring­lich.
    4. BXVI. wur­de aus­ge­bremst, konn­te aber doch eini­ges durch­zie­hen. Ob F. über­haupt etwas Eige­nes machen kön­nen wird? Er wirkt auf mich wie eine Pup­pe, die jd. Papst spie­len lässt. Ja, es wirkt wie ein Fake, und das ist gab’s noch nie.
    5. BXVI. sprach immer direkt von sei­nem Herrn und von sei­nem Gespräch mit IHM. F. hat noch nie von sei­nem per­sön­li­chen Herrn gespro­chen -

    Wäre es so ein­fach wie Allan es glaubt!

    • „F. dage­gen (…) hat kei­ne Ahnung von Musik und fast kei­ne von Theo­lo­gie. Er bedient ab und zu am fal­schen Platz den Teu­fel, schürt dump­fe Res­sen­ti­ments gegen Intel­lek­tu­el­le und „Ver­leum­der“ (wisst Ihr noch, wer sol­che Res­sen­ti­ments geschürt hat vor ein paar Jahr­zehn­ten!) und bleibt anson­sten undurch­dring­lich.“
      Aha! Dann müs­sen Sie ja — wie­wohl angeb­lich Kunst­hi­sto­ri­ker — ein super­bril­lan­ter Theo­lo­ge sein, wenn Sie dies so sicher in die Welt posau­nen, daß der Papst von Tho­lo­gie „fast kei­ne Ahnung hat“. Haben Sie schon mal etwas von der Sün­de des Hoch­muts gehört?
      Und was den infam insi­nu­ier­ten Ver­gleich des Pap­stes mit … angeht, da ist nur noch Schwei­gen…

      • War­um wer­den Sie nur stän­dig per­sön­lich, Sie Dun­kel­mann?!
        Ja, machen Sie die Augen und Ohren auf, lesen Sie die Pre­dig­ten F.s. Vor­her bit­te Hirn ein­schal­ten und dann ein­fach mal sach­lich prü­fen, was F. da sagt: dann wer­den Sie in der Lage sein, mei­ne Postings zu ver­ste­hen und dann wider­spre­chen Sie mir mit sach­hal­ti­gen Grün­den, falls Sie wel­che haben.

        Blo­ße Gefüh­le, Aver­sio­nen gegen kla­re Gedan­ken — das reicht nicht für eine sinn­vol­le Deabt­te. Tut mir leid. Was wol­len Sie?

        Der Papst muss sei­nem Amt auch gerecht wer­den. Wie­so soll­te man ihn in geist­li­che Immu­ni­tät klei­den, eben­so wie unse­re tol­len Bischö­fe, wenn sie längst nicht mehr Jesus fol­gen? Man muss die Ämter ach­ten, aber nicht jeden Unsinn, jede Häre­sie, die Amts­in­ha­ber aus­brü­ten.

        Und: hat Jesus etwa blind dem Hohen­rat gefolgt? Nein! Eben — es geht um die Wahr­heit und nicht um das Anse­hen der Per­son.

        • Also ich habe den Pre­digt­band Ber­go­gli­os und die Pre­dig­ten auf vatican.va gele­sen. Das sind luci­de und rhe­to­risch gut gemach­te Pre­dig­ten, die eine kla­re und gute theo­lo­gi­sche Aus­sa­ge auf bibli­schem Grun­de haben. Bene­dic­tus XVI. ist sicher ein Gelehr­ter und vie­le Theo­lo­gen rei­chen ihm das Was­ser nicht, aber bril­lant? Nein, die­ses Prä­di­kat soll­ten wir für Augu­sti­nus, Johan­nes Chryso­s­to­mos oder Tho­mas von Aqui­no, Nico­laus Cusa­nus auf­he­ben. Ich den­ke, der ehe­ma­li­ge Papst sieht das auch so.

    • Ich fra­ge mich schon seit dem 13. März, was die Kar­di­nä­le bewo­gen haben muss, aus­ge­rech­net die­sen Mann auf den Papst­thron zu set­zen. Und die­se Fra­ge wird für mich von Tag zu Tag, von Pil­le zu Pil­le sozu­sa­gen, bedrän­gen­der. Wirkt der Hei­li­ge Geist even­tu­ell wie eine bewusst­seins­er­wei­tern­de Dro­ge, bei der der mensch­li­che Ver­stand abge­schal­tet wird, so dass wir armen Sün­der nur des­halb die­se gera­de­zu hyp­no­ti­sche Sicher­heit, mit der die Kar­di­nä­le im Kon­kla­ve ihre Wahl tra­fen, nicht ver­ste­hen?

