Papst Franziskus besuchte Benedikt XVI. — Seltene Begegnungen

Papst Franziskus bei Benedikt XVI. Das Bild zeigt allerdings die erste Begegnung der beiden Päpste am 23. März 2013 in Castel Gandolfo

(Rom) Papst Fran­zis­kus stat­te­te dem eme­ri­tier­ten Papst Bene­dikt XVI. in den ver­gan­ge­nen Tagen einen Besuch ab, um ihm Fro­he Ostern zu wün­schen.

Wie die ita­lie­ni­schen Pres­se­agen­tur ANSA berich­te­te, fand der Besuch bereits am Beginn der Kar­wo­che statt. Papst Fran­zis­kus woll­te sei­nem Amts­vor­gän­ger per­sön­lich die Glück­wün­sche über­brin­gen und begab sich dafür in das Klo­ster Mater Eccle­siae in den Vati­ka­ni­schen Gär­ten.

Bene­dikt XVI., von 2005 bis 2013 katho­li­sches Kir­chen­ober­haupt, zele­brier­te im Klo­ster, in das er sich nach sei­nem uner­war­te­ten Amts­ver­zicht zurück­zog, die Lit­ur­gien des Tri­du­um Sacrum.

„Unmut und Bedauern“ aus der Entourage von Benedikt XVI.

In einem ver­gan­ge­ne Woche ver­öf­fent­lich­ten Inter­view mit dem Maga­zin Ben­Es­se­re hat­te Erz­bi­schof Gäns­wein gesagt: „Bene­dikt XVI. wird im April 89 Jah­re alt. Er ist wie eine Ker­ze, die lang­sam und in Ruhe erlischt, wie es bei vie­len von uns geschieht.“

Dazu schrieb nun Vati­can Insi­der, die Vati­ka­ni­sten­sei­te, die Papst Fran­zis­kus beson­ders nahe­steht: „Aus der Entou­ra­ge des eme­ri­tier­ten Pap­stes sind auch Unmut und Bedau­ern durch­ge­sickert, wegen der Inter­pre­ta­ti­on, die eini­ge den Wor­ten sei­nes Sekre­tärs Msgr. Georg Gäns­wein, Prä­fekt des Päpst­li­chen Hau­ses, in einem jüng­sten Inter­view gaben, in dem er von einem Ratz­in­ger gespro­chen hat­te, ‚der lang­sam wie eine Ker­ze erlischt‘. Die­se Wor­te wur­den – laut Bene­dikt XVI. nahe­ste­hen­den Per­so­nen – miß­ver­stan­den. Sie woll­ten nur die Umstän­de eines alten Men­schen an der Schwel­le zum 90. Lebens­jahr beschrei­ben, der auf gelas­se­ne Wei­se den nor­ma­len phy­si­schen Rück­gang durch­lebt, der mit sei­nem Alter ver­bun­den ist, und haben sich nicht auf einen beson­de­ren Gesund­heits­zu­stand bezo­gen.“

Oft tref­fen die der regie­ren­de und der eme­ri­tier­te Papst nicht zusam­men. Die Weih­nachts- und Oster­glück­wün­sche sind Fix­ter­mi­ne. Zuletzt besuch­te Fran­zis­kus sei­nen Nach­fol­ger auch im Juni 2015, vor des­sen Abrei­se nach Castel Gan­dol­fo, wo Bene­dikt XVI. die Som­mer­mo­na­te ver­brach­te. Die Begeg­nun­gen sind meist sehr kurz. Das Zusam­men­tref­fen im Juni 2015 dau­er­te, ein­schließ­lich der gemein­sa­men Fahrt zum Hub­schrau­ber­lan­de­platz, nur eine hal­be Stun­de.

Hin­zu kom­men eini­ge öffent­li­che Ter­mi­ne im Rah­men lit­ur­gi­scher Fei­er­lich­kei­ten, zu denen der amtie­ren­de Papst sei­nen Vor­gän­ger ein­lädt. Im ver­gan­ge­nen Jahr war das beim außer­or­dent­li­chen Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um im Febru­ar der Fall, als Fran­zis­kus 20 neue Kar­di­nä­le kre­ierte. Eben­so nahm Bene­dikt XVI. auf päpst­li­chen Wunsch hin am 7. Dezem­ber an der fei­er­li­chen Eröff­nung des Hei­li­gen Jah­res der Barm­her­zig­keit und der Öff­nung der Hei­li­gen Pfor­te im Peters­dom teil. Die öffent­li­chen Ter­mi­ne bie­ten jedoch kei­ne Gele­gen­heit zu einem Gedan­ken­aus­tausch.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der (Screen­shot)