Verleumdungstrategie – Die Wühlarbeit vor dem Konklave

Timothy Kardinal Dolan Erzbischof von New York gehört zu den papabili des Konklave 2013(Vati­kan) „Macht, krank­haf­te Sexua­li­tät, Geiz, mora­li­sche Ver­wor­fen­heit: die gro­ßen Medi­en machen sich zum Instru­ment anony­mer Denun­zi­an­ten. Und sie belei­di­gen damit Mil­lio­nen von Lesern, Gläu­bi­gen und Nicht-Gläu­bi­gen.“ Mit die­sen Wor­ten umreißt der bekann­te ita­lie­ni­sche Intel­lek­tu­el­le und Chef­re­dak­teur der Tages­zei­tung Il Foglio, Giu­lia­no Fer­ra­ra, einen Medi­en­ein­topf aus „Sex, Crime and Vati­can“, der rund um das Kon­kla­ve zusam­men­ge­rührt wird. Die Instal­lie­rung eines gewünsch­ten, „welt­of­fe­nen“ Pap­stes ist dabei bloß sekun­dä­res Ziel. In erster Linie geht es um die Beschä­di­gung der kirch­li­chen Auto­ri­tät, durch Unter­gra­bung ihrer Glaub­wür­dig­keit. Sie soll in die Gos­se gezo­gen und dem Gespött preis­ge­ge­ben werden.

Katho­li­ken und Nicht-Katho­li­ken tun gut dar­an, alles was sie in den näch­sten Tagen über angeb­li­che vati­ka­ni­sche Intri­gen und „Ent­hül­lun­gen“ über „papa­bi­li“, Kar­di­nä­le und Mit­ar­bei­ter der „Römi­schen Kurie“ zu lesen oder zu hören bekom­men, mög­lichst schnell wie­der zu ver­ges­sen. Kaum fünf Pro­zent davon näm­lich wer­den wahr sein. Autoren wie Yallop und Dan Brown haben mit phan­ta­sti­scher Bel­le­tri­stik die all­ge­mei­ne Wahr­neh­mung bis zu einem gewis­sen Punkt kor­rum­piert. Eine sach­li­che Prü­fung ist erst wie­der nach dem Kon­kla­ve mög­lich. „Kle­rus und Gläu­bi­ge soll­ten die ent­wür­di­gen­de, säku­la­ri­sti­sche Bela­ge­rung durch­bre­chen“, for­dert daher der – laut Selbst­de­fi­ni­ti­on – „from­me Athe­ist“ Ferrara.

Sex, Crime and Vatican — „Entwürdigende säkularistische Belagerung durchbrechen“

„Die Ver­leum­dungs­stra­te­gie hat schon begon­nen, noch ehe der Hub­schrau­ber Bene­dikt XVI. nach Castel Gan­dol­fo gebracht hat und noch bevor die Glocken ertönt sind, die der Welt die Sedis­va­kanz ver­kün­den, mit einem leben­den Papst als der Welt ver­bor­ge­ner beten­der Zeu­ge. Die Stra­te­gie ist bereits in vol­lem Gan­ge und noch nie­mand begehrt dage­gen auf und empört sich über den Skan­dal. Die gro­ßen Zei­tun­gen über­schla­gen sich mit anony­men Ent­hül­lun­gen, die von Macht­kämp­fen, sexu­el­len Ver­ir­run­gen, von qua­si-kri­mi­nel­len Lob­bys inner­halb des Kle­rus spre­chen. Der Inter­pre­ta­ti­ons­schlüs­sel ist auch gleich zur Hand, um dem Gan­zen den Ein­druck der Glaub­wür­dig­keit zu ver­schaf­fen: Der Ver­zicht des Bischofs von Rom auf den Stuhl Petri sei eine Flucht vor den Intrigen.“

Was nützt es da, daß unver­däch­ti­ge Zeu­gen aus erster Hand das Gegen­teil beteu­ern, wie es der Jour­na­list Peter See­wald gegen­über dem Maga­zin Focus getan hat.

