Entscheidende 24 Stunden für die Piusbruderschaft? — Stichtag 22. Februar

Bischof Fellay entscheidende 24 Stunden Piusbruderschaft Rom Einigung Benedikt XVI.(Rom/Econe) „Die Umar­mung des Vaters, der sie liebt oder das Schis­ma“, schreibt der spa­ni­sche Kir­chen­hi­sto­ri­ker Fran­cis­co de la Cigo­ña zum „Ulti­ma­tum“, das Kuri­en­erz­bi­schof Mül­ler an die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. gerich­tet hat. Getan hat der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on dies als Vor­sit­zen­der der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei mit einem Schrei­ben vom 8. Janu­ar. Daß als Stich­tag ein Ter­min weni­ge Tage vor dem Amts­ver­zicht Papst Bene­dikts XVI. gesetzt wur­de, und zwar bereits Anfang Janu­ar, als Kuri­en­erz­bi­schof Mül­ler und alle ande­ren im Vati­kan noch gar nichts vom beab­sich­ti­gen Rück­tritt des Pap­stes wuß­ten, deu­tet dar­auf hin, daß das Datum vom Papst selbst gewünscht wur­de. Ein letz­ter Ver­such sei­nes Pon­ti­fi­kats, doch noch eine Eini­gung zu errei­chen. Seit län­ge­rem heißt es in Rom, daß das Dekret zur Errich­tung einer Per­son­la­prä­la­tur bereits unter­schrifts­reif auf­ge­setzt ist, so daß Bene­dikt XVI. nur mehr sei­nen Namen dar­un­ter­set­zen müß­te, um ihm Rechts­kraft zu ver­lei­hen. Bis zum Abend des 28. Febru­ar 2013 kann er es tun, ehe der Ring des Fischers zer­bro­chen wird.

Stichtag 22. Februar von Papst bestimmt — Letzte Möglichkeit vor seinem Rücktritt

Im Le Figa­ro schrieb Jean-Marie Gué­nois sinn­ge­mäß: „Es ist fünf vor 12, Bischof Fel­lay…“, die Fra­ge der Eini­gung sei von „uni­ver­sa­ler“ Bedeu­tung, so Gué­nois. Sie betref­fe die gesam­te Welt­kir­che. Der Papst habe durch gro­ßes Ent­ge­gen­kom­men, und vor allem bis­her ein­sei­tig und ohne Gegen­lei­stun­gen, nicht ein­mal sym­bo­li­scher Natur, wesent­li­che For­de­run­gen der Pius­bru­der­schaft erfüllt. Im Gegen­satz zu man­chem sei­ner Mit­ar­bei­ter, ertrug er gedul­dig die auf­bran­den­de Kri­tik, die ihm durch den Fall Wil­liam­son ent­ge­gen­schlug. Dem Papst geht es um die Wie­der­her­stel­lung und Stär­kung der katho­li­schen Iden­ti­tät, dar­an hat er uner­müd­lich gear­bei­tet und vor allem mit uner­schüt­ter­li­cher Geduld, weil er durch Über­zeu­gungs­ar­beit die Katho­li­ken gewin­nen und in ihnen den Weg frei zu neu­em Feu­er machen woll­te.
Gué­nois weist in die­sem Zusam­men­hang auf das der Welt schier unglaub­lich erschei­nen­de Ereig­nis hin, daß beim Welt­ju­gend­tag in Madrid zwei Mil­lio­nen jun­ge Katho­li­ken nach Sturm­re­gen in abso­lu­ter Stil­le am Boden knie­ten, um den eucha­ri­sti­schen Herrn anzu­bie­ten. „Wann hat die Welt so etwas gese­hen“, frag­te bereits damals der Reli­gi­ons­wis­sen­schaft­ler Vin­cen­zo Bet­ta. Bil­der, die die moder­ne Welt ver­stö­ren, sucht sie schnell zu ver­drän­gen. Doch das geht nicht so leicht.

