Erzbischof Baldisseri: „Die Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene wird ohne Tabus diskutiert“

Erzbischof Lorenzo Baldisseri, neuer Sekretär der Bischofssynode(Rom) Kuri­en­erz­bi­schof Loren­zo Bal­dis­se­ri, der von Papst Fran­zus­kus ernann­te neue Sekre­tär der Bischofs­syn­ode erklär­te, daß das The­ma der wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen offen blei­be: „Wir wer­den dar­über ohne Tabus spre­chen. Die ortho­do­xe Erfah­rung kann uns eine Hil­fe sein“. Ein Inter­view mit dem neu­en Syn­oden­se­kre­tär des Vati­ka­ni­sten Andrea Tor­ni­el­li für Vati­can Insi­der. Es gibt Auf­schluß, was der vom Papst beauf­trag­te zustän­di­ge Ver­ant­wort­li­che zu den The­men Bischofs­syn­ode, wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne, Kol­le­gia­li­tät und Fra­ge­bo­gen zum The­ma Fami­lie denkt.

Msgr. Loren­zo Bal­dis­se­ri, Jahr­gang 1940, wäh­rend des Kon­kla­ves Sekre­tär des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums, gehör­te zu den ersten Beför­de­run­gen von Papst Fran­zis­kus. Im Sep­tem­ber ernann­te er ihn zum neu­en Sekre­tär der Bischofs­syn­ode, der der neue Papst offen­bar ein stär­ke­res Gewicht geben will. Erz­bi­schof Bal­dis­se­ri hat­te Papst Fran­zis­kus nach sei­ner Wahl im Kon­kla­ve sei­nen Kar­di­nals­pi­leo­lus auf­ge­setzt. Es wird daher ange­nom­men, daß er dem­nächst in den Kar­di­nals­stand erho­ben wird. Der noch von Papst Johan­nes Paul II. ernann­te Vor­gän­ger als Sekre­tär der Bischofs­syn­ode, Erz­bi­schof Eter­ovic, wur­de von Papst Fran­zis­kus als Apo­sto­li­scher Nun­ti­us nach Deutsch­land geschickt.

Msgr. Bal­dis­se­ri, seit vier Jahr­zehn­ten im diplo­ma­ti­schen Dienst des Vati­kans, hat die Auf­ga­be, die Bischofs­syn­ode vor­zu­be­rei­ten, die sich 2014 und 2015 mit dem The­ma Fami­lie befas­sen wird. In die­sem Zusam­men­hang wur­de allen Bischö­fen der Welt ein Vor­be­rei­tungs­do­ku­ment über­mit­telt, das einen Fra­ge­bo­gen ent­hält, mit dem der Vati­kan eine welt­wei­te Bestands­auf­nah­me der Situa­ti­on durch­füh­ren und die Mei­nun­gen der Bischö­fe hören will. Pro­gres­si­ve Krei­se publi­zie­ren das Doku­ment als Auf­for­de­rung an alle Katho­li­ken, ihre Mei­nung kund­zu­tun mit dem offen­sicht­li­chen Ziel, die römi­schen Ent­schei­dun­gen „ple­bis­zi­tär“ zu beein­flus­sen.

Papst Fran­zis­kus geht in „Evan­ge­lii Gau­di­um“ nicht auf die Fra­ge der Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zu den Sakra­men­ten ein. Kirch­li­che Krei­se, die, um die kirch­li­che Leh­re mit der „geleb­ten Wirk­lich­keit“ in Ein­klang zu brin­gen, rich­ten ihr Augen­merk auf die Pas­sa­ge: „Die Eucha­ri­stie ist, obwohl sie die Fül­le des sakra­men­ta­len Lebens dar­stellt, nicht eine Beloh­nung für die Voll­kom­me­nen, son­dern ein groß­zü­gi­ges Heil­mit­tel und eine Nah­rung für die Schwa­chen“ (EG 47).

Tor­ni­el­li: Wie sind die­se Wor­te zu lesen?

Bal­diss­se­ri: Unter­strei­chen wir auch den näch­sten Satz: „Die­se Über­zeu­gun­gen haben auch pasto­ra­le Kon­se­quen­zen, und wir sind beru­fen, sie mit Beson­nen­heit und Wage­mut in Betracht zu zie­hen.“ Der Papst fügt die­se zwei Ele­men­te zusam­men. Das bedeu­tet, daß er will, daß die­se Pro­ble­me mit Beson­nen­heit stu­diert wer­den und daher unter Beach­tung der Glau­bens­leh­re. Aber auch mit Wage­mut, was für mich gleich­be­deu­tend ist mit „ohne Angst“, indem man auf die kon­kre­ten Situa­tio­nen der Men­schen schaut.

Tor­ni­el­li: Wird sich also etwas ändern?

Bal­dis­se­ri: Das Lehr­amt ist nicht ein­ge­gipst, es ist die Beglei­tung der Glau­bens­leh­re zum Volk. Es gibt eine stän­di­ge Ver­tie­fung und die Anwen­dun­gen auf die ver­schie­de­nen Fäl­le. Die Kir­che muß es ver­ste­hen, eine Anwen­dung der Leh­re im kon­kre­ten Fall der Men­schen zu fin­den. Die­ser Zugang darf uns nicht sofort an gene­rel­le Schluß­fol­ge­run­gen den­ken las­sen, an Nor­men für alle. Wir müs­sen von den kon­kre­ten Fäl­len aus­ge­hen. Und dort kann man dann auch eine neue Art ent­wickeln, die Leh­re zu berück­sich­ti­gen. Im Grun­de inter­ve­nie­ren wir auch mit den Ehe­nich­tig­keits­er­klä­run­gen Fall für Fall. Das ist Seel­sor­ge und nicht ein Sche­ma.

Tor­ni­el­li: Ist es also rich­tig, dar­aus zu schlie­ßen, daß das The­ma der Sakra­men­te für wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne offen ist?

Bal­dis­se­ri: Wenn es auf die Liste des Fra­ge­bo­gens gesetzt wur­de, heißt das, daß man es behan­deln will. Und man will ohne Tabus dar­über spre­chen, sonst hät­te man es nicht erwähnt. Das scheint mir offen­sicht­lich.

Tor­ni­el­li: Im Inter­view auf dem Rück­flug von Rio hat der Papst in die­sem Zusam­men­hang – ohne eine Posi­ti­on zu bezie­hen – an den ortho­do­xen Weg erin­nert, der in bestimm­ten Fäl­len die Seg­nung einer zwei­ten Ver­bin­dung vor­sieht…

Bal­dis­se­ri: Die Erfah­rung der ortho­do­xen Kir­che hann uns eine Hil­fe sein, um den Weg zu erleuch­ten, nicht nur was die Sino­da­li­tät und die Kol­le­gia­li­tät anbe­langt, son­dern auch im Zusam­men­hang, über den wir spre­chen. Jetzt ist aber nicht der Augen­blick zu dis­ku­ti­ren, wel­ches die beste Lösung wäre, es sind The­men, die von der Syn­ode behan­delt wer­den. Wir haben jetzt dar­über zu spre­chen begon­nen, auf eine neue Wei­se als in der Ver­gan­gen­heit, mit einer Anfra­ge nach Infor­ma­tio­nen und Über­le­gun­gen an die Basis, an die Diö­ze­sen und Pfar­rei­en, und das wird uns sehr hel­fen, zusam­men mit den Erfah­run­gen der ande­ren Kir­chen, wie jenen des Ostens. Wie Sie erin­nert haben, hat auch der Papst Bezug auf jene ortho­do­xe Pra­xis genom­men.

Tor­ni­el­li: Der Fra­ge­bo­gen, der ver­schickt wur­de, ist eine Mei­nungs­um­fra­ge?

Nein, das ist er nicht, das muß betont wer­den. Er ist kei­ne Mei­nungs­um­fra­ge, wie man es heut­zu­ta­ge ver­steht und auch nicht ein Refe­ren­dum. Es war hin­ge­gen der Wil­le, direkt von den Men­schen ihre Erfah­rung ken­nen­zu­ler­nen, nicht nur die indi­vi­du­el­le, son­dern auch als Grup­pe, um sta­ti­sti­sche Daten zu sam­meln, Über­le­gun­gen, Aus­ar­bei­tun­gen. So wer­den die Bischö­fe der Syn­ode am Puls der Situa­ti­on sein, ohne auf Bücher oder sozio­lo­gi­sche Erhe­bun­gen ange­wie­sen zu sein. Unser Fra­ge­bo­gen ist weit mehr als eine sozio­lo­gi­sche Unter­su­chung. Er ist eine auch kirch­li­che und geist­li­che Über­le­gung. Und die Fra­gen sind offen…

Tor­ni­el­li: Kön­nen Sie die Neu­heit die­ser Syn­ode in zwei Schü­ben, mit zwei Ver­samm­lun­gen zum sel­ben The­ma im Abstand von einem Jahr erklä­ren?

Es ist eine Neu­heit, die den neu­en Dyna­mi­ken ent­spricht, die der Papst woll­te und die sich irgend­wie an jenen des Kon­zils inspi­riert. Fran­zis­kus will eine dyna­mi­sche und stän­di­ge Syn­ode, nicht als struk­tu­rier­ten Orga­nis­mus, aber als Akti­on, als Osmo­se zwi­schen dem Zen­trum und der Peri­phe­rie. Und er will sie offen für alle The­men, um Emp­feh­lun­gen auf­zu­grei­fen, die von den Orts­kir­chen kom­men. Der Rat des Sekre­ta­ri­ats, der­zeit zusam­men­ge­setzt aus 15 Per­so­nen, wird grö­ße­res Gewicht erlan­gen, und das bedeu­tet, daß der Papst auch hier die Mög­lich­keit haben wird, einen stän­di­gen Rat für sei­ne Regie­rung kon­sul­tie­ren kann.

Text: Vati­can Insider/Giuseppe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der

44 Kommentare

  1. „Die Eucha­ri­stie ist, obwohl sie die Fül­le des sakra­men­ta­len Lebens dar­stellt, nicht eine Beloh­nung für die Voll­kom­me­nen, son­dern ein groß­zü­gi­ges Heil­mit­tel und eine Nah­rung für die Schwa­chen“ (EG 47).
    Was für eine Aus­sa­ge!
    Wo sind denn die Voll­kom­me­nen? Ich ken­ne nie­mand, der sich als voll­kom­men ein­stu­fen wür­de. Im Gegen­teil, je wei­ter man auf dem geist­li­chen Weg vor­an­geht, umso mehr erkennt man die eige­ne Gebrech­lich­keit. Die Voll­kom­me­nen sind im Him­mel, hier auf Erden sind wir alle Sün­der.
    Es geht doch nicht um Beloh­nung oder Bestra­fung. Eher dar­um, daß jeder auf­ge­ru­fen ist (vom Herrn selbst!), sich auf­rich­tig zu bemü­hen. Die­je­ni­gen, die ihr Kreuz dann auf sich neh­men, um dem Herrn nach­zu­fol­gen, wer­den mit sol­chen päpst­li­chen Aus­sa­gen ver­höhnt oder als über­heb­lich hin­ge­stellt. Und die Schwa­chen- wer­den sie dadurch moti­viert, ihr per­sön­li­ches Kreuz anzu­neh­men? Oder ist das alles heu­te nicht mehr nötig?

