Eine Clerical-Pop Story – Warum die perfekte Eintönigkeit im Jubelchor für Papst Franziskus Zweifel weckt

Franziskus und Benedikt XVI. gemeinsames Bild Ikone der neuen Clerical Pop ArtDer Rechts­phi­lo­soph Mario Palma­ro und der Jour­na­list Ales­san­dro Gnoc­chi beschäf­tig­ten sich in der Tages­zei­tung Il Foglio mit der „perk­ten Ein­stim­mig­keit“, mit der Papst Fran­zis­kus als neu­er „Pop­star“ am katho­li­schen Fir­ma­ment (aber nicht nur) gefei­ert wird. Sie ver­su­chen in ihrer Ana­ly­se die­ses „bis­her unbe­kann­ten“ Phä­no­mens einen Ver­gleich mit der Pop­kul­tur und deren Gesetz­mä­ßig­kei­ten, ihrem Kon­for­mis­mus, dem Ver­har­ren auf der Gefühls­ebe­ne und stän­di­ger Grenz­über­schrei­tun­gen.

Clerical-Pop

von Ales­san­dro Gnoc­chi und Mario Palma­ro

Mit die­sem Papst hat ein Chor mit per­fek­ter Ein­stim­mig­keit ein­ge­setzt, der Zwei­fel weckt. Bei jeman­dem, der nicht im Chor singt.

In der katho­li­schen Welt ist also der Frie­den aus­ge­bro­chen. Aus­ge­nom­men der eine oder ande­re phy­sio­lo­gi­sche Quer­kopf, schei­nen mit der Wahl von Papst Fran­zis­kus I. alle zufrie­den zu sein und jeder Wider­spruch scheint besänf­tigt. Ein gera­de­zu ein­ma­li­ges Ereig­nis in zwei­tau­send Jah­ren Kir­chen­ge­schich­te, wenn man bedenkt, daß das Schö­ne am lei­den­schaft­li­chen Katho­lisch­sein, sofern man davon noch spre­chen kann, gera­de immer hand­fe­ste theo­lo­gi­sche Prü­ge­lei­en zwi­schen einer theo­lo­gi­schen Schu­le und einer ande­ren Schu­le, zwi­schen einem Orden und einem ande­ren Orden, zwi­schen einem Cha­ris­ma und einem ande­rem Cha­ris­ma waren.

Seit dem 13. März 2013 hat das katho­li­sche Volk mit gro­ßer Anteil­nah­me der Welt alle Unter­schie­de und Streit­punk­te und jeden Groll bei­sei­te­ge­legt, um wie in einem Pop­kon­zert an einer end­lo­sen La-Ola-Wel­le zu Ehren des neu­en Pap­stes mit­zu­ma­chen. Alle sind Haupt­ak­teu­re eines gro­ßen Hap­pe­nings, bei dem, wie bei allen sol­chen Ereig­nis­sen, die Lust domi­niert, sich alle gleich zu füh­len, sich mit etwas und mit jemand zu iden­ti­fi­zie­ren, zu ver­ges­sen, was man noch bis eine Sekun­de vor Kauf der Ein­tritts­kar­te war.

Gemeinsame La-Ola-Welle und jeder fühlt sich berufen, „strahlende Horizonte“ für „Kirche von Papst Franziskus“ zu prophezeien

Das genügt schon, daß jeder sich beru­fen fühlt, neue strah­len­de Hori­zon­te für die „Kir­che von Papst Fran­zis­kus“ zu pro­phe­zei­en. Das alles ohne auch nur einen Erin­ne­rungs­krü­mel an die Dra­men, die bis vor kur­zem so schwer auf dem Schiff des Petrus laste­ten, daß es fast zu ken­tern schien. Pädo­phi­lie, Geschäf­te­ma­che­rei, Sit­ten­lo­sig­keit, Macht­kämp­fe, und alles was Bene­dikt XVI. angeb­lich zum Rück­tritt gezwun­gen hät­te, sind von den Titsel­sei­ten der Zei­tun­gen und aus der Gerüch­te­kü­che ver­schwun­den: Es gibt sie nicht mehr.

Es genügt schon, wenn man es wagt, ein ein­fa­ches „Hof­fen wir…“ anzu­fü­gen, etwa in der Schlan­ge beim Lieb­lings­ge­mü­se­händ­ler, wo natür­lich auch der anti­kle­ri­kal­ste Kun­de beteu­ert, wie sehr ihm die­ser neue Papst gefällt, um sich unver­hofft auf gefähr­li­chen Abwe­gen wie­der­zu­fin­den. Die durch die drei Punk­te gekenn­zeich­ne­te klei­ne Gedan­ken­pau­se hin­ter dem vor­sich­tig-schüch­tern geäu­ßer­ten „Hof­fen wir“ kön­nen vie­le schon nicht ertra­gen und es braucht nur eine Klei­nig­keit, um auf der Ankla­ge­bank zu lan­den mit sofor­ti­ger Ver­ur­tei­lung ohne Beru­fungs­mög­lich­keit, und zwar im Namen einer Barm­her­zig­keit und einer Sanft­heit, die die katho­li­sche Welt  erst jetzt ent­deckt zu haben scheint.

Widersprüchliche Konservative, die 2005 Wahl Benedikts statt Bergoglios bejubelten …

Die Wider­sprüch­lich­keit die­ser so unver­söhn­li­chen und into­le­ran­ten Begier­de nach Barm­her­zig­keit und Sanft­heit scheint nie­man­dem auf­zu­fal­len. Man ist ver­sucht den Sän­ger Max Pez­za­li und die alte Musik­grup­pe 883 para­phra­sie­rend zu sagen: Das ist das har­te Gesetz des Pop. Ange­sichts der ein­mü­ti­gen Hal­tung, den Beginn die­ses Pon­ti­fi­kats im Zei­chen von Wider­sprü­chen zu lesen, die nie­man­den stö­ren, nicht ein­mal jene katho­li­schen Köp­fe, die unter Bene­dikt XVI. so sehr die kla­re Stren­ge der Ver­nunft lieb­ten, ist viel­leicht der Zeit­punkt gekom­men, vom har­ten Gesetz des Cle­ri­cal-Pop zu spre­chen.

Ein Phä­no­men neue­ster Prä­gung, das, was das Sich-Lustig­ma­chen über das Prin­zip der Nicht-Wider­sprüch­lich­keit anbe­langt, ande­ren um nichts nach­steht. Um nur ein Bei­spiel anzu­füh­ren, genügt es an die Scha­ren von Kon­ser­va­ti­ven zu den­ken, die sich 2005 im Sieb­ten Him­mel fühl­ten, weil Joseph Ratz­in­ger an Stel­le von Jor­ge Mario Ber­go­glio gewählt wur­de, und die sich nun im Sieb­ten Him­mel füh­len, weil Jor­ge Mario Ber­go­glio an die Stel­le von Joseph Ratz­in­ger getre­ten ist.

Und wenn es jemand wagt die Ein­zig­ar­tig­keit die­ser Ein­mü­tig­keit zu ana­ly­sie­ren, die so vie­le Wider­sprü­che in sich birgt, wird ihm sofort das garan­tiert rost­be­stän­di­ge Argu­ment ent­ge­gen­ge­hal­ten, daß über dem Kon­kla­ve schließ­lich der Bei­stand des Hei­li­gen Gei­stes liegt. Ein Argu­ment, das aber, so unkri­tisch hin­ge­wor­fen, nicht erklärt, war­um die­se Ein­mü­tig­keit eben ein­zig­ar­tig ist. Um die Abson­der­lich­kei­ten der moder­nen Welt, ja sogar der katho­li­schen zu ver­ste­hen, genügt es nicht nur zer­streut der einen oder ande­ren Vor­le­sung in Dog­ma­tik gelauscht zu haben. Es bräuch­te zumin­dest ein wenig von der Erfah­rung von Max Pez­za­li.