Piusbruderschaft Teil der Rekatholisierung Benedikts XVI. — Kirche 2013 nicht mehr jene von 2005

ARFEIn die­sem päpst­li­chen Pro­gramm der „Reka­tho­li­sie­rung“, so Gué­nois, hat für Bene­dikt XVI. auch die von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re gegrün­de­te Pius­bru­der­schaft ihren Platz. Eine Hal­tung, die selbst in sei­nem Umfeld von nicht vie­len ver­stan­den, von ande­ren mehr oder weni­ger offen bekämpft wur­de. Der Papst ging den Weg der Eini­gung den­noch wei­ter und gab immer neue Impul­se, obwohl er manch­mal dar­in sehr ein­sam stand. Ein­sam an der Römi­schen Kurie, vor allem aber mit wenig Unter­stüt­zung in den Epi­sko­pa­ten und ein­sam auch von Sei­ten der Bru­der­schaft, in der nicht weni­ge Rom zwar Rom nen­nen, den Papst zwar Papst nen­nen, aber letzt­lich mit Rom und dem Papst soviel zu tun haben wol­len, wie mit einem fer­nen Ver­wand­ten am ande­ren Ende der Welt. Die­se Ein­sam­keit war über lan­ge Strecken ein Wesens­merk­mal die­ses Pon­ti­fi­kats, in die­sem und in ande­ren Aspek­ten der von Bene­dikt XVI. vor­an­ge­trie­be­nen Reka­tho­li­sie­rung. Sei­ne Ent­schlos­sen­heit, wenn auch manch­mal der klei­nen Schrit­te, stets bemüht, sei­ne Adres­sa­ten nicht zu über­for­dern, brach­te ihm wenig Lohn und viel Kri­tik ein, zei­tigt aber unüber­seh­ba­re Fol­gen.

Wohlwollen gegenüber Piusbruderschaft war einsamer Weg für Papst — alleingelassen von beiden Seiten?

Die Kir­che, die Bene­dikt XVI. am Abend des 28. Febru­ar mit sei­nem unge­wöhn­li­chen, nicht unbe­dingt nach­ah­mungs­wür­di­gen Abtritt hin­ter­läßt, ist eine ande­re, als er vor acht Jah­ren über­nom­men hat. Sie ist um deut­li­che Gra­de katho­li­scher gewor­den. Vor allem leg­te er einen Grund­stein, da und dort, auf dem die Zukunft der Kir­che gebaut wird. Und das wird nicht die Kir­che der 70er Jah­re sein, so sehr Alt-Libe­ra­le wie der deut­sche Kar­di­nal Leh­mann, der es in ver­gan­ge­nen Zei­ten unglaub­li­cher­wei­se bis zum Vor­sit­zen­den der deut­schen Bischofs­kon­fe­renz und in das Kar­di­nals­kol­le­gi­um geschafft hat­te, es sich noch immer her­bei­seh­nen. Ande­re Zei­ten, ande­re Stra­te­gien. Als die Pro­gres­si­ven noch so stark waren, ver­such­te man sie unter Johan­nes Paul II. durch Ein­bin­dung in die Ver­ant­wor­tung für die Welt­kir­che zu mäßi­gen. Aber die deut­sche Kir­che ist ein Kapi­tel für sich, wie die gera­de­zu chao­ti­sche Kako­pho­nie man­cher deut­scher Bischö­fe zeigt, kaum, daß Petrus, der Garant der Ein­heit, für kur­ze Zeit nicht prä­sent ist. Die­ses recht erbärm­li­che Schau­spiel, das sich in die­sen Tagen nörd­lich der Alpen abspielt, ver­mit­telt eine lei­se Ahnung des­sen, was mit der katho­li­schen Kir­che pas­sie­ren wür­de, wenn manch epi­sko­pa­ler Wunsch nach Schwä­chung der päpst­li­chen Auto­ri­tät und damit des Petrusam­tes in Erfül­lung gin­ge.