    • Ber­doglio setzt sich über die Kir­che. Das ist Unrecht. Er kann nicht das rich­ti­ge Über­lie­fer­te außer Kraft set­zen. Das ist schwe­re Sün­de.

    • Lukas 15: 28–32
      28 Da wur­de er (der älte­re Sohn) zor­nig und woll­te nicht hin­ein­ge­hen. Sein Vater aber kam her­aus und rede­te ihm gut zu.
      29 Doch er erwi­der­te dem Vater: So vie­le Jah­re schon die­ne ich dir, und nie habe ich gegen dei­nen Wil­len gehan­delt; mir aber hast du nie auch nur einen Zie­gen­bock geschenkt, damit ich mit mei­nen Freun­den ein Fest fei­ern konn­te. 30 Kaum aber ist der hier gekom­men, dein Sohn, der dein Ver­mö­gen mit Dir­nen durch­ge­bracht hat, da hast du für ihn das Mast­kalb geschlach­tet.
      31 Der Vater ant­wor­te­te ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. 32 Aber jetzt müs­sen wir uns doch freu­en und ein Fest fei­ern; denn dein Bru­der war tot und lebt wie­der; er war ver­lo­ren und ist wie­der­ge­fun­den wor­den.

      • Der jün­ge­re Bru­der hat sein Fehl­ver­hal­ten bereut, und hat nicht in der Sün­de ver­harrt. Das ist der ent­schei­den­de Punkt und der ent­schei­den­de Unter­schied zu dem was hier sug­ge­riert wer­den soll.

        • Genau. Der jün­ge­re Bru­der ist ja nicht heim gegan­gen, sich umar­men und beschen­ken las­sen, dem Vater evt. sogar eine Schein­reue vor­ge­macht, um dann wie­der zurück in sein altes Leben zu gehen und das neue Geschenk wie­der zu ver­pras­sen. Das wäre vor­sätz­li­cher Betrug. Davon ist nicht die Rede. Der Sohn im Gleich­nis hat sich von sei­nem frü­he­ren Leben los­ge­sagt.

          • Ob und wie der jün­ge­re Sohn bereut hat, bevor er zum Vater umkehr­te (der Text lässt das übri­gens offen), ist irrele­vant. Es geht viel­mehr dar­um, ob und wie der älte­re Sohn umkehrt. Umkeh­ren heißt, den unter­schwel­li­gen Neid besie­gen und sich mit den unver­dient Beschenk­ten freu­en. Mehr ist nicht ver­langt.

          • @ Gre­gor dann lesen Sie doch mal den Text und dann wer­den Sie fest­stel­len, dass der Sohn bereut, es sei denn sei behaup­ten die Text­pas­sa­ge „Ich bin es nicht mehr wert dein Sohn zu hei­ßen“ sei nicht ernst zu neh­men (fau­le Aus­re­de, die er sich aus­ge­dacht hat)

          • @ Gre­gor — es geht um die Umkehr des ver­lo­re­nen Sohns und die fro­he Bot­schaft, dass wir umkeh­ren kön­nen und sei der Sumpf, in dem wir steck­ten auch noch so wider­wär­tig. Der Vater erwar­tet uns und fei­ert ein fest, wenn wir sagen: „Vater, ich habe gegen dich gesün­digt. Ver­zeih mir. ich bin nicht mher wert, dein Sohn zu sein!“ (Das jeden­falls erzählt der Schrift­text — Gre­gor, Sie schei­nen eine ande­re Bibel zu haben als ich…).
            Die Inte­gri­tät des älte­ren Soh­nes wird nir­gends ange­zwei­felt. Es ist — im Gegen­teil die neid­ver­zerr­te Sicht derer, die kei­ne älte­ren Söh­ne sind und auch ihre Sün­den nicht bereu­en, die nun die­sem älte­ren Jun­gen am Lack krat­zen wol­len — eine ganz ande­re Bot­schaft aus­ge­drückt und auch wört­lich so geschrie­ben: „Mein aller­lieb­ster Sohn — dein gro­ßer Lohn, dei­ne Schön­heit und dein Erbe ist, dass du immer bei mir warst!.“ Der Vater zieht die­se Treue, ganz im Gegen­satz zu Ihnen, nicht in den Schmutz. Im Gegen­teil, er lobt das und erin­nert den älte­ren dar­an, wie gut er es hat und hat­te und dass er es nicht nötig hat, nach etwas ande­rem zu ver­lan­gen.

          • @Zeitschnur
            Der älte­re Sohn ent­spricht dem rei­chen Jüng­ling. Er hat alle Gebo­te erfüllt, aber es fehlt noch der eigent­li­che Schritt zum rei­nen Herz. Im Unter­schied zur Beru­fung des rei­chen Jüng­lings (die schei­tert, weil der jun­ge Mann weg­geht) bleibt hier in die­ser Geschich­te offen, ob der älte­re Sohn die Kur­ve noch kriegt oder schei­tert. Bei­des ist mög­lich. Dar­an, dass der Vater ihn liebt, gibt es nat. kei­nen Zwei­fel. In den rei­chen Jüng­ling war ja auch Jesus gera­de­zu ver­narrt und nach dem Schei­tern der Beru­fung min­de­stens genau­so trau­rig wie der Jun­ge, der weg­ge­gan­gen war.

          • @Christ
            Dass sich der Sohn die­se Wor­te nur zurecht­legt (und im Übri­gen auch gar nicht dazu kommt, sein Sprüch­lein auf­zu­sa­gen) wird im Text ja aus­drück­lich gesagt.

            Auf die­sen Punkt kommt es bei der Fra­ge, ob und wie der ver­lo­re­ne Sohn vor sei­ner Umkehr bereut hat, auch gar nicht an. Der Text legt nahe, dass er nur des­halb umkehr­te, weil es ihm schlecht ging und weil er wuss­te, dass sein Vater ein guter Mann ist, sodass er die Hoff­nung hat­te, trotz sei­nes Ver­rats wie­der auf­ge­nom­men zu wer­den, und sei es nur als Knecht. Er glaub­te dar­an, dass es ihm zu Hau­se zumin­dest bes­ser gehen wür­de als in sei­ner jet­zi­gen Lage als Schwei­ne­hirt. Inwie­weit die­se „Reue“ ihren Namen ver­dient, bleibt offen.

            Der eigtl. Punkt, der den ver­lo­re­nen Sohn ret­tet, ist weni­ger sei­ne Reue als sei­ne (rudi­men­tä­re) Kennt­nis des Vaters. Wenn er geglaubt hät­te, sein Vater wür­de ihn sicher nicht mehr auf­neh­men oder extrem hart bestra­fen, wäre er nicht umge­kehrt, son­dern ver­zwei­felt im Aus­land gestor­ben. Dann hät­te er auch nie erfah­ren, dass der Vater in Wirk­lich­keit sogar noch radi­ka­ler ver­gibt, als er es sich vor­stell­te. Erst das rich­ti­ge Got­tes­bild (gerech­ter Vater, nicht har­ter Rich­ter) befä­higt also zur Umkehr.

            Des­halb haben es Men­schen, die sich Gott als har­ten Rich­ter vor­stel­len, so unend­lich schwer. Sie blei­ben lie­ber ver­zwei­felt in der Gott­fer­ne, statt sich den Ruck zu geben und umzu­keh­ren. Das ist das Tra­gi­sche.

          • @ Gre­gor ja das stimmt wer Gott nur als har­ten super­ge­rech­ten Rich­ter sieht, der tut sich schwer umzu­keh­ren, aber wenn er dann umkehrt im Bewusst­sein der Schuld und der ver­dien­ten Stra­fe, der erfährt stau­nen­de und dank­bar Got­tes Barm­her­zig­keit.
            Nur, wer umge­dreht sich Gott als alles­ver­zei­hen­den Vater vor­stellt der kehrt über haupt nicht um, weil er ga rnicht auf die Idee kommt UMkehr nötig zu haben

          • Der jün­ge­re Sohn kann­te den Vater als gerech­ten Mann, der jedem gibt, was ihm zusteht. Ihm als Sohn der Anteil am Erbe, dem Tage­löh­ner sei­nen Lohn, damit er nicht hun­gern muss. Er erin­ner­te sich nicht an ihn als „guten“, d.h. barm­her­zi­gen Vater, er kann­te ihn als gerecht. Als er unter den Schwei­nen nicht satt wur­de, erin­ner­te er sich an den gerech­ten Vater, der auch Tage­löh­ner leben ließ. Und er schluß­fol­ger­te auch klar sei­ne Situa­ti­on, dass er sein Recht als Sohn ver­wirkt hat­te, als er den väter­li­chen Maß­stab des Lebens auf­gab. Dies akzep­tier­te er kon­se­quent, sein Ver­hal­ten bedau­ern konn­te er da noch gar nicht, da er von Lie­be noch nichts wuss­te. Dies war der Auf­bruch: beim gerech­ten Vater wür­de er leben kön­nen, wenn auch nicht mehr als Sohn. (@ Georg: der jün­ge­re Sohn über­legt nicht nur, auf­zu­bre­chen, er bricht tat­säch­lich auf und spricht sein sün­di­ges Ver­hal­ten dem Vater gegen­über aus, auch dass er nicht mehr wert sein, Sohn zu sein.) Sei­ne Bit­te, als Tage­löh­ner bei ihm wei­ter­exi­stie­ren zu dür­fen, muss er nicht mehr aus­spre­chen. Der Vater emp­fin­det Mit­leid, d. h. er setzt sich hier vom Thron der Gerech­tig­keit auf den Thron der Barm­her­zig­keit. Das ist neu für den jün­ge­ren Sohn, er konn­te damit nicht rech­nen, der­ar­ti­ge Wür­den neu zu emp­fan­gen. Das Kalb wird geschlach­tet, der Teu­fel­kreis des jün­ge­ren Soh­nes ist gebro­chen! Was heißt das für uns Men­schen? Das heißt auch für uns, die wir weit weg von Gott sind, sich aber an ihre Her­kunft erin­nern, dass wir mit einem gerech­ten Gott rech­nen, der uns am Leben lässt. Mit Gna­de und Barm­her­zig­keit soll­te dage­gen kein Mensch rech­nen, denn die Lie­be ist unbe­re­chen­bar. Ein Geschenk, auf das man nicht mit dem Recht des Soh­nes pochen kann, egal, wie tief man gesun­ken ist. Wir sol­len in die­ser Welt aber hof­fen, dass Gott auch zu uns gnä­dig und barm­her­zig ist.
            Wie die Geschich­te des erst­ge­bo­re­nen Soh­nes wei­ter­geht, wird sich dar­an zei­gen, wie wir ihm Respekt und freu­dig-lie­be­vol­le Zunei­gung erwei­sen.

  2. Eine der Bit­ten der Aller­hei­li­gen­li­ta­nei gewinnt in immer bedrücken­de­rer Form an Aktua­li­tät:

    Ut Dom­num Apo­sto­li­cum et omnes eccle­si­a­sti­cos ordi­nes in sanc­ta reli­gio­ne con­ser­va­re digne­ris — Te roga­mus, audi nos.

