[Update] Gespräche zwischen Piusbruderschaft und Rom – Die Chronologie der Ereignisse

Bischof Bernard Fellay im Generalhaus der Piusbruderschaft im Schweizerischen Menzingen vor einem Bild von Papst Benedikt XVI.
Bischof Bernard Fellay im Generalhaus der Piusbruderschaft im Schweizerischen Menzingen vor einem Bild von Papst Benedikt XVI.

Bischof Fellay der Generalobere der Piusbruderschaft in seinen Amtsräumen vor dem Bild von Papst Benedikt XVI. Chronologie der Gespräche zwischen Piusbruderschaft und Heiligem Stuhl(Vatikan/Menzingen) Es ver­dich­ten sich die Anzei­chen, daß die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. unmit­tel­bar davor­steht, dem Hei­li­gen Stuhl ihre Ant­wort auf die „Dok­tri­nel­le Prä­am­bel“ zu geben. Eine Ant­wort, die nega­tiv aus­fal­len wird. Die Pius­bru­der­schaft in der Per­son ihres Gene­ral­obe­ren Bischof Ber­nard Fel­lay wird, wie es aus­sieht, in weni­gen Tagen die von Rom gefor­der­te Unter­zeich­nung der „Dok­tri­nel­len Prä­am­bel“ ableh­nen und die­se Ableh­nung theo­lo­gisch begrün­den.

Das „Non pos­su­mus“ wird die „Prä­am­bel“ in ihrer der­zei­ti­gen Fas­sung vom 13. Juni 2012 betref­fen. Was dies kon­kret für die Gesprä­che zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und der Pius­bru­der­schaft bedeu­ten wird, läßt sich noch nicht abschät­zen. Wird damit nur die Gesprächs­pha­se Levada/Pozzo been­det und in eine neue Gesprächs­pha­se Di Noia über­ge­lei­tet? Wird statt einer „Prä­am­bel“ ein von Di Noia ange­ris­se­ner neu­er Weg gegan­gen? Oder bedeu­tet eine Ableh­nung der „Prä­am­bel“, daß der Hei­li­ge Stuhl „alles“ ver­sucht hat und die Gesprä­che für geschei­tert und damit für been­det erklärt? Wer­den neue kir­chen­recht­li­che Sank­tio­nen gegen die Bru­der­schaft ver­hängt? Kommt es zum erneu­ten Bruch?

Eine Chro­no­lo­gie der Ereig­nis­se:

August 2005: Papst Bene­dikt XVI. emp­fängt weni­ge Mona­te nach sei­ner Wahl den Gene­ral­obe­ren der Pius­bru­der­schaft, Msgr. Ber­nard Fel­lay in Audi­enz. Der Papst äußert dabei den Wunsch, daß die Pius­bru­der­schaft in die vol­le Gemein­schaft mit der katho­li­schen Kir­che zurück­kehrt.

7. Juli 2007: Papst Bene­dikt XVI. erläßt das Motu Pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum und erlaubt all­ge­mein für die gesam­te Kir­che die Fei­er der über­lie­fer­ten, soge­nann­ten „triden­ti­ni­schen“ Mes­se nach dem Mis­sa­le von 1962 als „außer­or­dent­li­che Form des römi­schen Ritus“.

15. Dezem­ber 2008: Msgr. Fel­lay bit­tet in einem Schrei­ben an die für die Gemein­schaf­ten der Tra­di­ti­on zustän­di­ge Päpst­li­che Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei in sei­nem und im Namen der drei ande­ren Bischö­fe der Bru­der­schaft um die Rück­nah­me des Exkom­mu­ni­ka­ti­ons­de­krets der Bischofs­kon­gre­ga­ti­on vom 1. Juli 1988. Er sichert die Aner­ken­nung des päpst­li­chen Pri­mats und des päpst­li­chen Lehr­am­tes zu.

21. Janu­ar 2009: Die Bischofs­kon­gre­ga­ti­on hebt mit Dekret die „Exkom­mu­ni­ka­ti­on“ der vier Bischö­fe Ber­nard Fel­lay, Alfon­so de Gall­are­ta, Ber­nard Tis­sier de Mal­lerais und Richard Wil­liam­son auf.

8. Juli 2009: Papst Bene­dikt XVI. lädt die Pius­bru­der­schaft zu Gesprä­chen über Lehr­fra­gen nach Rom ein, um die jewei­li­gen Posi­tio­nen zu klä­ren und die Mög­lich­keit einer Ver­söh­nung aus­zu­lo­ten.

26. Okto­ber 2009: Am Sitz der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on in Rom begin­nen die theo­lo­gi­schen Gesprä­che in einer „herz­li­chen, respekt­vol­len und kon­struk­ti­ven Atmo­sphä­re“. In den kom­men­den andert­halb Jah­ren fin­den rund zehn sol­cher Gesprä­che statt.

14. Sep­tem­ber 2011: Kar­di­nal Wil­liam Leva­da, der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, über­gibt dem Gene­ral­obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft in Rom eine „Dok­tri­nel­le Prä­am­bel“. Die Aner­ken­nung und Unter­zeich­nung der „Prä­am­bel“ wird vom Hei­li­gen Stuhl zur Bedin­gung für die kano­ni­sche Aner­ken­nung der Pius­bru­der­schaft gemacht. Rom teilt mit, daß „nicht-sub­stan­ti­el­le“ Ände­rungs­vor­schlä­ge an der For­mu­lie­rung mög­lich sind.

7. Okto­ber 2011: Am ita­lie­ni­schen Distrikt­sitz in Alba­no Lazia­le bei Rom tagen die Obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. und bera­ten über die Ant­wort auf die „Dok­tri­nel­le Prä­am­bel“. Trotz Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten wird die Posi­ti­on des Gene­ral­obe­ren Fel­lay gestärkt, kon­struk­tiv auf eine Eini­gung hin­zu­ar­bei­ten und Ände­rungs­vor­schlä­ge für „nicht annehm­ba­re“ Tei­le der Prä­am­bel aus­zu­ar­bei­ten.

21. Dezem­ber 2011: Die Pius­bru­der­schaft über­mit­telt Rom eine erste Ant­wort, die von Rom jedoch nicht als sol­che betrach­tet wird.

14. Janu­ar 2012: Msgr. Fel­lay über­mit­telt Rom eine zwei­te Ant­wort der Bru­der­schaft, die vom Hei­li­gen Stuhl als sol­che ent­ge­gen­ge­nom­men und einer ein­ge­hen­den Prü­fung unter­zo­gen wird.

16. März 2012: Kar­di­nal Leva­da erklärt Msgr. Fel­lay bei einem Tref­fen in Rom, daß die bis­he­ri­ge Ant­wort der Pius­bru­der­schaft „unge­nü­gend“ ist und der Hei­li­ge Stuhl sich inner­halb eines Monats eine end­gül­ti­ge Ant­wort erwar­tet, ohne die­se Auf­for­de­rung an ein Ulti­ma­tum zu knüp­fen.

26. März 2012: In den Kir­chen und Kapel­len des Deut­schen Distrikts der Bru­der­schaft wird ein Schrei­ben des Distrik­t­o­be­ren Pater Franz Schmid­ber­ger ver­le­sen, in dem er von „begrün­de­ten Hoff­nun­gen auf eine zufrie­den­stel­len­de Lösung“ spricht, durch die „alle Kräf­te der Tra­di­ti­on in der Kir­che gestärkt wür­den“.

14. April 2012: Zwi­schen der Pius­bru­der­schaft und deren römi­schen Gesprächs­part­nern einigt man sich in inten­si­ven Kon­tak­ten auf eine For­mu­lie­rung, die für bei­de Sei­ten annehm­bar ist und auch Papst Bene­dikt XVI. „per­sön­lich über­zeugt“ habe [P. Thouven­ont in einem Rund­schrei­ben vom 25. Juni 2012].

Bischof Fel­lay infor­miert die Prie­ster der Bru­der­schaft, daß ein akzep­ta­bler Text für die Ant­wort ver­ein­bart wer­den konn­te, die er dem Hei­li­gen Stuhl zukom­men las­sen wer­de. Sie beruht auf zwei Grund­sät­zen:

  1. daß von der Bru­der­schaft kei­ne Abstri­che im Glau­ben und dem, was sich davon her­lei­tet ver­langt wer­den (Lit­ur­gie, Sakra­men­te, Moral, Dis­zi­plin);
  2. daß der Bru­der­schaft wirk­li­che Hand­lungs­frei­heit gewährt wird, die ihre Ent­wick­lung mög­lich macht.

Die sich abzeich­nen­de Eini­gung löst inner­halb der Bru­der­schaft Ner­vo­si­tät aus: Die ande­ren drei Bischö­fe der Bru­der­schaft spre­chen in inter­nen Schrei­ben ihr Miß­trau­en über das Ent­ge­gen­kom­men Roms aus und war­nen vor einer mög­li­chen „Fal­le“.

16. April 2012: Katholisches.info berich­tet: „Die Eini­gung zwi­schen Rom und Pius­bru­der­schaft scheint besie­gelt“.

17. April 2012: Bischof Fel­lay über­gibt dem Hei­li­gen Stuhl im Namen der Bru­der­schaft eine „Glau­bens­er­klä­rung“, mit „Prä­zi­sie­run­gen“ zur „Dok­tri­nel­len Prä­am­bel“, wie es vor­her mit Rom „infor­mell abge­stimmt“ [P. Niklaus Pflu­ger] wor­den war. Zur defi­ni­ti­ven Eini­gung scheint nur mehr die for­mel­le Zustim­mung Roms zu feh­len.

18. April 2012: Der Hei­li­ge Stuhl bestä­tigt den Ein­gang der Ant­wort. Vati­kan-Spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di spricht von einer „ermu­ti­gen­den“ Ant­wort, die „ein Schritt vor­wärts“ ist. Die Erklä­rung wer­de von der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on geprüft und dann dem Papst vor­ge­legt, so der Vati­kan-Spre­cher, der für die Prü­fung durch Rom mit „eini­gen Wochen“ rech­net. Er gibt bekannt, daß am Ende die end­gül­ti­ge Fas­sung der Prä­am­bel ver­öf­fent­licht wird, auf die man sich einigt, nicht aber die ursprüng­li­che Fas­sung vom Sep­tem­ber 2011. Noch „kön­nen wir die Gesprä­che nicht als posi­tiv abge­schlos­sen betrach­ten“, aber, „wer die Ant­wort der Lef­eb­vria­ner gele­sen hat, hält sie für deut­lich ver­schie­den von der vor­he­ri­gen“.
Vati­ka­ni­sten rech­nen damit, daß die Eini­gung und die kano­ni­sche Errich­tung der Bru­der­schaft als Per­so­nal­or­di­na­ri­at unmit­tel­bar bevor­ste­hen. Das Gene­ral­haus der Bru­der­schaft warnt offi­zi­ell vor über­trie­be­ner Eupho­rie:

„Es han­delt sich um einen Etap­pe, nicht um den Abschluß.“

Inof­fi­zi­ell ist man sich der Eini­gung so gut wie sicher.

29. April 2012: Beim Spes-Uni­ca-Sonn­tag in Hat­ters­heim erklärt Pater Niklaus Pflu­ger, der 1. Assi­stent von Bischof Fel­lay:

„Die Ver­hand­lun­gen der ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren haben offen­kun­dig wer­den las­sen, daß die unter­schied­li­chen Stand­punk­te in zen­tra­len Fra­gen der Kir­chen­leh­re nicht über­brückt wer­den kön­nen. In den ver­gan­ge­nen Wochen wur­de nun deut­lich, daß Papst Bene­dikt XVI. so sehr an einer kano­ni­schen Lösung für die Bru­der­schaft inter­es­siert ist, daß er bereit ist, mit ihr ein Abkom­men zu schlie­ßen, auch wenn die­se die strit­ti­gen Tex­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und die Neue Mes­se nicht aner­kennt.“

Papst Bene­dikt XVI. ver­lan­ge heu­te weni­ger von der Bru­der­schaft, als Erz­bi­schof Lef­eb­v­re 1988 zu akzep­tie­ren bereit war.

2. Mai 2012: Der Vati­ka­nist Andrea Tor­ni­el­li schreibt, daß inner­halb Mai die Prü­fung der „Glau­bens­er­klä­rung“ abge­schlos­sen sein wer­de, die die Pius­bru­der­schaft in die vol­le Ein­heit mit Rom füh­ren dürf­te.

10. Mai 2012: Msgr. Juan Ignacio Arrie­ta, der Sekre­tär des Päpst­li­chen Rats für die Geset­zes­tex­te bestä­tigt, daß es kei­ne dok­tri­nel­len Hin­der­nis­se für eine Eini­gung mit der Pius­bru­der­schaft gebe:

„Ich den­ke, daß wir die dok­tri­nel­len Pro­ble­me klä­ren konn­ten, auch wenn es nicht leicht war, dies schrift­lich zu Papier zu brin­gen.“

3. Mai 2012: Der deut­sche Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­dent Wolf­gang Thier­se erklärt in Rom nach einem Gespräch mit Kuri­en­kar­di­nal Kurt Koch in einem KNA-Inter­view, daß ihm der Kuri­en­kar­di­nal ver­si­chert habe, dass die Pius­brü­der das nach­kon­zi­lia­re Lehr­amt und damit die Auto­ri­tät des II. Vati­ka­num  anzu­er­ken­nen haben. Das gel­te auch für «beson­ders sen­si­ble» Fra­gen wie das Bekennt­nis zur Reli­gi­ons­frei­heit und das Ver­hält­nis zum Juden­tum. Da gebe es «kein Zit­tern und Zau­dern sei­tens des Vati­kan», habe ihm Kar­di­nal Koch erklärt. Die­se Fra­gen sei­en „Essen­ti­als, bei denen der Vati­kan nicht nach­ge­ben“ wer­de.

12. Mai 2012: Bischof Fel­lay trifft sich in Rom mit Ver­tre­tern der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei zu einem „posi­ti­ven“ Gespräch“, bei dem der Gene­ral­obe­re den siche­ren Ein­druck gewinnt, daß eine Eini­gung zum Grei­fen nahe ist. Die Ant­wort der Bru­der­schaft in Form der „Glau­bens­er­klä­rung“ wird von Eccle­sia Dei als befrie­di­gend betrach­tet.

16. Mai 2012: Die Voll­ver­samm­lung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on (der aus dem deut­schen Sprach­raum die Kar­di­nä­le Kar­di­nä­le Chri­stoph Schön­born, Wal­ter Kas­per, Kurt Koch und der Bischof von Regens­burg Ger­hard Lud­wig Mül­ler ange­hö­ren) prüft auf ihrer Sit­zung die Ant­wort der Pius­bru­der­schaft und for­mu­liert „eini­ge Beob­ach­tun­gen, wel­che in wei­te­ren Dis­kus­sio­nen zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und der Bru­der­schaft Beach­tung fin­den wer­den“. Die „Situa­ti­on“ der drei Bischö­fe der Pius­bru­der­schaft soll wegen ihres bekannt­ge­wor­de­nen Schrei­bens gegen eine Eini­gung mit Rom „getrennt und ein­zeln beur­teilt wer­den“.
In die­sem Zusam­men­hang wer­fen Kar­di­nä­le die Fra­ge auf, ob man denn wis­se, wer noch wel­ches Gewicht in der Bru­der­schaft habe und ob sich selbst bei einer Eini­gung durch eine Spal­tung der Bru­der­schaft anschlie­ßend nicht das Pro­blem erneut stel­le. Irri­tiert zei­gen sich die Mit­glie­der der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on zudem über Indis­kre­tio­nen auf Sei­ten der Bru­der­schaft, die Geg­nern einer Eini­gung zuge­schrie­ben wer­den.

Kar­di­nal Albert Mal­colm Ran­jith, der Erz­bi­schof von Colom­bo erklärt, bereit zu sein, die Lei­tung des Prie­ster­se­mi­nars sei­nes Erz­bis­tums der Pius­bru­der­schaft anzu­ver­trau­en.

20. Mai 2012: Bischof Fel­lay erklärt in Wien zu einer mög­li­chen Eini­gung:

„Ich kann Euch ver­si­chern, es ist der Wil­le des Pap­stes, dar­an gibt es kei­nen Zwei­fel. Aber zwei­fels­oh­ne ist es nicht der Wil­le aller in der Kir­che.“

7. Juni 2012: Bischof Fel­lay erklärt in einem DICI-Inter­view:

„Bei uns miß­traut man Rom, weil man zu viel Unan­nehm­lich­kei­ten erlit­ten hat; dar­um denkt man, daß es sich um eine Fal­le han­deln könn­te. Es ist wahr, daß unse­re Fein­de von die­sem Ange­bot als von einer Fal­le träu­men kön­nen; aber der Papst, der wirk­lich die­se kir­chen­recht­li­che Aner­ken­nung will, schlägt sie uns nicht als eine Fal­le vor, was das römi­sche Ange­bot dem Recht und den Tat­sa­chen nach erlaubt. Ja, es ist der Papst, der dies will, und ich habe es öfter wie­der­holt. Ich besit­ze hin­rei­chend genaue Ele­men­te, um zu behaup­ten, daß das, was ich sage, wahr ist. […] Ich glau­be, wenn mei­ne Mit­brü­der sehen und ver­ste­hen, daß es dem Recht und den Tat­sa­chen nach im römi­schen Vor­schlag eine wirk­li­che Mög­lich­keit für die Bru­der­schaft gibt, ‚alles in Chri­stus zu erneu­ern‘, trotz aller Ver­wir­rung, die in der Kir­che heu­te noch besteht, sie ihr Urteil kor­ri­gie­ren könn­ten „‘ näm­lich mit dem kano­ni­schen Sta­tut in der Hand und den Tat­sa­chen vor Augen.“

9. Juni 2012: Kar­di­nal Leva­da wird von Papst Bene­dikt XVI. in Audi­enz emp­fan­gen und berich­tet die­sem über den Stand der Gesprä­che und das Votum der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on.

13. Juni 2012: Bischof Fel­lay reist auf Ein­la­dung von Kar­di­nal Leva­da nach Rom in der begrün­de­ten Annah­me, die Eini­gung besie­geln zu kön­nen. Statt des­sen über­gibt der Kar­di­nal eine Neu­fas­sung der „Dok­tri­nel­len Prä­am­bel“, mit der man, so Bischof Fel­lay, wie­der am „Aus­gangs­punkt“ ange­langt“ ist. Der Inhalt der „Prä­am­bel“ bleibt wei­ter­hin geheim.

Eben­so wird Fel­lay ein Vor­schlag für eine mög­li­che kir­chen­recht­li­che Aner­ken­nung der Bru­der­schaft als Per­so­nal­prä­la­tur über­ge­ben. Bischof Vitus Huon­der von Chur erklärt am sel­ben Tag dem St. Gal­ler Tag­blatt, daß er sich eine bal­di­ge Eini­gung erwar­te.

