Leo XIV.

Gründonnerstag im Lateran: Liturgische Rückkehr mit Signalwirkung

Die Ent­schei­dung von Papst Leo XIV., die Mis­sa in Coe­na Domi­ni am Grün­don­ners­tag wie­der in der Late­ran­ba­si­li­ka zu zele­brie­ren, mar­kiert eine stil­le, aber unüber­seh­ba­re Zäsur. Nach Jah­ren lit­ur­gi­scher Expe­ri­men­te unter sei­nem Vor­gän­ger Fran­zis­kus kehrt das Zen­trum der Grün­don­ners­tags­lit­ur­gie an den Ort zurück, der die Kathe­dra­le des Bischofs von Rom und damit sicht­ba­rer Aus­druck der Welt­kir­che
Leo XIV. ließ einerseits zu, die Liturgiefrage demokratisch von der Konsistoriums-Tagesordnung zu streichen. Er ließ aber andererseits auch zu, daß Kardinal Roche allen Purpurträgern seine Überlegungen zur Liturgiefrage vorlegen konnte. Zwei Bewegungen in die falsche Richtung.
Leo XIV.

Arthur Roche und sein Dokument der liturgischen Amnesie

Von Giu­sep­pe Nar­di Der vom Prä­fek­ten des Dik­aste­ri­ums für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, Kar­di­nal Arthur Roche, vor­ge­leg­te Text zur Lit­ur­gie anläß­lich des außer­or­dent­li­chen Kon­si­sto­ri­ums im Janu­ar 2026 ist kein bloß theo­lo­gi­scher Impuls, son­dern ein pro­gram­ma­ti­sches Doku­ment. Er bean­sprucht, die lit­ur­gi­sche Fra­ge im Hori­zont der „orga­ni­schen Ent­wick­lung“ der Kir­che zu deu­ten, und erhebt zugleich den Anspruch,
Papst Leo XIV. nahm den altersbedingten Rücktritt von Msgr. Rifan, dem formal einzigen traditionell römischen Ortsbischof der Kirche, an. Im Bild Msgr. Rifan mit Papst Leo im November 2025
Leo XIV.

Rücktritt von Msgr. Rifan angenommen

Die Apo­sto­li­sche Per­so­nal­ad­mi­ni­stra­ti­on St. Johan­nes Maria Vian­ney in Cam­pos (Bra­si­li­en) bleibt vor­erst unter der Lei­tung ihres bis­he­ri­gen Ober­hir­ten. Wie aus nun ver­öf­fent­lich­ten offi­zi­el­len Doku­men­ten her­vor­geht, hat Papst Leo XIV. den alters­be­ding­ten Rück­tritt von Bischof Fer­nan­do Arêas Rifan zwar ange­nom­men, ihn jedoch zugleich gebe­ten, das Amt für wei­te­re 18 Mona­te wei­ter­zu­füh­ren. Die Apo­sto­li­sche Per­so­nal­ad­mi­ni­stra­ti­on St. Johan­nes
Msgr. Marco Agostini (Mitte), der von Papst Leo XIV. entlassene, traditionsverbundene Päpstliche Zeremoniar, im Bild zusammen mit dem Generaloberen des Instituts Christus König und Hohepriester Msgr. Gilles Wach (links) und Kanonikus Guitard.
Leo XIV.

Papst Leo XIV. entläßt Zeremoniar – Maßnahme mit Schlagseite

Mon­si­gno­re Mar­co Ago­sti­ni, einer der lang­jäh­rig­sten Zere­mo­nia­re des Hei­li­gen Stuhls, wur­de von Papst Leo XIV. sei­nes Amtes ent­ho­ben. Als Grund wird eine unan­ge­mes­sen nega­ti­ve Bemer­kung über angeb­lich homo­se­xu­el­le Kuri­en­mit­glie­der genannt, die öffent­lich wurde.
Arthur Roche, Präfekt des Gottesdienstdikasteriums und erklärter Gegner des überlieferten Römischen Ritus, mit Papst Franziskus, der ihn auf diesen Posten setzte und zum Kardinal kreierte
Leo XIV.

