Bischof ordnet an: In allen Kirchen Tabernakel wieder in den Mittelpunkt des Altarraumes zurückzuführen

Bischof ordnet an, Tabernakel in allen Kirchen der Diözese in den Mittelpunkt des Altarraumes zurückzuführen
Bischof ordnet an, Tabernakel in allen Kirchen der Diözese in den Mittelpunkt des Altarraumes zurückzuführen

(Washing­ton) Der Taber­na­kel mit dem Aller­hei­lig­sten muß in die Mit­te des Altar­rau­mes hin­ter dem Altar zurück­keh­ren. Er ist der Mit­tel­punkt der Kir­che. Das hat in allen Kir­chen der Diö­ze­se zu gesche­hen. So lau­tet die Anwei­sung von Bischof Robert Mor­li­no von Madi­son im Staat Wis­con­sin in den USA.

Im Sep­tem­ber 2015 hat­te Bischof Mor­li­no bei einem Tref­fen mit den Prie­stern sei­ner Diö­ze­se eine ent­spre­chen­de Anord­nung mit­ge­teilt. Öffent­lich bekannt wur­de die Anord­nung erst am Hei­li­gen Abend durch die Tages­zei­tung Wis­con­sin Sta­te Jour­nal.

Korrektur eines architektonischen Eingriffs in die Liturgie

Bischof Mor­li­no kor­ri­giert damit als zwei­ter Bischof der USA inner­halb kur­zer Zeit eine Pra­xis der Nachkonzilszeit.Wenige Mona­te vor ihm hat­te bereits Bischof Tho­mas Paprocki von Spring­field im US-Bun­des­staat Illi­nois die glei­che Anord­nung erlas­sen.

Archi­tek­to­nisch wur­de nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil von eini­gen Lit­ur­gi­kern, so die katho­li­sche Monats­zeit­schrift Il Timo­ne, „eisern und mit ideo­lo­gi­scher Ent­schlos­sen­heit“ ein Ein­griff in die Lit­ur­gie vor­an­ge­trie­ben, der im gläu­bi­gen Volk Irri­ta­ti­on und Unbe­ha­gen aus­lö­ste. Durch das Auf­ge­ben der Hoch­al­tä­re zugun­sten neu­er „Volks­al­tä­re“ wur­de der Taber­na­kel aus Erste­ren ent­fernt und aus dem Haupt­schiff in ein Sei­ten­schiff ver­bannt, oder in eine Kapel­le, eine abge­le­ge­ne Nische „oder Schlim­me­res“.

Wisconsin State Journal über die Anordnung von Bischof Morlino
Wis­con­sin Sta­te Jour­nal über die Anord­nung von Bischof Mor­li­no

In Kir­chen­neu­bau­ten wur­de der Taber­na­kel sofort „bei­sei­te geräumt“. Gemein­sa­mes Wesens­merk­mal die­ses archi­tek­to­ni­schen Ein­griffs in die Lit­ur­gie ist, daß das Aller­hei­lig­ste bewußt aus dem Mit­tel­punkt ent­fernt wur­de. Eine sym­bo­li­sche Ver­schie­bung, die einer inhalt­li­chen ent­spricht. Die Fra­ge hat daher nicht nur mit sakra­ler Archi­tek­tur und Lit­ur­gie zu tun, son­dern mit dem Kir­chen- und Glau­bens­ver­ständ­nis.

Begrün­det wur­de der Schritt auf viel­fäl­ti­ge Wei­se. Unter ande­rem damit, „den Wert der ‚Neu­ig­keit‘ einer jeden Mes­se her­vor­zu­he­ben“, oder „um die Hei­li­ge Mes­se von der eucha­ri­sti­schen Anbe­tung zu unter­schei­den“.

Die natür­li­che Mit­te des Altar­rau­mes und damit der Kir­che wird in man­chen Kir­chen durch den Kir­chen­chor oder ande­res ver­stellt.

Nachkonziliare Liturgiker drängten auf Bruch mit tridentinischer Liturgie und Architektur

„Den Kern trifft es wohl eher, wenn man sagt, daß damit ein Bruch mit der Lit­ur­gie und der Archi­tek­tur des Kon­zils von Tri­ent voll­zo­gen wer­den soll­te“, so Il Timo­ne. Die Lit­ur­gi­ker des Aggior­na­men­to war­fen die­sen eine über­zo­ge­ne Fixie­rung auf die Eucha­ri­stie und die Real­prä­senz des Herrn vor, wäh­rend das gemein­schaft­li­che Ereig­nis der Mes­se zu kurz gekom­men sei.

Bischof Morlino zelebrierte bereits in der überlieferten Form des Römischen Ritus
Bischof Mor­li­no zele­brier­te bereits in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus

Ande­rer Mei­nung ist Bischof Mor­li­no von Madi­son. Die Rück­füh­rung des Taber­na­kels in den archi­tek­to­ni­schen Mit­tel­punkt der Kir­che bedeu­te, das Aller­hei­lig­ste an sei­nen natür­li­chen Platz zurück­zu­füh­ren und damit das not­wen­di­ge Gleich­ge­wicht wie­der her­zu­stel­len. Es gehe dar­um, den Blick wie­der auf Jenen zu len­ken, der die Kir­che gestif­tet hat und deren Haupt ist, der leben­di­ge Gott, der im Aller­hei­lig­sten unter uns gegen­wär­tig ist.

Bischof Mor­li­no gab den Pfar­rei­en drei Jah­re Zeit, um die nöti­gen Umge­stal­tung vor­zu­neh­men. Betrof­fen ist davon etwa die Hälf­te der 134 Pfarr­kir­chen sei­ner Diö­ze­se. Msgr. Mor­li­no gehört dem Jesui­ten­or­den an, für den er 1974 die Prie­ster­wei­he emp­fing. 1999 ernann­te ihn Papst Johan­nes Paul II. zum Bischof von Hele­na in Mon­ta­na. 2003 erging der Ruf zum Bischof von Madi­son in Wis­con­sin. Der Bischof zele­brier­te per­sön­lich bereits in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wis­con­sin Sta­te Journal/The Remnant/Il Timo­ne (Screen­shot)

30 Kommentare

  1. Nach dem II.Vatikanum wur­de wie wild der Kir­chen­raum dahin­ge­hend ver­än­dert, dass
    der Hoch­al­tar, wenn nicht unter Denk­mal­schutz ste­hend, abge­baut wur­de. Der Taber-
    nakel wur­de je nach Lust und Lau­ne des zustän­di­gen Pfar­rers und Archi­tek­ten, ein-
    fach aus der Mit­te genom­men und seit­wärts platz­iert. Es gibt Kir­chen da fin­det man
    den Taber­na­kel erst nach lan­gem suchen, weil oft auch das rote “ ewi­ge Licht “
    fehl­te. Da die Pro­gres­si­sten immer nur “ fri­sches Brot “ haben woll­ten, wur­de im
    Ein­gang der Kir­che ein Tisch mit unge­weih­ten Hosti­en auf­ge­stellt. Jeder Got­tes-
    dienst­be­su­cher konn­te dann für sich eine Hostie in eine Scha­le legen, die dann
    zum Volks­al­tar gebracht wur­de. Durch das so immer fri­sche Brot, mach­te so einen
    Taber­na­kel über­flüs­sig. Hier wäre ein Umden­ken und Betä­ti­gungs­feld für unse­re
    Bischö­fe von Nöten. Ähn­lich ver­hält es sich mit den Gesang­bü­chern. Frü­her bekam jedes Kom­mu­ni­on­kind ein eige­nes Gebet-und Gesang­buch als Geschenk zur Hl.Kommunion mit Ro-
    sen­kranz. Heu­te lie­gen die als “ Got­tes­lob “ bezeich­ne­te Gesang­bü­cher bequem in der
    Kir­che aus, nach evan­ge­li­scher Art. Im Gegen­satz zu frü­her wer­den die­se mit merk-
    wür­di­ger Gestal­tung aus­ge­füll­ten Bücher, nicht geliebt, da unper­sön­lich, unhy­gie-
    nisch und nicht mehr ver­traut. Es sind vie­le Neue­run­gen ein­ge­führt wor­den, die
    aber die Her­zen der Gläu­bi­gen nicht erreicht haben.

