Arthur Roche, Präfekt des Gottesdienstdikasteriums und erklärter Gegner des überlieferten Römischen Ritus, mit Papst Franziskus, der ihn auf diesen Posten setzte und zum Kardinal kreierte
Leo XIV.

Römische Machinationen in der Liturgiefrage

Das außer­or­dent­li­che Kon­si­sto­ri­um der ver­gan­ge­nen Woche warf ein Schlag­licht auf eine Ent­wick­lung, die vie­le Gläu­bi­ge seit Jah­ren mit Sor­ge beob­ach­ten. Wäh­rend sich die ver­sam­mel­ten Kar­di­nä­le in syn­oda­len Über­le­gun­gen ergin­gen, blie­ben Fra­gen außen vor, die das kon­kre­te kirch­li­che Leben unmit­tel­bar betref­fen. Dazu zählt vor allem die Lit­ur­gie – bemer­kens­wer­ter­wei­se ein The­ma, das ursprüng­lich auf der Tages­ord­nung
Der Passionsweg und das Lauretanische Haus von Řimau laden zu einem Besuch ein.
Liturgie & Tradition

Řimau – ein lebendiges geistliches Juwel in Südböhmen

Im histo­ri­schen Böh­men, dem ein­sti­gen König­reich im Her­zen Mit­tel­eu­ro­pas, befin­det sich im Süden ein beson­de­rer Ort: Řimov, auf deutsch Řimau (aus­ge­spro­chen Rschi­mau, im Deut­schen auch als Rim­au bekannt). Für vie­le klingt das, was sich hier ereig­net hat und noch ereig­net, ganz im posi­ti­ven Sinn wie ein moder­nes Mär­chen. Doch das Schö­ne ist: Es ist wahr.
Papst Leo XIV. mit den zum Konsistorium versammelten Kardinälen am Cathedra-Altar
Leo XIV.

Konsistorium: Und wo blieb die Liturgie?

Edward Pen­tin berich­te­te in einem vom Natio­nal Catho­lic Regi­ster ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel, daß eini­ge Kar­di­nä­le sowie Gläu­bi­ge, die dem über­lie­fer­ten römi­schen Ritus ver­bun­den sind, ihre Besorg­nis dar­über zum Aus­druck gebracht haben, daß die Lit­ur­gie bei dem am 7./8. Janu­ar im Vati­kan tagen­den außer­or­dent­li­chen Kon­si­sto­ri­um in den Hin­ter­grund gedrängt wur­de, nach­dem die Mehr­heit der Kar­di­nä­le dafür gestimmt
Leo XIV., Aufnahme bei den Arbeitsgruppen des Konsistoriums in der Aula Paolo VI
Leo XIV.

Macht und Bedeutung der Bilder

Aus den zahl­rei­chen Bil­dern, die vom Kon­si­sto­ri­um der ver­gan­ge­nen zwei Tage ver­öf­fent­licht wur­den, sei­en zwei her­aus­ge­grif­fen, weil sie auf jeweils eige­ne Wei­se emble­ma­tisch sind: eines, das uns sehr gefällt, und eines, das uns weni­ger gefällt.
Papst Leo XIV. bemühte sich, den Kardinälen zuzuhören, von denen allerdings erwartungsgemäß nur sehr wenige zu Wort kamen, und die Einheit zu betonen. Doch welche Akzente setzte er insgesamt?
Leo XIV.

Leo XIV. zum Abschluß des Konsistoriums „a braccio“

Eine Ana­ly­se von Giu­sep­pe Nar­di Wie gestern ange­kün­digt, ermög­licht erst die Ein­be­zie­hung der Schluß­wor­te von Papst Leo XIV. eine Gesamt­ana­ly­se sei­ner Akzent­set­zun­gen, da in sie auch schon das zwei­tä­gi­ge Kon­si­sto­ri­um ein­ge­flos­sen ist. Der Hei­li­ge Stuhl ver­öf­fent­lich­te die Schluß­wor­te, die vom Papst frei gespro­chen wur­den, wie aus­drück­lich betont wird. Wir haben bereits an ande­rer Stel­le Zwei­fel an
Leo XIV. beim Te Deum im Petersdom zum Abschluß des ersten außerordentlichen Konsistoriums seines Pontifikats
Leo XIV.

