„Islamische Pfingstentwunderung“

Zitat


Im Islam wurde versucht das Pfingstereignis zu unterlaufen und umzuinterpretieren
Im Islam wurde versucht das Pfingstereignis zu unterlaufen und umzuinterpretieren

„Hier wird deut­lich, daß isla­mi­sche Über­lie­fe­run­gen, so wie die Sīra, kei­ne Ereig­nis­se aus dem Leben eines ver­meint­lich histo­ri­schen Muḥam­mad wie­der­ge­ben, son­dern viel­mehr die Kir­chen­ge­schich­te wie­der­auf­grei­fen und uminterpretieren.“

Univ.-Prof. Dr. Robert M. Kerr, Direk­tor des Inâ­rah-Insti­tuts zur Erfor­schung der frü­hen isla­mi­schen Geschich­te und des Korans an der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des und Gast­pro­fes­sor für Reli­gi­ons­wis­sen­schaft an der Phi­lo­so­phisch-Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le Hei­li­gen­kreuz, über die „isla­mi­sche Pfingst­ent­wun­de­rung“, Der 13., 41. Jg, Nr. 11 (Novem­ber 2025).

Kerr zeigt in sei­nem Auf­satz auf, daß zen­tra­le Sze­nen der frü­hen isla­mi­schen Über­lie­fe­rung – beson­ders Sprach­wun­der, Mis­si­ons­be­rich­te und Streit­ge­sprä­che – offen­sicht­lich lite­ra­ri­sche Nach­bil­dun­gen christ­li­cher Quel­len (v. a. der Apo­stel­ge­schich­te, kon­kret beson­ders des Pfingst­wun­ders) sind. Die Sīra über­nimmt, so Kerr, Moti­ve, Struk­tu­ren und sogar Apo­stellisten aus christ­li­chen Tex­ten, was dazu die­ne, nach­träg­lich eine theo­lo­gi­sche Legi­ti­ma­ti­on zu schaffen.

Da die­se Ele­men­te kei­ne unab­hän­gi­gen histo­ri­schen Spu­ren, son­dern spä­te, christ­lich beein­fluß­te Kon­struk­tio­nen sei­en, fol­gert Kerr, daß die Gestalt „Moham­med“ kein histo­ri­sches Indi­vi­du­um, son­dern eine lite­ra­risch-theo­lo­gi­sche Erfin­dung der frü­hen isla­mi­schen Gemein­de ist.

Bild: Wiki­com­mons

1 Kommentar

  1. Mitt­ler­wei­le gibt es eini­ge For­scher, die die Histo­ri­zi­tät der isla­mi­schen Früh­ge­schich­te über­haupt bestrei­ten. Der Islam, wie wir ihn ken­nen, sei erst 150 Jah­re o. ä. nach den behaup­te­ten Ereig­nis­sen ent­stan­den und Moham­med sei eine Kunst­fi­gur (er käme im Koran, der ein syrisch-ara­mäi­sches lit­ur­gi­sches Buch sei, auch gar nicht vor).

    Hw. Edouard‑M. Gal­lez: https://​www​.lemes​sie​et​son​pro​phe​te​.com/​a​n​n​e​x​e​s​/​p​r​e​s​e​n​t​a​t​i​o​n​-​e​n​.​htm
    Patri­cia Cro­ne (+): https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​P​a​t​r​i​c​i​a​_​C​r​one
    Nor­bert G. Press­burg (Pseud­onym): Good Bye, Moham­med: https://​www​.ama​zon​.de/​G​o​o​d​-​B​y​e​-​M​o​h​a​m​m​e​d​-​n​e​u​e​-​I​s​l​a​m​/​d​p​/​3​8​4​4​8​5​3​723
    Jay Smith (und Ver­bün­de­te): https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​F​S​5​f​i​B​g​5​FOI
    Chri­stoph Luxen­berg (Pseud­onym): https://www.amazon.de/Die-Syro-Aram%C3%A4ische-Lesart-Koran-Entschl%C3%BCsselung/dp/3899300289

    Es gibt also Grün­de, an der Geschicht­lich­keit der isla­mi­schen Selbst­dar­stel­lung zu zweifeln.
    Das steht in kras­sem Gegen­satz zur Geschicht­lich­keit und Ver­läß­lich­keit der vier Evangelien.

    Inter­es­sant wäre noch der Kon­text der Aus­sa­gen von Prof. Kerr gewesen.

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