      • Eben­falls eine Fra­ge, die auch mich so beschäf­tigt: wie kann ich das sozu­sa­gen ‚heils­ge­schicht­lich‘ begrei­fen & deu­ten? Ich mei­ne, der Hl. Geist wird sicher nie­mals die *gan­ze* Kir­che *irrever­si­bel* in die Irre ren­nen las­sen, und er wird immer ver­hin­dern, daß ein Kon­zil oder ein Papst ‚aus ihrem Lehr­amt her­aus‘ dog­ma­tisch Fal­sches defi­nie­ren; auch beim VKII wur­de dies vlt. gera­de dadurch ver­hin­dert, daß die­ses Kon­zil von Anfang an als ‚Pasto­ral­kon­zil‘ pro­kla­miert wur­de, zum Glück … — d.h. die Tex­te (und erst­recht die dar­auf beru­hen­den ‚rea­li­sie­ren­den Ein­zel­be­stim­mun­gen‘ wie die — aller­dings wohl deut­lich über die Vor­ga­ben von ‚Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um‘ hin­aus­ge­hen­de — Erar­bei­tung des NOM durch jenes Bugni­ni-Con­si­li­um bzw. PVI) sind immer noch „ver­han­del­bar“, sind nicht irre­forma­bel oder gar infal­libel — und den­noch sind sie … ernst­zu­neh­men­de Äuße­run­gen des recht­mä­ßi­gen Lehr­amts … und zugleich (Mit-) Ursa­che für z.T. ver­hee­ren­de Fehl­ent­wick­lun­gen. — Also kön­nen Kon­zi­li­en durch­aus zwar nicht dog­ma­tisch, wohl aber ‚in der Sache‘, ‚im Bezug auf die Wir­kun­gen‘ bestimm­ter Ein­zel­ent­schei­dun­gen / Äuße­run­gen / For­mu­lie­run­gen fehl­ge­hen. Eben­so ein Kon­kla­ve kann objek­tiv fal­sche Ent­schei­dun­gen tref­fen (z.B. die Wahl Alex­an­ders VI. Bor­gia); wie kann das sein? — Mei­ne per­sön­li­che Erklä­rung dafür ist, daß der Hl. Geist nie­mals ‚zwingt‘, son­dern wirkt & hilft, wenn Bereit­schaft & guter Wil­le vor­han­den. Anders­her­um: der freie Wil­le des ein­zel­nen (Kon­zils­teil­neh­mers, Kar­di­nals) kann ihn sogar „wirk­sam blockie­ren“, ihn hin­dern, letzt­lich durch Eigen­wil­len, Hoch­mut oder sogar bewußt bösen Wil­len. Es ist, als sage der Hl. Geist dann, „oK, ihr woll­tet lie­ber eurem eige­nen Stolz & Starr­sinn fol­gen, statt auf mich zu hören; ihr meint, ihr schafft das ohne mich — bit­te, ich will euch nicht ‚mit Gewalt‘ dar­an hin­dern, aber ihr wer­det sehen, was dabei her­aus­kommt!“ — also eine Art von ‚Heils­päd­ago­gik‘; die Men­schen, die Kir­che, müs­sen dann eben die Fol­gen ihres Hoch­muts, ihrer …

      • … eigen(mächtig)en Poli­tik voll & in aller Kon­se­quenz „zu spü­ren bekom­men“, bis dann end­lich die (Selbst-) Erkennt­nis kommt — und damit hof­fent­lich die Demut, das Ein­se­hen der eige­nen Feh­ler und all­zu mensch­li­chen, unlau­te­ren Absich­ten; erst so kann dann ein wirk­li­ches, ehr­li­ches Umden­ken statt­fin­den und Feh­ler der Ver­gan­gen­heit kor­ri­giert wer­den — und so lernt dann die Kir­che als Gan­ze auch für die Zukunft. — Und mir scheint, daß wir uns gera­de in einer sol­chen Lage befin­den, am „End­punkt“ sozu­sa­gen, oder kurz davor; die Kir­che kriegt jetzt … „die Rech­nung prä­sen­tiert“ … so in der Rich­tung, würd ich sagen bzw. ver­mu­ten …
        _______
        Noch ein Bei­spiel für sol­che ‚unlau­te­ren Moti­ve‘ oder den ‚Ver­such des Miß­brauchs eines Kon­zils zu per­sön­li­chen Zwecken‘: es war, glau­be, de Lub­ac (oder Con­gar? ver­wechs­le die bei­den immer^^), der „intern“ offen zugab oder durch­blicken ließ, daß bei ihm wohl auch … regel­rech­te „Revan­che-Gelü­ste“ eine Rol­le spiel­ten, wie bei nicht weni­gen Theo­lo­gen (und sogar pro­gres­si­ven Bischö­fen), die in der Zeit Pius‘ XII. so sehr unter dem „schwer lasten­den Arm des hl. Offi­zi­ums gelit­ten“ haben … — oder vlt. auch der Hoch­mut des Wis­sen­schaft­lers der (noch) so fort­schritts­gläu­bi­gen 6o-erjah­re, der etwa mit der ‚histo­risch-kri­ti­schen Metho­de‘ (die ja an sich sogar gut ist — rich­tig ange­wandt!) nun auf ein­mal meint, JETZT ENDLICH — im Ggs. zu allen „dunk­len Jahr­hun­der­ten“ zuvor — DEN (ein­zig-) rich­ti­gen Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis der hl. Schrift in Hän­den zu haben & sich beru­fen fühlt, aber auch ALLES, was bis dahin gelehrt wor­den war, an die­sem neu­en — sei­nem! — Maß­stab zu mes­sen; eben Stolz und Hoch­mut, Selbst­herr­lich­keit (statt Demut, Dank­bar­keit — auch der Arbeit frü­he­rer Zei­ten gegen­über, per­sön­li­che Zurück­hal­tung, Die­nen- und nicht Herr­schen­wol­len) — und bei solch unlau­te­ren Moti­ven macht, sozu­sa­gen, der Hl. Geist nicht mehr mit … — aber dies nur „der Reim“, den mir sel­ber ver­su­che[!], auf „das alles“ zu machen — „nur so’n Gedan­ke“ 😉

      • Nun, die­se Fra­ge kön­nen Sie getrost den min­de­stens 66 % der Kar­di­nä­le oblie­gen las­sen. Oder sind Sie klü­ger als die­se Män­ner, die von Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. wegen ihrer Vor­zü­ge zu die­ser Wür­de bestellt wur­den?

