Kommunismus und Antikommunismus in einer entscheidenden Stunde der Geschichte

Polarisierung zwischen zwei "Seelenfamilien"


Von Rober­to de Mattei*

Die ent­schei­den­den Stun­den der Geschich­te – jene, in denen Zivi­li­sa­tio­nen zer­fal­len und neu ent­ste­hen – sind stets durch reli­giö­se, kul­tu­rel­le und gesell­schaft­li­che Spal­tun­gen und Pola­ri­sie­run­gen geprägt. Wer jedoch sei­nen Bezugs­punkt in De civi­ta­te Dei des hei­li­gen Augu­sti­nus hat, erkennt, daß die Wur­zel und der Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis jedes Pro­blems in der Theo­lo­gie der Geschich­te liegt, die es ermög­licht, über eine rein kon­tin­gen­te Les­art der Ereig­nis­se hin­aus­zu­ge­hen. Aus die­ser Per­spek­ti­ve sind Kri­sen nicht ein­fach das Pro­dukt wirt­schaft­li­cher oder insti­tu­tio­nel­ler Fak­to­ren, son­dern der Aus­druck einer tie­fer­lie­gen­den Span­nung zwi­schen unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen vom Men­schen und von der Welt.

Nach dem Zusam­men­bruch der Sowjet­uni­on 1991 ver­kün­de­te der Westen den Tod des Kom­mu­nis­mus, als han­de­le es sich um ein end­gül­ti­ges und natur­ge­ge­be­nes Ereig­nis. Der Anti­kom­mu­nis­mus löste sich rasch auf, wäh­rend der Kom­mu­nis­mus ver­sank wie ein Karst­fluß, der aus dem Blick­feld ver­schwin­det, nur um spä­ter mit noch grö­ße­rer Kraft wie­der aufzutauchen.

In die­sem Kon­text ent­stand 1990 auf Initia­ti­ve von Fidel Castro und Igna­cio Lula da Sil­va in Bra­si­li­en das Foro de São Pau­lo: ein sub­ver­si­ves Organ, das geschaf­fen wur­de, um die „Kri­se des Sozia­lis­mus“ nach dem Fall der Ber­li­ner Mau­er zu ana­ly­sie­ren und die inter­na­tio­na­le Lin­ke auf einer neu­en ideo­lo­gi­schen Platt­form zu reor­ga­ni­sie­ren. Fidel Castro erkann­te in Oberst Hugo Chá­vez Frí­as, Prä­si­dent Vene­zue­las ab 2000, einen wah­ren „gei­sti­gen Sohn“, der in der Lage war, eine neue Syn­the­se aus Mar­xis­mus, Natio­na­lis­mus und revo­lu­tio­nä­rem Mythos zu ver­kör­pern. Chá­vez prä­sen­tier­te sich als Bewah­rer des Gei­stes Simón Bolí­vars und deu­te­te das uto­pi­sche Ver­mächt­nis des Befrei­ers in sozia­li­sti­scher und anti­im­pe­ria­li­sti­scher Wei­se um. Der Boli­va­ris­mus ent­wickel­te sich so zu einer Art Zivil­re­li­gi­on, gegrün­det auf die cha­ris­ma­ti­sche Füh­rer­kult­ver­eh­rung, auf die Feind­schaft gegen­über den USA und auf das Ver­spre­chen sozia­ler Erlö­sung durch den revo­lu­tio­nä­ren Staat. Nach Chá­vez’ Tod 2013 trat Nicolás Madu­ro in des­sen Fuß­stap­fen und radi­ka­li­sier­te die ideo­lo­gi­schen Aspek­te, wodurch Vene­zue­la zu einem Labor für post­mo­der­nen Sozia­lis­mus wur­de, gestützt auf bru­ta­le inne­re Repres­si­on und syste­ma­ti­sche Mani­pu­la­ti­on von Infor­ma­tio­nen und Wahlergebnissen.