14. Juni 2012: Vati­kan-Spre­cher Lom­bar­di sagt vor Jour­na­li­sten, daß die von Kar­di­nal Leva­da über­ge­be­ne Neu­fas­sung der „Prä­am­bel“ „nicht exakt“ aber weit­ge­hend dem am 15. April von Bischof Fel­lay über­ge­be­nen Vor­schlag ent­spre­che. „Es ist klar, daß der Ball nun bei der Pius­bru­der­schaft liegt“, so Lom­bar­di, die­se habe zuge­sagt, ihre Ant­wort „in einem annehm­ba­ren Zeit­raum“ vor­zu­le­gen. Nun sei „die letz­te Etap­pe der Unter­su­chung der Situa­ti­on durch die Bru­der­schaft ange­bro­chen“, so der Vati­kan-Spre­cher, der zum Aus­druck bringt, daß der Hei­li­ge Stuhl auf eine Eini­gung hofft. Die Letzt­ent­schei­dung, so Pater Lom­bar­di, steht dem Papst zu.

20. Juni 2012: Der Vati­ka­nist Andrea Tor­ni­el­li schreibt, daß die Kar­di­nä­le am 16. Mai Zwei­fel zu ver­schie­de­nen Ände­rungs- und Prä­zi­sie­rungs­vor­schlä­gen der Bru­der­schaft auf­ge­wor­fen haben und Kor­rek­tu­ren an For­mu­lie­run­gen (vor allem zum II. Vati­ka­num) vor­nah­men, die sie für inak­zep­ta­bel hiel­ten. Die Bru­der­schaft habe die neue Fas­sung der „Dok­tri­nel­len Prä­am­bel“ anzu­neh­men. Spiel­raum für neue Gesprä­che gebe es nicht. Der Papst tei­le ver­schie­de­ne Beden­ken sei­ner Mit­ar­bei­ter. Die Bischof Fel­lay über­ge­be­ne neue „Prä­am­bel“ sei vom Papst geneh­migt wor­den.

25. Juni 2012: Pater Chri­sti­an Thouve­net, der Sekre­tär von Bischof Fel­lay teilt in einem inter­nen Rund­brief an die Obe­ren der Bru­der­schaft mit, daß die von Bischof Fel­lay im April Rom über­ge­be­ne „Glau­bens­er­klä­rung“ im Vor­feld mit den römi­schen Gesprächs­part­nern abge­klärt wur­de und – wie die­se infor­mell mit­teil­ten – Papst Bene­dikt XVI. „per­sön­lich über­zeugt“ habe. Die neue Fas­sung der „Prä­am­bel“ ent­spre­che hin­ge­gen fak­tisch der Erst­fas­sung vom Sep­tem­ber 2011 und sei des­halb für die Bru­der­schaft „inak­zep­ta­bel“. Die Gesprä­che mit Rom sei­en an einem „toten Punkt“ ange­langt.

26. Juni 2012: Papst Bene­dikt XVI. beginnt mit einem Umbau der Römi­schen Kurie durch den alle bis­he­ri­gen Ansprech­part­ner in den Gesprä­chen mit der Pius­bru­der­schaft aus­ge­tauscht wer­den. Der ame­ri­ka­ni­sche Domi­ni­ka­ner, Kuri­en­erz­bi­schof Augu­sti­ne Di Noia wird zum Vize-Prä­si­den­ten von Eccle­sia Dei ernannt. Sei­ne Ernen­nung wird in der Pius­bru­der­schaft begrüßt. Erz­bi­schof Di Noia gehört einer ande­ren Rich­tung als Kar­di­nal Leva­da an, was den Umgang mit den zwi­schen Hei­li­gen Stuhl und Pius­bru­der­schaft umstrit­te­nen Punkt des II. Vati­ka­nums betrifft. In einem ersten Inter­view erklärt er: „Die Gesprä­che gehen inzwi­schen seit drei Jah­ren wei­ter, aber der Hei­li­ge Vater will eine Spra­che oder eine Wei­se fin­den, um alle zu ver­söh­nen. Wir müs­sen alle I‑Tüpfelchen set­zen und denen von der Bru­der­schaft hel­fen, eine For­mel zu fin­den, um ihre theo­lo­gi­sche Inte­gri­tät zu bewah­ren. Die Eini­gung ist nahe, man muß ihr nur einen letz­ten Anstoß geben.“

28. Juni 2012: Radio Vati­kan berich­tet, daß jüng­ste Äuße­run­gen von Bischof Fel­lay in Rom für „Irri­ta­tio­nen“ gesorgt haben, in denen er erklär­te, Rom ver­lan­ge von der Bru­der­schaft nicht mehr, das gesam­te II. Vati­ka­num zu akzep­tie­ren. Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on habe daher auf ihrer Ver­samm­lung vom 16. Mai bekräf­tigt, daß die Annah­me des voll­stän­di­gen Lehr­am­tes der katho­li­schen Kir­che Grund­la­ge für eine Eini­gung ist.

30. Juni 2012: Papst Bene­dikt XVI. bestä­tigt auf Anfra­ge der Pius­bru­der­schaft in einem Brief an Bischof Fel­lay, daß die Neu­fas­sung der „Prä­am­bel“ sei­nem Wil­len ent­spricht. Die Exi­stenz des Schrei­bens wird am 16. Sep­tem­ber von Bischof Tis­sier de Mal­lerais bekannt­ge­ge­ben und am 18. Sep­tem­ber vom deut­schen Distrik­t­o­be­ren in einem Inter­view bestä­tigt.

2. Juli 2012: Papst Bene­dikt XVI. ernennt Bischof Ger­hard Lud­wig Mül­ler von Regens­burg zum neu­en Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on und gleich­zei­tig Prä­si­den­ten von Eccle­sia Dei. Die Ernen­nung wird von der Pius­bru­der­schaft kei­nes­wegs begrüßt. Es kommt zu einem wenig freund­li­chen öffent­li­chen Schlag­ab­tausch zwi­schen der Bru­der­schaft und dem neu­ernann­ten Glau­bens­prä­fek­ten. Die Bru­der­schaft erwar­tet, daß die Gesprä­che durch die Ernen­nung „schwie­ri­ger“ wer­den.

7.–14. Juli 2012: Das Gene­ral­ka­pi­tel der Pius­bru­der­schaft tagt in Eco­ne. Bischof Richard Wil­liam­son wird vom Gene­ral­obe­ren wegen „anhal­ten­dem Unge­hor­sam“ die Teil­nah­me ver­wei­gert. Die Ent­schei­dung wird von 29 von 38 Obe­ren gut­ge­hei­ßen. Das Gene­ral­ka­pi­tel for­mu­liert drei unver­zicht­ba­re Vor­aus­set­zun­gen für eine Eini­gung mit Rom: 1) den aus­schließ­li­chen Gebrauch des Mis­sa­le von 1962, 2) die Frei­heit, Kri­tik an den „Irr­tü­mern oder den Neu­hei­ten des Moder­nis­mus, des Libe­ra­lis­mus, des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils und deren Fol­gen“ üben zu dür­fen, 3) die Garan­tie zumin­dest eines Bischofs. In der öffent­li­chen Schluß­er­klä­rung heißt es: „Wir haben die not­wen­di­gen Bedin­gun­gen für eine even­tu­el­le kano­ni­sche Nor­ma­li­sie­rung defi­niert und ange­nom­men. Es wur­de fest­ge­legt, daß in die­sem Fall vor­her ein außer­or­dent­li­ches, beschlie­ßen­des Kapi­tel ein­be­ru­fen wird.“

25. Juli 2012: Der Pres­se­saal des Hei­li­gen Stuhls gibt bekannt, daß Rom die öffent­li­che Erklä­rung des Gene­ral­ka­pi­tels nicht als Ant­wort betrach­tet. Rom erken­ne jedoch eine Gesprächs­be­reit­schaft. Tech­ni­sche Fra­gen, wie einen exem­ten Sta­tus der Bru­der­schaft, die sie dem Ein­fluß der Diö­ze­san­bi­schö­fe ent­zieht, gel­ten als lös­bar, wie der Vati­ka­nist Tor­ni­el­li berich­tet. Im Vati­kan, so Tor­ni­el­li, beto­ne man, daß die Neu­fas­sung der „Prä­am­bel“ durch­aus „ver­schie­de­ne von Bischof Fel­lay for­mu­lier­te Vor­schlä­ge und Anre­gun­gen“ berück­sich­tigt. Es hand­le sich daher um kei­nen „Rück­schritt“, als hät­te es die Gesprä­che nie gege­ben.

Zwei Punk­te der Prä­am­bel sei­en wie­der in die Prä­am­bel ein­ge­fügt wor­den, einer auf Wunsch der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, der ande­re auf Wunsch des Pap­stes. In der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on gebe es star­ke Wider­stän­de gegen die Vor­stel­lung, daß Kon­zils­do­ku­men­ten auch nur in Tei­len „Irr­tü­mer“ zuge­schrie­ben wer­den. Man erwar­te sich von der Pius­bru­der­schaft, zwi­schen den Kon­zils­do­ku­men­ten und ihrer Inter­pre­ta­ti­on zu unter­schei­den und anzu­er­ken­nen, daß das Lehr­amt von kei­ner ande­ren Instanz beur­teilt wer­den kön­ne. Der zwei­te Punkt betrifft den Novus Ordo Mis­sae. Der Hei­li­ge Stuhl erwar­tet sich, daß die Pius­bru­der­schaft bei aller Kri­tik an Miß­bräu­chen und aller Dis­kus­si­on über die Lit­ur­gie­re­form und deren Umset­zung, deren Lizei­tät aner­kennt.

6. Sep­tem­ber 2012: Die Pius­bru­der­schaft teilt der Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei mit, daß sie für Refle­xi­on und Stu­di­um der Vor­schlä­ge des Hei­li­gen Stuhls mehr Zeit braucht, um Rom eine ange­mes­se­ne Ant­wort geben zu kön­nen.

10. Sep­tem­ber 2012: Bischof Fel­lay schließt zwei ame­ri­ka­ni­sche Prie­ster der Bru­der­schaft wegen „Unge­hor­sams“ aus. Bei­de waren ent­schie­de­ne Geg­ner einer Eini­gung mit Rom.

18. Sep­tem­ber 2012: Pius.info ver­öf­fent­licht ein Inter­view mit Pater Schmid­ber­ger, dem deut­schen Distrik­t­o­be­ren der Pius­bru­der­schaft. Die­ser gibt bekannt, daß Papst Bene­dikt XVI. auf Anfra­ge bestä­tigt hat, daß die am 13. Juni Bischof Fel­lay über­ge­be­ne „Prä­am­bel“ von ihm geneh­migt wur­de und daher sei­nem Wil­len ent­spricht. Aus dem Kon­text läßt sich ent­neh­men, daß Rom zwei Punk­te for­dert: 1.) die Aner­ken­nung der „Lizei­tät“ (Erlaubtheit) des Novus Ordo Mis­sae und 2.) die Bestä­ti­gung des Vor­han­den­sein einer Kon­ti­nui­tät des II. Vati­ka­nums und des nach­kon­zi­lia­ren Lehr­am­tes mit dem frü­he­ren Lehr­amt und den vor­aus­ge­gan­ge­nen Kon­zi­li­en.

2. Okto­ber 2012: Der neue Glau­bens­prä­fekt, Kuri­en­erz­bi­schof Ger­hard Lud­wig Mül­ler sagt in einem Inter­view mit dem Natio­nal Catho­lic Regi­ster von EWTN: Die Pius­bru­der­schaft müs­se „eine gewis­se Form der Ent­wick­lung in der Lit­ur­gie akzep­tie­ren. Der Hei­li­ge Vater hat den ewig gül­ti­gen Wert der außer­or­dent­li­chen Form der Lit­ur­gie aner­kannt, aber dort müs­sen sie auch aner­ken­nen, daß die neue ordent­li­che Form der Lit­ur­gie, die nach dem Kon­zil ent­wickelt wur­de, gül­tig und recht­mä­ßig ist“. Befragt, wie die Gesprä­che wei­ter­ge­hen wür­den sag­te er: „Ich bin immer voll Ver­trau­en in unse­ren Glau­ben und opti­mi­stisch. Wir müs­sen beten, daß es einen guten Wil­len und Ein­heit in der Kir­che gibt.“

6. Okto­ber 2012:  Glau­bens­prä­fekt Mül­ler erklärt im NDR: „Die­se Bru­der­schaft ist für uns kein Ver­hand­lungs­part­ner, weil es über den Glau­ben kei­ne Ver­hand­lun­gen gibt.“ Und wei­ter: „Es gibt kei­ne Ermä­ßi­gun­gen was den katho­li­schen Glau­ben angeht, gera­de wie er auch vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil gül­tig for­mu­liert wor­den ist. […] Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil steht nicht im Gegen­satz zur gesamt­kirch­li­chen Tra­di­ti­on, allen­falls im Gegen­satz zu man­cher fal­schen Inter­pre­ta­ti­on des katho­li­schen Glau­bens.“

18. Okto­ber 2012: Pater Pflu­ger der 1. Assi­stent von Bischof Fel­lay erklärt in einem Inter­view mit der Kirch­li­chen Umschau (Aus­ga­be Novem­ber): „Es gibt in Rom Geg­ner einer kir­chen­recht­li­chen Regu­la­ri­sie­rung der Bru­der­schaft. Denn eine offi­zi­el­le Aner­ken­nung der Bru­der­schaft wäre ja das Signal, daß die Epo­che des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils in der Kir­chen­ge­schich­te geen­det hat und ein neu­es Kapi­tel beginnt. Das paßt natür­lich den Kon­zi­lia­ren nicht; für sie wäre eine Aner­ken­nung der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. nicht nur ein Affront, son­dern eine Infra­ge­stel­lung des Kon­zils, also ein Deba­kel. Offen­bar konn­ten sie sich durch­set­zen.“

23. Okto­ber 2012: Bischof Richard Wil­liam­son wird wegen „anhal­ten­den Unge­hor­sams“ aus der Bru­der­schaft aus­ge­schlos­sen. Der Beschluß dazu war bereits am 4. Okto­ber gefaßt wor­den, dem Bischof jedoch eine Frist ein­ge­räumt wor­den, sich unter­zu­ord­nen, die er unge­nützt ver­strei­chen ließ.

27. Okto­ber 2012: Der Hei­li­ge Stuhl räumt der Pius­bru­der­schaft mehr Zeit für eine Ant­wort ein. In einer Stel­lung­nah­me der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei heißt es, bei den Gesprä­chen zwi­schen Rom und Eco­ne brau­che es „Geduld, Ernst­haf­tig­keit und Durch­hal­te­ver­mö­gen“.

1. Novem­ber 2012: In der Novem­ber-Aus­ga­be des deut­schen Mit­tei­lungs­blat­tes der Bru­der­schaft schreibt Pater Schmid­ber­ger: „Die Gesprä­che mit Rom wegen einer Nor­ma­li­sie­rung unse­rer Bezie­hun­gen zum Hei­li­gen Stuhl sind ins Stocken gera­ten – von einem Schei­tern zu spre­chen ist aller­dings über­trie­ben und wird der Sache nicht gerecht.“

3. Novem­ber 2012: Msgr. Gui­do Poz­zo, der Sekre­tär der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei wird von Papst Bene­dikt XVI. zum Päpst­li­chen Almo­se­ni­er ernannt und ver­läßt die Kom­mis­si­on.

6. Novem­ber 2012: Die Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei erteilt auf Anfra­ge eine nega­ti­ve Ant­wort, ob ein Gläu­bi­ger durch den Besuch einer von einem Prie­ster der Pius­bru­der­schaft zele­brier­ten Hei­li­gen Mes­se die Sonn­tags­pflicht erfüllt. Sie wider­spricht damit einer Ant­wort der­sel­ben Kom­mis­si­on vom 18. Janu­ar 2003, die lau­te­te: „Im strik­ten Sinn kön­nen Sie Ihre Sonn­tags­pflicht erfül­len, indem Sie einer Mes­se bei­woh­nen, die von einem Prie­ster der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. zele­briert wird.“

11. Novem­ber 2012: In Paris spricht Bischof Fel­lay über das „Stocken“ der Gesprä­che, für die er „wider­sprüch­li­che Signa­le“ Roms und „Sabo­ta­ge“ durch Tei­le der Kir­che ver­ant­wort­lich macht.

28. Dezem­ber 2012: Für media­les und inner­kirch­li­ches Auf­se­hen sorgt ein Vor­trag von Bischof Fel­lay im kana­di­schen New Ham­burg. Der Gene­ral­obe­re der Pius­bru­der­schaft frag­te: „Wer hat sich wäh­rend die­ser Zeit am mei­sten wider­setzt, daß die Kir­che die Bru­der­schaft aner­kennt? Die Fein­de der Kir­che. Juden, Frei­mau­rer, Moder­ni­sten.“

18. Janu­ar 2013: Es wird bekannt, daß der Vize-Prä­si­dent von Eccle­sia Dei, Kuri­en­erz­bi­schof Di Noia bereits vor Weih­nach­ten Bischof Fel­lay einen umfang­rei­chen per­sön­li­chen Brief geschickt hat (der Ori­gi­nal­brief), den die­ser Anfang 2013 allen Prie­stern der Bru­der­schaft zukom­men ließ. Di Noia bekräf­tigt dar­in, daß die Fort­set­zung des Dia­logs ein „gro­ßer Wunsch“ Papst Bene­dikts XVI. ist und unter­brei­tet in dem Schrei­ben neue Lösungs­an­sät­ze, um zu einer Eini­gung zu gelan­gen. Unter ande­rem sol­le die Fra­ge nach der Hal­tung gegen­über umstrit­te­nen Punk­ten des II. Vati­ka­nums offen­blei­ben und einer zukünf­ti­gen Ent­schei­dung über­las­sen wer­den.

20. Janu­ar 2013: Bischof Charles Morerod von Genf-Lau­sanne-Frei­burg, der Mit­glied der vati­ka­ni­schen Theo­lo­gen­de­le­ga­ti­on war, die von 2009–2011 mit der Pius­bru­der­schaft Lehr­ge­sprä­che führ­te, bekräf­tigt mit einem Dekret, daß Prie­stern der Pius­bru­der­schaft in sei­ner Diö­ze­se die Nut­zung von Kir­chen und Kapel­len unter­sagt ist, da sie a divi­nis sus­pen­diert sind.

