Ohne Doktrin gibt es keine Christen — „Erfahrung“ und Faszination genügen nicht, um Jesus nachzufolgen

Papst Franziskus, vermeintliche Verteidiger konstruieren einen Gegensatz zwischen Lehre und "Erfahrung"(Rom) Das Autoren­duo Mario Palma­ro und Ales­san­dro Gnoc­chi ant­wor­tet in sei­nem jüng­sten Bei­trag auf den Auf­satz „Fran­zis­kus will uns nicht ein­bal­sa­miert. Lie­ber G&P, wehe man ver­staubt Jesus mit einer ungast­li­chen Dok­trin“, eines Regis­seurs aus Bolo­gna, der unter dem Künst­ler­na­men Emma­nu­el Exitu bekannt ist. Den Angriff neh­men die bei­den Autoren zum Anlaß, um auf eine Viel­zahl gleich­lau­ten­der Zuschrif­ten zu ant­wor­ten, die sie in den ver­gan­ge­nen Mona­ten, seit ihrer Kri­tik am Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus von katho­li­schen „Nor­ma­li­sten“ und „Pro­gres­si­ven“ erreich­te, einer selt­sa­men Alli­anz, die bis vor kur­zem – oder sagen wir es prä­zi­ser – unter dem Pon­ti­fi­kat von Bene­dikt XVI. noch undenk­bar schien.

Palma­ros und Gnoc­chis Kri­tik kon­zen­triert sich vor allem auf einen Punkt: den Ver­such die ewig­gül­tig und prä­zi­se Glau­bens­leh­re hin­ter einer ver­schwom­me­nen, zwei­deu­ti­gen Pasto­ral der „Erfah­rung“ ver­schwin­den zu las­sen. Sie wen­den sich gegen einen kon­stru­ier­ten Gegen­satz zwi­schen Theo­rie und Pra­xis und for­dern deren zwin­gen­de Ein­heit, wie es die Kir­che immer gelehrt hat. Die Kir­che müs­se stets und ohne Abstri­che die kla­re Leh­re Jesu Chri­sti ver­kün­den, die als ein­zi­ge wirk­lich men­schen­freund­lich ist, und gleich­zei­tig den ein­zel­nen Sün­der barm­her­zig in die Arme neh­men, ihn unter­wei­sen und ihm den Weg zur Ein­hal­tung der Gebo­te wei­sen kann.

Wo die „Erfah­rung“ und die „Pra­xis“ die Leh­re ver­drän­gen, befin­de sich das Schiff des Petrus in einer bedroh­li­chen Schief­la­ge. Bedroht sind dabei vor allem und in erster Linie immer die See­len, deren Ret­tung aufs Spiel gesetzt wird. Emma­nu­el Exitu, der für sich in Anspruch nimmt, Papst Fran­zis­kus zu ver­tei­di­gen und des­sen Gedan­ken und Absich­ten zu ken­nen, kon­stru­iert in Anspie­lung auf päpst­li­che Wor­te einen Gegen­satz zwi­schen einer „fröh­li­chen“ Kir­che und einer „ein­bal­sa­mier­ten“ Kir­che, die in die „sticki­ge“ und „ersticken­de“ Enge der Kir­chen „ein­ge­sperrt“ sei. Der Kri­tik von Exitu, die stark an einen ande­ren künst­li­chen Gegen­satz von einer angeb­li­chen „Macht­kir­che“ gegen eine angeb­li­che „Lie­bes­kir­che“ erin­nert, ant­wor­ten Gnoc­chi und Palma­ro mit lite­ra­ri­schen Hin­wei­sen auf Gio­van­ni­no Gua­re­schi und Gil­bert Che­ster­ton. Die­sen könn­te sich auch Ernest Hel­lo (1828–1885) hin­zu­ge­sel­len, der sag­te: „Der medio­kre Mensch beklagt, daß die christ­li­che Reli­gi­on Dog­men hat. Er wür­de sich wün­schen, daß sie die Moral lehrt und fer­tig. Und wenn du ihm sagst, daß die Moral der christ­li­chen Kir­che als logi­sche Kon­se­quenz ihren Dog­men ent­springt, wird er dir ant­wor­ten, daß du über­treibst“.

Da der mit Pseud­onym auf­tre­ten­de Kri­ti­ker den Rechts­phi­lo­so­phen Mario Palma­ro und den Jour­na­li­sten Ales­san­dro Gnoc­chi als G&P in der drit­ten Per­son Ein­zahl anspricht und nicht als zwei Per­so­nen, haben sich die bei­den Autoren ent­schlos­sen, auch als G&P in der ersten Per­son Ein­zahl zu ant­wor­ten.