  5. Aus­sa­gen von Jose Mario Kar­di­nal Ber­go­glio, heu­te Papst Fran­zis­kus:
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    „Jener Rela­ti­vis­mus der es, unter dem Deck­man­tel des Respekts für Unter­schie­de, allen erlaubt, den Kon­flikt zu ver­mei­den, der mit dem rei­fen Mut ver­bun­den ist, Wer­te und Prin­zi­pi­en hoch­zu­hal­ten. Der Rela­ti­vis­mus ist selt­sa­mer­wei­se abso­lu­ti­stisch und tota­li­tär. Nie­mand darf von sei­nem Rela­ti­vis­mus abwei­chen. Im Grun­de genom­men heißt das ‚halt den Mund’ oder ‚misch dich nicht ein’. (25. Mai 2012)“

    „Das Schlimm­ste, was im Leben eines Prie­sters gesche­hen kann, ist, welt­lich zu sein, Bischö­fe oder Prie­ster light zu wer­den.“ ( Gott und die Erde )
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    Wird wohl — Gott sei Dank — ein­mal mehr nix aus den „pro­gres­si­ven Luft­schlös­sern“ !

  6. Ich gebe es unum­wun­den zu: Ich bin kein bril­li­an­ter Theo­lo­ge, habe nie Theo­lo­gie stu­diert, habe nur hier und da Inter­es­san­tes „auf­ge­schnappt“ und darf mich hier doch äußern. Dan­ke.
    Fra­ge: War Jesus bril­li­an­ter Theo­lo­ge? Ich glau­be nicht! Bis auf die Evan­ge­li­en­in­hal­te sei­nes Lieb­lings­jün­gers, der Jesu Aus­sa­gen in sei­nem Evan­ge­li­um theo­lo­gi­scher gese­hen hat als die Syn­op­ti­ker in ihren Evan­ge­li­en, war da für die Jesus-Theo­lo­gie über­haupt Raum? Die Theo­lo­gie Jesu bestand aus sei­ner Sicht aus einer Ich-Theo­lo­gie. Im Gegen­satz zur Ich-Theo­lo­gie Jesu muss­ten sich bril­li­an­te mensch­li­che Theo­lo­gen eine auf Jesus hin­ge­rich­te­te­te Du-Theo­lo­gie ablie­fern und ver­tre­ten, ohne jedoch die gött­lich-see­li­sche Ver­fas­sung Jesu jemals ihr eigen haben nen­nen dür­fen. Sie muss­ten wohl im Lau­fe von 2000 Jah­ren dem Intel­lekt mehr Raum geben als Jesus dies je tat. Er hat beson­ders durch das Johan­nes-Evan­ge­li­um (natür­lich auch über die ande­ren Evan­ge­li­en) die Aus­rich­tung erfah­ren, die die Hl. Drei­fal­tig­keit als den einen Gott erst für Men­schen erkenn­bar mög­lich gemacht hat. Ein revo­lu­tio­nä­res Got­tes­bild, ohne dass die VOLLKOMMENE gött­li­che Lie­be Got­tes zu uns Men­schen in Jesu Tod und Auf­er­ste­hung nicht denk­bar wäre.

    In die­sem Span­nungs­feld bewegt sich jeder Christ bis hin zum Papst. Die Fra­ge ist doch letzt­lich: Ist die­se Theo­lo­gie der hl. Drei­fal­tig­keit Grun­die­rung unse­res Glau­bens. Kön­nen die Wor­te und Taten Jesu histo­risch gese­hen wer­den? Ist Jesus histo­risch von den Toten auf­er­stan­den? Sind die Wun­der Jesu, die wich­tig­sten Wor­te Jesu ihm in den Mund gescho­ben wor­den oder sind sie authen­tisch?
    Die Kir­che ist wohl von der Authen­ti­zi­tät aus­ge­gan­gen, was m. E. auch erst jeden Glau­ben und damit auch die Lie­be erst begrün­den kann. Wenn der Papst die­se Grun­die­rung ernst nimmt, brau­chen wir kei­ne Angst zu haben. Haben wir aber einen Ver­tre­ter, der Jesus nur als Sym­bol­ge­stalt sieht und alle sei­ne Taten als sym­bo­lisch ansieht, haben wir ein töd­li­ches Glau­bens­pro­blem. Das ist doch Grund­pro­blem

    • Bazil­lus: „Fra­ge: War Jesus bril­li­an­ter Theo­lo­ge? Ich glau­be nicht!“

      Jesus war nicht nur bril­lan­ter Theo­lo­ge, son­dern war (und ist!) der bril­lan­te­ste Theo­lo­ge über­haupt. Unüber­biet­bar für alle Zei­ten. Wer könn­te denn bril­lan­te­rer Theo­lo­ge sein als Gott selbst, Fun­da­ment jeder Theo­lo­gie?!

      Jesus war zu sei­ner Zeit auf der Erde viel­fach von ein­fa­chen Leu­ten umge­ben, und mit ihnen sprach er in einer ein­fa­chen Spra­che — oft in Gleich­nis­sen -, die viel­leicht auf dem ersten Blick nicht „theo­lo­gisch bril­lant“ wirk­te. Aber sie war und ist es.