Bilder und Schlagworte von Katholiken und Nicht-Katholiken haben sich angeglichen

Vor­aus­ge­setzt man war vor­her drei Meter über dem Him­mel unter­wegs, muß man mit etwas Geduld eini­ge Stu­fen, bis auf die Ebe­ne der Men­schen her­un­ter­stei­gen. Dort ange­kom­men folgt die Ent­deckung, indem man sich die Fin­ger mit der Drucker­schwär­ze der Zei­tun­gen schmut­zig macht, indem man Inter­net­sei­ten, Fern­se­hen und Radio ver­folgt, dem Pala­ver im Kaf­fee­haus, im Büro, im Haupt­schiff der Kathe­dra­le oder in einer abge­le­ge­nen Kapel­le lauscht, daß Katho­li­ken und Nicht-Katho­li­ken die glei­chen Bil­der vor Augen haben und die glei­chen Schlag­wor­te im Mund füh­ren. Weni­ge, ein­fa­che, abso­lu­te, so wie es sich eben gehört für das, was die kol­lek­ti­ve Vor­stel­lungs­welt formt. Neu­es Fut­ter für die Gefrä­ßig­keit der Medi­en, denen man nicht zum Vor­wurf machen kann, daß sie flei­ßig ihrer Auf­ga­be nach­kom­men. Wenn man die­se uner­sätt­li­chen Mon­ster füt­tert, viel­leicht in der Illu­si­on, sich ihrer bedie­nen zu kön­nen, endet man damit, von ihnen ver­schlun­gen, zer­kaut und wie­der aus­ge­spuckt zu wer­den, aller­dings so wie es ihnen gefällt, mit einem ande­ren Aus­se­hen und ande­rer Natur.

In den 70er Jah­ren mach­te der Medi­en­theo­re­ti­ker Her­bert Mar­shall McLu­han dar­auf auf­merk­sam, daß „die ent­mensch­lich­te Welt, in der wir leben, eine außer­ge­wöhn­li­che Gefahr für die mensch­ge­wor­de­ne Kir­che“ ist. Oder, daß die von den elek­tro­ni­schen Medi­en geschaf­fe­ne Welt „als ver­nünf­tig erschei­nen­des Fak­si­mi­le des mysti­schen Lei­bes, eine betäu­ben­de Erschei­nung des Anti­chri­sten ist. Schließ­lich ist der Fürst die­ser Welt ein gro­ßer Elek­tro­nik-Inge­nieur.“  Aber nie­mand hör­te ihm zu. „Die Theo­lo­gen haben sich nicht ein­mal her­ab­ge­las­sen, einen Blick auf ein sol­ches Pro­blem zu wer­fen“, wie Mar­shall McLu­han selbst schrieb.

Bild beider Päpste Ikone der Clerical-Pop Art

So wur­de aus dem rea­len reli­giö­sen Bild immer mehr eine kol­lek­ti­ve Vor­stel­lungs­welt, bis sie sich in per­fek­tem Pop-Stil in einer Art von unde­fi­nier­tem und unde­fi­nier­ba­rem uni­ver­sel­lem Bestre­ben prä­sen­tier­te. Die bei­spiel­haf­te Iko­ne die­ses Ergeb­nis­ses ist das Bild der bei­den Päp­ste, Fran­zis­kus und Bene­dikt, einer neben dem ande­ren. Ein so ent­frem­den­des sicht­ba­res Frag­ment scheint  ein Werk von Andy War­hol, eine Replik der berühm­ten Sieb­drucke, bei denen sich mehr­fach Por­trät­bil­der von Mari­lyn Mon­roe oder Mao wie­der­ho­len. Ande­rer­seits war War­hol sehr reli­gi­ös, ein so eif­ri­ger und flei­ßi­ger Pfarr­an­ge­hö­ri­ger, daß er es schaff­te, im fer­nen Jahr 1980 Papst Johan­nes Paul II. zu tref­fen.

Abge­se­hen von der meri­to­ri­schen Fra­ge, für die Histo­ri­ker und Theo­lo­gen zustän­dig sind, ist der gemein­sa­me Anblick der bei­den Päp­ste neben­ein­an­der auf der for­ma­len Sprach­ebe­ne die tra­gen­de Säu­le der bis­her unge­kann­ten Ein­mü­tig­keit, die Fran­zis­kus I. umweht. Im rein­sten Pop-Art-Geist, kön­nen die bei­den Figu­ren gleich­zei­tig nach ver­schie­de­nen Gesichts­punk­ten gele­sen wer­den. Von denen eine über die ande­re gelegt wird, und eine als Nega­tiv der ande­ren inter­pre­tiert wer­den kann, oder die eine als Abschwä­chung oder Ver­stär­kung der ande­ren, aber auch als unter­schied­li­che Nuan­cen einer mög­li­chen drit­ten Figur, und so wei­ter und so fort. An die­sem Punkt wird klar, daß ein irrever­si­bler Mecha­nis­mus von Repli­ken in Bewe­gung gesetzt wur­de, der dazu führt, daß das vor­herr­schen­de Bild sich durch­setzt. Und nicht von unge­fähr spricht man von einem Bild, denn — ein­mal soweit — spielt es kei­ne Rol­le mehr, ob es sich dabei um die Wirk­lich­keit han­delt.

Franziskus-Verzicht auf traditionelle Gewänder von genialer Funktionalität

Die inter­es­san­te­ste Fol­ge die­ses Phä­no­mens ist eine Art von atem­lo­sem Wett­ren­nen, um den Gesten und Wor­ten von Papst Fran­zis­kus eine bestimm­te Bedeu­tung zuzu­schrei­ben in der Illu­si­on, damit alle wider­spre­chen­den Bedeu­tun­gen aus­zu­schlie­ßen. Da nur am Bild und nicht an der Rea­li­tät labo­riert wird, wirkt man auf die­se Wei­se ledig­lich an der Ver­wirk­li­chung eines kol­lek­ti­ven Opus mit. Wer meint, eine eige­ne exklu­si­ve Inter­pre­ta­ti­on des Pop-Phä­no­mens zu lie­fern, um es sich zu eigen zu machen, tut in Wirk­lich­keit nichts ande­res als sei­nen far­bi­gen Pin­sel­strich dem Bild hin­zu­zu­fü­gen, das wesent­lich aus­sa­ge­kräf­ti­ger ist als die Sum­me aller Pin­sel­stri­che. So kräf­tig, daß es sogar ohne den klein­sten Farb­tup­fer aus­kom­men könn­te. Von die­sem Gesichts­punkt aus betrach­tet, ist der Ver­zicht des neu­en Pap­stes auf die tra­di­tio­nel­len Gewän­der gera­de­zu von genia­ler Funk­tio­na­li­tät, da die­sen Pop-Art-Pin­sel­stri­che gera­de­zu zuwi­der sind. Da macht sich das Weiß viel bes­ser unter dem man im Gegen­licht die schwar­zen All­tags­ho­sen erkennt, das so offen­sicht­lich bar jeder Per­sön­lich­keit ist, daß es dazu ver­lei­tet, es zu ver­ein­nah­men ohne zu durch­schau­en, daß man ver­ein­nahmt wird.

Dem was Fran­zis­kus I. bis­her gesagt, vor allem aber getan hat, eine beson­de­re Bedeu­tung zuzu­schrei­ben, ist nichts ande­res als die Intel­li­genz im Leer­lauf zu gebrau­chen aus dem ein­fa­chen Grund, weil die Ebe­nen auf denen man sich bewegt ver­schie­den sind. Der Phi­lo­soph und Sprach­theo­re­ti­ker Lucio Spa­zi­an­te schrieb in einem Auf­satz „Sozio­se­mio­tik des Pop“, der trotz des Titels sehr lesen­wert und intel­li­gent ist: „Die Pop-Kul­tur zeich­net sich als eine Kul­tur des Machens statt des Wis­sens aus, wo man, um der Spon­ta­ni­tät Raum zu las­sen, es vor­zieht nicht zu wis­sen, wo die Pra­xis mehr zählt als die Theo­rie. Wer Rock­mu­sik hört, weiß, daß er in jener Welt erst­mals Herr eines Ter­ri­to­ri­ums ist. Dort gibt es kei­ne Pro­fes­so­ren, nicht Tau­sen­de von zu lesen­den Büchern, kei­ne Kul­tur und Poli­tik zu ver­ste­hen. Es genügt einen Sän­ger zu lie­ben, manch­mal zu imi­tie­ren, die glei­chen men­ta­len und phy­si­schen Klei­der anzu­zie­hen und schon erfin­det man sich gesell­schaft­lich neu. Im Pop gibt es kei­ne wirk­li­che Anstren­gung zur Theo­rien­bil­dung. Damit die Inhal­te klar wer­den, müs­sen sie extra­hiert wer­den. […] Der Pop schafft den Durch­bruch, hier wie anders­wo, trotz Sprach­bar­rie­ren. Der Grund dafür liegt wahr­schein­lich dar­in, daß der Sinn der Wor­te das letz­te ist, was man erfaßt.“

Nicht Glauben sondern elementares Gefühl ist der Kitt

Die­se Dimen­si­on des Wort­sinns erklärt die­sen Wunsch, sich mit den gera­de in Mode ste­hen­den Pop­stars zu iden­ti­fi­zie­ren, auch dem, der gera­de in der katho­li­schen Welt aktu­ell ist. Eine Erhe­bung in Pfar­rei­en, Gemein­schaf­ten und Bewe­gun­gen wür­de schnell erge­ben, daß jeder Gläu­bi­ge ein eige­nes Bild vom Papst hat. Und wenn man der Sache auf den Grund gin­ge, wür­de man fest­stel­len, daß der Kitt, der die­se Rie­sen­wel­le zusam­men­hält, ein vages, ele­men­ta­res Gefühl ist, das weit, zu weit unter­halb des Glau­bens, der Glau­bens–  und Moral­leh­re ange­sie­delt ist.