    Für jeman­den wie Bal­dis­se­ri erfolgt die­se Für­bit­te viel­leicht schon zu spät. Bei Häre­ti­kern und Schis­ma­ti­kern erhofft er sich also eine „Hil­fe“ zur „Klä­rung“ der „Fra­ge“, ob Kon­ku­bi­nä­re zur hl. Kom­mu­ni­on zuge­las­sen wer­den dür­fen…

    Man möge sich aller­dings nicht ver­rech­nen: Die jetzt noch katho­li­schen Kar­di­nä­le, Bischö­fe, Prie­ster und das arme, seit Jahr­zehn­ten gequäl­te katho­li­sche Volk wer­den sich ‑Deo adi­uvan­te- nie­mals von der Kir­che tren­nen; wenn jedoch der Hl. Vater offen­kun­di­ger Häre­ti­ker wer­den soll­te, wird er es sein, der sich von uns trennt (hae­re­sis for­ma­lis et schis­ma capi­ta­le). In die­sem Sin­ne hat Unter­zeich­ne­ter heu­te Mor­gen von der Kan­zel Stel­lung bezo­gen, und wird dies auch heu­te Abend noch ein­mal tun. ES REICHT! Jetzt noch schwei­gen hie­ße, die Gläu­bi­gen in ihrer Not im Stich zu las­sen! Bit­te an alle hw. Con­f­ra­tres, die dies lesen soll­ten, dies zu beden­ken.

    Seit Mona­ten gibt der Hl. Vater ein ern­stes Ärger­nis nach dem ande­ren, und kein gewis­sen­haf­ter Beicht­va­ter (von wegen „Fol­ter­kam­mer“) könn­te ihn vor einer (Zusi­che­rung der) Wie­der­gut­ma­chung absol­vie­ren. Wer es zuläßt, das unter sei­nem Namen Din­ge ver­brei­tet wer­den wie das voll­stän­dig hirn­ver­brann­te Scal­fa­ro-Inter­view (nota­be­ne u.a. durch die Inter­net­prä­senz des Hl. Stuh­les) die aller­größ­te Ver­wir­rung stif­ten müs­sen, befin­det sich objek­tiv (über die sub­jek­ti­ve Schuld ist kann an die­ser Stel­le natür­lich nicht geur­teilt wer­den) im Zustand der Tod­sün­de.

    Papst Fran­zis­kus redet fort­wäh­rend über die klei­nen Leu­te, denen man hel­fen muß. Sehr gut. Er begin­ne ein­mal selbst damit, indem er über das Wort des Herrn nach­sinnt: „Wer einem die­ser Klei­nen Ärger­nis gibt…“

    • ja das ist es wohl, er ver­wirrt die Klei­nen Leu­te, auch und gera­de dadurch, dass dann wie­der hin­ter­her­ge­scho­ben wird, dass alles ja ganz anders gemeint war, als es ver­stan­den wur­de.

    • Anti­fe­bro­ni­us
      Die Aus­sich­ten auf eine Bekeh­rung von Fran­zis­kus sind mini­mal. Es ver­geht kaum ein Tag, an dem er den bis­he­ri­gen Übeln nicht neue hin­zu­fügt. Den­ken wir nur, was in „Evan­ge­lii gau­di­um“ über den Islam geschrie­ben steht, oder an das Läster­wort über die „ver­beul­te, ver­letz­te und beschmutz­te Kir­che“, das fron­tal gegen Eph 5, 25–27 geht.
      Es wird Zeit, dass die katho­lisch ver­blie­be­nen Prie­ster und Bischö­fe sich Gedan­ken machen und prak­ti­sche Vor­be­rei­tun­gen tref­fen zur Ret­tung des katho­li­schen Glau­bens und der Kir­che — im Gehor­sam gegen Chri­stus und zum Heil der ihnen anver­trau­ten See­len!
      Vergelt’s Gott für Ihren Kom­men­tar!

    • Hier wur­de schon in einem frü­he­ren Bei­trag –ich weiß nicht mehr: war es in einem Arti­kel oder war es in einem Kom­men­tar– auf die Unk­a­no­ni­zi­tät der Amts­aus­übungs­ver­zichts­er­klä­rung Papst Bene­dikts XVI. ver­wie­sen und als Grund der Druck ange­ge­ben, unter dem er wegen des 2012 gegen ihn lau­fen­den Mord­kom­plotts nach­weis­lich stand.
      Es gibt aber einen wei­te­ren Grund. Die Erklä­rung selbst ent­hält einen schwe­ren Form­feh­ler, der sie ungül­tig macht, und zwar einen sinn­ent­stel­len­den Gram­ma­tik­feh­ler. Ein­zel­hei­ten dazu hier: http://www.ultimostiempos.org/7‑noticias/150-bxvi
      Dadurch ist die Recht­mä­ßig­keit des gan­zen Kon­kla­ves in Fra­ge gestellt.

      • Wäre es mög­lich, uns das zu über­set­zen? Ich muss pas­sen… trotz pass­ba­ler Lati­ni­tas ver­ste­he ich den Text nicht wirk­lich, zu dem Ihr Link führt…
        Bin aber sehr inter­es­siert…

        • Der Blog­ger erklärt u.a.:
          In dem lat. Satz „decla­ro me mini­ste­rio Epi­scopi Romae Suc­ces­so­ris Sanc­ti Petri, mihi per manus Car­di­na­li­um die 19 apri­l­is MMV com­missum renun­tia­re“ (Hier­mit erklä­re ich, auf das mir am 19. April 2005 aus den Hän­den der Kar­di­nä­le ver­lie­he­ne Amt des Bischofs von Rom in der Nach­fol­ge des hl. Petrus zu ver­zich­ten.) sei ein Gram­ma­tik­feh­ler, da „com­missum“ (ver­lie­hen) kor­rek­ter­wei­se im Dativ ste­hen und „com­mis­so“ lau­ten müss­te. Angeb­lich ist der Satz dadurch unver­ständ­lich (was nicht stimmt). Wei­ter angeb­lich macht feh­ler­haf­tes Latein kirch­li­chen Gesetz­ge­bers ungül­tig. Um die­se Ansicht zu begrün­den, rekur­riert der Blog­ger u.a. auf ein Dekret Alex­an­der II., das von Gre­gor VII. wegen schlech­ten Lateins annul­liert wur­de (in Wirk­lich­keit stan­den dahin­ter nat. polit. Grün­de). Außer­dem erklärt der Blog­ger, der Papst sei sei­ner­zeit unter kir­chen­po­lit. Druck bzw. äuße­rem Zwang zurück­ge­tre­ten, was den Rück­tritt (ähn­lich wie eine unter Zwang geschlos­se­ne Ehe) null und nich­tig mache, wes­halb auch das anschlie­ßen­de Kon­kla­ve ungül­tig sei.

          Es han­delt hier­bei selbst­ver­ständ­lich um nicht ernst zu neh­men­de Ver­schwö­rungs­theo­rien.

          • Sor­ry, ein Redak­ti­ons­feh­ler mei­ner­seits:

            Zwi­schen den Aus­drücken „feh­ler­haf­tes Latein“ und „kirch­li­chen Gesetz­ge­bers“ feh­len etwa in der Mit­te mei­nes Bei­trags die Wor­te „Akte des“.

          • Das wür­de aber bedeu­tet, dass Bene­dikt die­sen Form­feh­ler mit Absicht ein­ge­baut hat. Der Dativ wür­de besa­gen, dass das Amt von den Kar­di­nä­len ver­lei­hen wur­de, wäh­rend der gewähl­te Akku­sa­tiv besagt, dass er halt auf das Amt ver­zich­tet; erin­nert in der Tat sophi­sti­sche Haar­spal­te­rei.
            Jedoch gibt es ja kei­ner­lei Anzei­chen dafür das Bene­dikt irgend­wie bereit wäre wie­der Papst zu sein, und selbst wenn man sagt „Das Kon­kla­ve März 2013“ war ungül­tig, so gibt es kei­ne Anzei­chen dafür dass irgend­wel­che Kar­di­nä­le unzu­frie­den mit ihrer Wahl sind.

          • Geehr­ter Gre­gor,
            der Satz bleibt ver­ständ­lich, bekommt aber einen ande­ren Sinn. Papst Bene­dikt hat den Schritt mona­te­lang erwo­gen. Ich kann mir nicht vor­stel­len (aber natür­lich kann ich irren), dass er sei­ne Erklä­rung geschlu­dert und mit einem Gram­ma­tik­feh­ler ver­fasst hat. Außer­dem waren da eini­ge ver­trau­te Kar­di­nä­le, die von sei­nem bevor­ste­hen­den Schritt wuss­ten.
            Ich muss jetzt lei­der auf­hö­ren und hof­fe, Ihnen das spä­ter nach­zu­wei­sen. Wenn Sie Latein kön­nen, soll­ten Sie aber allein drauf­kom­men.

          • Also, Herr Gre­gor,
            schau­en wir uns den Ori­gi­nal­satz mal an: „…decla­ro me mini­ste­rio Epi­scopi Romae Suc­ces­so­ris Sanc­ti Petri, mihi per manus Car­di­na­li­um die 19 apri­l­is MMV c o m m i s s u m renun­tia­re“ und las­sen Sie uns ihn schul­mä­ßig aus­ein­an­der­kla­mü­se­rn. Wir fan­gen mit dem Verb an, in dem das Sub­jekt mit­ent­hal­ten ist: „decla­ro“ — ich erklä­re. Davon abhän­gig ist ein Akku­sa­tiv mit Infi­ni­tiv: „me renun­tia­re“, deutsch wie­der­ge­ge­ben als Objekt­satz, ein­ge­lei­tet mit der Kon­junk­ti­on „dass“, also: „dass ich ver­zich­te“. Das „com­missum“ als Akku­sa­tiv kon­gru­iert nicht mit „mini­ste­rio“, son­dern mit „me“ und ist syn­tak­tisch dann, als Par­ti­zip, ein adjek­ti­vi­sches Attri­but zu „me“ (!), mit dem es als sei­nem Bezie­hungs­wort vor­schrifts­mä­ßig in Kasus, Genus und Nume­rus über­ein­stimmt. Was fan­gen wir nun mit „mini­ste­rio …“ an? „mini­ste­rio“ kann Dativ-Objekt zu „renun­tia­re“ sein (das nach­klas­sisch in der Bedeu­tung von „ver­zich­ten auf“ den Dativ regiert); es kann aber auch Dativ-Objek­tiv zu „com­missum“ sein. Im letz­te­ren Fall hät­ten wir dann: Ich erklä­re, dass ich, der ich dem Amt des Bischofs von Rom, Nach­fol­gers des hei­li­gen Petrus, über­ge­ben bin, …“. (In ähn­li­cher Bedeu­tung haben wir „com­missum“ in dem Gebet­lein an den hl. Schutz­en­gel: „Ange­le Dei, qui custos es mei, me tibi c o m m i s s u m pieta­te super­na, illu­mi­na, custo­di, rege et guber­na“.) Frei­lich hängt dann, soweit ich sehen kann (aber viel­leicht hat ja jemand eine Idee) das „mihi per manus Car­di­na­li­um…“ bezie­hungs­los in der Luft — einen Satz­bruch erhal­ten wir im Ori­gi­nal­wort­laut mit „com­missum“ so oder so, egal ob wir „mini­ste­rio“ als Dativ-Objekt zu „renun­tia­re“ oder zu „com­missum“ betrach­ten.
            Nur (hoch)qualifizierte Kano­ni­sten kön­nen die Fra­ge beant­wor­ten, ob eine sprach­lich g r o b feh­ler­haf­te Erklä­rung von so immenser Bedeu­tung für die katho­li­sche Kir­che gül­tig ist oder nicht.
            Sehen Sie, Herr Gre­gor, wenn Sei­ne Hei­lig­keit Fran­zis­kus sei­nes Amtes in kla­rer Über­ein­stim­mung mit der katho­li­schen Leh­re und Dis­zi­plin wal­te­te, dann wür­den die Katho­li­ken über die­se bei­den Fra­gen: 1. ech­te Frei­wil­lig­keit der Amts­aus­übungs­ver­zichts­er­klä­rung von Papst Bene­dikt XVI., und 2. Gül­tig­keit einer sprach­lich fal­schen Wil­lens­er­klä­rung, barm­her­zig hin­weg­se­hen. Aber so? Nach all der Ver­wir­rung seit neun Mona­ten? Und kei­ner weiß, wo das noch hin­füh­ren soll?