Zur glei­chen Zeit behiel­ten in Ruß­land die KGB-Kader, die den Zusam­men­bruch der Sowjet­uni­on gesteu­ert hat­ten, die Kon­trol­le über die wesent­li­chen Macht­zen­tren des Lan­des in Poli­tik, Mili­tär und Wirt­schaft. Wla­di­mir Putin, Prä­si­dent der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on seit 2000, belebt den Mythos des „Gro­ßen Ruß­land“ neu und prä­sen­tier­te eine Syn­the­se aus Sta­li­nis­mus und dem wie­der­ent­deck­ten zari­sti­schen Erbe als Sym­bol impe­ria­ler Mis­si­on. Die Inva­si­on der Ukrai­ne im Febru­ar 2022 ist Teil die­ses Pro­jekts, das nicht nur die Erobe­rung des Don­bass zum Ziel hat, son­dern die Rus­si­fi­zie­rung des gesam­ten Lan­des, um es zu einem Vasal­len­staat wie Weiß­ruß­land zu machen.

In Chi­na steu­er­te die Kom­mu­ni­sti­sche Par­tei den Über­gang zu einem prag­ma­ti­schen Neo­kom­mu­nis­mus, der strik­te poli­ti­sche Kon­trol­le mit wirt­schaft­li­cher Öff­nung gegen­über dem west­li­chen Markt ver­band. Der Bei­tritt zur WTO 2001 besie­gel­te die­se Stra­te­gie: Der Kom­mu­nis­mus ver­zich­te­te auf wirt­schaft­li­che Aut­ar­kie, jedoch nicht auf das ideo­lo­gi­sche und repres­si­ve Macht­mo­no­pol. Xi Jin­ping, Gene­ral­se­kre­tär der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei und Prä­si­dent der Volks­re­pu­blik Chi­na, prä­sen­tiert sich als kon­se­quen­ter Umset­zer der Prin­zi­pi­en des Mao­is­mus und Marxismus-Leninismus.

Par­al­lel dazu trat Anfang der 2000er Jah­re der Islam-Mar­xis­mus auf die inter­na­tio­na­le Büh­ne. Auf ope­ra­ti­ver Ebe­ne über­nahm er die ter­ro­ri­sti­schen Tech­ni­ken des Leni­nis­mus, auf kul­tu­rel­ler Ebe­ne die Stra­te­gien des Gram­scis­mus, mit dem Ziel, die inne­re Sta­bi­li­tät des Westens zu unter­gra­ben, noch bevor eine mili­tä­ri­sche Erobe­rung in Betracht gezo­gen wur­de. Der soge­nann­te isla­mi­sche Radi­ka­lis­mus stellt eine Ver­mi­schung der „Phi­lo­so­phie des Korans“ mit der aus dem Westen impor­tier­ten mar­xi­sti­schen revo­lu­tio­nä­ren Pra­xis dar. Mas­sen­mi­gra­ti­on bleibt dabei eine der bevor­zug­ten Waf­fen die­ser Stra­te­gie, die in Ita­li­en in jüng­ster Zeit in den gewalt­tä­ti­gen anti-israe­li­schen Stra­ßen­pro­te­sten ihren auf­fäl­lig­sten Aus­druck gefun­den hat.

Wie könn­te man die welt­wei­te Ver­brei­tung der Irr­tü­mer des Kom­mu­nis­mus nach dem Ver­schwin­den der Sowjet­uni­on leug­nen? Die Stär­ke des Neo­kom­mu­nis­mus in sei­nen viel­fäl­ti­gen Aus­prä­gun­gen liegt nicht mehr in dem Ver­spre­chen einer von den Geset­zen der Geschich­te garan­tiert strah­len­den Zukunft, son­dern in der Fähig­keit, die Kri­sen eines Westens aus­zu­le­gen und zu nut­zen, der nach sei­ner Iden­ti­tät sucht.

