Christ im Iran begnadigt – Ausreise in nächsten Tagen möglich

Iranischer protestantischer Pastor begnadigt(Tehe­ran) Der zum Chri­sten­tum kon­ver­tier­te ame­ri­ka­ni­sche Ira­ner, der laut sei­ner in den USA leben­den Frau im Iran die Todes­stra­fe ris­kier­te, wur­de von Tehe­ran begna­digt. Wie die ira­ni­sche Pres­se­agen­tur Isna berich­te­te, stand der pro­te­stan­ti­sche Pastor Said Abe­dini am Mon­tag der ver­gan­ge­nen Woche vor Gericht. Sein Anwalt teil­te mit, daß sein Man­dant „in den näch­sten Tagen“ gegen Kau­ti­on frei­ge­las­sen wer­de und „den Iran ver­las­sen“ dür­fe.

Abe­dini war ange­klagt, vor 2006 im Iran eine ille­ga­le Haus­kir­che gebil­det zu haben. Die Ankla­ge lau­te­te auf „Gefähr­dung der Staats­si­cher­heit“, wie sein Anwalt Nas­ser Sar­ba­zi erklär­te. Sein Man­dat sei jedoch nie der Spio­na­ge beschul­digt wor­den.

Abe­dini war Ende Sep­tem­ber in sei­nem Eltern­haus ver­haf­tet wor­den. Sein Fall wur­de vom ame­ri­ka­ni­schen Außen­mi­ni­ste­ri­um mit „gro­ßer Besorg­nis“ beob­ach­tet. Sei­ne Ehe­frau gab vor eini­gen Wochen in den USA bekannt, daß ihrem Mann im Iran die Todes­stra­fe dro­he.

Abe­dini war bereits 2009 ein erstes Mal ver­haf­tet wor­den. Nach­dem er sich ver­pflich­tet hat­te, im Iran kei­ne reli­giö­sen Akti­vi­tä­ten mehr zu ent­fal­ten, wur­de er frei­ge­las­sen. Der gebür­ti­ge Ira­ner, der die ame­ri­ka­ni­sche Staats­bür­ger­schaft besitzt, kehr­te dar­auf in die USA zurück. Bis zu sei­ner zwei­ten Ver­haf­tung besuch­te er den Iran neun Mal.

Im Sep­tem­ber war der pro­te­stan­ti­sche ira­ni­sche Pastor Youcef Nadar­k­ha­ni frei­ge­las­sen wor­den, der zuvor wegen sei­ner Kon­ver­si­on vom Islam zum Chri­sten­tum zum Tode ver­ur­teilt wor­den war.

Die Ver­fas­sung der Isla­mi­schen Repu­blik Iran erkennt die „mono­the­isti­schen Reli­gio­nen“, dar­un­ter auch das Chri­sten­tum und das Juden­tum an und „schützt die Kult­frei­heit“. Gleich­zei­tig tole­riert der schii­tisch gepräg­te Iran kei­ne Kon­ver­sio­nen von Mos­lems. Im Gegen­satz zu ande­ren Staa­ten exi­stie­ren im Iran kei­ne Anti-Kon­ver­si­ons­ge­set­ze. Zu Span­nun­gen kann es den­noch kom­men, wie die genann­ten Fäl­le zei­gen. Die letz­te Hin­rich­tung eines Ira­ners wegen Apost­asie vom Islam und Kon­ver­si­on zum Chri­sten­tum erfolg­te laut offi­zi­el­len Quel­len 1990 in Masch­had, als der pro­te­stan­ti­sche Pastor Hos­sein Sood­mand gehängt wur­de.

Die Ver­hält­nis­se im Iran für Chri­sten gel­ten als schwie­rig, sind im Ver­gleich zu eini­gen sun­ni­tisch gepräg­ten isla­mi­schen Staa­ten jedoch ver­hält­nis­mä­ßig gün­stig. Die bei­den Fäl­le der pro­te­stan­ti­schen Pasto­ren waren vom gespann­ten Ver­hält­nis zwi­schen den USA und dem Iran über­schat­tet.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cat­to­li­ci­news

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