        • Auf der Sei­te des Hl. Stuhls steht’s aber rich­tig: „[…] ple­na liber­ta­te decla­ro me mini­ste­rio Epi­scopi Romae, Suc­ces­so­ris Sanc­ti Petri, mihi per manus Car­di­na­li­um die 19 apri­l­is MMV com­mis­so renun­tia­re ita ut […]“ — außer­dem ist es ja wirk­lich uner­heb­lich. Und das ‚ple­na liber­ta­te‘ muß ich glau­ben bis zum Beweis des Gegen­teils.

          http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2013/february/documents/hf_ben-xvi_spe_20130211_declaratio_lt.html

          • Mögen Kano­ni­ker die Fra­ge beant­wor­ten, wel­cher Text gül­tig ist: der vom Papst geschrie­be­ne und unter­zeich­ne­te Text, oder der Text auf der Vati­kan-Web­site.
            Mein gesun­der Men­schen­ver­stand (der frei­lich nicht maß­geb­lich ist) sagt mir: es gilt der Text jener Per­son, die ihn geschrie­ben hat, um damit eine Wil­lens­er­klä­rung abzu­ge­ben.
            Wie zuver­läs­sig Tex­te auf der Vati­kan-Web­site sind, davon haben wir in den letz­ten Mona­ten ja einen Geschmack bekom­men.
            Auch kann kein elek­tro­ni­sches Medi­um (imho!) ein rea­les, hand­ge­zeich­ne­tes Doku­ment erset­zen oder ungül­tig machen.

      • Das war also alles in dem spa­ni­schen Text ver­bor­gen, okay, gut, dan­ke.
        Wenn es nur um den Fall-Feh­ler gehen soll­te, glau­be ich nicht, dass das rele­vant ist. Es ist ja kei­ne Zwei­deu­tig­keit oder Unklar­heit ent­stan­den — wenn der Feh­ler da über­haupt steht (GWs Hin­weis).

        Wenn einer nun mal sagt „ple­na liber­ta­te decla­ro…“ dann muss ich das glau­ben. Natür­lich ist es mög­lich, dass man ihn gezwun­gen hat, „ple­na liber­ta­te“ zu sagen. Aber das kön­nen wir nicht ein­fach behaup­ten.
        Viel­leicht könn­ten wir — da ja der Zwei­fel an F. wirk­lich nur all­zu berech­tigt ist — IHN dar­um bit­ten, schnell — „velo­ci­ter“ — auf­zu­decken, dass es nicht „ple­na liber­ta­te“ war, falls es so war.
        Ande­rer­seits aber genügt F.s zuneh­mend zumin­dest ten­den­zi­ell und mate­ri­ell häre­tisch-blaphe­mi­sches Ver­hal­ten, um Distanz ein­zu­neh­men.

  3. Er ver­wirrt sie nicht nur, er unter­stellt ihnen zum Teil Din­ge, die unge­recht sind und die nicht zutref­fen. Sie wür­den sich für Voll­kom­me­ne hal­ten oder sie wären Pela­gia­ner, wenn sie sich an die 10 Gebo­te hal­ten. Sie wären nicht barm­her­zig, wenn sie den Geschie­de­nen in Zweit­ehe die Eucha­ri­stie nicht gönn­ten u.a. Gute Ein­rich­tun­gen wie den her­kömm­li­chen Beicht­stuhl wer­tet er ab, indem er ihn Fol­ter­kam­mer nennt. Den Alt­gläu­bi­gen unter­stell­te er, es gin­ge ihnen um musea­le For­men­pracht. Mit­ar­bei­ter nennt er Lepra, auch wenn es nach­her heißt, das Wort stam­me nicht von ihm. Sol­che Begrif­fe blei­ben aber hän­gen, nicht nur bei den Medi­en und Anders­gläu­bi­gen, auch bei den Treu­en, die dadurch beun­ru­higt wer­den.

    Es ist nicht nur ver­wir­rend, es ist bestür­zend, was da alles gesagt wird und was vor allem zwi­schen den Zei­len ange­deu­tet wird. Und das von einem Papst, das gab es noch nie.

  4. Für wie naiv hält man uns denn sei­tens der Umkremp­ler ! Es wer­de ergeb­nis­of­fen dis­ku­tiert. Allein die Tat­sa­che, dass Ber­doglio dis­ku­tie­ren läßt (ganz nach dem Vor­bild Zollitschs- mit in Wirk­lich­keit fest­ste­hen­dem Ergeb­nis)) zeigt doch, dass man die Wie­der­ver­hei­ra­te­ten zur Kom­mu­ni­on (oder soll man schon Abend­mahl sagen) zulas­sen wird. Die Spin­do­rek­to­ren (frei nach der däni­schen Serie „Bor­gen“) wer­den sich schon eine (faden­schei­ni­ge) Begrün­dung ein­fal­len las­sen. Es geht um die Anpas­sung an die „Wirk­lich­keit“, so schlimm sei wohl auch sei. Das kann kaum noch als KATHOLISCH ange­se­hen werden.Treue zur Kir­che ver­langt Ein­satz. Die­ser ist jetzt gebo­ten.

  5. Nur ne Fra­ge: was wür­de DAS LEHRAMT egtl. heu­te etwa einem hl. Tho­mas Morus sagen? „Ach Tom, wir kön­nen doch über alles reden, mach dich doch nicht wegen sowas zum Mär­ty­rer. Auch wenn’s Käth­chen von Ara­gon an ihrer Ehe mit­’m Heinz par­tout fest­hal­ten will (die­se intran­si­gent-stör­ri­sche, dus­se­li­ge K[..] aber auch …), wir seg­nen ein­fach die Zweit‑, Dritt- & Vier­te­he nach grie­chi­schem Muster und dann paßt das schon …“ — Mar­ty­ri­um also „umsonst“, das ist doch die Kon­se­quenz! Gilt auch für die bri­ti­schen und iri­schen Glau­bens­zeu­gen, die sich heim­lich und unter Lebens­ge­fahr um die ‚mass rocks‘ ver­sam­mel­ten und sich wei­ger­ten, an dem Cranmer’schen Göt­zen­dienst (dem NOM zum Ver­wech­seln ähn­lich …) teil­zu­neh­men. „Heut­zu­ta­ge“ völ­lig obso­let, so eine unö­ku­me­ni­sche und into­le­ran­te Hals­star­rig­keit; von den Mär­ty­rern der vor­kon­stan­ti­ni­schen Anti­ke ganz zu schwei­gen, alles nur wegen der paar Körn­chen Weih­rauch — die kann­ten ja auch noch nicht die größ­ten Errun­gen­schaf­ten von VII, Öku­me­nis­mus und inter­re­li­giö­sen Dia­log …
    … aber wo doch die Eucha­ri­stie jetzt eh nur noch Gemein­schafts­mahl ist, ist auch nicht recht ein­zu­se­hen, wie­so dann nicht jede und jeder zu die­ser „Gemein­schaft“ dazu­ge­hö­ren sol­len (zumal ja die Eucha­ri­stie, „obwohl sie die Fül­le des sakra­men­ta­len Lebens dar­stellt, nicht eine Beloh­nung für die Voll­kom­me­nen“ ist). Das wäre ja wirk­lich unbarm­her­zig­ste, into­le­ran­te­ste, ras­si­stisch­ste, ich sage noch mehr: dis­kri­mi­nie­ren­de Aus­gren­zung, wo wir uns doch seit VII, und noch­mal for­ciert seit dem 13.o3.13, alle ganz doll lieb­ha­ben, was wir ja auch im Frie­dens­gruß vor dem Abend­mahl sehr schön zum Aus­druck brin­gen (Rubrik: ‚Hic omnes sese habe­ant ganz, ganz lieb — sed sine Heu­che­lei — et drücken von wegen der Glaub­wür­dig­keit in collec­tivo noch ein Trän­chen ab‘), wo doch „die Kir­che beru­fen ist, immer das offe­ne Haus des Vaters zu sein. Eines der kon­kre­ten Zei­chen die­ser Öff­nung ist es, über­all Kir­chen mit offe­nen Türen zu haben. So stößt einer, wenn er einer Ein­ge­bung des Gei­stes fol­gen will und näher­kommt, weil er Gott sucht, nicht auf die Käl­te einer ver­schlos­se­nen Tür“, was aber in der heu­ti­gen Zeit, jeden­falls in Mit­tel­eu­ro­pa (und in der Mos­kau­er Erlö­ser-Kathe­dra­le), nicht ganz unris­kant ist, grmpf und [Anm. 1] …

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mass_Rock

    Hail Mary, full of grace, the Lord is with thee. Bles­sed art thou amongst women, and bles­sed is the fruit of thy womb, Jesus. Holy Mary, Mother of God, pray for us sin­ners, now and at the hour of our death. — Holy Mary, plea­se pray for our Church, the Church of thy Son, our Lord Jesus Christ. Amen.