      • Wer­ter Guisep­pe,
        ich habe es viel­leicht nicht so auf den Punkt brin­gen kön­nen. Jesus war kein Theo­lo­ge. Er war und ist Gott selbst. Er braucht kei­ne „Got­tes­for­schung“. Er brauch­te die „Leh­re von Gott“ nicht zu ler­nen. Er lehr­te, was Gott ist. Er ruht in sich selbst. Das, was er den Men­schen zu sagen hat­te, teil­te er ihnen mit ein­fa­chen Wor­ten und Gleich­nis­sen mit und beglau­big­te die­se mit sei­nem irdi­schen Leib und Blut. Also Jesus hat durch sein Tun und Han­deln nicht nur die Men­schen erlöst, son­dern auch sei­nen Vater vom Image des Rächer- und Straf­gott befreit. Jesus ist somit der Ver­kün­der der gött­li­chen Auto­ri­tät. Er ist Leh­rer von Gott her nicht zu Gott hin, wie die irdi­schen Theo­lo­gen. Ich glau­be, dass er wirk­lich kein Theo­lo­ge, son­dern als Gott der alles Wis­sen­de“ ist und kei­ne „For­schung“ brauch­te. Aber, so glau­be ich, wir sind da gar­nicht so weit von­ein­an­der ent­fernt. Wir müss­ten im Grun­de nur den Begriff „Theo­lo­gie“ defi­nie­ren.

      • Jesus Chri­stus war gar kein Theo­lo­ge. Er muss Gott nicht erfor­schen, denn er ist Gott selbst in zwei­ter Hypo­sta­se. Bril­lant muss er auch nicht sein. Nur er selbst. Das reicht.

    • „Haben wir aber einen Ver­tre­ter, der Jesus nur als Sym­bol­ge­stalt sieht und alle sei­ne Taten als sym­bo­lisch ansieht, haben wir ein töd­li­ches Glau­bens­pro­blem. Das ist doch Grund­pro­blem“ — die­se Fra­ge stel­le ich mir auch: wird er es schaf­fen (ist dies auch sein eige­nes Ziel?), den Kurs von BXVI fort­zu­set­zen, einen Gegen­trend ‚von oben‘ zu die­sen ja auch von vie­len von uns ‚Kom­men­ta­to­ren‘ (auch an ande­rer Stel­le), fin­de, zurecht so beklag­ten Ten­den­zen zu set­zen, die ja seit lan­gem schon „unter­schwel­lig“ in der Kir­che, der ‚Gesellschaft‘/Politik, der Geschich­te gären (mal rück­wärts, sehr grob & ver­kürzt: „post-kon­zi­lia­re Ära“, VKII, „Ent­my­tho­lo­gi­sie­rung“, Moder­nis­mus, 19. Jhd., Materialismus/Sozialismus [als phi­lo­soph. System], „Auf­klä­rung“, auch Febro­nia­nis­mus, Refor­ma­ti­on, Humanismus/Renaissance, Ockham’scher Nomi­na­lis­mus — wann fing „das“ über­haupt an?) und mitt­ler­wei­le bit­te­re Rea­li­tät gewor­den sind und „in die­sem Zusam­men­spiel und die­ser Wir­kung“ das abso­lu­te Fun­da­ment unse­res Glau­bens, der Kir­che, auch der ‚Gesell­schaft‘ und letzt­lich … des christ­li­chen Euro­pa (mit allen Fol­gen), ja, auf­zu­lö­sen, „zu anni­hi­lie­ren“ dro­hen (und was kommt „danach“?)!? — … oder wird er die­se Ten­den­zen (die sich jetzt mehr und mehr in Rea­li­tä­ten ver­wan­deln, zu Fak­ten wer­den, in den Köp­fen, in den ‚Struk­tu­ren‘) eher noch (bewußt / absicht­lich oder unab­sicht­lich?) for­cie­ren? Ist wohl noch zu früh, um sich dar­über ein wirk­lich kla­res Bild machen zu kön­nen, aber er hat ja von Anfang an schon — ganz bewußt! — deut­li­che Zei­chen gesetzt, die auch wohl ver­stan­den wur­den …
      … ich wünsch­te mir nichts mehr, als daß ich ein­mal sagen könn­te, „na, da hab ich mich aber glück­li­cher­wei­se [mal wie­der^^] gründ­lich geirrt & all­zu früh all­zu schwarz gese­hen!“ … — schwer zu sagen, aber im Moment über­wiegt bei mir eher die „pes­si­mi­sti­sche Ver­si­on“, ein eher „ungu­tes Gefühl“ … eine sehr ‚ver­wor­re­ne Situa­ti­on‘, wie, glau­be, zeit­schnur schon mal schrieb …

      • Noch zu den ‚Zei­chen‘: die sind eben doch wich­tig, sagen oft mehr als Wor­te; natür­lich kann man über jedes ein­zel­ne treff­lich strei­ten, ‚an sich‘ kommt es wirk­lich nicht dar­auf an, ob der Papst nun rote oder schwar­ze oder Enten-Schu­he trägt, auch nicht auf die Mozet­ta, die Feru­la etc. pp. — auch bei dem ‚hef­ti­gen Dis­put‘ von neu­lich (‚rote Schu­he‘) ging’s ja nicht eigent­lich um die Schu­he selbst, son­dern letzt­lich um die Bot­schaft, die dahin­ter steht, die ja mit Absicht ver­mit­telt wird; auch nicht durch ein ‚Zei­chen‘ allei­ne, son­dern durch die Gesamt­heit aller die­ser Signa­le (so daß es egtl. unsin­nig ist — oder ein biß­chen am The­ma vor­bei geht -, nun über die histo­ri­sche Ent­wick­lung der „päpst­li­chen Schuh­far­be“ zu strei­ten) — und die spre­chen mitt­ler­wei­le in ihrer Sum­me eine sehr deut­li­che Spra­che! Und da fra­ge ich mich eben, ob das das rich­ti­ge ‚Gesamt­si­gnal‘ ist — in die­ser kon­kre­ten, (kir­chen-) geschicht­li­chen Situa­ti­on, oder nicht viel­mehr … ein biß­chen auch ein „Ver­rat“ ist z.B. an sol­chen Prie­stern, die in ihren Gemein­den gegen all­zu kras­sen ‚lit­ur­gi­schen Wild­wuchs‘ (der selbst wie­der ein Zei­chen ist für einen bestimm­ten neu­en, letzt­lich ganz ande­ren Glau­ben) zu argu­men­tie­ren ver­su­chen — unter Schmä­hun­gen und Kämp­fen -, und die sich jetzt (sogar zu Recht) von … „post-moder­nen Lit­ur­gie-Krei­sen“ anhö­ren las­sen müs­sen, „na, der hl. Vater macht’s doch genau­so!“; die­se Pfar­rer (z.B. auch vom Pfar­rer-Netz­werk) müs­sen sich doch … ver­ra­ten füh­len! Wes­halb ich am Schlimm­sten fand, was auf der HP des Erz­bis­tums Wiens auch deut­lich gesagt (& begrüßt) wur­de (& ich für sehr glaub­wür­dig hal­te, ins­bes. auch wg. P. Lom­bar­dis bered­tem Schwei­gen zu die­ser Fra­ge nach­her!), also die Spen­dung der hl. Kom­mu­ni­on durch den Papst höchst­selbst an die Jugend­li­chen, denen er vor­her die Füße … (nicht nur) gewa­schen hat­te; damit hat er doch voll­ende­te Fak­ten geschaf­fen bzw. die eh schon gän­gi­ge Pra­xis im Bezug auf ‚Inter­kom­mu­ni­on‘ höchst­selbst & ganz ohne Wor­te voll sank­tio­niert!

