In 20 (islamischen) Staaten ist Religionswechsel Straftat – Religionsfreiheit ist nicht nur Kultfreiheit

(New York/Mailand) In 20 Staaten der Welt, alle mehrheitlich islamisch, gelten noch immer Gesetze, die den Religionswechsel vom Islam zu einer anderen Religion als Straftat ahnden und mit zum Teil schwersten Strafen bis hin zur Todesstrafe belegen. Diese Staaten sind: Ägypten, Irak, Jordanien, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen, Afghanistan, Iran, Malaysia, Malediven, Pakistan, Komoren, Mauretanien, Nigeria (die mehrheitlich islamischen Bundesstaaten des Nordens) und Somalia. Wie ein Blick auf die Landkarte zeigt, gehört das gesamte islamische Kerngebiet, allem voran die arabische Halbinsel dazu.

Daran erinnert die Beobachtungsstelle für Religionsfreiheit des italienischen Außenministeriums, die vom bekannten Juristen und Soziologen Massimo Introvigne geleitet wird. Introvigne kommentierte eine soeben vom amerikanischen Studienzentrum PEW Forum veröffentlichte Studie: „Die Studie hat Stärken und Schwächen. Sie ist typisch amerikanisch im Sinne, daß sie auch 32 Staaten kritisiert, in denen Bestimmungen gelten, die lediglich Verwaltungsstrafen gegen Blasphemie und öffentliches Fluchen vorsehen, wie unter anderem auch Italien und andere europäische Staaten. Ebenso kritisiert die Studie 87 Staaten, die Verleumdung der Religion bestrafen. Damit geraten auch Staaten in das Kreuzfeuer der Kritik des amerikanischen Instituts, in denen die Religionsfreiheit in jeder Hinsicht garantiert ist, die aber traditionell ein Verbot des Fluchens und der Beleidigung von Religionen als Gemeinschaften kennen, was das US-amerikanische Recht nicht kennt, das auf eine absolute Meinungsfreiheit pocht.“

Die Studie weise auf die schwerwiegende Nichteinhaltung des Menschenrechts Religionsfreiheit in vielen Staaten hin, relativiere diese Erkenntnis jedoch selbst wieder durch einen zu amerikanischen Blick, der die graduellen Unterschiede im Bereich der Blasphemie nicht anerkennt, sondern zu einseitig auslegt.

Laut Introvigne sei jedoch eine differenziertere Sicht notwendig, um die wirklichen Gefahren für die Religionsfreiheit zu erkennen. Dafür sei eine Unterscheidung zwischen jenen Staaten notwendig, die jedwede Kritik an der vorherrschenden Religion, konkret dem Islam, als Blasphemie mit schwersten Strafen bis hin zur Todesstrafe ahnden, wie dies in Pakistan und Somalia der Fall ist, und jenen Staaten, die auf meist vergleichsweise harmlose Weise wirkliche Blasphemie ahnden, um auch Religionen und Kirchen als Gemeinschaften zu schützen und nicht schutzloser Verunglimpfung auszusetzen.

“Die PEW-Studie bestätigt ansonsten unsere Erkenntnisse, wenn sie kritisiert, daß in vielen Staaten die Religionsfreiheit höchstens als bloße Kultfreiheit garantiert ist, aber zum Beispiel das öffentliche Bekenntnis zu einer anderen Religion als der vorherrschenden verboten oder sogar verfolgt wird und der Religionswechsel als Straftat geahndet wird. Das ist keine wahre Religionsfreiheit.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: koptisch-wordpress

1 Kommentar

  1. Immer noch? Wer den Verlauf des arabischen Frühlings verfolgt, kommt sogar zu dem Schluß, es wird immer schlimmer. Übergriffe auf Christen und Juden, wenn auch nicht gesetzlich verankert, sind in islamischen Staaten an der Tagesordnung. Es gehört vermutlich Courage dazu, das wahre Ausmaß der Religionskonflikte der Gegenwart beim Namen zu nennen. Hingegen widerspricht es der christlichen Ethik und auch der unserer älteren Brüder, andere zu einer Konfession zu zwingen. So stehen sich auf dem Erdball zwei völlig gegensätzliche Kulturen gegenüber. Die eine in grundsätzlicher Bejahung der 10 Gebote, die andere auf der Verwerfung derselben fußend. Die Gegenwart läßt uns das alles schwer durchschauen, weil viele Staaten und Leitkulturen es nicht offensichtlich werden lassen, welcher Seite sie angehören. Für den Einzelnen gilt das Wort Christi: Die Lauen speie ich aus.

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