    _______
    [Anm. 1: Unse­re Pfarr­kir­che, Erz­bis­tum Pader­born, stand seit ihrer Wei­he / Ende 19. Jhd. selbst­ver­ständ­lich und per­ma­nent offen; jetzt kann man Altar und Taber­na­kel, zumin­dest werk­tags, nur noch von Fer­ne sehen, durch ein mas­si­ves Git­ter hin­durch, was auch siche­rer ist: https://www.katholisches.info/2013/11/21/straftaten-aus-hass-gegen-das-christentum-osze-bericht-2012-vorgelegt/ ]

    • Dan­ke dem hoch­wür­dig­sten Herrn Anti­fe­bro­ni­us! Klas­se — und mutig! DAS sind lei­den­schaft­li­che, deut­li­che Wor­te eines Prie­sters der hl. Kir­che (die sich nicht dar­in gefal­len soll­te, zu jeder­manns — und natür­lich, ganz gen­der-kor­rekt, auch zu jeder Frau [vor allem Ali­ce Schwar­zers oder der Vize­prä­si­den­tin des Deut­schen Bun­des­ta­ges] – Plai­sir „irgend­wie n Stück weit und völ­lig unver­bind­lich [aber Haupt­sa­che polit-kor­rekt] rum­zu­sub­si­stie­ren“, son­dern sich mal wie­der dar­auf besin­nen, daß sie DIE Kir­che CHRISTI zu sein hat — weil sie es IST; wenn das Lehr­amt Ihm und Sei­nem so kla­ren und deut­li­chen Wor­te mani­fest-untreu wer­den, das „in der heu­ti­gen Zeit“ bis jetzt viel­leicht noch über­lebt haben­de Rest­chen an Glaub­wür­dig­keit nun voll­ends ver­spie­len und gänz­lich der Lächer­lich­keit preis­ge­ben soll­te, indem es sich sel­ber wider­spricht – und ex con­tra­dic­tio­ne sequi­tur quod­li­bet mes­ser­scharf, sogar, daß der Mond in Wirk­lich­keit ein Rie­sen-Camem­bert sei –, dann ist das eine Steil­vor­la­ge für unse­re schärf­sten Geg­ner, z.B. den Herrn R. Daw­kins oder die Evan­ge­li­ka­len oder die mit den schicken Schür­zen; und dann … seh ich mich in aku­tem Befehls­not­stand!).
      Und bei einem Satz wie

      „es ist eine Neu­heit, die den neu­en Dyna­mi­ken ent­spricht, die der Papst woll­te und die sich irgend­wie an jenen des Kon­zils inspi­riert. Fran­zis­kus will eine dyna­mi­sche und stän­di­ge Syn­ode, nicht als struk­tu­rier­ten Orga­nis­mus, aber als Akti­on, als Osmo­se zwi­schen dem Zen­trum und der Peri­phe­rie“
      schießt mir die Magen­säu­re ein, daß ich Angst vor’nem aku­ten Durch­bruch in MEINEN „struk­tu­rier­ten Orga­nis­mus“ krie­ge …

    • Ach ja, da oben habe ich mit (leicht iro­ni­scher^^) Absicht ‚Abend­mahl‘ geschrie­ben. — Hier noch ein aktu­el­les Zitat aus unse­rem offi­ziö­sen Bis­tums­blatt; da wird (in einem scheint’s pri­mär an jün­ge­re Leser gerich­te­ten Text­chen) sogar die Lebens­ge­schich­te des hl. Niko­laus von Myra ver­wen­det, ja gera­de­zu miß­braucht, wie ich fin­de, um schon die Klei­nen ordent­lich „im Zeit­geist“ zu indok­tri­nie­ren, Stich­wort ‚mehr Demo­kra­tie wagen‘:
      „Vor sei­ner Ernen­nung zum Bischof bestand in der Diö­ze­se offen­bar Unei­nig­keit über die Nach­fol­ge des ver­stor­be­nen Ober­hir­ten. So wähl­te das Volk Niko­laus per Zuruf, durch demo­kra­ti­sche Abstim­mung, wie es in der Urkir­che oft Brauch war. Die Legen­de berich­tet auch, die Gemein­de habe beschlos­sen, den Prie­ster zum Bischof zu ernen­nen, der als erster am fol­gen­den Mor­gen die Kir­che beträ­te. — Es war Niko­laus.“ — Ja, WiSi­Ki läßt grü­ßen …

  6. @Gregor
    Das Gleich­nis vom ver­lo­re­nen Sohn paßt ja nur bedingt auf die Geschie­de­nen­pro­ble­ma­tik, vor allem paßt es nicht wie Sie unter­stel­len, daß eine Form von Neid im Spiel ist bei denen, die Beden­ken tra­gen. Fast jeder hat im Ver­wand­ten- oder Freun­des­kreis Betrof­fe­ne, die das Pro­blem mit der Kom­mu­ni­on haben. Ich sel­ber bete täg­lich in die­sem Anlie­gen. Aber es kann doch nicht die Lösung sein und dar­auf läuft es frü­her oder spä­ter hin­aus — zu sagen, die Ehe ist ein welt­lich Ding. Das hat­ten wir schon ein­mal. Und die Fol­gen ken­nen wir auch schon. Weg­fall der Beich­te, die Eucha­ri­stie wird zum Abend­mahl. Die Sakra­men­te sind weg. Oder war­um soll­te der Herr­gott die­ses üble Spiel, das Luther schon getrie­ben hat, den Katho­li­ken durch­ge­hen las­sen? Nein, wir wer­den alles ver­lie­ren, genau­so wie die Pro­te­stan­ten damals. Bis heu­te haben sie das Altarsa­kra­ment nicht wie­der­ge­fun­den. Seit 500 Jah­ren sind sie ohne Hl. Kom­mu­ni­on. Wenn die Katho­li­ken nun den­glei­chen Feh­ler machen, was dann?
    Es ist doch Theo­rie zu sagen, die Kir­che hält an der Unauf­lös­lich­keit der Ehe fest, nur das Ehe­paar braucht sich nicht dar­an zu hal­ten.

    • Es ist Theo­rie zu sagen, wer in einer zwei­ten Zivil­ehe lebt, sei qua­si auto­ma­tisch ein Dau­er­tod­sün­der, der eine schwe­re Sün­de nicht bereut und des­we­gen nicht mehr zur Beich­te gehen darf. Es ist gera­de­zu per­fi­de zu sagen, selbst wenn er vor Gott doch kein Dau­er­tod­sün­der sein soll­te, darf er trotz­dem nicht beich­ten, weil er dann ja auch zur Kom­mu­ni­on gehen dürf­te und ande­re Katho­li­ken dar­an Anstoß neh­men könn­ten. Es ist idio­tisch zu sagen, er könn­te ja durch­aus bei sei­ner zwei­ten Part­ne­rin blei­ben, müss­te dann aber ver­spre­chen, kei­nen Ver­kehr mit ihr zu üben und außer­dem zum Kom­mu­ni­zie­ren nach der Mes­se in die Sakri­stei gehen.

      Allein die Begrün­dung des Rates für die Geset­zes­aus­le­gung für den Aus­schluss „öffent­li­cher Sün­der“, dass näm­lich an ihrem Kom­mu­nion­emp­fang ande­re „Anstoß neh­men“ könn­ten, ist zutiefst unevan­ge­lisch. An der Ver­ge­bung der Sün­den ande­rer Anstoß zu neh­men ist im Evan­ge­li­um aus­drück­lich und mehr­fach (unter ande­rem im Bsp. vom älte­ren Sohn) als eine Hal­tung gekenn­zeich­net, die schnur­stracks vom Reich Got­tes weg­führt.

      Augu­stin sagt: Die Ehe ist nicht Sakra­ment, weil sie unauf­lös­lich ist, son­dern sie ist unauf­lös­lich, weil sie Sakra­ment ist. Sakra­ment heißt Heils­zei­chen (in die­sem Fal­le Zei­chen für den unauf­lös­li­chen Bund Got­tes mit sei­nem Volk bzw. Chri­sti mit der Kir­che). Eine heil­los kaput­te Ehe ist aber fak­tisch kein Zei­chen mehr dafür. Des­halb ist es aus sakra­men­ten­theo­lo­gi­scher Sicht sinn­vol­ler, geschei­ter­ten Ehe­leu­ten einen halb­sa­kra­men­ta­len Neu­an­fang zu ermög­li­chen als uner­füll­ba­re For­de­run­gen zu stel­len.

      • Also das habe ich noch nicht gehört und auch nicht gesagt, was Sie da sagen, von wegen auto­ma­tisch Dau­er­tod­sün­der und daß er nicht zur Beich­te gehen darf. Jeder Katho­lik kann zur Beich­te gehen, sich Rat holen und ver­su­chen ent­spre­chend zu leben. Ungut ist nur, wenn es jetzt dar­um gehen soll, die indi­vi­du­el­le Wei­sung umzu­po­len in eine all­ge­mei­ne Ord­nung, wodurch das Ehe­sa­kra­ment all­mäh­lich aus­ge­höhlt wird bis es nicht mehr da ist.

        • @Gregor
          das Sich aus­ge­schlos­sen Füh­len hängt lei­der mit dem neu­en Ritus zusam­men, wo ein­fach alle zur Kom­mu­ni­on lau­fen, weil es eben auch um die Gemin­schaft geht und um das Mahl. Im alten Ritus dage­gen gehen nie alle zur Kom­mu­ni­on. Da kann man sehr gut gei­sti­ger­wei­se kom­mu­ni­zie­ren ohne daß man einen Man­gel fühlt. Die alte Mes­se gibt so reich­li­che Gna­den, daß kei­ner, wirk­lich kei­ner, unge­trö­stet und unge­stärkt nach hau­se geht, egal ob er zur Kom­mu­ni­on ging oder in der Bank bete­te.

          Lei­der wird der alte Ritus kaum geför­dert. Der alte Ritus hat das Opfer Chri­sti im Zen­trum und alle, die einen Kum­mer haben, kön­nen sich dar­in gebor­gen füh­len und kön­nen ihr per­sön­li­ches Opfer da hin­ein­ge­ben, wor­aus ihnen gro­ße Stär­kung zuteil wird. Das sind kei­ne lee­ren Wor­te. Das kann jeder erfah­ren, der auf­rich­tig an der Mes­se teil­nimmt.

          • @ M.S es stimmt, dass wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne nicht zur Beich­te gehen kön­nen, solan­ge sie ihre 2te Ehe voll­zie­hen.
            Es müs­sen bei der Beich­te alle schwe­ren Sün­den bekannt wer­den und dazu gehört der Geschlechts­ver­kehr in der 2ten Ehe, weil Ehe­bruch. Zur gül­ti­gen Beich­te gehört der Wil­le (nicht das Voll­brin­gen, aber der feste Wil­le) nicht mehr zu sün­di­gen und das geht ja nicht.
            Ergo kön­nen wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne nur dann zur Beich­te, wenn bei­de halt so krank sind, dass nichts mehr „läuft“ oder wenn der feste Wil­le besteht die irre­gu­lä­re Situa­ti­on zu ändern.
            Im übri­gen und das fin­de ich beim Kom­men­ta­tor Gre­gor so Sym­pto­ma­tik, das eine ist eine bestehen­de Ehe die total am Ende ist, bei­de machen sich nur noch fer­tig, es ist kein Weg mehr ins leb­ba­re zu fin­den, die Tren­nung ist die beste Opti­on…
            Nun das ist ja über­haupt nicht das Pro­blem!
            Tren­nung von Tisch und Bett das kennt die Kir­che aus tau­send Grün­den, das Pro­blem taugt erst dann auf, wenn man sei­nen Tisch und sein Bett mit jemand ande­rem teilt!
            Und da ist zu sagen, gera­de das Gleich­nis vom ver­lo­re­nen Sohn zeigt, dass der Vater (=Gott) am Bund fest­hält auch wenn er das ganz allei­ne grad macht und alles zer­bro­chen ist.
            Gera­de des­halb sind auch gera­de die Geschie­de­nen Abbild der Treue Got­tes und eine Wie­der­hei­rat, eben solan­ge sie an dem Bund ein­sei­tig fest­hal­ten.
            Treue nennt man das.

      • Das ist merk­wür­dig — Jesus äußert sich dazu aber ganz anders, eben­so der Hl. Pau­lus. Der Hl. Tho­mas Morus ist wegen einer solch „heil­los kaput­ten Ehe“ und ihrer Unauf­lös­lich­keit zum Mär­ty­rer gewor­den.