Le Figaro zu Personalprälatur: „Hat Opus Dei je über Zwang und Mangel an Freiheit geklagt?“

now-is-the-timeZurück aber zur Pius­bru­der­schaft: Gué­nois fragt, war­um die Pius­brü­der immer etwas aus­zu­set­zen hät­ten und den Ein­druck von Nim­mer­sat­ten ver­mit­teln wür­den, auch was das Ange­bot einer Per­so­nal­prä­la­tur anbe­langt: „Hat jemand jemals das Opus Dei über Zwang oder einen Man­gel an Frei­heit kla­gen hören in die­sem beson­de­ren Rechts­sta­tus?“ Ein Schrei­ben von Kuri­en­erz­bi­schof Di Noia, dem Vize-Prä­si­den­ten der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei, brach­te bereits im Novem­ber 2012 ganz neue Über­le­gun­gen ins Spiel, um die im ver­gan­ge­nen Juni fest­ge­fah­re­ne Situa­ti­on aus der Sack­gas­se zu füh­ren.

„Es ist Vier­tel vor 12“. Ein wei­te­rer Tag begin­ne, die Ein­heit wie­der­her­zu­stel­len. Der letz­te Tag. Wer die Zei­chen der Zeit zu lesen ver­ste­he, der sol­le sie lesen. „Msgr. Fel­lay weiß, daß die Gele­gen­heit ein­ma­lig ist.“

Der Gene­ral­obe­re der Pius­bru­der­schat „hat eine sehr gro­ße Ver­ant­wor­tung“. Wird er die ein­ma­li­ge Gele­gen­heit „aus Angst vor den Ultras, die ihn sowie­so ver­las­sen wer­den“ nicht nüt­zen „und die selbst im Rück­tritt aus­ge­streck­te Hand des Pap­stes ver­wei­gern?“ Wie aber kön­ne ein „Werk, das den Ehr­geiz hat, die Iden­tät der Kir­che wie­der­zu­be­le­ben, die­se Mög­lich­keit wis­sent­lich ver­wei­gern?“

„Wird Fellay aus Angst vor Ultras, die ihn ohnehin verlassen, sich verweigern?“

Auch Fran­cis­co de la Cigo­ña schreibt, daß „Bischof Fel­lay eine immense Ver­ant­wor­tung trägt“, wenn die Bru­der­schaft „die­se letz­te Gele­gen­heit ver­paßt“. Denn, „sofern nicht ein Kar­di­nal wie Bur­ke oder Ran­jith“ zum näch­sten Papst gwählt wird, „was sehr unwahr­schein­lich scheint, wird sich nie­mand fin­den, der der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. so wohl­wol­lend wie Papst Bene­dikt XVI. ent­ge­gen­kommt.“ Das ver­schaf­fe jenen Spiel­raum, die ihnen feind­lich geson­nen sind. „Ein­sen­de­schluß ist der 22. Febru­ar, das ist mor­gen. Und zwangs­läu­fig am 28. um 20 Uhr. Das ist die Ent­schei­dung, die Msgr. Fel­lay tref­fen muß. Es gibt kei­ne ande­re Zeit. Möge der Herr und die Aller­se­lig­ste Got­tes­mut­ter sein Herz anrüh­ren.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bil­der: La cigüeña de la torre/Rorate Cae­li

19 Kommentare

  1. Der fal­sche Weg!
    Glau­bens­wahr­hei­ten las­sen sich nicht ulti­ma­tiv ein­for­dern.
    Eine Per­so­nal­prä­la­tur bringt der FSSPX über­haupt nichts, im Gegen­teil Moder­ni­sten wie Mül­ler und Co. wer­den wei­ter sank­tio­nie­ren und behin­dern und auf das näch­ste Schis­ma hin­ar­bei­ten.
    Egal wie der näch­ste Papst heißt und wel­chen „Strö­mun­gen“ er hin­ter­her­läuft, den Pro­zess der Ero­si­on der Kir­che wird auch er nicht ver­hin­dern kön­nen.
    Sel­ten war das Papst­tum ohn­mäch­ti­ger als heu­te, die Wir­kungs­lo­sig­keit der „Wün­sche“ Bene­dikts in Deutsch­land bewei­sen das.
    Selbst­herr­li­che Orts­kir­chen, mit wei­ge­hend protestantischen(Liturgie) und demo­kra­ti­schen Struk­tu­ren bestim­men das Erschei­nungs­bild der Kath.Kirche!
    Ob Bischof Fel­lay unter­schreibt oder nicht, die FSSPX wür­de von der Kir­che immer wie ein „Paria“ behan­delt nach dem Mot­to, „Nazis raus aus unse­rer Kir­che“
    Was wäre damit gewon­nen?
    Weni­ger als nichts!
    Ver­trau­en wir auf den hl.Geist, der nie­man­den ver­gißt, der mit sol­cher Inbrunst und hei­lig­mä­ßi­ger Wei­se, die Lit­ur­gie und die tra­di­tio­nel­len Wer­te der Kir­che zu erhal­ten ver­sucht.
    Wir sehen eher die Vati­ka­nums-Seli­gen unter­ge­hen, als die FSSPX, die­se soll­ten bereit ste­hen wenn Rom auf­grund der Glau­bens­kri­se die Reiss­lei­ne zieht.
    Dafür hat Bischof Leb­fe­v­re sie gegrün­det und er wird Recht behal­ten, mei­ner Ansicht einer der wirk­lich Hei­li­gen in der Römisch Katho­li­schen Kir­che !