1. Febru­ar 2013: Der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Kuri­en­erz­bi­schof Mül­ler, gibt der Tages­zei­tung Die Welt ein Inter­view, das auch von der Pius­bru­der­schaft als „katho­lisch“ bezeich­net wird: „Das könn­te eine Erklä­rung für sei­ne nicht beson­ders ver­ständ­nis­vol­le Hal­tung gegen­über der Pius­bru­der­schaft sein: ‚Wir brau­chen kei­ne Pius­bru­der­schaft‘, – prä­gnant zusam­men­ge­faßt –, ‚wir sind sel­ber katho­lisch‘.“ So die Reak­ti­on auf Pius.info.
Auf die Fra­ge, wie es mit der Aus­söh­nung mit der Pius­bru­der­schaft wei­ter­geht, sagt der Glau­bens­prä­fekt: „Ein­fach und schwer. Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on hat der Prie­ster­bru­der­schaft die Dog­ma­ti­sche Prä­am­bel vor­ge­legt. Die beinhal­tet nichts als die Ganz­heit des katho­li­schen Glau­bens, wo legi­ti­mer­wei­se dem Papst die letzt­ver­bind­li­che Lehr­au­to­ri­tät zusteht. Dar­auf­hin ist bis jetzt kei­ne Ant­wort erfolgt. Wir war­ten aber nicht end­los.“

[Update 7.2.2012: Es wur­de auf den Rund­brief von Pater Thouve­not (25. Juni 2012) ver­linkt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Una Fides

78 Kommentare

  1. Beten wir wei­ter­hin für die Ein­heit zwi­schen der einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che Jesu Chri­sti und der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.! Wür­de die Prie­ster­bru­der­schaft jetzt die Dok­tri­nel­le Prä­am­bel ableh­nen, wäre das für die näch­sten Jah­re oder Jahr­zehn­te das Ende und eine wei­te­re Spal­tung der Chri­sten­heit und das ist nicht im Sinn oder im Wil­len unse­res Herrn Jesus Chri­stus! Der Hei­li­ge Stuhl ist der Prie­ster­bru­der­schaft so ent­ge­gen­ge­kom­men, wie einem Vater sei­nem Sohn der sich ver­irrt hat, oder einem Schaf was sich in Dor­nen ver­fan­gen hat. Ich wün­sche der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X: die Einscht und Bekeh­rung, so wie es der ver­lo­ren­de Sohn im Evan­ge­li­um hat­te! Möge Gott die getrenn­ten Soh­ne und Töch­ter in sei­ner einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che Jesu Chri­sti zürück­füh­ren!

    • Die Ant­wort wird ganz klar nega­tiv wir hät­ten uns viel erspart hät­te Mgr Fel­lay bereits im Febru­ar 2012 schluß gemacht

      • Die Ant­wort könn­te viel­leicht nega­tiv aus­fal­len, aber wir wis­sen es nicht und dar­um kön­nen wir hof­fen und beten das es nicht zum Bruch kommt!

        • Sehr geehr­ter Herr Luster,
          ihren guten Wil­len in allen Ehren, aber ihre Wor­te zei­gen eben­so wie die Äuße­run­gen vie­ler ande­rer, dass Sie die Lage und die Umstän­de nicht ken­nen. Die Ant­wort muss nega­tiv sein und Rom wird auch nicht nach­ge­ben. Rom muss insb. die vol­le Aner­ken­nung des ‚Kon­zils‘ und der Erlaubtheit des des NOM ver­lan­gen, die Brund­er­schaft kann und wird dies nicht tun und sich auch nicht aus­lie­fern. Weder die eine noch die ande­re Sei­te kann und wird sich selbst ver­leug­nen.
          Für mich ist nur die Fra­ge, wel­che Kon­se­quen­zen Rom dar­aus zieht. Wird erneut eine Exkom­mu­ni­ka­ti­on erklärt, bei­spiels­wei­se „all jener, die nicht das ‚Kon­zil‘ oder den Sta­tus des Lehr­am­tes als Rich­ter über die (Aus­le­gung der) Tra­di­ti­on voll­um­fäng­lich aner­ken­nen?

          • Ich weiß das es theo­lo­gi­sche Grün­de gibt für die Pius­bru­der­schaft, gera­de wegen der gefor­der­ten Aner­ken­nung des NOM oder Tei­len des 2.Vatikanums.
            Aber es hat ja eine deut­li­che Zube­we­gung des Hei­li­gen Stuhls gege­ben, die jet­zi­ge Ant­wort ist die Ent­schei­dung für die Ein­heit oder für den Bruch. Soll­te es zum Bruch kom­men wird eine erneu­te Exkom­mu­ni­ka­ti­on aus­ge­spro­chen und die betrifft die Weih­bi­schö­fe, Prie­ster, Orden­leu­te und Lai­en. Den es ist für einen katho­li­schen Christ nicht erlaubt an den Sakra­men­ten teil­zu­neh­men bei der Pius­bru­der­schaft (sie­he Motu pro­prio von 02.07.1988).
            Der Bruch wäre eine Sün­de gegen Jesus Chri­stus dem Haupt der Kir­che! Also ver­sün­di­gen sich bei­de und das darf um Got­tes Wil­len nicht gesche­hen, es gibt schon zuviel Spal­tung und Par­tei­ung.

            Eine Fra­ge ken­nen Sie Lage und Umstän­de? Waren Sie bei den Gesprä­chen bei oder ken­nen Sie den Inhalt der dok­tri­nel­len Prä­am­bel? Sie kön­nen auch nicht mehr wis­sen als alle ande­ren die sich hier äußern.

            Man soll­te auch guter Hoff­nung sein, wenn alles auf Bruch hin­deu­tet.

    • Die Pius­bru­der­schaft hat sich nicht ver­irrt, ver­irrt haben sich viel­mehr die Moder­ni­sten.

      Und das Ent­ge­gen­kom­men des Pap­stes ist lei­der nicht so weit, wie es sein müß­te.
      Rom ver­langt von der Pius­bru­der­schaft Unmög­li­ches, indem es dar­auf besteht, daß die Pius­bru­der­schaft den schlech­ten NOM und die Falsch­hei­ten des 2.Vatikanums gut­heißt.

      Das kann die Pius­bru­der­schaft nicht, wenn sie dem katho­li­schen Glau­ben treu blei­ben will.

  2. Die Pius-Bru­der­schaft ist katho­lisch. Und alle die wirk­lich katho­lisch sind und dem Papst fol­gen haben sehr zu kämp­fen und wer­den ver­lacht.
    Pius folgt mehr dem Papst als vie­le Prie­ster der rk Kir­che. Folg­lich wer­den sie bekämpft. Das ändert sich auch nicht, wenn sie zur rk Kir­che zurück keh­ren. Aber da kämp­fen sie wenig­stens gemein­sam mit dem Papst. Und das wäre ein Boll­werk gegen­über dem erstark­ten Athe­is­mus und Prie­ster, die die Wei­sun­gen Roms über­ge­hen und die Gläu­bi­gen in die Irre füh­ren.
    Eins kann man sagen, dass Pius die Gläu­bi­gen nie in die Irre führt. Es wäre tra­gisch, wenn Pius die Zei­chen der Zeit nicht erkennt und das Ange­bot aus Rom nicht annimmt. Ein Schis­ma wür­de Pius und die rk Kir­che schwä­chen.

  3. (…)“ wo legi­ti­mer­wei­se dem Papst die letzt­ver­bind­li­che Lehr­au­to­ri­tät zusteht.“ (…)
    Kein gläu­bi­ger Katho­lik kann und darf die­sen Halb­satz leug­nen. Wenn nicht die DENKBAR schlimm­ste, ver­hee­ren­de Situa­ti­on ein­tritt: Das letzt Kon­zil und die letz­ten Päp­ste inter­pre­tie­ren defi­nier­te Lehr­aus­sa­gen frü­he­rer Kon­zi­li­en und Päp­ste NEU. Es ist das Ende von ewig gül­ti­gen Glau­bens­aus­sa­gen, das Ende des Glau­bens an unan­tast­bar geof­fen­bar­te Glau­bens­wahr­hei­ten. Der Glau­be der katho­li­schen Kir­che löst sich auf in Rela­ti­vis­mus und Belie­big­keit. Wie es dem Zeit­geist, den gera­de moder­nen phi­lo­so­phi­schen Strö­mun­gen ent­spricht.
    Wenn einem das klar gewor­den ist, und es kann einem klar wer­den, wenn man den Den­zin­ger zur Hand nimmt und das vor­kon­zi­lia­re Lehr­amt mit dem „kon­zi­lia­ren-nach­kon­zi­lia­ren Lehr­amt“ ver­gleicht, ist dem regie­ren­den Papst zu wider­spre­chen.
    Wie oft ist mir in den letz­ten Jah­ren die Erin­ne­rung ins Bewusst­sein getre­ten: Ein treu­es, katho­li­sches „Dia­spo­ra-Mäd­chen“ lernt im (vor­kon­zi­lia­ren) Reli­gi­ons­un­ter­richt: Der Papst ist nur unfehl­bar, wenn er ex cathe­dra spricht. „Wie gut“, freu­te ich mich. Die „Evan­ge­len“ kön­nen uns nicht vor­wer­fen, wir sei­en blind und auto­ri­täts­fi­xiert. Denn kein Mensch, auch nicht der Papst, kann in jeder Äuße­rung, Auf­fas­sung, unfehl­bar sein. Er ist immer gebun­den an die Leh­re der Kir­che, er hat kein Recht, die­se von sich aus abzu­än­dern. Doch das war abstrakt, rei­ne Theo­rie, real nicht vor­stell­bar. Es war vor dem Kon­zil, die Gläu­bi­gen wuss­ten nicht, was bald auf sie zukom­men wür­de…
    Ich hat­te damals kei­ne Ahnung, dass die Freu­de des “ katho­li­schen Dia­spo­ra-Mäd­chens“ einer so bit­te­ren Prü­fung aus­ge­setzt wür­de.
    Zurück in die Gegen­wart: Die FSSPX hat die Auf­ga­be, für die Kon­ti­nui­tät des Glau­bens von Anbe­ginn bis heu­te zu kämp­fen. Ich sehe es so. Und dann kann ich nur beten, dass sie einig bleibt und für den bedroh­ten Glau­ben kämpft. Auch wenn der Preis fast uner­träg­lich hoch sein soll­te. Doch JEMAND muss für den Glau­ben kämp­fen…

  4. Beten wir für die Ein­heit zwi­schen der Kir­che und der Bru­der­schaft, auf der Basis des Glau­bens. Beten wir, dass der Papst die Kraft haben möge, die Irr­tü­mer und Ver­ir­run­gen, die die Kir­che seit meh­re­ren Jahr­zehn­ten quä­len, nicht nur zu benen­nen, son­dern auch zu bekämp­fen. Beten wir dafür, dass Papst Bene­dikt XVI. nicht nur als gro­ßer Theo­lo­ge, son­dern auch als gro­ßer Strei­ter für den Glau­ben in die Geschich­te ein­ge­hen wird.

    Lie­ber Bene­dikt Klaus, der ver­lo­re­ne Sohn hat­te nach mei­nem Wis­sen, als er den Vater ver­ließ doch alles ver­spielt, was er hat­te. Über­tra­gen wir nun mal die Situa­ti­on auf das Ver­hält­nis zwi­schen Kir­che und Bru­der­schaft: ver­dingt die Bru­der­schaft sich als Schwei­ne­hir­te und hun­gert dabei so, dass sie reu­mü­tig zum Vater zurück­kehrt, um sich zu ihrer Sün­de zu beken­nen und die Kir­che um eine Stel­le als Tage­löh­ner zu bit­ten? Offen gesagt, nach mei­ner Wahr­neh­mung scheint es mir eher so zu sein, dass der Vater eine gan­ze Men­ge ver­spielt hat, oder fin­den Sie die Auf­ga­be so gro­ßer Klö­ster wie Wein­gar­ten, Sieg­burg, um nur mal eini­ge zu nen­nen, toll? Die Kir­che liegt im deutsch­spra­chi­gen Raum am Boden und ist der­art kraft- und saft­los, dass die­se sich nicht in der Lage sieht, den tap­fe­ren Herrn Loh­mann durch einen, nur durch einen ein­zi­gen ihrer zahl­rei­chen Bischö­fe und Weih­bi­schö­fe zu unter­stüt­zen!

    Beten wir also dafür, dass der Vater die Demut fin­det, sei­nen ver­lo­re­nen Sohn um Hil­fe zu bit­ten, ohne Vor­be­din­gun­gen, ein­fach nur aus der Sor­ge um das See­len­heil der Men­schen.

    • Die Pius­bru­der­schaft hat die Ein­heit ver­spielt in dem sie uner­laubt Bischofs­wei­hen getä­tigt hat, sie erkennt auch wei­ter­hin ver­schie­de­ne Tei­le des 2.Vatikanum nicht an und Tei­le des Lehr­am­tes nach Pius XII. auch nicht, was Öku­me­ne und Dia­log mit ande­ren Reli­gio­nen oder die ordent­li­che Form der hei­li­gen Mes­se. Die Pius­bru­der­schaft muss sich bewe­gen, der Hei­li­ge Stuhl hat sich bewegt!

      Mei­nes erach­tens liegt die Kri­se unse­rer Kir­che dar­in das es eine fal­sche Aus­le­gung des 2.Vatikanischen Kon­zils gab, dar­um braucht es eine Refom der Refom in Kon­ti­nui­tät mit der Tra­di­ti­on!

      Ich per­sön­lich fin­de es auch sehr tra­gisch das Kir­chen und Klö­ster geschlos­sen wer­den und umfunk­tio­niert wer­den, das hat aber auch mit Gläu­bi­gen­man­gel zutun und mit Man­gel an Beru­fun­gen! Das Herr Loh­mann von anti­re­li­giö­sen und auch von kirch­li­chen Per­sön­lich­kei­ten bekämpft oder in Stich gelas­sen wird ist nicht ver­wun­der­lich, den Herr Loh­mann steht voll und ganz aus Lie­be zur Wahr­heit die Gott ist für die Leh­re der Kir­che ein, auch wenn man die­se nicht hören will!

      Beten wir für die Ein­heit und blei­ben wir in Chri­stus Jesus und sei­ner einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che ver­bun­den!

      • Sie haben Recht: Die Päp­ste bis Pius XII. haben die Tei­le des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, jene die auch die Pius­brü­der ableh­nen, als Irr­tum und nicht katho­lisch bezeich­net.

        Das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil ist Ursa­che der Glau­bens- und Kir­chen­kri­se.

        Seit der Refor­ma­ti­on gibt es kein Ende der Kri­se in den evan­ge­li­schen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten. Stän­di­ge Abspal­tun­gen und neue theo­lo­gi­sche Irr­leh­ren. So wie es bei der Kir­che seit dem 2. Vati­kan­si­chen Kon­zil nun auch ist: immer mehr Irr­leh­ren und Gemein­schaf­ten, die alles ande­re sind als katho­lisch.

        Wür­de die Pius­bru­der­schaft die Tei­le der Leh­ren des 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zils was Öku­me­ne und die soge­nann­te ordent­li­che Form der Mes­se angeht aner­ken­nen, wür­de sie sich nicht nur selbst ver­leug­nen und ihren Grün­der ver­ra­ten, son­dern viel schlim­mer: Den ein­zig wah­ren Glau­ben: den Katho­li­schen wür­den sie ver­ra­ten. Gott bewah­re bit­te Dei­ne Kir­che davor.

        • Ursa­che ist die Umset­zung des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils, nicht die Tex­te Ansich.

          Öku­me­ne müs­se dahin gehen das die Katho­li­sche Kir­che dahin­ar­bei­tet das die getrenn­ten kirch­li­chen Gemein­schaf­ten wie­der zu ihr zurück­kom­men. Die ordent­li­che Form/Ritus ist nicht falsch, son­dern auch eine fal­sche Umset­zung des Tex­tes zuzu­schrei­ben; Lit­ur­gie­spra­che, Rich­tung der Zele­bra­ti­on, Litu­ri­gemiss­bräu­che, Hand- oder Mund­kom­mu­ni­on, Kom­mu­ni­onbän­ke, man hät­te nicht so radi­kal den Ritus ändern müs­sen, das man­che den­ken das seit 1969 was neu­es da wäre. Die Spra­che der Pius­bru­der­schaft ist mir zuscharf gegen Juden, Frei­mau­rer, Moder­ni­sten und ande­ren Reli­gio­nen, es wäre bes­ser in Dia­log zutre­ten und die ande­ren von der Wahr­heit der christ­li­chen Reli­gi­on zuüber­zeu­gen.

          Die der­zei­ti­ge nicht ein­deu­ti­ge Lage der Pius­bru­der­schaft ob sie in Ein­heit mit der Kir­che ist oder nicht, macht es schwie­rig zusa­gen ob alles rich­tig ist was die­se tut. Der schlimm­ste Makel ist die Tren­nung, den Jesus sagt im Joh 15 getrennt von mir könnt ihr könnt ihr kei­ne Frucht brin­gen. Bewah­re dei­ne und unse­re Kir­che vor Tren­nung und Unei­nig­keit!

    • Lie­ber Klaus Bene­dikt,

      ich möch­te Ihnen mal ein Bei­spiel nen­nen, um die Ihnen die Wider­sprü­che der Tex­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils näher­zu­brin­gen:

      „Dar­um könn­ten jene Men­schen nicht geret­tet wer­den, die um die katho­li­sche Kir­che und ihre von Gott durch Chri­stus gestif­te­te Heils­not­wen­dig­keit wis­sen, in sie aber nicht ein­tre­ten oder in ihr nicht aus­har­ren woll­ten.“ (Lumen Gen­ti­um Nr. 14).

      und nun ein ande­res Zitat:

      „Eben­so sind die­se getrenn­ten Kir­chen und Gemein­schaf­ten trotz der Män­gel, die ihnen nach unse­rem Glau­ben anhaf­ten, nicht ohne Bedeu­tung und Gewicht im Geheim­nis des Hei­les. Denn der Geist Chri­sti hat sich gewür­digt, sie als Mit­tel des Hei­les zu gebrau­chen, deren Wirk­sam­keit sich von der der katho­li­schen Kir­che anver­trau­ten Fül­le der Gna­de und Wahr­heit her­lei­tet.“ (Uni­ta­tis red­in­te­gra­tio Nr. 3)

      Wenn jene Men­schen nicht geret­tet wer­den kön­nen, die nicht in die katho­li­sche Kir­che ein­tre­ten (LG), wie kön­nen dann die getrenn­ten Kir­chen und Gemein­schaf­ten durch den Geist Chri­sti als Mit­tel des Hei­les gebraucht wer­den (UR)?

      Aber nein, das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil ist wider­spruchs­frei, selbst­ver­ständ­lich, und kann voll­stän­dig im Lich­te der Tra­di­ti­on intre­pre­tiert wer­den, bloß, und das ist nun mal halt der Punkt, dass so gut wie alle heu­ti­gen Theo­lo­gen der Rück­kehr­ö­ku­me­ne mit Bezug­nah­me auf die Kon­sti­tu­ti­on Uni­ta­tis red­in­te­gra­tio eine Abfuhr ertei­len.

      Komisch oder?

      Das Kon­zil bezeugt ein­deu­tig, dass jene Men­schen nicht geret­tet wer­den kön­nen, die nicht in die katho­li­sche Kir­che ein­tre­ten, aber die Rück­kehr­ö­ku­me­ne, d.h. das Bestre­ben, Chri­sten ande­rer Kon­fes­sio­nen dazu zu bewe­gen, in die Kir­che wie­der ein­zu­tre­ten, soll aber auch nicht rich­tig sein (und zwar auf aus­drück­li­che Bezug­nah­me auf das glei­che Kon­zil).

      Also, was soll man aner­ken­nen? Ach ja, rich­tig, das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil, ins­be­son­de­re die dog­ma­ti­schen Impli­ka­tio­nen der Aus­sa­gen zur Reli­gi­ons­frei­heit, Juden­tum und Men­schen­rech­ten, und zwar ohne jedes wenn und aber.