Römische Machinationen in der Liturgiefrage

Das außer­or­dent­li­che Kon­si­sto­ri­um der ver­gan­ge­nen Woche warf ein Schlag­licht auf eine Ent­wick­lung, die vie­le Gläu­bi­ge seit Jah­ren mit Sor­ge beob­ach­ten. Wäh­rend sich die ver­sam­mel­ten Kar­di­nä­le in syn­oda­len Über­le­gun­gen ergin­gen, blie­ben Fra­gen außen vor, die das kon­kre­te kirch­li­che Leben unmit­tel­bar betref­fen. Dazu zählt vor allem die Lit­ur­gie – bemer­kens­wer­ter­wei­se ein The­ma, das ursprüng­lich auf der Tages­ord­nung
Der Passionsweg und das Lauretanische Haus von Řimau laden zu einem Besuch ein.
Liturgie & Tradition

Řimau – ein lebendiges geistliches Juwel in Südböhmen

Im histo­ri­schen Böh­men, dem ein­sti­gen König­reich im Her­zen Mit­tel­eu­ro­pas, befin­det sich im Süden ein beson­de­rer Ort: Řimov, auf deutsch Řimau (aus­ge­spro­chen Rschi­mau, im Deut­schen auch als Rim­au bekannt). Für vie­le klingt das, was sich hier ereig­net hat und noch ereig­net, ganz im posi­ti­ven Sinn wie ein moder­nes Mär­chen. Doch das Schö­ne ist: Es ist wahr.
Papst Leo XIV. mit den zum Konsistorium versammelten Kardinälen am Cathedra-Altar
Leo XIV.

Konsistorium: Und wo blieb die Liturgie?

Edward Pen­tin berich­te­te in einem vom Natio­nal Catho­lic Regi­ster ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel, daß eini­ge Kar­di­nä­le sowie Gläu­bi­ge, die dem über­lie­fer­ten römi­schen Ritus ver­bun­den sind, ihre Besorg­nis dar­über zum Aus­druck gebracht haben, daß die Lit­ur­gie bei dem am 7./8. Janu­ar im Vati­kan tagen­den außer­or­dent­li­chen Kon­si­sto­ri­um in den Hin­ter­grund gedrängt wur­de, nach­dem die Mehr­heit der Kar­di­nä­le dafür gestimmt
Anbetung der Heiligen Drei Könige in Bethlehem
Forum

Die Heiligen Drei Könige und die Epiphanie

Von Cri­sti­na Sic­car­di* Bei sei­ner Geburt offen­bar­te sich unser Herr in Beth­le­hem der Welt, blieb dann jedoch ver­bor­gen in Ägyp­ten zur Zeit des Kin­der­mords und kehr­te nach Hau­se zurück, wo er sich im pri­va­ten Rah­men der hei­li­gen Fami­lie in Naza­reth auf­hielt – abge­se­hen von der Epi­so­de, in der er sich von der hei­li­gen Mut­ter und
Leo XIV. zwischen Kardinälen heute morgen im Petersdom
Leo XIV.

Papst Leo XIV. und das konziliare Koordinatensystem

Eine erste Ana­ly­se von Giu­sep­pe Nar­di Die Anspra­che von Papst Leo XIV. an das außer­or­dent­li­che Kon­si­sto­ri­um vom 7. Janu­ar 2026 ist ein pro­gram­ma­ti­scher Text. Sie defi­niert nicht nur Stil und Selbst­ver­ständ­nis des neu­en Pon­ti­fi­kats, son­dern erlaubt auch eine prä­zi­se Ein­ord­nung sei­nes theo­lo­gi­schen und ekkle­sio­lo­gi­schen Stand­or­tes. Inhalt­lich wie metho­disch bewegt sich die Rede ein­deu­tig inner­halb des kirch­li­chen
Der altrituelle Priester, Ordensgründer und ehemalige Generalobere Louis-Marie de Blignières legte den heute in Rom versammelten Kardinälen einen Vorschlag für die Zukunft des überlieferten Ritus vor
Leo XIV.

Ein neuer Vorschlag für die Zukunft (des alten Ritus) der Kirche

Kurz vor dem Beginn des ersten außer­or­dent­li­chen Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­ums unter Papst Leo XIV., bei dem auch Fra­gen der Lit­ur­gie bera­ten wer­den sol­len, sorgt ein Schrei­ben von tra­di­tio­na­li­sti­scher Sei­te für Auf­merk­sam­keit. Der Brief, der an die Kar­di­nä­le des Hei­li­gen Kol­le­gi­ums gerich­tet ist, unter­brei­tet einen kon­kre­ten Vor­schlag zur Über­win­dung der Span­nun­gen rund um die Fei­er der über­lie­fer­ten Form