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Ohne Glaubenslehre gibt es keine Christen — Erfahrung, Faszination und Attraktion genügen nicht

von Ales­san­dro Gnoc­chi und Mario Palma­ro (in die­sem Fall ali­as G&P)

Wäre da nicht das Fun­ken des Schreib­stils, wür­de sein lei­den­schaft­li­cher Blick auf Chri­stus genü­gen, daß man dem Schur­ken­ritt von Emma­nu­el Exitu zwi­schen den geist­li­chen Arm­se­lig­kei­ten von Gnoc­chi und Palma­ro (G&P) Auf­merk­sam­keit schenkt. Auch wenn Emma­nu­el eben die­sen lei­den­schaft­li­chen Blick einem Näch­sten, dem er nie begeg­net ist, prä­ven­tiv und mit groß­zü­gi­gem, ein biß­chen inqui­si­to­ri­schem und ein biß­chen jako­bi­ni­schem Eifer abstrei­tet.

Es stimmt, daß sei­ne zehn­tau­send Schlag­wör­ter The­men, Argu­men­te, Steh­sät­ze, Totem und ein­stu­dier­te For­meln wie­der­ho­len, wie sie vie­len ande­ren Brie­fen auf­ge­propft wur­den, die in die­ser Zeit auf dem Schreib­tisch von G&P gelan­det sind: alle gleich, alle ver­zwei­felt schon ab den ersten Zei­len auf die Dis­qua­li­fi­zie­rung des Gegen­übers fixiert, um dann, Wen­dung um Wen­dung, zur Begeg­nung mit Don Giu­s­sa­ni zu gelan­gen, ohne daß der Adres­sat je das Prickeln ver­spürt hät­te, ums Eck irgend­et­was oder irgend­wen Uner­war­te­ten vor­zu­fin­den, ohne jeden Schau­er, was épa­ter le bigot könn­te. Was für eine Lan­ge­wei­le.

Langweilige Kritik und ein Zeichen, das zumindest ein kleinwenig Menschlichkeit zugesteht

Hier aber spürt man die Lei­den­schaft und man spürt auch einen gewis­sen intel­lek­tu­el­len Atem, den der Absen­der ver­birgt und nicht ver­birgt. Nicht zufäl­lig legt er sich schon mit dem Künst­ler­na­men eine Iden­ti­tät zu, die einem lite­ra­ri­schen Werk ent­lie­hen ist, mit dem er sich zu einem blo­ßen Zitat macht, aber es gelingt ihm an mehr als einer Stel­le, der erdrücken­den Umar­mung des Den­kens und des Lebens ande­rer zu ent­flie­hen. Und sobald er sich ihrer befreit, spricht, sagt, schimpft, kratzt und – ohne die Sor­ge wider­legt zu wer­den – liebt er. Jenes G&P, abge­han­delt in der drit­ten Per­son Sin­gu­lar, ist Zei­chen eines Inter­es­ses, das dem Gegen­über zumin­dest noch ein klein­we­nig Mensch­lich­keit zuge­steht. Ein cadeau ver­packt als klei­ne lite­ra­ri­sche Erfin­dung, die G&P nicht gleich­gül­tig las­sen, son­dern ver­an­las­sen, in der ersten Per­so­nal Sin­gu­lar zu ant­wor­ten: damit wir uns bes­ser ver­ste­hen zu den Din­gen, die wirk­lich zäh­len.

Die strahlende Helligkeit der Liturgie „erstickt“ nicht

Ange­fan­gen bei Jesus, den ich nicht zitiert hät­te, der aber in Wirk­lich­keit Blut und See­le von jedem Buch­sta­ben und jedem Leer­zei­chen ist, mit denen mei­ne Sei­ten geschrie­ben wur­den und die imstan­de waren, sogar eine auf den ersten Blick so nüch­ter­ne und unkon­ven­tio­nel­le Krea­tur wie Emma­nu­el Exitu zu schockie­ren. Es genügt, jene Zei­len noch ein­mal zu lesen, oder viel­leicht sie ein­fach wirk­lich zu lesen, um sich bewußt zu wer­den, daß man nicht bei jedem Schritt von der „Begeg­nung mit Jesus“ schrei­ben muß, um den Sohn Got­tes in den eige­nen Adern und in der eige­nen See­le zu spü­ren, und ihn sich im eige­nen Leben zu eigen zu machen. Wenn ich die Wor­te von Gio­van­ni­no Gua­re­schi über­neh­me, um die Trä­ne zu beschrei­ben, mit der der gekreu­zig­te Chri­stus das Kind des Pep­po­ne heilt, dann „spie­le“ ich nicht den Intel­lek­tu­el­len. Ich gebe nur der Scham eine Form, die mich unfä­hig füh­len läßt, nur mit mei­nen Wor­ten mei­nen täg­li­chen Blick auf Jesus am Kreuz zum Aus­druck zu brin­gen. Und viel­leicht habe ich über die­se, mit so per­fek­ten Pin­sel­stri­chen gemal­te Trä­ne geweint, über sie medi­tiert, über sie nach­ge­dacht: über sie gebe­tet. Des­halb füh­le ich mich nicht „erstickt“, in der strah­len­den Hel­lig­keit jenes präch­ti­gen Hau­ses, das die Hei­li­ge Lit­ur­gie ist, das schön­ste Gebäu­de, an des­sen Errich­tung der Mensch je mit­ge­wirkt hat, weil es gött­li­chen Ursprungs ist.