      • „Wenn jene Men­schen nicht geret­tet wer­den kön­nen, die nicht in die katho­li­sche Kir­che ein­tre­ten (LG), wie kön­nen dann die getrenn­ten Kir­chen und Gemein­schaf­ten durch den Geist Chri­sti als Mit­tel des Hei­les gebraucht wer­den (UR)?“
        Indem sie auch ledig­lich mit Tei­len „der katho­li­schen Kir­che anver­trau­ten Fül­le der Gna­de und Wahr­heit „, wel­che von der katho­li­schen Kir­che her­ge­lei­tet sind, jenen Men­schen, die um die katho­li­sche Kir­che aber ihre von Gott durch Chri­stus gestif­te­te Heils­not­wen­dig­keit nicht wis­sen, durch den Geist Chri­sti als Mit­tel des Hei­les behilf­lich sein könn­ten.
        Wenn man alle UNDs und ODERs berück­sich­tigt, kann man mit gutem Wil­len zu wohl­wol­len­der Inter­pre­ta­tio­nen kom­men.

      • Das es ver­schie­de­ne For­mu­lie­run­gen gibt in Tex­ten ist nor­mal, man muss die­se im Kon­text lesen und dann was das Lehr­amt dazu aus­ge­führt hat. Es wird immer Wider­sprü­che geben, das macht sich auch bemerk­bar an ver­schie­de­nen For­de­rung von EKD und ZDK usw.! Die Theo­lo­gen haben sich auch an das Lehr­amt der Kir­che zu hal­ten, auch wenn es ver­schie­de­ne Theo­lo­gen oder Theo­lo­gin­nen gibt die mei­nen Ihre eige­ne Mei­nung zum Maß­stab zu machen.
        Man muss aber auch unter den ein­zelenn Doku­men­ten ihre Wer­tig­keit beach­ten einen Dog­ma­ti­sche Kon­sti­tu­ti­on ist höher als ein Dekret oder eine Erklä­rung, Dekret und Erklä­run­gen müs­sen im Kon­text einer Dog­ma­ti­schen Kon­sti­tu­ti­on gele­sen wer­den. Und die Tex­te im Lich­te der Tra­di­ti­on.

        Frau Käß­mann hat ja behaup­tet Sie sei katho­lisch und was ist Sie? Mit­glied der evan­ge­li­schen Gemein­schaft und Luther-Bot­schaf­te­rin.

        Wün­sche noch eine gute Dis­kus­si­on!

      • Lie­ber J.Jail,

        ich soll alle UND und ODER Ernst neh­men?

        Die nega­ti­ve UND-Ver­knüp­fung, so wie dies Lumen Gen­ti­um Nr. 14 vor­nimmt („die um die katho­li­sche Kir­che UND ihre von Gott durch Chri­stus gestif­te­te Heils­not­wen­dig­keit wis­sen“), bedeu­tet, dass bei­de Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein müs­sen, um nicht geret­tet zu wer­den. Nur wer die katho­li­sche Kir­che kennt UND um ihre von Gott durch Chri­stus gestif­te­te Heils­not­wen­dig­keit weiß, und den­noch nicht ein­tritt bzw. aus die­ser wie­der aus­tritt, wird nicht geret­tet.

        Eine Fra­ge hät­te: ist nach Ihrer Ansicht die Text­stel­le aus Lumen Gen­ti­um Nr. 14 , dass „jene Men­schen nicht geret­tet wer­den [kön­nen], die um die katho­li­sche Kir­che und ihre von Gott durch Chri­stus gestif­te­te Heils­not­wen­dig­keit wis­sen, in sie aber nicht ein­tre­ten oder in ihr nicht aus­har­ren woll­ten“, aus Ihrer Sicht so zu ver­ste­hen, dass es auf das „tat­säch­li­che Wis­sen um die Heil­not­wen­dig­keit“ ankommt (ich unter­stel­le, die zwei­te Vor­aus­set­zung, Kennt­nis von der Katho­li­schen Kir­che dürf­te bei den Mit­glie­dern der getrenn­ten Kir­chen und Gemein­schaf­ten in aller Regel gege­ben sein) oder bezieht sich Lumen Gen­ti­um Nr. 14 auch auf ein „Wis­sen kön­nen“?

        Neh­men wir mal an, die­se Text­stel­le bezieht sich nur auf das „tat­säch­li­che, bewuß­te Wis­sen um die Heils­not­wen­dig­keit“ der Kir­che. Ist das der Grund, war­um die Mis­si­ons­tä­tig­keit inner­halb wie außer­halb der Kir­che weit­ge­hend ein­ge­stellt wur­de, denn, wer von der Heils­not­wen­dig­keit nichts weiß, kann ja auch auf ande­rem Wege geret­tet wer­den?

        Anders aus­ge­drückt: wür­de nicht jede mis­sio­na­ri­sche Tätig­keit der Kir­che mehr und mehr Men­schen in die Lage ver­set­zen, die Heils­not­wen­dig­keit der Kir­che zu erken­nen, und die­se dann ins Ver­der­ben stür­zen, sofern die­se sich nicht für einen Ein­tritt in die Kir­che ent­schei­den? Dann ergibt UR Nr. 3 durch­aus einen Sinn, aber einen völ­lig absur­den, denn dann dürf­te die Kir­che um das See­len­heil der Men­schen gera­de nicht die Bot­schaft Chri­sti ver­kün­den, aus Sor­ge um das See­le­heil.

  5. Ja, beten wir jetzt alle fest, dass die Pius­bru­der­schaft die­se (letz­te?) Zeit der Gna­de nicht unge­nützt ver­strei­chen lässt, in der der Papst ihnen wirk­lich maxi­mal ent­ge­gengek. ist und ihnen genug Garan­tien gege­ben hat, dass sie beschützt in der Kir­che wei­ter­hin ihrem Cha­ris­ma wer­den treu blei­ben kön­nen! (=Prie­ster­ausb. im alten Ritus). Anklä­ger­tum stammt hin­ge­gen nicht von Gott(!) Sich jedoch kon­struk­tiv an der Aus­le­gung des 2.VK in einer Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät innerh.(!) der Kir­che mit­zu­be­tei­li­gen, wäre doch das Gebot der Stun­de(!) und ein not-wen­di­ger und sinn­vol­ler Bei­trag, der — von Pro­gres­si­sten, die das 2.VK für ihre Pri­vat­vor­stel­lun­gen instru­men­ta­li­sie­ren möch­ten, halt weni­ger erwünscht — dafür umso mehr von den rom­treu­en Gläu­bi­gen geschätzt wür­de(!) und den zu lei­sten sie per­fekt dis­po­niert wären! Zeit der Gna­de für die gan­ze Kir­che??? Der Hl. Geist führt die Kir­che, nicht Msgr. Lef­eb­v­re. Die Rol­le des Pap­stes dar­in (der die Pius­bru­der­schaft vehe­ment zurück­zu­kom­men ruft!) nur theo­ret. anzu­er­ken­nen, ist eine schi­zo­ide Kon­struk­ti­on, wenn man ihm glz. den Gehor­sam in der Rea­li­tät kon­kret ver­wei­gert und sich de fac­to über ihn und das Lehr­amt stellt — was in sich völ­lig unka­tho­lisch ist! Eine grund­sätz­li­che Aner­ken­nung von Papst und sämt­li­chen Kon­zi­li­en braucht es (nach alter kathol. Vor­stel­lung!), um echt katho­lisch zu sein. Mehr wird auch nicht ver­langt. — Eine Kor­rek­tur der miss­bräuchl. Inter­pre­ta­ti­on und Umset­zung des 2.VK ist auch im Inter­es­se der Kir­che! Kann die Bru­der­schaft nicht die Zei­chen der Zeit sehen u. den Wink Got­tes, sich j e t z t u. h i e r , aber inner­halb der Kir­che(!), frucht­brin­gend ein­zu­brin­gen? Die Türen ste­hen immer noch weit offen… Die Gesprä­che soll­ten unbed. mit viel Demut, Offen­heit u. von viel Gebet beglei­tet, wei­ter­ge­führt wer­den bis zum guten Schluss. Gott will die Ein­heit in der Kir­che u. ER gibt auch die Gna­de dazu, wenn wir auf Sei­ne Stim­me u. die Stim­me der gan­zen Kir­che hören.

  6. So lan­ge von der Pius­bru­der­schaft ver­langt wird, sol­che Aus­sa­gen über Bord zu wer­fen, wird es zu kei­ner Eini­gung kom­men: „Wir hän­gen mit gan­zem Her­zen und mit gan­zer See­le am katho­li­schen Rom, der Hüte­rin des katho­li­schen Glau­bens und der für die Erhal­tung die­ses Glau­bens not­wen­di­gen Tra­di­tio­nen, am Ewi­gen Rom, der Leh­re­rin der Weis­heit und Wahr­heit. Wir leh­nen es hin­ge­gen ab, und haben es immer abge­lehnt, dem Rom der neo-moder­ni­sti­schen und neo-pro­te­stan­ti­schen Ten­denz zu fol­gen, die klar im Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil und nach dem Kon­zil in allen Refor­men, die dar­aus her­vor­gin­gen, zum Durch­bruch kam. Alle die­se Refor­men haben in der Tat dazu bei­getra­gen und wir­ken wei­ter an der Zer­stö­rung der Kir­che, dem Ruin des Prie­ster­tums, an der Ver­nich­tung des hei­li­gen Mess­op­fers und der Sakra­men­te, am Erlö­schen des reli­giö­sen Lebens, am natu­ra­li­sti­schen und teil­har­di­sti­schen Unter­richt an den Uni­ver­si­tä­ten und Prie­ster­se­mi­na­ren und in der Kate­che­se, einem Unter­richt, der aus dem Libe­ra­lis­mus und dem Pro­te­stan­tis­mus her­vor­ge­gan­gen ist und schon etli­che Male vom Lehr­amt der Kir­che fei­er­lich ver­ur­teilt wor­den ist…“

  7. „Ja, beten wir jetzt alle fest, dass die Pius­bru­der­schaft die­se (letz­te?) Zeit der Gna­de nicht unge­nützt ver­strei­chen lässt,“

    Viel­leicht soll­ten wir auch noch ein Gebet hin­zu­fü­gen.
    „Möge auch Rom die­se (letz­te) Zeit der Gna­de nicht unge­nützt ver­strei­chen las­sen.“ Sicher ist sicher.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  8. @Nassauer
    Was den gro­ßen Theo­lo­gen Ratz­in­ger anbe­trifft, so muss ich Ihnen deut­lich wider­spre­chen. Hoch­be­gabt ja, aber auch oder gera­de Hoch­in­tel­li­gen­te kön­nen der Ver­su­chung erlie­gen, zu Häre­si­en zu nei­gen bzw. sie zu ver­tre­ten.
    Ich wei­se auf das bekann­te Werk Ratz­in­gers hin: Ein­füh­rung in das Chri­sten­tum. Hier befin­den sich Aus­sa­gen zur Chri­sto­lo­gie, die er zu Zei­ten Kar­di­nal Otta­via­nis, Papst Pius XII .und aller sei­ner Vor­gän­ger. hät­te strei­chen müs­sen oder er hät­te sei­nen Lehr­stuhl ver­lo­ren.
    Nun kann man sagen, auch ein Theo­lo­ge kann sich wei­ter­ent­wickeln, der jun­ge Pro­fes­sor Ratz­in­ger ist nicht ste­hen­ge­blie­ben. Doch er hat die umstrit­te­nen Stel­len nie gestri­chen, alle Neu­auf­la­gen erschei­nen unver­än­dert.
    War­um jetzt die „letz­te Zeit der Gna­de“ gekom­men sein soll, ist mir schlei­er­haft.
    Wenn die dok­tri­nel­le Prä­am­bel abge­lehnt wird, womit zu rech­nen ist, liegt der Ball wie­der im Spiel­feld der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on.
    Ich gehe davon aus, dass die Ant­wort der FSSPX theo­lo­gisch sehr fun­diert und dif­fe­ren­ziert sein wird. Ob es sich die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on dann lei­sten kann, nur mit Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men oder unbe­grün­de­ten Aus­sa­gen pla­ka­tiv zu ant­wor­ten, ist die Fra­ge. Die Macht dazu hat sie jetzt. Nur geht die Kir­chen­ge­schich­te wei­ter. Auch die Kon­zil­s­epo­che geht vor­über. Über die­se Epo­che wird ein Urteil gespro­chen wer­den. Viel­leicht ja auf dem näch­sten Kon­zil…

    • Da gebe ich Ihnen Recht. Der Dog­ma­ti­ker Micha­el Schmaus lehn­te als Zweit­kor­rek­tor die ursprüng­li­che Fas­sung der Habi­li­ta­ti­ons­schrift Ratz­in­gers wegen moder­ni­sti­scher Ten­den­zen ab. Der Theo­lo­ge Ratz­in­ger kürz­te die Schrift um die Tei­le, in denen es um das Offen­ba­rungs­ver­ständ­nis von Bona­ven­tu­ra ging und bestand die Prü­fung. Als Papst Bene­dikt XVI. ver­füg­te er, dass die ursprüng­li­che (von Schmaus abge­lehn­te) Fas­sung in der Rei­he Joseph Ratz­in­ger — Gesam­mel­te Schrif­ten erscheint. Sie­he auch: https://www.katholisches.info/?p=1449

      • Das war mir neu. Obwohl es mich nicht wun­dert. Denn noch als Kar­di­nal Ratz­in­ger fühl­te er sich im Recht und Mia­chel Schmaus im Irr­tum bei der Bewer­tung des ersten Teils der Habi­li­ta­ti­ons­schrift, den er prak­tisch weg­kürz­te, damit sie aner­kannt wer­den konn­te.

  9. Beten wir dafür, dass die FSSPX endl. demü­tig erkennt, wo ihr Platz ist: unter dem Bischof von Rom und nicht über ihm(!). Eine Aner­ken­nung des Pap­stes nur in Theo­rie, aber ihm nicht gehor­sam zu sein de fac­to in Rea­li­tät, ist eine schi­zo­ide Kon­struk­ti­on. Man kann (auch u. gera­de nach alter kathol. Vor­stel­lung!) ein­fach nicht kathol. sein, ohne den Papst u. sämt­li­che Kon­zi­li­en grund­sätz­lich anzu­er­ken­nen. Das ist ein­fach so. Sonst macht man sich bloss sel­ber etwas vor. Und mehr wird ja gar nicht ver­langt(!). Es ist ja nun wirkl. auch im Inter­es­se des Pap­stes, dass das 2.VK endl. rich­tig, d.h.in der Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät, inter­pre­tiert u. umge­setzt wird. Da ist noch Arbeit zu lei­sten… Man muss aber zw. 2.VK und sei­nem Miss­brauch unter­schei­den. Es wäre schön, wenn die Pius­bru­der­schaft die Zei­chen der Zeit erken­nen u. sich h i e r u. j e t z t frucht­brin­gend ein­brin­gen wür­de. Wäre nicht gera­de das ihre Chan­ce u. ihr ein­zig­ar­ti­ger Bei­trag, den sie per­fekt zu lei­sten dis­po­niert wäre? Eine Gna­de für die not-wen­di­ge, ech­te Erneue­rung in der Kir­che? Aber nicht schis­ma­tisch, son­dern innerh. der Kir­che und kon­struk­tiv. Ankla­ge­rei stammt nicht von Gott(!) und scha­det der rk Kir­che. Aber Ein­heit, Gehor­sam u. Demut sind von Gott. Die Gesprä­che soll­ten in Gelas­sen­heit, Beharr­lichk., Demut. Offen­heit u. beglei­tet von viel Gebet daher unbed. vor­an­ge­führt wer­den bis zur Eini­gung, die ja auch schon so nah schien(!). Die Zusa­ge des Schut­zes der FSSPX innerh. der Kir­che (eige­nen Bischof) — die Pro­gres­si­sten wer­den die FSSPX nicht bes. will­kom­men hei­ssen (aber was macht das schon?!), die Gläu­bi­gen jedoch umso mehr(!) — und die Garan­tie, ihr ech­tes Cha­ris­ma treu wei­ter aus­üben zu kön­nen, hat sie erhal­ten. Di Noia hat in sei­nem Brief auf­ge­zeigt, dass offe­ne Fra­gen z.Z. offen­ge­las­sen blei­ben kön­nen — das ist eine Chan­ce! — dass sie zu spät. Zeit­punkt Klä­rung fin­den kön­nen (unter Vor­ga­be der Deu­tung i.S. der Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät). Was will man mehr! UBI PETRUS IBI ECCLESIA!

    • Moni­ka M: Ja beten wir wie­der und immer wie­der, aber dafür das Rom end­lich wie­der katho­lisch wird, denn dann wird auch die Prie­ster­bru­der­schaft St. PIUS X voll­stän­dig Platz in die­ser fin­den. Und allei­ne an den Früch­ten des nicht dog­ma­ti­schen 21 öku­me­ni­schen Kon­zils, ist zu erken­nen das in die­sen der Hei­li­ge Geist und die Hei­li­ge Tra­di­ti­on der Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che mit Ver­ach­tung igno­ei­ert wur­den. Lei­der stel­len sich vie­le in die Welt ver­lieb­te Chri­sten auf Blind, Taub und Stumm. Denn nur so ist die Got­tes- Glau­bens­lo­sig­keit in der heu­ti­gen Zeit halb­wegs zu ver­ste­hen, sammt den Unhei­li­gen Früch­ten der Welt die auch in die Kir­che ein­ge­drun­gen ist, Mas­sen­mord an unge­bo­re­nen Kin­dern, Ehe­bruch, him­mel­schrei­en­de Sün­de der Sodo­mie usw.

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

  10. @Nassauer
    Damit kein Miss­ver­ständ­nis auf­kommt: Nur der erste Teil des Kom­men­tars bezog sich auf Ihren Kom­men­tar.

  11. Lie­be Cup­pa,

    besten Dank für Ihre Klar­stel­lun­gen. Die Fra­ge, ob Papst Bene­dikt XVI. als gro­ßer Theo­lo­ge in die Kir­chen­ge­schich­te ein­ge­hen wird oder nicht, ist viel­leicht für die Fra­ge, ob und wie die Bru­der­schaft in die Kir­che ein­ge­glie­dert wer­den kann, auf den ersten Blick nicht von Bedeu­tung. Aller­dings, auf den zwei­ten Blick wäre eine Betrach­tung durch­aus loh­nens­wert, weil es bei moder­nen Theo­lo­gen auf­fällt, dass ein­mal publi­zier­te Wer­ke oder Ansich­ten nicht klar und offen wider­ru­fen wer­den. So ist es in der Tat ver­wun­der­lich, war­um es immer noch Schrif­ten des „jun­gen“ Ratz­in­ger gibt, die von den Schrif­ten des „älte­ren“ Ratz­in­ger abwei­chen, ohne dass in den spä­ter erschie­ne­nen Schrif­ten aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dass z.B. ein Stand­punkt y oder y nicht mehr von dem Autor ver­tre­ten wird.