Vor die­sem Hin­ter­grund ste­hen sich heu­te zwei Welt­auf­fas­sun­gen zuneh­mend scharf gegen­über und bil­den eine ech­te Zivi­li­sa­ti­ons­al­ter­na­ti­ve. Auf der einen Sei­te ste­hen die­je­ni­gen, die den Kom­mu­nis­mus als ein von der Geschich­te abge­schlos­se­nes Phä­no­men betrach­ten und die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka als den über­le­ge­nen Geg­ner unse­rer Zeit iden­ti­fi­zie­ren – die Ver­kör­pe­rung eines Westens, der als intrin­sisch ver­dor­ben gilt und aller Übel Ursa­che ist. Für sie wer­den „Freun­de“ nicht mehr nach gemein­sa­men Prin­zi­pi­en von Wahr­heit oder mora­li­scher Ord­nung defi­niert, son­dern aus­schließ­lich nach der Oppo­si­ti­on zu Ame­ri­ka und Euro­pa. So rich­tet sich ihre Sym­pa­thie und Bewun­de­rung auf ein hete­ro­ge­nes, aber kon­ver­gie­ren­des Bünd­nis aus Ruß­land, Chi­na, radi­kal-isla­mi­scher Welt, rechts- und links­ge­rich­te­tem Hyper­na­tio­na­lis­mus sowie anti­west­li­chen Bewe­gun­gen aller Kon­ti­nen­te. Jede Kraft, die den Westen schwächt, wird gerecht­fer­tigt oder ent­schul­digt, unab­hän­gig von ihrer tota­li­tä­ren oder offen anti­christ­li­chen Natur.

Auf der ande­ren Sei­te ste­hen die­je­ni­gen, die an die Mög­lich­keit einer christ­li­chen Wie­der­ge­burt Euro­pas und des Westens glau­ben. Sie erken­nen die tie­fe mora­li­sche Kri­se der west­li­chen Gesell­schaf­ten an, leh­nen jedoch die Vor­stel­lung ab, daß die Lösung in ihrer Zer­stö­rung oder Unter­wer­fung unter feind­li­che Mäch­te liegt. Aus die­ser Per­spek­ti­ve wer­den die Ver­ei­nig­ten Staa­ten als histo­risch not­wen­di­ge Prä­senz ange­se­hen, um den poli­ti­schen, kul­tu­rel­len und mili­tä­ri­schen Raum zu sichern, inner­halb des­sen eine Wie­der­ge­burt noch mög­lich ist. Für die Ver­tei­di­ger des Westens bleibt der Haupt­feind der christ­li­chen Zivi­li­sa­ti­on der Kom­mu­nis­mus in sei­nen viel­fäl­ti­gen zeit­ge­nös­si­schen Meta­mor­pho­sen – ein Kom­mu­nis­mus, der nicht mehr in den expli­zi­ten Sym­bo­len des 20. Jahr­hun­derts auf­tritt, son­dern als Metho­de kul­tu­rel­ler Auf­lö­sung, als Tech­nik der Macht­er­obe­rung und als syste­ma­ti­sche Leug­nung jeder natür­li­chen und tran­szen­den­ten Ord­nung wirkt.

Gegen die­se viel­ge­stal­ti­ge Kraft wird ein hybri­der Krieg geführt, auf der einen Sei­te die USA und die EU – trotz aller Schwä­chen – und auf der ande­ren Sei­te ein Ach­sen­bünd­nis all jener, die die west­li­che Ord­nung bekämp­fen. In die­sem aggres­si­ven Geflecht ist neben Ruß­land und Chi­na seit vie­len Jah­ren auch Vene­zue­las Nicolás Madu­ro posi­tio­niert. Vor die­sem Hin­ter­grund erklärt sich die radi­ka­le Diver­genz der Urtei­le über das Ein­grei­fen der USA, das die vene­zo­la­ni­sche Macht­spit­ze tref­fen soll­te. Die einen kri­ti­sier­ten es scharf, bezeich­ne­ten es als Ver­let­zung des Völ­ker­rechts und deu­te­ten jede ame­ri­ka­ni­sche Initia­ti­ve aus­schließ­lich als Aus­druck impe­ria­li­sti­scher Absich­ten; die ande­ren begrüß­ten die Besei­ti­gung einer Per­sön­lich­keit, die nicht nur ihr eige­nes Land zer­stör­te, indem sie es in Hun­ger und Mas­sen­aus­wan­de­rung stürz­te, son­dern auch alle Mit­tel – ein­schließ­lich des Dro­gen­han­dels – ein­setz­te, um die natür­li­che und christ­li­che Ord­nung der bei­den Ame­ri­kas zu untergraben.