Das Konsistorium als Programm – Kollegialität statt Synodalität?

Ein Kom­men­tar von Giu­sep­pe Nar­di Das außer­or­dent­li­che Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um ist been­det, doch es mar­kiert offen­kun­dig kei­nen Abschluß, son­dern den Auf­takt eines neu­en For­mats. Papst Leo XIV. kün­dig­te ein wei­te­res Tref­fen für Ende Juni an, ver­bun­den mit der Absicht, künf­tig jähr­lich mehr­tä­gi­ge Kon­si­sto­ri­en abzu­hal­ten. Die vati­ka­ni­sche Pres­se­stel­le bestä­tig­te dies umge­hend. Was auf den ersten Blick wie ein orga­ni­sa­to­ri­sches
Die Heiligen Drei Könige, die Magi, die Weisen aus dem Morgenland, dargestellt in Sant'Apollinare Nuovo in Ravenna um 600
Hintergrund

Saba und die Heiligen Drei Könige

1271 ver­ließ Mar­co Polo gemein­sam mit sei­nem Vater Nic­colò und sei­nem Onkel Maf­feo Vene­dig, um eine Han­­dels- und Gesandt­schafts­rei­se nach Asi­en anzu­tre­ten, deren Ziel der Hof des Groß­khans Kub­lai Khan war. Kub­lai Khan, ein Mon­go­le und Enkel Dschin­gis Khans, war seit 1260 Groß­khan und seit 1271 Kai­ser von Chi­na; mit ihm begann die Yuan-Dynastie.
Anbetung der Heiligen Drei Könige in Bethlehem
Forum

Die Heiligen Drei Könige und die Epiphanie

Von Cri­sti­na Sic­car­di* Bei sei­ner Geburt offen­bar­te sich unser Herr in Beth­le­hem der Welt, blieb dann jedoch ver­bor­gen in Ägyp­ten zur Zeit des Kin­der­mords und kehr­te nach Hau­se zurück, wo er sich im pri­va­ten Rah­men der hei­li­gen Fami­lie in Naza­reth auf­hielt – abge­se­hen von der Epi­so­de, in der er sich von der hei­li­gen Mut­ter und
Forum

Kommunismus und Antikommunismus in einer entscheidenden Stunde der Geschichte

Von Rober­to de Mat­tei* Die ent­schei­den­den Stun­den der Geschich­te – jene, in denen Zivi­li­sa­tio­nen zer­fal­len und neu ent­ste­hen – sind stets durch reli­giö­se, kul­tu­rel­le und gesell­schaft­li­che Spal­tun­gen und Pola­ri­sie­run­gen geprägt. Wer jedoch sei­nen Bezugs­punkt in De civi­ta­te Dei des hei­li­gen Augu­sti­nus hat, erkennt, daß die Wur­zel und der Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis jedes Pro­blems in der
Leo XIV. zwischen Kardinälen heute morgen im Petersdom
Leo XIV.

Papst Leo XIV. und das konziliare Koordinatensystem

Eine erste Ana­ly­se von Giu­sep­pe Nar­di Die Anspra­che von Papst Leo XIV. an das außer­or­dent­li­che Kon­si­sto­ri­um vom 7. Janu­ar 2026 ist ein pro­gram­ma­ti­scher Text. Sie defi­niert nicht nur Stil und Selbst­ver­ständ­nis des neu­en Pon­ti­fi­kats, son­dern erlaubt auch eine prä­zi­se Ein­ord­nung sei­nes theo­lo­gi­schen und ekkle­sio­lo­gi­schen Stand­or­tes. Inhalt­lich wie metho­disch bewegt sich die Rede ein­deu­tig inner­halb des kirch­li­chen