Fer­ra­ra bezieht sich vor­der­grün­dig auf die euro­päi­sche Pres­se links der Mit­te. Der Hei­li­ge Stuhl gab bekannt, daß der Abschluß­be­richt der vom Papst zum Vati­leaks-Skan­dal ein­ge­setz­ten Unter­su­chungs­kom­mis­si­on am 1. März der Gene­ral­kon­gre­ga­ti­on der Kar­di­nä­le zugäng­lich gemacht wird. Die Kon­gre­ga­ti­on unter­liegt der Geheim­hal­tungs­pflicht. Schmut­zi­ge Wäsche inter­ner Riva­li­tä­ten samt Doku­men­ten­klau sind nicht vor einer sen­sa­ti­ons­lü­ster­nen Medi­en­öf­fent­lich­keit aus­zu­brei­ten. Alle Kar­di­nä­le sol­len aber, so der Wunsch des Pap­stes, Ein­blick in die Akte haben, um sich vor der Papst­wahl selbst ein Bild machen zu können.

Die­se Ankün­di­gung nützt eine kir­chen­fer­ne Pres­se, um anonym, ihre eige­nen „Dos­siers“ zu ver­öf­fent­li­chen, die angeb­lich natür­lich Aus­schnit­te aus dem ech­ten Dos­sier sei­en. Aber echt, nicht echt, was spielt das in den Redak­tio­nen schon für eine Rol­le. Da die Ankün­di­gung besagt, daß das offi­zi­el­le Dos­sier auch wei­ter­hin geheim blei­ben wird, haben gewis­se Jour­na­li­sten Hoch­sai­son. Der Vor­wurf gilt dabei nicht der vati­ka­ni­schen Dis­kre­ti­on, son­dern dem media­len Hang zur Indiskretion.

Große und kleinen denunziatorische Aktionen rund um den Erdball: Kardinal Dolan eines der Opfer

Fer­ra­ras Ana­ly­se trifft der­zeit aber auf zahl­rei­che grö­ße­re und klei­ne­re denun­zia­to­ri­sche und per­fi­de Aktio­nen zu, die rund um den Glo­bus mit „geheim“, „ver­trau­lich“, „anonym“ unter der Hand her­um­ge­reich­ten „Dos­siers“, „Infor­ma­tio­nen“, „Ent­hül­lun­gen“ geschieht.

Eine sol­che Akti­on ist der­zeit in den USA zur Dis­kre­di­tie­rung des New Yor­ker Erz­bi­schofs Timo­thy Kar­di­nal Dolan im Gan­ge. Der streit­ba­re Erz­bi­schof wird mit sol­cher „Pünkt­lich­keit“ in Schlag­zei­len mit dem Pädo­phi­lie-Skan­dal der Ver­gan­gen­heit in Zusam­men­hang gebracht, daß zwangs­läu­fig Vor­sicht gebo­ten scheint. Mit Recht. Fak­ten spie­len ohne­hin kei­ne Rol­le, die sind längst bekannt und abge­ar­bei­tet. Gegen Dolan wur­de nie ein Vor­wurf erho­ben, ganz im Gegen­teil. Er ist einer der ent­schie­den­sten Ver­fech­ter der Rei­ni­gungs­ak­ti­on Bene­dikts XVI.  „Pünkt­lich­keit“, weil die Akti­on prompt in dem Augen­blick star­te­te, als der New Yor­ker Ober­hir­te plötz­lich als mög­li­cher näch­ster Papst genannt wur­de. Die Akti­on folgt einem bekann­ten Muster. Was zählt, ist: Dolan mit Pädo­phi­lie in Zusam­men­hang zu brin­gen. Wer liest schon das Klein­ge­druck­te? Der Kar­di­nal soll in die Defen­si­ve gedrängt wer­den, denn schließ­lich lau­tet das Ziel jeder Denun­zia­ti­on: Etwas Dreck wird schon hän­gen­blei­ben. Es konn­te daher nie­mand ande­res als die New York Times sein, die den Auf­takt zur Papst-Dolan-Ver­hin­de­rungs­ak­ti­on mach­te. Jour­na­li­stisch gekonnt, wenn auch ethisch im frei­en Fall, ver­mied es das libe­ra­le Flagg­schiff der USA, eine direk­te Anschul­di­gung zu for­mu­lie­ren. Wie könn­te sie auch. Sie begnügt sich mit Andeu­tun­gen, fein abge­wo­ge­nen Hin­wei­sen, zahl­rei­chen All­ge­mein­plät­zen, die zusam­men­ge­nom­men einen gene­rel­len Ver­dacht erzeu­gen sol­len. Was zählt ist, den Namen Dolans in irgend­ei­ne Nähe zur Pädo­phi­lie zu rücken.

