Katholikin mit Benzin übergossen und angezündet

Christen in Bangladesch sind seit Anfang 2013 vermehrt Zielscheibe muslimischer Angriffe
Christen in Bangladesch sind seit Anfang 2013 vermehrt Zielscheibe muslimischer Angriffe

(Dha­ka) Ban­gla­desch geriet am 1. Juli mit dem Atten­tat von „Sol­da­ten des Kali­fen“ in die Schlag­zei­len. Anhän­ger der Ter­ror­mi­liz Isla­mi­scher Staat (IS) über­fie­len ein Restau­rant, in dem sich vor allem aus­län­di­sche Gäste auf­hiel­ten, und töte­ten 22 Men­schen, dar­un­ter zahl­rei­che Euro­pä­er. Wie erst jetzt bekannt wur­de, dran­gen in der Nacht auf Sonn­tag Isla­mi­sten in das Haus der Katho­li­kin Maya Kar­mo­kar ein, über­gos­sen sie mit Ben­zin und steck­ten die Frau in Flam­men.

Der bru­ta­le Vor­fall ereig­ne­te sich in Kaju­ra im Bezirk Jes­so­re im Süd­we­sten des Lan­des. Bis­her unbe­kann­te Män­ner dran­gen nachts in das Haus der Frau ein. Deren ver­zwei­fel­te Schreie weck­ten Nach­barn, dar­un­ter Ver­wand­te, die her­bei­eil­ten und es gera­de noch schaff­ten, das Leben der Frau zu ret­ten.

Im Kran­ken­haus stell­ten die Ärz­te fast am gan­zen Kör­per Ver­bren­nun­gen fest. Da sich die Frau die nöti­ge fach­ärzt­li­che Behand­lung nicht lei­sten kann, befin­det sie sich bereits wie­der zu Hau­se, wo sie von Ange­hö­ri­gen so gut als mög­lich gepflegt wird.

Die Poli­zei nahm Ermitt­lun­gen auf. Die Täter haben aber noch kei­nen Namen. Die Frau konn­te nie­man­den erken­nen. „Es ging alles so schnell. Ich habe nur das Feu­er auf mei­ner Haut gespürt und habe vor Schmer­zen zu wei­nen begon­nen.“

Maya Kar­mo­kar ist 45 Jah­re alt. Sie arbei­te­te als Kran­ken­schwe­ster in einem von der Diö­ze­se Khul­na geführ­ten Ambu­la­to­ri­um. Die ledi­ge und kin­der­lo­se Frau lebt bei ihrer Mut­ter, um die sie sich küm­mer­te. Nun braucht sie selbst drin­gend Hil­fe.

Nur einen Tag wur­de sie im Kran­ken­haus behal­ten. „Wegen ihrer ärm­li­chen Ver­hält­nis­se wur­de sie ent­las­sen, weil sie sich eine bes­se­re ärzt­li­che Behand­lung nicht lei­sten kann“, so Asia­news.

Die Frau kann sich den bru­ta­len Angriff nicht erklä­ren: „Ich habe kei­ne Fein­de. Ich ver­ste­he nicht, war­um sie mich umbrin­gen wol­len!“ Die Aus­sa­ge wird von Nach­barn und Ange­hö­ri­gen bestä­tigt, wes­halb der Schock in der Umge­bung groß ist.

Pater Anan­da Gopal Bis­was, der katho­li­sche Pfar­rer von Shi­mu­lia, zu des­sen Pfar­rei auch Kaju­ra gehört, sag­te zu Asia­news: „Ich habe von dem Angriff erfah­ren und ver­ur­teil­te ihn mit Nach­druck. Ich bin der Ange­hö­ri­gen mei­ner Pfar­re nahe.“

Die katho­li­sche Gemein­schaft von Shi­mu­lia zählt rund 4.000 Gläu­bi­ge. Der Groß­teil von ihnen ist arm und bedürf­tig. Der Angriff gegen Maya Kar­mo­kar ist nicht die erste Gewalt­tat gegen Katho­li­ken in der Gegend. In jüng­ster Zeit häuf­ten sich die Angrif­fe gegen Chri­sten, aber auch gegen Ange­hö­ri­ge ande­rer Min­der­hei­ten wie Hin­dus und Bud­dhi­sten. Auch gemä­ßig­te Mus­li­me wer­den Opfer von Angrif­fen.

Text: Giu­sep­pe Nardi/Asianews
Bild: Asia­news