        • Ergän­zung: „… sagen oft mehr als Wor­te“ — ja, zumal F scheint’s sowie­so mehr mit (ein­deu­ti­gen) Zei­chen als mit sei­nen (z.T. ziem­lich kon­tra­dik­to­ri­schen) Wor­ten sagt; weil (zitie­re aus dem Arti­kel jenes argen­ti­ni­schen Jour­na­li­sten, Link i.d. Kom­men­tar von zeit­schnur) F gewohnt ist, sich einer
          „dem­ago­gi­schen und zwei­deu­ti­gen Spra­che zu bedie­nen, kann man nicht sagen, dass sei­ne Leh­re hete­ro­dox sei; sie ist so ver­wir­rend, dass man sie eher als nicht­exi­stent bezeich­nen muss.“

  7. M. E. konn­te der belie­big inter­pre­tier­ba­re rela­ti­vi­sti­sche „ver­kün­de­te Jesus“ nur des­halb so viel Raum gewin­nen, weil wir die Sicht sei­ner Mut­ter auf Jesus nicht ernst genug genom­men haben. Ich nen­ne den bibli­schen Jesus gern auch den maria­ni­schen Jesus. Wer Maria ver­ehrt und somit den Ver­kün­di­gungs- und Weih­nachts­evan­ge­li­ums­teil ernst nimmt, ja, als histo­risch ansieht, hat — so habe ich es fest­ge­stellt — mit dem ver­kün­de­ten Jesus nichts am Hut. Maria fixiert m. E. das rich­ti­ge Jesus-Got­tes­bild im Glau­ben. Wenn Jesus also nicht von einem irdi­schen Mann gezeugt wur­de, wird das Wun­der histo­ri­sches Begleit­ma­te­ri­al in sei­nem Leben. Ist die Weih­nachts­grun­die­rung rich­tig, ist auch die Auf­er­ste­hung rich­tig. Es ist wohl kein Wun­der, dass der ver­kün­de­te Jesus erst mög­lich wur­de, als der Weg­fall der Ver­eh­rung der Mut­ter des Herrn im evan­ge­li­schen Bereich die direk­te Sicht­wei­se auf Jesus frei­gab. Wer die Mut­ter Jesu ver­ehrt, nicht anbe­tet, weiß, mit wel­chem Jesus er es zu tun hat. Wer die Mut­ter nicht ver­ehrt, gibt Jesus zur Inter­pre­ta­ti­on frei, die ohne die Ver­eh­rung der Mut­ter zumin­dest erschwert wür­de. Dar­um habe ich von die­sem Papst zunächst ein­mal nicht den schlech­te­sten Ein­druck, weil er u. a. das „Gegrü­ßet seist Du Maria“ sofort zu Beginn sei­nes Pon­ti­fi­kats gemein­sam mit dem Volk gebe­tet hat. Ja, er hat sogar — wie in die­sem Arti­kel ver­laut­bart wur­de — den Teu­fel bemüht. Das wünsch­te ich mir von der kath. deutsch­spra­chi­gen Kir­che auch. Vie­le Prie­ster glau­ben nicht mehr an die Höl­le oder an das per­so­na­le Böse, obwohl gera­de Jesus des Öfte­ren vor dem Für­sten die­ser Welt ein­dring­lich gewarnt hat. Das zeigt, dass Jesus nur noch sym­bol­haft ver­stan­den wird und sei­ne Wor­te letz­lich nicht mehr ernst genom­men wer­den. Wenn jesus so gese­hen wird, ist er der Inter­pre­ta­ti­ons­wut der Men­schen aus­ge­setzt und dann ist alles erlaubt, nur katho­lisch ist es dann nicht mehr. Das Weih­nachts­evan­ge­li­um bekommt somit aus die­ser mei­ner per­sön­li­chen Sicht eine immense Bedeu­tung.

    • Lie­ber Bazil­lus, von Ihrer theo­lo­gi­schen Bil­dung hat, glau­be ich, kei­ner gespro­chen — war­um die­se per­sön­lich belei­dig­te Reak­ti­on zu Beginn Ihrer Postings?
      Übri­gens sag­te ich nir­gends, dass jeder ein bril­lan­ter aka­de­mi­scher Theo­lo­ge sein muss. Viel­mehr sag­te ich, dass BXVI. dies ist und F. offen­bar nicht, was die bei­den allein schon des­halb nicht ver­gleich­bar macht (wie es der Autor Allen ver­sucht). Hat also alles mit Ihnen gar nichts zu tun. So weit so klar?