Die­se Pola­ri­sie­rung zwi­schen zwei „See­len­fa­mi­li­en“ ist kein neben­säch­li­ches Phä­no­men und wird sich mit der Ver­schär­fung des lau­fen­den hybri­den Krie­ges wei­ter ver­stär­ken, da sie die tief­ste Ebe­ne histo­ri­scher und mora­li­scher Beur­tei­lung berührt. Letzt­lich ver­läuft die Trenn­li­nie durch die Zustim­mung oder Ableh­nung einer Theo­lo­gie der Geschich­te. Auf der einen Sei­te ste­hen jene, die Ereig­nis­se aus­schließ­lich in imma­nen­ten Kate­go­rien inter­pre­tie­ren, alles auf Macht­ver­hält­nis­se, wirt­schaft­li­che Inter­es­sen und geo­po­li­ti­sche Dyna­mi­ken redu­zie­ren. Auf der ande­ren Sei­te lesen die­je­ni­gen, die die Kri­se unse­rer Zeit aus der Per­spek­ti­ve einer über­na­tür­li­chen Geschichts­auf­fas­sung betrach­ten, die Ereig­nis­se als Aus­druck eines tat­säch­li­chen reli­giö­sen Kamp­fes hin­ter den sicht­ba­ren Kon­flik­ten. Und hier erklin­gen nach wie vor mit vol­ler Kraft die Wor­te der noch unvoll­ende­ten Pro­phe­zei­ung von Fati­ma: „Ruß­land wird sei­ne Irr­tü­mer in der Welt ver­brei­ten… Schließ­lich wird mein Unbe­fleck­tes Herz triumphieren.“

*Rober­to de Mat­tei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017, und Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil. Eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, 2. erw. Aus­ga­be, Bobin­gen 2011.

Bücher von Prof. Rober­to de Mat­tei in deut­scher Über­set­zung und die Bücher von Mar­tin Mose­bach kön­nen Sie bei unse­rer Part­ner­buch­hand­lung beziehen.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana

3 Kommentare

  1. Hilft eine sol­che Ana­ly­se? Wenn ja, wem? Mir nicht. Sie klingt so platt: Man neh­me einen gro­ssen Topf, wer­fe alle sehr unter­schied­li­chen Rea­li­tä­ten hin­ein, die sich der US-Hege­mo­nie wider­set­zen, rüh­re alles um und nen­ne das Gericht „Sozia­lis­mus“.
    Man könn­te die Ana­ly­se mit zahl­rei­chen Dif­fe­ren­zie­run­gen und ern­sten Kor­rek­tu­ren im Kern sogar gel­ten las­sen. Sie hilft aber nie­man­dem, weil sie die ande­re Sei­te aus­blen­det. Unser gröss­ter Feind kommt nicht von aussen, nicht aus Chi­na, nicht aus Russ­land, schon gar nicht aus Vene­zue­la… Unser gröss­ter Feind ist unser eige­nes Estab­lish­ment. De Mat­tei ver­sch­eigt, dass ernst­haf­te Ana­ly­ste die EU längst als EUdSSR bezeich­nen. Dass die USA die älte­ste Olig­ar­chie der Welt sind, soll­te sich inzwi­schen auch her­um­ge­spro­chen haben.
    Die Welt gerät aus den Fugen, das ist nichts Neu­es. So ist es, seit es den Men­schen gibt. Aber die Ana­ly­se soll­te, wenn schon, prä­zi­se sein und Ross und Rei­ter nen­nen. Wir haben nicht zuerst einen mili­tä­ri­schen Kampf nach aussen zu füh­ren – schon gar nicht um die von Gross- und Klein­rus­sen bewohn­ten Gebie­te der Ukrai­ne. Wir haben vor allem einen gei­sti­gen Kampf nach innen zu führen.
    Wenn der Blick nach aussen geht, dann müs­sen wir auch so ehr­lich sein und auf­zei­gen, in wel­chem (hohen) Aus­mass der „Wer­te­we­sten“ zum Ent­ste­hen der heu­te uns (angeb­lich) bedro­hen­den Feind­schaf­ten bei­getra­gen hat.
    War­um reden wir von einem Islam-Mar­xis­mus (was bit­te soll das denn sein?), der uns bedroht, erwäh­nen aber mit kei­nem Wort die Regie­run­gen und ihre Hin­ter­män­ner, die seit Jahr­zehn­ten die isla­mi­sche Ein­wan­de­rung nach Euro­pa und Nord­ame­ri­ka fördern?
    Und wer hat den Nah­ost-Kon­flikt pro­vo­ziert? Zur Erin­ne­rung: Der Nahe Osten samt dem Islam lag vor hun­dert Jah­ren am Boden.
    Und wer hat die Volks­re­pu­blik Chi­na zur Gross­macht gemacht? Chi­na lag vor 60 Jah­ren noch am Boden.

    Trump sag­te nach dem Vene­zue­la-Coup: In der west­li­chen Hemi­sp­h­äh­re wird nie mehr jemand es wagen, die Vor­macht­stel­lung der USA her­aus­for­dern. Die­ser Satz ist erstaun­lich ehr­lich. Unehr­lich ist unser euro­päi­sches Estab­lish­ment, denn die­se Maxi­me gilt nicht erst seit jetzt, son­dern gilt in Euro­pa seit Kriegs­en­de, in Latein­ame­ri­ka schon wesent­lich län­ger. Das bedeu­tet, dass kei­ne Nach­kriegs­re­gie­rung in der BRD, in Frank­reich, in Ita­li­en usw. ohne Bil­li­gung der USA regier­te. Und falls doch eine Macht gelang­te, blieb sie dort nicht lan­ge. Das wis­sen alle Regie­ren­den, aber aus­spre­chen tut es kei­ner, geschwei­ge denn Kon­se­quen­zen zei­hen. Dann wür­de der gan­ze Schein zusam­men­bre­chen: Nichts ist es mit der schö­nen Demo­kra­tie, dem Volk als Sou­ve­rän, sou­ve­rä­nen Staa­ten, Selbst­be­stim­mung. Alles ist nur in einem klar abge­steck­ten Rah­men erlaubt, und den Rah­men bestim­men die USA, die Eisen­ho­wers, Nixons, Car­ters, Bushs, Clin­tons, Oba­mas, Bidens, Trumps… Letzt­lich aber die US-Olig­ar­chen. Der Sie­ger (der Stär­ke­re) schreibt die Geschichte.

    Nein, ein­sei­ti­ge Ana­ly­sen füh­ren nur in die Irre. Wer die hal­be Wahr­heit unter­schlägt, ist ein Pro­pa­gan­dist, aber kein Analyst.