    Die­ses Pro­blem scheint mir nicht nur bei Papst Bene­dikt XVI., son­dern auch u.a. bei Erz­bi­schof Mül­ler gege­ben zu sein, was ja gera­de der Aus­gangs­punkt für den Schlag­ab­tausch zwi­schen der Bru­der­schaft unf Erz­bi­schof Mül­ler war.

    Die­se feh­len­de Klar­heit führt dann dazu, dass die Mei­sten, ich auch, auf ent­spre­chen­de Hin­wei­se zu den Wer­ken Joseph Ratz­in­gers aus sei­ner frü­hen Schaf­fens­zeit auf die neue­ren Schrif­ten ver­wei­se, was aber eigent­lich der noch leben­de Autor der Wer­ke doch sel­ber viel bes­ser vor­neh­men könn­te. Ich inter­pre­tie­re dem­nach wohl­wol­lend die unter­schied­li­chen Wer­ke eines Theo­lo­gen, obwohl dies nach mei­ner Über­zeu­gung erst bei einem nicht mehr leben­den Autor sinn­voll ist, da die­ser nun mal kei­ne wei­te­ren Erklä­run­gen abge­ben kann.

    Die­se feh­len­den Klar­stel­lun­gen füh­ren dann, übri­gens ähn­lich wie bei den Tex­ten des II. Vati­ka­nums, zu Miss­ver­ständ­nis­sen, dazu, dass im Zwei­fel sich jeder das raus­su­chen kann, was die­sem gera­de in sein Welt­bild passt. Die­se Undeut­lich­keit ist aus mei­ner Sicht mit einer der Grün­de, war­um anschei­nend Rom und die Bru­der­schaft nicht „die glei­che Spra­che“ zu spre­chen schei­nen (mit allen Fol­gen, die zukünf­tig kom­men wer­den).

  12. Dan­ke für die Chro­no­lo­gie es steht zu hof­fen daß jetzt end­lich schluß ist die­se Ver­hand­lungs­run­de hat der FSSPX immens gescha­det

  13. Fel­lays Beschrei­bung der Kir­chen­fein­de wird wie folgt wie­der­ge­ge­ben:
    „Wer hat sich wäh­rend die­ser Zeit am mei­sten wider­setzt, daß die Kir­che die Bru­der­schaft aner­kennt? Die Fein­de der Kir­che. Juden, Frei­mau­rer, Moder­ni­sten.“

    Die­ses Zitat ist unvoll­stän­dig. Ich habe den Vor­trag auf You­tube ange­se­hen und gehört. Fel­lay beschreibt nach 1:18 die Fein­de der Kir­che mit „The Jews, the masons, the moder­nists“. Also auf Deutsch: „Die Juden, die Frei­mau­rer, die Moder­ni­sten“. Ich bit­te um rich­ti­ge Wie­der­ga­be des Fel­lay-Vor­tra­ges.

    • Was ändert der Arti­kel vor den genann­ten Grup­pen an der inhalt­li­chen Aus­sa­ge von Weih­bi­schof Fel­lay? Immer­hin hat die­ser nicht „All Jews, all masons, all moder­nists“ gesagt, das wäre dann etwas ande­res, also ver­ste­he ich Ihren Ein­wand, jeden­falls inhalt­lich, nicht wirk­lich…

      • In den Spra­chen, die den bestimm­ten Arti­kel ver­wen­den, also auch Deutsch und Eng­lisch, bezeich­net der bestimm­te Arti­kel die Ganz­heit oder auch die Gesamt­heit des Beschrie­be­nen.

        Bei­spie­le aus dem Deut­schen:

        ich esse Brot = ich esse etwas Brot
        ich esse das Brot = „ich esse das gesam­te vor­han­de­ne Brot“ oder „ich esse den gan­zen Brot­laib“

        ich sprach mit Poli­ti­kern des Bun­des­ta­ges = ich sprach mit eini­gen (aber nicht allen) Poli­ti­kern des Bun­des­ta­ges
        ich sprach mit den Poli­ti­kern des Bun­des­ta­ges = ich sprach mit allen Poli­ti­kern des Bun­des­ta­ges.

        Daher kann der bestimm­te Arti­kel in Fel­lays Auf­z­zäh­lung der Kir­chen­fein­de ohne wei­te­res jeweils durch „alle“ ersetzt wer­den.

        Wenn Fel­lay der Mei­nung ist, daß er sich ver­gal­lop­piert hat, daß viel­leicht doch nicht alle Juden, Frei­mau­rer und Moder­ni­sten Fein­de der Kir­che sind, soll­te er mei­ner Mei­nung nach zu sei­nem Feh­ler ste­hen und ihn rich­tig­stel­len. Aber statt­des­sen den bestimm­ten Arti­kel zu unter­schla­gen, kommt mir unauf­rich­tig vor, und Unauf­rich­tig­keit mag ich nicht.

      • Hmm, da es bekannt­lich nicht DIE Juden als han­deln­de Gemein­schaft gibt (Feind­schaft setzt im Gegen­satz zur Geg­ner­schaft ein akti­ves bzw. ein poten­ti­ell akti­ves Han­deln vor­aus), genau so wenig wie DIE Tra­di­tio­na­li­sten, wie z.B. der Dia­log unter uns beweist, erklä­re ich mir die­se sprach­li­che Unge­n­au­gig­keit von Weih­bi­schof Fel­lay aus dem Umstand, dass die­ser kein „eng­lish nati­ve spea­ker“ ist. Gram­ma­ti­ka­lisch haben Sie durch­aus Recht, von Sinn und Zweck des Gesag­ten bestrei­te ich dies.

        • Fel­lay ent­stammt der fran­zö­sisch­spra­chi­gen Schweiz, also ist sei­ne Mut­ter­spra­che Fran­zö­sisch, und als Schwei­zer wird er sicher auch mit dem Deut­schen von Kind­heit an ver­traut sein (ich hör­te ihn auch schon auf Deutsch pre­di­gen).

          Auch das Fran­zö­si­sche hat den bestimm­ten Arti­kel, der ziem­lich genau wie der eng­li­sche (und der deut­sche) bestimm­te Arti­kel gebraucht wird. Von daher läßt sich sei­ne sprach­li­che Unge­nau­ig­keit eigent­lich nicht erklä­ren.

          Sinn und Zweck des Gesag­ten? Ich kann mich nicht des Ein­drucks ver­weh­ren, daß Fel­lay etwas ver­bit­tert ist. Er woll­te wohl als der gro­ße Ver­söh­ner zwi­schen Rom und Ecône in die Geschich­te ein­ge­hen, ließ dafür auch eini­ge Prie­ster und einen Weih­bi­schof schä­big über die Klin­ge sprin­gen und schien kurz vor dem Ziel zu sein — und dann das! Ein viel­leicht böses Gewis­sen (ange­bracht wäre es) für nichts und wie­der nichts! Aber unrecht Gut gedeiht eben nicht.

  14. Zur Fra­ge des Gehor­sams: Min­de­stens zwei­mal irr­te ein Papst fatal, so daß ihm zur Ret­tung des Chri­sten­tums wider­spro­chen wer­den muß­te und auch wider­spro­chen wur­de.

    Der erste Irr­tum unter­lief kei­nem Gerin­ge­ren als dem Hei­li­gen Petrus, also dem von Jesus Chri­stus selbst ein­ge­setz­ten Papst, der ursprüng­lich nur Juden mis­sio­nie­ren woll­te. Der hei­li­ge Pau­lus wider­sprach dem ent­schie­den und auch ent­schie­den berech­tigt — Chri­stus selbst hieß die Apo­stel, allen Völ­kern die Fro­he Bot­schaft zu brin­gen. Ob es nun dem hei­li­gen Pau­lus gelang, sei­nen Papst zu über­zeu­gen oder nicht, schließ­lich ent­schied der Hei­li­ge Geist die Sache durch das Pfingst­wun­der.

    Mit dem zwei­ten päpst­li­chen Irr­tum hat­te es der hei­li­ge Bischof Atha­na­si­us zu tun, näm­lich mit einem Papst, der der aria­ni­schen Irr­leh­re anhing. Es war ein har­ter Kampf, aber der hei­li­ge Atha­na­si­us blieb dem Glau­ben treu und konn­te ihn schließ­lich durch­set­zen — zeit­wei­se eben gegen den Papst.

    Mit dem 2.Vatikanum haben sich lei­der erneut Irr­tü­mer in die Kir­che ein­ge­schli­chen, ja sogar der „Rauch Satans“ (Papst Paul VI.) ist in die Kir­che ein­ge­drun­gen. Die Pius­bru­der­schaft hat nun die Auf­ga­be wie damals der hei­li­ge Atha­na­si­us, den katho­li­schen Glau­ben zu ver­tei­di­gen, zur Not auch gegen den Papst. Sofern sie die­sem Glau­ben wei­ter treu bleibt, wird sie sich wohl schließ­lich durch­set­zen, eben weil sie dann denn katho­li­schen Glau­ben und damit Got­tes Offen­ba­rung ver­tei­digt.

  15. Ich hof­fe, dass die Bezie­hun­gen zwi­schen Rom und der FSSPX end­lich ein­mal geklärt wer­den und wir nicht in die­sem Zwi­schen­zu­stand ver­har­ren. Es kann aber nur eines geben, ent­we­der ist Rom auf dem fal­schen Weg und vertritt/begünstigt Häre­si­en oder Rom hat sich geän­dert und wir kön­nen die­sem Rom und dem Hl. Vater ver­trau­en.

    Die offi­zi­el­len Gesprä­che zwi­schen Ver­tre­tern der Bru­der­schaft und Rom wur­den Mit­te 2011(!) abge­schlos­sen, die Präambel(n) lie­gen auf dem Tisch. Das sind Fak­ten, nach die­sen muss sich eine Ent­schei­dung rich­ten. Die pri­va­ten Gesprä­che und Schar­müt­zel im Hin­ter­grund sind unin­ter­es­sant, sie wer­den wohl in der Geschichts­schrei­bung ein­mal nicht erwähnt wer­den.

    Was mich stört, ist die­se Geheim­nis­tue­rei. Mei­nes Erach­tens muss alles offen gelegt wer­den, damit sich jeder ein Bild machen kann. Das wäre für uns Gläu­bi­ge gut, aber auch für die gan­ze Welt, um zu sehen, wel­che Sei­te für was steht.
    Erz­bi­schof Lef­eb­v­re war in sei­nen Schrif­ten immer sehr klar und offen. Er berich­te­te über sei­ne Begeg­nun­gen und jeg­lich bedeu­ten­der Schrift­ver­kehr wur­de abge­druckt.

    Ich hof­fe, dass sich in die­ser Hin­sicht in der Bru­der­schaft etwas tut. Mein Ver­hält­nis zu den Obe­ren kann nicht nur auf Ver­trau­en begrün­det sein, schluss­end­lich zäh­len nur Fak­ten und Inhal­te.

    • Offen­heit wür­de auch ich begrü­ßen, die­se Geheim­nis­tue­rei ist ein­fach wider­lich — übri­gens auch unchrist­lich, Chri­stus ist immer offen und gera­de­her­aus.

      Es ist aller­dings frag­lich, wer für die Geheim­nis­tue­rei ver­ant­wort­lich ist.
      Sowohl Rom als auch Ecône sind als Geheim­nis­tu­er denk­bar, und wenn die eine Sei­te Geheim­nis­tue­rei ver­langt, muß die ande­re Sei­te lei­der fol­gen.

  16. Häre­ti­sche Bischö­fe und Prie­ster wer­den von Rom nur sanft oder gar nicht zurecht­ge­wie­sen, bei der Bru­der­schaft wird hart und aggres­siv das letz­te i‑Tüpfelchen gefor­dert. Direk­te Ver­glei­che mit dem frü­he­ren Lehr­amt wer­den tun­lichst ver­mie­den, da die Kir­che ja erst so rich­tig seit Vati­ka­num II lebt und den Men­schen end­lich nicht mehr mit der Höl­le droht.

    Ein Diö­ze­san­bi­schof hat einem Bekann­ten mit­ge­teilt, dass der Groß­teil sei­ner Prie­ster nicht mehr an die Ver­wand­lung der Opfer­ga­ben und an die Gott­heit Jesu glaubt.
    Der dama­li­ge Pfar­rer mei­ner Hei­mat­pfar­re hat bereits in den 70igern offen gesagt, dass bei der Wand­lung nichts geschieht.
    Es ist kein Geheim­nis, dass die mei­sten Prie­ster offen oder geheim eine Freun­din haben. Wer ist für die Aus­bil­dung der Prie­ster ver­ant­wort­lich? Es sind die Bischö­fe, die aber von Rom ernannt wer­den.

    Mei­ner Mei­nung ist eine Anbin­dung der FSSPX erst dann mög­lich, wenn sich Rom sicht­bar ändert und nicht mehr tak­tiert. Der Hl. Vater könn­te es an den Eccle­sia Dei Gemein­schaf­ten bewei­sen, dass er es mit der Erneue­rung der Kir­che ernst meint. Er könn­te ihnen die Unab­hän­gig­keit von den Orts­bi­schö­fen geben, dann könn­ten die­se Gemein­schaf­ten viel frei­er wir­ken.

    Die Petrus­bru­der­schaft zum Bei­spiel hät­te schon längst eige­ne Bischö­fe bekom­men kön­nen. Mir ist der Fall eines Fami­li­en­va­ters bekannt, der ein Kind zur Fir­mung hat­te. Anfangs wur­de vom ansäs­si­gen Diö­ze­san­bi­schof zuge­sagt, die Fir­mung im alten Ritus abzu­hal­ten. Auf Druck von moder­ni­sti­scher Sei­te ist er dann ein­ge­knickt und hat die Fir­mung im neu­en Ritus abge­hal­ten. Zäh­ne­knir­schend muss­te der Vater sein Kind im neu­en Ritus fir­men las­sen.

    Ich hat­te sei­ner­seits noch die Gna­de, von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re gefirmt zu wer­den. Obwohl ich mit ihm auf­grund der sprach­li­chen Hür­de nie per­sön­lich spre­chen konn­te, kann ich bezeu­gen, dass er ein über­aus freund­li­cher und lie­bens­wür­di­ger Mensch war, er konn­te aber auch eine unge­heur­li­che Tat­kraft und Glau­bens­stär­ke an den Tag legen.

  17. „Ein Diö­ze­san­bi­schof hat einem Bekann­ten mit­ge­teilt, dass der Groß­teil sei­ner Prie­ster nicht mehr an die Ver­wand­lung der Opfer­ga­ben und an die Gott­heit Jesu glaubt.“
    Dann betrü­gen die­se Prie­ster Chri­stus und die Gläu­bi­gen die vor ihnen ste­hen. Kann dann über­haupt eine Wand­lung statt­fin­den wenn sie ohne Glau­ben vor sich hin­bra­beln? Und war­um suchen sie sich nicht einen ande­ren Job? Wahr­schein­lich bezahlt die Kir­che zu groß­zü­gig und sie kön­nen nicht las­sen.
    Wenn das stimmt dann steht die Uhr fünf Minu­ten vor Zwölf.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  18. Was die „Geheim­nis­tue­rei“ anbe­trifft, ich den­ke, sie geht lei­der ein­sei­tig zu Lasten der Pius­bru­der­schaft. Am Anfang der Ver­hand­lun­gen war die Geheim­hal­tung ver­nünf­tig: Bei so vie­len Wider­stän­den von ver­schie­de­nen Sei­ten, ver­stärkt durch die Pres­se­meu­te, waren seriö­se Gesprä­che ohne die­se Geheim­hal­tung nicht mög­lich. Rom und Eco­ne waren sich einig.
    Doch für Rom war es leicht. Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on war bis zur Ernen­nung des Regens­bur­ger Bischofs für ihre Dis­kre­ti­on bekannt. Bischof Fel­lay hin­ge­gen hat die Auf­ga­be, die Prie­ster und Gläu­bi­gen auf die neue Situa­ti­on vor­zu­be­rei­ten, ein­zu­stel­len. Das geht aber nur bruch­stück­haft, wenn man zur Geheim­hal­tung ver­pflich­tet ist. Für eine gewis­se Zeit ist der Ver­trau­ens­vor­schuss ein­zu­for­dern. Aber wenn Gerüch­te hoch­ko­chen, z.B. die Pius­bru­der­schaft wer­de eine Per­so­nal­prä­la­tur, kein Per­so­nal­or­di­na­ri­at, wäre ein kla­res Wort not­wen­dig gewe­sen. Weil eine Per­so­nal­prä­la­tur kei­nen aus­rei­chen­den Schutz gegen feind­li­che Diö­ze­san­bi­schö­fe bie­tet. Mit die­ser Sor­ge wur­den Gläu­bi­ge, die das wis­sen, allein­ge­las­sen. Das ist nur ein Bei­spiel.
    Mit der Ernen­nung Mül­lers zum Glau­bens­prä­fek­ten wur­den öffent­lich For­de­run­gen an die FSSPX gestellt. Über die Pres­se, teil­wei­se über die Pro­vinz­pres­se, konn­te man sie erfah­ren. Kar­di­nal Koch leg­te mit Bedin­gun­gen bei Vor­trä­gen öffent­lich nach. Die FSSPX ist seit­dem in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung nur noch in der Defen­si­ve. Schlim­mer noch: Man muss — oder muss­te — befürch­ten, dass es zu Spal­tun­gen kommt.
    Doch wenn jetzt bald die offi­zi­el­le Ant­wort auf die dok­tri­nel­le Prä­am­bel erfol­gen soll — falls es stimmt — ist für Geduld zu plä­die­ren. Die hat zuerst nach Rom zu gehen, alles ande­re wäre unse­ri­ös.
    Doch dann müs­sen die Fak­ten auf den Tisch, wenn sich die FSSPX nicht selbst scha­den und den Ein­druck ver­mei­den will, dass Rom inzwi­schen Katz und Maus mit der Pius­bru­der­schaft spielt. Ich habe nichts zu for­dern, ich kann nur sagen, wie ich es wahr­neh­me. Die kla­re, ein­deu­ti­ge Linie von

  19. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re ist für mich nicht mehr ansatz­wei­se zu erken­nen. Obwohl die Argu­men­te der FSSPX stich­hal­ti­ger denn je sind. Alles hat der Grün­der der FSSPX mit einem unglaub­li­chen Fein­ge­fühl — neben sei­nen theo­lo­gi­schen Argu­men­ten — vor­aus­ge­se­hen, das gan­ze Elend die­ser Glau­bens- und Kir­chen­kri­se , das er immer wie­der vor­aus­ge­sagt hat, liegt offen vor uns.
    Sei­ne theo­lo­gi­schen Argu­men­te sind durch die Rea­li­tät voll bestä­tigt. Die Moder­ni­sten in Rom haben mehr­heit­lich die Macht­po­si­tio­nen besetzt. Man kann sie öffent­lich ver­ant­wort­lich machen für den Zustand, in dem sich die Kir­che befin­det. Auch den Papst.
    Ich hof­fe, es wird gesche­hen. Denn die Moder­ni­sten gewan­nen wäh­rend des Kon­zils die Ober­hand, sie haben maß­geb­lich die nach­kon­zi­lia­re Kri­se zu ver­ant­wor­ten. Es war das glei­che „Per­so­nal.“ Peri­ti sind nach dem Kon­zil in die höch­sten Spit­zen der Hier­ar­chie auf­ge­stie­gen, die Kon­zils­vä­ter, die wäh­rend des Kon­zils den Kurs bestimm­ten, waren auch nach­her maß­geb­lich in ihren Posi­tio­nen. Es ist alles doku­men­tiert und nach­zu­le­sen.
    Egal, was Rom plant. Ich kann nur hof­fen, dass die FSSPX ihre kla­re Linie wie­der zurück­ge­winnt, die durch ihren Grün­der ver­kör­pert wur­de. Weil es der Zustand der Kir­che ver­langt…

    • „Ich kann nur hof­fen, dass die FSSPX ihre kla­re Linie wie­der zurück­ge­winnt, die durch ihren Grün­der ver­kör­pert wur­de.“

      Das hof­fe ich auch, doch ist die Hoff­nung lei­der nicht groß. Denn für eine der­art kla­re Linie bedürf­te es auch eines ent­spre­chen­den Gene­ral­obe­ren. Ich fürch­te, daß die Pius­bru­der­schaft sich in der Wahl des gegen­wär­ti­gen Gene­ral­obe­ren böse ver­grif­fen hat, weil eben eine kla­re Linie nun ganz und gar nicht Fel­lay eigen ist.