Das Prak­ti­zie­ren des katho­li­schen Glau­bens ver­lang­te jedoch immer den Gebrauch von Intel­lekt und Wil­len. Mit die­ser anspruchs­vol­len Aske­se der Ver­nunft, zusam­men mit dem Gebet und dem Blut der Mär­ty­rer hat die Kir­che ihre Kin­der auf­ge­zo­gen und die Welt bekehrt: nicht indem sie für ein Kon­zert in die Are­na ging, son­dern um im Namen des Logos den Löwen gegen­über­zu­tre­ten. „Die Wie­ge der Kir­che“, schrieb Mar­hall McLu­han, „war das grie­chisch-römi­sche Alpha­bet, das nicht vom Men­schen, son­dern von der Vor­se­hung ent­wickelt wur­de. Die Tat­sa­che, daß die grie­chisch-römi­sche Kul­tur schon immer den Groß­teil der Mensch­heit kenn­zeich­ne­te, der dann christ­lich wur­de, wur­de nie in Fra­ge gestellt. Es wird selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt, daß die Mis­sio­na­re ihren Glau­ben wahr­schein­lich vom geschrie­be­nen Wort emp­fin­gen.“

Es war Mit­te der 70er Jah­re, als der kana­di­sche Wis­sen­schaft­ler die­se Anmer­kun­gen ver­faß­te. Es war das gol­de­ne Zeit­al­ter des Pop, den die katho­li­sche Welt sich auf dra­ma­ti­sche Wei­se anschick­te, sich mit den übri­gen vier, fünf Jah­ren Ver­spä­tung zu eigen zu machen.

Der Papst war damals ein Intel­lek­tu­el­ler erster Güte wie Paul VI. und daher klingt es umso pro­phe­ti­scher und mes­ser­scharf was McLu­han am Ende sei­ner Aus­füh­rung anfüg­te: „Ich wünsch­te, die Kir­che wür­de mehr über die Geburt der Kir­che in der Wie­ge des grie­chisch-römi­schen Alpha­bets spre­chen. Die­ses kul­tu­rel­le Erbe ist unent­behr­lich. Das Pro­blem ist, daß sie sel­ber nicht die Ant­wort ken­nen: Sie ken­nen sie wirk­lich nicht. Es gibt kei­nen in der Hier­ar­chie, den Papst mit ein­ge­schlos­sen, der die­se Sachen weiß. Nie­mand.“

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Asia­news bear­bei­tet

45 Kommentare

  1. Ein Ober­haupt der katho­li­schen Kir­che, wel­ches ein­stim­mig von der Meu­te der inter­na­tio­na­len Medi­en und Pres­se nicht nur klag­los akzep­tiert, son­dern auch noch gren­zen­los beju­belt wird, soll­te jedem gläu­bi­gen Katho­li­ken den Angst­schweiß auf die Stirn trei­ben. Oder wenig­stens ein leich­tes Magen­drücken ver­ur­sa­chen.

      • Ist der Papst ein Pop­star, daß er gute Publi­ci­ty braucht? Muß die gan­ze Welt den Papst nun lieb­ha­ben, lie­ber Vin­cen­ti­us? Hat Jesus auch gute Publi­ci­ty gebraucht? Hat Jesus auch allen nach dem Mund gere­det, damit sie ihm zuju­beln und toll fin­den? Fra­gen über Fra­gen…

        • Ich habe nir­gends geschrie­ben, dass Jesus oder der Hei­li­ge Vater publi­ci­ty brau­chen. Scha­den kann es aller­dings der Bot­schaft vom gött­li­chen All­er­bar­men gewiss nicht.

    • Genau, da haben Sie Recht.
      Wir sind zum Zei­chen, dem wider­spro­chen wird, nicht für den Bei­fall der Welt da.
      Was wenn Franz die Abtrei­bung anspricht, Dis­zi­plin in der Sexua­li­tät ein­for­dert, die Homo­se­xua­li­tät als Sün­de postu­liert, den Ehe­bruch ver­ur­teilt und und und.
      Alles (vor­mals) Katho­li­sche Posi­tio­nen, die durch Ver­schwei­gen nicht weg sind.
      Nein, natür­lich muß man ihm Zeit geben, aber obs hilft, mal sehen.

      • Unsinn, Chri­stus ist das Zei­chen, dem wider­spro­chen wird, nicht wir. Und zwar nicht wegen der Sexu­al­mo­ral. Dar­über hat der Herr erstaun­lich wenig gepre­digt. Son­dern wegen sei­ner Bot­schaft von Lie­be und Ver­ge­bung.

  2. Wirk­lich ein scharf­sin­ni­ger Arti­kel, der eini­ges erklärt — ich habe mich in den letz­ten Wochen gewun­dert, woher die­ses ein­mü­ti­ge Jubi­lie­ren über Fran­zis­kus kommt. Wenn ich ehr­lich sein soll, beäng­sti­gen mich sei­ne täg­li­chen Pre­dig­ten. Sie sind knall­har­ter, purer Mora­lis­mus, haben kei­nen theo­lo­gi­schen roten Faden und offen­ba­ren statt­des­sen kal­ten auto­ri­tä­ren Stil. Fran­zis­kus for­mu­liert Ver­ur­tei­lun­gen, die weit über das hin­aus­ge­hen, was das depo­si­tum fidei for­dert. Bei­spiel: Die „Ver­leum­dung“, so der Hei­li­ge Vater heu­te, „ist schlim­mer als eine Sün­de: die Ver­leum­dung ist Aus­druck des Satans“. Also zum Mit­schrei­ben: es gibt Sün­den, die so schlimm sind, dass sie schon kei­ne Sün­de mehr sind, son­dern „Aus­druck Satans“, im Gegen­satz offen­bar zu „nor­ma­len“ Tod­sün­den, die kein Aus­druck Satans sind? Oder wie? Mit sol­chen Sät­zen wer­den ganz nor­ma­le Men­schen dämo­ni­siert! Die Klatsch­ba­se, die hin­ten­her­um irgend­ei­nen Unsinn redet, der mei­net­we­gen unan­ge­neh­me Fol­gen hat, ist also schlim­mer als ein Ehe­bre­cher oder Mör­der. Oder wie? Jeden­falls doch schlim­mer als ein Sün­der nach den Papst­wor­ten. — In die­sel­be Ker­be hau­te neu­lich sein Satz, wer nicht demü­tig sei, sich nicht selbst ernied­ri­ge, sei kein Christ (!). Was soll das hei­ßen? Spricht er damit eine Art Exkom­mu­ni­ka­ti­on aus? Oder ist das ein­fach nur so dahin­ge­sagt?
    Aber wie auch immer — wenn man die Foren durch­for­stet: die Leu­te sind rasend vor Lust über die­se krau­sen und gefähr­li­chen Reden, wirk­lich fast wie das hyste­ri­sche Publi­kum eine Pop-Kon­zer­tes.
    Mir wird zuneh­mend unwoh­ler bei all dem. Ich kann die wahr­haft demü­ti­ge und sanf­te Stim­me Jesu dar­in nicht wirk­lich hören. Und ich hof­fe immer noch, zu erwa­chen und fest­stel­len zu dür­fen, dass ich mich irre!

    • Ich wuß­te nicht, ob ich über sei­ne „Jeder Christ muß sich ernied­ri­gen“ Pre­digt lachen oder wei­nen soll­te. Nir­gend­wo, aber auch nir­gend­wo in Neu­en Testa­ment for­dert Jesus Ernied­ri­gung; Demut, Reue, Abkehr von Sün­den ja, aber kei­ne Ernied­ri­gung. Jesus selbst wird aber durch ande­re Kräf­te ernied­rigt, und wie er ernied­rigt wird. Das soll­te schon alles sagen.