Für ein Geschöpf gibt es kei­nen bezau­bern­de­ren Augen­blick als den, in dem er das Haus berei­tet, weil der Herr kommt, um noch ein­mal sei­nen Tod dar­zu­brin­gen und als Geschenk noch ein­mal sein Leben gibt. Alles zit­tert vor Erwar­tung, weil es nichts Grö­ße­res im Uni­ver­sum gibt und noch ein­mal riecht man das Nar­den­öl, das auf Jesu Füßen im Haus von Simon dem Aus­sät­zi­gen am Abend vor dem Letz­ten Abend­mahl aus­ge­gos­sen wur­de. Es gibt kei­nen ande­ren Moment, in dem ich mehr zum Kind wer­de, als wenn ich mit arg­lo­se­ster Nai­vi­tät einen Trop­fen des Weih­was­sers erhei­sche, den der Prie­ster, der alter Chri­stus über das Kir­chen­schiff aus­sprengt, bevor er zum Altar Got­tes hin­auf­steigt, zum Gott der mich erfreut von Jugend auf. Es ist als wäre man an der Sei­te jener Frau, der es gelingt, den Zip­fel von Jesu Man­tel zu berüh­ren, und es ihr gleich­tut. „Toch­ter, dein Glau­ben hat dich geret­tet. Geh in Frie­den und sei geheilt und befreit von der Gei­ßel dei­nes Lei­dens“ (Mk 5,34). Und ich, der auf den Knien lag, erhe­be mich und spü­re den Frie­den, weil Chri­stus mich ange­schaut hat.

Die unerfreuliche Szene, wo der Papst einen Ministranten maßregelt

In all dem ist nichts Sen­ti­men­ta­les. Um an Kör­per und See­le gesund zu wer­den, braucht der Mensch, der ein ratio­na­les und daher lit­ur­gi­sches Geschöpf ist, weit mehr als das Gefühl. Der klei­ne aber uner­freu­li­che Vor­fall des Kin­des mit den zum Gebet gefal­te­ten Hän­den, das vom Papst gemaß­re­gelt wur­de, hat Emma­nu­el hin­ge­gen beein­druckt. Er ging bei You­tube auf die Jagd nach der Video­auf­zeich­nung und voll­zog dann die intel­lek­tu­ell sinn­lo­se­ste Akti­on, die man sich nur vor­stel­len kann: er ver­such­te sich die Gedan­ken des Pap­stes vor­zu­stel­len, wäh­rend er den Mini­strant mit den gefal­te­ten Hän­den maß­re­gel­te. Er leg­te dem Papst den Gedan­ken in den Mund: „Wenn du die Hän­de so ver­leimt hältst, erleich­tert es dir nicht, die Lie­be zu erken­nen“. Exitu hat nicht ver­stan­den, daß es hier nicht um Wor­te, son­dern um Gesten geht, um Gesten des hei­li­gen Ritus. Wenn der Mensch die Not­wen­dig­keit der Anbe­tung erkennt, die sich in sei­nem Her­zen den Weg bahnt, dann demü­tigt sich die Ver­nunft, sie rei­nigt sich, sie zieht sich zurück und macht der Andacht Platz: sie spricht nicht.

Die Lit­ur­gie führt in eine himm­li­sche Welt ein, in der Geset­ze, Gesten und Wor­te ein für alle Mal von Gott fest­ge­legt wur­den. Die­se sich zu eigen machen, bedeu­tet nicht, sich in „sticki­ge Häu­ser ein­zu­schlie­ßen“ und Opfer irgend­wel­cher „Ein­bal­sa­mie­rer“ zu wer­den, son­dern in ein schö­ne­res und grö­ße­res Leben ein­zu­tre­ten, das durch eine rein mensch­li­che Leb­haf­tig­keit getö­tet wird. Jenes Kind, das die Hän­de wie­der zum Gebet fal­te­te, nach­dem der Papst sie ihm aus­ein­an­der­ge­drückt hat­te, hat das alles schon in sei­nem christ­li­chen Blut, ohne „Gemein­schafts­schu­le“ und „exege­ti­sche Näch­te“ zu den Tex­ten von Don Giu­s­sa­ni. Es genüg­te ihm, bei einem guten und from­men Lehr­mei­ster das Mini­strie­ren bei einer Hei­li­gen Mes­se zu ler­nen.

Alle Heiligen sind heute und jetzt lebendige Zeugen

Natür­lich braucht es auch die leben­di­gen Zeu­gen und Emma­nu­el nennt Mis­si­ons­prie­ster an den Enden der Welt, Lai­en, die eine Krank­heit ange­nom­men haben und bezeugt haben, daß es mög­lich ist, hei­lig zu ster­ben. Aber die Leh­re von der Gemein­schaft der Hei­li­gen ver­si­chert uns, daß alle Glie­der der Kir­che aller Zei­ten wahr­haft leben, nicht nur die­se Zeit­ge­nos­sen: ange­fan­gen bei den Hei­li­gen Augu­sti­nus und Bene­dikt, Ambro­si­us und Karl Bor­ro­mä­us, Fran­zis­kus und Domi­ni­kus, Phil­ipp Neri und Igna­ti­us von Loyo­la, Don Bos­co und Pater Pio. Sie sind alle leben­di­ger als wir, sie bit­ten für uns und hören unser Gebet. Die goti­schen Kathe­dra­len sind gefüllt mit Sta­tu­en, die Tau­sen­de ver­stor­be­ner Chri­sten sicht­bar machen, die leben­dig sind im Geheim­nis des Para­die­ses.