  2. Ich stim­me der Grund­the­se von Herrn Prof. de Mat­tei völ­lig zu. Wir leben in der Tat in einer Zeit der Ent­schei­dun­gen. Dabei ist mit den anti-christ­li­chen Kräf­ten an einen Dia­log kaum mehr zu den­ken, weil sich die­se Sei­te völ­lig der Wahr­heit sperrt.
    Dabei wird Euro­pa nicht nur von außen ange­grif­fen wie Herr de Mat­tei rich­ti­ger­wei­se schreibt, son­dern ins­be­son­de­re von innen: von all den NGO‚s, den mei­sten Medi­en, gesell­schaft­li­chen Akteu­ren und den poli­ti­schen Par­tei­en. Aber auch inner­halb der Kir­che voll­zieht sich bekannt­lich der Kampf. So öff­ne­te Papst Fran­zis­kus mit Unter­stüt­zung vie­ler Theo­lo­gen dem Feind etli­che Türen, aber Kom­mu­nis­mus, Frei­mau­re­rei und Islam sind Kolos­se auf töner­nen Füßen. Man sieht es in der aktu­el­len Poli­tik: das rela­tiv klei­ne Isra­el hat den Isla­mis­mus ein gutes Stück weit ent­mach­tet, und die Ukrai­ne, obwohl vol­ler Kor­rup­ti­on, behaup­tet sich vor allem gei­stig, spi­ri­tu­ell gegen den rus­si­schen Angrei­fer. Denn die Ukrai­ne kämpft den gerech­ten Kampf und dage­gen kommt das waf­fen­mäch­ti­ge Ruß­land nicht an: das Putin- Ruß­land hat pein­li­cher­wei­se ver­lo­ren. Nun­mehr hat­te der US-Prä­si­dent Trump den gewis­sen­lo­sen Madu­ro vom Thron gestürzt und zwar mit rela­tiv gerin­gem Auf­wand. Das­sel­be könn­te auch den Macht­ha­bern Chi­nas und des Irans blü­hen: sie sind in der Bevöl­ke­rung iso­liert und haben ledig­lich ihre, letzt­lich unzu­ver­läs­si­gen, bru­ta­len Schlä­ger­trupps auf ihrer Seite. 

    Ein Straf­ge­richt Got­tes wird es geben und man kann sich durch Gebet, den Emp­fang der Sakra­men­te usw. sich sel­ber und hof­fent­li­che vie­le ande­re retten.

  3. Die gro­ße Bot­schaft von Salet­te (1846) ent­hält fol­gen­de Pas­sa­ge: „Im Jah­re 1864 wird Luzi­fer mit einer gro­ßen Men­ge von Teu­feln aus der Höl­le los­ge­las­sen. Sie wer­den den Glau­ben all­mäh­lich aus­lö­schen, selbst in Men­schen, die Gott geweiht sind. Sie wer­den sie in einer Wei­se blind machen, dass die­se Men­schen, falls sie nicht eine beson­de­re Gna­de emp­fan­gen, den Geist die­ser bösen Engel auf­neh­men werden.“

    Und genau hier ist der Hase im Pfef­fer. Es konn­te erst ab 1864 mit dem Kom­mu­nis­mus los­ge­hen, weil die Kraft der gro­ßen Men­ge an Teu­feln noch nicht da war. Am stärk­sten sehen wir den Ein­fluß die­ser bösen Engel gegen­wär­tig bei der Reak­ti­on von Men­schen auf Smart­phones. Ohne die Kraft, ist das, was da über den Bild­schirm flim­mert, kaum mehr als eine net­ter Zeit­ver­treib. Mit der Kraft der bösen Engel wird es zu einer Rea­li­tät, die die ech­te Rea­li­tät über­steigt. Und alles über die­sen mick­ri­gen Bild­schirm der trag­ba­ren „Göt­zen aus Sil­ber und Gold“. 

    Viel frü­her tritt der Kom­mu­nis­mus kraft der bösen Engel in der Welt­ge­schich­te auf. Kom­mu­nis­mus ist ganz ein­fach. Es gibt eine Ideo­lo­gie, einen Feind und ein Ziel. Die Ideo­lo­gie lau­tet: Es gibt kei­nen Gott. Wer nun über­zeugt ist, daß es doch einen Gott gibt, für den ist der Kom­mu­nis­mus sofort been­det. Wenn aber die bösen Engel ins Spiel kom­men, wird das lee­re Gebäu­de der kom­mu­ni­sti­schen Ideo­lo­gie zur läng­sten Pra­li­ne der Welt. 