        • „Wer aber sich selbst erhöht, der wird ernied­rigt wer­den, und wer sich selbst ernied­rigt, der wird erhöht wer­den.“ — Dies ist ein völ­lig ande­rer Kon­text, hier wer­den Hoch­mut und Demut sowie ihre Fol­gen bzw. Früch­te beschrie­ben. Bei „Jeder Christ MUSS sich ernied­ri­gen“ wie es Papst Fran­zis­kus for­dert, dage­gen geht es um die Ernied­ri­gung an sich, die er zum Zwang macht für das Christ­sein. Zwei voll­kom­men ver­schie­den Din­ge also.

          • Ich sehe schon, der erste Vor­sit­zen­de des Papst Fran­zis­kus Fan­clubs ist wie­der auf­ge­taucht mit all sei­nem Cheer­lea­ding. Will­kom­men, lie­ber Vin­cen­ti­us und viel Erfolg beim Papst beju­beln! Und wenn man schon die Hl. Schrift zitiert, dann soll­te man schon ver­stan­den haben, was sie uns sagen will, denn Meta­phern und Gleich­nis­se sind nun mal nicht jeder­mans Sache.

          • Jesus hat sei­nen zwölf Apo­steln die Füße gewa­schen.
            Wäre das Letz­te Abend­mahl ein Mahl wie jedes ande­re gewe­sen, hät­te er dazu auch Leu­te von der Stra­ße geru­fen, Krüp­pel und Bett­ler und ande­re, von denen er in der Feld­pre­digt Luk 6 spricht, auch Frau­en, die in sei­nem Gefol­ge waren (und die beim histo­ri­schen Letz­ten Abend­mahl viel­leicht im Neben­raum waren), und ihnen die Füße gewa­schen. Aber er hat nicht. Und so wie Fran­zis­kus mit sei­ner Akti­on etwas aus­drücken woll­te (was?), so woll­te auch der Hei­land mit die­ser sei­ner kon­kre­ten Beschrän­kung auf den Kreis der zwölf Apo­stel etwas aus­drücken.
            Nun hat Papst Fran­zis­kus am Grün­don­ners­tag Jesus Chri­stus offen­kun­dig über­bo­ten. Oder wie muss man sei­ne Geste deu­ten? Denn nicht wir, die wir dar­über rät­seln, haben die­se Geste getan, son­dern der Papst war es.
            Da auch der Fuß­kuss im Bewusst­sein der Katho­li­ken und der Mensch­heit Ver­schleiß lei­den kann, käme als gestei­ger­te Geste der päpst­li­chen Selbst­er­nied­ri­gung (bzw. der Ernied­ri­gung des Chri­sten­tums vor den nicht­christ­li­chen Welt­re­li­gio­nen — denn dar­um scheint es hier sym­bo­lisch zu gehen) in Fra­ge, dass er am näch­sten Grün­don­ners­tag den Füßen der zwölf Apo­stel­re­prä­sen­tan­ten sei­nen Nacken zum Nie­der­tre­ten dar­bie­tet.

          • Die Fuß­wa­schung ist kein Sakra­ment, es müs­sen nicht 12 Leu­te oder gar Män­ner sein. Im Abend­mahl­saal waren wohl auch die Frau­en, die Jesus beglei­te­ten anwe­send. Beim Pes­sach­mahl gibt es kei­ne Geschlech­ter­tren­nung — und es wäre mir neu, dass Frau­en kei­nen Zugang zur Kom­mu­ni­on hät­ten.

    • Es ist mein Bestre­ben zu ler­nen, Papst Fran­zis­kus in sei­ner Art anzu­neh­men.
      Noch ist mir das nicht ganz gelun­gen und ich füh­le Vor­be­hal­te ihm gegen­über.

      Im Gegen­satz zu Ihnen aller­dings fin­de ich das, was er uns sagt, nicht tadelns­wert. Man­ches davon hat mich beein­druckt.
      Das The­ma „Ver­leum­dung“ z.B. ist es schon wert, dass man sich näher damit befasst.
      Natür­lich ist Ehe­bruch schlimm, Mord etwas ganz und gar destruk­ti­ves.
      Ver­leum­dung jedoch darf man auch nicht unter­schät­zen.
      Es geht nicht um die Klatsch­ba­se. Es kann Schlim­me­res aus Ver­leum­dung ent­ste­hen. An ande­rer Stel­le habe ich Ihnen dar­auf geant­wor­tet.

      Es ist sei­ne „Armut“, die mich irri­tiert. Dass Papst Fran­zis­kus ganz per­sön­lich einen ein­fa­chen Stil pfle­gen möch­te, neh­me ich ihm ab und fin­de es auch gut.
      Aber Armut zu demon­strie­ren, indem er bei­spiels­wei­se auf schö­ne Gewän­der ver­zich­tet — leicht kann ech­te oder ver­meint­li­che Demut zum Hoch­mut wer­den.

      Sei­ne Art, auf ande­re zuzu­ge­hen, kommt an!
      Doch ein freund­li­cher, unkom­pli­zier­ter Umgangs­ton ist nicht alles.
      Wenn der neue Papst bemerkt, dass er bei den Leu­ten „ankommt“, wenn er sieht, dass immer mehr Besu­cher auf den Peters­platz strö­men, kann auch das Grund zum Hoch­mut wer­den. Es muss ihm ja nicht ein­mal bewusst wer­den.

      Wie wird sein Han­deln die Kir­che ver­än­dern?
      Das fra­ge ich mich und bin unsi­cher.
      Manch­mal hoff­nungs­froh und ein ander­mal skep­tisch!

      • Lie­ber Mari­en­zweig, auch ich habe Ihnen an ande­rer Stel­le geant­wor­tet und sage es noch mal hier: Ich sag­te nicht, dass Ver­leum­dung nicht schlimm ist. Es ist ein Ver­stoß gegen das 8. Gebot. Jeder Ver­stoß gegen die Lie­be ist eine Tod­sün­de, lesen Sie ein­fach den Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che. Ja, Ver­leum­dung ist eine schwe­re Sün­de, wenn sie in vol­lem Bewusst­sein pas­siert. Aber sie ist eine Sün­de, „mehr“ nicht.
        Der Papst klärt nicht, war­um er in die­ser Wei­se mora­li­siert. Es bleibt dem Hörer über­las­sen, hier sei­ne auf­ge­stau­ten Fru­stemo­tio­nen hin­ein­zu­pro­ji­zie­ren („Ja, genau, end­lich sagt mal einer was gegen.…!“). Und dann sind wir so schlau wie vor­her. Dass üble Nach­re­de nicht gut ist, wuss­ten wir auch schon vor­her. Was aber folgt nun? Die­se rhe­to­ri­schen For­mu­lie­run­gen des Fran­zis­kus sind so gedrech­selt, dass auch sehr leicht am Ende jeder, der nicht das von sich gibt, was dem „unfehl­ba­ren“ Papst, der sich eben nicht, wie es nor­ma­ler­wei­se gilt, sach­lich sau­ber posi­tio­nie­ren muss, so ganz unscharf nicht zusagt, als „Ver­leum­der“ mit „man­gel­der Demut“ dasteht und ihm plötz­lich das Christ­sein abge­spro­chen wird, wie der Hei­li­ge Vater es ja neu­lich schon ver­bal aus­ge­te­stet hat: Wer sich nicht selbst ernied­rigt, ist kein Christ. Das gilt dann für alle, nur für ihn und sei­ne Adla­ti nicht — sol­che Befürch­tun­gen stei­gen mir eben auch auf.

        • Sehr scharf beob­ach­tet. Im Grun­de sind sol­che dämo­ni­sie­ren­den Aus­gren­zungs­me­cha­nis­men typisch für eine sich eta­blie­ren­de (Meinungs-)Diktatur.

      • Wol­len wir also für unse­ren Papst beten! Das hat er schon am 13.3. nach sei­ner Wahl erwünscht. Und auch für­ein­an­der — um gro­ße Brü­der­lich­keit!