Urkirche hat kein Christentum Light erfunden, um unter den verlotterten Heiden Anklang zu finden

Die­se Chri­sten erzäh­len uns die Geschich­te eines Glau­bens, der ver­langt, das eige­ne Leben zu ändern und den alten Men­schen auf­zu­ge­ben. Er ver­langt nicht eine intel­lek­tu­el­le oder phi­lo­so­phi­sche Nach­fol­ge, er for­dert aber eine Ände­rung des Lebens. Das Neue Testa­ment zeigt eine Pre­digt, die auf mora­li­scher Ebe­ne buch­stäb­lich ohne Rabatt ist. Pau­lus schreibt den ver­lot­ter­ten Hei­den des kor­rup­ten Römi­schen Reichs, und den­noch unter­schlägt er kei­ne ein­zi­ge Unter­wei­sung, die not­wen­dig ist für ein hei­li­ges Leben. Es ist anzu­neh­men, daß es zu jener Zeit die Thes­sa­lo­ni­cher, Römer, Phil­ip­per und Ephe­ser mit Blick auf das sech­ste und das neun­te Gebot nicht so genau nah­men. Aber die Urkir­che, die so ger­ne zitiert wird, um sie in einen fik­ti­ven Gegen­satz zur kon­stan­ti­ni­schen und der mit­tel­al­ter­li­chen Kir­che zu set­zen, hat sich kein über­ar­bei­te­tes und kor­ri­gier­tes Chri­sten­tum erfun­den, um den hart­näcki­gen Sün­dern ent­ge­gen­zu­kom­men. Die Wahr­heit Chri­sti, sei­nes Lei­dens und sei­ner Nach­fol­ge muß unver­kürzt und voll­stän­dig ver­kün­det wer­den.

Die Gra­dua­li­tät kommt in der Ver­ge­bung und der Geduld des Beicht­stuhls zum Aus­druck und nicht durch ein Umbie­gen der Glau­bens­leh­re, um sie von den Kan­ten zu befrei­en, die den Gua­ra­ni-India­nern nicht gefal­len und viel­leicht auch nicht der Haus­frau in Güters­loh, dem Ange­stell­ten aus Win­ter­thur ((um zum Aus­druck zu brin­gen: irgend­wo mit­ten unter uns; im ita­lie­ni­schen Ori­gi­nal steht die nord­ita­lie­ni­sche Stadt Vog­he­ra)), dem Jour­na­li­sten aus Mai­land oder dem Regis­seur aus Bolo­gna. Wenn die Kir­che im Beicht­stuhl die Sün­de abwäscht und den Feind besiegt, dann warnt die­sel­be Kir­che auch von Kan­zel und Ambo vor dem Schrecken der Sün­de und zeigt die gan­ze Gefähr­lich­keit des stän­di­gen Ver­füh­rers auf.

Ohne Glaubenslehre wird man kein guter Christ

Ohne Dok­trin, ohne die fei­nen Unter­schei­dun­gen, wird man kein guter Christ. Che­ster­ton sag­te es 1934: „Die theo­lo­gi­schen Dis­kus­sio­nen sind sub­til, aber nicht mager. In der gan­zen Ver­wir­rung der moder­nen Gedan­ken­lo­sig­keit, die sich moder­nes Den­ken nennt, gibt es viel­leicht nichts groß­ar­tig Düm­me­res als die Volks­weis­heit: ‚Die Reli­gi­on darf nie von klein­li­chen Lehr­strei­tig­kei­ten abhän­gen‘. Das ist als wür­de man sagen, daß ein mensch­li­ches Leben nie von klein­li­chen Dis­pu­ten über Medi­zin abhän­gen dür­fe. Der Mensch, der sich dar­in gefällt, zu sagen: ‚Wir wol­len kei­ne Theo­lo­gen, die Haar­spal­te­rei betrei­ben‘, könn­te ja hin­zu­fü­gen, ‚und wir wol­len kei­ne Chir­ur­gen, die die Fasern noch genau­er zu tren­nen ver­ste­hen‘. Es ist eine Tat­sa­che, daß vie­le Men­schen heu­te tot wären, wenn ihre Ärz­te sich nicht auch der klein­sten Schat­tie­run­gen ihrer Wis­sen­schaft anneh­men wür­den. Und es ist eben­so eine Tat­sa­che, daß die euro­päi­sche Kul­tur heu­te tot wäre, wenn ihre Dok­to­ren der Theo­lo­gie nicht auch die sub­til­sten Unter­schei­dun­gen der Glau­bens­leh­re begrün­det hät­ten.“