    • Übri­gens beschrei­ben Sie den nach­kon­zi­lia­ren Bil­der­sturm doch recht zurück­hal­tend und vor­nehm. Ich ken­ne Kir­chen, da wur­de aus barocken(!) und neo­go­ti­schen Hoch­äl­tä­ren die Men­sa her­aus­ge­sägt und der Rest, samt Hei­li­gen­fi­gu­ren, auf nim­mer Wie­der­se­hen in den Schred­der gege­ben. Tja, unse­re Kon­zils- und Lit­ur­gie­re­form­fa­na­ti­ker waren nicht zim­per­lich und haben gan­ze Arbeit gelei­stet und lei­sten sie noch, Ber­go­glio als Schutz­pa­tron im Rücken.

  2. Nein,fredius, es geht doch nicht um „fri­sches Brot“ (die ollen Bro­tho­sti­en sind so alt und gelb und trocken, dass man sie kaum hin­un­ter­wür­gen kann), in der zweit­va­ti­ka­ni­schen Ideo­lo­gen­kir­che geht es dem Ver­neh­men nach dar­um, dass ein jeder per­sön­lich sei­ne „Gabe(hä??!)“ in den Kelch lege, damit es als sein „Opfer(hä??!)“ zum Volks­al­tar gebracht, von Gott „ange­nom­men“ und zum Zei­chen wer­de, für die Mahl­ge­mein­schaft mit Ihm und unter­ein­an­der. Furcht­ba­rer Kitsch, weiss aber nicht, ob ich die­sen Litu­gie­re­form­zin­no­ber auch recht ver­in­ner­licht habe und las­se mich gern beleh­ren. 😉

  3. „Nehmt und esset, das ist mein Leib“ hat Jesus gesagt und nicht „Nehmt und betet ihn an, das ist mein Leib“. Dass aus der Leh­re der Real­prä­senz eine Anbe­tungs­fröm­mig­keit in der west­li­chen Kir­che her­vor­ge­gan­gen ist (ganz im Gegen­satz zur Ost­kir­che!), hat eine gewis­se Logik. Bei der Eucha­ri­stie­fei­er steht aller­dings der Auf­trag Jesu „Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis“ im Vor­der­grund. Im Hoch­ge­bet wird Jesus in den eucha­ri­sti­schen Gestal­ten gegen­wär­tig. Da ist es wohl ein Wider­spruch, wenn er schon zu Beginn der Mes­se in den eucha­ri­sti­schen Gestal­ten am Altar gegen­wär­tig ist. Die Auf­be­wah­rung des Lei­bes Chri­sti hat, wie die histo­ri­sche Ent­wick­lung zeigt, ursprüng­lich den Zweck gehabt, für die Weg­zeh­rung den Leib Chri­sti schnell ver­füg­bar zu haben. Die­se Pra­xis hat sich in der Ost­kir­che erhal­ten, in der West­kir­che hat die Anbe­tungs­fröm­mig­keit die Ober­hand gewon­nen. Die Reform­maß­nah­men, den Taber­na­kel vom Altar der Eucha­ri­stie­fei­er zu tren­nen, waren daher eine ver­nünf­ti­ge und logi­sche Rück­füh­rung auf den ursprüng­li­chen Zweck der Auf­be­wah­rung der eucha­ri­sti­schen Gaben nach Ende der Eucha­ri­stie­fei­er.

    • Ach, schön aus­wen­dig gelernt, was man Ihnen im Pasto­ral­se­mi­nar vor­ge­la­bert hat. Aber die­ser alber­ne lit­ur­gi­sche Histo­ris­mus ist in Wahr­heit die pure After­lo­gik, denn die Anbe­tungs­fröm­mig­keit war die kon­se­quen­te Ent­fal­tung des­sen, was die Kir­che von der Eucha­ri­stie lehr­te und glaub­te: Gott ist immer­wäh­rend gegen­wär­tig in den eucha­ri­sti­schen Gestal­ten, daher gebührt ihm immer­wäh­ren­des Lob und immer­wäh­ren­de Anbe­tung. Wie­viel Glau­bens­kraft und wie­vie­le Hei­li­ge sind aus die­ser „Taber­na­kel­fröm­mig­keit“ her­vor­ge­gan­gen und nie­mand hat sich auch nur einen Wim­pern­schlag lang dar­an gestört, dass der Herr wäh­rend der Opfe­rung auf den Altä­ren gegen­wär­tig war. Im Gegen­teil, die aktu­el­le Gegen­wär­tig­set­zung wur­de getra­gen und gehei­ligt durch Sei­ne immer­wäh­ren­de Prä­senz im Taber­na­kel. Durch Sei­ne immer­wäh­ren­de Gegen­wart im Taber­na­kel wur­den die Kir­chen erst zum hei­li­gen Ort der leben­di­gen Got­tes­be­geg­nung. Heu­te sind sie öde Stät­ten, ver­las­sen und wüst, kalt und herz­los wie die gesam­te nach­kon­zi­lia­re After­ki­che, die mit der Ver­sto­ßung des immer­wäh­rend gegen­wär­ti­gen Herrn im Taber­na­kel alle Schön­heit und über­ir­di­schen Glanz und damit allen Sinn und alle Wirk­kraft ver­lo­ren hat. Sehen Sie das nicht!? Sind Sie blind für die Wirk­lich­keit!?

      • Mit Leu­ten, die eine sol­che Aus­drucks­wei­se pfle­gen (After­kir­che, After­lo­gik — viel­leicht argu­men­tie­ren Sie jetzt, dass Sie mit After das „nach“ in nach­kon­zi­li­ar mei­nen, aber für jeden nor­ma­len Men­schen schwingt da eine ande­re Bedeu­tung des Wor­tes mit), dis­ku­tie­re ich nicht. Mir wur­de auch in kei­nem Pasto­ral­se­mi­nar etwas vor­ge­la­bert, da ich nicht Theo­lo­gie stu­diert habe. Sie haben offen­sicht­lich nicht ver­stan­den, wor­um es in der Eucha­ri­stie­fei­er wirk­lich geht.

      • Nun­ja, auch ohne Ihren Hin­weis mer­ke ich schon an Ihrer komi­schen Reak­ti­on, dass Sie ledig­lich über einen recht durch­schnitt­li­chen Bil­dungs­stand ver­fü­gen müs­sen, sonst wüss­ten Sie, dass „after“, aus dem mit­tel­hoch­deut­schen stam­mend, soviel wie „unecht“ bedeu­tet und „After­kir­che“ eine ganz gebräuch­li­che Bezeich­nung für alle Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ist, die nicht der einen, hei­li­gen, all­ge­mei­nen und apo­sto­li­schen Kir­che Jesu Chri­sti, die die römisch-katho­li­sche Kir­che ist, ange­hö­ren.
        https://de.wiktionary.org/wiki/after-
        Tja, und das gebe ich ger­ne zu, dass ich die Phan­tas­men der Lit­ur­gie­re­form­fa­na­ti­ker und deren Eucha­ri­stie­ver­ständ­nis nie so ganz begrei­fen konn­te.