      • Über die Wahl des gegen­wär­ti­gen Gene­ral­obe­ren erlau­be ich mir kein Urteil. Ich kann nur sagen, dass ich unter dem Wirr­warr lei­de, der mit den Rom-Ver­hand­lun­gen ein­her­geht. Und weil ich mich der­zeit inten­siv mit Erz­bi­schof Lef­eb­v­re befas­se, seh­ne ich mich gera­de­zu nach sei­ner Klar­heit. Wie soll man das wie­der bewer­ten: Bischof Morerod erklärt, dass die Kri­tik an der neu­en Mes­se durch die Pius­bru­der­schaft die Ein­heit in Schwie­rig­kei­ten brin­ge. Nun ist die­se — berech­tig­te — Kri­tik seit vier­zig Jah­ren bekannt. Ich schlie­ße dar­aus: Rom will eine Unter­wer­fung. (Den Vor­wurf des Sedis­va­kan­tis­mus, der von einer ande­ren Inter­net­sei­te pau­schal erho­ben wird, wei­se ich vor­sorg­lich als dis­kri­mi­nie­rend zurück…).

        • Lie­ber cup­pa,

          wenn Sie Klar­heit wol­len, dann müs­sen Sie Bischof Wil­liam­son lesen. Soviel man ihm vor­wer­fen kann, aber er hat sich immer klar und deut­lich aus­ge­drückt. Sei­ne Semi­nar­brie­fe von 1981–2001 gibt es als PDF, die Elei­son Kom­men­ta­re sind frei zugäng­lich, you­tube ist voll von Auf­nah­men.

          Den Vor­wurf des Sediva­kan­tis­mus wei­se ich auch zurück.

      • Rich­tig, lie­ber See­feld,

        das hat ja auch Bf. Wil­liam­so (etwas flap­sig, ja viel­leicht zu flap­sig [und die Gege­ner wer­fen ihm dies ja auch als Respekt­lo­sig­keit so vor], aber in der Sache durch­aus tref­fend) for­mu­liert, wenn er von „Fel­lay and his gang sprach“ und die ein­zi­ge Hoff­nung in einer Neu­wahl des Obe­ren — eines ande­ren Obe­ren! — durch das Gene­ral­ka­pi­tel sah — wel­che, wie wir wis­sen, sich nicht erfüllt hat.

  20. Wenn die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. sich einer Eini­gung mit Rom ver­schließt, so hat sie damit sehr wohl recht. Die Ereig­nis­se im Bis­tum Fri­bourg las­sen das schlimm­ste befürch­ten. Wel­cher Grup­pe wird dann den Zugang zu den Kir­chen des Bis­tums und der Ordi­na­ti­ons­gewlt des Orts­or­di­na­ri­us ver­wehrt? Den Petrus­brü­dern? den Insti­tu­ten Christ­kö­nig und St. Phil­ip Neri? So kann und wird auf die­se Wei­se päpst­li­che Gesetz­ge­bung aus­ge­he­belt (die Erie­gnis­se des Anfangs der 70er Jah­re rund um die damals noch aner­kann­te Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. las­sen grü­ßen!), das Motu Pro­prio „Summorum Pon­ti­fi­cum“ ist dann nicht­mehr das Papier wert auf dem es steht. cup­pa hat hier zum gro­ßen Teil recht.
    Ich sehe die Kir­che auf einen Spal­tungs­kampf zu gehen. Die Opfer die­ser Spal­tung wer­den die „Eccle­sia Dei“-Institute, die „Summorum Pontificum“-Gruppen („Pro Mis­sa Triden­ti­na“, etc.) und die theo­lo­gisch wie mora­lisch her­un­ter­ge­kom­me­ne Una-Voce-Bewe­gung (David Ber­ger!) Es ist dann an die­sen, sich zu ent­schei­den — für ihren eige­nen Unter­gang (sei es durch die voll­kom­me­ne Anpas­sung an die Moder­ni­sten oder Selbst­auf­lö­sung) oder für den Kampf gegen das moder­ni­sti­sche Kir­chen­ver­ständ­nis, aus­ge­drückt in der lega­li­stisch-rechts­po­si­ti­vi­sti­schen Hal­tung der Kon­zils­kir­che. Dann wer­den sie auf der Sei­te der Pius­bru­der­schaft um jede einzl­ne Kiche (St. Nico­las de Char­don­nay!) kämp­fen müs­sen. Letzt­lich wird — so den­ke ich es — mit Mari­ens und Chri­sti Hil­fe die wah­re Katho­li­sche Kir­che, in der geglaubt wird, was „über­all, zu jeder Zeit von allen geglaubt wird“ (Vin­zenz von Lerins) obsie­gen und die Kon­zils­kir­che sich bekeh­ren. Oder sie wird unter­ge­hen — man soll­te die Kampf­be­reit­schaft der Tra­di­tio­na­li­sten nicht unter­schät­zen! Ihre dog­ma­ti­sche Recht­fer­ti­gung hat sie spä­te­stens nach dem Pon­ti­fi­kat von Johan­nes Paul II. schon lan­ge ver­lo­ren. Ihr kann und wird nur die ein­zi­ge Tra­di­ti­on hel­fen kön­nen.

  21. Mei­ner Mei­nung nach braucht Rom die Pius­bru­der­schaft, um Vat. II und die neue Mes­se auf ewi­ge Zei­ten zu legi­ti­mie­ren. Nacher ist Schluss mit lustig. Die tra­di­tio­nel­len Gemein­schaf­ten wer­den aus­ge­hun­gert, jeg­li­cher Wider­stand wird gebro­chen. Die Bischö­fe haben leich­tes Spiel in ihren Diö­ze­sen. Soll­te sich jemand erhe­ben, dann wer­den ihm die Kir­chen und Gel­der ent­zo­gen.

    Wie schon ein­mal gesagt, Rom hat jetzt seit 1988 Zeit gehabt, sei­ne Bereit­schaft zur wah­ren Umkehr dadurch zu zei­gen, in dem es die Petrus­bru­der­schaft und die ande­ren tra­di­tio­nel­len Gemein­schaf­ten för­dert und frei wir­ken lässt.

    Die Devi­se in der FSSPX war bis vor 10 Jah­ren immer, dass, wenn Rom sich bekehrt, sich die Pro­ble­me von selbst lösen und es kei­ner Ver­hand­lun­gen mehr bedarf. Wahr­schein­lich wird sich aber das Pro­blem nicht in fried­li­chen Zei­ten lösen, son­dern erst dann, wenn durch äuße­re Ein­wir­kun­gen wie Krieg und Unru­hen die Bereit­schaft für eine ech­te Umkehr da ist. Ich ken­ne die Zukunft natür­lich nicht, aber die ver­schie­de­nen Pro­phe­zei­un­gen deu­ten ein­deu­tig in die­se Rich­tung (außer in Med­jug­or­je, da gibt es nur Frie­den und Won­ne).

    Ich den­ke auch, dass man die Kampf­be­reit­schaft der Tra­di­tio­na­li­sten nicht unter­schät­zen soll­te. Unter den Gläu­bi­gen regt sich durch­aus Wider­stand, aber mit den Prie­stern zu strei­ten ist auch nicht der rich­ti­ge Weg. Eini­ge von den Prie­stern sind den Obe­ren sehr hörig und blocken alles ab und las­sen kei­ne Kri­tik zu. Die­se pre­di­gen immer sehr all­ge­mein, tun unwis­send und haben kei­ne bestimm­te Mei­nung. Vie­le ande­re Prie­ster müs­sen auf Druck der Obe­ren schwei­gen und lei­den sehr dar­un­ter.

    Ich möch­te das Enga­ge­ment ein­zel­ner from­men Gläu­bi­gen und Prie­ster in der Amts­kir­che nicht klein­re­den. Die­se ver­su­chen wirk­lich, Gott zu die­nen und dem Papst treu zu sein. Den­noch glau­be ich nicht, dass das der rich­ti­ge Weg ist. Die­se Men­schen bau­en auf Sand (Kon­zil, neue Mes­se) und kön­nen dadurch leicht den Halt ver­lie­ren.

  22. @ cup­pa (und reno­va­tio, see­feld,…):

    „… wer­de eine Per­so­nal­prä­la­tur, kein Per­so­nal­or­di­na­ri­at, wäre ein kla­res Wort not­wen­dig gewe­sen. Weil eine Per­so­nal­prä­la­tur kei­nen aus­rei­chen­den Schutz gegen feind­li­che Diö­ze­san­bi­schö­fe bie­tet.“ (cup­pa).

    Aber auch hie ja mehr als ein Schlin­ger­kurs des Gene­ral­obe­ren. Ihm vor­zu­wer­fen, Was­ser auf zwei Schul­tern zu tra­gen oder mit gespal­te­ner Zun­ge zu spre­chen und zu schlin­gern ist eigent­lich noch unter­trie­ben ange­sichts der Fak­ten­la­ge. — Urtei­len Sie selbst:

    Noch 2004 ist von Bf. Fel­lay nach­zu­le­sen (s. hier http://www.angelusonline.org/index.php?section=articles&subsection=show_article&article_id=2086 — der gan­ze Arti­kel liest sich übri­gens wie eine ein­gen Ver­ur­tei­lung Fel­lays!!!), dass er sich voll­kom­men bewußt war, dass eine Per­so­nal­prä­la­tur uns nicht völ­lig von den Bischö­fen befreit und daher nicht anzu­stre­ben ist:
    „An apo­sto­lic adminis­tration is even bet­ter than a per­so­nal pre­la­tu­re.… The Opus Dei, which is the only per­so­nal pre­la­tu­re exi­sting today, is not sub­ject to the local bishop for what con­cerns its mem­bers, but it can­not con­template any exter­nal action without the local bishop’s appro­val. With an apo­sto­lic admi­ni­stra­ti­on, we would escape that limi­ta­ti­on.“

    Und sogar 2010 sag­te er noch: “If we are pla­ced, for our apo­sto­la­te, into the hands of the bishops, for the time being, it is not going to work. They are too many who look at us as enemies, and will tre­at us as enemies, and that would make our apo­sto­la­te impos­si­ble. That’s not going to work”. http://www.sspx.org/superior_generals_news/bp_fellay_el_paso_2010_interview/bp_fellay_el_paso_interview‑1.htm
    — auf Deutsch: Wenn wir für unser Apo­sto­lat den Bischö­fen unter­stellt wer­den geht das nicht!

    (Forts. folgt)

  23. (Forts.)

    Aber 2012 mach­te er gar kei­nen Hehl dar­aus, dass wir von Rom eine Per­so­nal­prä­la­tur erhal­ten wür­den und wir damit bis zu einem gewis­sen Grad von den Bischö­fen abhän­gig wären.
    Also gar kei­ne Gerüch­te. So Fel­lay ja ganz offen im DICI-Inter­view v. 7. bzw. 8. 6. 2012 hier:

    „DICI: Die kano­ni­sche Struk­tur, von der Sie in Ihren jüng­sten Erklä­run­gen gespro­chen haben, ist eine Per­so­nal­prä­la­tur. Nun ver­langt aber das Kir­chen­recht, can. 297, nicht nur die Diö­ze­san­bi­schö­fe zu infor­mie­ren, wenn es dar­um geht, ein Werk auf ihrem Ter­ri­to­ri­um zu grün­den, son­dern ihre Erlaub­nis zu erhal­ten. Wenn es klar ist, daß eine kir­chen­recht­li­che Aner­ken­nung unser Apo­sto­lat in sei­nem gegen­wär­ti­gen Zustand erhält, sind Sie dann dazu bereit, hin­zu­neh­men, daß die Wer­ke der Zukunft in jenen Diö­ze­sen, wo die Bru­der­schaft gegen­wär­tig noch nicht ein­ge­pflanzt ist, nur mög­lich sind mit der Erlaub­nis des Bischofs?

    Mgr. Fel­lay: Es gibt über die­se Fra­ge viel Ver­wir­rung, und die­se fließt vor allem aus einem schlech­ten Ver­ständ­nis vom Wesen der Per­so­nal­prä­la­tur., wie auch aus einer Ver­ken­nung der nor­ma­len Bezie­hung zwi­schen dem Orts­or­di­na­ri­us und der Prä­la­tur.… [Fel­lay wei­ter, dass wir eher etwas wie ein Mili­tä­tor­di­na­ri­at bekom­men wür­den…]
    Trotz­dem bleibt wahr – und dies ist das Kir­chen­recht –, daß für die Eröff­nung einer neu­en Kapel­le oder für die Grün­dung eines Wer­kes die Erlaub­nis des Orts­or­di­na­ri­us not­wen­dig wäre. Selbst­ver­ständ­lich haben wir Rom vor Augen gehal­ten, wie schwie­rig unse­re gegen­wär­ti­ge Lage in den Diö­ze­sen ist, und Rom arbei­tet noch an dem Pro­blem. Hier und dort wird es wirk­lich eine Schwie­rig­keit geben, aber seit wann ist das christ­li­che Leben ohne Schwie­rig­keit? Sehr wahr­schein­lich wer­den wir auch das ent­ge­gen­ge­setz­te Pro­blem haben, d.h. daß wir nicht über hin­rei­chend Kapa­zi­tä­ten ver­fü­gen, auf Anfra­gen ant­wor­ten zu kön­nen, die uns von befreun­de­ten Bischö­fen zukom­men,“

    (Forts. folgt)

  24. (Forts.)
    Im sel­ben Inter­view (http://www.dici.org/en/documents/gesprach-mit-bischof-bernard-fellay-uber-den-gegenwartigen-stand-der-beziehungen-der-bruderschaft-mit-rom/)
    sagt er dann auch noch:
    „Und wenn man also bei einer Schwie­rig­keit zu kei­ner Lösung käme, so müß­te man sich an Rom wen­den, und es gäbe ein römi­sches Ein­grei­fen, um das Pro­blem zu regeln.“

    - Im besten Fall heil­los nai­ve, eben Rom ver­trau­end!!

    (und eben die lapi­da­re Fest­stel­lung: „Hier und dort wird es wirk­lich eine Schwie­rig­keit geben, aber seit wann ist das christ­li­che Leben ohne Schwie­rig­keit?“ — Pah! — Man ver­glei­che das mit den eige­nen Aus­sa­gen von 2004 und 2010, s. oben!)

    Nun haben aber Bf. Tis­sier und Wil­liam­son und P. Pfei­fer u. Chazal mas­siv und MIT RECHT genau die­se Unter­stel­lung unter die Bischö­fe in einer Per­so­nal­prä­la­tur kri­ti­siert!

    Aber auf dem Gene­ral­ka­pi­tel dann das Desa­ster, dass man die Exemp­ti­on von den Bischö­fen nicht als eine abso­lut not­wen­di­ge Bedin­gung sine qua non auf­ge­stellt hat (erste drei) son­dern nur als WÜNSCHENSWERTE, aber ver­zicht­ba­re (letz­te drei)!!

    Nun habe erneut MIT RECHT Bf. Wil­liam­son und PP. Pfeif­fer, Chazal etc. dies kri­ti­siert — Bf. Tis­sier lei­der nicht mehr, denn der saß ja nun (wie­der) mit im Boot!

    Aber die Ver­wir­rung ist noch nicht zu Ende, Nun kommt ja erst der Clou.

    In sei­nem berühm­ten New Ham­burg — Vor­trag rudert Fel­lay zurück, ja macht erneut eine 180-Grad-Wen­de! Er gibrt den Kri­ti­kern qua­si Recht und gesteht qua­si einen Feh­ler des Gene­ral­ka­pi­tels ein (!!) — aber eben echt Fel­lay: „qua­si“ — bzw. er gesteht natür­lich kei­nen Feh­ler ein, gibt zumin­dest kei­nen ehr­lich zu. Son­dern, und das muss man sich auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen, ver­sucht wie folgt die Kri­tik abzu­schmet­tern, wäh­rend er dabei eigent­lich zugibt, die Kri­tik war voll­auf berech­tigt (ich bin zutiefst beschämt ob die­ses Ver­hal­tens Fel­lays):
    Er sagt, dass es eigent­lich abso­lut not­wen­dig sei, von den Bischö­fen völ­lig unab­hän­gig zu sein.
    (Forts. folgt)

  25. @dspecht
    Es war die Inter­net­sei­te von Micha­el Char­lier, der gestern pau­schal den Vor­wurf des Sedis­va­kan­tis­mus erhob, die damals eine anony­me Mel­dung ver­öf­fent­lich­te, wonach die Bischö­fe vor­hät­ten, sofort nach der Aner­ken­nung der FSSPX als Per­so­nal­prä­la­tur alle Kapel­len, Prio­ra­te als ver­bo­ten in ihrer Diö­ze­se zu erklä­ren. Ich erin­ne­re mich, es war um die Zeit her­um, als von einer bevor­ste­hen­den Eini­gung aus­zu­ge­hen war. Ich erin­ne­re mich wei­ter, mich des­we­gen mit einem Blog­ger gestrit­ten zu haben, ich hielt das für unmög­lich. Mir wur­de nach­ge­wie­sen, dass eine Per­so­nal­prä­la­tur kei­nen Schutz bie­ten kann.
    Damals bekam ich wirk­lich Angst. Ich wuss­te, der Bischof „mei­ner“ Diö­ze­se macht alles, um die über­lie­fer­te Mes­se zu ver­hin­dern. Ich fing in mei­ner Hilf­lo­sig­keit an zu rech­nen: Es ist viel zu teu­er. Wenn die Kir­chen und Kapel­len nicht mehr benutzt wer­den dür­fen, muss er eine Ent­schä­di­gung zah­len, sie gehö­ren ja nicht der Diözese…Das war mein Hin­ter­grund für den Satz in mei­nem Kommentar…Weil ich damals noch nicht in die „Pius-Kapel­le“ ging, es aber fest vor­hat­te, habe ich nicht gewagt, als völ­lig Frem­de den Pri­or anzu­ru­fen und ihn zu fra­gen, wie es wei­ter­geht. Es war ein ziem­lich übles Gefühl…
    Ich hof­fe, dass die­ser Stress in abseh­ba­rer Zeit vor­bei­geht. Ich glau­be es erst, wenn Rom die Eini­gungs­ge­sprä­che für been­det erklärt…

  26. (Forts.)