Anlaß bot die Anhö­rung Dolans durch einen Staats­an­walt. Die Sache, zu der er befragt wur­de, liegt neun Jah­re zurück, als Dolan wie Augi­as den Stall ent­mi­ste­te — bereits bevor es Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger als Papst für die Gesamt­kir­che tun konn­te. Der Bischof brach­te Prie­ster sei­ner dama­li­gen Diö­ze­se Mil­wau­kee wegen des kon­kre­ten Ver­dachts auf sexu­el­len Miß­brauch zur Anzei­ge. Recht­lich und mora­lisch sind die Din­ge auf­ge­ar­bei­tet und zwar unter gro­ßen Opfern für die Diö­ze­se, die Dolan als Teil der not­wen­di­gen Kathar­sis auf sich nahm.

Nicht nur liberale Katholiken wollen in den USA Dolan nicht auch noch als Papst in Rom sehen

In der nun­meh­ri­gen Anhö­rung ging es im Zusam­men­hang mit den Fäl­len von damals um einen Ver­däch­ti­gen, der aller­dings nie in irgend­ei­ner Form Ange­stell­ter der Diö­ze­se war. Die Anhö­rung muß­te zwangs­läu­fig erfol­gen. Die Sachen wur­den geklärt. Der für die Per­son des heu­ti­gen Erz­bi­schofs völ­lig harm­lo­se Vor­gang paßt man­chen jedoch per­fekt ins Kon­zept. Libe­ra­le Medi­en wie die New York Times oder das Maga­zin New York, die sich zu einem Dau­er­krieg gegen den „kon­ser­va­ti­ven Dolan“ beru­fen füh­len, der es beim Schutz des Lebens auch vor den Prä­si­dent­schafts­wah­len wag­te, sich gegen die Regie­rung Oba­ma zu stel­len, lie­ßen sich die Gele­gen­heit nicht ent­ge­hen. Und im Hand­um­dre­hen, indem man eini­ge Din­ge ein­fach etwas auf den Kopf stell­te, wur­de aus einem der ent­schie­den­sten Sau­ber­män­ner, der die Kir­che vom „Schmutz“ (Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger kurz vor sei­ner Wahl zum Papst) befrei­te, fast selbst ein „Beschmutz­ter“.

Nicht nur in den USA blieb es nicht unbe­ob­ach­tet, daß ein Bischof aus einer ver­hält­nis­mä­ßig unbe­deu­ten­den Diö­ze­se wie Mil­wau­kee zum Erz­bi­schof des wich­ti­gen New York aus­stieg und inner­halb von nur zwei Jah­ren zum Vor­sit­zen­der der ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz und Kar­di­nal avan­cier­te. Ein Mann, dem selbst sei­ne Geg­ner beschei­ni­gen, über Cha­ris­ma zu ver­fü­gen, ein gro­ßer Kom­mu­ni­ka­tor zu sein und trotz sei­ner Ernst­haf­tig­keit einen unge­wöhn­lich herz­haf­ten Humor. Grund genug, daß ihn in den USA nicht nur libe­ra­le katho­li­sche Krei­se nicht auch noch als Papst in Rom sehen wollen.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Una Fides

18 Kommentare

  1. So trau­rig es ist, aber was denn Vati­kan betrifft so muss man in der heu­ti­gen Zeit lei­der fasst alles, was uns von Gott dem Herrn und sei­ner Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che weg­führt, Glau­ben. Und es ist auch zu Glau­ben das sei­ne Hei­lig­keit Papst Bene­dikt XVI vor dem Auf­ge­deck­ten Sumpf ein­fach flieht, denn sei­ne Hei­lig­keit war und ist ein genia­ler THEORETISCHER Hir­te, aber lei­der kein Mann der gro­ßen Taten. Und im Hei­li­gen Wil­len Got­tes unse­res Herrn steht nicht geschrie­ben, „An ihren Wör­tern also sollt ihr sie erke­nen“ sondern:
    An ihren Früch­ten also sollt ihr sie erken­nen. Und zu den Zustän­den in der „Kon­zils­kir­che“ passt ja auch noch
    2 Timo­theus 4. 1-
    Mah­nung zur Treu­en Amtsführung:
    Ich beschwö­re dich vor Gott und Chri­stus Jesus, der die Leben­den und die Toten rich­ten wird, bei sei­ner Wie­der­kunft und sei­nem Rei­che: Pre­di­ge das Wort, tritt dafür ein, es sei gele­gen oder unge­le­gen, über­füh­re, rüge, ermah­ne in aller Geduld und Beleh­rung. Denn es wird eine Zeit kom­men, da sie die gesun­de Leh­re nicht ertra­gen. Sie wer­den nach eige­nen Gelü­sten Leh­rer um Leh­rer suchen, die sagen, was den Ohren schmei­chelt; von der Wahr­heit wer­den sie die Ohren abwen­den und sich den Fabeln hin­wen­den. Du aber sei bei allem beson­nen, ertra­ge die Müh­se­lig­kei­ten, voll­brin­ge das Werk eines Evan­ge­li­sten, gehe ganz auf in dei­nem Dienst.
    „Sanc­te Micha­el Archangele,defende nos in pro­elio con­tra nequi­ti­am et insi­di­as dia­bo­li esto prae­si­di­um. ‘Impe­ret illi Deus‘, sup­pli­ces depre­ca­mur: tuque, Princeps mili­tiae coele­stis, Satanam alios­que spi­ri­tus mali­gnos, qui ad per­di­tio­nem ani­ma­rum per­va­gan­tur in mun­do, divina virt­u­te, in infer­num detru­de. Amen.“