    • das geht mir nun seit dem 13. März so. Ich mag im Moment nicht mehr an Text schrei­ben, ver­fol­ge aber jeden Arti­kel hier bei katho­li­sche­s­in­fo und mel­de mich spä­ter mal wie­der län­ger. Ich bin tief­trau­rig und ver­ste­he die katho­li­sche Welt nicht mehr, ob so vie­ler ganz bewußt gewoll­ten Ver­än­de­run­gen des neu­en Pap­stes, der sich doch dadurch sel­ber in Gegen­satz zum –von mir so sehr geschätz­ten –Papst Bene­dik­tXIV setzt. Manch­mal mag ich das alles gar nicht mehr ver­fol­gen, damit ich mei­ne inne­re Ruhe wie­der fin­de. KOMM HEILIGER GEIST!!

  3. An bei­de Autoren möch­te ich kurz ein wenig erleu­tern.
    1. Es gibt den hei­li­gen Geist wirk­lich
    2. Papst Bene­dikt XVI und Papst Fran­zis­kus ergän­zen sich sehr gut. Jeder hat­te sei­ne Zeit und gera­de so wie es kam ist es rich­tig.
    3. Jor­ge Mario Ber­go­glio war nie ein Gegen­kan­di­da­ten von Joseph Ratz­in­ger, eine Papst­wahl läuft anders ab und wer Jor­ge Mario Ber­go­glio kennt weiß das er Joseph Ratz­in­ger immer sehr geschätzt hat.
    So den­ke vie­le Katho­li­ken die treu hin­ter Papst Bene­dikt XVI ste­hen …

    • Ja, schön — kei­ne Ihrer Erläu­te­run­gen betrifft mei­ne Aus­sa­gen! Ich stim­me Ihnen so all­ge­mein, wie Sie for­mu­lie­ren, zu. Mei­ne Gedan­ken sind aber nicht all­ge­mei­ner Natur!
      Wenn Sie den Text, den wir eigent­lich kom­men­tie­ren, noch mal lesen, wer­den Sie ent­decken, dass jeder treue Katho­lik, zu denen ich mich zäh­le (!), auf­ge­for­dert wird, sei­nen Intel­lekt und Wil­len zu gebrau­chen. Es kann nicht dar­um gehen, sei­nen nüch­ter­nen Ver­stand an der Gar­de­ro­be abzu­ge­ben.
      Ich hat­te mich zu kon­kre­ten Sät­zen des Fran­zis­kus geäu­ßert und mei­ne Beden­ken geäu­ßert. Und es ist bedenk­lich, wenn ein Papst etwas lehrt, was bis­her nicht Leh­re der Kir­che war. Die Unfehl­bar­keit des Pap­stes stellt ihn nicht über die Tra­di­ti­on der Kir­che. Ich sag­te ja: ich wünsch­te, ich wache auf und es ist nicht so, wie ich es befürch­ten muss!

      • Ich kann ihrer Beun­ru­hi­gung in kein­ster Wei­se fol­gen. Wo sehen sie kon­kre­te Pro­ble­me? Es ist für mich nicht erkenn­bar, an wel­chen Stel­len Papst Fran­zis­kus den Leh­ren der Kir­che wider­spricht. Gera­de sei­ne deut­li­che Ver­ur­tei­lung der US- Non­nen heu­te, soll­te doch die Erz­kon­ser­va­ti­ven Krei­se unse­rer Kir­che beru­hi­gen. Der Mann möch­te nicht die Kir­che auf­lö­sen und er ist auch nicht Satan oder der Anti­christ. Es ist ein­fach nur einen ande­ren Stil der pflegt. Er pflegt einen ande­ren Stil als Bend­eikt und Bend­eikt pfleg­te einen ande­ren Stil als Johan­nes Paul.
        Ich glau­be des wei­te­ren, dass vie­le (gera­de euro­päi­sche Chri­sten) man­ches was die­ser Papst sagt, falsch deu­ten. Er hat eine völ­lig ande­re Vita als alle Päp­ste zuvor. In Süd­ame­ri­ka wird der katho­li­sche Glau­be und auch die Theo­lo­gie ganz anders prak­ti­ziert als bei uns in Euro­pa. Teil­wei­se wird da eine här­te­re Wort­wahl benutzt als bei uns und in jedem­fall ist es da mit der Theo­lo­gie auch Kon­ser­va­ti­ver. Und genau aus die­sem Grund kann ich nicht ver­ste­hen, was alle hier gegen Fran­zis­kus haben. Es ist doch für unse­ren Glau­ben zweit­ran­gig, ob der Papst rote Schu­he trägt oder eine moder­ne Feru­la (um mal ane­re Kom­men­ta­re auf­zu­grei­fen).
        Es soll­te jeden­falls zweit­ran­gig sein, für vie­le ist es das schein­bar nicht und geanu jene füh­len sich, mei­nes Erach­tens nach, nun von Fran­zis­kus ange­grif­fen, da die­ser sag­te, dass die Kir­che sich zu sehr mit sich selbst beschäf­tigt.
        Und nur als klei­ner juri­sti­scher Hin­weis: Nur weil der Papst in einer Pre­digt etwas sagt, ist das nicht unfehl­bar rich­tig und bin­den­den Kir­chen­leh­re.
        Unfehl­bar ist der Papst nur wenn er zB. ein Dog­ma ver­kün­det. Also kei­ne Sor­ge, wenn man ande­rer Auf­fas­sung ist als der Papst, kann man trotz­dem noch ins Reich Got­tes kom­men 😉

        • Und ich kann nicht fol­gen — es geht nicht um kon­ser­va­tiv oder nicht, es geht um prä­zi­se und wahr­haf­ti­ge Argu­men­ta­ti­on, um Respekt vor der Tra­di­ti­on und Leh­re. Es geht dar­um, dass jedes Wort, jede Geste eines Pap­stes an Kon­no­ta­tio­nen gemes­sen und ver­stan­den wird, dass er sich gut über­le­gen muss, was er wann sagt und tut.
          Sei­ne Gesten sind jedoch ein­deu­tig popu­li­stisch, sei­ne Wor­te wer­den nicht mit wachem Ohr gehört. Das will ja der Arti­kel, über den wir dis­ku­tie­ren (!?) sagen.
          All sei­ne Signa­le und auch sei­ne man­geln­de Prä­zi­si­on fin­det in einem gro­ßen her­me­neu­ti­schen Kon­text der heu­ti­gen Kir­chen­kri­se mit all ihren Argu­men­ten und ver­min­ten Fel­dern statt. Da kann doch kei­ner ein­fach so drü­ber­tor­keln ud glau­ben, für ihn gel­ten ande­re Geset­ze der Rede und des han­deln, nur weil er aus Argen­ti­ni­en kommt. Auch Franz hat ganz nor­mal stu­diert, wie wir hier in EU auch, und weiß ganz genau, wie die Spiel­re­geln der Rhe­to­rik, der Dis­ku­tier­kunst und der PR funk­tio­nie­ren. Und das eben beun­ru­higt mich: er tut das alles mit Bedacht und kei­nes­wegs „aus Ver­se­hen“.

      • Natür­lich ist der Papst der­je­ni­ge, der ent­schei­det, was Leh­re der Schrift und der Tra­di­ti­on ist. Das ist im Prin­zip die Bot­schaft von Pastor Aeter­nus und Dei ver­bum.

        • Ach tat­säch­lich? Sie wis­sen selbst, dass das him­mel­schrei­en­der Unsinn ist. Es gibt auch eine Kir­che vor dem aktu­el­len Papst! Mit Kon­zils­be­schlüs­sen, kano­ni­sier­ten Tex­ten etc. pp. Dem hat sich auch Sei­ne Hei­lig­keit — in aller Demut übri­gens — zu beu­gen.

        • Das ist kein Unsinn, das ist kirch­li­che Leh­re. Was die­se beinhal­tet, sagt der Papst. Das ist sei­nes Amtes.

          • Nein, es hat kei­nen Sinn, ande­re haben es Ihnen in die­sen Foren schon x‑mal erklärt… — der Papst kann nicht kirch­li­che Leh­re von Null auf neu deu­ten oder ihr gar wider­spre­chen — war­um ist Ihnen der Kada­ver­ge­hor­sam gegen­über dem Papst über­haupt so wich­tig, wo Sie ande­rer­seits ohne irgend­ein Pro­blem die Hei­li­ge Schrift anzwei­feln? Ihre Argu­men­te sind teil­wei­se falsch, teil­wei­se in sich wider­sprüch­lich und inkon­si­stent. Bit­te den­ken Sie dar­über nach und lesen noch mal die Kon­zils­ak­ten Vat. I. + II. Nur eine Objek­ti­vie­rung hilft, die eige­nen Gedan­ken zu ord­nen.

