Einziger belgischer Synodale ist der homophile Bischof Johan Bonny

Kardinal Danneels mit Bischof Bonny
Kar­di­nal Dan­neels mit Bischof Bon­ny

(Brüs­sel) In Bel­gi­en geht die Ope­ra­ti­on „Brüs­sel“ in eine neue Run­de. Gemeint ist damit die Rück­erobe­rung des Erz­bi­schofs­stuhls von Mecheln-Brüs­sel durch einen pro­gres­si­ven Kir­chen­ver­tre­ter. 2010 hat­te Bene­dikt XVI. durch die Beru­fung des dama­li­gen Bischofs von Namur, André-Joseph Léo­nard, dem libe­ra­len Rei­gen in Brüs­sel in Ende berei­tet. Am 6. Mai voll­ende­te Léo­nard das 75. Lebens­jahr und bot gemäß Kir­chen­recht dem Papst sei­nen Rück­tritt an. Nie­mand will in Bel­gi­en so recht dar­an glau­ben, daß Papst Fran­zis­kus das Man­dat Léo­nards ver­län­gern könn­te.

Kar­di­nal Dan­neels, der bis 2010 das Erz­bis­tum lei­te­te und Pri­mas von Bel­gi­en war, hat­te Bene­dikt XVI. die Ein­mi­schung in das pro­gres­si­ve Bio­top nie ver­zie­hen. Er för­der­te tat­kräf­tig die Wahl von Papst Fran­zis­kus und erwar­tet sich seit­her Erkennt­lich­keit. Im ver­gan­ge­nen Jahr ernann­te ihn Papst Fran­zis­kus zum Syn­oda­len der Bischofs­syn­ode. Ange­sichts sei­nes Kri­sen­ma­nage­ments in Sachen Pädo­phi­lie-Skan­dal eine ziem­lich gewag­te Sache.

Doch die Sache scheint System zu haben. Jeden­falls hat Kar­di­nal Dan­neels nach wie vor gro­ßes Gewicht in Bel­gi­en und neu­er­dings auch in Rom. Die Bel­gi­sche Bischofs­kon­fe­renz ernann­te aus­ge­rech­net Bischof Johan Bon­ny zum Syn­oda­len für die Bischofs­syn­ode im kom­men­den Okto­ber und Papst Fran­zis­kus bestä­tig­te sei­ne Ernen­nung. Dies gab das Pres­se­amt des Hei­li­gen Stuhls am Diens­tag bekannt.

Bon­ny fiel kurz vor Weih­nach­ten 2014 mit der For­de­rung nach einer „Öff­nung“ der katho­li­schen Kir­che in Rich­tung Homo­se­xu­el­le auf. Die Aus­sa­gen führ­ten zu einer Peti­ti­on, mit der sich Katho­li­ken direkt an Papst Fran­zis­kus wand­ten mit der Fra­ge: „Sind die Homo-Aus­sa­gen von Bischof Bon­ny katho­lisch oder nicht?“ Wenn nicht, dann sol­le das Kir­chen­ober­haupt Bischof Bon­ny maß­re­geln. Nichts der­glei­chen ist gesche­hen (sie­he Anfra­ge an Papst Fran­zis­kus: „Sind die Homo-Aus­sa­gen von Bischof Bon­ny katho­lisch oder nicht?“).

Statt­des­sen wur­de im Mai bekannt, daß Bon­ny der aus­sichts­reich­ste Kan­di­dat für die Nach­fol­ge von Msgr. Léo­nard als Erz­bi­schof von Brüs­sel ist (sie­he Wird homo­phi­ler Bischof Bon­ny neu­er Erz­bi­schof von Brüs­sel?). Die Wahl von Bon­ny zum ein­zi­gen bel­gi­schen Syn­oda­len wird als ein wei­te­rer Schritt in die­se Rich­tung inter­pre­tiert. Es scheint alles auf die rich­ti­ge Pro­tek­ti­on anzu­kom­men.

„Wir dan­ken Papst Fran­zis­kus, daß er so her­vor­ra­gen­de Per­sön­lich­kei­ten zur Ver­tei­di­gung der Fami­lie für die Bischofs­syn­ode über die Fami­lie bestä­tigt hat“, kom­men­tier­te iro­nisch die Inter­net­sei­te Secretum meum mihi.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Rora­te Cae­li