Kardinal Müller und Kardinal Marx gemeinsam gegen Eheschließung vor einem Priester der Piusbruderschaft

Wir doku­men­tie­ren ein Schrei­ben von Rein­hard Kar­di­nal Max, indem aus­drück­lich die Ehe­schlie­ßung vor Prie­stern, die der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ange­hö­ren, ver­bo­ten wird.

 

An die
Hoch­wür­di­gen Her­ren
Mit­glie­der des Stän­di­gen Rats
der Deut­schen Bischof­kon­fe­renz
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nach­richt­lich an die übri­gen
Hoch­wür­dig­sten Her­ren Mit­glie­der
der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz
und die Gene­ral­vi­ka­re

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Hoch­wür­dig­ste Her­ren, sehr geehr­te Her­ren,

Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler hat als Kar­di­nal­prä­fekt der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei auf mein vom Stän­di­gen Rat im April ver­an­lass­tes Schrei­ben (vom 11. Mai 2017), in dem ich die Beden­ken der Orts­or­di­na­ri­en gegen­über der Mög­lich­keit zur Ertei­lung der Befug­nis der Ehe­schlie­ßungs­as­si­stenz an Prie­ster der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. über­mit­telt hat­te, geant­wor­tet (am 1. Juni 2017). Er äußert in sei­ner Ant­wort Ver­ständ­nis für unse­re Besorg­nis wegen der „der­zeit noch andau­ern­den kir­chen­recht­li­chen Ille­gi­ti­mi­tät der Pius­bru­der­schaft und der noch nicht abschlie­ßend geklär­ten Situa­ti­on“ und betont, dass es „in der Kom­pe­tenz des jewei­li­gen Orts­or­di­na­ri­us“ lie­ge, wem er die Befug­nis zur Ehe­schlie­ßungs­as­si­stenz ertei­le. Er erläu­tert, dass die von Papst Fran­zis­kus getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen zugun­sten der pasto­ra­len Bedürf­nis­se [der] Gläu­bi­gen von dem Motiv bestimmt sind, dass sich die Prie­ster­bru­der­schaft auf dem Weg zur vol­len Gemein­schaft befin­de.

Da wir den pasto­ra­len Bedürf­nis­sen der Gläu­bi­gen, die eine Ehe­schlie­ßung in der Lit­ur­gie des Vetus ordo (außer­or­dent­li­cher Ritus) erbit­ten, durch Anwen­dung unse­rer Leit­li­ni­en zum Motu­pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum für die deut­schen Diö­ze­sen von 2007 ent­ge­gen kom­men kön­nen, hat der Stän­di­ge Rat am 19./20. Juni 2017 sei­nen Beschluss vom April bekräf­tigt.

Um eine ein­heit­li­che Hand­ha­bung in den deut­schen (Erz-) Diö­ze­sen zu beför­dern, hat der Stän­di­ge Rat beschlos­sen, einen ent­spre­chen­den Text­vor­schlag zur Ver­öf­fent­li­chung in den Amts­blät­tern den Mit­glie­dern des Stän­di­gen Rats zur Ver­fü­gung zu stel­len (Anla­ge).

Auf die­se Wei­se tra­gen wir im Ein­ver­neh­men mit dem Kar­di­nal­prä­fek­ten sowohl den pasto­ra­len Erfor­der­nis­sen als auch den kirch­li­chen Umstän­den in ange­mes­se­ner Wei­se Rech­nung.

Ore­mus pro invicem.
Mit herz­li­chen Grü­ßen
Rein­hard Kar­di­nal Marx

Anla­ge zum Schrei­ben des Vor­sit­zen­den der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz (PA V 3044)

In Abstim­mung mit dem Kar­di­nal­prä­fek­ten der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei hat der Stän­di­ge Rat am 19./20. Juni beschlos­sen:

Anfra­gen von Gläu­bi­gen, die eine Ehe­schlie­ßung in der Lit­ur­gie des Vetus ordo (ritus extra­or­di­na­ri­us) erbit­ten, sind an das jewei­li­ge Ordi­na­ri­at wei­ter­zu­lei­ten. Die­ses wird dafür sor­gen, dass der Bit­te Rech­nung getra­gen wird und ein Prie­ster gemäß den Leit­li­ni­en zum Motu­pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum von 2007 beauf­tragt wird. Die Ehe­vor­be­rei­tung, die Erstel­lung des Ehe­vor­be­rei­tungs­pro­to­kolls und die Regi­strie­rung der Trau­ung erfol­gen gemäß den kirch­lich­recht­li­chen Bestim­mun­gen. Die Ertei­lung der Befug­nis zur Ehe­schlie­ßung an Prie­ster, die der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ange­hö­ren, ist nicht vor­ge­se­hen.

3 Kommentare

  1. Mül­ler und Marx Hand in Hand! Es gibt für ech­te Katho­li­ken kei­nen Grund, dem Kar­di­nal eine Trä­ne nach­zu­wei­nen!

  2. Inter­es­san­ter­wei­se ist laut dem kirch­li­chen Recht die Anwe­sent­heit eines Prie­sters bei der Trau­ung gar nicht nötig, um eine gül­ti­ge sakra­men­ta­le Ehe zu schlie­ßen. Der Bräu­ti­gam und die Braut spen­den ein­an­der das Sakra­ment. Wenn man die rech­li­chen Bestim­mun­gen schlau anwen­det, kann man sich ruhig vom SSPX Prie­ster trau­en las­sen.

  3. Das gan­ze hat natür­lich auch eine finan­zi­el­le Sei­te.
    Sehr vie­le Jün­ge­re sind noch Kir­chen­steu­er­zah­ler, weil die Freun­din irgend­wann ein­mal eine wei­ße Hoch­zeit mit Prie­ster will.
    Die Prie­ster der Pius­bru­der­schaft trau­en aber auch ohne Kir­chen­steu­er­nach­weis. Die Gebühr für so eine, noch dazu beson­ders fei­er­li­che, Trau­ung ist gerin­ger als jah­re­lan­ges Zah­len von Kir­chen­steu­er.
    Wenn sich das her­um­spricht, könn­te das Man­chen zum Nach­den­ken brin­gen.

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