      Ihre Gedan­ken über die Sicht auf Jesus durch Mari­as Herz fin­de ich dage­gen sehr sehr schön und rich­tig! Auch sehr gut for­mu­liert.

      Bloß: Ken­nen Sie das nicht, dass jemand zwar „äußer­lich“ bestimm­te For­men bemüht, aber sie stim­men irgend­wie nicht, es wirkt unecht, wie Bluff? Ich fin­de zum Bei­spiel den Satz, wer nicht Jesus anbe­te, bete den Teu­fel an, unmög­lich! Sie wis­sen genau­so gut wie ich, dass es wirk­li­che Teu­fels­an­be­ter gibt. Die wis­sen aber, dass sie das tun. Aber nicht jeder unbe­wuss­te Zeit­ge­nos­se, der sich um Jesu her­um­drückt und sich den absur­de­sten Ideen ver­schreibt, nur um Jesus aus­zu­wei­chen, betet gleich den Teu­fel an! Er mag sich ihm unbe­wusst in die Hän­de spie­len auf lan­ge Sicht. Aber Sie wer­den doch zuge­ste­hen, dass das zwei­er­lei Din­ge sind. Sagt nicht auch Jesus ande­rer­seits: Wer nicht gegen uns ist, ist für uns? Das bedeu­tet doch zumin­dest, dass man die Indif­fe­renz eines Men­schen nicht sofort als „Teu­fels­an­be­tung“ aus­le­gen darf!

      Ich bin wegen die­ser und der vie­len ande­ren gro­ben und unchrist­li­chen, sehr unbarm­her­zi­gen Keu­len übri­gens (!), die F. seit dem 13. März äußert, sehr im Zwei­fel dar­über, ob er wirk­lich die maria­ni­sche Sicht hat, die Sie sich (ganz im Ein­klang übri­gens mit mir!) wün­schen.

      Wor­te sind ohne­hin gedul­dig. Aber wenn schon die Wor­te zwie­späl­tig sind in ihrem Sach­in­halt — lie­ber Bazil­lus, was muss man da befürch­ten?

      • Man muss sich nur ein­mal das all­sei­ti­ge Geheul vor­stel­len, das inner- wie ausser­kirch­lich auf­ge­stie­gen wäre, wenn Bene­dikt XVI. sich die­ses Zita­tes in der Art und Wei­se wie F. bedient hät­te. Was hät­te man da nicht alles zu hören und in den Gazet­ten zu lesen bekom­men: Ver­ach­tung und Belei­di­gung der Reli­gio­nen, vor allem des Juden­tums und des Islams, Abkehr vom II. Vat­ka­ni­schen Kon­zil, uner­träg­li­cher Allein­ver­tre­tungs­an­spruch der Wahr­heit, Been­di­gung des inter­re­li­giö­sen Dia­logs ect. pp. Es hät­te Pro­test­no­ten von diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tern und reli­giö­sen Orga­ni­sa­tio­nen geha­gelt, Rück­tritt­for­de­run­gen wären erho­ben wor­den und Pater Lan­gen­dör­fer hät­te sich womög­lich dahin­ge­hend erklärt, dass der Papst mit die­sem Zitat nicht die Mei­nung der DBK und der Pro­te­stan­ti­schen Kir­che in Deutsch­land ver­tre­te. Nichts der­glei­chen bei Fran­zis­kuss. Da fragt man sich doch, wel­che Hand sich hier schüt­zend über ihn legt. Möge es die Hand Got­tes sein!

      • Wer­te Zeit­schnur,
        ich hat­te mich im Grun­de nur als „Nicht­theo­lo­ge“ geoutet, weil ich mich als ein­fa­chen Katho­li­ken emp­fin­de. Das war nicht als Reak­ti­on auf Ihren Kom­men­tar gedacht. Bin somit nie „belei­digt“ gewe­sen. So schnell schafft das auch nie­mand. Bin da hart im Neh­men.

        Ich war und bin immer der Mei­nung, dass wir es unter­las­sen soll­ten, einen Papst mit ande­ren zu ver­glei­chen. Jeder ist eine ande­re Per­sön­lich­keit und setzt ande­re Akzen­te. In der Kir­chen­ge­schich­te gabe es eini­ge Päp­ste, die cha­rak­ter­lich so ver­dor­ben waren, wie wir uns das wohl kaum von einem Papst vor­stel­len könn­ten. Das letz­te Jahr­hun­dert, so den­ke ich hat­ten wir Päp­ste, die m. E. ins­ge­samt Gutes ver­kün­det und glau­bens­voll „regiert“ haben.

        Bei Papst Fran­zis­kus plä­die­re ich dafür, ihm mehr Zeit zu geben. Wir soll­ten jede Pre­digt auf­merk­sam ver­fol­gen. Ihren Ein­wand zum Wort Jesus-Teu­fel gebe ich Recht.. Die­ser Satz ist kein Dog­ma, aber doch auch sehr kri­tik­wür­dig. Aller­dings gibt er mit die­sem Wort preis, dass der Teu­fel für ihn eine rea­le Grö­ße dar­stellt, aller­dings in die­sem Zusam­men­hang wirk­lich in einen zu radi­ka­len Kon­text gestellt.

        War­ten wir ein­fach nur ab. Es wird sich her­aus­kri­stal­li­sie­ren, wie die­ser Mann „tickt“. Den Hei­li­gen Geist wür­de ich aber bei ihm nicht abschrei­ben wol­len.