    Er gibt offen zu, dass die­se Exemp­ti­on eigent­lich ein Bedin­gung sine qua non hät­te sein müs­sen (also, denkt jeder logisch den­ken­de Mensch: ok., Fel­lay sieht jetzt ein, dass er einen — wei­te­ren — Feh­ler gemacht hat u auch das Gene­ral­ka­pi­tel und dass die Kri­ti­ker wie Wil­liam­son eigent­lich Recht hat­ten u sagt sor­ry und kor­ri­giert den Feh­ler. Aber nein, Ach­tung was folgt:)

    Er sagt (ab 0:48:40) „…that point has been gran­ted, what means our apo­sto­la­te woud be inde­pen­dent from the bishops. That´s why in the con­di­ti­ons which have posed during the Chap­ter you find this point in the less important. Its one of the major. But as we alrea­dy got it we did not empha­zi­se it. Becau­se we alrea­dy have it, you see?!“ — Unab­hän­gig­keit von den Bischö­fen wur­de uns gewährt. Das ist der Grund, war­um man die­sen Punkt im Gene­ral­ka­pil­tel unter den WENIGER WICHTIGEN (!!) fin­det. Es ist einer der WICHTIGEN (!!). ABER da wir ihn ja bereits ERHALTEN haben, haben wir ihn nicht betont. Weil wir ihn ja schon HABEN, sie ver­ste­hen?!“

    Man sieht die Tak­tik Fel­lays — war­um streut er Sand in die Augen der Gläu­bi­gen. War­um?? („Dama­ge con­trol“, wie man im Eng­li­schen sagt)

    Es ist so beschä­mend für mich — ich schä­me mich wirk­lich, ich habe frü­her den Obe­ren ver­traut, sie immer für auf­rich­tig gehal­ten, u nun das (das war ja nicht die ein­zi­ge Unwahr­heit oder Ver­dre­hung der Wahr­heit in den letz­ten Mona­ten).
    Denn hier stimmt ja gleich dop­pelt etwa nicht:

    1. Wir HABEN ja noch gar nichts, denn es ist ja noch gar kein Abkom­men unter­zeich­net (oder hat Fel­lay dies schon heim­lich getan?). Es ging doch i Gene­ral­ka­pi­tel um Bedin­gun­gen für d ZUKUNFT. Wie kann ich da sagen, ich brau­che e der wich­tig­sten Punk­te nicht zu beto­nen, weil wir ihn eh schon hät­ten?!?!!!

    2. Das stimmt ja gar nicht — wir haben von Rom ja gar kei­ne völ­li­ge Unab­hän­gig­keit „erhal­ten“, son­dern nur ein Per­so­nal­prä­la­tur — was Fel­lay ja offen zugibt, s.oben DICI!!
    Aber „seit wann ist das Leben ohne Pro­ble­me?“!! Puh!

    • Könn­te viel­leicht gemeint gewe­sen sein, dass es beab­sich­tigt war, die FSSPX als Per­so­nal­prä­la­tur inner­halb eines exemp­ten Per­so­nal­or­di­na­ria­tes der Tra­di­ti­on zu errich­ten?

      • Nein, kann nicht sein — sonst hät­te Fel­lay ja nicht im DICI-Inter­view (s. oben gesagt — und auch dort habe ich es fett her­vor­ge­ho­ben):

        „Trotz­dem bleibt wahr – und dies ist das Kir­chen­recht –, daß für die Eröff­nung einer neu­en Kapel­le oder für die Grün­dung eines Wer­kes die Erlaub­nis des Orts­or­di­na­ri­us not­wen­dig wäre. Selbst­ver­ständ­lich haben wir Rom vor Augen gehal­ten, wie schwie­rig unse­re gegen­wär­ti­ge Lage in den Diö­ze­sen ist, und Rom arbei­tet noch an dem Pro­blem. Hier und dort wird es wirk­lich eine Schwie­rig­keit geben, aber seit wann ist das christ­li­che Leben ohne Schwie­rig­keit?

        Es geht kla­rer­wei­se nicht um ein Ordi­na­ri­at. Das gibt Fel­lay offen zu.

  27. Mein Vor­satz war, mich strikt aus den Iner­na der Pius­bru­der­schaft her­aus­zu­hal­ten. Aber das unter­mi­niert das Ver­trau­en.
    Ich ver­ste­he das nicht: Es ist unbe­greif­lich. Auf sol­chen Win­kel­zü­gen kann kein Segen ruhen. Das sind doch „Grund­ge­set­ze des geist­li­chen Lebens“, die man nicht über­tre­ten darf.

    • Rich­tig, cup­pa -

      das ist es auch, was mir ENDGÜLTIG die Augen geöff­net hat — nach dem ersten eye-ope­ner der Ernen­nung Mül­lers und dem zwei­ten und den wei­te­ren, als ich des­sen Tex­te und dann auch noch­mal die von Ben­de­dikt-Ratz­in­ger und von di Noia etc. stu­diert habe.

      Und in der Tat (und das an alle aber bes. an Armin):

      Nach den „Grund­ge­set­zen des geist­li­chen Lebens“ bzw. den Regeln zur Unter­schei­dung der Gei­ster ist EINDEUTIG klar, wo hier der Gute geist wirkt und wo nicht.

      Denn Sie, lie­ber Armin, haben mich und ande­re ja immer wie­der dar­auf hin­ge­wie­sen, gera­de die­se Unter­schei­dung der Gei­ster vor­zu­neh­men und auch den dia­bo­los ins Spiel gebracht (aller­dings auf die Wil­liam­son-Frak­ti­on bezie­hend).

      Nun habe ich aber mehr­fach erlebt wie Fel­lay und ande­re Obe­re — eben immer wie­der, nicht nur als Ein­zel­fall oder Aus­rut­scher — mit Unwahr­hei­ten, Ver­dre­hun­gen der Wahr­heit, Unter­stel­lun­gen etc. gear­bei­tet haben.

      Wäh­rend ich bei Wil­liam­son und Pfeif­fer und Chazal etc. immer, ohne Aus­nah­me, nur kla­re, sach­be­zo­ge­ne, ehr­li­che, offe­ne, gerad­li­ni­ge, direk­te — wenn auch z.T, har­te, schar­fe, aber nie fal­sche, ver­dre­hen­de oder unter­stel­len­de — Aus­sa­gen und Hand­lungs­wei­sen erlebt habe. Alles doku­men­tier­bar.
      (Bei ihnen herrscht der kla­re [wenn auch bis­wei­len deut­li­che und har­te Ton) des Erz­bi­schofs vor. Gera­de her­aus, direkt, ehr­lich.)

      Und somit ist nach den Regeln zur Unter­schei­dung der Gei­ster EINDEUTIG klar, wo der Gute Geist, der GEIST GOTTES, ist und wo nicht.
      EINDEUTIG!

  28. F. wird in dem oben zit. NewHam­burg-Vor­trag ja übri­gens noch deut­li­cher:

    Nach dem oben bereits Zitier­ten „..Es ist einer der WICHTIGEN (!!). ABER da wir ihn ja bereits ERHALTEN haben, haben wir ihn nicht betont. Weil wir ihn ja schon HABEN, sie ver­ste­hen?!“ fährt er unmit­tel­bar fort:
    It does not mean that it is less important. No. It´s VERY IMPORTANT. MAJOR. If we don´t have it, no way to go in –
    das meint nicht, dass es weni­ger wich­tig wäre. Nein. Es ist (sogar) SEHR WICHTIG, ÄUßERST WICHTIG [MAJOR]. Wenn wir dies nicht bekom­men dann kön­nen wir nicht ein­tre­ten.“

    Also, wir bekom­men erklärt, dass d For­de­rung nach der Exemption,der Unab­hä­nig­keit von d Bischö­fen, i Gene­ral­ka­pi­tel nur unter d WENIGER WICHTIGEN ein­ge­reiht wur­de

    Dann bekom­men wir erklärt, dass der Punkt in Wirk­lich­keit aber ÄUßERST WICHTIG sei, ja eine con­di­tio sine qua non!

    (So, denkt der Logi­ker: Ergo war es e Feh­ler vom Gene­ral­ka­pi­tel, man hät­te es dort unter die ersten, näm­lich die abso­lut not­wen­di­gen sine-qua-non Bedin­gun­gen ein­rei­hen müs­sen, statt unter die weni­ger wich­ti­gen, nicht not­wen­di­gen. Und Fel­lay sieht das nun ein, gibt den Kri­ti­kern Recht, kor­ri­giert den Feh­ler [und ent­schul­digt sich a evtl. bei den Kri­ti­kern, die hier recht lagen]
    aber nein, weit gefehlt — es geht fol­gen­der­ma­ßen wei­ter:)

    Schließl bekom­men wir erklärt, dass es den­noch legi­tim war, die­se For­de­rung (die ja eigent­lich eine abso­lut not­wen­di­ge sein müss­te, eine zuhöchst wich­ti­ge) auf dem Kapi­tel nur unter die weni­ger wich­ti­gen, nicht not­wen­di­gen ein­zu­rei­hen:
    weil wir die­se Exemp­ti­on ja bereits hät­ten!! — „Hä?!?“ möch­te man sagen — „habe ich mich viel­leicht ver­hört?!“.
    Nein, lei­der nicht!

    Und wie eben zitiert: dass d Bedin­gung a d Kapi­tel unter die weni­ger wich­ti­gen ein­ge­reiht wur­de bedeu­te kei­nes­wegs, dass sie weni­ger wich­tig sei!

  29. Ich könn­te wie gesagt wei­te­re Bei­spie­le von Ver­dre­hun­gen der Wahr­heit, Unter­stel­lun­gen etc. brin­gen. Aber mich beschämt es sehr und ich bin wie gesagt auch schockiert, da ich bei­lei­be kein blin­der Anhän­ger Wil­liam­sons war (und auch wei­ter nicht bin) und eher den Obe­ren ver­traut habe und arg­wöh­nisch gegü Wil­liam­son war. Aber ich muss­te mei­ne Hal­tung auf­grund vie­ler Fak­ten revi­die­ren — beschä­men­der, schockie­ren­der Fak­ten, die ich selbst vor einem drei­vier­tel Jahr kaum für mög­lich gehal­ten hät­te und Kri­ti­kern dies­be­züg­lich viel­leicht auch erst mal miss­traut hät­te,
    Wenn die Fak­ten weni­ger klar wür­den, wür­de ich auch selbst mein Urteil wei­ter­hin zumin­dest zurück­hal­ten. Aber sie sind lei­der klar.
    Da es aber wie gesagt so beschä­mend ist und ich auch müde bin, nun erst mal kein wei­te­rer Kom­men­tar.
    Ich kann aber gern bei Gele­gen­heit noch wei­te­re Bele­ge posten, von ein­deu­ti­gen Unter­stel­lun­gen, Unwahr­hei­ten, Stroh­män­nern, etc. durch die Obe­ren.
    Gera­de auch was man Wil­liam­son oder Pfeif­fer unter­stellt hat — so unglaub­lich, dass ich ver­ste­hen kann, wenn vie­le das nicht glau­ben, nicht wahr­ha­ben, wol­len und mich daher als mie­sen Scharf­ma­cher oder Kri­ti­kaster anse­hen.
    Daher bei Gele­gen­heit dann eben noch das ein oder ande­re Bei­spiel, um objek­ti­ve Fak­ten spre­chen zu las­sen.

  30. Btw. (wie der Bri­te oder Ami sagt):

    Wenn Bf. Fel­lay (s. oben) uns sagt: dass d Bedin­gung a d Kapi­tel unter die weni­ger wich­ti­gen ein­ge­reiht wur­de bedeu­tet kei­nes­wegs, dass sie weni­ger wich­tig ist

    - dann ist das ja schon fast eine Her­me­neu­tik a la Mül­ler, di Noia oder Can­tala­mes­sa!
    Oder Bene­dikt-Ratz­in­gers. Denn hier wird das Gene­ral­ka­pi­tel ja einer Art „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät unter­wor­fen“ und wer­den Wider­sprü­che ein­fach weg­in­ter­pre­tiert, Din­ge wer­den ein­fach umin­ter­pre­tiert oder ver­tuscht.…

    Ja, lie­be cup­pa, kaf­ka­esk, fast zum Lachen!!

  31. @D.Specht
    Bischof Wil­liam­son ist — für mich — über­haupt kei­ne Alter­na­ti­ve. Ich kann nicht bestrei­ten, dass er ein guter Theo­lo­ge ist, dass er Gläu­bi­gen mit sei­ner Theo­lo­gie ein guter Weg­wei­ser war und viel­leicht auch noch ist.
    Aber was für eine Per­sön­lich­keit hat er? Er wuss­te bei sei­ner Intel­li­genz, wie sei­ne Ver­harm­lo­sung des Holo­caust ankommt, . Dann woll­te er sich von einem bekannt rechts­ra­di­ka­len Anwalt ver­tei­di­gen las­sen, das war eine bewuss­te Pro­vo­ka­ti­on! Eine zah­len­mä­ßig so klei­ne Prie­ster­bru­der­schaft kann dadurch in eine Exi­stenz­kri­se gera­ten. Auf Prie­ster­amt­skan­di­da­ten wirkt das doch abschreckend…
    Ich eig­ne mir gera­de das gesell­schaft­lich-poli­ti­sche Den­ken des Erz­bi­schofs an. Nichts ist anspruchs­vol­ler, nichts strengt mich mehr an. Ich bin gezwun­gen, mei­ne selbst­ver­ständ­lich poli­tisch-libe­ra­len Vor­stel­lun­gen über Bord zu wer­fen. Es strengt wirk­lich wegen der unglaub­li­chen Dif­fe­ren­ziert­heit der Posi­tio­nen des Erz­bi­schofs an, die von sei­ner tie­fen Fröm­mig­keit bestimmt sind. Nach einem gro­ben Sche­ma könn­te man sagen, sie sind „Rechts.“ Doch das Sche­ma ist viel zu grob. Es passt nicht. Und die Posi­tio­nen Wil­liam­sons des­avou­ie­ren die­je­ni­gen des Erz­bi­schofs, sie kari­kie­ren sie in denk­bar übel­ster Wei­se. Sie ver­zer­ren sie ins nicht mehr Erkennbare.Einen schlech­te­ren Dienst konn­te er dem Erz­bi­schof nicht erwei­sen.
    Der­zeit wirkt die FSSPX fast füh­rungs­los — auf mich. Pius.info, nie aus­fal­lend, immer sach­lich-kri­tisch, seit­dem ich es anklicke, wirkt immer pro­fil­lo­ser. Vor einer Woche hat Bischof Tis­sier de Mal­lerais nie­de­re Wei­hen in Zaitz­ko­fen vor­ge­nom­men. Eine Pre­digt hier­zu fin­de ich nicht. Ich glau­be nicht, dass er nicht gepre­digt hat. Hat­te sie zu viel Pro­fil, ein paar Kan­ten, die ins Weich­zeich­ner-Bild der­zeit nicht pas­sen? ist sie der Zen­sur zum Opfer gefal­len? Ich weiß es nicht, viel­leicht hat der Bischof gar nicht gepre­digt, obwohl ich das unge­wöhn­lich fin­de.
    Viel­leicht ver­han­delt der GO ja heim­lich wei­ter mit Rom und die­se Pre­digt stört?

  32. Fort­set­zung
    Ich weiß es nicht, es ist rei­ne Spe­ku­la­ti­on. Alles ist Spe­ku­la­ti­on. Nie­mand von den Gläu­bi­gen darf etwas zum Stand der Ver­hand­lun­gen mit Rom wis­sen. Viel­leicht dient auch die­se Mel­dung, über die wir uns hier aus­tau­schen, der Des­in­for­ma­ti­on? Viel­leicht erfolgt gar kei­ne Ant­wort jetzt?
    Gläu­bi­ge müs­sen nicht alles wis­sen, dar­auf haben sie kein Anrecht. Aber seit sie­ben Mona­ten über­haupt nichts SUBSTANTIELLES zu hören, nach­dem vor­her Rosen­kranz­kreuz­zü­ge aus­ge­ru­fen waren, fin­de ich ziem­lich beun­ru­hi­gend. Gläu­bi­ge scheint das jetzt nichts mehr anzu­ge­hen. Die­se Ein­stel­lung hat­te Erz­bi­schof Lef­eb­v­re nicht. Er hät­te es den Gläu­bi­gen ehr­lich gesagt, wenn eine Situa­ti­on zu pre­kär ist, um dar­über öffent­lich zu spre­chen. Aber gab es jemals solch eine Ver­wor­ren­heit wie der­zeit? Ich den­ke nicht. Nicht unter Erz­bi­schof Lef­eb­v­re.

  33. Nach­trag:
    Die Pius-Bischö­fe haben das Pre­di­gen viel­leicht auf­ge­ge­ben. Wenig­stens nach der Home­page des deut­schen Distrikts. Bischof de Galar­re­ta hat im Dezem­ber in LaRe­ja Wei­hen gespen­det. Es gibt nur Bil­der. Scha­de. Ich habe sehr ger­ne die Pre­dig­ten der Bischö­fe gele­sen oder gehört. Wegen der Theo­lo­gie. Die sich so wohl­tu­end von der Theo­lo­gie der „Kon­zils­bi­schö­fe“ abhebt…Wenn man die Jahr­zehn­te gehört hat, besteht wirk­lich Nach­hol­be­darf…
    Ich täu­sche mich doch hof­fent­lich nicht? Ich habe doch sonst die Pre­dig­ten der Bischö­fe Tis­sier de Mal­lerais und de Galar­re­ta gefun­den…

  34. Nach­trag II
    D.Specht, wäh­rend des Schrei­bens ent­wickeln sich Vor­stel­lun­gen, ich fah­re fort: Egal wie man zu Bischof Wil­liam­son steht, der inhalt­lich dog­ma­tisch viel­leicht sehr treu gegen­über Erz­bi­schof Lef­eb­v­re war, sei­ne Form des Wider­stands war unmög­lich. Er hat sich selbst raus­ge­ke­gelt, sich selbst aus dem Spiel genom­men. Die­se Form der Aus­ein­an­der­set­zung hät­te der Erz­bi­schof garan­tiert ver­ur­teilt.
    Es blei­ben noch die bei­den Bischö­fe als Hoff­nungs­trä­ger. Um der Ver­ant­wor­tung für das Bestehen der Prie­ster­bru­der­schaft gerecht zu wer­den, müs­sen sie äußerst vor­sich­tig sein. Eine Spal­tung mit einer star­ken Min­der­heit könn­te die FSSPX in den Ruin trei­ben. Alle Bischö­fe wis­sen das, auch der GO. Und die ande­ren Obe­ren. Ich fürch­te, wir befin­den uns in einer Patt-Situa­ti­on. Sie darf nicht vor­zei­tig ver­las­sen wer­den. Eine Tren­nung ist wirk­lich der aller­letz­te Aus­weg.
    Ich wünsch­te, das alles wäre nur ein Alp­traum.