    • Der Prie­ster ist Chri­stus.
      Der Altar ist Chri­stus
      Das Aller­hei­lig­ste ist Chri­stus.
      Die gewan­del­te Hostie ist Chri­stus.
      Bei der Mes­se tritt also Chri­stus an Chri­stus, um im Ange­sicht Chri­sti Brot und Wein in Chri­stus zu wan­deln.
      Die sog. „Reform­maß­nah­men“ waren durch kein Gesetz gebo­ten, son­dern über­eif­ri­gen Lit­ur­gi­kern gedankt, die end­lich ihre Fan­ta­sien davon, wie Lit­ur­gie aus­se­hen soll, durch­set­zen konn­ten. Zu der ollen Kamel­le mit „Nehmt und betet an“ hat Papst Bene­dikt schon alles gesagt — scha­de, daß Sie offen­bar seit 1965 in kein theo­lo­gi­sches Buch mehr geschaut haben.
      Als näch­stes machen Sie uns weis, daß die Cele­bra­tio ver­sus popu­lum viel ursprüng­li­cher und authen­ti­scher sei, und refe­rie­ren Nuß­baum.
      Mal ganz von der Rich­tig­keit Ihrer lit­ur­gi­schen Theo­rien abge­se­hen, hat Pius XII. in „Media­tor Dei“ schon alles zum Archäo­lo­gis­mus gesagt, was zu sagen ist.

    • Sie haben sach­lich recht, was den Cha­rak­ter des hl. Mess­op­fers betrifft. Auch inso­fern, als auch im Hoch­mit­tel­al­ter das Taber­na­kel­haus meist seit­lich in der Kir­chen­wand oder an der Wand ein­ge­rich­tet war.

      Trotz­dem wür­de ich kei­nen Gegen­satz kon­stru­ie­ren wol­len, und v.a. hat die gegen­wär­ti­ge Pra­xis kei­ne inne­re Ver­bin­dung zu der des Hoch­mit­tel­al­ters, das eine eucha­ri­sti­sche Respekt­lo­sig­keit heu­ti­ger Art näm­lich sicher nicht kann­te.

      Dazu muss amn wis­sen, dass in frü­he­ren Jahr­hun­der­ten über­haupt nicht täg­lich kom­mu­ni­ziert wur­de. Die­se extrem häu­fi­ge Kom­mu­ni­on hat m.W. erst Pius X. ein­ge­führt. Das brach­te natür­lich vie­le Pro­ble­me mit sich — etwa der Druck, mehr beich­ten zu müs­sen und eben auch einen quan­ti­ta­tiv häu­fi­ge­ren Miss­brauch der Hl. Kom­mu­ni­on durch unwür­di­ge Teil­nah­me. Den­noch ist bis heu­te nur eine ein­ma­li­ge Kom­mu­ni­on im jahr ver­pflich­tend — nach wie vor, das aht auch Pius X. nicht aus­he­beln kön­nen oder wol­len! An ihr ist auch die Ver­pflich­tung zur ein­ma­li­gen Beich­te po jahr aus­ge­rich­tet, die bis heu­te nach wie vor gilt.

      Tra­dis sehen die Neue­run­gen durch Pius X. meist nur anders­her­um: Wie toll, man erhält so viel mehr Gna­den etc., aber ande­rer­seits wur­de dadurch das beklag­te „Sakri­le­gi­sche“ der unwür­di­gen Kom­mu­ni­on gera­de­zu zur Explo­si­on gebracht. Ich bin daher mit Pius X. sehr auf Distanz. Vor­der­grün­dig klingt das alles gut, wenn man aber die Kon­se­quen­zen mal durch­denkt, hat er damit eben­so auch Ver­hee­ren­des erzeugt, unter dem wir heu­te extrem lei­den.

      • Na, und? In „frü­he­ren Jahr­hun­de­ten“ konn­te man sich auch nicht von jedem Kra­chen aus so ohne wei­te­res wöchent­lich zu einer hl. Mes­se ein­fin­den, Fr. Zeit­schnur!

        Der regel­mä­ßi­ge Kom­mu­nion­emp­fang aber setzt doch vor­aus, dass der Mensch ent­spre­chend, d.h. mög­lichst per­ma­nent im Stand der hei­lig­ma­chen­den Gna­de lebt — wenn Sie das nicht für anstre­bens­wert hal­ten, dann bit­te schön, aber schie­ben Sie die aktu­el­len Miss­bräu­che nicht dem hl. Pius X. unter!

        Dies war nichts als eine Ent­glei­sung, denn sach­lich hat Ihr Lamen­to nach kür­ze­ster Bezug­nah­me am Anfang mit dem Bei­trag des Pasto­ral­se­mi­narab­sol­ven­ten nichts zu tun. Da soll­ten Sie bes­ser hicest­ho­dies Bei­trag zur Kennt­nis neh­men. Jeden­falls sind Hoch­al­tä­re mit Taber­na­kel nicht erst unter Pius X. ent­stan­den!

      • Sie wer­den mir ver­zei­hen, @ Car­lo, wenn ich mir erlau­be, doch noch etwas zu sagen und hof­fe, wir errei­chen wie­der ein Level, auf dem man nicht scham­rot wer­den muss…

        Zur häu­fi­gen Kom­mu­ni­on. Berüh­ren­de Bil­der nut­zen uns hier gar nichts, denn schon im 19. Jh wur­den gra­vie­ren­de Miss­stän­de bei der Teil­nah­me an der hl. Kom­mu­ni­on beklagt!
        Man hat vie­le Bemü­hun­gen unter­nom­men, ins­be­son­de­re Leo XIII., das Kir­chen­volk wie­der her­an­zu­füh­ren an die Leh­re, man gab die Volks­mess­bü­cher her­aus, um deren akti­ve Teil­nah­me zu bestär­ken, auch klei­ne Mes­s­an­dachts­bü­cher u. dgl. mehr. Das hat zwra vie­len gehol­fen, konn­te aber den gesamt doch man­gel­haf­ten Zustand nicht behe­ben.
        Die Kla­ge der Prie­ster, dass man sich ange­wöhnt habe, unwür­dig zur hl. Kom­mu­ni­on zu gehen, brch den­noch nicht ab!

        Mir geht es bei Pius X. um etwas wesent­lich ande­res, ich den­ke, dass Sie mich über­haupt nicht ver­stan­den haben:

        Wenn all die­se unwür­di­gen Zustän­de durch einen ohne­hin nicht so häu­fi­gen Kom­mu­ni­ongang auch nicht ein Über­maß die­ses gefähr­li­chen Tuns erzeu­gen, das durch einen unwür­di­gen Kom­mu­nion­emp­fang doch schon nach den Wor­ten des hl. Pau­lus zu erwar­ten ist, dann bedeu­tet eine ver­viel­fa­chung des Kom­mu­nion­emp­fangs, OHNE dass sich an der geist­li­chen Ver­fas­sung im Kir­chen­volk etwas wesent­li­ches geän­dert hat, auch eine Ver­viel­fa­chung die­ser Gefahr.

        Er hat damit genau das erzeugt, was er eigent­lich ver­mei­den woll­te.

        Ver­ste­hen Sie, was ich mei­ne?

      • @ Car­lo

        Anson­sten zu den ande­ren The­men emp­feh­le ich Ihnen, mein Posting noch mal genau zu lesen, mög­lichst ohne vor­her aus Gift­be­chern ande­rer Poster zu trin­ken.