    • Ich hof­fe, Sie glau­ben auch nicht AN die Höl­le. Das wäre blas­phe­misch. Man kann nur an JEMANDEN (i.A. an Gott) glau­ben.

      • So wie Gott ist auch Satan, sind auch Engel gei­sti­ge Wesen, die sich der mensch­lich irdisch täg­lich erfahr­ba­ren phy­si­schen Wirk­lich­keit ent­zie­hen, wobei Gott als unmit­tel­ba­rer und mit­tel­ba­rer Schöp­fer auf­tritt.
        Glau­be ist mehr­di­men­sio­nal. An Gott glau­be ich in Lie­be und ver­su­che die­sen Glau­ben (gelingt mir nicht sehr oft) mit Lie­be zu Gott und dem Näch­sten auf­zu­fül­len, immer auf Gott hin aus­ge­rich­tet. Die­ser Glau­be hat Aus­wir­kun­gen auf mei­ne Reli­giöi­tät. Da Gott Engel im besten Sin­ne erschaf­fen hat und Satan, der ein sol­cher Engel war, sich durch Stolz sei­nem Schöp­fer gegen­über in sei­ner jet­zi­gen Form selbst erschaf­fen hat, so ist es ein Akt des Glau­bens an die Exi­stenz von Engeln und Satan und somit auch an einen Ort der ewi­gen Fin­ster­nis, des­sen Ein­woh­ner bewusst­seins­mä­ßig sich selbst wil­lent­lich von Gott getrennt haben.

        Der Glau­be an Gott bestimmt mein Han­deln. Der Glau­be an die Exi­stenz von gei­sti­gen Wesen ist eher ein Glau­be des „Für-Wahr-Hal­tens“, mehr nicht. Ich den­ke, dass ist nicht blas­phe­misch. Jesus hat uns die Exi­stenz und den Umgang mit Satan im NT expli­zit vor­ge­lebt. Für Jesus, unse­ren Gott und Herrn, waren Dämo­nen real. Somit glau­be ich an Satan, die Engel und die Exi­stenz der Höl­le, las­se mich von Satan aber nicht in rel­gi­ö­se Hand­lun­gen hin­ein­ka­ta­pul­tie­ren. Ich den­ke, das ist ein gra­vie­ren­der, also m. E. der gra­vie­ren­de Unter­schied. Von Gott ver­su­che ich mich geist­lich inspi­rie­ren zu las­sen. Satan ist eine abso­lu­te Neben­fi­gur, auf die sich der gesun­de Glau­be eines Chri­sten nie rich­ten soll­te, ins­be­son­de­re nicht aus Angst. Wer aus Angst vor der Höl­le glaubt, glaubt nicht wirk­lich.

        • Dann keh­ren Sie doch bit­te auf den Boden des rech­ten katho­li­schen Spre­chens zurück. Sie glau­ben allen­falls den Teu­fel. Oder dass der der Teu­fel exi­stiert. Sie glau­ben aber bit­te nicht an den Teu­fel, die Engel, die Jung­frau Maria. „Glau­ben an“ kann man nur an den Drei­ei­nen.

  8. Wei­ter oben habe ich geschrie­ben, dass mich F.s Intel­lek­tu­el­len- bzw. Ver­nunft­feind­lich­keit und sei­ne stän­di­gen Keu­len gegen „Ver­leum­der“ und Intri­gan­ten“ aus­ge­spro­chen unan­ge­nehm an gewis­se Zei­ten im 20. Jh erin­nern.
    „Dun­kel­ka­tho­lik“ fin­det mei­ne Asso­zia­tio­nen „infam“ (s.o.).
    Das man bei F. auch aus ande­ren Grün­den äußerst unan­ge­neh­me Ein­drücke emp­fängt, möch­te ich noch mit einem Zitat aus einem Inter­view vom 15. März 13 aus der taz bele­gen. Die taz ver­öf­fent­lich­te ein Gespräch mit dem Inve­sti­ga­ti­v­jour­na­li­sten Hor­a­cio Ver­bitz­ky, der vie­le Inter­views mit Ber­go­glio gemacht hat­te:

    „Papst der Armen“ – das kann schon sein, denn er ist ein kon­ser­va­ti­ver Popu­list. Er ist sehr bedacht dar­auf, dass alle Welt weiß, dass er U‑Bahn und Bus fährt, dass er alte Schu­he trägt und gebrauch­te Klei­der, dass er den kirch­li­chen Pomp ablehnt. Er ist ein gro­ßer Schau­spie­ler. Sei­ne Pre­dig­ten übt er vor­her ein, um ihnen dra­ma­ti­sche Effek­te zu geben, er gesti­ku­liert viel. Er ist ein hem­mungs­lo­ser Popu­list, recht fle­xi­bel in Fra­gen der Dok­trin, aller­dings uner­bitt­lich gegen die Befrei­ungs­theo­lo­gie. Er redet sehr viel von den Armen – ein Popu­list eben.“

    Soweit Ver­bitz­ky. Natür­lich ist das eine Sicht­wei­se, die man auch bezwei­feln kann. Aller­dings klingt das Inter­view glaub­wür­dig. Man möge selbst lesen. http://www.taz.de/!112929/

    Nun gehen aber ande­re Berich­te in die­sel­be Rich­tung: http://korrektheiten.com/2013/03/15/11397/ Sie gibt eine Ein­schät­zung des kon­ser­va­ti­ven katho­li­schen argen­ti­ni­schen Jour­na­li­sten Mar­ce­lo Gon­za­lez wie­der.