    • Daß Bischof Wil­liam­son sich selbst aus der Pius­bru­der­schaft raus­ge­ke­gelt habe, ist nicht wahr. Bei allen sei­nen Taten muß immer bedacht wer­den, was die­sen an Miß­hand­lun­gen an Bischof Wil­liam­son durch den GO und ande­ren vor­aus­ging. Erz­bi­schof Lefèbvre wäre nie­mals mit Weih­bi­schof Wil­liam­son der­art schä­big umge­gan­gen wie Fel­lay und ande­re das taten.

    • Lie­be cup­pa,

      auch ich muss aufs Deut­lich­ste hier wider­spre­chen, dass sich Bf. Wil­liam­son selbst aus der Bru­der­schaft geekelt hät­te.
      See­feld hat hier Recht.
      Auch wenn ich vie­ler Ihrer Aus­sa­gen zustim­men kann, gera­de auch in dem posting vom 5.56 — so müss­te man eini­ges doch mehr dif­fe­ren­zie­ren und eini­ges kann man eben nicht so ste­hen las­sen. Aber das in aller gebo­te­nen Aus­führ­lich­keit zu tun ver­bie­tet der Raum hier und auch mei­ne Zeit.
      Wie Sie zumin­dest rich­tig andeu­ten — egal wie unan­ge­bracht oder unan­ge­mes­sen Äuße­run­gen Wil­liam­sons zu histo­ri­schen Fra­gen gewe­sen sein mögen oder auch nicht, theo­lo­gisch-phi­lo­so­phisch ist er der Ver­wal­ter des Erbes des Erbisch­hofs.

      Auch ich kann nur drin­gendst emp­feh­len, sei­ne Wer­ke, Rund­brie­fe und Vor­trä­ge zu lesen, ja zu stu­die­ren, wie es oben schon jemand emp­foh­len hat.

      Und dass er sich selbst raus­ge­ekelt hat etc. kann man eben nicht so ste­hen las­sen. Der Streit ging um ganz tief lie­gen­de Din­ge, näm­lich exakt um die Grund­aus­rich­tung der Bru­der­schaft (eher libe­ral und bereit, ein Abkom­men mit Rom zu schlie­ßen und auf Schmu­se­kurs mit der Welt zu gehen oder anti­li­be­ral mit allen Kon­se­quen­zen). Man vgl. den offe­nen Brief Wil­liam­sons, der den Nagel auf den Kopf trifft:

      http://www.katholisches.info/2012/10/25/offener-brief-von-bischof-richard-williamson/

      (Aller­dings ist der Brief stel­len­wei­se schlecht über­setzt; so muss es etwa nicht „schim­me­li­gen Dach­bo­den in Lon­don“ hei­ßen, son­dern „um in einer Dach­ge­schoss­woh­nung in Lon­don zu ver­gam­meln [ver­schim­meln]“)

  35. Ups, sehe gera­de, hieß ja „raus­ge­ke­gelt“.
    Aber ändert sach­lich nichts, ja kommt mei­nem Urteil eher noch ent­ge­gen:

    Er hat sich sicher nicht selbst raus­ge­ke­gelt, son­dern ist raus­ge­ke­gelt wor­den. Dass, was er dazu bei­getra­gen hat, war mehr als not­wen­dig.

    Es ist wie beim Erz­bi­schof: Auch ihm könn­te man ja vor­wer­fen — und vie­le haben das ja auch oder tun es noch — , dass er sich selbst aus der Kir­che raus­ge­ke­gelt habe und auch selbst Schuld sei, wenn er exkom­mu­ni­ziert wur­de etc.
    Nur dass sei­ne Taten eben not­wen­dig waren und daher ihn kei­ne Schuld trifft, wenn er von Rom raus­ge­ke­gelt wird!

    • Wenn es so ist, und ich kann es inhalt­lich nicht bestrei­ten, weil ich sei­ne Schrif­ten nicht ken­ne, war­um hat er dann dem Gene­ral­obe­ren das gol­de­ne Tablett gereicht, auf dem die­ser den Aus­schluss legen muss­te? Man kann nicht in einer reli­giö­sen Gemein­schaft ‚von Fel­lay und sei­ner Ban­de‘ spre­chen, die zu stür­zen seien.Man kann es den­ken, wün­schen, aber man muss ver­su­chen, sei­ne Aggres­sio­nen im Gebet, in der Beich­te zu rei­ni­gen. Man muss „über­na­tür­li­che Mit­tel anwen­den“, mahn­te der Erz­bi­schof immer wie­der. Dann läuft auch die not­wen­di­ge Aus­ein­an­der­set­zung nicht aus dem Ruder.
      Bf.Williamson hat nicht in Lon­don leben müs­sen wegen sei­ner Ein­stel­lung Rom gegen­über, son­dern wegen der Holo­caust-Ver­harm­lo­sung. Es war kein Zei­chen der Reue, dann noch den Anwalt wech­seln zu wol­len und sich durch einen Anwalt ver­tre­ten­zu las­sen, der bekannt rechts­ra­di­kal ist. Bf. Fel­lay muss­te ihm mit dem Aus­schluss dro­hen, damit er davon Abstand nahm. Soll­te über die Pius­bru­der­schaft schon wie­der eine Skan­dal- Lawi­ne nie­der­ge­hen? Wie soll­te in die­sem Fall der Gene­ral­obe­re reagie­ren? Ich sehe kei­ne Lösung, als ihm kein öffent­li­ches Amt mehr anzu­ver­trau­en.

      War­um die­se unglück­se­li­ge Ver­bin­dung zwi­schen Rechts­ra­di­ka­lis­mus und Pius­bru­der­schaft her­stel­len, die es gar nicht gibt? Was ver­an­lasst einen Bri­ten, die NS-Ver­bre­chen zu ver­harm­lo­sen? Und das als Bischof der Pius­bru­der­schaft?

      Erz­bi­schof Lef­eb­v­re hat immer gefor­dert, man müs­se sich per­sön­lich im Griff haben. Und alle Zeug­nis­se, die ich lese, bestä­ti­gen, dass er ein Mann von hoher Selbst­be­herr­schung war, ein Mann, der Herr sei­ner selbst war.
      Wer sei­nen Obe­ren als „Ban­den­häupt­ling“ in aller Öffent­lich­keit dar­stellt, muss die Kon­se­quen­zen tra­gen. Scha­de, dass Bf. Wil­liam­son die­se unak­zep­ta­blen Mit­tel der Aus­ein­an­der­set­zung gewählt hat. Den­ke ich…

      • Ich habe doch schon frü­her geschrie­ben, daß die­ses „Fel­lay und sei­ne Ban­de“ dem Aus­schluß Bischof Wil­liam­sons von dem Gene­ral­ka­pi­tel folg­te.

        Die­ser Aus­schluß war ‑wie auch schon gezeigt- ein kla­rer Bruch der Sta­tu­ten der Pius­bru­der­schaft, denen zufol­ge zu den Gene­ral­ka­pi­teln auch die Weih­bi­schö­fe ein­zu­la­den sind. Bischof Wil­liam­son war damals Pius-Weih­bi­schof, also wäre er ein­zu­la­den gewe­sen. Und die­se sta­tu­ten­wid­ri­ge Aus­la­dung war ja kei­nes­wegs die erste Infa­mie Fel­lays gegen­über Weih­bi­schof Wil­liam­son. Die Rede von „Fel­lay und sei­ner Ban­de“ war zwar hart, ange­sichts der zahl­rei­chen Fehl­hand­lun­gen Fel­lays gegen­über Weih­bi­schof Wil­liam­son zumin­dest ver­ständ­lich, wenn nicht sogar berech­tigt.

        Denn Fel­lay ver­ging sich ja nicht nur wie­der­holt an Weih­bi­schof Wil­liam­son. Letzt­ge­nann­ter sieht auch die Gefahr, daß Fel­lay die Pius­bru­der­schaft von dem Wege Erz­bi­schof Lefèbvres hin­weg­führt. Die­ser fel­lay­sche Eier­tanz, die­se noto­ri­sche Geheim­nis­tue­rei, eini­ge Hand­lun­gen und Aus­sa­gen Fel­lays geben den Befürch­tun­gen Weih­bi­schof Wil­liam­sons lei­der eini­ge Nah­rung, und zutref­fen­den­falls auch der Bezeich­nung „Fel­lay und sei­ne Ban­de“ die Berech­ti­gung.

        Die­se Geheim­nis­tue­rei — ich kann ja ver­ste­hen, daß die Ver­hand­lun­gen geheim geführt wer­den. Aber Schlüs­sel­do­ku­men­te wie die Prä­am­bel und auch die Ant­wort (nun erfolgt oder immer noch nicht erfolgt? — bei Fel­lay blickt man ein­fach nicht durch) der Pius­bru­der­schaft MÜSSEN ver­öf­fent­licht wer­den. Erz­bi­schof Lefèbvre hät­te kei­ne der­ar­ti­ge Geheim­nis­tue­rei betrie­ben.

        Wie sagt Chri­stus doch so gut und rich­tig: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, alles ande­re ist von Übel.
        Dar­an soll­te sich jeder Christ hal­ten, ein Prie­ster erst recht und noch mehr ein Bischof.

        Was nun die­ses Sich-im-Griff-haben betrifft: Das muß erst ein­mal Fel­lay bei sich selbst ver­wirk­li­chen. Ein Vor­ge­setz­ter, der sich nicht im Griff hat, der für irgend­wel­che eige­ne Zie­le rei­hen­wei­se „Unter­ge­be­ne“ feu­ert und auch die Sta­tu­ten bricht, ver­dirbt sein „Unter­neh­men“.

      • Zu den Aus­sa­gen Bischof Wil­liam­sons über jene dunk­len Jah­re jetzt doch ein­mal etwas:

        Zunächst hat Bischof Wil­liam­son weder die Natio­nal­so­zia­li­sten als sol­che noch die natio­nal­so­zia­li­sti­sche Juden­ver­fol­gung gut­ge­hei­ßen. Er behaup­te­te auch nicht, daß kei­ne Juden unter den Natio­nal­so­zia­li­sten umge­kom­men sei­en. Er bestritt aller­dings, daß Juden mas­sen­wei­se in Gas­kam­mern umge­bracht wor­den sei­en.

        Ver­harm­lo­sung? Hier wur­de auf Bischofs Wil­liam­sons eng­li­sche Her­kunft hin­ge­wie­sen. In Eng­land besteht grö­ße­re Mei­nungs­frei­heit als in Deutsch­land, in Eng­land gibt es bei­spiels­wei­se kei­nen §130. Wer will in Deutsch­land aus­schlie­ßen, daß Bischof Wil­liam­son in Eng­land etwas zu lesen bekam, was in Deutsch­land nicht ver­füg­bar ist?

        In den letz­ten Tagen beschäf­tig­te ich mich etwas näher mit Katyn. Dazu: Im Sep­tem­ber 1939 griff nicht nur Hit­ler, son­dern auch Sta­lin Polen an. Kurz danach ließ Sta­lin bei Katyn und an ande­ren Orten zehn­tau­sen­de pol­ni­sche Offi­zie­re und ande­re pol­ni­sche Intel­lek­tu­el­le ermor­den. Die­ses Ver­bre­chen wur­de von der deut­schen Wehr­macht im Früh­jahr 1943 ent­deckt, wor­auf­hin deut­scher­seits inter­na­tio­na­le Fach­leu­te zur Unter­su­chung nach Katyn ein­ge­la­den wur­den. Und hier bit­te ich den Zeit­punkt zu beach­ten: Früh­jahr 1943 — das heißt, nach Sta­lin­grad, also als die Reichs­wehr auf dem Rück­zug war. Das heißt auch gut ein Jahr nach­dem die Juden­ver­ga­sung begon­nen haben soll.
        Und nun eine Fra­ge an alle Leser: Wie kann das mög­lich sein, daß die Natio­nal­so­zia­li­sten inter­na­tio­na­le Fach­leu­te nach Katyn ein­la­den, um das dor­ti­ge Ver­bre­chen zu unter­su­chen, nach­dem sie seit über einem Jahr selbst noch viel schlim­me­re Ver­bre­chen die­ser Unart began­gen haben sol­len? Wie kann das ins­be­son­de­re zu einem Zeit­punkt gesche­hen sein, als die Wehr­macht auf dem Rück­zug war, also damit gerech­net wer­den muß­te, daß die Rote Armee frü­her oder spä­ter nach Ausch­witz usw. kom­men wür­de und damit die Gefahr bestün­de, daß die dor­ti­gen Ver­bre­chen auf­ge­deckt wür­den?

        Kann dar­auf jmd. über­zeu­gend ant­wor­ten?

      • In Sachen Bischof Wil­liam­son soll­te man außer­dem zwi­schen sei­nen Aus­sa­gen zum Glau­ben und sei­ner Mei­nung zu histo­ri­schen Ereig­nis­sen unter­schei­den.

        Sei­ne Aus­sa­gen zum Glau­ben sind mit sei­nem Bischofs- und Prie­ster­sein ver­bun­den, sei­ne Mei­nung zur natio­nal­so­zia­li­sti­schen Juden­ver­fol­gung ist dage­gen sei­ne Pri­vat­mei­nung. Und ich fin­de, daß man Pri­va­tes und somit auch Pri­vat­mei­nun­gen respek­tie­ren soll­te.

        Und ich fin­de es auch gut, wenn jemand zu sei­ner Mei­nung steht, statt „Ein­sicht“ vor­zu­täu­schen.

        Außer­dem posaun­te Bischof Wil­liam­son sei­ne Mei­nung über die natio­nal­so­zia­li­sti­sche Juden­ver­fol­gung nicht von sich aus her­aus, son­dern beant­wor­te­te damit eine Fra­ge schwe­di­scher Jour­na­li­sten — oder auch Jour­nail­len.

        Hät­te er die Ant­wort ver­wei­gern sol­len? Das wäre sicher „klug“ gewe­sen, aber auch unhöf­lich. Die Fra­ge wur­de übri­gens gestellt, BEVOR die Exkom­mu­ni­ka­ti­ons­er­klä­run­gen gegen die Bischö­fe der Pius­bru­der­schaft auf­ge­ho­ben wur­den. Viel­leicht hät­te Bischof Wil­liam­son anders geant­wor­tet, wenn er von die­ser Exkom­mu­ni­ka­ti­ons­er­klä­rungs­auf­he­bung gewußt hät­te — aus Rück­sicht auf Papst und Pius­bru­der­schaft. Aber von die­ser Auf­he­bungs­er­klä­rung konn­te er damals eben nichts wis­sen.

        Übri­gens: Als der jüdi­sche Hohe­prie­ster unse­ren Herrn Jesus Chri­stus frag­te, ob Chri­stus der Sohn Got­tes sei, ant­wor­te­te Chri­stus auch nicht „klug“, son­dern ehr­lich — im vol­len Wis­sen, was die­ser Ant­wort fol­gen wür­de.

  36. Man kann den Wider­stand Bischof Wil­liam­sons auch anders sehen. Wir wis­sen, dass im Vati­kan Frei­mau­rer und ande­re Fein­de der Kir­che sit­zen. In Fati­ma heißt es, dass Satan bis an die Spit­ze der Kir­che vor­drin­gen wird. So gese­hen kann ich ihn ver­ste­hen, wenn er aus allen Roh­ren schießt und sich kein Blatt vor den Mund nimmt.
    Irgend­wo habe ich die Aus­sa­ge Bischof Fel­lays gele­sen, dass er 2012 unzäh­li­ge Kon­tak­te mit römi­schen Ver­tre­tern hat­te. Ich kann mir vor­stel­len, dass da auch listi­ge und fal­sche Schlan­gen dabei waren, die ihn umgar­nen und ein­fan­gen woll­ten. Auch fühlt er sich dadurch sicher mensch­lich und per­sön­lich gebun­den und kann nicht mehr offen gegen die Irr­tü­mer ankämp­fen.

  37. „Fel­lay und sei­ne Ban­de“

    Mein­te da Bischof Wil­liam­son nicht nur Bischof Fel­lay und sei­ne eng­sten Mit­brü­der, son­dern auch einen gewis­sen Anwalt?

  38. Ich kann nur See­feld bei­pflich­ten — „Bf. Fel­lay and his gang“ ist mehr als berech­tigt und ange­bracht — wenn man bedenkt, was eben „Fel­lay and his gang“ die letz­te Zeit, ja die letz­ten Jah­re getan haben. Und in der Tat, ein Rechts­bruch nach dem ande­ren, eine libe­ra­le Tat nach der ande­ren, eine Unter­stel­lung oder Ver­dre­hung der Wahr­heit nach der ande­ren… (ich habe ja bereits eini­ges davon doku­men­tiert, auch See­feld hat auf wich­ti­ge Din­ge hin­ge­wie­sen. Es gab eben auch ech­te Rechts­brü­che bzw. beu­gun­gen). Wenn man hier nicht berech­tigt ist von einer „gang“ zu spre­chen, dann weiß ich nicht, wann sonst.

    Außer­dem müs­sen Sie beden­ken, dass es in einem infor­mel­len Rah­men war, bei einer mehr­tei­li­gen Kon­fe­renz, und nicht in einer offi­zi­el­len Stel­lung­nah­me.
    Da von „Bf. Fel­lay and his gang“ zu spre­chen ist auf­grund der Fak­ten­la­ge und eben des infor­mel­len, fast fami­liä­ren Rah­mens zumin­dest ver­zeih­lich.

    Aber mehr noch — es war not­wen­dig, dies nicht nur zu den­ken, son­dern auch offen aus­zu­spre­chen. Gut, man hät­te auch sicher einen ande­ren Aus­druck fin­den kön­nen, der etwas sach­li­cher und weni­ger flap­sig ist. Aber wenn Bf. Wil­liam­son etwa „der rechts­beu­gen­de Gene­ral­obe­re und die von ihm ernann­ten rechts­bre­che­ri­schen, ver­leum­de­ri­schen, das Erbe des Erz­bi­schofs ver­ra­ten­den Obe­ren“ gesagt hät­te, wären Sie da wirk­lich zufrie­de­ner gewe­sen? Ist dann nicht das flap­si­ge „Fel­lay and his gang“ nicht letzt­lich sogar fei­ner und zurück­hal­ten­der?! Bf. Fel­lay („and his gang“ — ja, wozu sicher auch ein Anwalt gehört) waren ja umge­kehrt nicht zim­per­li­cher: man ver­glich Bf. Wil­liam­son mit einem Klum­pen Uran.

    Nun, man mag ja der Auf­fas­sung sein, dass der Ver­gleich ganz gut passt. Aber er ist sicher nicht weni­ger infor­mell-flap­sig als der inkri­mi­nier­te. Und die­ser ist zumin­dest nicht weni­ger pas­send als jener!

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