  2. @ Armin
    wol­len Sie behaup­ten, der Hei­li­ge Vater ist schlicht und ein­fach ein Lügner???
    Oder liegt es an Ihnen?

    Ich bit­te die Redak­ti­on, bei allen Per­so­nen und Medi­en, die als libe­ral bezeich­net wer­den, ‑istisch und ‑ismus mit­zu­den­ken. Immer geht es gegen eine gesun­de Welt­ord­nung, gegen Ord­nung im pri­va­ten wie im öffent­li­chen Bereich.

    • Ich weiß nicht, wie Sie auf das Wort „Lüg­ner“ kom­men. Aus dem Text von Armin kann ich es nicht her­aus­le­sen, auch nicht dem Sinn nach. Mein­ten Sie Feigheit!?

      Was Sie im zwei­ten Absatz mei­nen, erschließt sich mir nicht, viel­leicht kön­nen Sie das genau­er erklären.

      • Reno­va­tio: Dan­ke für die Hil­fe und Richtigstellung.

        Möge der Schutz, der Segen und die Lie­be Got­tes und Mari­ens immer mit ihnen und ihrer Fami­lie sein.

    • Sehr geehr­ter KonradGeorg:

      Ich habe mit kei­nen Wort erwähnt dass sei­ne Hei­lig­keit Papst Bene­dikt XVI gelo­gen hat, aber er hat auch sicher nicht die Wahr­heit gesagt, ich hof­fe sie erken­nen den Unter­scheid. Was glau­ben sie wie die Welt reagie­ren wür­de, wenn sei­ne Hei­lig­keit sei­nen Rück­tritt mit den Wor­ten: “ Mei­ne Lie­ben Schäf­chen, im Vati­kan gibt es eine mäch­ti­ge Homo­seil­schaft, die mit Stri­chern und mit Chor­knap­pen ihre abar­ti­gen Gelü­ste befrie­di­gen, dane­ben gibt es auch nicht Macht­in­tri­gen, es wird mit Erpres­sung gear­bei­tet und ich bin zu SCHWACH um etwas dage­gen zu unter­neh­men“. Bit­te die Rede hät­te ja auch so lau­ten kön­nen: „Am Anfang mei­nes Pon­ti­fi­ka­tes habe ich euch alle gebe­ten für mich zu beten, damit ich nicht Furcht­sam vor den Wöl­fen flie­he. Lei­der haben all eure Gebe­te nicht gefruch­tet denn ich bin nun Alt, Herz­krank und auf einen Auge blind, und habe erken­nen müßen das ich von “
      (Homo)Wölfen und Hai­en umzin­gelt bin, den­nen ich lei­der aus­ge­lie­fert bin, denn egal was auch immer Pre­di­ge, Anord­ne, es wird mir nur Unge­hor­sam ent­ge­gen­ge­bracht und jeder macht was er will, egal wel­che auch noch so schlim­me him­mel­schrei­en­de Sün­de, alles wird gedul­tet. Mei­ne Lie­ben Schäf­chen, es braucht einen jüngeren,energischeren und Tat­kräf­tin­gen neu­en Bischof von Rom der die­sen Sumpf aufräumt“.