  4. Ein­mal hat Fran­zis­kus in einer sei­ner täg­li­chen „Per­len“ gesagt: „Wer nicht zu Chri­stus betet, der betet zum Teu­fel!“ Star­ke Wor­te! Woll­te er damit sagen, dass Mus­li­me, die nicht zu Chri­stus, son­dern Allah beten, beten zum Teu­fel? Sicher nicht, denn sonst hät­te er sie jawohl nicht als „Gläu­bi­ge“ und „Hoff­nung“ bezeich­net. Was bedeu­tet es also? Man weiß es nicht. Ich den­ke, er will sei­ne Wor­te nicht auf die Gold­waa­ge gelegt wis­sen. Ber­go­glio-Fran­zis­kus erklärt nicht. Er über­lässt das Deu­ten sei­ner Wor­te und Taten (erster Papst, der Mus­limin­fü­ße küss­te) ande­ren.

    • Lesen Sie die­se Pre­digt doch vor dem Hin­ter­grund der Adres­sa­ten: Das sind die Kar­di­nä­le gewe­sen. Er sagt den Kar­di­nä­len letzt­lich damit: Stellt Chri­stus über alles. Nichts ist so wich­tig wie er, kein kle­ri­ka­les Geha­be (wie Knopf­loch- oder Schuh­far­ben), nicht ein­mal die Kir­che sel­ber. Wer dem Kle­ri­ka­lis­mus mehr hul­digt als Chri­stus, hat die­sen ver­las­sen!

  5. Die per­fek­te Ein­tö­nig­keit im Jubel­chor … gilt das auch für die Her­ren Kar­di­nä­le?

    Wie berich­tet wur­de, soll Ber­go­glio im Kon­kla­ve mit einer sat­ten 80-Pro­zent-Mehr­heit zum Papst gewählt wor­den sein, und das bereits im fünf­ten Wahl­gang! Wie ist die­se ein­ver­nehm­li­che Wahl über­haupt zustan­de gekom­men? Gab es denn kei­ne Oppo­si­ti­on? Wo waren denn all die „Ratz­in­ge­ria­ner“ im Kon­kla­ve? War­um hat­te man von dem„Papabile“ Ber­go­glio acht Jah­re lang nichts gehört?

  6. Zu eini­gen Postings hier möch­te ich fol­gen­des sagen:
    1. Schmä­hen­de Hin­wei­se auf die „Erz­kon­ser­va­ti­vi­tät“ man­cher Kom­men­ta­to­ren sind sach­lich unzu­läs­sig! Man beden­ke, dass Jesus bei sei­nem Ver­hör vor dem Hohen Rat schon dar­auf hin­wies, dass erst der sach­li­che Nach­weis der Falsch­heit einer Aus­sa­ge von Rele­vanz ist!
    2. Ja, lese man doch mal die Hei­li­ge Schrift zum The­ma „Ver­leum­dung“ oder „Demut“. „Demut“ ist nicht Unter­wür­fig­keit. „Demut“ kenn­zeich­net v.a. mein Ver­hält­nis zu Gott. Es kann sein, dass die Außen­welt Demut nicht als sol­che erkennt, son­dern für Hoch­mut hält — und umge­kehrt. Das ist auch kir­chen- und theo­lo­gie­hi­sto­risch ein wah­res Minen­feld! Was die Ver­leum­dung betrifft, lese man 1. Petrus 2. Oder die Sün­den­leh­re des KKK — wie gesagt: Sün­den, die so schlimm sind, dass sie kei­ne Sün­de mehr sind, gibt es nach der Leh­re der Kir­che nicht.
    3. Ein Papst soll wie jeder Christ sei­ne Wor­te auf die Gold­waa­ge legen! Ja — lehrt nicht Jesus „Jaja nein­nein“, und wird nicht jedes unse­rer Wor­te am Ende gewo­gen wer­den? Dass ein Papst aus­ge­rech­net sich einen Faux­pas nach dem ande­ren erlau­ben darf und das from­me Volk träumt davon, dass er es schon nicht so gemeint haben wird oder gar den ver­däch­ti­gen Kar­di­nä­len mal end­lich eine Lek­tio ertei­len woll­te — auch das geht an der Bibel vor­bei: gibt es kon­kre­te Vor­wür­fe zu erhe­ben, müss­te er unter vier Augen die betref­fen­den Kar­di­nä­len anspre­chen und nicht All­ge­mein­plät­ze in die Welt hin­aus­schrei­en. Was wäre das für ein Füh­rungs­stil, der sei­ne Leu­te durch eine Art Bloß­stel­lung vor aller Welt dis­zi­pli­niert? Sind nun Dem­ago­gie und Rhe­to­rik der neue Stil?

    • Die von Ihnen ange­spro­che­nen Per­so­nen­krei­se haben genau des­halb ein Rie­sen­pro­blem, da man immer mehr den Ein­druck bekommt, daß bei Fran­zis­kus ein Ja auch wirk­lich ein Ja ist und ein Nein wirk­lich ein Nein. Falls er sei­ne Amts­füh­rung so fort­setzt, wie er damit begon­nen hat, wird das zu Glaub­Wür­dig­keit im wahr­sten Sin­nen der Wor­te füh­ren: Kir­che muß leben­dig sein und für die Men­schen da sein.

    • Zunächst möcht ich Ihren Aus­füh­run­gen zustim­men. Auch ich sehe lang­sam die Gren­ze zur Dem­ago­gie über­schrit­ten.
      Wo ich noch einen Fra­ge habe ist die Aus­sa­ge (wei­ter oben), daß jeder Ver­stoß gegen die Lie­be eine Tod­sün­de wäre.
      Damit wäre es dann doch jede, da das Wesen einer Sün­de die man­geln­de Got­tes­lie­be ist.
      Ich habe noch gelernt für eine Tod­sün­de müs­sen drei Bedin­gun­gen erfüllt sein:
      1. Die Schwe­re der Mate­rie.
      2. Das Wis­sen um die Sünd­haf­tig­keit.
      3. Die Frei­wil­lig­keit der Tat.
      So steht es mei­nes Wis­sens auch noch im Kathe­chis­mus des Hl. Pius X.
      Hat sich da etwas geän­dert?
      Dan­ke!

      • Ja, so habe ich es auch gelernt. Sie haben recht: ich habe zu kurz for­mu­liert, was im KKK so steht:
        Nr. 1855 „Die Tod­sün­de zer­stört die Lie­be im Her­zen des Men­schen durch einen schwe­ren Ver­stoß gegen das Gesetz Got­tes. In ihr wen­det sich der Mensch von Gott, sei­nem letz­ten Ziel und sei­ner Selig­keit, ab und zieht ihm ein min­de­res Gut vor.“ Im wei­te­ren wird dann aus­ge­führt, dass schwe­re Sün­den vor allem an den 10 Gebo­ten gemes­sen wer­den kön­nen (Nr. 1858)
        Sie haben recht damit, dass jede Sün­de ein Ver­stoß gegen die Lie­be ist. Aller­dings zer­stört die läss­li­che Sün­de die Lie­be nicht.

        Davon unab­hän­gig: unse­re Sün­den sind Sün­den, mehr nicht. Ich möch­te es noch mal sagen, weil mir immer wie­der unter­stellt wur­de, auch auf kath.net oder sonst, gelehr­te Dis­kus­sio­nen sei­en hier fehl am Platz, wo doch so viel Mob­bing über­all pas­siert etc. und: ich wür­de Ver­leum­dung für kei­ne schwe­re Sün­de hal­ten…
        Doch, doch, doch, natür­lich! Aber auch der Papst darf den Sün­der nicht zum Dämon machen, der Sün­den begeht, die „mehr als eine Sün­de“ sind. Ich woll­te dar­auf hin­wei­sen, dass das ein theo­lo­gi­scher Brand­satz ist, der wirk­lich jeden — nach gusto — in die Luft spren­gen kann, der den Papst kri­tisch sieht. Denn am Ende wird auf die­se Wei­se jeder Wider­spruch, jedes Beden­ken sei­nen Sät­zen gegen­über zur „Ver­leum­dung“ sti­li­siert wer­den kön­nen. Das beun­ru­higt mich. Und die Emo­tio­na­li­tät auf den Foren lässt hier nichts Gutes ahnen: wehe all denen, die Hand­lun­gen die­ses Pap­stes kri­tisch kom­men­tie­ren… sie erhal­ten immer unsach­li­che, mora­li­sie­ren­de und anschul­di­gen­de Ant­wor­ten papst­trun­ke­ner Fans. Der Gip­fel war auf kath.net der Kom­men­tar, es sei jetzt nicht mehr die Zeit für „hohe Rös­ser“ (eben der sach­be­zo­ge­nen Refle­xi­on), wie sie BXVI. noch pfleg­te. Ja, wel­che Zeit ist jetzt ange­bro­chen? Die der Dem­ago­gie?