    • das stimmt nicht dass Papst Bene­dikt ohm­mäch­tig ist, er hat den Erz­bi­schof von Trna­va und den Bischof von Vige­va­no kur­zer­hand abge­setzt, er will ein­fach nur sei­ne eige­nes Schön­ge­re­de nicht ein­lö­sen. Er will nicht, und jetzt tritt er ab.

  2. Ein sehr begrü­ßens­wer­ter Arti­kel. Die Situa­ti­on der FSSPX ist aller­dings mit der des Opus Dei nicht ver­gleich­bar. Eine Per­so­nal­prä­la­tur der FSSPX wäre nur sinn­voll inner­halb eines Per­so­nal­or­di­na­ria­tes der Tra­di­ti­on, dass sich aus der FSSPX, den Eccle­sia Dei Gemein­schaf­ten, den ange­schlos­se­nen Orden und Gläu­bi­gen zusam­men­setzt und unter der Lei­tung eines exemp­ten Bischofs (aus den eige­nen Rei­hen oder eines auf­rich­tig der Tra­di­ti­on ver­bun­de­nen Kar­di­nals) steht. Nur so könn­te die not­wen­di­ge Frei­heit gegen­über den Orts­bi­schö­fen erreicht wer­den. Die Gefahr einer Par­al­lel­kir­che sehe ich nicht, wenn man dar­auf ver­zich­tet, sich gegen­sei­tig die Katho­li­zi­tät abzu­spre­chen. Das Fun­da­ment der Ein­heit ist der Papst. Über strit­ti­ge Auf­fas­sun­gen kann gerun­gen wer­den. Im Übri­gen wird sich zei­gen, wel­che der Reben zukünf­tig gute Früch­te her­vor­brin­gen. Aller­dings fürch­te ich, der Kai­ros ist dafür bereits über­schrit­ten. Zu lan­ge hat man sich bei den dok­tri­nel­len Fra­gen auf­ge­hal­ten, bes­ser: dahin­ter ver­steckt, anstatt die wich­ti­gen stuk­tu­rel­len Fra­gen zu lösen. Es wäre ein Wun­der, wenn es noch gelän­ge, das für eine Reka­tho­li­sie­rung unab­ding­ba­re Per­so­nal­or­di­na­ri­at der Tra­di­ti­on zu errich­ten.

    • Der Arti­kel von Guénois ist eher selt­sam. Die FSSPX kann (schon aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den) die­ses Ange­bot nicht anneh­men.
      Aber in einem Punkt gebe ich Ihnen recht: Mög­li­cher­wei­se ist (war) die Errich­tung einer Per­so­nal­prä­la­tur vor­ge­se­hen, für die weni­ger das Opus Dei als viel­mehr das Per­so­nal­or­di­na­ri­at Unse­rer Lie­ben Frau von Wal­sing­ham als Struk­tur für „über­tritts­wil­li­ge Tra­di­tio­na­li­sten“ Vor­bild ist, allen­falls auch für die bis­he­ri­gen Eccle­sia Dei Gemein­schaf­ten. Das Ulti­ma­tum an die FSSPX hät­te dann die Bedeu­tung: „Wir machen es in jedem Fall, ent­we­der mit Euch oder ohne Euch.“

  3. „Die Kir­che … ist um deut­li­che Gra­de katho­li­scher gewor­den“.