      Ich ver­mu­te das sie sich vor­stel­len kön­nen, wie die vom sata­ni­schen Geist durch­seuch­te Welt reagie­ren wür­de. Aber ich bin den­noch fest davon Überzeugt :
      „Lie­ber ein Ende im Schrecken — als ein Schrecken ohne Ende“ und die­sen Schritt hat sei­ne Hei­lig­keit fürb­sich sel­ber, aber lei­der nicht für uns sei­ne Schäf­chen, gesetzt,. Denn wie steht es geschrie­ben im Hei­li­gen Wil­len Got­tes unse­res Herrn : „Die Wahr­heit wird euch Frei machen“.

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  3. Auf­klä­rung, aber gern.

    Unser Noch-Papst hat ganz klar und deut­lich gesagt, daß er aus kör­per­li­cher Schwä­che und auch nach­las­sen­der gei­sti­ger Kraft resigniert.

    Wer einem unbe­schol­te­nen Mann also unter­stellt, er hät­te wegen Vati­leaks die Flin­te ins Korn gewor­fen, der pro­vo­ziert die Vor­stel­lung, er hät­te nicht die Wahr­heit gesagt. Was ist es dann?

    Zu mei­nem aller­größ­ten Bedau­ern muß ich immer wie­der fest­stel­len, daß die Mas­se der Men­schen von der Macht jeder Ideo­lo­gie höch­stens NULL Ahnung hat.

    Ein klei­ner Vor­spann: Obwohl ich ein fun­da­men­tal gläu­bi­ger Katho­lik bin, ist mei­ne Frau nach 44 Ehe­jah­ren immer noch nicht katho­lisch. Dafür habe ich zwei Erklä­run­gen: Ich bin zu liberal!
    Bes­ser heißt das wohl wur­stig. Eigent­lich hät­te ich Tag und Nacht auf den Knien um die Gna­de ihrer Bekeh­rung beten müssen.

    Ich war immer ein Kon­ser­va­ti­ver. Ich hat­te immer genug mit mir zu tun, ich muß­te nicht jeden Tag die Welt neu erfin­den, ein Pro­blem, an dem die Revo­luz­zer kran­ken. Nicht sich sel­ber bes­sern, son­dern die Ande­ren dazu zwin­gen, nach Sche­ma F zu leben, das ist revo­lu­tio­när. Auf den Kopf stellen.

    In den 1990er Jah­ren sah ich mich durch die Medi­en in eine son­der­ba­re Ver­wandt­schaft gerückt: Die Alt­kom­mu­ni­sten in Ruß­land und die Pas­dar­an im Iran waren plötz­lich qua­si mei­ne Gesin­nungs­ge­nos­sen. Und das, obwohl ich als 13jähriger bei der Nie­der­schla­gung des Ungarn­auf­stan­des durch die Sowjets 1956 emo­tio­nal (!) Anti­kom­mu­nist und UNO-Skep­ti­ker gewor­den war. Bei­des waren (im Rück­blick) Begna­dun­gen. Zeit­le­bens war ich für kei­ner­lei Ideo­lo­gie anfäl­lig und in jedem hin­ter­frag­wür­di­gen Buch suche ich zuerst Wider­sprüch­li­ches zur Leh­re der Kirche.

    Sehen Sie das bit­te als Zeug­nis für die Gna­de Got­tes, nicht als Ergeb­nis mei­ner eige­nen Ver­dien­ste. Mit denen ist es bedau­er­li­cher wei­se nicht weit her.

    Ich bin Ihnen immer noch eine Ant­wort schul­dig: Die Pro­gres­si­sten der Nach­kon­zils­zeit haben mich ein­fäl­ti­gen Katho­li­ken zum kri­ti­schen kon­ser­va­ti­ven Katho­li­ken gemacht. Ich bin immer noch kei