    Die­se Stim­men aus Argen­ti­ni­en, eine links­ori­en­tier­te genau­so wie eine kon­ser­va­ti­ve, beschrei­ben die­sel­be Inkon­si­stenz, das Popu­li­sti­sche und die Natur eines auto­ri­tä­ren Dop­pel­spie­lers.

    Mir wird immer wie­der unter­stellt, mir gin­ge es nur ums „Ahnung­ha­ben“ und ich ach­te den Papst nicht. Blöd­sinn aus dem Mun­de schwa­cher Gei­ster!

    Es ist viel schlim­mer: Ich bin in größ­ter Sor­ge um die Kir­che, weil ich sie in ihrer Ver­fasst­heit lie­be — des­halb schrei­be ich.

    • „des­halb schrei­be ich.“

      Und dafür dan­ke ich Ihnen! Ihre Kom­men­ta­re sind sehr wert­voll, sprach­lich wie inhalt­lich, und haben mir vie­le neue Erkennt­nis­se gebracht. Las­sen Sie sich von einem Dun­kel­mann nur nicht ins Box­horn jagen, das ist womög­lich eh nur der Zweit­ac­count eines hier bereits ein­schlä­gig bekann­ten Zuschrei­bers.

      • Soll­ten Sie mich mit dem „bekann­ten Zuschrei­ber“ mei­nen, muss ich Sie ent­täu­schen. In man­chem ist mir eini­ges an der Hal­tung von Dun­kel­ka­tho­lik sym­pa­thisch, aber ich bin es nicht.
        Übri­gens: Man schreibt: „Bocks­horn“ 😉

    • Auch hier bit­te ich zunächst vor­sich­tig zu sein. Was als Bisch­offüh­rer in einem Land gesagt wur­de, kann als Papst schon aus einer ande­ren Sicht betrach­tet wer­den kön­nen. Ich glau­be zunächst ein­mal — viel­leicht auch etwas naiv — an das Gute nicht nur im Men­schen, son­dern auch zunächst ein­mal an die­sem Papst, mögen ein­zel­ne Äuße­run­gen auch — und da gebe ich Ihnen recht — erst ein­mal ambi­va­lent erschei­nen. Er ist noch Papst­lehr­ling. Die Kir­che durch­lebt auch heu­te Höhen und Tie­fen. Die Kir­che ist in Jahrund­er­ten immer mit ande­ren Pro­ble­men befasst gewe­sen. Heu­te, so habe ich den Ein­druck, muss sie gegen den Ungeist der ört­li­chen Unter­schied­lich­keit von innen und gegen die Ungei­ster von Außen (Islam, mensch­li­che Ideo­lo­gie der Rela­ti­vis­mus, für mich erst ein­mal der gefähr­lich­ste Geg­ner, weil er so schwer zu fas­sen ist) festen Stand bie­ten.

      Die sol­ten letz­lich auf das Wort Jesu ver­trau­en, dass die Pfor­ten der Höl­le sie nicht über­wäl­ti­gen wird. Die­ses Meer­brau­sen, die­ser Orkan, wird nicht ohne Bles­su­ren für die Kir­che abge­hen. In die­ser end­zeit­li­chen Situa­ti­on wird sich die Stär­ke der Kir­che viel­leicht in Wel­len­be­we­gun­gen, die ab- und auf­wärts gehen, durch Mit­hil­fe des Hl. Gei­stes erwei­sen. Bene­dikt hat m. E. gera­de in der heu­ti­gen Zeit ein theo­lo­gi­sches Fun­da­ment neu gelegt oder wie­der­be­lebt, was ins­be­son­de­re das Jesus­bild für den heu­ti­gen Men­schen trag­fä­hig erschei­nen lässt und den Glau­ben in die Ver­läss­lich­keit im Got­tes­bild der hl. Drei­fal­tig­keit för­dert. Etwas mehr Gott­ver­trau­en wün­sche ich uns allen.

    • „Mir wird immer wie­der unter­stellt, mir gin­ge es nur ums „Ahnung­ha­ben“ und ich ach­te den Papst nicht. Blöd­sinn aus dem Mun­de schwa­cher Gei­ster!“
      O ja, die Ach­tung und Wert­sch­ärzung, die Sie dem Papst ent­ge­gen­brin­gen, springt einen aus jedem Ihrer zahl­lo­sen Postings gera­de­zu an! 🙂
      Klar, daß da jeder, der etwas ande­rer Mei­nung ist als Sie in Ihrer tie­fen Ach­tung vor den Papst, mit onto­lo­gi­scher Not­wen­dig­keit ein „schwa­cher Geist“ sein muß.
      Sicher­lich bin ich im Ver­gleich zu Ihnen, ver­ehr­ter Herr Pro­fes­sor, intel­lek­tu­ell nicht von fer­ne so bedeu­tend. Aber auch als Ihnen gegen­über ganz klei­nes Licht neh­me ich mir her­aus, Ihren Ver­gleich des Pap­stes mit Adolf Hit­ler (oben, 29.4., 21:21 Uhr) als per­fi­de und infam zu bezeich­nen. Daß die­ser Ver­geich hier beden­ken­los frei­ge­schal­tet wird und Sie sich der joh­len­den Bei­falls des Main­streams der Mituser sicher sein kön­nen, mag Sie ent­zücken, macht die Sache in sich aber kein Jota bes­ser. Da Sie im Blick auf den Papst immer des­sen „Intel­lek­tu­el­len­feind­lich­keit“ bekla­gen, könn­ten Sie unter Ihres­glei­chen, also den Intel­lek­tu­el­len, mal nach­fra­gen, wie die über Ihre histo­ri­sche Ver­gleichs­kunst den­ken.

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