        Ihre Argu­men­ta­ti­on fin­de ich haar­sträu­bend, ver­zei­hen Sie mir:
        1. Mag ja sein, dass Sakra­ment Heils­zei­chen heißt. Aber gilt mei­ne Tau­fe auch nicht mehr, wenn ich zwi­schen­durch mal vom Glau­ben abfal­le? Ist mei­ne Fir­mung dahin, weil ich IHN ver­gaß? Sie müs­sen allein schon an die­sen Fra­gen mer­ken, wie unsin­nig die Vor­stel­lung ist, die Gel­tung eines Sakra­men­tes hin­ge von unse­rem Ver­hal­ten ab. Es ist viel schlim­mer: das Sakra­ment, das wir ange­nom­men haben gilt! Es gilt und ver­klagt unser Ver­hal­ten, wenn es sich in uns nicht als Heils­zei­chen erweist! Und zwar ohne Reue und auf Dau­er!
        2. Was soll denn ein „halb­sa­kra­men­ta­ler Anfang“ sein?!
        3. Aus sakra­men­ten­theo­lo­gi­scher Sicht ist nur eines sinn­voll, dass es näm­lich nicht nur ein Heils­zei­chen, son­dern auch ein Treu­e­zei­chen der Gegen­wart Chri­sti ist. Es wäre fer­ner sinn­voll, dies jedem, der ein Sakra­ment in Anspruch neh­men will, auch klar­zu­ma­chen. Denn der Herr, der treu bleibt, wird schwerst belei­digt, wenn wir das Sakra­ment ver­lä­stern und ver­höh­nen und uns des­sen as nicht wür­dig erwei­sen — und zwar aus bewuss­tem Ent­schluss.

        So hat es die Kir­che übri­gens auch immer ver­stan­den. Und die­ses Ver­ständ­nis hat auch schon der Hl. Pau­lus geäu­ßert, als er ein­ge­hend vor einem unwür­di­gen Kom­mu­nion­emp­fang warn­te.

        • @ein besorg­ter Christ
          Das ist rich­tig. Dan­ke für den Hin­weis. Mich stör­te die For­mu­lie­rung, daß jemand in 2.Ehe „auto­ma­tisch“ ein Dau­er­tod­sün­der ist wie Gre­gor das for­mu­lier­te. Es gibt Leu­te, die eine Josef­se­he füh­ren, und die daher zur Beich­te und zur Kom­mu­ni­on gehen kön­nen. Man kann das von außen nicht beur­tei­len und damit ist das Wort „auto­ma­tisch“ ein Unsinn.

      • Gestat­ten Sie bit­te eini­ge Anmer­kun­gen zu Ihren Über­le­gun­gen:

        Eine Tod­sün­de liegt bekannt­lich dann vor, wenn fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen gege­ben sind:
        a) Der mora­li­sche Ver­stoß muß ein schwer­wie­gen­der sein;
        b) er muß als sol­cher (wenig­stens „in con­fu­so“) erkannt wor­den und
        c) als sol­cher gewollt sein.

        In der Anwen­dung:

        Vor einer kirch­li­chen Ehe­schlie­ßung müs­sen die Braut­leu­te über die Unauf­lös­lich­keit der Ehe unter­rich­tet wer­den. Daher ist bei kirch­lich Ver­hei­ra­te­ten (bis zum Beweis des Gegen­teils) vor­aus­zu­set­zen, daß sie (a) um die streng ver­pfli­chen­de Treue dem Gatten/der Gat­tin gegen­über wis­sen. Da (wie­der­um bis zum Beweis des Gegen­teils) davon aus­zu­ge­hen ist, daß eine tat­säch­lich der ehe­li­chen Treue zuwi­der­lau­fen­de „Ver­bin­dung“ mit einer ande­ren Per­son als sol­che (b) erkannt und © gewollt ist (zumal wenn die „Ver­bin­dung“ eine dau­er­haf­te ist), ist die (in foro exter­no, und dar­um han­delt es sich hier zunächst ein­mal!) zu tref­fen­de Prä­sump­ti­on ein­deu­tig. „In dubio stan­dum est pro valo­re actus“ und „Ex com­mu­ni­ter con­tin­gen­ti­bus pru­dens fit praesump­tio“, so zwei der princi­pia refle­xa der Moral­theo­lo­gie. Anson­sten wäre über­haupt kein mensch­li­ches Zusam­men­le­ben mög­lich.

        Wenn man sich stän­dig dar­auf beru­fen könn­te, man sei für sein Han­deln nicht voll ver­ant­wort­lich, gäbe es kei­ner­lei im äuße­ren Bereich urgier­ba­re frei­wil­lig ein­ge­gan­ge­ne Ver­bind­lich­kei­ten — und auch jede Ehe wäre (von außen betrach­tet) als unver­bind­lich anzu­se­hen und so zu behan­deln. Dann wäre es natür­lich auch kein Pro­blem, wenn jemand als „Wie­der­ver­hei­ra­te­ter“ zu den Sakra­men­ten zuge­las­sen wer­den woll­te. Eben­so wäre es dann aber auch kein Pro­blem, auf Rechts­pfle­ge über­haupt zu ver­zich­ten. Und dann trä­te ‑in jedem Gemein­we­sen, so auch in der Kir­che- ein Zustand ein, der mit Gerech­tig­keit, geschwei­ge Lie­be, nichts mehr zu tun hät­te. Der angeb­li­che Gegen­satz von Rechts- und Lie­bes­kir­che ist eben ein Hirn­ge­spinst. Ohne Rechts­pfle­ge kei­ne Gerech­tig­keit, und ohne Gerech­tig­keit kei­ne Lie­be.

        Selbst­ver­ständ­lich kann es auch äußer­lich kor­rekt voll­zo­ge­ne, jedoch tat­säch­lich ungül­ti­ge Ehe­schlie­ßun­gen geben. Bsp.: Jemand war wäh­rend des Braut­un­ter­rich­tes voll­kom­men betrun­ken oder hat auch sonst noch nie von der Unauf­lös­lich­keit der Ehe gehört. Oder (etwas rea­li­sti­scher): Man wur­de zur Ehe­schlie­ßung gezwun­gen. Oder: Einer der Nup­tu­ri­en­ten ist auf­grund schwe­rer psy­chi­scher Defek­te eheun­fä­hig (z.B. Unfä­hig­keit zur Treue auf­grund von Ero­to­ma­nie). Da aber die Ver­mu­tung für die Gül­tig­keit steht, wäre dies jeweils zu bewei­sen. Dies geschieht ggf. in einem Ehe­pro­zeß. Jeden­falls: Die äuße­re Ver­pflich­tung bleibt bestehen, bis in foro exter­no das Gegen­teil fest­steht. Und wer dem zuwi­der­han­delt, gibt selbst­ver­ständ­lich Anstoß, indem damit der Ein­druck erweckt wird, man kön­ne das Ehe­band miß­ach­ten. Natür­lich könn­te nie­mand Anstoß dar­an neh­men, daß einem Men­schen sei­ne Sün­den ver­ge­ben wer­den. Die Spen­dung der hl. Kom­mu­ni­on ist aber kei­ne Sün­den­ver­ge­bung, setzt die­se vie­mehr vor­aus.

  7. Eine Per­son hat mir die­se Roh­über­set­zung geschickt, die ich nicht über­prüft und kor­ri­giert habe. Nöti­gen­falls kann ich ‑oder gewiss auch ande­re Per­so­nen hier- behilf­lich sein.

    Papst Bene­dikt XVI gab am Mon­tag, den 11. Febru­ar 2013 sei­nen Rück­tritt bekannt. An die­sem Tag ver­las er eine Decla­ra­tio (= offi­zi­el­le Erklä­rung), die am 28. Febru­ar um 20:00 in Kraft tre­ten soll­te. Sei­ne Ent­schei­dung zurück­zu­tre­ten, traf er aber bereits ein­ein­halb Mona­te zuvor. Vor Weih­nach­ten 2012 und begrün­det durch eine Mit­tei­lung vom 17. Dezem­ber, kam er zu dem Schluss, selbst von sei­nem Amt zurück­zu­tre­ten zum Woh­le der Kir­che. Zeu­gen die­ser Ent­schei­dung waren , nach Aus­sa­gen des Kar­di­nals von Bar­ce­lo­na Llu­is Martínez Sist­ach, sein Bru­der Georg Ratz­in­ger und ande­re Prä­la­ten aus dem Umfeld des Pap­stes
    Die Erklä­rung, die ihn zum Rück­tritt ver­an­lass­te, war von einer drei­köp­fi­gen Kar­di­nals­kom­mis­si­on erstellt wor­den, die vom Papst ein­be­ru­fen wor­den war, um her­aus­zu­fin­den, wer für die Bekannt­ga­be ver­trau­li­cher Infor­ma­tio­nen (bekannt als „Vati­leaks“) ver­ant­wort­lich war.
    Aber es ist logisch, dass den Papst die ver­öf­fent­lich­ten Doku­men­te aus dem Buch „Sua San­ti­tà“ von Gian­lui­gi Nuz­zi wenig beun­ru­hig­ten, son­dern ein an die Zei­tung „Il Fat­to Quo­ti­dia­no“ durch­ge­sicker­tes Doku­ment, das dem Papst per­sön­lich von Kar­di­nal Darío Cas­tril­lón über­reicht wor­den war, ins Deut­sche über­setzt und des­sen Inhalt das Wis­sen des Kar­di­nals von Paler­mo, Pao­lo Romeo, dass es einen Kom­plott gäbe, den Papst zu ermor­den.
    Das Doku­ment über die Unter­su­chung des Kom­plotts, das Bene­dikt XVI von den Kar­di­nä­len Her­ranz, Tom­ko y De Gior­gi über­reicht wor­den war, brach­te den Papst dazu, sich vor­zu­stel­len, wel­ches Erd­be­ben sein Tod inner­halb der Kir­che aus­lö­sen wür­de. Den höl­li­schen Kampf/Schlacht um Ein­fluss und die undurch­sich­ti­gen Manöver/Winkelzüge inner­halb der Kar­di­nal­s­ku­rie, die sei­nen Nach­fol­ger bestim­men soll­te.
    Nicht aus Furcht vor dem Tod son­dern um Scha­den von der Kir­che fern­zu­hal­ten, beschloss der Papst sei­nen Rück­tritt, auch um die Dro­hun­gen gegen­stands­los zu machen und eine fried­li­che Nach­fol­ge ein­zu­lei­ten.
    In einer Nach­richt, die der jesui­ti­sche Prie­ster Arnal­do Zen­te­no am 9. April 2013 auf grupobasesfys.blogspot.mx, ver­öf­fent­lich­te , heißt es unter Num­mer 3: „Wäh­rend des Mit­tag­essens mit Bene­dikt XVI in Castel Gan­dol­fo, hat er Papst Fran­zis­kus anver­traut, dass eine der Ursa­chen, die sei­nen Rück­tritt beein­flusst haben, die Dro­hun­gen, die er erhal­ten hat­te und aus Furcht ver­gif­te­te zu wer­den, da man ja schon beschlos­sen hat­te, ihn zu töten, er (Bene­dikt XVI), es vor­ge­zo­gen hat­te, sei­nen Rück­tritt zu erklä­ren, und somit die Mord­ab­sich­ten zunich­te zu machen.
    So ist es auch ver­ständ­lich, dass der Papst „aus frei­em Wil­len“ sei­nen Rück­tritt erklär­te, da die Tat­sa­che, dass er mehr oder weni­ger durch die Dro­hung gezwun­gen wor­den war, wes­halb sei­ne Frei­heit laut Kano­ni­schem Rechts „in radi­ce“ (=grund­sätz­lich) bedingt war.