        Das Sakra­men­ten­haus mit­tel­al­ter­li­cher Kir­chen dien­te der Auf­be­wah­rung der Hosti­en, war aber selbst weni­ger Ort der Anbe­tung.
        Kurz­in­fo zum Ein­stieg hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Sakramentshaus

        Den­noch war eine der­art respekt­lo­se Art im Umgang mit dem Aller­hei­lig­sten nicht üblich, wie wir sie heu­te haben. Die­se Respekt­lo­sig­keit — und dar­um ging es mir — begann aber schon lan­ge vor dem Vati­ca­num II. Die „Ver­ma­ssung“ des Kom­mu­nion­emp­fangs kann man sehr wohl im nach­hin­ein als eine kon­tra­pro­duk­ti­ve Maß­nah­me anse­hen.

        Wie Sie selbst sagen, will man im Gna­den­stand sein, wenn man dahin geht. Wenn aber der Kom­mu­nion­emp­fang All­tag wird, flacht auch auto­ma­tisch die Sen­si­bi­li­tät für den eige­nen Zustand ab. Wer ehr­lich ist, wird das auch als ein Pro­blem bei sich selbst ent­decken. Im übri­gen war das Land in frü­he­ren Zei­ten tat­säch­lich flä­chen­deckend mit Kir­chen und Hl. Mes­sen über­zo­gen und jeder konn­te jeder­zeit teil­neh­men, auch bereits im Mit­tel­al­ter.

        Um aus­schließ­lich sach­li­che Ant­wort wird höf­lichst gebe­ten.

      • Also wenn bspw. Leo­ne apo­dik­tisch geschrie­ben hät­te, „berüh­ren­de Bil­der nüt­zen uns nichts!“, hät­te es mich nicht gewun­dert, aber bei Ihnen als Künst­le­rin bleibt mir schon die Spucke weg.

        Ent­setzt bin ich über Ihre Rou­ti­neap­pli­zie­rung auf den Kom­mu­nion­emp­fang — also nix ex ope­re ope­ra­to? Möge da der hl. Bru­der Klaus beson­ders für Sie ein­tre­ten! Zudem — nicht nur sach­lich, Gnä­dig­ste, son­dern wärm­stens — emp­feh­le ich Ihnen, igna­tia­ni­sche Exer­zi­ti­en zu absol­vie­ren. Z.B. bei P. Schmid­ber­ger, der sich schon eini­ges gewohnt sein dürf­te.

        Und es bleibt dabei: Die Sym­bio­se Taber­na­kel und Hoch­al­tar wur­de Jahr­hun­der­te vor Pius X. begrün­det. Dass die­se nicht nur ange­mes­sen ist, son­dern sich i.Vgl. zum heu­ti­gen Desa­ster als segens­reich erwie­sen hat, sagen Sie ja auch, also mäkeln Sie nicht wei­ter dar­an her­um. Jeden­falls ist die im Arti­kel beschrie­be­ne Anord­nung eines moder­nen Diö­ze­san­bi­schofs — wie­wohl unvoll­stän­dig — sehr zu begrü­ßen.

      • @ Car­lo

        Zuhö­ren, mei­ne Güte, Zuhö­ren — ist das so schwer?

        1. Die Sym­bio­se Altar-Taber­na­kel habe ich NICHT Pius X. zuge­schrie­ben und nicht kri­ti­siert. ich habe nur drauf hin­ge­wie­sen, dass sie auch erst eine neue­re Tra­di­ti­on ist. und 1500 Jah­re es anders war!

        2. Das „ex ope­re ope­ra­to“ — Sie wis­sen nicht, was das heißt, rich­tig? Es heißt, dass eine sakra­men­ta­le Hand­lung als sie selbst wirkt und nicht auf­grund des Gna­den­stands des Zele­bran­ten oder ande­rer per­sön­li­cher Bedin­gun­gen.

        3. Ein mas­sen­haft auf­ge­bla­se­ner häu­fi­ger UNWÜRDIGER Kom­mu­nion­emp­fang — und damit muss­te man nach DER Vor­ge­schich­te in der Zeit Pius X. mehr rech­nen als je zuvor (!) — ist fahr­läs­sig! Leu­te, die vor­her viel­leicht ein­mal im Monat unwür­dig die Kom­mu­ni­on emp­fin­gen, wur­den nun ani­miert, sie 30 Mal unwür­dig zu emp­fan­gen — anders: Pius X. zäum­te das Pferd beim Schwanz auf. Die Hl. Kom­mu­ni­on ist ja kei­ne magi­sche Wasch­an­la­ge selbst bei Unwil­li­gen!

        4. Ich habe Sie gebe­ten, sach­lich zu blei­ben und nicht wie­der ad per­so­nam zu gehen. Und bevor ich zu dem genann­ten Pater gehe und bevor ich mich den zwei­fel­haf­ten Exer­zi­ti­en eines Igna­ti­us aus­set­ze, blei­be ich lie­ber bei den Leu­ten, die ich auf­zu­su­chen pfle­ge und besu­che die Exer­zi­ti­en, die ich bis­lang besuch­te. Klar soweit?

        Ihnen sei dage­gen brü­der­lich ein Gebet an den Hl. Geist emp­foh­len, der allein uns in die Wahr­heit führt. das emp­feh­le ich mir auch selbst — es ist fahr­läs­sig, sich in die­ser Ver­wir­rung von selbst­er­nann­ten Leh­rernn instu­ie­ren zu las­sen. Die Kir­che hat sie jeden­falls nicht beru­fen, son­dern sie sich selbst. Das ist eine unsau­be­re Sache — genau­so unsu­aber wie bei ent­spre­chen­den Sedis! Man hört sich an, was sie sagen, aber man folgt ihnen nicht — das hat Jesus uns für die End­zeit gesagt.

      • Ja, eben: die hl. Kom­mu­ni­on WIRKT (gna­den­reich), sofern sich der Emp­fän­ger im Stan­de der hei­lig­ma­chen­den Gna­de befin­det. Dar­um ging’s. Dass Sie momen­tan nicht über Ihre Nasen­spit­ze hin­aus­den­ken, zeigt allen Ihre buch­hal­te­ri­sche Pro­to­koll­füh­rung.

        Und es ist eine Schan­de, was Sie dem hl. Pius X. alles unter­ju­beln wol­len, weil ein qua­si Ver­rück­ter 60 Jah­re nach ihm die Mes­se zer­stört hat. Full stop.

      • @ Car­lo

        Es ist momen­tan hoff­nungs­los — Sie begrei­fen nicht, was ich sagen will. Ihr State­ment von den Knack­punk­ten neu­lich trifft dem­nach ganz allein auf Sie zu.

        Wenn ein gro­ßer Teil der Katho­li­ken bereits total ver­dor­ben ist, nützt es nichts, wenn man meint, man kön­ne das vor­aus­set­zungs­los durch häu­fi­ge­re Kom­mu­ni­on hei­len.

        Denn die­ser gro­ße Teil war schon im 19. Jh nicht mehr im Gna­den­stand — ich sag­te ja, dass sehr vie­le Kla­gen aus der Prie­ster­schaft kamen über krass unwür­di­gen Kom­mu­ni­ongang. Und ich den­ke nicht, dass das über­trie­ben war, erst recht nicht, wenn man sich das Cha­os schon damals anhand der Quel­len vor Augen führt.

        Ich bin auch kein Buch­hal­ter, auch noch nie gewe­sen, fra­gen Sie den Steu­er­be­ra­ter. Aber ich kann den­ken!
        Pius X. hat tat­säch­lich den Wahn gehabt, er kön­ne mit dik­tia­to­ri­scher „Admi­ni­stra­ti­on“ See­len beein­flus­sen (um es gelin­de zu for­mu­lie­ren) und irgend­wo­hin zwin­gen. Für mich ist das Ver­rat an dem, was Jesus auf­ge­tra­gen hat. Ein unfrei­wil­li­ger, auf­ge­zwun­ge­ner Glau­be ist kein Glau­be und poten­ziert die Wür­de­lo­sig­keit.