    In die­sen Wor­ten offen­bart sich letzt­lich das Pro­blem heu­te: Hir­ten und Gläu­bi­ge kön­nen und dür­fen nicht nur mehr oder weni­ger katho­lisch oder „katho­li­scher“ sein, son­dern müs­sen in Wahr­heit katho­lisch sein! Anders kön­nen sie gar nicht wahr­haft Hir­ten oder Gläu­bi­ge der katho­li­schen Kir­che sein!

    Und des­halb kann auch nie­mand, der wirk­li­cher Hir­te der Kir­che ist und sein will, heu­te oder auch in Zukunft die Tra­di­ti­on der Kir­che aus­gren­zen oder ver­fol­gen!

    Gläu­bi­ge Katho­li­ken wer­den sich kaum durch mensch­li­che Berech­nun­gen oder Wor­te in Panik set­zen las­sen, son­dern sie wer­den vor allem dar­um beten, dass der Kir­che ein Ober­haupt geschenkt wird, das nicht etwas „katho­li­scher“ – in Wahr­heit also nicht wirk­lich katho­lisch!? -, son­dern das wahr­haft katho­lisch sein und in Wahr­heit die Stel­le Jesu Chri­sti ver­tre­ten wird und so wie­der alle Katho­li­ken im katho­li­schen – nicht nur „katho­li­sche­ren“! — Glau­ben sam­meln kann!

    Nur „mehr oder weni­ger katho­lisch“ ist kein Ansatz­punkt für die Ret­tung der katho­li­schen Kir­che!

  4. Lei­der hat die­ser spa­ni­sche Kir­chen­hi­sto­ri­ker über­haupt nicht ver­stan­den, wor­um es Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ging und der FSSPX geht. Er begreift den Kon­flikt nicht zwi­schen der Kon­zils­kir­che und Erbi­schof Lef­eb­v­re , der FSSPX, die ver­pflich­tet ist, die authen­ti­sche katho­li­sche Tra­di­ti­on zu bewah­ren, die mit dem II. Vati­ka­num einem Zer­stö­rungs­pro­zess aus­ge­setzt ist, der bedroh­lich ist.
    Zwi­schen Papst Bene­dikt und der FSSPX besteht ein nicht auf­lös­ba­rer Kon­flikt: Der Papst ist davon über­zeugt, dass das Kon­zil die gro­ße Erneue­rung brach­te und noch brin­gen wird, die ledig­lich durch eine fal­sche Rezep­ti­on ver­hin­dert und ins Gegen­teil ver­kehrt wur­de.
    Erz­bi­schof Lef­eb­v­re erkann­te, dass die teils irr­tüm­li­chen, teils wider­sprüch­li­chen Kon­zils­do­ku­men­te die Kir­che zer­stö­ren wür­den. Alles, was er vor­aus­ge­sagt hat, woge­gen er gekämpft hat, ist ein­ge­tre­ten. Die­sen Kampf soll die FSSPX auf­ge­ben.
    Die Gedan­ken des spa­ni­schen Kir­chen­hi­sto­ri­kers sind zutiefst spal­te­risch. Und völ­lig rea­li­täts­fern.

    Eine Umar­mung des Vaters, die erdrückend, erstickend ist, hat mit Lie­be nichts zu tun. Joseph Ratz­in­ger — Papst Bene­dikt muss für sich selbst klä­ren, ob das II. Vati­ka­num, an dem er nicht uner­heb­lich mit­wirk­te, die gefähr­li­che Glau­bens- und Kir­chen­kri­se aus­lö­ste. OB AUCH SEINE THEOLOGIE MIT VERANTWORTLICH IST…Ich erin­ne­re an die „Ein­füh­rung in das Chri­sten­tum“ und die dort ver­tre­te­ne Chri­sto­lo­gie…

  5. Es ist schon erstaun­lich, dass von Sei­ten der Moder­ni­sten stets den Gläu­bi­gen der FSSPX die Schuld an den Zustän­den in der Kir­che gege­ben wird.