Aber es hie­ße, den Men­schen nicht zu ken­nen, ange­fan­gen bei sich selbst, wenn man denkt, es wür­de genü­gen, das Gute zu ler­nen, um sich immer dafür zu ent­schei­den. Das glaub­te Sokra­tes und irr­te sich, indem er einen Intel­lek­tua­lis­mus bekann­te, der das Wis­sen von der mora­li­schen Wahr­heit mit einem kohä­ren­ten Leben gleich­setz­te. Bereits Ovid sag­te in den Meta­mor­pho­sen: „Video melio­ra pro­bo­que, dete­rio­ra sequ­or“, ich sehe die besten Din­ge und hei­ße sie gut, fol­ge aber den schlech­te­sten. Petrar­ca bekann­te: „Veg­gio ‚l meglio ed al peg­gi­or m’ap­pi­glio“, ich will das Beste und klam­me­re mich an das Schlech­te­ste. Und Pau­lus von Tar­sus sagt im Brief an die Römer: „Ich weiß, daß in mir, das heißt in mei­nem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wol­len ist bei mir vor­han­den, aber ich ver­mag das Gute nicht zu ver­wirk­li­chen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, son­dern das Böse, das ich nicht will“ (Röm 7,18f).

Die Lehre allein genügt nicht, sie ist aber unveräußerliche Voraussetzung

Die­ses Wis­sen um die mensch­li­che Natur darf aber nicht zum logi­schen Umkehr­schluß füh­ren, daß die Kennt­nis der mora­li­schen Wahr­heit nichts nützt: die Dok­trin zu besit­zen genügt allein noch nicht, sie ist aber unver­äu­ßer­li­che Vor­aus­set­zung. Wie Pas­cal sagen wür­de, es ist das gute Den­ken, das zum guten Han­deln führt; und Che­ster­ton ist sein Echo, wenn er sagt, daß die Stra­ße zur Höl­le mit allem mög­li­chen gepfla­stert ist, vor allem aber mit guten Vor­sät­zen. Die Ver­nunft ergrün­det und sucht die Wahr­heit und der Wil­le sucht die Grün­de, die sie zum Guten drängt: die Lie­be für Chri­stus, die Lei­den­schaft für die ande­ren, in denen ich Jesus sehe, die Begeg­nung mit wah­ren Zeu­gen des Evan­ge­li­ums. Gemeint ist die Erfah­rung, da das Chri­sten­tum nicht nur ver­langt, gekannt, geglaubt und gedacht, son­dern auch gelebt zu wer­den.

„Erfahrung“ ist eine zweideutige Vorstellung mit Gefahren

Die „Erfah­rung“ aber ist eine zwei­deu­ti­ge Vor­stel­lung, die unver­meid­bar eine gehö­ri­ge Por­ti­on Sub­jek­ti­vis­mus mit sich bringt und Gefahr läuft, den Glau­ben zu rela­ti­vie­ren. Wenn es stimmt, daß das Chri­sten­tum Begeg­nung mit Chri­stus ist, dann muß man die Men­schen leh­ren, wo die­se Begeg­nung gewöhn­lich statt­fin­det: in der Kir­che und in ihren Sakra­men­ten. Natür­lich kann der Herr ande­re Wege fin­den, um eine See­le zu errei­chen, von der Schön­heit eines Son­nen­un­ter­gangs bis zur Zunei­gung einer „Gefähr­tin“. Aber Chri­stus begeg­net man in den Sakra­men­ten, von der Tau­fe über die Beich­te bis zur Eucha­ri­stie, und im Gebet. Des­halb gehe ich zur Hei­li­gen Mes­se, knie nie­der, bete und emp­fan­ge die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on. Denn im Lau­fe des Tages möch­te ich Augen haben, um Jesus zu sehen, Ohren, um Jesus zu hören, den Mund, um Jesus zu loben und sei­ne Wun­den zu küs­sen, und Hän­de, um Jesus zu berüh­ren, aber ich weiß, daß ich ohne Ihn, nicht die Kraft habe, es zu tun.

Gefahr eines fatalen Trugschlusses

Der Rest ist ein glat­tes Par­kett mit der Gefahr, daß die Gefüh­le die Ver­nunft blen­den und die Erfah­rung die Wahr­heit frißt. Ein Gelän­de, auf dem vibrie­ren­de und zwei­deu­ti­ge Kon­zep­te wie „Fas­zi­na­ti­on“, „Attrak­ti­on“, „Ant­wort auf die Fra­gen des Men­schen“ vor­gau­keln kön­nen, daß Chri­stus nach­fol­gen bedeu­tet, einen ange­neh­men, abschüs­si­gen Weg zu unter­stüt­zen, wäh­rend das genaue Gegen­teil gefor­dert ist. Der Mensch muß gegen alle Trie­be ankämp­fen, die ihn von Jesus weg­zie­hen. Er muß wach­sam sein, damit die Sün­de und das Böse nicht durch die Hin­ter­tür sogar zu einem pri­vi­le­gier­ten Vehi­kel wer­den, um bequem die Begeg­nung mit Chri­stus und ein Leben fern der Zehn Gebo­te mit­ein­an­der unter einen Hut zu brin­gen, indem man jene als Mora­li­sten beschimpft, die auf die­se Gefahr auf­merk­sam machen, und sich damit über Jesus lustig macht, der mahnt: „Wer mei­ne Gebo­te hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von mei­nem Vater geliebt wer­den und auch ich wer­de ihn lie­ben und mich ihm offen­ba­ren“ (Joh 14,21).

