Ordensschwester und fünf Postulantinnen bei Erdbeben in Ecuador getötet

Schwester Crockett und die Postulantin Jazmina
Schwester Crockett und die Postulantin Jazmina: zwei der sechs beim Erdbeben ums Leben gekommenen Ordensangehörigen

(Qui­to) Beim schwe­ren Erd­be­ben, das die Küste Ecua­dors erschüt­ter­te, wur­de ein Klo­ster zer­stört. Unter den 272 Toten, die das Beben for­der­te, befin­den sich auch eine Ordens­schwe­ster und fünf Postu­lan­tin­nen.

Die Ret­tungs­kräf­te konn­ten erst 24 Stun­den nach dem Erd­be­ben bis zum Klo­ster der Sier­vas del Hogar de la Madre (Die­ne­rin­nen des Hei­mes der Mut­ter) in Playa Prie­ta vor­drin­gen. Für die iri­sche Mis­si­ons­schwe­ster Cla­re Crockett und die fünf Postu­lan­tin­nen Jazmi­na, Mai­ra, Vale­ria, Cata­li­na und Maria Augu­sta kam jede Hil­fe zu spät. Fünf Ordens­an­ge­hö­ri­ge, die Spa­nie­rin Schwe­ster Este­la Mora­les, die Ecua­do­ria­ne­rin Schwe­ster Mer­ly und die Irin Schwe­ster The­re­se Ryan sowie die bei­den Postu­lan­tin­nen Gua­da­lu­pe und Mer­ce­des konn­ten lebend gebor­gen wer­den. Sie befin­den sich der­zeit in einem Kran­ken­haus.

Die Die­ne­rin­nen des Hei­mes der Mut­ter führ­ten an der ecua­do­ria­ni­schen Küste eine Schu­le, die durch das Erd­be­ben völ­lig zer­stört wur­de.

Das Erd­be­ben von der Stär­ke 7,8 auf der Rich­ter-Ska­la war das schlimm­ste, das Ecua­dor seit 1979 heim­such­te. In sechs Pro­vin­zen wur­de der Not­stand aus­ge­ru­fen.

1982 gegründet: junger, missionarischer Orden

Die Sier­vas del Hogar de la Madre sind ein noch jun­ger Orden, der aus einer spa­ni­schen Jugend­grup­pe ent­stand. 1982 erfolg­te zum Zei­chen der Ver­bun­den­heit mit dem Papst und der Welt­kir­che die Grün­dung des weib­li­chen Zweigs am Grab des Apo­stels Petrus im Peters­dom.

Am 27. Dezem­ber 1983, dem Fest des Evan­ge­li­sten Johan­nes, erfolg­te durch sie­ben jun­ge Män­ner die Grün­dung des männ­li­chen Zwei­ges wie­der­um am Petrus­grab in Rom.

1984 leg­ten die ersten Schwe­stern zeit­li­che Gelüb­de ab, 1989 in Naza­reth die ewi­gen Gelüb­de der Keusch­heit, der Armut und des Gehor­sams. Der Orden mit einer maria­ni­schen Spi­ri­tua­li­tät sieht sich in beson­de­rer Wei­se mit dem Haus Mari­ens in Naza­reth ver­bun­den, in dem Jesus auf­ge­wach­sen ist und in dem er bis zu sei­nem öffent­li­chen Wir­ken durch sei­ne Mut­ter Heim­statt und Gebor­gen­heit gefun­den hat­te. Die Ordens­an­ge­hö­ri­gen leben eine Spi­ri­tua­li­tät der Nach­ah­mung, indem sie die eige­ne See­le, aus­ge­hend von der Ganz­hin­ga­be Mari­ens, zur exklu­si­ven Stät­te der Hei­li­gung durch Chri­stus machen.

1990 leg­ten die ersten Ordens­brü­der die ewi­gen Gelüb­de ab, 1993 wur­de der erste Ordens­bru­der zum Prie­ster geweiht.

1994 erfolg­te die kano­ni­sche Aner­ken­nung des männ­li­chen und des weib­li­chen Ordens­zwei­ges durch den Bischof von Cun­ca in Spa­ni­en, der dem Orden das alte, auf­ge­las­se­ne Klo­ster San Miguel de las Vic­to­ri­as (Hei­li­ger Micha­el von den Sie­gen) von Prie­go über­ließ. Der Orden ver­steht sich als mis­sio­na­ri­scher Orden.

1995 wur­de eine Lai­en­ge­mein­schaft gegrün­det, die dem Orden nahe­steht.

1996 über­nah­men die Schwe­stern die Lei­tung ihrer ersten Schu­le, wo sie sich um arme und eltern­lo­se Mäd­chen küm­mern.

2001 grün­det der Orden einen eige­nen Inter­net-Fern­seh­sen­der und ‑Radio­sen­der, „Gestern, heu­te und in Ewig­keit: die Wahr­heit“, dazu ent­fal­ten die Die­ne­rin­nen und Die­ner des Hei­mes der Mut­ter ein inten­si­ves Medi­en­apo­sto­lat im Bereich Bücher, Klein­schrif­ten und DVD.

2002 wur­de die erste Nie­der­las­sung außer­halb Spa­ni­ens eröff­net. Der Erz­bi­schof von Por­to­vie­jo hol­te den Orden nach Ecua­dor. Heu­te bestehen Nie­der­las­sun­gen des männ­li­chen Zwei­ges in Spa­ni­en, Ecua­dor und Ita­li­en, des weib­li­chen Zwei­ges in Spa­ni­en, Ecua­dor, Ita­li­en und den USA. In Ecua­dor gab es bis zum Erd­be­ben drei Nie­der­las­sun­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Aci Pren­sa