    Dabei ist es doch so, dass man auch in Rom nicht wil­lens ist, wenig­sten die Miss­bräu­che wäh­rend der Hl. Mes­se abzu­stel­len, geschwei­ge denn, öffent­lich zum Alten Ritus zurück­zu­keh­ren. Der Papst hat jeden­falls kein Zei­chen gesetzt, denn er hät­te ja wenig­stens ein­mal die­se Mes­se fei­ern kön­nen.

    Und:

    Wenn die Kir­che „um deut­li­che Gra­de katho­li­scher gewor­den“ ist, dann zeigt dies, wie sehr die Kri­tik an Johan­nes Paul II. berech­tigt war.

  6. Man möge sich das mal prak­tisch vor­stel­len: Am Sonn­tag erfah­ren wir, dass die FSSPX jetzt eine Per­so­nal­prä­la­tur ist…Und dass die Ver­hand­lun­gen mit dem Bischof so bald wie mög­lich begin­nen wer­den, da ohne sei­ne Erlaub­nis die FSSPX nicht wir­ken darf. Wobei unser Diö­ze­san­bi­schof schon der FSSP nicht erlaubt, einen Fuß auf den Boden der Diö­ze­se zu set­zen…

  7. Katho­li­ken set­zen sich kei­ne Ult­ma­ten. Das Soll­te Cigo­na wis­sen. Das Gere­de vom Ent­ge­gen­kom­men des Pap­stes bleibt Gere­de, solan­ge der Papst nicht für dok­tri­nel­le Klar­heit sorgt. Ein rein prak­ti­sches Über­ein­kom­men ist nutz­los!

  8. Eigent­lich soll­te auf Sei­ten der Bru­der­schaft alles klar sein.
    Im Mit­tei­lungs­blatt vom Dezem­ber letz­ten Jah­res wur­den die Bedin­gun­gen sine non qua von Bischof de Galar­re­ta auf­ge­zählt:

    „Wir erhal­ten vol­le Frei­heit, die hei­li­ge Leh­re des immer­wäh­ren­den Lehr­amts der Kir­che und der unver­än­der­li­chen Wahr­heit der gött­li­chen Über­lie­fe­rung zu bewah­ren, zu ver­mit­teln und zu leh­ren.
    Wir bit­ten um die Frei­heit, die Wahr­heit zu ver­tei­di­gen sowie alle, die Irr­leh­ren oder Neu­hei­ten des Moder­nis­mus oder des Libe­ra­lis­mus des II Vati­ka­ni­schen Kon­zils und der Fol­ge­zeit ver­brei­ten, zu berich­ti­gen und ihre Feh­ler auf­zu­zei­gen.
    Es muss zuge­stan­den wer­den, aus­schließ­lich die Lit­ur­gie von 1962 zu benut­zen.
    Zusi­che­rung min­de­stens eines Bischofs für die Bru­der­schaft.“

    War­um so lan­ge mit einer offi­zi­el­len Ant­wort gewar­tet wird, erschließt sich mir nicht so ganz.
    Ich hof­fe nicht, dass davon abge­rückt wird.

    • Am 1. Novem­ber 2012 sag­te Mgr Fel­lay in Ecône in sei­ner an die Semi­na­ri­sten gerich­te­ten Pre­digt: „Ich habe die Unter­la­gen des Gene­ral­ka­pi­tels nach Rom geschickt, unse­re Abschluß­er­klä­rung, die ein­deu­tig ist, und unse­re Bedin­gun­gen, zu denen wir uns, wenn es soweit ist, auf eine mög­li­che kano­ni­sche Aner­ken­nung eini­gen kön­nen. Ohne die­se Bedin­gun­gen kön­nen wir nicht leben; es wür­de bedeu­ten, daß wir uns zugrun­de rich­ten.“

      Die Bedin­gun­gen, die das Gene­ral­ka­pi­tel im Juli 2012 defi­niert hat, waren zwar bes­ser als über­haupt kei­ne Stra­te­gie, aber lei­der inhalt­lich völ­lig unzu­läng­lich. Vor allem die Unab­hän­gig­keit von der Auf­sicht der Bischö­fe müss­te eine unver­zicht­ba­re, nicht bloss eine wün­schens­wer­te Bedin­gung sein. Durch die Fest­le­gung, dass der Gene­ral­obe­re nicht allei­ne ent­schei­den kann, son­dern vor­her ein außer­or­dent­li­ches, beschlie­ßen­des Kapi­tel ein­zu­be­ru­fen ist, besteht aber immer­hin deut­lich weni­ger Gefahr, dass es zu über­eil­ten Hand­lun­gen kommt, die im Nach­hin­ein bereut wer­den könn­ten.