  4. Sehr geehr­ter Georg­Kon­rad: Sie bezeich­nen sich ja sel­ber als Kon­ser­va­tiv, eine Bezeich­nung die es für mich nicht gibt, es gibt in mei­nen Augen nur ein KATHOLISCH oder eben ein NICHT katho­lisch. Aber als jemand der Gott dem Herrn, sei­ne Eine, Hei­li­ge, Katho­li­sche und Apo­sto­li­sche Kir­che, samt der „Hei­li­gen Tra­di­ti­on“ liebt und an die von Ihr ver­kün­de­ten Glau­bens­wahr­hei­ten glaubt. Und mit ent­set­zen mit erlebt wie sich die­se nach dem VK II immer mehr in eine ANTIKIRCHE ver­wan­del­te, sie­he Unge­hor­sam gegen­über den Hei­li­gen Vater durch den Kle­rus, das aus­ufern schwe­ren lit­ur­gi­schen Miss­brauchs, unge­sün­des Ver­brei­ten von Häre­si­en und Schis­ma­ti­sches wir­ken durch anti­ka­tho­li­sche Prie­ster. So fra­ge ich mich doch was hat sei­ne Hei­lig­keit Papst Bene­dikt XVI als Ober­ster Hir­te der Kir­che, dage­gen getan, und befin­det sich die irdi­sche Zen­tra­le der Kir­che Got­tes unse­res Herrn wahr­lich noch im Vati­kan? Den­noch und es sei ihnen ver­si­chert, ich wer­de auch nach dem 28 Feb. für Papst Bene­dikt XVI beten, denn sei­ne See­le braucht wie alle ande­ren Für­spre­cher. Und möge der­einst auch ihre Frau den Weg, in die Eine, Hei­li­ge, Katho­li­sche und Apo­sto­li­sche Kir­che fin­den, um ihre See­le zu retten.

    Ach ja hier noch ein Beweis für die Homo­seil­schaf­ten im Vati­kan. http://www.blick.ch/news/ausland/stricher-skandal-um-papst-mitarbeiter-id44780.html und so wird auch das Schwei­gen von PJP II im Fall Pater Mar­cial Maciel Degollado verständlicher.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

  5. Ich bin immer noch kein Kon­ser­va­tist oder ein Katholizist.

    Schau­en Sie sich einen See­stern an. Den Kor­pus neh­men Sie für das Kon­ser­va­ti­ve: Die Zehn Gebo­te, Eigen­tum, Fami­lie, Ehre, Treue, Vater­lands­lie­be (nicht zu ver­wech­seln mit Nationalismus).

    Alles ande­re, die Extre­mi­tä­ten stel­len das Extre­me dar: Da fin­den Sie alle Par­tei­en, die links ste­hen, die nicht nur gegen Gott, son­dern auch gegen SEINE wei­se Grund­ord­nung ste­hen. Die vor allem das Recht auf Leben in Fra­ge stellen.

    Die Rechts­ex­tre­men sind nur das Kon­tra-Pro­gramm, aber aus der glei­chen teuf­li­schen Wurstküche.

    Ich bit­te Sie um Ver­zei­hung, wenn ich mich zu recht­ha­be­risch aus­drücke, aber die inten­si­ve Beob­ach­tung der Zeit­läu­fe als ideo­lo­gie­frei­er Mensch bringt erschrecken­de Erkenntnisse.

  6. Kann man denn nicht end­lich anneh­men, dass der Papst aus Alters­schwä­che und defi­zi­en­ter Gesund­heit zurück­ge­tre­ten ist. Die­se soge­nann­ten Vati­kan-Affä­ren wer­den doch nur künst­lich hoch­g­spielt, auch um das Kon­kla­ve zu beein­flus­sen. Ver­sagt haben aller­dings die Kar­di­nä­le und Bischö­fe in ihren Diö­ze­sen, beson­ders auch im deusch­spra­chi­gen Raum. Bene­dikt ist ein hei­lig­mä­ssi­ger Mann. Er hat die Kir­che gut geführt, das ein­zi­ge was man ihm vor­wer­fen kann, ist eine teil­wei­se schlech­te Per­so­nal-und Ernen­nungs­po­li­tik. Den­noch liegt die Ver­ant­wor­tung für die Pro­ble­me der Kir­che bei den Füh­rungs­käf­ten in den Diö­ze­sen. Beson­ders in Deutschlnd und Öster­reich hat man die Wor­te des Pap­stes nicht hören wol­len, ja man hat sich ihm sogar widersetzt.

    • Wenn die Kar­di­nä­le noch wahrl­lich Katho­lisch den­ken und füh­len, so wer­den die­se aus den Vati­kan Affä­ren die rich­ti­gen Schlü­ße zie­hen und einen Hir­ten zum Prie­ster wäh­len, der die­sen anti­ka­tho­li­schen Trei­ben im Vati­kan als auch in der rest­li­chen Kir­che ein Ende setzt. Sind die­se nicht mehr katho­lisch wer­den sie gegen die­se Affä­ren nichts unter­neh­men, son­dern im Gegen­teil die­se noch fördern.

