Petersdom verdunkelt: „Laudato si“, Jesuiten und UNO-Agenda-2030

Papst Franziskus und Ban Ki-moon am 28. April 2015 im Vatikan
Papst Franziskus und Ban Ki-moon am 28. April 2015 im Vatikan

(Rom) Am Abend des 19. März, Fest des Hei­li­gen Josephs und drit­ter Jah­res­tag der Erwäh­lung von Papst Fran­zis­kus, wur­de der Peters­dom in Rom für eine Stun­de ver­dun­kelt. Grund dafür war die Teil­nah­me an einer welt­wei­ten Kam­pa­gne des World Wild­life Fund gegen fos­si­le Brenn­stof­fe. Für die Kam­pa­gne wur­de die Beleuch­tung von Denk­mä­lern und beson­de­re Bau­ten abge­schal­tet.

„Unkritische Huldigung an die dominante Kultur “

„Am ver­gan­ge­nen 8. Dezem­ber war das Gegen­teil der Fall. Die Fas­sa­de des Peters­doms und die Peter­s­kup­pel wur­den nicht ver­dun­kelt, son­dern erhellt vom ambi­tio­nier­ten Spek­ta­kel ‚Son et lumià¨re‘, mit dem die Natur gefei­ert wur­de, und das von der Welt­bank und den Öko-Stif­tun­gen Okea­nos und Vul­can durch­ge­führt und finan­ziert wur­de“, so der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster.

Weder das eine noch das ande­re Spek­ta­kel ließ irgend­ei­nen Zusam­men­hang mit dem Schöp­fer­gott erken­nen. Ein Zusam­men­hang mit der christ­li­chen Reli­gi­on und der katho­li­schen Kir­che bestand nur durch den Peters­dom. Da die Spek­ta­kel eben­so pro­fa­ne Orte betref­fen, signa­li­sie­ren sie mehr die Ein­rei­hung der katho­li­schen Kir­che in pro­fa­ne Kam­pa­gnen, als die Hin­füh­rung der Welt zum Chri­sten­tum.

„Bei­de Spek­ta­kel ent­hiel­ten einen gene­rel­len Hin­weis auf die Enzy­kli­ka Lau­da­to si von Papst Fran­zis­kus“, so Magi­ster. „Die Aus­wir­kung von Lau­da­to si auf die soge­nann­te ‚Pasto­ral‘ der Kir­che wäre erst noch zu unter­su­chen.“

Zu den mit Lau­da­to si ver­bun­de­nen Initia­ti­ven schreibt Magi­ster:

„Es scheint häu­fig eine unkri­ti­sche Hul­di­gung an die domi­nan­te Kul­tur durch, und das ganz unab­hän­gig davon ob die modi­schen Öko-Theo­rien über eine wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge ver­fü­gen oder nicht, wäh­rend dar­an fast nichts mehr an aus­drück­lich Christ­li­chem ist.“

Jesuitenzentrum Veritas: „Laizistisches und religiöses Gebet“

Jesuitenzentrum Veritas von Triest
Jesui­ten­zen­trum Veri­tas von Tri­est

Ein „kurio­ser“ Beleg für die „Moder­ni­sie­rung der Seel­sor­ge“ fin­de sich in Tri­est, so Magi­ster. Dort exi­stiert das Kul­tur­zen­trum Veri­tas des Jesui­ten­or­dens. Gelei­tet wird es von Pater Gaeta­no Pic­co­lo, einem Erkennt­nis­theo­re­ti­ker, der auch stell­ver­tre­ten­der Schrift­lei­ter der Zeit­schrift Ras­segna di Teo­lo­gia und Ver­ant­wort­li­cher für das Kul­tur­apo­sto­lat der ita­lie­ni­schen Jesui­ten­pro­vinz ist.

Das Kul­tur­zen­trum Veri­tas ist laut Eigen­de­fi­ni­ti­on „eine Werk­statt der Kul­tur­for­schung, offen für die Begeg­nung und den inter­re­li­giö­sen und öku­me­ni­schen Dia­log“. Die Haus­ka­pel­le wur­de in einen „Will­kom­mens- und Aus­stel­lungs­saal“ umge­baut, der „unab­hän­gig von der Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit für ein lai­zi­sti­sches und reli­giö­ses Gebet“ offen­steht.

Das Zen­trum Veri­tas zeich­net sich der­zeit vor allem durch Ver­brei­tung der Enzy­kli­ka Lau­da­to si aus. Für den 7. Mai ist ein Tag „zur Sen­si­bi­li­sie­rung für die Inhal­te“ von Lau­da­to si geplant. Am 8. Mai endet mit dem Mara­thon die Spiel- und Sport­wo­che Bavi­sela Run­ning Festi­val.

Dem Lau­da­to si-Tag gaben die Jesui­ten den Namen „MENS SANA“, ein Akro­nym, für Mara­thon der Erzie­hung, Natur, Sport, Spi­ri­tua­li­tät, Kunst, Netz­wer­ke und Ver­ei­ni­gun­gen.

„Zusammenhänge“ zwischen „Laudato si“ und UNO-Agenda-2030 „vermitteln“

Papst Franziskus fordert am 25. September 2015 die UNO-Hauptversammlung auf, für die SDGs zu stimmen
Papst Fran­zis­kus am 25. Sep­tem­ber 2015 vor der UNO: Zustim­mung zu SDGs

Laut Pro­gramm will der Tag die Zusam­men­hän­ge zwi­schen der „Enzy­kli­ka Lau­da­to si von Papst Fran­zis­kus und den 17 Zie­len nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung der Agen­da 2030 der Ver­ein­ten Natio­nen (Sustainab­le Deve­lo­p­ment Goals, SDGs) ver­mit­teln. Gemeint sind damit die poli­ti­schen Zie­le der UNO, die auch als Post-2015-Agen­da bezeich­net wer­den.

Im Vor­feld wird ein Vor­trags­abend über den Zusam­men­hang zwi­schen der Enzy­kli­ka und der UNO-Agen­da statt­fin­den. Refe­rent ist der Jesu­it Lucia­no Lari­ve­ra, Mit­ar­bei­ter der römi­schen Jesui­ten­zeit­schrift La Civil­tà  Cat­to­li­ca.

Laut Pro­gramm „endet der Mara­thon in der Herz-Jesu-Kir­che von Tri­est, wo um 19 Uhr eine Vor­abend­mes­se zu Chri­sti Him­mel­fahrt gefei­ert wird, dem gro­ßen Geheim­nis des christ­li­chen Glau­bens und reli­giö­sen Zei­chen der pla­ne­ta­ri­schen Öko-Alli­anz“.

„Womit auch die Him­mel­fahrt Jesu Chri­sti nach den Regeln der moder­nen Öko­lo­gie ein­ge­ord­net wäre“, so Magi­ster.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: RV/Asianews/FQ (Screen­shots)