Extradosis „Misericordina“ für Unterzeichner des Appells der 45 gegen Irrtümer von „Amoris laetitia“

Misericordina: Unterzeichner des Appells der 45 Theologen und Professoren werden wegen ihrer Unterschrift benachteiligt und unter Druck gesetzt
Misericordina: Unterzeichner des Appells der 45 Theologen und Professoren werden wegen ihrer Unterschrift benachteiligt und unter Druck gesetzt

(Rom) Im Hei­li­gen Jahr der Barm­her­zig­keit wird eini­gen der 45 Unter­zeich­ner des Appells der Theo­lo­gen und Phi­lo­so­phen eine Extra­do­sis Miser­i­cor­di­na ver­ab­reicht, die Papst Fran­zis­kus ersuch­ten, eine Rei­he von Zwei­deu­tig­kei­ten im nach­syn­oda­len Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia zu kor­ri­gie­ren, die sich zu Miß­ver­ständ­nis­sen und Irr­tü­mern eig­nen.

Am ver­gan­ge­nen 11. Juli wur­de bekannt, daß 45 katho­li­sche Theo­lo­gen und Phi­lo­so­phen einen Appell an alle Kar­di­nä­le und Patri­ar­chen der katho­li­schen Kir­che gerich­tet haben mit der Bit­te, Papst Fran­zis­kus zur Rück­nah­me des umstrit­te­nen nach­syn­oda­len Schrei­bens Amo­ris lae­ti­tia zu bewe­gen, oder ihn zumin­dest zu einer Kor­rek­tur der umstrit­ten­sten Stel­len zu ver­an­las­sen.

„Zweideutigkeiten korrigieren“

Die 45 inter­na­tio­nal nam­haf­ten Per­sön­lich­kei­ten wei­sen nach, daß von Papst Fran­zis­kus mit Amo­ris lae­ti­tia ein Doku­ment vor­ge­legt wur­de, das „eine Rei­he von Aus­sa­gen ent­hält, die im Wider­spruch zum katho­li­schen Glau­ben und der katho­li­schen Moral ver­stan­den wer­den kön­nen“. Dem Appell leg­ten der Unter­zeich­ner eine Liste von theo­lo­gi­schen Zen­su­ren „zur Natur und dem Grad der Irr­tü­mer“ bei, die dem nach­syn­oda­len Schrei­ben ange­la­stet wer­den kön­nen.

Die Unter­zeich­ner gin­gen mit ihrem Appell nicht an die Öffent­lich­keit, um die Unru­he im gläu­bi­gen Volk nicht zu ver­grö­ßern und nie­mand die Gele­gen­heit zu kir­chen­po­li­ti­schen Spe­ku­la­tio­nen zu geben. Sie woll­ten auch nicht den Ein­druck erwecken, den Papst einer öffent­li­chen Kri­tik aus­zu­set­zen, son­dern ihn sach­lich von der Rich­tig­keit ihrer Kri­tik über­zeu­gen. Eine pro­gres­si­ve Zeit­schrift in den USA ver­öf­fent­lich­te jedoch zwei Wochen spä­ter alle Namen und stell­te die Unter­zeich­ner als „Papst­geg­ner“ an den Pran­ger.

Life­Si­teNews berich­tet nun, daß eini­gen Unter­zeich­nern seit­her eine Extra­do­sis Miser­i­cor­di­na ver­ab­reicht wur­de.

Miser­cor­di­na nennt sich ein im Hei­li­gen Jahr der Barm­her­zig­keit von Papst Fran­zis­kus in einer Medi­ka­men­ten­ver­packung als „geist­li­che Medi­zin“ unter das Volk gebrach­ter Rosen­kranz. Seit Febru­ar 2016 gibt es auch Miser­i­cor­di­naP­lus, das neben einem Rosen­kranz auch ein Bild des barm­her­zi­gen Jesus ent­hält.

Einem Unterzeichner wurde verboten, über Amoris laetitia zu sprechen

Wann korrigiert Papst Franziskus Amoris laetitia?
Wann kor­ri­giert Papst Fran­zis­kus Amo­ris lae­ti­tia?

Der Spre­cher der 45 Unter­zeich­ner des Appells, der Bri­te Joseph Shaw, der an der Phi­lo­so­phi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Oxford lehrt, Vor­sit­zen­der der Latin Mass Socie­ty von Eng­land und Wales und Vor­stands­mit­glied der Foe­de­ra­tio Inter­na­tio­na­lis Una Voce (FIUV) ist, hat inzwi­schen die Direk­to­ren­stel­le an einer päpst­li­chen Uni­ver­si­tät ver­lo­ren.

Ein ande­rer Unter­zeich­ner, so Life­Si­teNews, wur­de von sei­nem Bischof ermahnt, und ihm das aka­de­mi­sche Sab­bat­jahr gestri­chen. Ein ande­rer Bischof habe ihm inzwi­schen ange­bo­ten, ihn in sei­ner Diö­ze­se zu inkar­di­nie­ren.

Einem wei­te­ren Unter­zeich­ner wur­de ver­bo­ten, in der Öffent­lich­keit über Amo­ris lae­ti­tia zu spre­chen.

Ein Unter­zeich­ner erklär­te inzwi­schen, wegen des auf ihn aus­ge­üb­ten Drucks, sei­ne Unter­schrift unter dem Appell zurück­zu­zie­hen. Ein Kar­di­nal übe har­ten Druck auf einen wei­te­ren Unter­zeich­ner aus, damit die­ser sei­ne Unter­schrift zurück­zieht.

Mit Blick auf die Ver­fol­gung der Unter­zeich­ner, sag­te Joseph Shaw am 27. Sep­tem­ber zu Life­Si­teNews:

„Es ist schmerz­lich, von Men­schen zu hören, beson­ders Prie­stern, die lei­den müs­sen, weil sie den Brief unter­zeich­net haben. Es war schließ­lich ein pri­va­ter Brief an Prä­la­ten, der ohne Groll und ohne Anschul­di­gun­gen eine Bit­te um Klä­rung zu Fra­gen objek­ti­ver theo­lo­gi­scher Schwie­rig­kei­ten zum Aus­druck bringt, deren Exi­stenz vom gesam­ten Mei­nungs­spek­trum aner­kannt wird. Es ist beson­ders ent­täu­schend, Katho­li­ken in Auto­ri­täts­po­si­tio­nen zu sehen, die sich selbst als Anhän­ger des Hei­li­gen Vaters betrach­ten, die nicht nur sei­ne wie­der­hol­ten For­de­run­gen nach Par­r­he­sia, nach einer furcht­lo­sen und offe­nen Dis­kus­si­on igno­rie­ren, son­dern aktiv danach trach­ten, sie zu unter­drücken.“

Kurz nach dem Appell der 45 folg­te einen inter­na­tio­na­len Video­ap­pell von 16 nam­haf­ten katho­li­schen Per­sön­lich­kei­ten, die Papst Fran­zis­kus öffent­lich auf­for­der­ten, Amo­ris lae­ti­tia zu kor­ri­gie­ren. Vor weni­gen Tagen initi­ier­ten 80 katho­li­sche Per­sön­lich­kei­ten, um die durch Amo­ris lae­ti­tia auf­ge­tre­te­nen Zwei­fel zu besei­ti­gen, ein inter­na­tio­na­les Treue­be­kennt­nis zu den Wahr­hei­ten der katho­li­schen Leh­re zu Ehe, Fami­lie und Moral, die von jedem Katho­li­ken und Men­schen guten Wil­lens unter­zeich­net wer­den kann.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: LifeSiteNews/MiL (Screen­shots)