  9. schau­en wir uns die Sache mal prak­tisch an, zunächst ist es unwahr­schein­lich dass der Papst noch eine so weit rei­chen­de Ent­schei­dung trifft, dass ent­schei­den­de ist aber, dass Bischof Fel­lay seit dem Kapi­tel im Juli letz­ten Jah­res nicht mehr die Voll­macht hat die­se Ent­schei­dung ohne Zustim­mung des Kapi­tels zu tref­fen wozu man nur sagen kann Deo gra­ti­as

    • Rife­r­en­do­si al tema del­la Fra­ter­ni­tà Sacer­do­ta­le di San Pio X, Pad­re Lom­bar­di ha riaf­fer­mato che la data limi­te del 22 feb­braio per la solu­zio­ne di tale que­stio­ne è pura ipo­te­si. Bene­det­to XVI ha deci­so di affi­da­re al pros­si­mo Papa la que­stio­ne, per cui, non ci si deve aspet­t­a­re una defi­ni­zio­ne dei rap­por­ti con la Fra­ter­ni­tà pri­ma del­la fine del­l’at­tua­le Pon­ti­fi­ca­to.

      http://www.vis.va/vissolr/index.php?vi=all&dl=4a1b1707-1c90-99fc-5737–51262588fb61&dl_t=text/xml&dl_a=y&ul=1&ev=1

      • Ist ja mal wie­der Klas­se! — Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on stellt ein Ulti­ma­tum, dass sich ‑einen Tag vor sei­nem Ablauf — nun als (wört­lich) „rei­ne Hypo­the­se“ erweist! Bischof Fel­lay hat ja immer wie­der ein­mal betont, dass man sich in Rom gegen­sei­tig in den Rücken fällt und wohl die eine Hand nicht so recht weiß, was die ande­re tut, sich Dikaste­ri­en Din­ge anma­ßen, die gar nicht in ihren Auf­ga­ben­be­reich fal­len usw. Jetzt tritt auch noch der Papst zurück, hin­ter­lässt ein wei­te­res Macht­va­ku­um indem er das Papst­amt von den Kar­di­nä­len ablei­tet, so dass sein Nach­fol­ger nur noch eine Mario­net­te sein wird, wenn er nicht mit eiser­nem Besen durch­fegt.

  10. Wäh­rend man sich noch über die bösen, bösen FSSPX-Anhän­ger auf­regt, die ja par­tout nicht an den „Seg­nun­gen“ des 2. Vati­ka­nums teil­ha­ben wol­len,

    schaf­fen die deut­schen Bischö­fe Fak­ten!

    Mal sehen, wie man die bösen, bösen FSSPX-Anhän­gern dazu bringt, die jetzt erlaub­te „Pil­le danach“ zu akzep­tie­ren.

    (Falls die Bischö­fe so eine Pil­le, von der die Medi­zin weiss, dass es sie nicht gibt, irgend­wo her­be­kom­men…)

  11. Tho­mas Kovacs: Lei­der kann man den Mel­dun­gen aus dem Vati­kan kein Ver­trau­en mehr Ent­ge­gen­brin­gen, weil im Vati­kan so und so die Lin­ke Hand nicht weis was die Rech­te gera­de tut.