Das ist eines jener Para­do­xa, die das Chri­sten­tum als die ein­zig wah­re Reli­gi­on aus­wei­sen: das Chri­sten­tum ist auf­re­gend und erhebt, weil es allen den ein­fa­chen Hori­zont jener zugäng­lich macht, die der alte Che­ster­ton die ein­fa­chen Chri­sten nann­te. Jener, die es rich­tig fin­den, ein Glas zu trin­ken, aber die Trun­ken­heit für tadelns­wert, die die Ehe für nor­mal hal­ten und die Poly­ga­mie für abnor­mal, die den ver­ur­tei­len, der als erster zuschlägt, und jenen frei­spre­chen, der sich ver­tei­digt. Jene kurz­um, die den­ken und danach han­deln, was die Leh­re schon immer gelehrt hat, und die daher wirk­lich auf dem Weg ins Para­dies sind.

Und so kom­men wir zu den Grü­ßen, um ehr­lich zu sein, ver­ste­he ich, lie­ber Emma­nu­el, daß es für Sie gera­de­zu pein­lich sein muß, Grü­ße von einem „prä­mier­ten Ein­bal­sa­mie­rungs­un­ter­neh­men“ zu erhal­ten, das „unter dem Vor­wand, mit den Quel­len umge­hen zu kön­nen, vol­ler Res­sen­ti­ments ist“, das als „unbarm­her­zi­ges Maschi­nen­ge­wehr aus jeder Zei­le schießt“ und Aus­druck eines „trüb­sin­ni­gen Gei­stes“ mit „selek­ti­ver Wahr­neh­mung der Quel­len“, „Ver­zer­rung der Details außer­halb des Kon­tex­tes“ und einem „bewußt ein­sei­ti­gen Blick auf das Lehr­amt“ ist. Den­noch, und ehr­lich gemeint, grüßt

Ihr G&P

Ein­lei­tung und Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Mes­sa in lati­no

16 Kommentare

  1. Ich muß jetzt offen zuge­ben, daß ich mir erst gar nicht die Mühe gege­ben habe, mich durch die­sen Arti­kel zu quä­len. Wozu auch? Nach­dem ich mir das fol­gen­de you­tube Video ange­schaut habe, brauch ich gar nichts mehr zu wis­sen, zu lesen und zu hören. Es ist eine Auf­nah­me einer ziem­lich dünn besuch­ten „Hl. Mes­se“ mit Kar­di­nal Ber­go­glio in Argen­ti­ni­en. Zum Abschluß die­ser „Hl. Mes­se“ tanzt ein Paar Tan­go. In der Kir­che. Direkt vor dem Altar. Ja, Sie haben rich­tig gele­sen. Spu­len Sie bis ca. 26:15 vor für die Per­for­mance, davor gibts Ber­go­glio Gebab­bel, gnä­di­ger­wei­se ohne Unter­ti­tel auf Spa­nisch.

    http://www.youtube.com/watch?v=ZiHQ2hnwwuM#t=1641

    • Habe ich rich­tig gele­sen — durch die­sen Arti­kel quä­len, und wozu?
      Arti­kel von M. Palma­ro und A. Gnoc­chi zu lesen ist für mich ein Genuss!! Ich bin vom einem auf das ande­re Mal begei­stert. Da paart sich tie­fer Glau­be, Lie­be zu Gott, Wahr­haf­tig­keit, Fein­sin­nig­keit, Beschei­den­heit mit Bega­bung und höch­ster Intel­li­genz. Das ist sehr sel­ten anzu­tref­fen. Das sind Män­ner — stets bereit für unse­ren gelieb­ten Herrn und Hei­land und sei­ne Kir­che zu strei­ten und zu kämp­fen. Man spürt die glü­hen­de Flam­me, die in ihren Her­zen für Jesus Chri­stus brennt. Sie wis­sen, dass Opfer und Gebet unend­lich not­tut, denn die Kata­stro­phe steht uns vor Augen.