      11 Mai 2010 Papst Bene­dikt XI in Fatima:
      „Die größ­te Ver­fol­gung der Kir­che kommt nicht von den äuße­ren Fein­den, son­dern erwächst aus der Sün­de in der Kirche“

      Gott zum Gruße

      • 11 Mai 2010 Papst Bene­dikt XI in Fatima:
        „Die größ­te Ver­fol­gung der Kir­che kommt nicht von den äuße­ren Fein­den, son­dern erwächst aus der Sün­de in der Kirche“
        Das ist Unsinn vom Papst. Die Kir­che kann nicht sün­dig sein. Sie ist hei­lig. Men­schen die in der Kir­che gegen Chri­stus ste­hen sind Sünder.
        Per Mari­am ad Christum.

        • Shu­ca: Schon ein­mal gehört oder gelesen???

          - Der Kir­che gehö­ren nicht bloß hei­li­ge Glie­der an, son­dern auch Sünder.

          Genau aus die­sen Grün­den ent­spricht die­ser Satz sei­ner Hei­lig­keit Papst Bene­dikt XVI, voll­auf der Wahrheit:
          11 Mai 2010 Papst Bene­dikt XI in Fatima:
          „Die größ­te Ver­fol­gung der Kir­che kommt nicht von den äuße­ren Fein­den, son­dern erwächst aus der Sün­de in der Kirche“

          lesen sie noch ein­mal genau die Aus­sa­ge sei­ner Hei­lig­keit durch, er sprach ja nicht davon das die KIRCHE sün­digt, son­dern das in die­ser Sün­de erwächst und die­se Sün­der die größ­ten Ver­fol­ger der Kir­che sind. Und zu erken­nen ist das am besten an den Sün­den ihrer Glie­der, sprich von uns Lai­en und den Hir­ten bis ganz hin­auf in der Hier­ar­chie der Kir­che. Aber schön wenn sie nur das her­aus­le­sen wol­len was ihnen gefällt, so sei es.

          Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

          • „son­dern erwächst aus der Sün­de in der Kirche“
            Dar­um geht es. Von Sün­dern habe ich gespro­chen und Bene­dikt hät­te es auch tun müssen.
            Die Kir­che ist hei­lig ohne Makel. Sie ist sein Leib.
            Das ist das Problem.
            Per Mari­am ad Christum.

          • Shu­ca: Damit auch sie den Unter­schei­de zwi­schen „In der Kir­che“ und „Die Kir­che“ ver­ste­hen ein klei­nes Beispiel.
            1. Ein vom Glau­ben abge­fal­le­ner Prie­ster, begeht Sün­den >in der­Die< Kir­che lässt es zu, das Sün­den in ihr wach­sen. werden.

            Erken­nen sie den Unter­schied, den es ist immer der Mensch der Sün­digt, und nie­mals eine Insti­tu­ti­on oder ein Gegen­stand, denn ich hof­fe nicht das sie Glau­ben das zum Bei­spiel der PETERSDOM leben­dig wurd und Sün­den began­gen hat. Aber das kann jeder Mensch mit Ver­stand nor­ma­ler­wei­se erken­nen, natür­lich ausser es ist gegen den Papst gerich­tet, dann zählt der Nor­ma­le Ver­stand nicht mehr.

            Gott zum Gruße

          • Armin:
            „Erken­nen sie den Unter­schied, den es ist immer der Mensch der Sün­digt, und nie­mals eine Insti­tu­ti­on oder ein Gegenstand,“
            Ja das hat­te ich doch auch so geschrie­ben. Die Kir­che ist nicht sün­dig son­dern hei­lig und aus ihr kann kei­ne Sün­de wach­sen. Ver­ste­hen sie das ich die Kir­che Jesu Chri­sti ver­tei­di­gen tue. Übri­gens sind sie kri­ti­scher gegen­über unse­rem jet­zi­gen Papst. Ich hab mich bis jetzt sehr zurückgehalten.
            Per Mari­am ad Christum.