        • Inzwi­schen glau­be ich, Sie zu ver­ste­hen, was Sie mei­nen.
          Sün­de ist Sün­de — da haben Sie sicher recht. Es gibt kei­ne „Hit-Liste“ bzw. Nega­tiv-Liste der­sel­ben.

          Mir war es nur ein Anlie­gen, her­aus­zu­stel­len, dass bei der Sün­de der Ver­leum­dung immer zwei betrof­fen sind.
          Ein­mal natür­lich der Sün­der selbst, der Täter ist.
          Und dann u.U. ganz mas­siv der­je­ni­ge, der ver­leum­det wur­de.
          Im schlimm­sten Fall wird ihm die Ehre und die Wür­de genom­men.
          Manch­mal weiß er nichts davon oder er kann sich das ver­än­der­te Ver­hal­ten sei­ner Umge­bung ihm gegen­über nicht erklä­ren.
          Es muss schlimm für ihn sein, auf­grund übler Nach­re­de plötz­lich aus der Grup­pe her­aus­zu­fal­len und kann man­gels Selbst­be­wusst­seins zur per­sön­li­chen Kata­stro­phe wer­den.

          Aber es stimmt: Sün­de ist Sün­de! Doch sie kann ver­ge­ben wer­den.

          Was mich all­mäh­lich nervt, ist der ewig wie­der­hol­te Satz: „Kein Blatt Papier passt zwi­schen Papst emer. Bene­dikt und Papst Fran­zis­kus.
          Es kommt mir vor, als möch­te man auf­kom­men­de Zwei­fel mit die­sem Spruch nie­der­hal­ten.
          Ob sich ein Blatt, kei­nes oder vie­le Blät­ter dazwi­schen legen las­sen, muss sich erst noch zei­gen.
          Wel­ches Gesicht trägt die katho­li­sche Kir­che in eini­gen Jah­ren?

          • Dan­ke, ich glau­be, wir ver­ste­hen uns jetzt!

            Ihre Beob­ach­tung von dem „Kein Blatt Papier geht theo­lo­gisch…“ tei­le ich.
            Und zwar des­we­gen, weil Fran­zis­kus sich ja theo­lo­gisch noch gar nicht geoutet hat.
            Bei Fran­zis­kus fehlt die per­sön­li­che geist­li­che Ver­bin­dung zwi­schen den ein­zel­nen Sät­zen. Es klingt zwar irgend­wie fromm, aber sobald man genau­er hin­sieht, greift man ins theo­lo­gisch Lee­re.
            Ich weiß nie, wor­auf er sich prä­zi­se bezieht, um was es ihm eigent­lich geht — außer eine all­ge­mei­ne pseu­do-christ­li­chen Moral und die Satans­keu­le, die er ger­ne so dro­hend gegen Unbe­kannt schwingt. Auch sei­ne vom Kreuz bzw. Jesus in der Mit­te ver­ste­he ich nicht — er sagt ein­fach, er stel­le es in den Mit­tel­punkt. Gut, und was wei­ter? Jetzt müss­te er kon­kret wer­den — aber es kommt nichts. Statt­des­sen bril­liert er mit zwei­deu­ti­gen „Gesten“, die man dann so oder so deu­ten kann. Und in den Foren strei­ten die Leu­te sei­ten­lang um rote Schu­he und Her­ren­schnei­der, anstatt bei der fla­chen Theo­lo­gie hell­hö­rig zu wer­den. Oder sie fal­len in Eksta­se, weil er ihnen die­se Fran­zis­kus­pil­len ein­wirft wie eine Dro­ge. Dro­ge wofür oder woge­gen? Ein ein­zi­ges Ver­wirr­spiel! Das traf auf BXVI. in kei­ner Wei­se zu — es lie­gen Äonen zwi­schen den bei­den.
            Und es ist nicht bloß eine Stil­fra­ge — man muss alles zusam­men betrach­ten, die Sät­ze, die Schu­he, die zyni­schen Sprü­che („Mas­ke­ra­de“), die äußerst kosten­auf­wen­di­ge „Demut“ etc.

          • Liebe/r @zeitschnur!
            Übri­gens ein inter­es­san­tes Pseud­onym.
            Es freut mich, dass wir uns gegen­sei­tig annä­hern konn­ten.

            Sie ste­hen, so habe ich den Ein­druck, Papst Fran­zis­kus sehr viel reser­vier­ter gegen­über als ich.
            Wie es aus­sieht, wis­sen Sie von Theo­lo­gie auch sehr viel mehr als ich.
            Sie kön­nen Ihre Aus­füh­run­gen bes­ser begrün­den.
            Ich argu­men­tie­re ledig­lich aus mei­nem Glau­ben und manch­mal ‑lei­der- auch aus dem Bauch her­aus.
            Als Mit­glied des OFS und Vor­ste­he­rin unse­rer Orts­grup­pe habe ich mich natür­lich über die Ent­schei­dung des neu­en Pap­stes, sich Fran­zis­kus zu nen­nen, sehr gefreut.
            Ande­rer­seits weist die­se Ent­schei­dung auf ein enor­mes Selbst­be­wusst­sein hin.
            Ein Selbst­be­wusst­sein, das in Gefahr kom­men kann, ins Stol­ze, Über­heb­li­che abzu­glei­ten.

            Wenn sich Papst Fran­zis­kus der Armut ver­schrie­ben hat, so erken­ne ich das unein­ge­schränkt an. Aber dann darf sich die­se Armut nicht in einem Man­gel an „schö­ner“ Lit­ur­gie und schö­ner Para­men­te aus­le­ben.
            Wie Sie ja auch schrei­ben, kostet die­se von allen hoch­ge­lob­te Beschei­den­heit eine Men­ge zusätz­li­ches Geld.

            Der Poverel­lo aus Assi­si hat für sich die Armut gewählt und sie kon­se­quent gelebt.
            Aber soweit ich weiß, hat er dies nicht auf die litu­gi­sche­Ver­eh­rung Jesu über­tra­gen, die edel und schön sein soll­te.

            Gene­rell ste­he ich Papst Fran­zis­kus freund­lich abwar­tend gegen­über, ohne jedoch mei­ne inne­ren Wider­stän­de zu igno­rie­ren.
            Ich möch­te ein­fach ehr­lich mit mir sel­ber sein!

            Dan­ke übri­gens, dass Sie unter glei­chem Nick­na­me auch anders­wo kom­men­tie­ren.
            Ich mache es eben­so, weil ich damit zei­gen möch­te, wofür ich ste­he.
            Ver­schie­de­ne Iden­ti­tä­ten sind da nicht unbe­dingt hilf­reich!
            Ihnen viel Gutes!

          • Ja, schön! Ich stand F. auch abwar­tend gegen­über, aber jetzt hat er eini­ges for­mu­liert, was mich zutiefst ent­setzt. Wenn Sie den aktu­el­len Arti­kel über ihn hier auf die­ser Web­site lesen (Konzil…„Halsstarrige“…) kön­nen Sie mich viel­leicht noch bes­ser ver­ste­hen. Wenn die „Welt“ berich­tet, er sei ein deut­li­cher Antin­tel­lek­tua­list — natür­lich, weil der Hoch­ge­bil­de­te im Ver­dacht steht, nicht „demü­tig“ genug zu sein — dann packt mich das Grau­en! Will er aus dem Bauch her­aus machen, was er denkt und mit sei­ner Demuts- und Satans­keu­le alle poten­ten Kri­ti­ker aus dem Feld schla­gen?

          • Vie­les von dem was sie zu obi­gem Arti­kel schrei­ben trifft mein Emp­fin­den.
            Die mora­li­sie­ren­den Pre­dig­ten bil­den einen mar­kan­ten Kon­tra­punkt zu den Pre­dig­ten von Papst Bene­dikt, der ein wah­rer Weis­heits­leh­rer ist.