      • Ich den­ke, daß Sumsum durch das Video so geschockt war, daß er im Anschluß dar­an nichts mehr lesen oder hören woll­te. Die­ses Video ist wirk­lich der Schocker. Es zeigt die Hal­tung Ber­go­gli­os. Der Gegen­satz zwi­schen Hl. Mes­se und dem danach könn­te nicht grö­ßer sein. Gott und Welt.
        Die von Erz.Bergoglio zele­brier­te Mes­se wirkt dünn und leer. Ganz das, was er mit ver­knö­chert, lang­wei­lig meint? Aber dann kommt der Tan­go. Und das Leben beginnt. Die­se bei­den Sze­nen gegen­ein­an­der zu stel­len ist so völ­lig dane­ben, daß man kei­ne Wor­te fin­det. Der Tan­go, so wie er vor dem Altar (!) auf­ge­führt wird, gehört ins Pri­va­te, Schlaf­zim­mer o dgl. Das ist pure Welt­lich­keit, die an ande­rer Stel­le ihre Berech­ti­gung haben mag. Die­sem Bild wird die Mes­se als etwas Trocke­nes gegen­über­ge­stellt. Es ist wie die Schlan­ge im Para­dies, die sich dreht und win­det — zum lachen, wenn die Sache nicht so ernst wäre.
        Das video soll­te man als Doku­ment spei­chern, bevor es gelöscht wird.

        • Zum The­ma Tan­go:
          Aus Wiki­pe­dia: „Der Inter­na­tio­na­le Tan­go wird als „feu­rig“ und „lei­den­schaft­lich“ cha­rak­te­ri­siert; häu­fig geht dies mit Attri­bu­ten wie „aggres­siv“ und „gewalt­sam“ ein­her, was als lei­den­schaft­li­che sexu­el­le Gewalt – ähn­lich der Ver­bin­dung von Lust und Schmerz beim Geschlechts­akt – aus­ge­legt wird. Der Tan­go Argen­ti­no wird dem gegen­über mit Zärt­lich­keit in Ver­bin­dung gebracht.“

          Geor­ge Bern­hard Shaw: „Der Tan­go ist der ver­ti­ka­le Aus­druck eines hori­zon­ta­len Ver­lan­gens.“

    • Dan­ke für die­ses Bewer­bungs­vi­deo von Ber­go­glio. Es erklärt war­um er, von den 20 Köp­fen im Vati­kan, zum Bischof von Rom gemacht wur­de und was wir dem­nächst aus dem Leib Chri­sti, sei­ner Kir­che wer­den soll: Freu­den­fe­ste mit Ber­go­glio als Enter­tai­ner und Conférencier.
      Aber Chri­stus wird dann nicht mehr in die­ser Kir­che sein, son­dern wei­ter in uns und mit uns und sei­nen treu­en Dier­nern.

    • Habe zwar nicht das gesam­te Video gese­hen, aber wir soll­ten doch „die Kir­che im Dorf las­sen“. Es han­delt sich augen­schein­lich um ein Tanz­paar älte­ren Jahr­gangs, dass den Tan­go kei­nes­wegs las­ziv auf­führt. Da habe ich schon ganz ande­re Tan­godar­bie­tun­gen gese­hen. Viel­leicht han­del­te es sich ja auch um ein Jubi­lä­ums­braut­paar? Es wäre auch inter­es­sant zu wis­sen, ob der Tanz vor oder nach dem Schluss­se­gen auf­ge­führt wur­de. Ich ver­mu­te letz­te­res, da man im Hin­ter­grund doch eine gewis­se Unru­he in der Kir­che ver­neh­men kann.

      • Dann las­sen Sie Ihre Kir­che im Dorf. Ich hal­te sol­che Dar­bie­tun­gen im Zusam­men­hang mit der Mes­se für einen Irr­weg, weil er zwei ver­schie­de­ne Ebe­nen ver­mischt. Wenn Sie einen spi­ri­tu­el­len Weg gehen, und das ist die Meß­fei­er, dann kön­nen Sie das nicht kom­bi­nie­ren mit sexu­el­len Anbie­de­run­gen. Das geht in 99 von 100 Fäl­len schief. Oft sogar sehr schief. Das hat nichts mit Prü­de­rie zu tun, das sind ein­fach Gesetz­mä­ßig­kei­ten.
        In den 60er und 70er Jah­ren kamen sol­che Din­ge auf. Ein Trip nach Poo­na und die Suche nach Erleuch­tung. Die brei­te Stra­ße. Easy way of life.
        War­um tun sich die katho­li­schen Geist­li­chen, ange­fan­gen von den Wüsten­vä­tern, den Mön­chen und Prie­stern den Zöli­bat an? Die waren / sind wohl alle dumm?

        • Ich gehe mit Ihnen durch­aus kon­form, dass sol­che Dar­bie­tun­gen in sakra­len Räu­men bes­ser gar nicht statt­fin­den soll­ten. Nur was ich auf dem Video zu sehen bekam, war dann doch bei wei­tem nicht so schlimm, wie ich es nach den Wor­ten von Sumsum und Ihnen zunächst ange­neh­men muss­te.

          • Sehen Sie, dar­auf habe ich gewar­tet. Es fin­det sich bei mora­li­schen Fra­gen immer jemand, der dann sagt, so schlimm ist das doch gar nicht. Und des­we­gen sagen die Leu­te von vor­ne­her­ein schon gleich gar nichts mehr.