        Und der Beginn der Zer­stö­run­gen der Lit­ur­gie — na schau­en Sie doch selbst mal nach, wer das ange­fan­gen hat! Des­we­gen ver­eh­ren die Pro­gres­si­ven den gro­ßen „Reform­papst“ ja auch so sehr und sehen ihn als ihr Mas­kott­chen an, jeden­falls für die­sen Teil der Sto­ry.

        Ich for­de­re Sie ein wei­te­res Mal auf, nicht ad per­so­nam zu gehen und sich auf ein ange­mes­se­nes Niveau des Respek­tes zwi­schen Erwachs­ne­nen zurück­zu­be­we­gen. Das ist jeden­falls nicht mein Level! Man könn­te glatt den­ken, einer hät­te Ihnen gesagt, Sie hät­ten kei­nen Dis­pens mehr für wür­di­ges Beneh­men mir gegen­über.

      • „Pius X. hat tat­säch­lich den Wahn gehabt, er kön­ne mit dik­tia­to­ri­scher „Admi­ni­stra­ti­on“ See­len beein­flus­sen (um es gelin­de zu for­mu­lie­ren) und irgend­wo­hin zwin­gen. Für mich ist das Ver­rat an dem, was Jesus auf­ge­tra­gen hat. Ein unfrei­wil­li­ger, auf­ge­zwun­ge­ner Glau­be ist kein Glau­be und poten­ziert die Wür­de­lo­sig­keit.“

        Wahn­haft ist eher Ihr Gedan­ken­kon­strukt, in das Sie sich wie­der ein­mal ver­hed­dert haben und das nur in Ihrer Phan­ta­sie und Ihren fal­schen Schlüs­sen besteht, @zeitschnur. Papst Pius X. hat in der Tat zum häu­fi­ge­ren Kom­mu­nion­emp­fang auf­ge­ru­fen und dies hat rea­li­ter zu einer spi­ri­tu­el­len Ver­tie­fung und reli­giö­sen Erneue­rung im Volk Got­tes geführt. Das bestä­ti­gen selbst die größ­ten Kri­ti­ker die­ses Pap­stes! Pius X. und sei­ne Refor­men haben nie­man­den zu irgend­et­was gezwun­gen. Auch gab es bis nach dem II. Vati­ka­num kei­nen mas­sen­haf­ten Kom­mu­nion­emp­fang, die Zahl derer, die in der Bank blie­ben, war immer grö­ßer, als die, die zum Alta­re schrit­ten. Denn es war damals jedem bewusst, dass man sich das Gericht aß, wenn man unwür­dig, d.h. im Stand der schwe­ren Schuld, die Kom­mu­ni­on emp­fing. Das Phä­no­men einer mas­sen­haft unwür­di­gen Kom­mu­ni­on ist viel­mehr ein Pro­blem der zweit­va­ti­ka­ni­schen Kir­che, in der alle zum Altar ren­nen und kei­ner in den Beicht­stuhl. Druck übt zudem die zweit­va­ti­ka­ni­sche Kir­che auf die Gläu­bi­gen aus, indem jeder, der es sich erlaubt, nicht mit der unwür­di­gen Mas­se zum Kom­mu­nion­emp­fang anzu­tre­ten und als ein­zi­ger in der Bank bleibt, sich selbst vor der Gemein­de als ein schwe­rer Sün­der outen muss, nach dem Mot­to: wenn der als ein­zi­ger in der Gemein­de nicht zur Kom­mu­ni­on geht, dann muss er ja was ganz was Schlim­mes auf dem Kerb­holz haben (die­se rein sozio­lo­gi­schen, weni­ger spi­ri­tu­el­le Aspek­te dürf­ten übri­gens auch der Grund sein, war­um die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen so unter dem Aus­schluss vom Kom­mu­nion­emp­fang lei­den!!!). Da begräbt der Sün­der dann lie­ber sein Gewis­sen steht auf und macht ein­fach mit. Dar­aus ent­ste­hen für den Ein­zel­nen wie für die gan­ze Kir­che jene Zustän­de, die Sie hier, in völ­li­ger Ver­dre­hung der Tat­sa­chen, Pius X. unter­zu­schie­ben geden­ken, nur um den von Ihnen ver­haß­ten Tra­dis wie­der eins aus­zu­wi­schen. Wer so pro­vo­ka­tiv und dem­ago­gisch agiert wie Sie, hat gar kein Recht, gegen­über ande­ren Kom­men­ta­to­ren respekt­vol­len Umgang anzu­mah­nen. Fan­gen Sie bei sich an, Beste!

      • Übri­gens, wenn man nur ein­mal die­sen einen von mir zitier­ten Satz aus Ihren Zuschrei­bun­gen ana­ly­siert, zeigt sich die gan­ze Unsin­nig­keit Ihrer Anwür­fe. Sie nen­nen die Kom­mu­ni­on­de­kre­te Pius X. „dik­ta­to­ri­sche Admi­ni­stra­ti­on“ zu See­len­be­ein­flus­sung. Was aber sind dann alle ande­ren Dekre­te aller ande­ren Päp­ste, alle Dog­men, das gesam­te Lehr­amt der Kir­che, was ist dann Mis­si­on und Pasto­ral, ja Kir­che ins­ge­samt ande­res, als eine „dik­ta­to­ri­sche Admi­ni­stra­ti­on“ zur See­len­be­ein­flus­sung und damit Ver­rat an dem, was Jesus angeb­lich auf­ge­tra­gen hät­te? Mer­ken Sie eigent­lich noch, wie sehr Sie ins Anti­ka­tho­li­sche und in die Gedan­ken­welt eines Richard Daw­kins & Co. abdrif­ten!?

  4. Aus­zug aus einer Schrift von Hw Robert Mäder — „Es lebe Jesus der König!“ aus dem Jah­re 1927:
    -
    „Die katho­li­sche Kir­che ist das Haus des Königs. 
    Die katho­li­sche Kir­che wird des Cho­res wegen gebaut, das Chor des Alta­res und des Taber­na­kels wegen, der Taber­na­kel des Zibo­ri­ums wegen, das Zibo­ri­um des aller­hei­lig­sten Sakra­men­tes wegen. 
    Dem König in der Hostie die­nen alle Kün­ste: 
    Archi­tek­tur, Bild­haue­rei, Male­rei, Musik.

    Sobald die hei­li­ge Hostie ver­schwin­det, 
    wird die Kir­che ein archi­tek­to­ni­scher 
    Unsinn. Wenn der König nicht mehr da ist, muss man nicht mehr Got­tes­häu­ser, son­dern 
    nur noch mög­lichst prak­ti­sche Ver­samm­lungs­lo­ka­le 
    errich­ten. 
    [.…]
    Die katho­li­sche Reli­gi­on ist die Reli­gi­on des gegen­wär­ti­gen Chri­stus. 
    [.…]
    Wer den Katho­li­zis­mus wirk­lich in sei­nem tief­sten inner­sten Wesen ken­nen ler­nen will, der muss wei­ter nach vor­ne gehen, bis zum Aller­hei­lig­sten, dort, wo Jesus ist. 
    Sein Katho­li­zis­mus muss eucha­ri­stisch wer­den, den­ken, han­deln. 
    Katho­li­zis­mus ohne den leben­di­gen Mit­tel­punkt der hei­li­gen Hostie 
    ist toter, see­len­lo­ser Katho­li­zis­mus
    [.…]
    Die katho­li­sche Kir­che, das Haus der hei­li­gen Hostie! 
    Den­ken wir die­sen Gedan­ken noch wei­ter durch. 
    Drin­gen wir durch den Schlei­er der Brot­s­ge­stalt zu dem dort Ver­bor­ge­nen. 
    Chri­stus im Sakra­men­te ist kein Toter,sondern ein leben­di­ger. 
    Der Taber­na­kel ist kein Sarg, kein Ruhe­plätz­chen eines Schla­fen­den, das Chor kein Fried­hof! 
    Nir­gends in der Welt ist mehr Leben als dort. Nir­gends wird mehr gear­bei­tet.