    Aber kann die Ange­le­gen­heit FSSPX noch der heu­te regie­ren­de Papst regeln, denn wie es mit den Ver­hand­lun­gen rund um die FSSPX wei­ter­geht, wird der näch­ste Papst klä­ren müßen, denn egal ob nun die FSSPX den kano­ni­schen Sta­tus unter Papst Bene­dikt XVI zurück­er­hal­ten hät­te, sein Nach­fol­ger wird wenn die­ser nun der „Hei­li­gen Tra­di­ti­on“ feind­lich gesinnt ist, die­se so und so wie­der auf­he­ben las­sen, und wenn die­ser der „Hei­li­gen Tra­di­ti­on“ wohl­ge­son­nen ist, so und so eine Eini­gung her­bei­füh­ren. Und vie­le Gläu­bi­gen hat­ten ja auch von sei­ner Hei­lig­keit Papst erhofft das die­ser zumin­dest den FALL „Med­jug­or­je“ ein für alle mal geklärt hät­te. Aber wie es scheint haben vie­le Hir­ten des deutsch­spra­chi­gen Rau­mes erstens Angst vor der Wahr­heit und vor einen ein­deu­ti­gen Ja oder Nein.

    Daher soll­ten wir dafür beten, dass der näch­ste Papst ein wahr­lich katho­li­scher Hir­te, kein Mann der Gro­ßen Wör­ter son­dern ein Mann der Gro­ßen Taten ist.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

  12. Zum Eltern­haus, in dem ich von Geburt an in den kath. Glau­ben ein­ge­führt wur­de — mit 4 Gebets-
    zei­ten am Tag — (wobei nicht nur vor dem Essen, son­dern auch nach dem Essen gebe­tet wur­de) erhielt ich ‑mit der „Schul­bi­bel“ in d. Volks­schu­le u. dann trotz Hit­ler­ver­bot auch im Gym-
    nasi­um Unter­richt in der kath. Glau­bens­leh­re. Dort lern­te ich bezgl. des umfas­sen­den The­mas,
    „Lehr­amt“ : Die höch­ste Form des Lehr­am­tes in der rk. Kir­che ist dann gege­ben, wenn in einem
    vom Papst ein­be­ru­fe­nen Kon­zil, der Papst zusam­men ! mit den Kon­zils­vä­tern erfolg­te Beschlüs-
    se unter­schrie­ben hat. Zum The­ma „Unfehl­bar­keit“ wur­de uns gelehrt: ein Papst hat eine be-
    son­de­re Unfehl­bar­keit dann, wenn er fei­er­lich bestimm­te Grund­sät­ze, die den Glau­ben und/
    oder Sit­ten betref­fen, unter­schrie­ben hat und sie ver­bind­lich ver­kün­det. Die­se, einem Papst zu
    eige­ne beson­de­re Unfehl­bar­keit, im I. Vatik. 1870 ver­kün­det, hat­te seit­her PIUS XII. in die­ser be-
    son­ders fei­er­lich erho­be­nen Form nur ein Mal = 1950 : „Leib­li­che Auf­nah­me Mari­ens in den
    Him­mel“ in Anspruch genom­men. Dabei sei für PIUS XII. nicht allei­ne sein per­sön­li­cher Glau­be
    aus­schlag­ge­bend gewe­sen, son­dern, daß die­ser (kon­kre­te) Glau­be über die Got­tes­mut­ter Maria schon seit lan­ger Zeit im Volk Got­tes (zu ihm gehö­ren übri­gens doch all­le… ein­schließ­lich
    dere Papst…) fest gepflegt wor­den. So hat­te PIUS XII. „nur“ das als fei­er­li­chen Glau­bens­satz er-
    hoben, was in der gesam­ten Kir­che sowie­so schon geglaubt wur­de. Mein Gedan­ke geht dahin,
    bezgl. „Höch­stes Lehr­amt in der rk. Kir­che“ ist dann gege­ben, wenn in einem Kon­zil der Papst
    zusam­men mit den Kon­zils­vä­tern einen Beschluß als ver­bind­lich unter­schrei­ben. Die Leh­re von
    der Unfehl­bar­keit betrifft doch die gesam­te Kir­che in ihren Getauf­ten und Gefirm­ten. Ein Bei­spiel
    aus dem all­tägl. Leben eines Chri­sten : eine kath., gläu­bi­ge Mut­ter (u. Vater incl.), erzäh­len ihren Kin­der von Gott und alles, was den kath. Glau­ben betrifft, den sie lebt, darf doch vertr

Kommentare sind deaktiviert.