            Die Bericht­erstat­tung in den Medi­en gibt eine völ­lig ver­ne­bel­te Sicht auf Papst Franz, die mit sei­nen
            r e a l e n Hand­lun­gen und Äuße­run­gen schwer­lich in Ein­klang zu brin­gen sind.
            Beson­ders schmerz­lich ist wie oft dabei Papst Bene­dikt in sei­nem bis­he­ri­gen Wir­ken her­ab­ge­wür­digt wird, bis dahin daß selbst aus kirch­li­chen Krei­sen geäu­ßert wird, daß eigent­lich Kar­di­nal Bor­go­glio bereits 2005 anstel­le K. Ratz­in­ger hät­te gewählt wer­den sol­len.
            Übler geht es wohl kaum.

            Die Kir­che wird auch die­sen erkenn­ba­ren Weg durch den fin­ste­ren Tun­nel wie­der ans Licht schaf­fen.
            Wachet und betet alle­zeit!
            .

  7. Den sehr guten Arti­kel gele­sen und mich nicht mehr so allein gefühlt. Von mir kei­ne Äusse­rung über Papst Fran­zis­kus, aber bei der Wahl Bene­dikts die Fas­zi­na­ti­on durch Glau­ben und Ver­nunft und jetzt ?
    Ich lese in die­sen rat­lo­sen und, trotz der öster­li­chen Freu­de, bit­te­ren Tagen von Joseph Ratz­in­ger „Escha­to­lo­gie-Tod und ewi­ges Leben“, 1977erschienen. Das Buch ist ein Lebens­mit­tel. Über­le­ge mit mei­nem Mann, ob wir uns nach und nach die Gesam­mel­ten Wer­ke von unse­rem gro­ßen Papst als intel­lek­tu­el­len Not­vor­rat zule­gen.

  8. Nach­dem ich alle Kom­men­ta­re gele­sen habe, kann ich die­sen Bei­trag nun bes­ser ein­ord­nen, was mir beim ersten Durch­le­sen nicht gelang.

    Hier mei­ne ursprüng­li­chen Gedan­ken: Ich kann mir nicht recht vor­stel­len, was man mit die­sem Bei­trag eigent­lich bezwecken woll­te… soll das eine sach­li­che Kri­tik sein oder geht es da in erster Linie nur um Ver­ächt­lich­ma­chung? Ich ver­mu­te Letz­te­res!
    Mit Argu­men­ten wie „per­fek­te Ein­tö­nig­keit im Jubel­chor für Papst Fran­zis­kus“ und „Papst Fran­zis­kus als neu­er ‚Pop­star‘ am katho­li­schen Fir­ma­ment“ wird zuerst die Rea­li­tät ver­zerrt dar­ge­stellt, um dann gezielt Beden­ken äußern zu kön­nen. Irri­tiert und unzu­frie­den sind, wie die Autoren schrei­ben, nur eini­ge Quer­köp­fe, zu denen sie sich wohl auch sel­ber zäh­len. Lei­den­schaft­lich katho­lisch wie sie sich wohl sel­ber wäh­nen, ver­mis­sen sie momen­tan offen­sicht­lich hand­fe­ste theo­lo­gi­sche Prü­ge­lei­en zwi­schen den kath. Rich­tun­gen… für sie schei­nen sich plötz­lich alle ver­brü­dert zu haben, um wie in einem Pop­kon­zert an einer end­lo­sen La-Ola-Wel­le zu Ehren des neu­en Pap­stes mit­zu­ma­chen und neue strah­len­de Zukunft der Kir­che zu pro­phe­zei­en.
    Ja, genau das erhof­fen sich vie­le, ohne dabei — und das ist der erste tota­le Fehl­schluss der bei­den — die von ihnen erwähn­ten Miss­stän­de in der Kir­che zu ver­ges­sen, die es auf­zu­ar­bei­ten gilt. Und genau das traut man Papst Fran­zis­kus eben sehr wohl zu. Die bei­den Autoren etwa nicht?
    Komisch fin­de ich auch die Skep­sis der bei­den, was Barm­her­zig­keit und Sanft­heit in der Kir­che anbe­langt… die­se Eigen­schaf­ten schei­nen sie für sich wohl noch nicht ent­deckt zu haben.
    Nach einem noch­ma­li­gen Hin­weis auf die vie­len Wider­sprüch­lich­kei­ten dann ihr Erklä­rungs­ver­such: das har­te Gesetz des Cle­ri­cal-Pop, das vie­le blind machen wür­de, u.a. für die Gegen­sät­ze zw. Bene­dikt und Fran­zis­kus usw.
    Muss man dahin­ter Spal­tungs­ver­su­che ver­mu­ten? Und: Wären sol­che nicht eher von Spie­gel-Redak­teu­ren zu erwar­ten, weni­ger von kath. Autoren?
    Irgend­wie alles recht komisch!

  9. Der Sprach-Styl des neu­en Pap­stes ent­spricht sei­ner gro­ben und mora­li­sie­ren­den Art,die so lang­sam aber sicher lan­wei­lig und abstrus wirkt. Gera­de­zu ver­däch­tig ist sei­ne nicht enden wol­len­de erwäh­nung des „Teu­fels“ und „Satans“-oder was er dar­un­ter versteht.….Dann soll­te er sich doch auch gefäl­ligst der Kla­gen vom Mon­ti­ni Papst Pau lVI, erinnern,das berühm­te Wort ‑vom Geruch-Gestank Satans,der durch einen Spalt in die Kir­che ein­ge­drun­gen ist! Aber nix da.Er lässt es beim Jam­mern und Ankla­gen sein.Genau wie sei­ne Vorgänger.Das Kon­zil ist für ihn unan­greif­bar und „Heilig“.Aber eben,er will nicht zurück hin­ters Kon­zil .Basta.Das ist es.Er inter­pre­tiert wie Pseu­do­in­tel­lek­tu­el­ler , dass er aber jetzt ein gro­sses unehr­li­ches Thea­ter aufführt,gereicht ihm sicher nicht zur Ehre,noch das der Kir­che.

  10. Mir wird das alles mit jedem Tag zuneh­mend unheim­li­cher. Ein Papst wird für Äuße­run­gen beju­belt, die abso­lut nichts beson­de­res dar­stel­len, weil sie ganz ein­fach katho­lisch sind. Sind wir schon so weit, daß man es bereits beju­beln muß, wenn ein Papst ein Kreuz­zei­chen macht?

    Noch selt­sa­mer wird es, wenn es um Aus­sa­gen geht, die hier etwas respekt­los als „Geschwur­bel“ oder „Geblub­ber“ bezeich­net wur­den, die aber auf jeden Fall durch ihre Nicht­faß­bar­keit her­vor­ste­chen und bei denen man sich fragt, was genau damit eigent­lich gesagt wer­den soll­te.

    Voll­ends gerät man dann ins Zwei­feln, wenn man sol­che Kom­men­ta­re liest:

    „und wie­der eine „Pil­le“, bei der gera­ten ist, sich vor der Ein­nah­me hin­zu­set­zen. es kön­nen Schwin­del­ge­füh­le auf­tre­ten :-)“

    „Ener­gie wie ein Atom­kraft­werk, man ver­gißt schlicht sei­ne 76 Jah­re. und man muß von „Trab“ auf „Galopp“ umschal­ten, um hin­ter­her­zu­kom­men :-)“

    „Dan­ke für die­se aller­lieb­ste Pil­le Ich möch­te ja ger­ne die Gesich­ter der ewi­gen Moder­ni­sten sehen! Da kommt der Stell­ver­tre­ter Chri­sti und fegt mit eiser­nem Besen dar­über!“

    „Ja, der Hl. Vater ist gütig und klas­se! Aber: Wir soll­ten „auf­wa­chen“ aus wel­chem Phlegma,bitte schön? Wir füh­len uns jetzt schon so stark ‑knackig und wach!Und kei­ne Ver­hin­de­rung kann jetzt schon die beste Mor­gen­gym­na­stik unse­re echt kath. See­len bremsen,hopplala‚!“

    Da fragt man sich wirk­lich, ob es noch mit rech­ten Din­gen zugeht… Ich mei­ne: Nein! Was für ein Bild der frü­he­ren Päp­ste und der „vor­kon­zi­lia­ren“ Kir­che muß man haben, wenn man jeden All­ge­mein­platz des der­zei­ti­gen Pap­stes so fei­ert, als hät­te es vor­her nur lebens­lo­se Papp­ka­me­ra­den gege­ben?

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