    Was Chri­stus einst nach der Hei­lung des 38-jäh­ri­gen Kran­ken gesagt, gilt auch vom eucha­ri­sti­schen Hei­land: 
    Mein Vater wirkt bis jetzt und ich wir­ke auch. (Joh. 5, 17.) 
    Im Taber­na­kel wohnt die All­macht. 
    Im Taber­na­kel wohnt die unend­li­che Lie­be. 
    Im Taber­na­kel wohnt die ewi­ge Weis­heit. 
    Im Taber­na­kel wohnt die gött­li­che Vor­se­hung. 
    Von hier aus wer­den die See­len gelei­tet. 
    Von hier aus gehen die Strö­me des Lebens. 
    Hier wirkt der König“
    [.…]
    -

  5. Ich bin ganz bei Bischof Mor­li­no:
    Der Taber­na­kel gehört in den Mit­tel­punkt des Chor­raums der katho­li­schen Kir­chen, weil dar­in der Herr Jesus Chri­stus in der Gestalt der hl. Hosti­en immer­wäh­rend zuge­gen ist.
    Ist eine logi­sche Kon­se­quenz aus unse­rer katho­li­schen Glau­bens­wahr­heit der immer­wäh­ren­den Prä­senz Chri­sti in der kon­se­krier­ten Hostie.
    In Deutsch­land kommt es zu immer mehr Aus­dün­nung von Eucha­ri­stie- fei­ern wg. des Prie­ster­man­gels.
    Des­halb ist aber gera­de eigent­lich das Bewusst­sein der Gegen­wart des Herrn Jesus Chri­stus im Taber­na­kel und die Mög­lich­keit — ja eigent­lich Ver­pflich­tung — zum Besuch bei ihm und zu sei­ner Anbe­tung für die katho­li­schen Gläu­bi­gen von essen­ti­el­ler Bedeu­tung.
    Lei­der fan­den sich im vori­gen Jahr auch in der von uns besuch­ten kathol. Gemein­de nicht genü­gend Gemein­de­mit­glie­der für einen Sonnn­tag-Nach­mit­tag des ewi­gen Gebets vor dem Taber­na­kel — trotz wie­der­hol­ter Auf­ru­fe.
    Das ewi­ge Gebet wur­de dann in die­ser Gemein­de abge­sagt — trau­rig.

  6. @ zeit­schnur
    In einem Kom­men­tar vor eini­gen Tagen baten Sie mich um mei­ne (durch­dach­te) Mei­nung über die gegen­wär­ti­ge Lage — ich kann es nur noch so all­ge­mein aus­drücken, denn ich habe die Ein­zel­hei­ten ver­ges­sen und kann’s nicht mehr auf­fin­den.
    Ihrer Bit­te glau­be ich am besten nach­kom­men zu kön­nen, wenn ich Ihnen emp­feh­le, das Buch „Mar­ria­ge Sup­per of the Lamb“ von Sus­an Davis zu lesen. Sie kön­nen preis­gün­stig, zum Selbst­ko­sten­preis, als Buch kau­fen, Sie kön­nen es auch gra­tis aus dem Netz her­un­ter­la­den:
    http://sites.radiantwebtools.com/index.cfm?i=15948
    https://www.smashwords.com/books/view/162979
    Dort fin­den Sie wei­te­re Bücher der­sel­ben Autorin zum glei­chen The­ma. Sie sind in ver­schie­de­ne Spra­chen über­setzt, eini­ges auch ins Deut­sche.

    Die­se Emp­feh­lung gebe ich auch den ande­ren Kom­men­ta­to­ren und Lesern die­ses Forums, wohl wis­send, dass nur weni­ge sie auf­neh­menn wer­den.

      • Dan­ke für die Links. Ich hab das mal ein biss­chen ange­le­sen in der bis jetzt kur­zen Zeit. Erin­ner­te mich spon­tan ein biss­chen an die „War­nung“ — nur auf höhe­rem Niveau.

        Rich­tig ist natür­lich, dass die Ver­ach­tung des Pro­phe­ten­am­tes auch eines der Ver­säum­nis­se ist, die uns heu­te teu­er zu ste­hen kom­men. Ande­rer­seits wird ja in dem Buch auch gesagt, dass es wich­tig ist, wah­rer von fal­scher Pro­phe­tie zu unter­schei­den und ver­mut­lich mehr fal­sche als wah­re Pro­phe­ten unter­wegs sind — wie schon im AT.

        Nur — wie unter­schei­det man das eine vom andern?

        Es dür­fen kei­ne Irr­tü­mer unter­ge­ju­belt wer­den. das ist wohl das Haupt­kri­te­ri­um.

        Ich gehe aller­dings immer auf Distanz, wenn pro­phe­ten sagen, Jesus kom­me sehr sehr bald. Ich tu das des­halb, weil Jesus selbst gesagt hat, er wis­se weder Tag nicht Stun­de und weil Pau­lus davor warnt, Leu­ten zu glau­ben, die sagen, er sei gekom­men.

        Damit ist uns eine Sen­si­bi­li­sie­rung gegen­über End­zeit­schwär­me­rei­en auf­ge­tra­gen wor­den.

        Ob es sich hier um eine han­delt, muss erst genau­er prü­fen — dafür braucht es etwas Zeit, zumal Eng­lisch nicht mei­ne Mut­ter­spra­che ist und ich in Fremd­spra­chen zwar ganz gut klar­kom­me, aber ein­fach viel län­ger brau­che.

        Ich hab Ihnen übri­gens bei dem Sedis­va­kan­ti­sten­text auch noch ne Fra­ge gestellt wegen Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit der Kir­che.

