Franz I. betet am Grab Pius V.: Papst der tridentinischen Messe und der Schlacht von Lepanto

Santa Maria Maggiore Franz I. betet am Grab Pius V. des Papstes der tridentinischen Messe und der Schlacht von Lepanto(Rom) Papst Franz I. besuch­te am ersten Tag nach sei­ner Wahl die Päpst­li­che Basi­li­ka San­ta Maria Mag­gio­re. Dort befin­det sich das Gna­den­bild Maria Salus Popu­li Roma­ni. Wie bereits gestern in sei­nen ersten kur­zen Wor­ten von der Log­gia des Peters­dom ange­kün­digt, woll­te er die Got­tes­mutt­ter auf­su­chen, um sie um den Schutz sei­ner ihm anver­trau­ten Her­de zu bit­ten. Nach­dem er zum Gebet vor dem Gna­den­bild gekniet hat­te, sang er mit sei­nen Beglei­tern, dar­un­ter auch Kuri­en­erz­bi­schof Georg Gäns­wein, dem Prä­fekt des Päpst­li­chen Hau­ses, die maria­ni­sche Anti­phon Sal­ve Regi­na. Anschlie­ßend begab er sich zum Grab sei­nes hei­li­gen Vor­gän­gers, Papst Pius V. (1566–1572), der in der Basi­li­ka begra­ben liegt, und ver­harr­te dort im Gebet.

Nach Papst Pius V.  ist das Mis­sa­le des triden­ti­ni­schen Ritus benannt. Er ließ 1570 das Mis­sa­le Roma­num neu her­aus­ge­ben und leg­te mit der Bul­le Quo pri­mum des­sen immer­wäh­ren­de Gül­tig­keit fest. In der Bul­le heißt es: „Von nun an soll in allen kom­men­den Zei­ten auf dem christ­li­chen Erd­kreis nicht anders als nach dem von Uns her­aus­ge­ge­be­nen Mis­sa­le gesun­gen oder gele­sen wer­den. (…) Wir set­zen fest und ord­nen an, daß die­sem Unse­rem gera­de her­aus­ge­ge­be­nen Mis­sa­le nie­mals etwas hin­zu­ge­fügt, dar­aus etwas weg­ge­nom­men oder an ihm etwas ver­än­dert wer­den darf.“

In der „Abschaf­fung“ der Triden­ti­ni­schen Mes­se im Jahr 1969 durch die nach­kon­zi­lia­re Lit­ur­gie­re­form und deren Wie­der­her­stel­lung in ersten Ansät­zen durch Papst Johan­nes Paul II. und mit deut­li­cher Absicht durch Papst Bene­dikt XVI. kommt eine Schlüs­sel­fra­ge im Selbst­ver­ständ­nis der Kir­che zum Aus­druck.

Pius V. ist auch der Papst der See­schlacht von Lepan­to, als am 7. Okto­ber 1571 die christ­li­che Flot­te unter dem Kom­man­do von Don Juan d’Austria einen ent­schei­den­den Sieg über die tür­ki­sche Flot­te errang. Die Schlacht war ein Mark­stein in der Geschich­te, der dazu bei­trug, den mos­le­mi­schen Vor­marsch nach Euro­pa zu stop­pen.

Der Tag der Schlacht wird seit­her in der katho­li­schen Kir­che als Rosen­kranz­fest began­gen. Pius V. hat­te alle Gläu­bi­gen auf­ge­ru­fen, den Rosen­kranz zu beten und ließ auch den Sol­da­ten Rosen­krän­ze aus­tei­len. Wäh­rend die Schlacht noch tob­te, konn­te er in einer Visi­on bereits den Sieg der zah­len­mä­ßig weit unter­le­ge­nen christ­li­chen Flot­te schau­en. Aus Dank­bar­keit führ­te er den 7. Okto­ber als Fest Jung­frau vom Sieg ein, sein Nach­fol­ger das Rosen­kranz­fest.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Rora­te Cae­li

4 Kommentare

  1. Die Flot­te der Tür­ken dürf­te nicht son­der­lich über­le­gen gewe­sen sein, weil sie tra­di­tio­nell schlech­te See­fah­rer waren. Bis zum Jahr 1453 waren sie nicht in der Lage den Byzan­ti­nern die Durch­fahrt durch die Dar­da­nel­len zu sper­ren. ( Ver­glei­che Ste­ven Run­cie­man , Der Unter­gang von Kon­stan­ti­no­pel) wenn sie gegen Byzanz auf dem Meer etwas unter­neh­men woll­ten, brauch­ten sie immer die Dien­ste der Vene­zia­ner, die das für Geld bereit­wil­lig mach­ten.

    • Völ­lig egal, das schmä­lert den unglaub­li­chen Ein­satz des Pap­stes in kein­ster Wei­se, denn die­ser soll Krebs gehabt haben und vor lau­ter Schmer­zen kaum sit­zen kön­nen.
      Ihm ist es zu ver­dan­ken das das Abend­land christ­lich geblie­ben ist.

  2. Es ist ein gutes Zei­chen, wenn das Gebet ganz an den Anfang gestellt wird.
    Maria, die Sie­ge­rin in allen Schlach­ten Got­tes, wird kein Gebet, wenn es ehr­lich ist, uner­hört las­sen.
    Bemer­kens­wert ist auch, dass ohne Rück­sicht auf ideo­lo­gi­sche Scheu­klap­pen die Hei­li­gen, die sich — auch trotz mensch­li­cher Schä­chen und Schwie­rig­kei­ten — beson­ders dem Kampf um den katho­li­schen Glau­ben stel­len muss­ten, nicht aus­ge­grenzt wer­den, son­dern um ihre Für­spra­che ange­ru­fen wer­den.

  3. Der neue Papst betet am Schrein des Pap­stes der die Mes­se im a.o.Ritus als die ein­zig wahr und für alle Zei­ten gül­ti­ge fest­ge­let hat. Zele­brie­ren wird er die­se Mes­se wohl sel­ber NIE! Hof­fent­lich läßt er das motu pro­prio sei­nes Vor­gän­gers „summorum pon­ti­fi­cum“ in Kraft.

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