            Das ist die heu­ti­ge Tole­ranz, Offen­heit, Groß­zü­gig­keit, poli­ti­sche Kor­rekt­heit. Ihre Mei­nung sei Ihnen unbe­nom­men. Ich ste­he zu der mei­ni­gen. Ich fin­de es unmög­lich, daß ein Erz­bi­schof Ber­go­glio im Anschluß an eine Eucha­ri­stie­fei­er einen Tan­go auf­füh­ren läßt. Das hat in einer Kir­che nichts zu suchen.

    • Das Ver­hal­ten Ber­go­gli­os gegen­über dem Mini­stran­ten ist ein­fach skan­da­lös. Einem Kind die ganz nor­ma­le, ehr­fürch­ti­ge Gebets­hal­tung abzu­trai­nie­ren, abscheu­lich! Kind­li­che Fröm­mig­keit ist die­sem Herrn offen­bar ein Graus, des­halb bringt er es auch nicht fer­tig, die Knie vor dem eucha­ri­sti­schen Herrn zu beu­gen. Wie ver­krampft muss man selbst in sei­nen kru­den Vor­stel­lun­gen sein, wenn man es nicht erträgt, ein from­mes Kind zu sehen und es daher gera­de­zu zwang­haft vor den Kame­ras die­ser Welt maß­re­geln muss.

  2. Das ist ein sehr schö­ner Text, sehr dicht, und es lohnt sich ihn zu lesen.
    Dan­ke Herrn Nar­di fürs Über­set­zen.

  3. Ohne Leh­re geht es nicht, in der Tat. Seit dem 2. Vati­ca­num will man vor allem pasto­ral sein, aber Pasto­ral setzt Glau­bens­leh­re vor­aus. Pasto­ral ohne Glau­bens­leh­re ver­küm­mert zur rei­nen Well­ness­re­li­gi­on oder auch zur Sozi­al­phi­lo­so­phie. Dann ist die Kir­che nur noch eine rie­si­ge NGO, was Papst Fran­zis­kus nach eige­nen Wor­ten aus­drück­lich nicht will. Aber ich fra­ge: wo bekommt man über­haupt noch katho­li­sche Glau­bens­leh­re zu hören? Im Reli­gi­ons­un­ter­richt in der Schu­le? Wohl kaum. In der Sonn­tags­pre­digt in der Mes­se? Fehl­an­zei­ge. Im „Wort zum Sonn­tag“ im Fern­se­hen? Der Gedan­ke ist fern­lie­gend. Also nir­gend­wo. Just gestern habe ich noch eine Sonn­tags­mes­se im ordent­li­chen Ritus besucht. Eine nichts­sa­gen­de Pre­digt zum Ein­schla­fen und im Übri­gen fehl­te an jeg­li­cher lit­ur­gi­scher Fest­at­mo­sphä­re. Hin­ter­her habe ich mich gefragt, wozu ich über­haupt dort­hin gegan­gen bin. Selbst­re­dend bin ich ob mei­ner Ent­täu­schung schon wäh­rend der Mes­se dann nicht zur Kom­mu­ni­on gegan­gen. Nach mei­nem Emp­fin­den will man es den Leu­ten immer mehr recht machen, nie­man­den vor den Kopf sto­ßen, wird dadurch aber erst recht unin­ter­es­sant und treibt die Men­schen förm­lich aus der Kir­che.

    • @Aventin
      Ich war gestern in einer Mes­se im außer­or­dent­li­chen Ritus. Das war so ein tief­grei­fen­des Erleb­nis, so viel inne­re Freu­de und Dank­bar­keit kommt da auf, daß ich mir am Ende ver­such­te vor­zu­stel­len, was wohl pas­sie­ren wür­de, wenn jetzt am Schluß ein Pär­chen vor dem Altar einen Tan­go tan­zen wür­de. Da hät­te es nicht wie im Video auch noch Applaus gege­ben, nein, da hät­ten die Leu­te gepfif­fen und geru­fen: raus hier. Weil das gan­ze so absurd gewe­sen wäre, so ein Rie­sen Gegen­satz, daß man es nicht ertra­gen hät­te. Alles zu sei­ner Zeit und an sei­nem Ort. Die Ver­mi­schung ist schlecht. Die Hl. Mes­se ist eben etwas Hei­li­ges, und das soll­te man auch ver­tei­di­gen gegen­über dem Ein­drin­gen von welt­li­chen Akti­vi­tä­ten. Man kann es nicht allen recht machen, sonst ist es so wie Sie es oben beschrei­ben: die Kir­che wird unin­ter­es­sant.
      Was Sie schrei­ben kann ich gut nach­emp­fin­den und habe ich oft und oft im neu­en Ritus erlebt.

      • @M.S.
        Wür­de schon mal zu einer Mes­se im außer­or­dent­li­chen Ritus gehen wol­len. Lei­der wird in mei­ner Stadt und Umland nur ein­mal im Monat eine sol­che gefei­ert, von der Pius­bru­der­schaft. Dazu reist der betref­fen­de Prie­ster eigens aus etwa 170 Km Ent­fer­nung an.

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