  7. In dem Spät­mit­tel­al­ter war das Respekt für den Eucha­ri­sti­schen Leib rie­sig groß-übri­gens beson­ders geför­dert von den gro­ßen mysti­schen Bewe­gun­gen.
    Beson­ders ein­drück­lich hier das gewal­ti­ge Sakra­ments­haus (ein ca. 14 m hohe fili­gran geschnitz­ter Holzturm)links vor­ne am Chor­ein­gang in dem Ulmer Mün­ster, mit damals einem gewal­ti­gen Altar vor­ne im Chor.
    Der häu­fi­ge Kom­mu­nion­emp­fang wur­de übri­gens schon im Spät­mit­tel­al­ter prak­ti­ziert, beson­drs bei de from­men Bewe­gun­gen wie in der Devo­tio Moder­na (z.B. Klo­ster van Oister­wi­jk, Agnie­ten­kloo­ster in Arn­heim).
    Dies wur­de dann in der Barock­zeit wei­ter­ge­führt und ‑ent­wickelt (wobei beson­ders in den Begi­nen­hö­fen eine häu­fi­ge Kom­mu­ni­on prak­ti­ziert wur­de).
    Gera­de die Refor­ma­to­ren haben die häu­fi­ge Kom­mu­ni­on bekämpft: Zwing­li ver­bot aus­drück­lich mehr als 2x pro Jahr zu kom­mu­ni­zie­ren (eine Ten­denz die sich bei vie­len pro­te­stan­ti­schen Strö­mun­gen bis jetzt fin­den läßt bzw. noch ver­schärft hat: wenig bekannt ist, daß bei dem sog. Kon­fir­ma­ti­ons­abend­mahl sehr häu­fig Eltern v. Kon­fir­man­den um ein Beru­hi­gungs­mit­tel fra­gen, um die­sen „see­li­schen Streß“ aus­zu­hal­ten)
    (Das zeigt übri­gens auch daß Unwis­sen­de, fak­tisch wahr­schein­lich Heid­ni­sch­ge­wor­de­ne ohne viel Bezug und/oder Kennt­nis von Glau­ben und Kir­che, sehr wohl das Myste­ri­um tre­men­dum spü­ren).
    In gro­ßen Gebie­ten von Süd­frank­reich und im süd­li­chen Ita­li­en waren durch Kriegs­wir­ren und Kata­stro­phen gro­ße Bevöl­ke­rungs­schich­ten kaum noch pasto­ral betreut.
    Ähn­lich erging es den erober­ten Gebie­ten nach den fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­ons­krie­gen (z.B. Bel­gi­en).
    Die beson­de­re Her­vor­he­bung der Hl. Eucha­ri­stie, zusam­men mit einer brei­ten Kate­che­se für alle Schich­ten der Bevöl­ke­rung, mit einer tie­fen und brei­ten Mari­en­fröm­mig­keit und Herz-Jesu-Ver­eh­rung, geschah im 19. Jahr­hun­dert um wie­der an die glor­rei­che Evan­ge­li­sie­r­unsepo­che des triden­ti­ni­schen Barocks anzu­knüp­fen.
    Der Hl. Papst Pius X hat beson­ders viel Wert auf die frü­he Erst­kom­mu­ni­on gelegt; die Hl. Thérèse vom Kin­de Jesus (v. Lisieux)hat übri­gens Him­mel und Erde bewegt um schon im Alter v. 4 Jah­ren erst­ma­lig zu kom­mu­ni­zie­ren;
    ins­ge­samt eine gewal­ti­ge Eucha­ri­sti­sche Bewe­gung, ver­bun­den mit regel­mä­ßi­ger Beicht­pra­xis und ein­drucks­vol­len Ves­per­lit­ur­gie abends.

    • „Häu­fi­ge“ Kom­mu­ni­on bedeu­te­te im Mit­tel­al­ter nicht das, was man heu­te drun­ter ver­steht.

      Es bedeu­te­te mög­li­cher­wei­se auch bloß 4x pro Jahr oder 1x im Monat, in jedem Fall aber nicht täg­lich oder wöchent­lich.

      Gera­de in der gal­lisch-frän­ki­schen Kir­che hat­te sich die Kom­mu­ni­on haupt­säch­lich zur Prie­ster­kom­mu­ni­on ent­wickelt, und anders ergä­ben Pri­vat­mes­sen ja über­haupt kei­ner­lei Sinn (wie es dann tat­säch­lich nach dem Vat. II auch behaup­tet wur­de). Erst durch ver­schie­de­ne neu­zeit­li­che mysti­sche Bewe­gun­gen kam die wirk­lich häu­fi­ge Kom­mu­ni­on auf.

      Für Men­schen, die sich mystisch ver­sen­ken und klö­ster­lich leben, mag das ja segens­reich sein. Aber nicht jeder ist eine Thérèse Mar­tin! Pius X. hat das eben nicht in einem spi­ri­tu­el­len Zusam­men­hang gese­hen, son­dern zu einer all­ge­mei­nen regel gemacht, die aber für die All­ge­mein­heit so, wie sie bereits abge­sun­ken war, nicht rich­tig war.

      Sie pro­kla­mie­ren „Früch­te“, allein: Wo sind die­se Früch­te?
      Eben genau das fehlt doch!
      „Frucht“ heißt doch nicht ego­istisch, dass es MIR gut­geht, son­dern dass dar­aus ein wei­te­rer Same wird, der wei­te­re Früch­te bringt. Und die­se Früch­te kamen nicht. Sie wer­den ger­ne her­bei­ge­re­det, aber die fak­ti­sche Ent­wick­lung zeigt ein­deu­tig, dass die­se Früch­te aus­ge­blie­ben sind.

      Infos zur Lit­ur­gie­ge­schich­te hier: gul.echter.de/component/…/1155–26-1953–3‑167–188-bleienstein‑0.html

      • Ich hof­fe, der Link klappt, das ist ein PDF, das man über die Such­ma­schi­ne mit einem Direkt­link fin­det. Der Autor heißt Blei­en­stein und ist ein Ver­fech­ter der häu­fi­gen Kom­mu­ni­on.

        Inter­es­sant am Schluss des Tex­tes auf S. 21 wie er refe­riert, dass man in alten zei­ten für einen häu­fi­gen Kom­mu­nion­emp­fang (täg­lich) wesent­lich höhe­re sitt­li­che und geist­li­che Anfor­de­run­gen stell­te. Das Later­an­kon­zil 1215 hat­te jedoch offen­bar ver­bind­lich fest­ge­legt, dass eine ein­ma­li­ge Lai­en-Kom­mu­ni­on (+ Beichte)im Jahr bereits als aus­rei­chend gilt. Nun konn­te Pius X. dahin­ter nicht zurück, weil das eben nun ein­mal so fest­ge­legt wor­den war.

        Der Autor Blei­en­stein weicht am Ende dann auch punkt­ge­nau die hohen sitt­li­chen und spi­ri­tu­el­len Anfor­de­run­gen auf, indem er sagt:

        „Aber immer wie­der stie­ßen sie in den Ent­schei­dun­gen der Kon­zi­li­en auf Wor­te und Wen­dun­gen,
        nach denen sie sich für berech­tigt hiel­ten, den Grad der Kom­mu­ni­onhäu­fig­keit am Grad des geist­li­chen Lebens abzu­mes­sen oder mit andern Wor­ten, für den täg­li­chen Kom­mu­nion­emp­fang viel höhe­re sitt­li­che Lei­stun­gen vor­aus­zu­set­zen als für die Wochen- oder Monats­kom­mu­ni­on. Daß bei die­ser theo­lo­gisch-mensch­li­chen Ratio­nie­rung der eucha­ri­sti­schen See­len­spei­se das Heil des Chri­sten­vol­kes aufs gan­ze gese­hen zu kurz kam, nah­men sie, der Ehre Got­tes zulie­be, in Kauf.
        In der ersten Pha­se der Wie­der­ein­füh­rung der öfte­ren Kom­mu­ni­on hat­ten zwar auch die Theo­lo­gen erklärt, daß man die Ehre Got­tes am mei­sten för­de­re, wenn man ihn in der Eucha­ri­stie öfters emp­fan­ge. Aber sobald die Zahl der Kom­mu­nio­nen eine gewis­se Höhe erreicht hat­te, setz­ten Beden­ken und Beschrän­kun­gen ein, die nur zum Teil durch Über­trei­bung und Miß­bräu­che in der neu­en Pra­xis gerecht­fer­tigt waren und in ihrer theo­re­ti­schen Begrün­dung die Unter­schei­dung zwi­schen den wesens­not­wen­di­gen und nur wün­schens­wer­ten Dis­po­si­tio­nen fast all­ge­mein ver­mis­sen ließ.“ (S. 21)