  7. Armin hat recht. Es gibt nur eine röm.-kath. Kir­che. Bis 1962, dem Beginn des II. Vati­ka­nums, gab es bei Katho­li­ken die Unter­schei­dung zwi­schen pro­gres­siv und koser­va­tiv über­haupt nicht. Das Wort „tra­di­tio­na­li­stisch“ war über­haupt nicht im Gebrauch. Alle waren vom Papst bis zu den Bischö­fen, Prie­stern und Gläu­bi­gen „tra­di­tio­na­li­stisch.“ Nie­mand stell­te sich gegen das Lehr­amt der Kir­che, alle Päp­ste stan­den in glei­chem Anse­hen, die ver­stor­be­nen und Pius XII. Natür­lich gab es zwi­schen den Katho­li­ken Strei­te­rei­en, aber kei­ne Ein­tei­lung in „kon­ser­va­tiv“, „pro­gres­siv“, „tra­di­tio­na­li­stisch.“ Im Glau­ben war die Kir­che eine Ein­heit. Was sich in Ordens­hoch­schu­len abspiel­te, in theo­lo­gi­schen Fakul­tä­ten war nicht nur den mei­sten Gläu­bi­gen nicht bekannt, auch vie­len Bischö­fen nicht.
    Pius XII. schon. Ein­dring­lich mahn­te er in sei­ner bedeu­ten­den Enzy­kli­ka Huma­ni gene­ris (1950) vor den neo­mo­der­ni­sti­schen Umtrie­ben. Neo­mo­der­ni­sti­sche Theo­lo­gen haben gestützt auf pro­gres­si­ve Kon­zils­vä­ter, gestützt und geför­dert von Paul VI. auf dem Kon­zil die Ober­hand gewon­nen und eine unvor­be­rei­te­te Mehr­heit der Kon­zils­vä­ter mitgerissen.
    Der pro­gres­si­ve Prot­ago­nist Con­gar hat bewusst die libe­ra­le, lin­ke Pres­se zur Meinugs­bil­dung infor­miert, natür­lich ahm­ten ihn die ande­ren nach. Damit wur­de schon wäh­rend des Kon­zils ein enor­mer Druck durch die Medi­en auf die Kon­zils­vä­ter aus­ge­übt. Was wir jetzt erle­ben müs­sen, ist nur eine Fortsetzung.
    Die unge­hor­sa­men Kar­di­nä­le, Erz­bi­schö­fe und Bischö­fe wur­den alle von den Kon­zil­späp­sten ernannt.
    Dass unser Herr Jesus Chri­stus über sei­ne Kir­che auch in die­ser Dun­kel­heit wacht, wird deut­lich: Das Pasto­ral­kon­zil hat kein Dog­ma defi­niert. Kein Kon­zils-Nach­kon­zils­papst hat ex cathe­dra gespro­chen. Nur für die­sen Fall gilt die unein­ge­schränk­te päpst­li­che Unfehl­bar­keit. Sie wur­de nicht in Anspruch genommen.
    Was aus­sieht wie Unge­hor­sam bei den soge­nann­ten Tra­di­tio­na­li­sten ist Glau­bens­ge­hor­sam. Kein Dog­ma wird von uns in Fra­ge gestellt.
    Fortsetzung:

  8. Fort­set­zung:
    Im Gegen­satz zu den mei­sten Kon­zils-Nach­kon­zils­theo­lo­gen, die Dog­men ent­we­der leug­nen oder bis zur Unkennt­lich­keit neu inter­pre­tie­ren. Sie wur­den lei­der viel zu oft Bischö­fe, Erz­bi­schö­fe und Kardinäle.
    Unter die­sen Umstän­den erfolgt die Wahl eines Pap­stes nur zwi­schen einem gemä­ßig­ten oder einem radi­ka­le­ren Progressisten.
    Ein Kan­di­dat, der voll­um­fäng­lich der 2000jährigen Tra­di­ti­on der Kir­che anhängt, hat, falls es ihn geben soll­te, sowie­so kei­ne Chan­ce. Auch wenn die Medi­en sich raus­hal­ten soll­ten, was sie nicht tun.

  9. In eige­ner Sache: Mein Satz „Armin hat recht“ bezieht sich auf sei­nen Kom­men­tar vom 22. Febru­ar um 22.51 Uhr…
    Die Wahr­heits­fra­ge lässt sich nicht rela­ti­vie­ren in „rechts“, „links“, kon­ser­va­tiv oder pro­gres­siv. Die katho­li­sche Kir­che ist kei­ne poli­ti­sche Par­tei. Für den geof­fen­bar­ten Glau­ben sind die­se Begrif­fe aus dem gesell­schaft­lich-poli­ti­schen Bereich unan­ge­bracht. Dass sie den­noch infla­tio­när in Gebrauch sind, zeigt, wie unheil­voll sich die wider­sprüch­li­chen Doku­men­te des II. Vati­ka­nums auf den Glau­ben auswirken.

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