    Schluss folgt

    • Schluss
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      Auch wenn der Papst die­se Ent­schei­dung im Ein­klang mit den Befug­nis­sen des Kano­ni­schen Rechts traf, so traf er sie auch genö­tigt durch eine mora­li­sche Gewalt, die laut Num­mer 125 des genann­ten Kano­ni­schen Rechts, die­se Ent­schei­dung ungül­tig macht.
      Es ist, als wür­de jemand frei­wil­lig eine Ehe ein­ge­hen, aber im Fal­le von verstecktem/ heim­li­chem Druck, Angst oder Betrug, die­se Ehe als ungül­tig ange­se­hen wer­den muss, auch wenn man vor­her öffent­lich von „frei­wil­lig“ gespro­chen hat­te.

      Es muss aner­kannt wer­den, dass die Kir­che die Wahl eines Pap­stes ad vitam (=auf Lebens­zeit) als hei­li­ges Gesetz gilt. Trotz­dem ist es gut, dass das Kano­ni­sche Recht die Mög­lich­keit in Betracht zieht, dass in extre­men Fäl­len wie z.B. Exil, Ver­fol­gung oder ähn­lich gra­vie­ren­de Grün­de, ein Rück­tritt mög­lich ist. In die­ser Hin­sicht ist der Rück­tritt im Kanon (=Gesetz) 332 als eine Hin­ter­tür gese­hen wer­den kann. Und es ist gut, dass es sie gibt, denn so hat sie Bene­dikt XVI ermög­licht, der Bedro­hung sei­ner Per­son und der gesam­ten Kir­che zu ent­ge­hen. Auch wenn es ihm bewusst war, durch das hel­den­haf­te Bei­spiel sei­nes Vor­gän­gers, dass die Papst­wahl auf ad vitam (=auf Lebens­zeit) und nicht ver­han­del­bar ist, genau­so wenig wie die Klau­seln ver­han­del­bar sind.
      Zusätz­lich zu dem Argu­ment der Dro­hun­gen, den Rück­tritt des Pap­stes für ungül­tig zu erklä­ren, kommt offen­sicht­lich ein Feh­ler im Latei­ni­schen in der Erklä­rung, die der Papst ver­le­sen hat­te.
      In der Decla­ra­tio (=Erklä­rung) des „Rück­tritts“ von Papst Bene­dikt XVI , die so wie sie vom Vati­kan ver­brei­tet und im L’Os­ser­va­to­re Roma­no ver­öf­fent­licht wur­de, fin­det sich ein ganz offen­sicht­li­cher Solö­zis­mus (=gro­ber sprach­li­cher Feh­ler in der Syn­tax), das heißt ein Feh­ler im Satz­bau.
      Im Mit­tel­teil der Rück­tritts­er­klä­rung liest man:„declaro me mini­ste­rio Epi­scopi Romae Suc­ces­so­ris Sanc­ti Petri, mihi per manus Car­di­na­li­um die 19 apri­l­is MMV com­missum renun­tia­re“ (auf Spa­nisch /bzw. Deutsch: “ich erklä­re mei­nen Rück­tritt vom Amt des Bischofs von Rom, Nach­fol­ger von Petrus, das mir von Hän­den der Kar­di­nä­le am 19. April 2005 über­tra­gen wor­den war.
      Die­ser Satz ist völ­lig unver­ständ­lich, da er einen gram­ma­ti­ka­li­schen Feh­ler ent­hält. Das Wort „com­missum“ hängt von „mini­ste­rio“ ab, es ist die Ergänzung/ Attri­but des Verbs renun­tia­re, und muss des­halb im Dativ ste­hen. Die Kon­kor­danz (=Über­ein­stim­mung) muss also com­mis­so hei­ßen.