    Das gewähl­te Ziel des histo­ri­schen Kom­mu­nis­mus ent­sprang der Rea­li­tät: Es gibt nicht genug für alle. Wir müs­sen das ver­tei­len. Wir neh­men es von den Indu­stri­el­len und end­lich ist die Bevöl­ke­rung in einer Situa­ti­on ohne Man­gel. Die­se Rea­li­tät des Man­gels ist aber in der zivi­li­sier­ten Welt ver­gan­gen. Der Lebens­stand­art ist für alle Bevöl­ke­run­gen völ­lig befrie­di­gend. Kein Pro­blem: Dann tau­schen wir das Ziel und ret­ten das Klima. 

    Zuletzt der Feind. Der Feind ist das Volk Got­tes. Das christ­li­che Abend­land. Die Kom­mu­ni­sten, Mus­li­me und Juden haben alle das alte Testa­ment zu Rate gezo­gen und sind zu dem glei­chen Ergeb­nis gekom­men. Das Abend­land ist biblisch gleich­be­deu­tend mit dem Begriff Isra­el. Wel­che Län­der gehö­ren zum Abend­land? Die, in die ein­ge­wan­dert wor­den ist. Die Fein­de Got­tes wis­sen genau, was sie tun. 

    Da wir uns streng auf bibli­schem Ter­ri­to­ri­um befin­den, ist Matt­eis Gedan­ken­ge­bäu­de unzu­rei­chend. Wir müs­sen rea­li­sie­ren, daß hier und jetzt Gott han­delt. Immer wie­der sagt Er uns im alten Testa­ment, Er wird nicht han­deln, ohne uns durch Sei­ne Pro­phe­ten wis­sen zu las­sen was Er tut. Es liegt alles offen vor uns. Die Fein­de Got­tes zit­tern davor, daß das Abend­land so reagiert, wie es die Pro­phe­ten uns auf­tra­gen. Keh­ret um von euren Fre­veln und bit­tet im per­sön­li­chen Gebet um Gna­de. Nur wir dür­fen Ihn Vater nen­nen, weil Jesus uns zu Söh­nen gemacht hat. 

    Die Fein­de Got­tes zit­tern, weil sie gera­de mit ihren Augen erle­ben, was das Süd­reich tut. Die Juden sind umge­kehrt zu Gott und schon zieht der Herr sei­ne stra­fen­de Hand weg. Wun­der über Wun­der ver­nich­ten die vier Köni­ge, die gegen das jüdi­sche Land Isra­el anren­nen. Es liegt kei­nes­wegs an mili­tä­ri­schen Taten oder dem Iron Dome, daß nur die Fein­de getrof­fen wer­den. Gott han­delt mit sei­nem aus­er­wähl­ten Volk. 

    Als erste Nati­on des Abend­lan­des sind gro­ße Bevöl­ke­rungs­an­tei­le der USA zu Gott umge­kehrt. Der christ­li­che Ame­ri­ka­ner weiß, er muß im Namen von Jesus bit­ten. Genü­gend Men­schen wünsch­ten sich einen got­tes­fürch­ti­gen König und sie haben ihn bekom­men. Das Gebet und die Umkehr von den eige­nen Fre­veln hat ihn geholt. Nun, er hat ein ziem­lich gro­ßes Ego und einen lau­ten Mund. Wie er die Got­tes­stra­fe erar­bei­tet hat, daß New York gefal­len ist, wäre eine ande­re Sache. Aber er ist da und die gan­ze Welt zit­tert vor ihm. Was nun noch fehlt, ist die Umkehr des alten Abendlandes. 

    Keh­ret um von euren Fre­veln und bit­tet im per­sön­li­chen Gebet um Gna­de. Hal­tet die Sonn­tags­ru­he ein. Habt ein Herz für Eure Mitmenschen.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*