        Er drückt, wenn auch eupho­risch und unnüch­tern in sei­ner fol­gen­den Über­le­gung sehr wohl aus, dass Pius X. mit der gesam­ten Tra­di­ti­on der Kir­che gebro­chen hat, in dem, was er durch­ge­setzt hat. Blei­en­stein, übri­gens ein Jesu­it, behaup­tet, die täg­li­che Kom­mu­ni­on sei immer Ide­al der Kir­che gewe­sen, seit­dem sie Volks- un mas­sen­kir­che ist, aber zuneh­mend zurück­ge­fah­ren wor­den — eben wegen der feh­len­den Dis­po­si­tio­nen der Mas­sen. Fol­gen wir also wei­ter dem Autor:

        „Faßt man von die­sem geschicht­li­chen Hin­ter­grund aus das Kom­mu­ni­on­de­kret Papst Pius X. vom Jah­re 1905 ins Auge, so wird im Ernst wohl nie­mand dar­an zwei­feln, daß es nicht das Ende einer theo­lo­gi­schen Ent­wick­lung, nicht das Ergeb­nis mensch­li­cher Bemü­hun­gen über­haupt, son­dern das vom Hei­li­gen Geist inspi­rier­te
        Wort Got­tes ist. Von ihm erleuch­tet und in sei­nem Auf­trag ver­kün­det Pius, daß der von Chri­stus dem Herrn und der katho­li­schen Kir­che gewünsch­te Grad der Häu­fig­keit die täg­li­che oder fast täg­li­che Kom­mu­ni­on ist, daß deren Ziel nicht so sehr dar­in liegt, daß der Herr ver­ehrt und ver­herr­licht oder die Tugend­haf­tig­keit der Gläu­bi­gen aner­kannt und belohnt wer­de, son­dern haupt­säch­lich dar­in, daß die Chri­sten durch die sakra­men­ta­le Gott­ver­ei­ni­gung Kraft gewin­nen zur Beherr­schung des begehr­li­chen Flei­sches, Nach­las­sung erhal­ten der läß­li­chen und Schutz gegen die schwe­ren Sün­den, denen die Men­schen in ihrer Gebrech­lich­keit sonst zum Opfer fal­len; daß dar­um nie­mand am Emp­fang die­ser Arz­nei gehin­dert wer­den darf, der im Gna­den­stand und mit rech­tem und from­mem Geist (rec­ta pia­que men­te) zum
        Tisch des Herrn gehen will.
        In die­ser festen, von Gott ver­lie­he­nen Glau­bens­ge­wiß­heit schritt der Papst über alle mensch­li­chen Beden­ken sou­ve­rän hin­weg, ließ sich durch die Ein­wän­de der­Theo­lo­gen eben­so­we­nig bestim­men wie durch die War­nun­gen der prak­ti­schen Seel­sor­ger, weil er inner­lich ganz sicher war, daß weder rou­ti­nier­te Ehr­furchts­lo­sig­keit noch eit­le mensch­li­che Selbst­ge­fäl­lig­keit zu fürch­ten sind, wenn man die täg­li­che Kom­mu­ni­on emp­fängt, um dem Wun­sche Got­tes zu ent­spre­chen, mit ihm ver­ei­nigt und von den sünd­haf­ten mensch­li­chen Schwä­chen befreit zu wer­den.“ (S. 22)

        Es st durch­aus unge­sund und sek­tie­re­risch, die admi­ni­stra­ti­ven maß­nah­men Pius X. als „Got­tes Wort“ zu bezeich­nen und sie mit wei­te­ren ver­gött­li­chen­den Adjek­ti­ven zu ver­se­hen. Noch dazu, wo er sehr genau fest­stellt, dass die Kir­che und das Lehr­amt genau das fast 1600 jah­re lang so nicht woll­te aus Ehr­furcht vor dem Herrn!

        Blei­en­stein setzt die euchsa­ri­sti­sche Ehr­furcht dem pasto­ra­len Nut­zen vor­an.

        Wir sehen also, dass die Maß­nah­men Pius X. exakt das vor­be­rei­tet haben, was wir heu­te haben. Nicht, dass man ihm unter­stel­len kann, es wäre so beab­sich­tigt gewe­sen, aber er war genau­so fahr­läs­sig wie die, die er mit Feu­er und Schwert ver­folg­te: die Moder­ni­sten. Aber auch en Rah­ner war ver­zwei­felt, als er das Ergeb­nis sei­ner Theo­lo­gie mit­an­se­hen muss­te (weiß ich aus per­sön­li­chen Quel­len).

        Klar ist aber, dass mit die­sen Dekre­ten mit einer uralten Tra­di­ti­on der Vor­sicht und Ehr­furcht gebro­chen wur­de.

      • Kor­rek­tur:

        Nicht: „Blei­en­stein setzt die euchsa­ri­sti­sche Ehr­furcht dem pasto­ra­len Nut­zen vor­an.“

        Son­dern:

        „Blei­en­stein setzt die eucha­ri­sti­sche Ehr­furcht dem pasto­ra­len Nut­zen HINTAN.“

    • In den burgundischen/habsburgischen Nie­der­lan­den (ab 1550: spa­ni­schen Nie­der­lan­den) ist der­Kom­mu­ni­ons­emp­fang mehr­mals wöchent­lich sehr gut belegt.
      Die Volks­de­vo­ti­on war nicht nur tief aus­ge­prägt und breit vor­han­den, son­dern bil­de­te ein gewal­ti­ge gesell­schaft­li­che Macht:
      die vie­le Kar­täu­ser­klo­ster (in der Refor­ma­ti­ons­zeit dann weit­ge­hend aufgehoben/geschlossen), und beson­ders die Begi­nen­hö­fe und im deut­schen Reich die Spi­tä­ler;
      in dem Begin­hof von Mecheln wohn­ten Ende des 17. Jhdt ca. 1500 Begi­nen (ca. 8–10 % der Gesamt­be­völ­ke­rung der Stadt) mit gro­ßem Besitz (in weib­li­cher Hand) und sehr viel Spi­ri­tua­li­tät.
      Die Kor­re­spon­den­zen der Groß­fräu­lei­ne mit den Bischö­fen und Prä­la­ten sind äusserst aus­sa­ge­kräf­tig betr. des Selbst­ver­trau­ens, der öko­no­mi­schen und sozia­len Macht und der juri­sti­schen Fach­kennt­nis die­ser Gemein­schaf­ten.
      Das wur­de damals von den Män­nern auch so wahr­ge­nom­men und akzep­tiert und auch für ihre eige­ne Fami­lie genutzt und unter­stützt.
      Die Anfän­ge der Con­tra­re­for­ma­ti­on in Deutsch­land gehen übri­gens auch direkt auf die spät­mit­tel­al­ter­li­che katho­li­sche mysti­sche und Devo­ti­ons­be­we­gun­gen zurück, mit einem sehr inter­es­san­ten katho­li­schen Reform­an­satz z.B. in Ulm unter dem Stadt­p­le­ban Ulrich Krafft und dem spä­te­ren Spi­tal­herr Gre­gor Bau­ler;
      durch des­sen Schuler Johann Wid­man­stet­ter und Kard. Otto Truch­seß v. Wald­burg wur­de Petrus Cani­si­us zum triden­ti­ni­schen Konzil/ nach Rom gesandt, womit die viel­leicht wich­tig­ste Grund­li­nie für die Con­tra­re­for­ma­ti­on ent­stand.
      Gera­de bei den pla­ka­ti­ven Aus­sa­gen vie­ler frü­hen Refor­ma­to­ren betr. das Abend­mahl bekam der häu­fi­ge Emp­fang der Kom­mu­ni­on eine star­ke Pro­fi­lie­rung.

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