      Im Kano­ni­schen Recht ist jedes gesetz­li­che Doku­ment, das einen Feh­ler in Latein ent­hält, ungül­tig. Schon der hei­li­ge Papst Gre­gor VII (vgl. (cfr Regi­strum 1.33) erklär­te für ungül­tig ein Pri­vi­leg an ein Klo­ster, das sein Vor­gän­ger Alex­an­der II ver­fügt hat­te. Begrün­dung: ver­fälsch­tes /unkorrektes Latein.
      Ein wei­te­res Bei­spiel: In der Epi­stel mit Geset­zes­kraft Ad audi­en­ti­am vom Papst Luzi­us III, das zu den Geset­zes­tex­ten des Kano­ni­schen Rechts gehört (vgl. Epístolas decreta­les de Gre­go­rio IX, de Rescrip­tis, c. XI), wird fest­ge­legt, „dass fal­sches Latein ein päpst­li­ches Schrei­ben für ungül­tig erklärt.“
      Mit die­sem Dekret ver­bot der Papst einem päpst­li­chen Doku­ment Glau­ben zu schen­ken, soll­te es einen offen­sicht­li­chen (sprach­li­chen) Feh­ler ent­hal­ten. Die Erläu­te­rung (im offi­zi­el­len Text im Auf­trag von Papst Gre­gor XIII 1582 ver­öf­fent­licht) erklärt wes­halb ein päpst­li­ches Dekret „ kei­nen ein­zi­gen Feh­ler ent­hal­ten darf. Und soll­te ein Feh­ler in Latein vor­han­den sein, ist Ungül­tig­keit ange­sagt.“
      Zu behaup­ten, dass ein Dekret ungül­tig ist, heißt nicht unbe­dingt, dass es falsch sein muss. Soll­te sich aber ein Feh­ler zei­gen, der offen­sicht­lich oder ver­bor­gen ist, könn­te das bedeu­ten, dass Papst Bene­dikt XVI ungenau/ flüch­tig das Doku­ment ver­fasst hat, oder aber eine ver­bor­ge­ne Bot­schaft ver­decken woll­te, da sein Rück­tritt unter Druck zustan­de gekom­men war. Erste­res scheint eher unwahr­schein­lich, da man davon aus­ge­hen muss, dass ein so wich­ti­ger Text vom Papst nicht nur ein­mal son­dern mehr­fach geprüft wor­den war.
      Als Schluss­fol­ge­rung scheint es, dass, nicht der Feh­ler in Latein eine Flüch­tig­keit von Bene­dikt XVI gewe­sen war, son­dern eine geziel­te Absicht. Das wür­de nicht nur die abso­lu­te Ungül­tig­keit bedeu­ten, wel­ches eine Tat­sa­che ist, son­dern auch die Bedro­hung, der der Papst aus­ge­setzt war. Also die Hin­ter­tür, die der Papst offen las­sen woll­te.
      Tat­sa­che ist, dass sich seit dem 13. März 2013 die Pro­phe­zei­un­gen bewahr­hei­tet haben, die „von zwei Päp­sten in Rom“ spre­chen. Einen eme­ri­tier­ten und einen im Amt.
      Noch nie­mals in der Geschich­te der Kir­che hat es die­se Situa­ti­on gege­ben, die von Hei­li­gen und Mysti­kern vor­her­ge­sagt, und die sich kaum wie­der zei­gen wird.
      Das Schwer­wie­gen­de dar­an ist, dass laut den Pro­phe­zei­un­gen und den pri­va­ten Offen­ba­run­gen, soll­ten zwei Päp­ste in Rom (es könn­te sich um die jet­zi­gen sowie zukünf­ti­ge han­deln) eine Spal­tung der Kir­che bevor­steht. Eine Tren­nung, die durch die Häre­sie (=Ket­ze­rei) des ille­gi­ti­men Pap­stes und die Reak­ti­on des wah­ren Ver­tre­ter von Chri­stus, der sei­ne Stim­me gegen die Apost­asie (=Abtrün­nig­keit) erhe­ben wird. In die­sem Augen­blick wird es eine schlag­ar­ti­ge Inva­si­on Russ­lands in Euro­pa geben, über­ein­stim­mend mit dem Krieg des Eze­kiels (EZ 38), der aus einem Angriff Russ­lands und den ara­bi­schen Län­der auf Isra­el besteht.
      Dar­auf­hin wird der legi­ti­me Papst ver­folgt wer­den und wird Rom ver­las­sen müs­sen, um zu flie­hen, wäh­rend der Anti­papst wei­ter die Kir­che regie­ren und den fal­schen Frie­den unter­stüt­zen wird, die fre­vel­haf­te Ver­ei­ni­gung der Reli­gio­nen. Die­ser fal­sche Frie­de wird die reli­giö­se Stüt­ze der Welt­herr­schaft des Anti­christs sein. Der Anti­papst wird den Glau­ben hin­ter­ge­hen und das Bünd­nis aller Glau­bens­rich­tun­gen akzep­tie­ren und gleich­zei­tig die eige­ne katho­li­sche Iden­ti­tät leug­nen.
      Franz von Assi­si sagt:“ Es wird einen nicht kano­nisch gewähl­ten Papst geben, der eine gro­ße Spal­tung ver­ur­sa­chen wird. Und die Seli­ge Ana Cata­li­na Emme­rick, Augu­sti­ne­rin, führt aus: „Ich sah eine star­ke Geg­ner­schaft zwi­schen den bei­den Päp­sten, und ich sah wie ent­setz­lich die Fol­gen der fal­schen Kir­che sein werden(…) Das wird die größ­te Spal­tung wer­den, die die Welt je gese­hen haben wird.“
      Die Hei­li­ge Jung­frau sag­te wort­wört­lich in Salet­te : “Rom wird den Glau­ben ver­lie­ren und wird zum Sitz des Anti­chri­sten.“
      Und es gibt noch vie­le ande­re pri­va­te Offen­ba­run­gen und Ankün­di­gun­gen der kirch­li­chen Wür­den­trä­ger:
      • So sagt P. Paul Kra­mer: „Der Anti­papst und sei­ne abtrün­ni­gen Jün­ger wer­den, wie Schwe­ster Lucía sag­te, Par­tei­gän­ger des Teu­fels, die für das Böse arbei­ten wer­den, ohne vor irgend­et­was Angst zu haben.“
      • Der hei­li­ge Papst Pius X: „Ich hat­te ein ent­setz­li­che Visi­on: ich weiß nicht, ob ich es sein wer­de oder einer mei­ner Nach­fol­ger, aber ich sah einen Papst, der aus Rom flüch­te­te, zwi­schen den Leich­na­men sei­ner (Glau­ben-) Brü­der. Er wird sich inko­gni­to (=unerkannt)irgendwo ver­stecken, und nach einer gewis­sen Zeit, wird er einen schreck­li­chen Tod erlei­den.“
      • Juan de Roca­parti­da: „Als sich das Ende der Zeit­al­ter nähert, wird der Papst und sei­ne Kar­di­nä­le unter schreck­li­chen Umstän­den aus Rom flüch­ten. An einen Ort, wo sie uner­kannt blei­ben wer­den und der Papst sel­ber wird im Exil einen schreck­li­chen Tod erlei­den.“
      • Nico­las de Fluh: „Der Papst und sei­ne Kar­di­nä­le wer­den unter erbärm­li­chen Bedin­gun­gen aus Rom flüch­ten an einen Ort, wo sie unbe­kannt sind. Der Papst wird in sei­ner Ver­ban­nung auf ent­setz­li­che Wei­se zu Tode kom­men. Die Lei­den der Kir­che wer­den grö­ßer sein als jemals in ihrer Geschichte.”
      • Der ehr­wür­di­ge Bar­to­lomé Holz­hau­ser, Grün­der lai­zi­sti­scher Orden im 18. Jahr­hun­dert,: „Gott wird ein gro­ßes Übel gegen­über der Kir­che zulas­sen. Sie wer­den plötz­lich und uner­war­tet über Bischö­fe und Geist­li­che her­fal­len, wäh­rend die­se schla­fen. Sie wer­den in Ita­li­en ein­drin­gen und Rom ver­wü­sten, Kir­chen ver­bren­nen und alles zer­stö­ren.“
      • Die Offen­ba­rung, die die berühm­te Stig­ma­trä­ge­rin und Bera­te­rin von Papst Pius XII, Mut­ter Ele­na Aiel­lo, emp­fing: „ Ita­li­en wird durch eine gro­ße Revo­lu­ti­on erschüt­tert wer­den (…) Russ­land wird die Herr­schaft über die Natio­nen an sich rei­ßen, beson­ders in Ita­li­en und wird die rote Fah­ne über der Kup­pel des Peters­dom his­sen.“
      • Die Wor­te von Juan de Viti­guero: „Wenn die Welt durch­ein­an­der ist, wird der Papst sei­nen Wohn­sitz ver­le­gen.“
      • Ele­na Leo­nar­di spi­ri­tu­el­le Beglei­te­rin von Vater Pius: „Der Vati­kan wird von kom­mu­ni­sti­schen Revo­lu­tio­nä­ren gestürmt wer­den. Sie wer­den den Papst ver­ra­ten. Ita­li­en wird einen gro­ßen Umsturz erle­ben und durch eine gro­ße Revo­lu­ti­on gerei­nigt wer­den. Russ­land wird in Ita­li­en ein­mar­schie­ren und den Papst in gro­ße Gefahr brin­gen.“
      • Enzo Aloc­ci: „ Der Papst wird vor­über­ge­hend ver­schwin­den, und das wird dann gesche­hen, wenn Ita­li­en eine Revo­lu­ti­on durch­ge­macht hat.”
      • Die Seli­ge Ana María Tai­gi: „Die Reli­gi­on wird ver­folgt wer­den und die Geist­li­chen ermor­det. Der Hei­li­ge Vater wird sich genö­tigt sehen, Rom zu ver­las­se.“
      • Die Mysti­ke­rin María Stei­ner: „Die Hei­li­ge Kir­che wird ver­folgt wer­den, Rom wird kei­nen Hir­ten haben.”
      • Die Offen­ba­run­gen in Gara­band­al: „Der Papst wird nicht in Rom sein kön­nen, man wird ihn ver­fol­gen und er wird sich ver­stecken müssen.”
      • Die Hei­li­ge Jung­frau ver­trau­te P. Ste­fa­no Gob­bi, Mysti­ker und Grün­der des Mari­en­or­dens,: „Die Frei­mau­rer sind heim­lich in die Kir­che ein­ge­drun­gen und sie haben ihr Haupt­quar­tier dort ein­ge­rich­tet, wo der‚ Vica­rio de mi Hijo Jesús’ (=gemeint ist hier der Papst) lebt und arbei­tet. Es geschieht all das, was im drit­ten Teil mei­ner Bot­schaft steht, die noch nicht offen­bart wor­den ist, die sich aber durch das aktu­el­le Gesche­hen ver­wirk­licht.“
      • Papst Pau­lus VI: „Der Rauch/Qualm ist durch die Ris­se der Kir­che ein­ge­drun­gen.“ (Homi­lie (=Pre­digt) vom 29.Juni 1972
      • Laut dem Apo­stel Pau­lus wird der Anti­christ erschei­nen, nach­dem der Papst bei­sei­te geschafft wur­de. „Wenn er erst ein­mal weg ist, wird der Gott­lo­se erschei­nen.“ (2 Tes 2, 6–8).
      • Es schrieb der Kano­ni­ker Roca, exkom­mu­ni­zier­ter Mann der Auf­klä­rung, der bei der Unter­wan­de­rung der Kir­che betei­ligt war, „In sei­ner jet­zi­gen Form, wird das Papst­tum ver­schwin­den, die neue sozia­le Ord­nung wird sich von Rom aus durch­set­zen, aber am Ran­de von Rom, ohne Rom. Und die­se neue Kir­che, auch wen sie nichts mehr von der scho­la­sti­schen Dis­zi­plin und den ein­fach For­men der alten Kir­che bei­be­hält, wird von Rom den Segen und das Kano­ni­sche Recht erhal­ten.“
      • Die neue Kir­che wird die Ver­ei­ni­gung der Reli­gio­nen und den fal­schen Frie­den unter­stüt­zen, es wird sich das erfül­len, was Jesus Chri­stus sag­te: „Die Erwähl­ten könn­ten hin­ter­gan­gen wer­den.“
      • Der Kar­di­nal Karol Woj­ty­la war sehr ein­deu­tig als er vor dem Eucha­ri­sti­schen Kon­gress 1977 in Penn­syl­va­nia erklär­te: „Wir ste­hen vor der größ­ten histo­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung, die die Mensch­heit jemals erlebt hat. Wir befin­den uns vor dem End­kampf zwi­schen der Kir­che und der Anti­kir­che, des Evan­ge­li­ums und des Anti-Evan­ge­li­ums. Die­se Kon­fron­ta­ti­on sind in den Plä­nen der Gött­li­chen Vor­se­hung und es ist eine Her­aus­for­de­rung, die die Kir­che anneh­men muss.“
      Wenn der Rück­tritt von Bene­dikt XVI ungül­tig ist, weil er nie exi­stiert hat, so war das Kon­kla­ve ungül­tig, da der Papst­stuhl nie leer war. Die­se Tat­sa­che wirft eine drin­gen­de Fra­ge auf: Ist nicht Bene­dikt XVI wei­ter­hin Ober­ster Hir­te vor Got­tes Augen? Wird es nicht Bene­dikt XVI sein, der aus Rom flüch­ten wird müs­sen inmit­ten der Ver­fol­gung? Das sind Fra­gen, die die Zeit erst beant­wor­ten kann.
      1917 offen­bar­te sich die glei­che Aus­sa­ge drei klei­nen Hir­ten in Fáti­ma in Por­tu­gal, die eini­ge Jah­re vor­her der hei­li­ge Papst Pius X erfah­ren hat­te, nur viel genau­er: „Wir sahen einen weiß geklei­de­ten Bischof und wir hat­ten die Vor­ah­nung, dass es der Hei­li­ge Vater sei, geflo­hen aus einer Stadt in Rui­nen und mit unsi­che­rem Schritt.“
      Die Ver­si­on von Fáti­ma deu­tet noch mehr dar­auf hin, dass es sich um den Papst han­delt könn­te, der zurück­ge­tre­ten ist, Bene­dikt XVI, und wür­de den Satz erklä­ren „Wir sahen einen weiß geklei­de­ten Bischof und wir hat­ten die Vor­ah­nung, dass es der Hei­li­ge Vater sei.“ Wäre es offen­sicht­lich gewe­sen, dass es sich damals um den amtie­ren­den Papst gehan­delt hät­te, hät­ten sie es nicht in die­ser Form aus­ge­drückt. Sie sahen einen „weiß geklei­de­ten Bischof“. Sie hät­ten sich nie­mals einen Rück­tritt vor­stel­len kön­nen, des­halb hat­ten sie nur eine “Vor­ah­nun­g”.
      Der zwei­te Teil ist noch genau­er und ent­hül­len­der: Sie sahen „dass es der Hei­li­ge Vater sei, geflo­hen aus einer Stadt in Rui­nen und mit unsi­che­rem Schritt“, was sich auf sein fort­ge­schrit­te­nes Alter bezie­hen könn­te.
      Und eine drit­tes Ele­ment ist eben­so ent­hül­lend: von die­sem aus Rom flie­hen­den Bischof, behaup­ten sie spä­ter, als er auf einem Hügel ermor­det wird, dass es sich um den „Hei­li­gen Vater“ han­del­te.
      Spä­ter, nach der Flucht des legi­ti­mes Pap­stes, wür­de der Anti-Papst in Rom blei­ben und die „neue Kir­che“ anfüh­ren, und die abtrün­ni­gen Reli­gio­nen ver­ei­ni­gen. Es ist die „trost­lo­se Ver­ab­scheu­ung“, die schon vor­mals durch den Pro­phe­ten Dani­el ange­kün­digt wor­den ist.
      Mit den Wor­ten des Kar­di­nals Lui­gi Ciap­pi, per­sön­li­cher Theo­lo­ge des Pap­stes Johan­nes Paul II: „Das drit­te Geheim­nis bezieht sich auf den Ver­lust des Glau­bens in der Kir­che,“ das heißt, die Abtrün­nig­keit wür­de aus der Spit­ze der Kir­che ent­ste­hen.
      Nur zwei Sachen sind im Augen­blick sicher: Zum ersten Mal in der Geschich­te gibt es zwei Päp­ste in Rom, und dass Bene­dikt XVI prä­sen­ter ist als je zuvor. Es genügt an sei­ne letz­ten Wor­te zu erin­nern, als er noch im Vati­kan war: „Ihr wer­det an mei­ner Sei­te sein, auch wenn ich für die Welt im Ver­bor­ge­nem blei­be.“ Bene­dikt XVI, Anspra­che an den Kle­rus am 14. Febru­ar 2013.

      • Mit der „trost­lo­sen Ver­ab­scheu­ung“ (auto­ma­ti­sche goog­le-Über­set­zung?) ist natür­lich der „Greu­el der Ver­wü­stung“ (tò bdélygma tês ereméseos / abo­mi­na­tio deso­la­tio­nis), Mt 24,15; Mk 13,14; Dan 12,11 gemeint.

  8. Es gibt doch einen Satz, der da lau­tet: Roma locu­ta, cau­sa fini­ta.
    Hat Rom nicht gespro­chen ?
    Ich dach­te auch immer, Päp­ste dürf­ten sich nicht wider­spre­chen. Der Neue ist gera­de aber dabei, alles In Fra­ge zu stel­len, was bis­her gegol­ten hat. So funk­tio­niert das Papst­amt nicht.

  9. Die Debat­te um die Zulas­sung Wie­der­ver­hei­ra­te­ter zur Kom­mu­ni­on ist aus mei­ner Sicht ein ewi­ges Jam­mer. Es gibt Katho­li­ken, die dür­fen nicht, gehen aber trotzdem(irgendwo fin­det sich immer ein Prie­ster der es zulässt) und es gibt wel­che die dürf­ten, aber nicht hin­ge­hen.

    Zu die­sem The­ma gibt es heu­te ein Inter­view auf orf.at zu lesen:
    http://religion.orf.at/stories/2618398/

    Es hat sich schein­bar wie­der irgend­ein Theo­lo­ge bereit erklärt, sich für die Pro­gres­si­ven vor den Kar­ren span­nen zu las­sen. Sein Name war mir vor­her nahe­zu unbe­kannt. Und es scheint, als wür­de sich die pro­gres­si­ve Medi­en­kam­pa­gne seit Neue­stem gegen den Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Ger­hard Lud­wig Mül­ler rich­ten.
    Sät­ze wie „wer den Leib des Herrn unwür­dig isst und trinkt, zieht sich das Gericht zu“ dürf­ten in den Köp­fen der Refor­mer kei­ner­lei Rol­le spie­len. Was aber auch bedeu­tet, dass man NICHT mehr an die Bibel, an das Evan­ge­li­um glaubt. Evan­ge­lii Gau­di­um eben…

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